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    @fan
    Großes Kompliment. Steht da ein Nachwuchskonzept dahinter?


    Kein niedergeschriebenes Nachwuchskonzept in dem Sinne. Wir hatten im Verein einfach das Glück, dass jemand mit sehr viel Erfahrung im Senioren- wie Jugendfußball im Ort wohnt und dann den Jahrgang, in dem sein Sohn spielt, übernommen hat und sich dabei aber zunächst mal auch ziemlich auf den Kinderfußball eingelassen hat. In dem Trainerteam von diesem Jahrgang bin ich auch dabei und das ist der erste Jahrgang im Verein, der entsprechend betreut wurde und wird. Der Trainerkollege ist mittlerweile auch Jugendleiter und es sind alle zwei Jahrgänge "Kopftrainer" eingesetzt, die darauf acht geben, dass in den anderen Jugendmannschaften ähnlich verfahren wird. Das sollte auch mal als Jugendkonzept verschriftlicht werden, ist es aber bislang nicht.

    Bei einer reinen Aufstiegsentscheidung würde ich eher sagen entweder die Mannschaft schafft es mit den üblichen Einsatzzeiten oder nicht, ansonsten kann es doch in der höheren Klasse auch nicht reichen.


    Grundsätzlich eine vernünftige Haltung, denke ich, trifft aber dann nicht ganz zu, wenn die höhere Klasse dann mit anderen Jahrgängen gespielt wird. Wenn wir dieses Jahr nicht aufsteigen werden wir nächstes Jahr wahrscheinlich deutlich Meister, was ja vielleicht auch mal was schönes hat, aber die passende Herausforderung wäre eine höhere Klasse für den nächsten Jahrgang. Das ist ein Problem bei kleineren Vereinen, bei denen die Jahrgänge nicht halbwegs die gleiche Stärke haben. Unser Altjahrgang hat aktuell drei einigermaßen starke Spieler. Nächstes Jahr haben wir in derselben Altersklasse allein 6 Stützpunktspieler im älteren Jahrgang (und dazu noch 4 vom jüngeren).

    soccerbook:


    Dein persönliches Fazit finde ich gut. Hier sollte Jeder für sich überlegen, ob es wirklich so unmöglich wäre, ähnlich vorzugehen. Vermeidet man damit nur einen Unfall hat es sich schon gelohnt. Ein Menschenleben sollte das wert sein.
    Natürlich lassen sich nie alle Risiken ausschließen. Weiterhin kann man nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Aber bekannte Risiken einfach aus Bequemlichkeit ignorieren zeigt mir persönlich nur, dass zu erwartende Strafen nicht hoch genug sind bzw. uns die Gesundheit der anvertrauten Kinder wenig wert ist.


    Ich glaube, wir haben hier in der Diskussion nicht gut genug zwischen zwei verschiedenen Aspekten getrennt. Der eine ist die Möglichkeit, tatsächlich vorhandene Gefahrenquellen zu beseitigen, mit vertretbarem Aufwand. Die andere ist die Tendenz dazu, immer Verantwortliche für alles negative, was passiert, finden zu müssen und das mit der Illusion von der Möglichkeit absoluter Sicherheit zu verbinden.


    Wir sind uns denke ich einig, dass wir Gefahrenquellen für Kinder wo wir können vermeiden sollten. Dazu gehört durchaus, Tore sinnvoll zu sichern. Da haben sich jetzt zwar auch mal Forenteilnehmer so geäußert, dass sie das für übertrieben bzw. nicht durchführbar halten; ich gehe aber stark davon aus, dass sie durch diese Diskussion angeregt nochmal darüber nachdenken und möglicherweise dann zu einer anderen Bewertung kommen. Das ist der eine Aspekt.


