Zum "1 gegen 1". Das ist als Anweisung sicherlich eine Stufe besser als "spiel", weil es zumindest präzise ist, jedem klar sein sollte, was gemeint ist. Dennoch kann auch das problematisch sein, weil es zwar als Ermunterung gemeint ist und auch so ankommen kann, wenn der Spieler ein 1 gegen 1 in Erwägung gezogen hatte - es kann aber wiederum auch verwirren, vor allem wenn der Spieler schon eine andere Entscheidung getroffen hat. Ansonsten müsste die Ansage sehr frühzeitig kommen, dann sehe ich aber die Gefahr, einen Gegenspieler schon vorab darauf hinzuweisen, was jetzt wahrscheinlich kommt, was ich bei einem 1 gegen 1 auch wieder möglicherweise schwierig finde. Ich meine auch, dass der Kollege mir von der Befragung erzählt hätte, dass explizit eine solche Anweisung auch von der überwiegenden Zahl der Spieler als negativ eingestuft wurde. Ich habe den Kollegen mal gebeten, mir den Artikel mal rauszusuchen, vielleicht kann ich dann daraus noch was beitragen.
Beiträge von fak
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Was ist denn eine G9b? Also: wie alt sind die Schüler in der Klasse?
Sportstunde heißt ca. 40 Minuten? Hast du eine Idee, was das Thema sein soll, also innerhalb von Fußball jetzt?
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Ich versuche es so zu halten, dass ich in der Regel eher ruhig bin und dann vor allem in der Halbzeitpause, aber auch mal gezielt an einzelne Spieler Hinweise gebe während des Spiels. Das aber in der Regel nicht ins laufende Spiel rein, sondern während einer Unterbrechung. Ins laufende Spiel rein höchstens mal sowas, wie dass die Kette zu tief steht und nicht mehr hinten raus kommt. Ansonsten bin ich eher zurückhaltend; sehr präsent versuche ich bei Rückständen oder nach Gegentoren zu werden bzw. auch wenn es generell nicht gut läuft. Dann stelle ich mich bewusst ganz eng ans Spielfeld und versuche auch verbal aufzumuntern.
Was die Einzelanweisungen an Spieler in konkreten Situationen anbelangt hat ein Trainerkollege mir vor einer Weile erzählt, dass da etwas in einer Zeitschrift drüber gestanden hätte, ich meine in Fußballtraining. Da wurden in relativ großem Maßstab Spieler danach befragt, was sie von Anweisungen halten und der recht eindeutige Tenor in dem Bereich war, wenn ich mich recht erinnere, dass das nur nervt und irritiert. Also sowas wie "spiel" oder "1 gegen 1". Finde ich auch plausibel. Als Spieler kann ich mich nicht so dran erinnern, wie sowas gewirkt hat, ich glaube ich habe einfach so ziemlich alles ausgeblendet was von außen kam.
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@sukram10: Vielen Dank für den Buchtipp. Ist dieser auch zeitgemäß? - bzw. ist das in dem buch vermittelte wissen noch aktuell oder gibt es hier schon neuere Erkenntnisse oder etwas das mit diesem buch kombinieren sollte?
Dein Ratschlag mit dem Aufstieg in eine höhere Altersklasse wurde vom Trainer schon vorgeschlagen. Allerdings kneift der U9 Trainer obwohl mein Junge seine Spieler regelmäßig in den 1:1 Duellen aussticht.
fak: denkst du da an etwas spezielles oder war das nur so eine Annahme?
Vielleicht kennt jemand Übungen außerhalb des Fussballs?
Horst Weins Buch ist großartig, lohnt sich auf jeden Fall.
Was Spielintelligenz oder "Spiel lesen" und die Möglichkeit, das zu trainieren, anbelangt: zunächst mal sind das ja Begriffe, die erstmal einer Definition bedürfen. Was versteht man eigentlich darunter? Grob gesagt würde ich für mich jetzt mal sagen, dass es darum geht, Spielsituationen zu erkennen, Positionierungen und Bewegungen auf dem Spielfeld wahrnehmen zu können und auf dieser Grundlage sehr schnell gute Entscheidungen treffen zu können. Auf Grundlage dieser Definition ist es dann unsinnig, zu sagen, dass man das nicht trainieren könnte. Sicherlich hat man immer Rahmenbedingungen, die dann Talent genannt werden und die bestimmte Entwicklungen begünstigen oder eben nicht. Darüber hinaus kommt es aber selbstverständlich darauf an, was man aus diesen Bedingungen macht. Harte Arbeit schlägt in der Regel auf Dauer Talent; wenn beides zusammen kommt wird's aber erst richtig interessant.
Was heißt das also für das Entwickeln von Spielintelligenz und der Fähigkeit, ein Spiel zu lesen? Da gibt es aus meiner Sicht viele Dinge, die das fördern.
- Übungen, die dazu gemacht sind, für bestimmte Spielsituationen Lösungen zu finden (etwa: was ist eine schlaue Vorgehensweise, wenn ich zu zweit auf einen Verteidiger zu laufe: wer läuft wohin? Spiele ich möglichst viele Pässe oder möglichst wenige? Wann macht auch mal ein Dribbling Sinn?) - solche Übungen finden sich bei Horst Wein
- Aufmerksames Beobachten von Spielen hilft. Welche Spieler bewegen sich in welchen Situationen wohin? Wie erzielen Mannschaften Tore? Was klappt nicht? Konzentriertes und analytisches Schauen ist sicherlich bei Kindern noch nicht so weit verbreitet und sollte es auch nicht sein; aber auch durch das bloße Anschauen von Spielen entwickelt man ein Gespür für gewisse Dinge.
