Beiträge von koeppchen

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    Die Einstellung "Wenn jemand in der C-Jugend aufhört, dann ist die ganze Mühe, die man in seine Ausbildung gesteckt hat, umsonst", ist aus meiner Sicht falsch. Wäre ja traurig, wenn der einzige Sinn des Jugendfußballs darin besteht, Fußballer für die Erwachsenen-Mannschaften auszubilden! Aber das wäre ein eigenes Thema!


    Unabhängig von konservativ oder nicht erlaube ich mir, eine eigene Meinung zu Regeln zu haben. Sicher bin ich niemand, der ständig alles in Frage stellt, und sich eine Extrawurst brät. Aber was im Allgemeinen vielleicht richtig ist, kann in einem speziellen Fall falsch sein. Was würdest du machen, wenn die allwissende FIFA die Regel im Sinne der meisten Schreiber hier ändern würde?

    Ich bin gerade dabei, meiner Mannschaft (jüngere C) das spielen mit Viererkette und das richtige Kettenverhalten beizubringen. Ziemlich wichtig ist ja, dass die Kette sich im richtigen Moment tiefer fallen lässt, um zu verhindern, dass sie nach einem Steilpass überlaufen wird. Am besten sollte dann wohl einer der Innenverteidiger hier der "Abwehrchef" sein, der dann auch das Kommando gibt.


    Meine Frage: Wie kann ich sowohl der ganze Ablauf des "Fallen lassen" der Kette, als auch das Geben des Kommandos gut trainieren? Wie erkläre ich es und worauf muss ich bei der Übung korrigierend einwirken?


    Leider fehlt mir hier v.a. die eigene fußballerische Erfahrung...

    (ob diese in der F - Jugend oder in der C - Jugend aufhören ist grundsetzlich egal)

    Das meinst du doch nicht ernst, oder?
    Jeder hört irgendwann auf mit Fußball spielen, und wenn er 6-8 tolle Jahre hat und dann in der C aufhört, dann soll das nichts wert sein???
    TRPietro, ich verstehe, dass du hier einen klaren Standpunkt hast, und einige deiner Argumente treffen auch zu. Dein letzter Beitrag jedoch ist irgendwie komisch. Klar gibt es Regeln, aber man darf wohl auch noch seinen "gesunden" Menschenverstand benutzen, oder?

    Ich stelle mir den Fußball auch als Gegengewicht zur Schule vor. Wo man mal von Misserfolgen in der Schule abschalten kann, den Kopf frei bekommen, wenigstens irgendwo in seinem Leben mal erfolgreich sein kann, zu den Besten gehören usw.
    Klar haben hier Eltern teilweise eine andere Einstellung, da sie sich Sorgen um die Zukunft machen und versuchen, hier mit allen Mitteln einzuwirken. Klar sollte auch Fußball den schulischen Leistungen nicht im Wege stehen. Trotzdem würde ich hier als Trainer sehr genau aufpassen, wie tief ich mich hier einmische. Denn die Hauptaufgabe eines Trainers ist, Spaß und Freude am Fußball zu vermitteln, den Kindern und Jugendlichen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und niemanden auszugrenzen, solange er sich sozial einigermaßen einfügt.

    Ziel: Ich will den Ball!
    Frage: Wie bekomme ich den Ball?
    Antw: Ich hole ihn mir, denn ich will verhindern, dass er ein Tor schießt.

    Im ballorientierten Spiel würde das so lauten:
    Ziel: Ich will ein Tor schießen!
    Frage: Wie kann ich ein Tor schießen?
    Antwort: Ich hole mir erst den Ball, dann versuche ich ein Tor zu schießen!

    Ich hab bis jetzt auch nur den Teamleiter, mache im Dezember in Ruit den Prüfungslehrgang.


    Bei der Klausur werden wohl so 2-3 Fragen zum Skript gestellt, die musst du mit einem Text beantworten. Z.B. übers Ballorientierte Spiel, oder die sensiblen Phasen oder die verschiedenen Arten von Koordination, oder worauf man beim Schnelligkeitstraining achten muss (Belastungszeiten usw.). Habe allerdings auch noch nie so eine Klausur gesehen.
    Ich glaube aber, dass die Lehrprobe der Prüfungsteil ist, bei dem die meisten Leute scheitern.