    Der andere ist die Haftbarmachung von Menschen für Dinge, die - so wäre meines Erachtens eine vernünftigere Sichtweise - einfach passieren können. Wenn es die klare Sicherheitsvorschrift gibt, Tore auf bestimmte Art zu befestigen und ich mich dann nicht daran halte, dann bin ich haftbar zu machen, wenn etwas passiert. So weit, so gut, so lange diese Sicherheitsvorschriften vernünftig gestaltet sind. Darüber hinaus scheinen mir aber die Situationen zuzunehmen, in denen jemand für etwas juristisch verantwortlich gemacht wird, für das er oder sie meines Erachtens nicht sinnvoll verantwortlich gemacht werden kann, ohne, dass es überspitzt gesagt den Schluss nahe legt, dass man am besten nur noch zu Hause im Bett liegen bleiben sollte. Das sind dann oft solche Fälle, die unter die Aufsichtspflicht fallen. Wir hatten hier in der Gegend vor einer Weile, wenn ich mich recht erinnere, einen Fall, bei dem eine Kinderbetreuerin wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflicht verurteilt wurde, weil bei einem Spaziergang im Wald ein Kind über einen Baumstamm balanciert war und dabei abgerutscht ist. Das ist für mich das Ergebnis eines überbordenden Sicherheitsbedürfnisses, Sicherheit als "Supergrundrecht" (igitt, ich zitiere den ehemaligen Bundesinnenpudel) und erschwert es, wenn diese Sichtweise sich durchsetzt, doch erheblich, halbwegs sorgenfrei Kinder zu betreuen.

    In dem Alter gibt es für mich nichts außer gleichen Spielzeiten für alle anwesenden Kinder. In jedem Spiel, bei jedem Turnier. Alles andere ist Humbug und kein Kinderfußball (bzw. sportliche Früherziehung oder wie auch immer man es nennen will), sondern eine Kopie dessen, was man bei den Großen im Fußball sieht. Kinderfußball und noch mehr die Bambini sind aber eine andere Welt.


    Erfahrungswert: in der G-Jugend mit genau dieser Philosophie angefangen, bis einschließlich E-Jugend gab es immer von der Stärke her gemischte Mannschaften, bei denen anfangs in einem Spiel und später im Saisonverlauf jedes Kind dieselbe Einsatzzeit bekommen hat. Ergebnis Stand jetzt, in der C-Jugend: in der Spitze sind wir mittlerweile besser als die Mannschaften im Umkreis, die anders verfahren sind und gegen deren bessere Mannschaften wir dann regelmäßig hoch verloren haben. In der Breite sind wir wesentlich besser aufgestellt als all diese Vereine, weil bei uns sehr viele Kinder dabei geblieben sind, auch wenn sie eine Zeit lang sehr schwach waren bzw. einige wenige es auch noch sind. Die Kinder haben immer Wertschätzung erfahren und auch immer dementsprechend Spielzeiten bekommen. Heute sind bei uns auch Jungs dabei, die in der F-Jugend noch ganz hinten dran waren und heute im jüngeren Jahrgang ordentlich Bezirksliga spielen können (3. von 5 Ligen). Deine Haltung ist goldrichtig, versuch bitte zum Wohle der Kinder und des Vereins dich damit möglichst durchzusetzen.

    Die Wichtigkeit eines Spiels oder den jeweiligen Ergebnisstand taugt m.E. im Amateurfussball nicht als Entscheidungskriterium für den Einsatz von Spielern im Wettkampf!


    Doch, es gibt Situationen, in denen das der Fall ist. Hatten wir auch hier in der Diskussion schon. Ganz sicher, wenn es um eine Klassenzugehörigkeit geht und damit passende Fördermöglichkeiten für viele Spieler. Aber auch im Einzelfall um das Gewinnen von Spielen, weil Erfolgserlebnisse für eine Mannschaft auch manchmal einen wichtigeren positiven Einfluss haben können als 10 Minuten mehr Spielzeit für zwei Spieler.

    Karl, wie oft wird denn ein Kind von einem Tor erschlagen? Das sind traurige Einzelfälle. In diesem Fall hätte nicht einmal die Sicherung geholfen, da die Kinder das Tor transportiert hab. Der Zwerg, der Bruder eines C-Jugendlichen hat sich beim aufrichten an der Latte festgehalten. Ein Jugendlicher hat das Gleichgewicht verloren und das Tor ist auf den Jungen gefallen.


    Ich bleibe bei meiner Meinung, dass das Sichern der Tore bei uns im Trainingsablauf nicht umsetzbar ist.


    Wir leben eh in einer Zeit in der zu viel Reglementiert wird. Die Tore sind mit den Jahren auch besser und stabiler und somit sicherer geworden.