- Der Klassiker: den Blick vom Ball heben. Ist eine Voraussetzung dafür, auf dem Feld überhaupt Dinge um einen herum gut wahrnehmen zu können. Voraussetzung dafür ist natürlich wiederum, dass man mit dem runden Spielgerät schon einigermaßen umgehen kann, um das dann auch für Momente tun zu können, in denen man nicht die komplette Aufmerksamkeit auf den Ball richtet. Das lässt sich trainieren, indem man etwa Aufgaben mit optischen Signalen verknüpft (Trainer hebt gelbes Hütchen hoch = mit links dribbeln; Trainer hebt rotes Hütchen hoch = mit rechts dribbeln usw.).
- Eine neuere Sache ist Life Kinetik. Habe ich mich nicht besonders ausführlich mit beschäftigt; aber die Theorie dahinter ist meines Wissens, Gehirntraining zu machen indem man das Gehirn mit parallel auszuführenden Aufgaben überfordert (rechnen während man jongliert; auf optische/akustische Signale unter Zeitdruck reagieren in Verbindung mit einer technischen Ausführung aus dem Sport), was die Wahrnehmungsfähigkeit und die Handlungsschnelligkeit fördern soll (man korrigiere mich bitte, wenn ich hier irgendwo falsch liege). Meines Wissens arbeitet etwa Felix Neureuther damit; Borussia Dortmund hat unter Klopp zu besseren Zeiten damit gearbeitet.
- Letztlich trainiere ich Spielintelligenz immer dann, wenn ich Fußball spiele, weil mein Erfahrungsschatz immer reicher wird, ich immer mehr Situationen kennenlerne und Lösungen für diese erprobe. Wenn das dann noch in einem gewissen Maße angeleitet wird (aus meiner Sicht lieber induktiv wie bei Wein als deduktiv), dann erweitert sich meine Lösungsdatenbank immer mehr und ich werde in der Lage sein, oft gute Entscheidungen zu treffen. -
vielleicht hat deiner ja dieses Talent. trainierbar isses jedenfalls nicht.Wieso sollte das nicht trainierbar sein?
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Ohne zwingend eure Videoanalyse kritisch in Betracht ziehen zu müssen, möchte ich doch gerne wissen, ob ihr nur Spiele aufnehmt oder auch Training aufzeichnet? Aus welche Perspektive wird aufgenommen? Was sind die Schwerpunkte bei der Szeneauswahl? Ich denke, dass Videoanalyse ein nicht ausgeschöpftes Potenzial hat. Wir konzentrieren uns bei der Videoanalyse hauptsächlich auf einzelne Spieler und korrigieren Körperhaltung, Stellung zum Spiel, technische Ausführung, Entscheidungsqualität (u.v.m.). Ich kenne auch die Videoanalyse ambitionierter (Dorf-)Vereine: Dort werden nur Spiele aufgenommen und in älteren Jahrgängen Mannschaftstaktiken besprochen. Im Gegensatz bekommen in NLZ Spieler wöchentliches und persönliches Video-Feedback. Ein Vorteil der NLZs gegenüber (Dorf-)vereinen (auch da es Extra-Personal je nach Spielklasse gibt).
Du hast schon richtig geraten, dass es sich bei der regelmäßigen Videoaufzeichnung um die Spiele handelt, nicht um Training. Schwerpunkte werden danach gesetzt, was gerade problematisch ist. Dabei geht es dann um Individual- und Gruppentaktik bzw. auch mal Mannschaftstaktik; von den von dir genannten Punkten sind also Stellung zum Spiel und Entscheidungsqualität regelmäßig mit drin. Technische Ausführung/Körperhaltung eher nicht. Wir haben auch schon mal im Training etwas aufgenommen, wobei es dann um technische Ausführung ging; das findet aber nicht regelmäßig statt.
Ich finde das Erstellen von Stärken und Schwächen-Profilen als wichtigste Aufgabe. Vor dem Hintergrund einer ausbildungsorientierten und individuellen Entwicklung kann ich so meinen Spielern gezielt helfen.
Danke, das hätte ich spontan auch so eingeschätzt.
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....was verspricht sich das NLZ von solchen Spielen ?
Wollen die einfach mal ihr Niveau ausloten, indem sie auch nach unten testen?
Oder suchen sie bewußt etwas leichtere Gegner, die es erlauben, technische oder taktische Vorgaben auszuprobieren ?In unserem Fall war es so, dass die Anfrage von uns kam und dass persönliche Kontakte bestehen. Ich denke, dass wir als Gegner an der unteren Grenze dessen waren, was irgendwie sinnvoll sein kann. Die gegnerischen Spieler konnten das Spiel nicht mit larifari-spielen so deutlich gewinnen, die mussten schon Gas geben für das deutliche Resultat. Und wenn man das dann als Heimspiel haben kann ist das denke ich auch für die ok in der Vorbereitung mal.
