Beiträge von fak

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Mich schockt das Urteil nicht. Der Trainer hat nun mal die Aufsichtspflicht. Dazu gehört, dass er die Gegebenheiten in der Halle abcheckt. Hat er das getan? Der Junge hat offenbar bleibende Schäden davon getragen. Dagegen nimmt sich die Strafe für den Trainer (700€ Spende plus 2000€ auf Bewährung) sehr moderat aus.


    Theoretisch: ja. Aber mal im Ernst: checkst du bei jedem Turnier und bei jedem Spiel, ob die Tore beschwert/vernünftig verankert sind? Auf meinem eigenen Platz muss ich dafür Sorge tragen, aber auf einem fremden Platz oder in einer fremden Halle gehe ich doch davon aus, dass die Anlagen, auf denen gespielt wird, in Ordnung sind. Aus meiner Sicht ist es nach den Informationen, die man so über den Bericht hat, völlig weltfremd, da eine Schuld beim Trainer zu suchen.

    Willi
    Dein im Posting "versteckter" Hinweis des Trainings an verschiedenen Spielfeldorten ist eigentlich viel zu schade, als das er nicht einen eigenen Thread Wert wäre. Ohne jemanden auf die Füße treten zu wollen behaupte ich mal, dass das für viele auch hier im Forum ein ganz wichtiger und neuer Aspekt in der Methodik wäre. Es ist zumindest das, was man in der Praxis feststellt. Der Übungsort auf dem Großfeld ist eher zufällig gewählt, anstatt mit den Spieler bewusst z.B. im Halbfeld außen zu trainieren. Und dies muss sich nicht nur auf 1:1 beschränken. Aber will den Thread hier nicht kaputt machen. Wollte ich nur nicht unerwähnt lassen, weil ich die Wahl des Übungsaufbaues auf dem Feld sehr wichtig finde.


    Ich halte das auch prinzipiell für wichtig; allerdings dürfte das für die meisten Trainer doch eher eine theoretische Überlegung sein; wir zumindest haben so selten einen ganzen Platz, dass es sehr oft nicht möglich ist, am entsprechenden Spielfeldort zu trainieren. Dürfte vielen anderen kaum anders gehen.

    Wirklich "anstrengender"?! Was soll das bringen?


    Ein Grundsatz, der im (Fussball-)Training oft genannt wird, ist "Vom Leichten zum Schweren". Man fängt also für den Einstieg mit einer leichten Übung an und macht sie (wenn sie gut funktioniert) durch kleine Variationen (z.B. Begrenzung der Kontakte oder Zeit- und Gegnerdruck) immer schwerer. Aber mit "anstrengender" im Sinne von körperlicher Anstrengung hat das ja kaum etwas zu tun.


    Grüße
    Oliver


    Eben, das würde für mich auch Sinn ergeben. Aber "die Intensität steigern" heißt für mich das, was Dunking gerade geschrieben hat. Und das erscheint mir halt völlig unsinnig für ein Fußballtraining mit taktischen Inhalten.

    Ich hatte mal großen Erfolg mit 1,4,7,10 usw. heißt Option A, 2,5,8,11 usw. heißt Option B, 3,6,9,12 usw. heißt Option C. Da erfährt man wenigstens mal, wer gut in Mathe ist. Man will seine Spieler ja auch etwas über den Fußball hinaus kennenlernen. Allerdings habe ich dabei festgestellt, dass ich die Jungs etwas überschätzt hatte. Manche standen dann nämlich immer erstmal 10 Sekunden rum, bis sie reagiert haben...also, nein, nicht wirklich ein Erfolg...

    Vermutlich hat man da als Trainer auf die eigene Mannschaft auch einen gewissen "verklärten" Blick. Man stellt sich vor, wie das Spiel laufen sollte, erklärt es denn Spielern und versucht es im Training rüber zu bringen und "erkennt" für sich diesen Spielstil im Spiel umgesetzt während ein Dritter daneben steht und einen solchen Spielstil nicht mal im Ansatz erkennt. Und wenn man dann hier im Forum seine Mannschaft beschreibt geschieht das eben aus diesem Blick heraus.


    Auch das trägt sicher dazu bei.