    Ich teile zwar deine Ansicht, dass zu viel reglementiert wird. Aber die Aussage, dass ein Sichern der Tore nicht umsetzbar ist, halte ich für äußerst fragwürdig. Es ist, vor allem zu Beginn, sicher nervig, aber natürlich ist es mit ein bisschen Mehraufwand machbar. Die Tore müssen halt entweder von vornherein schon so gebaut sein, oder du musst gerade die Gewichte hinbewegen. Das kostet 2 Minuten und je nach Art der Gewichte ein wenig Kraft, ist aber selbstverständlich machbar.

    reicht 1 Sandsack oder müssen es 5 Säcke sein? mal übertrieben gesagt, muss ich als Trainer mathematische Berechnungen
    anstellen, ab wann das tor umkippen kann? Was ist, wenn der Richter die Einstellung hat, dass 2 Säcke nicht ausreichend gewesen sind.


    Wir hatten hier mal den Fall, dass bei Toren nicht ganz klar war, ob die zusätzlich gesichert werden müssen. Wir waren der Meinung, dass sie stabil genug stehen, haben aber bei der Stadt nachgefragt. Da kamen dann zwei leicht übergewichtige Herren mittleren Alters auf den Platz und sagten erstmal, das müsste sicherlich noch zusätzlich gesichert werden. Unser Jugendleiter sagte dann, dass er sich mal drangehängt hätte und den Eindruck hätte, dass das schon richtig stabil ist. Daraufhin haben sich die Herren beide an die Torlatte gehängt und so lange rumgeschaukelt, bis sie das Tor doch irgendwie ans Kippen bekommen haben. Ergebnis also: die Tore müssen gesichert werden. Ich weiß aber nicht, ob das die offizielle Herangehensweise ist...

    Marco84: Hallo Kölle! Frage mich, oben die kleinen Vereine nicht auch Trainingszeiten auf den Kunstrasenplätzen bekommen können. Schließlich sind die Plätze Eigentum der Stadt Köln und nicht eines Vereins. Aber dafür braucht man bestimmt Klüngeltalent.


    Hier bei uns, einige km den Rhein aufwärts, ist es so, dass die Plätze zwar der Stadt gehören, aber die Vereine im Prinzip frei über "ihren" Platz verfügen. Das führt für uns aktuell zu einer großartigen Situation. Wir sind in den letzten Jahren enorm gewachsen und brauchten daher Trainingszeiten auf dem Platz eines Nachbarvereins. Da dieser Verein momentan über 2 Jugendmannschaften und eine Seniorenmannschaft verfügt sollte das auch eigentlich kein Problem sein. So haben wir also von diesem Verein seine Zeiten bekommen und dann unser Training drumherum gelegt. Nun ist dem Verein aber sein E-Jugendtrainer abgesprungen und das Training der E-Jugend wird von Seniorenspielern zeitweise übernommen. Da diese keinen Bock haben montags zusätzlich zum Platz zu kommen, haben sie das Training von Montag auf Dienstag verlegt und uns das halt dann so mitgeteilt. Das führt nun dazu, dass wir mit 32 C-Jugendspielern eine Platzhälfte haben während der Nachbarverein mit 10 E-Jugendlichen auf der anderen Platzhälfte trainiert. Das zuständige Sportamt hält das für eine vernünftige Vorgehensweise. Bzw. hält es nicht wahrscheinlich nicht dafür, es ist ihnen einfach egal und wenn sie es sinnvoller regeln würden, dann würde das Arbeit bedeuten. Nur mal so als Einblick, wie das hier im nördlichen Rheinland-Pfalz so läuft.