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Wow. Vielen Dank für die Fülle an interessanten Beiträgen!
4) Du kannst dich dem Niveau annähern, indem du "nach oben spielst" (das, was ihr versucht, indem ihr viele Gegner sucht, die eine Klasse höher spielen) oder zum Beispiel mit einer C1 gegen eine B-Jugend oder jahrgangsjunge B-Jugend spielst. Das ist anstrengend, sorgt aber für eine Anhebung des Niveaus auf Dauer.
Das mit dem "nach oben spielen" ist für mich eine sinnvolle Konsequenz aus den Erfahrungen. Höherklassige Mannschaften, wenn möglich. Nächste Saison würde es dann wahrscheinlich auch mal in Richtung B-Jugend gehen, weil wir dann überwiegend älteren Jahrgang haben und eventuell auch Verbandsliga spielen, womit es dann mit höherklassigen Gegnern ohne ewige Fahrtzeit eng wird.
5) Eure Liga ist nicht hoch/gut genug. Im Rhein-Main-Gebiet selber gibt es eine Liga auf vergleichbarer Ligastufe, die aber stärker ist (da Ballungsgebiet). Dort ist die Spielerqualität dann so hoch, dass du mit solch einer Mannschaft eher mal mithalten kannst als U15 "Ambitionierter Dorfverein" v U14 Leistungszentrum. Aber in der Regel bewegt sich das dann so von 1:1 bis 1:4.
Zum Ende: Mit Mainz 05 hattet ihr euch auch einen Gegner ausgesucht, der sehr, sehr gut arbeitet. Gegen andere NLZ ist (etwas) mehr drin.
Oh, ein aufmerksamer Leser
. Mainz 05 war natürlich auch unter den NLZ ziemlich gehobenes Niveau. Dahin gibt's Kontakte und eine einigermaßen machbare Anfahrt. Es sollte ja auch ein Highlight sein und was zu lernen geben, was glaube ich beides hingehauen hat (wobei sich letzteres natürlich noch zeigen muss). Auch richtig ist sicherlich, dass wir aus der absoluten Fußballprovinz kommen. Ich habe keinen direkten Vergleich, hätte aber auch schon vermutet, dass gleich hohe Spielklassen in anderen Regionen stärker sind.1. Die Handlungsschnelligkeit der NLZ Spieler ist oftmals höher. Das liegt in der Tat an der Trainingsgruppe. Die Jungs müssen sich im Training immer mit den, zu diesem Zeitpunkt, am weitesten entwickelten Spielern ihres Jahrganges messen.
Das kannst du mit deiner Trainingsgruppe aber auch ganz schnell erreichen. Lasse sie viel im 1 gegen 1 bis 4 gegen 4 auf kleinen Feldern spielen. Biete ihnen Umschaltspiele in sämtlichen Variationen an. usw.
5. Fehler unter Druck sind dort seltener (aber warum glaubst Du dass?) Ihr konntet sie doch nicht unter Druck setzen.Zu 1: sinnvoller Tipp, danke.
Zut 5: Unter Druck setzen in ihrer Hälfte konnten wir sie nicht, aber in unserer Verteidigungszone konnten wir Spieler am Ball schon unter Druck setzen. Unser Defensivverhalten ist ganz ordentlich und läuferisch konnten auch viele Mitspieler mithalten; nur konnten die Gegenspieler sich halt gut aus dem situativen Druck befreien.
Vor allem die Nachbereitung eines Spiels/Trainings nimmt bei mir die meiste Zeit ein: Spieler werden benotet, Stärken/Schwächen-Profile werden vorbereitet, Gesprächsprotokolle werden notiert, Videoszenen geschnitten und vorbereitet, Leistungsdaten werden eingetragen. Die Dokumentation und Leistungsdiagnostik ermöglichen eine gezielte, individuelle Förderungen.
Videoanalyse machen wir, trotz Dorfverein, auch recht regelmäßig. Da braucht man halt dann einen halb bekloppten (ich) und einen ganz bekloppten (Trainerkollege) Trainer für, dann bekommt man das auch hin. Bei den anderen Punkten würde mich mal interessieren, welchen davon du am hilfreichsten findest? Also welchen davon würdest du über die Videoanalyse hinaus umsetzen, wenn du nur einen weiteren machen könntest, und warum!?
Mich würde mal interessieren, wie die die permanente Manndeckung bei den NLZ-Teams (zumindest ist das mein Eindruck in den jungen Jahrgängen) von euch bewertet wird?
Ich hatte eigentlich angenommen, dass das hauptsächlich einen ergebnistechnischen Hintergrund hat, aber damit fördert man ja auch genau das, was hier im Thread als Hauptunterschied zum Breitensport genannt wird (Handlungsschnelligkeit, Gegnerdruck, 1:1-Situationen, etc.). Ist die Manndeckung in der Ausbildung also gar nicht so verkehrt, wie sie immer gemacht wird?Das finde ich auch eine sehr interessante Frage. Der traditionell stärkste Verein in unserem Kreis ist Kooperationspartner von Mainz. Wir haben uns in den letzten Jahren immer gefragt, wie es angehen kann, dass dort bis einschließlich D-Jugend eigentlich ausschließlich Manndeckung gespielt wird. Aber vor dem Hintergrund des Tenors in diesem Thread jetzt ist das, wie Schimanski schon beschreibt, vielleicht genau so gewünscht!?
