Diese Regel gilt bei mir immer. Es gibt keine Ausnahmen. Habe von A-Jugend bis zur G-Jugend schon alles trainiert.
Ein Beispiel F-Jugend Kreispokalendspiel (ja vor 2 Jahren gab es das bei uns noch - inzwischen glücklicherweise nur noch Spieltage). Mit meiner Top - 7 hätten wir gewinnen können. Aber bei mir haben alle gespielt (beim Gegner nicht). So haben wir mit 3 Toren Unterschied verloren.
Ich sage mir aber: Entweder gewinnen alle anwesenden Spieler zusammen das Spiel, oder halt nicht. Ein Sieg der Toptruppe ohne Einsatz von einigen Spielern ist für mich nichts wert. Die Kinder haben es ganz gut verkraftet und spielen alle noch in der Mannschaft.
fak: Würde mich interessieren, wie viele von den im Laufe der Zeit nicht eingesetzten Spielern inzwischen bei dir nicht mehr aktiv sind.
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In der F-Jugend sind wir erst gar nicht in die Verlegenheit gekommen, Pokalendspiele oder ähnliches spielen zu müssen, weil wir die Kinder in drei etwa gleichstarke Mannschaften aufgeteilt haben, in denen jeder in jedem Spiel die etwa gleiche Spielzeit bekommen hat (in der E-Jugend dementsprechend, nur dass die Spielzeit über die Saison verteilt gleich war und nicht pro Spiel). Das hat uns etwaigen Endspielen konsequent ferngehalten, es gab zum Beispiel gegen den Nachbarverein, der zu der Zeit etwa die gleiche Anzahl an Spielern hatte, aber nach Stärke einteilte und wechselte, zweistellige Niederlagen. Mittlerweile stellen wir zwei Mannschaften, der Nachbarverein noch eine und als unsere erste Mannschaft letzte Saison gegen deren Mannschaft spielte, haben wir auch dann 10 Minuten vor Schluss, als wir 4:0 führten, unsere Bank mit den vier besten Spielern besetzt und an andere mehr Spielzeit vergeben; Spielzeit, die der Nachbarverein jetzt nicht mehr vergeben kann, weil die Kinder nicht mehr da sind, bei denen das versäumt wurde. Das nur nochmal zur Bestätigung der grundsätzlichen Richtigkeit dieser Vorgehensweise.
Uns sind keine der betroffenen Spieler abgesprungen. Das wäre auch verwunderlich, weil das in insgesamt vier Spielen vorkam und jeder Spieler nur einmal betroffen war, ansonsten gibt's nach wie vor ausreichende Spielzeiten, insbesondere da wir zwei Mannschaften haben und eine große Durchlässigkeit; in der zweiten Mannschaft kommt es nicht vor, dass ein Spieler weniger als 20 Minuten spielt.
aktuell in der A-Jugend leistungsklasse: alle spielen, die ich einlade ausser der zweite schnapper.
wenn möglich mindestens 20 minuten. ich nehme zwischen drei bis vier auswechselspieler mit.
bevor ich jemanden mitnehme, nur um 4 wechselmöglichkeiten zu haben, von dem ich aber weiss,
den würde ich eher ungern einsetzen, warum auch immer, lass ich ihn lieber zuhause.
jungs kommen zu lassen und nicht einzusetzen halte ich für kagge.
ich beobachte immer wieder teams die zu auswärtsfahrten mit 18 mann kommen.
das finde ich persönlich übertrieben, denn der zeitverlust für nix ist schon extrem hoch,
wenn man noch zur schule geht und/oder arbeiten muss.
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Aufgeblähte Kader halte ich für Quatsch, wir halten den Kader auch in der Regel klein. Im letzten Spiel, am ersten Herbstferienwochenende, haben uns nun aber einige Spieler gefehlt, insbesondere solche, die mit der Viererkette klarkommen. Also haben wir einen Spieler, der so zwischen 1. und 2. Mannschaft steht (Spielverständnis und Technik reichen für die 1., Tempo und körperlicher Einsatz nicht), mit in den Kader genommen, um im Verletzungsfall hinten reagieren zu können. Verletzt hat sich aber zum Glück keiner, dann haben wir in einem Spiel, das eine gewisse Bedeutung für die Zukunft der Mannschaft hat, nicht noch jemanden eingewechselt, den wir für schwächer hielten, als den, der aktuell spielt. Wie gesagt, ich halte das für absolut vertretbar, rational, ich habe das Thema nur mal aufgemacht, weil ich eigentlich das "jeder muss spielen" so sehr verinnerlicht habe, dass bei mir trotzdem ein etwas fader Beigeschmack bleibt, es mir für den Jungen Leid tut.
fak
Deine Frage - soll ich nur die besten im Team fördern oder alle - taucht in sehr vielen Threads hier auf? Häufig wird bei der Beantwortung dieser Frage unterschieden, ob es sich um Breitensport- oder Leistungsfussball handelt. Beim Breitensport ist man sich fast einig, dass hier der Spaß am Fussball die höchste Priorität genießt. Beim Leistungsfussball ist man sich nicht einig, da ja die jeweilige Leistungsfähigkeit als Basis zur Mannschaftsaufstellung gesehen wird. Hier ist man teilweise der Meinung, dass die schwächeren Spieler sich im Training oder in Testspielen bewähren müßten, um sich einen Anspruch zum Einsatz von Punktspielen zu erwerben.