    Ich glaube, dass Verdrängen genau die einzig mögliche Lösung ist. Es kann immer etwas passieren, sobald man irgendwas macht. Wenn man mit Kindern und Jugendlichen in Gruppen tätig ist, gilt das umso mehr. Selbstverständlich sollte man Tore vernünftig sichern und die Kinder/Jugendlichen anweisen, wie sie damit umgehen sollen. Das garantiert aber nicht, dass die das dann auch immer so machen. Und es ist unmöglich, die Aufsicht immer so auszuführen, dass es unmöglich ist, dass mal jemand gegen Vorgaben verstößt oder dass auch ohne Verstöße mal was passiert. Das war auch alles schon immer so. Mein Eindruck ist allerdings, dass es (und das gilt beileibe nicht nur für den Fußball) in den letzten Jahren immer mehr die Vorstellung gibt, man könnte absolute Sicherheit erreichen und wenn etwas passiert, dann hätte es sich immer mit noch mehr Sicherheitsvorkehrungen verhindern lassen. Dem ist aber nicht so. Unfälle passieren. Nur: wenn sich Menschen das nicht mehr bewusst machen, dass es keine absolute Sicherheit gibt, dann geht die Tendenz dahin, dass dann immer irgendjemand verantwortlich ist, weil ja alles perfekt sicher gewesen wäre, wenn derjenige sich nur an alles gehalten hätte. Das ist eine Tendenz, der wir als Trainer denke ich auch ausgesetzt sind. Die konsequente Handlung dieser Haltung gegenüber, wäre es, eine Trainertätigkeit zu unterlassen. Machen wir aber nicht, weil: ist halt Fußball und macht viel zu viel Spaß. Also Sicherheitsmaßnahmen treffen, die sinnvoll erscheinen, möglichst aufmerksam sein und ansonsten hoffen, dass nichts passiert.


    Was ich bei den mittlerweile ca. 87 Tonnen schweren Toren bei uns kurios finde, ist, dass durch das Gewicht der Moment, in dem die Tore von den Rollen in den Stand gekippt werden, mir durchaus gefährlich scheint, weil da zwischendurch Kräfte walten, die bei uns etwa von 8 C-Jugendlichen eher schwer zu beherrschen sind.


    Kurios finde ich, um nochmal auf das im ersten Absatz beschriebene zurückzukommen, zum Beispiel die Regelung, wie sie bei uns gilt, dass Tore grundsätzlich außerhalb der Benutzung festgemacht werden müssen, weil sonst die Gefahr besteht, dass jemand draufklettert und sie umkippen. Die Gefahr besteht, unbestritten. Aber mit der Begründung müsste ich auch alle Bäume abholzen, weil sie ja Äste haben, die brechen könnten, wenn jemand draufklettert.

    fak,


    du weißt doch, dass es diese Erwachsenen gar nicht juckt, sondern es macht die Kinder kaputt. Da ist irgendein Machtgerangel da unter Erwachsenen,oder Interessenkonklikte, etc.
    Da leiden die Kinder nur noch.


    Gruß,
    Uzunbacak


    Die Erwachsenen wird es jucken, wenn sie ihre einzige D-Jugendmannschaft abmelden müssen. Das wird über kurz oder lang passieren. Die behandeln ihren Nachwuchs seit Jahren schlecht, mit schlechten Trainern und vor allem noch solchen, die die Kinder sinnlos zusammenbrüllen ständig. Manchmal braucht's halt nen großen Knall, bis sich was reinigen kann. In dem Fall glaube ich, dass sehr deutliche Ergebnisse das vielleicht ein bisschen beschleunigen. Am besten wäre es für die Kinder, sie würden aktuell gar nicht in dem Verein spielen. Da sie es aber doch tun, obwohl auch unter dortigen Eltern die Meinung über die eigene Jugendabteilung mittlerweile keine positive mehr ist, weiß ich nicht, ob es für die Kinder so entscheidend wäre, sie würden nur mit 10 Toren Abstand verlieren, statt mit 20. In dem Fall wäre es aus meiner Sicht besser, sie verlören die Lust und würden sich einen anderen Verein oder eine andere Sportart suchen.

    Es ist schon möglich.
    Man kann so viel probieren in solchen Spielen und nicht den Gegner noch mehr demütigen als schon getan


    Ich weiß nicht, ob ich da allein bin, aber ich finde nichts demütigender, als einen Gegner, der Spieler vom Platz nimmt oder offen nach irgendwelchen Sonderregeln spielt. Ich würde lieber 30:0 verlieren als 0:8 gegen einen Gegner, der zwei Spieler vom Platz genommen hat. Ganz ernsthaft. Mir hat das mal ein Gegner angeboten, Spieler runter zu nehmen, ich empfand das fast als Beleidigung. Sehen aber sicher manche anders. Außerdem sehe ich da das Problem der Spielzeiten für die eigene Mannschaft, wenn man Spieler runternimmt. Gegensteuern finde ich natürlich trotzdem gut; das geht mit entsprechenden Spielzeiten für die schwächeren eigenen Spieler und ggf. auch mit nicht offensichtlichen Sonderregeln wie Spiel mit 2 Kontakten, das in der Halbzeit angesagt wird, oder ähnlichem.