Noch eine Idee für das Warum: Die Spieler, die in einem NLZ spielen haben oft einen unfassbaren Ehrgeiz.
Im Dorfverein kann man nicht köpfen, dann steht man bei der Ecke halt nicht im Fünfer oder man kann keinen Vollspannschuß, dann schießt man eben nicht aus der Distanz. Ich kenne nur ganz wenige, die wirklich an ihren Schwächen arbeiten. Ganz bewusst, während dem Training, vor und nach dem Training. Die meisten versuchen einfach, ihre Stärken noch weiter auszubauen.
Die, die es in ein NLZ geschafft haben und noch weiter wollen, machen sich über alles Gedanken. Die arbeiten an sich und suchen sich zum Teil auch extra Situationen, in denen ihre Schwäche gefordert wird.
Sicherlich ein wichtiger Punkt. Ist mir zuletzt bei einem unserer Stützpunktspieler extrem aufgefallen: wenn es gegen schwächere Gegner geht nutzt er einfach seine Schnelligkeit um als AV an allen vorbei zu rennen; gegen stärkere Gegner fehlen ihm dann Lösungen. Ständige Hinweise darauf zeitigen kaum Resultate; es reicht ja, um in den meisten Spielen gut auszusehen.
2.) Schuster bleibe bei deinen Leisten, verbessere dein Jungs, dort wo es altersentsprechend Sinn macht und freue Dich wenn ein Spieler von dir an das NLZ wechselt.
3.) Nutze jede Gelegenheit, um gegen Mannschaften aus den NLZ zu spielen. Denn nur dann weißt du wo dein Ausbildungsziel mindestens hinführen könnte. Du hast es ja selbst gesehen was machbar ist.
Ganz nach dem Motto: "Nur wer groß denkt, kann auch Großes erreichen"2) Das Niveau an den Stützpunkten ist nicht besonders hoch. Was dort spielt ist "best of the rest". Die Besten sind in der Regel in den NLZ. Meiner Meinung nach sind die Stützpunkte nur die Vorauswahl, wer wirklich hoch hinaus will, muss in der D-Jugend weg vom Stützpunkt und hin zum NLZ.
fak
ich denke mal, jeder sollte sich machbare Ziele aussuchen! Bei einem NLZ sollten es andere Ziele sein, als bei einem Dorfverein.Sehr richtige Hinweise. Allerdings ist bei uns kein NLZ unter 100km zu erreichen. So ist es auch eines unserer Ziele, talentierten eigenen Spielern (und mittlerweile auch einigen aus dem näheren Umkreis) möglichst lange eine Ausbildung anbieten zu können, die nicht dermaßen weit weg von der in den großen Vereinen, dass dann schon alles verloren ist, wenn ein Wechsel vielleicht erst Ende der C-Jugend erfolgt. Selbstverständlich können wir uns also nicht mit einem NLZ messen, es wäre auch Quatsch, das zu wollen. Nur soll eben der Unterschied nicht so groß sein, dass einem Kind, das in der Fußballprovinz aufwächst schon durch den Geburtsort der Weg mehr oder weniger verbaut ist. So wie wir aktuell aufgestellt sind, sind wir denke ich auch in der Lage, das in einem gewissen Maße zu leisten, ohne dabei unsere originären Aufgaben als Dorfverein zu vernachlässigen. Durch das Spiel am Wochenende ist halt klar geworden, dass es da wohl auch noch einiges zu verbessern gibt.
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Danke für die ausführlichen "ersten kurzen Anmerkungen", Sir Alex ;-).
Wenn ich dich richtig verstehe, dann siehst du es auch so, dass der zentrale Ansatzpunkt, wenn man sich vielleicht noch 1-2 Schritte in die Richtung dessen bewegen will, dem wir gestern begegnet sind, die Erhöhung der Spielintensität, des Tempos und damit des Gegnerdrucks, ist!? Interessanterweise waren das im Spiel so ziemlich die einzigen Anweisungen des Kollegen vom NLZ gestern: einige Male kam im Spiel die Aufforderung, das Tempo jetzt wieder zu erhöhen bzw. hoch zu halten. Das ist durchaus ein Punkt, an dem sich bei uns glaube ich noch etwas machen lässt; in Spielen werden wir's kaum beeinflussen können, aber im Training geht da sicher noch mehr, wenn wir da etwas den Fokus verschieben.