    Das ist schon klar, dass hier jeder schreiben kann, was er will. Das was hier geschrieben wird ist sicher nicht repräsentativ für das, was man auf den Plätzen sieht. Das kann sicher zum einen daran liegen, dass es besser dargestellt wird, als es auch bei uns ist. Aber meine Erklärung halte ich auch für wahrscheinlich, dass nämlich hier eben eher interessiertere Trainer unterwegs sind, die auch an anderen Meinungen interessiert sind.


    Dass solche Vorgaben vermutlich jeder Trainer kennt halte ich für gewagt. Bei uns in der Staffel zumindest kennen das sicher viele Trainer nicht. Da gibt es in der C-Jugend Mannschaften, die, selbst wenn wir uns komplett hinter die Mittellinie zurückziehen, einen Abstoß lang kloppen. Das klingt völlig absurd, aber das gibt es. Diese Trainer haben sicherlich mit ihren Spielern gar keine Form von Spielaufbau trainiert, weder gut noch schlecht, die haben allenfalls verboten, hinten raus zu spielen, weil langer Ball ist sicherer. Auch die Art und Weise, wie verteidigt wird, ist ähnlich. Da stehen zwar hinten vier auf einer Linie beim Anstoß, aber was dann folgt, hat so wenig mit Viererkette zu tun, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Trainer das auch nur im Ansatz verstanden haben und versuchen zu vermitteln. Denn selbst bei schlechter Vermittlung wären die Dinge nicht so weit vom Ziel entfernt. Du hast natürlich vollkommen recht damit, dass die Theorie zumindest in Grundzügen recht schnell und einfach zu verstehen ist und dass es dann um die Umsetzung, um passende Übungen und vor allem detailliertes Coaching geht, was ja letzten Endes auch einen guten Trainer ausmacht. Nichtsdestotrotz würde ich nicht unbedingt davon ausgehen, dass theoretisches Grundwissen bei allen Trainern vorhanden ist. Zumindest hier in der Fußballprovinz, FV Rheinland, ist das nicht so.


    Oder es ist einfach so, dass die besseren Trainer, die solche Dinge mit ihren Truppen dann auch auf dem jeweiligen Niveau ganz gut hinkriegen, auch so engagiert sind, dass sie sich dann noch in einem Forum weiterbilden, während die vielen, die noch schön Manndeckung spielen, das eben nicht tun!? Halte ich durchaus auch für eine plausible Erklärung.

    siebener: klar, Zutrauen ist wichtig, aber das ist auch nicht alles. Mut und Unterstützung braucht es, aber eben auch die technischen und individualtaktischen Voraussetzungen, sonst wird das auch nichts. Und dann hilft eine Grundordnung, aus der heraus sich immer wieder ähnliche Passoptionen bieten, auch durchaus weiter. Feste Abläufe, aus denen heraus sich dann Varianten erproben lassen. Auch das gibt Sicherheit. Selbst unsere zweite Mannschaft (Vorletzter in der Kreisstaffel), die den meisten Gegnern vor allem körperlich unterlegen ist, hat nach wie vor den Mut, hinten raus zu spielen statt zu bolzen, weil sie 1. wie du schreibst den absoluten Rückhalt von Trainern (und Eltern) hat und 2. Abläufe hat, die sie kennt und mit denen sie auch gegen individuell starke Gegner, die enorm vorne zustellen, in der Regel noch hinten raus kommt. Das gehört für mich beides zusammen.

    Wenn du schreibst, dass der 6er sich zustellen lässt, fallen mir noch zwei Dinge ein:


    1) Wie sieht denn eigentlich eure Grundformation aus?


    2) Immer wieder Übungen zum Freilaufen machen, auf Lücke kommen. Denn wenn ihr breit steht und der Gegner die IVs zustellt, dann geht eigentlich immer was. Entweder Flugball auf einen AV (daher die Frage nach dem Torspieler diesbezüglich), oder wenn der Gegner die auch komplett zustellt, dann muss im Zentrum so viel Platz sein, dass mit entsprechender Staffelung und Bewegungen jemand anspielbar ist.

    Zu Rene, insbesondere 1):


    Er hat das ja schon dazugeschrieben, aber bei dem Ball vom AV zum ballfernen IV wäre ich in insbesondere in der C-Jugend noch sehr vorsichtig. Einen überspielen macht beim Seitenwechsel sicherlich grundsätzlich Sinn, aber insbesondere bei AV auf ballfernen IV ist das eben richtig gefährlich, weil ein Ballverlust da richtig weh tut. Bei unserer Mannschaft (auch C-Jugend) habe ich auch mal den Seitenwechsel innerhalb der Viererkette getestet; Ergebnis war bei uns, dass wir (noch) sicherer und sogar in der Regel schneller sind, wenn jeder der vier Spieler angespielt wird, als wenn einer überspielt wird.