    Generell finde ich also Gegenmaßnahmen schon sinnvoll und mir tut es auch Leid, wenn Mannschaften so abgeschossen werden bzw. halte ich es nicht für sinnvoll. Es gibt allerdings Ausnahmen. Wir haben hier einen Nachbarverein, der im Umkreis die größte Tradition und eigentlich die besten Bedingungen hat, dessen Jugendabteilung aber seit mittlerweile vielen Jahren beschissen geführt wird. Das hält die dortigen Verantwortlichen aber nicht davon ab, der Meinung zu sein, sie wären ja dieser tolle Verein und müssten deswegen doch immer in höheren Klassen spielen und mehrere Mannschaften melden. Das führte in meiner Altersklasse jetzt mehrfach zu zerschossenen Spielplänen, weil eine zweite Mannschaft gemeldet und später wieder abgemeldet wurde, obwohl vor der Saison völlig klar war, dass die Spieler nicht reichen. Vor allem führt es aber dazu, dass seit Jahren immer wieder Spielrechte für höhere Klassen wahrgenommen werden, ohne dass der Verein die Spieler dafür hat. Mangels Spielgemeinschaft und mangels Einsicht geht es jetzt dieses Jahr richtig rund und die D- bis B-Jugend stehen alle in ihren Spielklassen auf dem letzten Platz, mit insgesamt 3 Punkten. Höhepunkt ist die D-Jugend, bei der eine Mannschaft, die laut Aussagen von Trainern unseres Vereins maximal das Niveau eines durchschnittlichen Jungjahrgangs in der E-Jugend hat, mit einer Trainerin, die laut eigener Aussage keine Ahnung von Fußball hat und die auch nie vorher irgendeine Funktion inne hatte, in die höchste Kreisspielklasse gemeldet wurde. Mit dem Ergebnis, dass die Resultate zwischen 0-15 und 0-33 pendeln. So Leid mir dabei die Kinder tun, die diesen Unsinn ertragen müssen - ich kann nicht verleugnen, dass ich die Ergebnisse da immer mit einer gewissen Schadenfreude lese, weil da im Verein einfach Leute tätig sind, die es nicht raffen. Und ich hoffe dann auch, dass unsere D-Jugend die ebenfalls entsprechend abschießt, beim Nachbarverein wird's nämlich nochmal extra weh tun und vielleicht kapiert dort dann irgendjemand mal was.


    Das war aber jetzt nur ein Exkurs zum Thema "es gibt auch Ausnahmen". Grundsätzlich ist mit solchen Ergebnissen natürlich keinem gedient und man sollte versuchen, sie zu vermeiden. Nur geht irgendwo auch die Verantwortung des betroffenen Vereins vor die der Verantwortlichen der Vereine, die gegen solche Mannschaften dann spielen.

    - Torwart der Gegner der außerhalb des Strafraums Hand spielt und damit eine 100%ige Torchance verhindert -> nur gelb


    Wenn das schon ein Negativhighlight für dich ist beglückwünsche ich dich zu den guten Schiedsrichtern bei euch =) .

    - Eine Zeitstrafe wegen Meckerns in unserer 1. Mannschaft (für einen Spieler der noch nicht lange bei uns ist - das nur, weil wir das Thema und wie man dagegen angehen kann ja in einem anderen Thread haben...)
    - Gegnerischer Spieler, der meinte unseren nach einem Abwehrfehler von der Mittellinie alleine aufs Tor zulaufenden Spieler mit einer gezielten Grätsche von hinten in die Beine stoppen zu müssen (zum Glück ohne Verletzung) und dessen Trainer sich dann noch über die folgende rote Karte wunderten

    Soll ich zu zweit weiterspielen lassen?


    Wenn alle anderen motzen, ja.