Ein Ansatzpunkt, den mein Trainerkollege noch hatte, war die körperliche Stabilität. Auffallend war, dass selbst unser Abräumer im zentralen Mittelfeld, der normalerweise mit seiner physischen Präsenz Gegner ziemlich beeindruckt, Schwierigkeiten hatte, auch nur ab und zu mal einen Schiebekampf zu gewinnen. Bis hin zu absurd aussehenden Szenen, bei denen er neben einem (immerhin ein Jahr jüngeren) Spieler her läuft und einschließlich Armen alles benutzt, was er so hat, um zu versuchen, den wegzudrücken, aber es nicht schafft. Wir versuchen durchaus seit einer Weile, unseren Jungs Stabilisationstraining schmackhaft zu machen, aber mit eher begrenztem Erfolg. Wird das im NLZ mehr forciert und machen die Spieler das dann auch? (der letzte Teil der Frage u.a. deswegen, weil zumindest zu meiner Zeit selbst in der damals höchsten Klasse in der B-Jugend nur ein Bruchteil der Spieler "Hausaufgaben" einigermaßen gewissenhaft gemacht hat)
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Karl hat da sicherlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Man wächst halt an seinen Aufgaben. Zudem haben die NLZs ganz andere Trainingsmöglichkeiten, da wird öfter trainiert und die Coaches sind teilweise Spezialisten In verschiedenen Bereichen
Ist der Trainingsumfang wirklich in der Altersklasse schon so viel höher? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Der Großteil unserer Spieler hat während des Spielbetriebs vier Einheiten pro Woche (2x Vereinstraining, 1x Stützpunkt, 1x Spiel), in kürzeren Phasen auch schon mal weniger oder in der Vorbereitung auch mal mehr. Möglicherweise hat die U14 im NLZ eine Einheit mehr, noch mehr kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Und die Spieler sind ja auch nicht alle schon ewig da. Macht das so viel aus?
Ähnliches gilt für die Trainer. Wir haben auch lizenzierte Trainer. Ich habe sieben Jahre Erfahrung als Jugendtrainer und die Erfahrung, relativ hochklassig im Jugendbereich gespielt zu haben. Der Trainerkollege hat 20 Jahre Erfahrung als Jugendtrainer, einschließlich über 10 Jahren im höchsten Leistungsbereich. Auch da: die Trainer im NLZ sind sicher besser, aber macht das so viel aus?
Letztlich läuft es sicher auf die Summe aus verschiedenen, größtenteils schon genannten Ursachen, hinaus. Aber mich würden dennoch noch weitere Ansichten dazu interessieren, wo die Knackpunkte liegen.
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Zitat fak:
Mit dem Antreiben im Training wirst Du das nicht hinbekommen. Die Spieler im NLZ messen sich in jedem Training mit Ihresgleichen und pushen sich so gegenseitig. Noch ein sehr wichtiger Punkt ist, dass ihr nur Bezirksliga spielt und die Spieler des NlZ an jedem Wochenende in ihren Spielen viel mehr gefordert sind, u.a. was Schnelligkeit und Handlungsschnelligkeit anbelangt. Das kannst Du Deinen Spielern nicht oder nicht ständig bieten.
Du hast sicherlich Recht damit, dass die Spieler sich mit ihresgleichen messen und daher mehr gefordert sind im Training. Allerdings besteht unsere stärkste Trainingsgruppe i.d.R. auch nur aus Stützpunktspielern des jüngeren Jahrgangs und guten Bezirksligaspielern des älteren Jahrgangs. Das ist auch eine brauchbare Leistungsdichte, denke ich oder dachte ich zumindest. Na klar, das NLZ wählt (in der Altersklasse) aus 100km Umkreis aus, wir haben die Spieler aus unserem Dorf + mittlerweile ein paar aus 10km Umkreis. Das ist ein Unterschied. Aber wie gesagt fand ich einfach die Dimension des Unterschieds krass. Warum werden zwei Spieler in der Viererkette, die beim Sprinttest im Stützpunkt deutschlandweit unter den besten 2% sind trotzdem mehrfach überlaufen bzw. kommen zu spät, wo ist da der Unterschied in der Ausbildung?
Richtig ist, dass wir in den Spielen nicht den Gegnerdruck haben, den es in der Verbandsliga regelmäßig gibt. Die höhere Spielintensität haben wir schon im Verbandspokal gegen einen Verbandsligisten bemerkt, obwohl wir dort ein ausgeglichenes Spiel hinbekommen haben. In der Hinsicht wird es weiterhelfen, dass wir in der Vorbereitung noch zwei weitere Spiele gegen Verbandsligisten haben werden (und mit etwas Glück nächste Saison auch Verbandsliga spielen werden). Aber darauf muss man sicher auch im Training vorbereiten. Wir haben bislang sehr den Fokus auf technische und mittlerweile auch taktische Ausbildung gelegt. Wahrscheinlich ist es da angemessen, doch etwas mehr auch auf Spielintensität und Zweikampfführung (weniger im Hinblick auf Individualtaktik denn im Hinblick auf körperliche Präsenz) zu gehen.
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Die Frage mag etwas naiv klingen; sie ist auch bewusst so gehalten. Hintergrund der Frage ist, dass wir gestern mit unserer C1 (nach der Hinrunde Zweiter in der Bezirksliga) gegen die U14 eines Bundesligisten (Dritter in der Verbandsliga) gespielt haben. Nun ist es nicht ganz überraschend, dass wir das Spiel verloren haben: Dorfverein gegen Nachwuchsleistungszentrum, Bezirksliga gegen Verbandsliga und unsere C1 besteht auch zum größeren Teil aus jüngerem Jahrgang, wir hatten nur fünf Spieler des älteren Jahrgangs im Kader und diese sind zwar gut, aber nicht herausragend. Allerdings wurden die ergänzt durch fünf Stützpunktspieler des Jahrgangs 2001 (also U14, jüngerer Jahrgang) und einen sehr guten 2002er. Nun waren unsere Vorstellungen für das Spiel unter den Trainern etwas unterschiedlich: ich hatte mir erhofft, dass wir uns vielleicht ein paar Chancen erspielen und mit einem 1:4 oder 1:5 dann ganz zufrieden aus dem Spiel gehen könnten. Der Cheftrainer der C1 war sogar der Meinung, mit einer Top-Leistung könnten wir ein ausgeglichenes Spiel hinbekommen (was ich aber für unrealistisch hielt). Was wir beide nicht erwartet hätten: wie völlig chancenlos wir waren. Das Spiel ging 0:7 aus, Mitte der zweiten Halbzeit hatten wir immerhin eine ganz gute Torchance.