    Zu 3, wenn wir jetzt doch schon bei Variationen vom Spielaufbau sind, würde ich noch ergänzen, dass die anderen Spieler dann entsprechend ihre Positionen anpassen sollten. Wenn die IVs neben dem 16er breit stehen finde ich es wichtig, dass die AVs relativ tief kommen, um dort Passoptionen anzubieten. Bei uns rücken bei der Variante dann noch die Außenspieler im Mittelfeld ein, aber da kann man sicherlich unterschiedlicher Ansicht sein.


    Was mir dann noch einfiel beim Lesen von Renes Beitrag: wie sieht es denn mit den Fähigkeiten deines Torspielers aus? Entscheidet er sich schnell und gut? Ist er beidfüßig? Wie weit geht der Flugball als Notoption?

    Wenn du den Spielaufbau trainierst, machst du dann Vorgaben bzw. greifst du ein, oder lässt du das frei laufen?


    Seid ihr generell den Gegnern eher unterlegen, oder könnt ihr ansonsten mithalten?


    Sind die Spieler, die hinten spielen, technisch in der Lage, unter einem gewissen Druck saubere Pässe zu spielen; nehmen sie eine offene Stellung ein (also sind technische/individualtaktische Grundlagen vorhanden)?

    Auch wenn er nicht am Steuer saß ist er mitverantwortlich. Wenn jemand auf Regennasser Fahrbahn 200 fährt dann muss ich ja mal sagen, dass der Fahrer langsamer fahren soll.


    Das ist schön, dass du mit 16(?) so vernünftig bist. Aber auch außerhalb von Fußballerkreisen ist es ja in dem Alter nicht unüblich, dass auch mal jemand zu schnell fährt. Ich war eigentlich als Jugendlicher und junger Erwachsener ziemlich (vielleicht sogar zu) vernünftig und erinnere mich aber trotzdem an eine längere Autofahrt, bei der ich Angst um mein Leben hatte und trotzdem nichts gesagt habe. Gruppenprozesse, cool sein wollen und so weiter. Konnte ich eigentlich recht gut mit umgehen, in der einen Situation halt nicht, das hätte aber reichen können. Es ist recht einfach, hier per Ferndiagnose den Stab über jemandem zu brechen.

    Einer unserer IVs macht regelmäßig deutliche Vorstöße und wird darin auch von uns bestätigt, die anderen IVs trauen sich noch nicht so ganz. Die Sechser haben das schon selbstständig eingeführt, dass dann in der Regel einer auf die hintere Position fällt.


    Gerade hier in der Fußballprovinz, wo die meisten Gegner mit sehr starker Mannorientierung oder auch reiner Manndeckung spielen sorgt das ganz schön für Verwirrung, wenn auf einmal der IV nach vorne läuft und dann in diesem Fall auch noch ein Wahnsinnstempo und ein paar Finten drauf hat. Ich habe da regelmäßig das Gefühl, dass beim Gegner Panik ausbricht. Leider wissen wir's noch nicht zu so zu nutzen, weil der Junge dann gerne mal noch die Übersicht verliert. Mir gefällt der Gedanke aber eben auch und teilweise sieht da die Umsetzung auch schon ganz gut aus.

    Als Linksfuß geht man gerne links am Gegner vorbei. Wenn ich auf der rechten Seite spiele und links am Gegner vorbeidribble lande ich vorm Tor und in guter Torschussposition. Wenn ich schon links bin und links am Gegner vorbeidribble, lande ich im schlechtesten Fall im aus und im besten Fall an der linken Außenbahn. Auf jeden Fall in schlechter Schussposition für einen Linksfuß.


    Genau das ist aus fußballerischer Sicht für mich die plausibelste Erklärung. Die habe ich aber für mich behalten, weil ich bei den Bambini Erklärungen wie die Position des Trainers oder eines Elternteils oder auch eines süßen Kaninchens irgendwo in der Nähe für genau so wahrscheinlich halte und es ergo nicht so zielführend finde, sich darüber Gedanken zu machen. Wenn in der C-Jugend mein bester Stürmer (Rechtsfuß) bei JEDEM Angriff auf dem linken Flügel zu finden ist (so diese Saison aufgetreten), dann kann ich mir dazu Gedanken machen und eventuell Einfluss nehmen, bei den Bambini finde ich's wurscht.