    Ich hab schon in Unterzahl gespielt aus solchen Gründen. Aber du wirst auch nicht in die Situation kommen, "zu zweit" zu spielen, weil die anderen ganz schnell merken, wenn du mal einen rausnimmst, dass es ernst gemeint ist. Es geht doch im Jugendfußball nicht vorrangig darum, Spiele zu gewinnen, sondern Spaß zu haben und sich weiter zu entwickeln. Letzteres sportlich, aber vor allem menschlich. Das sportliche macht einen tierischen Spaß, aber letzten Endes ist es vergleichsweise unwichtig gegenüber der menschlichen Entwicklung. Wenn du viele Jahre trainierst wirst du vielleicht mal ein oder zwei Spieler trainieren, für die die sportliche Entwicklung dahingehend wichtig ist, dass sie dann mal Geld damit verdienen und/oder höherklassig spielen. Bei allen anderen bleibt es ein reines Hobby und da sind dann sportliche Weiterentwicklung und Erfolgserlebnisse schön, aber für mich wiegt es wesentlich schwerer, dass man als Trainer einen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der Kinder/Jugendlichen leisten kann. Dazu gehört ein vernünftiger, respektvoller Umgang untereinander und mit anderen. Das ist wichtiger, als ein einzelnes Spiel vielleicht mal zu verlieren, weil ich in Unterzahl spiele. Es ist mir wichtig, das durch mein Handeln auch klar zu machen. D.h. im Zweifelsfall spielen wir in Unterzahl oder der beste Spieler spielt halt nich von Anfang an, wenn er ohne guten Grund zu spät kommt. Bei entsprechender Konsequenz ist meine Erfahrung, dass das dann auch nicht allzu oft vorkommen wird, weil sich die Spieler an die Regeln halten.

    Wenn der Schiri den Spieler nicht vom Platz schickt, der meckert, dann mach du das halt. Das Verhalten ist für dich inakzeptabel, also zeig das auch durch die Reaktion. Dasselbe gilt für Meckern gegen den Mitspieler. Da das aber ja schon ein wenig zu gehen scheint, würde ich das nicht unvermittelt machen. Sondern ein Gespräch darüber führen, dass das respektloses Verhalten ist, vielleicht mal aufzeigen, wie man sich fühlt, wenn man angemotzt wird und ein positives Gegenbeispiel geben, was man sonst sagen könnte und wie viel besser sich das anfühlen würde "was machst du da für ne scheiße?" vs. "komm, kann passieren, nächstes Mal klappt's". Dazu dann ankündigen, dass ihr in Zukunft mit Auswechslung reagiert, wenn wieder gemeckert wird und das dann auch durchziehen.


    Wer sich die Frage stellen muß, wen man bei einem engen Spielstand am besten nicht einwechselt, um den Sieg nicht zu gefährden, hat bereits vorher Denkfehler durch falsche ZIelsetzungen, denn:
    - Ausbildung geht vor Meisterschaft
    - Ausbildung weckt Neugier und macht Kindern (mit Ausnahme von Drill) Spaß
    - Ausbildung steht nicht im Widerspruch zum Einzel- und Mannschaftserfolg


    Übrigens habe ich festgestellt, dass Spieler, die sich im Verein und in der Mannschaft sehr wohlfühlen, gar nicht wechseln wollen und sich dort in ihrer Jugend prächtig entwickeln!


    Ich stimme dir in allem zu, abgesehen von diesem letzten Teil. Günter hat ja schon einiges dazu geschrieben, dass es eben im Dorfverein krasse Unterschiede gibt, selbst wenn alle eine gute Ausbildung genießen. Wir machen mit dem Jahrgang, den wir dauerhaft begleiten, eine absolute Top-Ausbildung für einen Dorfverein, da bin ich mir sicher. Dennoch gibt es aber Spieler, die kein besonderes Bewegungstalent haben und dann noch außerhalb des Trainings kaum mal gegen einen Ball treten. Wenn ich das mit einem Bewegungstalent vergleiche, der noch zusätzlich im Stützpunkt gefördert wird und jede freie Minute mit Kicken verbringt, dann sind da Welten dazwischen, auch wenn beide eine gute Förderung erhalten haben (mit dem schwächeren Spieler, den ich gerade vor Augen habe, haben wir teilweise sogar noch Extratraining gemacht, um an Schwächen zu arbeiten). Da wurde dann also nichts falsch gemacht zwangsläufig oder zu kurzfristig gedacht, sondern das Potential der Spieler liegt einfach so weit auseinander, dass sich diese Unterschiede nicht vermeiden lassen. Dementsprechend haben wir dann für die Spieler auch unterschiedliche Ziele, bei dem einen hoffen wir, dass er demnächst für einen noch höherklassigen Verein interessant sein wird und vielleicht dorthin wechselt, bei dem anderen wäre es ein Riesenerfolg, ihn bis nach oben durchzubringen und dann hoffentlich einen zuverlässigen Kreisliga-D-Spieler zu haben, der den Verein bereichert.