Es war krass zu sehen, wie sehr wir in fast allen Belangen unterlegen waren. Kaum ein Spieler konnte mal einen Zweikampf gewinnen, obwohl sie sich voll reingehauen haben. Die ganze Spielintensität war viel zu hoch für uns, alles ging zu schnell. Das betrifft einerseits das rein physische Tempo, aber vor allem die Handlungsschnelligkeit. Unter dem Druck, der ständig entstanden ist, haben selbst unsere technisch stärkeren Spieler immer mal wieder Fehler gemacht, von den technisch schwächeren ganz zu schweigen. Positiv aus unserer Sicht war, dass wir läuferisch mithalten konnten, bis zum Schluss, obwohl wir ständig hinterher gelaufen sind und ich nach einer Viertelstunde eigentlich dachte, dass wir nach dem Spiel ein Sauerstoffzelt brauchen. Gut war auch, dass unsere Spieler die Intensität angenommen haben, auch wenn viele dann nicht mithalten konnten; dass wir das Spiel durch hinweg intensiv in die Zweikämpfe gegangen sind, nie aufgegeben haben und insgesamt fair aufgetreten sind.
Erschwerend kam bei dem Spiel sicher hinzu, dass wir noch kein einziges Training auf dem Platz machen konnten in der Hinrunde und dass mehrere Stammspieler gefehlt haben. Aber auch ohne diese Faktoren wären wir hoffnungslos unterlegen gewesen, denke ich. Die Frage ist nun: woran liegt das? Liegt das nur daran, dass die die talentierteren Spieler haben? Mir ist schon klar, dass wir uns als Dorfverein nicht mit einem NLZ messen können und sollten, aber wie beschrieben hatten wir auch eine Mannschaft, die zur Hälfte aus Stützpunktspielern bestand. Warum ist der Unterschied da so groß? Ich würde nämlich gerne aus der Erfahrung gestern etwas lernen, etwas mitnehmen, aber bin mir noch nicht so sicher, was das sein sollte. Der Punkt, der mir am meisten ins Auge gesprungen ist gestern, war der Unterschied in der Intensität, der mir schon beim Warmmachen aufgefallen ist. Da war bei denen einfach mehr Feuer drin und das hat sich dann im Spiel fortgesetzt. Wenn ich an die hohe Intensität gewöhnt bin lerne ich es eher, auch unter Druck noch technische Fähigkeiten anzuwenden und die Handlungsschnelligkeit wird zwangsläufig auch gefördert. Aber ist das alles, dass wir unsere talentierten Jungs noch mehr antreiben müssen im Training, jederzeit Gas zu geben?
Vielleicht hat mal jemand ähnliche Vergleichsspiele erlebt und kann dazu eine Meinung beitragen, oder vielleicht kann auch jemand das Ganze aus Sicht eines im NLZ Tätigen betrachten. Beides würde mich sehr interessieren.
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@16m
Das ist kein Problem schlechter Schüler. Auch gute Schüler haben bis spät abends AG oder andere Dinge vor. Im Zuge des Umbaus der Schulstruktur der letzten Jahre findet Unterricht in den weiterführenden Schulen immer mehr bis in den späten Nachmittag hinein statt. 9-10 Stunden sind auf den Gymnasien leider die Regel, dann noch die Heimfahrt mit ÖNV.Damit müssen wir leben, letztlich versuche ich in einem solchen Fall Schüler und Eltern davon zu überzeugen, dass die 3 Stunden Training in der Woche in keinem Verhältnis zu der Online-Zeit der Kandidaten stehen, und Sport ehrlich gesagt das Letzte sein sollte, das beschnitten wird, aber meine Verantwortunghoheit endet hier ganz schnell und wenn Termine kollidieren, muss man Kompromisse eingehen. Einmal Training pro Woche muss dann auch mal reichen.
Ich sehe das auch so, dass es eine Frage der Prioritäten ist. Auch bei viel Arbeit für die Schule ist es eine Organisationsfrage, ob man trainieren kann und will oder nicht (es sei denn natürlich, Termine kollidieren regelmäßig direkt). Die Zeit für das Training geht dann halt vom Computer spielen ab, aber nicht von der Hausaufgabenzeit. Selbst wenn es um schulische Leistungsfähigkeit geht hat man als Fußballtrainer und als Kind, das Fußball spielen will, gute Argumente, weil körperliche Betätigung die geistige Leistungsfähigkeit positiv beeinflusst.
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Ich bin eigentlich von der Fraktion "Training ist immer, außer es ist grad Weltuntergang". Und auch dann wäre es eigentlich eine gute Überlegung, ob Fußballtraining nicht ne gute Beschäftigung für die letzten Stunden wäre...