    Jep.

    Ich habe einen Spieler der einen starken linken fus hat, immer wenn ich ihn auf der linke Seite aufstelle find ich ihn

    in kürzester Zeit auf rechts wieder, gibts da ne Erklärung für?


    Stehen da die Eltern? Gibt es mehr Sand zum spielen?


    Das mit dem Laktattest ist vermutlich etwas aufwändig. Wir machen aber einen Shuttle-Run zu verschiedenen Zeitpunkten, um Entwicklungen zu dokumentieren. Also keine Sorge, auch da werden genug Daten erhoben... :D


    Im Ernst: ich kann die Bedenken verstehen. Ich bin auch generell kein Freund von Datenerhebung überall. Ich hab's aber aufgegeben, mich dagegen an allen Punkten zu wehren, weil es mir zu anstrengend ist und zu nichts führt. Und wenn jeder Scheiß an allen möglichen Stellen gespeichert wird, ohne, dass ich mich dagegen wehren kann, sehe ich im Vergleich dazu die (letzten Endes dann ja doch freiwillige) Übergabe dieser Daten an einen Fußballtrainer als vergleichsweise unproblematisch an. Wobei sich ein Spieler und dessen Eltern dagegen verweigern. Er macht die Läufe, verwendet aber die App nicht. Das finde ich als persönliche Entscheidung sehr cool, weil es eine Sensibilität gegenüber Datensammlung zeigt, die so wenige haben. Ich selbst habe es halt aufgegeben, mich in einem Umfeld, in dem überall alles gesammelt wird, zu versuchen, dagegen zu stellen. In Bereichen, in denen ich es sehr wichtig finde, schon und ich berücksichtige das Thema zum Beispiel bei Wahlentscheidungen, aber im alltäglichen Leben finde ich's zu anstrengend und richte dann den Blick eher auf die positiven Seiten, die solche Möglichkeiten auch haben. Seinen Erfolg zu dokumentieren (und das ohne sich und andere dabei belügen zu können) hat auch was für sich. Mehrere Spieler haben schon zurückgemeldet, dass sie total stolz darauf sind, wie gut sie das hinbekommen haben (andererseits haben auch welche gesagt, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlen und zwar Bock auf Fußball haben, aber keinen Bock auf die aufgezwungenen Läufe in der Pause, was ich so in der Offenheit auch gut finde und bei manchen auch verständlich).


    Grundsätzlicher kann man das mit dem Laufen auch so sehen, dass wir damit Selbstdisziplin fördern. Was nicht nur für den Fußball eine ganz hilfreiche Eigenschaft sein kann. Wobei man natürlich der Ansicht sein kann, dass das nicht Aufgabe des Trainers beim Hobby Fußball sein sollte, sondern der Eltern oder Lehrer. Kann man aber auch anders sehen.

    Absurde Entschuldigungen gibt es bei uns eigentlich nicht, weil alle wissen, dass da ein recht strenges Regiment herrscht und größtenteils seit einer Weile dabei sind. Geburtstage werden nicht mehr an Trainingstagen gefeiert im Umfeld der Mannschaft, weil die Ansage ist, dass nur der Geburtstag der eigenen Mutter ein Grund ist, zu fehlen. Cheftrainer ist da (und auch sonst) richtig streng. Das mal zum Hintergrund.


    Gehen wir zurück zum 1. April letztes Jahr. Dienstagstraining, am Samstag steht ein Spiel gegen einen starken Gegner an. Vor dem Training kommt der zu dem Zeitpunkt stärkste Spieler vor dem Training zum Cheftrainer, Blick zum Boden, ob er mal mit ihm reden könnte. Er könnte Samstag nicht kommen, weil der Mann seiner Tante Geburtstag feiern würde. Trainer: nicht im Ernst? - Doch, mein Vater will unbedingt, dass ich mitkomme. Ist halt echt doof...


    War echt gut gespielt und es hat ein bisschen gedauert, bis der Kollege kapiert hat, dass es ein Aprilscherz war.