    Wenn ich nun so einen Spieler (bzw. vielleicht auch einen nicht ganz so krassen Fall) in einem Spiel, in dem es um den Aufstieg geht, bringe und damit meine Siegchancen schmälere, dann kann das langfristig, neben dem Erfolg, auch die Ausbildung schmälern. Wir spielen zur Zeit mit überwiegend jüngerem Jahrgang in der Bezirksliga oben mit. Die Mannschaft nächstes Jahr hätte in der nächsthöheren Spielklasse die passende Herausforderung. Auch solche Überlegungen gehören ja zum Ausbildungsgedanken durchaus dazu und beißen sich dann auch mal mit der Grundhaltung, allen gleichmäßig Spielzeit zu geben. In einem komplett auf den Leistungsbetrieb eingestellten Verein sieht das für mich wiederum anders aus (wenn ein Spieler gut genug war, um zu dem Verein zu kommen, dann sollte er auch gut genug sein, durch Spielzeit gefördert zu werden), genau wie in einem Verein, der ohne Ambitionen in der unteren Spielklasse spielt (hier sollte jeder dabei sein dürfen und dementsprechend Spielzeit bekommen, das leisten wir mit unserer zweiten Mannschaft so). Irgendwo dazwischen ist es, wo dann schon mal die beschriebenen Konflikte auftauchen.

    Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, in entscheidenden Spielen um eine Meisterschaft diese Chance der Mannschaft zu berauben, durch bewusstes nachteiliges Auswechseln.


    Und ich habe festgestellt, dass auch die Spieler, die nicht in diesem Spiel zum Einsatz kamen, sich dann genaus so als Meister
    fühlen, wie alle anderen auch. Ich habe da keinen Unterschied festgestellt.


    Günter versteht mich =) . Genau um diese Ausnahmen ging es. Es gibt sicher auch das Argument, dass man seinen Grundsätzen treu bleiben sollte, gerade wenn es vielleicht auch mal etwas weh tut. Aber die Frage ist eben, wann es vielleicht wichtigere Motive gibt. Ich habe beim Kreispokalsieg oder beim Vorstoßen ins Verbandspokalhalbfinale (was für unseren Dorfverein wirklich ungewöhnlich war) dieselbe Erfahrung gemacht; die Spieler hätten sicherlich gerne gespielt, haben sich aber genauso gefreut.


    In der F-Jugend sind wir erst gar nicht in die Verlegenheit gekommen, Pokalendspiele oder ähnliches spielen zu müssen, weil wir die Kinder in drei etwa gleichstarke Mannschaften aufgeteilt haben, in denen jeder in jedem Spiel die etwa gleiche Spielzeit bekommen hat (in der E-Jugend dementsprechend, nur dass die Spielzeit über die Saison verteilt gleich war und nicht pro Spiel). Das hat uns etwaigen Endspielen konsequent ferngehalten, es gab zum Beispiel gegen den Nachbarverein, der zu der Zeit etwa die gleiche Anzahl an Spielern hatte, aber nach Stärke einteilte und wechselte, zweistellige Niederlagen. Mittlerweile stellen wir zwei Mannschaften, der Nachbarverein noch eine und als unsere erste Mannschaft letzte Saison gegen deren Mannschaft spielte, haben wir auch dann 10 Minuten vor Schluss, als wir 4:0 führten, unsere Bank mit den vier besten Spielern besetzt und an andere mehr Spielzeit vergeben; Spielzeit, die der Nachbarverein jetzt nicht mehr vergeben kann, weil die Kinder nicht mehr da sind, bei denen das versäumt wurde. Das nur nochmal zur Bestätigung der grundsätzlichen Richtigkeit dieser Vorgehensweise.


    Uns sind keine der betroffenen Spieler abgesprungen. Das wäre auch verwunderlich, weil das in insgesamt vier Spielen vorkam und jeder Spieler nur einmal betroffen war, ansonsten gibt's nach wie vor ausreichende Spielzeiten, insbesondere da wir zwei Mannschaften haben und eine große Durchlässigkeit; in der zweiten Mannschaft kommt es nicht vor, dass ein Spieler weniger als 20 Minuten spielt.