Das gilt aber nicht für Bambini. Wenn keine Halle zur Verfügung steht würde ich bei Frost das Training absagen. Bei etwas angenehmeren Temparaturen kann man dann wieder trainieren.
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Schwitzend und total platt kam ein A-Jugendspieler (!) zum Training.
Günter, muss mich amelden, kann nicht mehr
Was ist los, warum bist du so kaputt?
War jetzt im Wald und habe 1 1/2 Stunden Sondertraining gemacht, muss nämlich konditionell was tun.
Sehr gut. Erinnert mich an die Spezialisten in unserer Mannschaft, die die für die Winterpause angesagten individuellen Läufe so geplant (...) hatten, dass sie den letzten dann vor dem ersten Training machen wollten.
Wir hatten gestern noch ein Highlight. Wir konnten bislang aufgrund der Witterung noch nicht auf unseren Platz dieses Jahr. Also wurden die Einheiten so weit wie möglich in die Halle verlegt bzw. wenn das nicht möglich war, waren wir laufen, haben mal Basketball auf einem frei zugänglichen Feld gespielt, Berganläufe gemacht, sowas. Selbiges stand dann gestern auch wieder an. Morgens bekommt der Trainerkollege eine whatsapp-Nachricht von einer Mutter. Ihr Sohn hätte seit Montag ein Praktikum und am Dienstag um 17 Uhr Einführungsbesprechung und wüsste nicht genau, wie lange das dauern würde. Falls es nur kurz würde würden sie aber versuchen zum Training (17.30 Uhr) da zu sein. Nächste whatsapp-Nachricht, um 17.53 Uhr: "Wir waren um 17.34 Uhr am Sportplatz und haben dann noch eine kleine Dorfrundfahrt gemacht, aber euch nicht gefunden. Dass du immer so überpünktlich sein musst." Problem an der Sache: im Gegensatz zu den vorherigen Einheiten, die nicht fußballspezifisch sein konnten, sind wir nicht um Punkt 17.30 Uhr vom Sportplatz weggewesen, sondern in dem Fall sind wir auf dem Sportplatz gelaufen. Leicht verzockt mit der Ausrede. Und reichlich seltsam. Sowohl der Junge als auch die Mutter sind normalerweise nett und auch engagiert und dann kommt alle paar Monate immer mal wieder so ein Klops, wo man sich fragt, was das nun soll. Selbst wenn er sich vorm Laufen in der Kälte drücken wollte; dann hat halt das Gespräch beim Praktikum länger gedauert und fertig. Wozu denkt man sich dann so einen Quatsch aus?
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Ach so, es geht um dein Training als Spieler, ja, da ist das natürlich auch etwas anderes. Ich würde mich da wahrscheinlich aber halt für die Dauer des Lehrgangs vom Training abmelden. Wenn es beim Lehrgang einen Termin pro Woche gibt, dann fehlst du dadurch ja auch 'nur' von einer Trainingseinheit in der Woche. Im Zusammenhang mit der Abivorbereitung finde ich das sogar eine angenehme Sache, so hast du keinen zusätzlichen, sondern nur einen anderen Termin. Ich finde (wie bereits gesagt) auch, dass der Verein dich dabei unterstützen sollte, und dafür sorgen sollte, dass dein Trainer nicht nur akzeptiert, dass du fehlst, sondern das sogar respektiert.
Überschätze den Lehrgang nicht, im Vergleich mit Oberstufenstoff is das nicht so wild. Ich glaube auch nicht, dass du dich zu Hause viel mit dem Stoff des Lehrgangs wird beschäftigen müssen. Bei uns war es so, dass man häufig eine Übungs- oder Spielform für den nächsten Termin vorbereiten musste, das kostet aber nicht wirklich viel Zeit.Ein bisschen lernen würde ich allerdings für die Prüfung irgendwann dann schon. Ich war ein sehr guter Schüler und habe ein halbes Jahr vor dem Abi die damalige C-Lizenz gemacht, in den Sommerferien. Dachte dann bei der Prüfung, dass das schon so wild nicht sein kann, wenn ich mir so die Leute angucke, die da mit im Lehrgang waren...und hab dann schön irgendwie mit 13 von 20 Punkten bei 12 benötigten abgeschnitten, oder so ähnlich. War mir eine Lehre und den skeptischen Blick vom Verbandstrainer, der mich als seinen ehemaligen Spieler ganz gut kannte, hätte ich mir auch gerne erspart. Die intellektuellen Ansprüche sind nicht überbordend, aber richtig damit beschäftigen muss man sich schon.