So habe ich vor einigen Jahren einige Projekte angeleiert, weil auch ich mir nicht sicher war, was trainierbar ist und wie weit die individuell kaum vorhersehbare mentale Entwicklung einen Einfluß hat. Denn reduziert man den Fussball aufs Wesentliche, so wird im Kopf entschieden, was mit dem Fuß gespielt wird. Dabei gab es ein paar erstaunliche Ergebnisse. So hat die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten mit einer Neigung zu sportlichen Aktivitäten einen günstigen Einfluß. D.h. Spieler mit hoher Intelligenz können in der Jugend mühelos mehrere Ligen überspringen, wenn ihre geistigen Fähigkeiten eine Basis dafür entwickeln. Bei bildungsfernen Schichten spielt hingegen die Zeit, die man mit seinem Hobby Fussball verbringt, eine große Rolle, weil die dabei gewonnenen Erkenntnisse etwas länger brauchen. Insgesamt hatte ich jedoch nach mehrjähriger Beobachtung das Gefühl, dass weitaus mehr trainerbar ist, als man geglaubt hat und Talentanlagen dabei nicht die große Rolle spielen, wie ich bisher angenommen hatte.
Bei einem neu gegründeten Jugendleistungszentrum habe ich mit den Verantwortlichen über diese Erkenntnisse diskutiert. Man ist dort nach den ersten Fehlschlägen mit zu großen Kadern zur Einsicht gelangt, dass nicht nur die Talente ihr Wort geben sollen, sich intensiv auf ihre Ausbildung zu konzentrieren, sondern auch das Zentrum allen geholten Talenten das Vertrauen ausspricht, jedem gleiche Entwicklungschancen durch in etwa gleiche Spielzeiten zu gewähren. Obwohl die Kader dadurch etwas kleiner werden mußten, weil man sich keine Spieler mehr für die Reservebank holte, ist man insgesamt sportlich erfolgreicher geworden. So hätte man es vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten, mit Spielern aus dem Verein und der näheren Umgebung in der A-Jugend-Bundesliga spielen zu dürfen. Das auch das kontinuierlich verbesserte Trainerpersonal eine Rolle dabei gespielt hat, läßt sich denken.
Vorläufiges Fazit: Ziel sollte es sein, möglichst viele Spieler für höchste Leistungsansrüche zu fördern, statt seine gesammte Energie an in frühen Jahren für besonders hoch talentiert gehandelte Talente zu verbrauchen. Dabei ist es keinen Widerspruch trotz einer anfänglichen Leistungsstreuung im Team allen Spielern die faire Chance zu geben, sich zu den Besten entwickeln zu können. Denn die Leistungsstreuung wird sich im Laufe der Jugend verändern. So liegt es am Trainergeschick, die auf den momentanen Zeitpunkt bezogenen relativen Fähigkeiten perspektivisch einzuschätzen. Dabei gilt es aus den eigenen Irrtümern zu lernen und keine voreiligen Schlüsse (negativ oder positiv) zu ziehen.
Mag man auch kein zuverlässiges Erfolgsrezpet haben, so hilft eine kontinuierliche und auf hohem Niveau stattfindende Ausbildung für alle Spieler die insgesamte Ausbildungszeit zu verkürzen.
Weil sich jedoch der Fussball ständig verändert, wäre es zu früh, aufgrund jüngster Erfahrungen dauerhafte Erkenntnisse abzuleiten. Denn fast immer kommt es anders als man denkt!
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Das war nicht meine Frage - bei uns wird jeder gefördert, das steht außer Frage. Es ging nur darum, ob es zu rechtfertigen ist, dass jemand in Einzelfällen mal nicht spielt. Das widerspricht meines Erachtens nicht deinen durchaus interessanten Ausführungen. Wobei ich zu bedenken gebe, dass im Leistungsbereich Prognosen sicherlich schwierig sind (hab erst letztens wieder bei Polen Lukasz Szukala spielen sehen - mit 15 war ich noch besser als er, er ist jetzt Nationalspieler, ich hab kein einziges Spiel im Seniorenbereich gemacht); aber bei uns, im Prinzip einem Dorfverein, ist die Schere dann doch teilweise noch bzw. schon so groß (2002er Stützpunktspieler, der in der C-Jugend-Bezirksliga schon gut aussieht, gegen 2000er der mit Ach und Krach irgendwie mithalten kann), dass sich schon mit gewisser Sicherheit sagen lässt, dass der eine Spieler auch nach Ausgleich von Entwicklungsschwankungen stärker sein wird als der andere. Wobei da dann natürlich wieder das Argument greift, dass Abseits von Potential für den Leistungssport jeder Spieler schon aus menschlichen Gründen gefördert gehört und Teil der Gemeinschaft im Verein ist.