    Aufgeblähte Kader halte ich für Quatsch, wir halten den Kader auch in der Regel klein. Im letzten Spiel, am ersten Herbstferienwochenende, haben uns nun aber einige Spieler gefehlt, insbesondere solche, die mit der Viererkette klarkommen. Also haben wir einen Spieler, der so zwischen 1. und 2. Mannschaft steht (Spielverständnis und Technik reichen für die 1., Tempo und körperlicher Einsatz nicht), mit in den Kader genommen, um im Verletzungsfall hinten reagieren zu können. Verletzt hat sich aber zum Glück keiner, dann haben wir in einem Spiel, das eine gewisse Bedeutung für die Zukunft der Mannschaft hat, nicht noch jemanden eingewechselt, den wir für schwächer hielten, als den, der aktuell spielt. Wie gesagt, ich halte das für absolut vertretbar, rational, ich habe das Thema nur mal aufgemacht, weil ich eigentlich das "jeder muss spielen" so sehr verinnerlicht habe, dass bei mir trotzdem ein etwas fader Beigeschmack bleibt, es mir für den Jungen Leid tut.




    Das war nicht meine Frage - bei uns wird jeder gefördert, das steht außer Frage. Es ging nur darum, ob es zu rechtfertigen ist, dass jemand in Einzelfällen mal nicht spielt. Das widerspricht meines Erachtens nicht deinen durchaus interessanten Ausführungen. Wobei ich zu bedenken gebe, dass im Leistungsbereich Prognosen sicherlich schwierig sind (hab erst letztens wieder bei Polen Lukasz Szukala spielen sehen - mit 15 war ich noch besser als er, er ist jetzt Nationalspieler, ich hab kein einziges Spiel im Seniorenbereich gemacht); aber bei uns, im Prinzip einem Dorfverein, ist die Schere dann doch teilweise noch bzw. schon so groß (2002er Stützpunktspieler, der in der C-Jugend-Bezirksliga schon gut aussieht, gegen 2000er der mit Ach und Krach irgendwie mithalten kann), dass sich schon mit gewisser Sicherheit sagen lässt, dass der eine Spieler auch nach Ausgleich von Entwicklungsschwankungen stärker sein wird als der andere. Wobei da dann natürlich wieder das Argument greift, dass Abseits von Potential für den Leistungssport jeder Spieler schon aus menschlichen Gründen gefördert gehört und Teil der Gemeinschaft im Verein ist.

    Die Kinder lernen es nicht mehr auf Rasen zu spielen - Koordinativ gesehen ist dies schlecht. Sie sollen Erfahrung auf beiden Platzarten machen,sich auf ein neues Spielfeld schnell einstellen können. Somit wird beispielsweise die Differenzierungsfähigkeit geschuhlt.
    Ich versuche so oft es geht auf den Rasen zu gehen, nur leider können wir im Winter aufgrund der fehlenden Flutlichanlage diesen nur bis 16 Uhr bespielen.


    Ich weiß jetzt nicht, wie weit wir voneinander weg sind, aber zugunsten der Differenzierungsfähigkeit darfst du gerne mal mit deiner Mannschaft auf unseren Aschenplatz, wenn wir im Gegenzug dann den Rasen nutzen dürfen, notfalls tut's auch der Kunstrasen :D . Meine Stadt fördert nämlich die Differenzierungsfähigkeit der Kinder aus den umliegenden ländlicheren Gebieten, indem sie, die sonst nur Rasen und Kunstrasen gewohnt sind, bei Auswärtsspielen bei den innerstädtischen Vereinen mal die Vorzüge eines schönen Aschenplatzes kennenlernen...

    Wie ist denn die perfekte Masse für einen Torhüter? So wie bei Tim Wiese etwa? :)


    Aber im Ernst: mir fehlt hier eine etwas genauere Beschreibung der Situation. So kann ich nicht so recht nachvollziehen, wo da das Problem liegt. Ihm fehlt das Selbstvertrauen, aber gleichzeitig schreibst du auch, dass er "nicht der beste ist"? Liegen die Probleme also wirklich hauptsächlich im mentalen Bereich, oder ist er einfach auch technisch nicht so gut?