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Zur Lizenz kann ich jetzt nichts weiteres beitragen. Generell zum Gefühl, auf einmal keine Ahnung mehr von etwas zu haben, bei dem man eigentlich dachte, man würde sich einigermaßen auskennen: das ist in Lernprozessen ganz normal. Es ist einerseits Grundlage und andererseits aber auch manchmal Resultat von Weiterentwicklung. Man befindet sich eine Zeit lang auf einer Wissensstufe, auf der man sich wohlfühlt, hat so weit alles im Blick und fühlt sich kompetent in einem Bereich. Dann kommt irgendein Trigger, den man bewusst oder unbewusst wahrnimmt (oder auch mehrere solche Einflüsse) und auf einmal hat man, obwohl man nicht von heute auf morgen alles verlernt hat, was man schon kann, das Gefühl, dass man gar nichts weiß. Das kann, jetzt mal für Fußball gesprochen, ein Spieler sein, der eine Technik falsch ausführt und man findet's einfach nicht raus, was da schief läuft; es kann ein Problem in der Mannschaft sein, auf das man keine Antwort findet; es kann ein Trainerkollege sein, bei dem man auf einmal feststellt, dass der zumindest in bestimmten Bereichen einem weit voraus ist oder zumindest Dinge ganz anders angeht. Diese Verwirrung von eigentlich gefestigten Denkweisen ist erstmal anstrengend oder kann auch deprimierend sein, wenn man sich nicht dessen bewusst ist, dass das Teil von Weiterentwicklung ist. Der Übergang von Wissen zu Nichtwissen in der eigenen Wahrnehmung ist Teil eines Lernprozesses. In dem Moment ist man bereit, neue Dinge aufzunehmen und einen Sprung in seinen Fähigkeiten in einem Bereich zu machen. Wobei es auch sein kann, dass gerade viel neuer Input dazu führt, dass man zwar viel Neues aufgenommen hat, dass sich das aber noch nicht "gesetzt" hat und man gerade dann erstmal verwirrt ist und auf einmal meint, man wüsste nichts mehr.
Wenn ich immer nur den Ball reinschmeiße kann ich meinen, dass das gutes Training wäre. Wenn ich mich dann mit den verschiedensten Bereichen des Trainerdaseins auseinandersetze und vieles davon versuche umzusetzen, kann es sein, dass ich ein viel besseres Training mache als vorher, aber gleichzeitig das Gefühl habe, dass ich ein schlechterer Trainer sei, weil mir dabei mit dem neuen Wissen dann immer noch 100 Sachen bei jedem Training auffallen, die man noch besser machen könnte.
Also: sich ab und zu unwissend fühlen ist in einem Bereich, in dem man bereits gewisse Fähigkeiten hat, Teil einer Weiterentwicklung. Gilt nicht nur, aber auch für's Fußballtrainerdasein.
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Ein Kreispokalsieg im Finale gegen eine Mannschaft, gegen die wir zweimal in der Saison verloren hatten in der Liga (D-Jugend). Und größtenteils mit Spielern, die in der E-Jugend noch deutlich mehr Spiele verloren als gewonnen haben.
Der Moment, als mir ein jetziger Trainerkollege vom Verlauf der Fußballerlaufbahn eines ehemaligen Mitspielers von ihm und Schützling von mir erzählt hat. Der Junge war recht talentiert, aber auch recht schwierig. Ich hatte selten das Gefühl, ihn erreichen zu können und war auch noch sehr jung und nur wenige Jahre älter als die Jungs damals. Ich hatte dem Jungen damals dazu geraten, noch für eine bestimmte Zeit im Verein zu bleiben und erst dann ggf. zu wechseln. Bin dann einige 100 km weggezogen und habe den Fußball und diese Jungs für eine Weile aus den Augen verloren. Wie ich dann hörte, hat der Spieler genau das gemacht, was ich ihm geraten hatte und ist damit glaube ich ganz gut gefahren. Schön war dabei die Wahrnehmung, dass etwas, das ich geraten hatte, ganz entgegen meinem Eindruck, augenscheinlich für hilfreich befunden wurde und danach gehandelt wurde. Eine der Erfahrungen, die zu einer Überzeugung beigetragen haben, die ich auch außerhalb des Fußballs für wahr und hilfreich halte: wenn man jemandem etwas sagt, das einem wichtig ist, kommt es nicht unbedingt auf die unmittelbare Reaktion an. Auch wenn die unmittelbare Reaktion ablehnend ist kann es bei jemandem einen Prozess auslösen und vielleicht doch für denjenigen wichtig werden. Was ich einen guten Gedanken finde, gerade wenn man wie etwa als Trainer versucht, Dinge zu vermitteln, die einem sehr wichtig sind und manchmal den Eindruck hat, dass es den Schützlingen manchmal völlig wurscht ist. Man bewirkt manchmal mehr, als man denkt.
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Weil in deren Kopp sobald die hören : Abwehr : es zu macht.
Und genau das ist dein Ansatzpunkt, nicht die Grundordnung.
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Ich verstehe den Grundgedanken genau wie siebener nicht. Wieso Dreierkette, wenn du Viererkette kennst? Weil keiner Abwehr spielen will? Das ist doch Quatsch. Es wird jemand Abwehr spielen und wenn sie dazu vernünftig angeleitet werden und einigermaßen eine Gemeinschaft in der Mannschaft herrscht, dann werden sich auch Spieler finden, die das können und ok finden. Natürlich nicht, wenn bei den Niederlagen dann alles an der Abwehr hängenbleibt oder so. Selbst wenn du dich nach der Unlust, Abwehr zu spielen, richten wolltest: in der Dreierkette hast du nach meinem (eher rudimentären) Verständnis mehr oder weniger drei IVs, in der Viererkette hast du davon nur zwei, die AVs haben ja ein ganz anderes Profil, das im Normalfall auch recht viel offensive Beteiligung beinhaltet. Ich kann dir da in keiner Weise folgen und wundere mich ehrlich gesagt etwas darüber, wie konfus mir das erscheint, bei einem Verein, der mit der zweiten Mannschaft noch höherklassig spielt.