    Holler, denkst du, dass er durch das Kapitänsamt sich mehr in den Dienst der Mannschaft stellt, als wenn ein anderer Kapitän wäre?
    Darüber habe ich schon nachgedacht - wenn in einem Team ein Spieler ein guter Fußballer ist und zusätzlich lauter als die anderen, ein Meinungsführer... Dann kann man ihn durch die Auszeichnung aber auch Verantwortung der Binde dazu bringen, die Mannschaft als "sein Projekt" aufzufassen und mehr Teamgeist zu entwickeln, als er es sonst tun würde!?
    Ich erinnere mich, als Felix Magath zum VfB kam, da war Balakov die volle Diva und hielt sich für den Superstar. Das hatte sein Vorgänger Ralf Rangnick nicht in den Griff bekommen. Magath hat gleich von Anfang an gesagt, Balakov sei sein Führungsspieler. Und die Mannschaft hat sich mit dieser Hierarchie gut entwickelt!
    Bevor jetzt jemand jammert, ich will nicht Profifußball mit Kinderfußball 1:1 vergleichen. Aber die Gruppendynamik einer Mannschaft unterscheidet sich nicht so stark.... zumindest im Vergleich zu einer C- oder auch D-Jugend.

    Noch mal kurz zum ursprünglichen Thema:


    Es gibt also 3 Modelle:

    • Fester Kapitän, von der Mannschaft gewählt oder vom Trainer bestimmt
    • Rotation, jeder darf mal, unabhängig vom Verhalten und fußballerischen Können
    • Die Binde wandert, wird vom Trainer als "Belohnung" vergeben

    Problem bei Variante 1: Der Spieler könnte sich selbst zu wichtig nehmen. Andere Spieler sehen sich gehindert, Verantwortung zu übernehmen.
    Problem bei Variante 2: Auch Kinder mit schlechtem Sozialverhalten und Teamgeist werden Kapitän. Wie soll man mit Spielern umgehen, die nicht Kapitän sein wollen?
    Problem bei Variante 3: Gefahr, dass Kinder sich vom Trainer ungleich behandelt fühlen. Es ist sehr schwer, hier nachvollziehbar und gerecht zu sein.


    Wie geht ihr mit diesen Problemen um?

    *Tom


    Zu dem Problem mit dem Trainerteam kann ich nur sagen: Spreche unangenehme Wahrheiten frühzeitig aus und coache du die Mannschaft, um die du am meisten fürchtest. Es bringt nichts, wie ein Schäferhund seine Herde die eigene Mannschaft zusammenzuhalten. Je früher du sie mit den 98-ern zusammentust, und je früher diese einen guten engagierten Trainer bekommen, desto besser. Bei einem "weiter so" gegenüber dem derzeitigen Trainerteam, zu dem du (mit gutem Grund denke ich) kein Vertrauen besitzt, vergrößert sich das Problem nur von Jahr zu Jahr. Und die Hoffnung, dass du dieses Problem (zu wenige Spieler im Altjahrgang) von deiner Mannschaft fernhalten kannst, ist eine Illusion!
    Ich habe das schon häufiger beobachten müssen....

    Ich lese das so, dass Baert das Beschriebene als Betreuerin bei ihrer EIGENEN Mannschaft erlebt hat.
    Und das bedeutet, sie sollte auf dem direkten Weg auf den Trainer bzw. Jugendleiter zugehen.


    In unserem Verein geb es auch mal einen solchen Fall. Da war die E2 am Saisonende punktgleich mit einer anderen Mannschaft Erster, also wurde ein Entscheidungsspiel angesetzt. Unser Trainerteam, das E1 und E2 gemeinsam betreute, fuhr zu dem Entscheidungsspiel mit der kompletten E1!! Das führte (berechtigterweise) zu entschiedenen Elternprotesten und schließlich einem "Krisenelternabend", bei dem sogar die Trainer (vorübergehend) zurückgetreten sind.


    Mein Tipp: Die Sache angehen und nicht auf sich beruhen lassen!

    Klar ist, dass du das Thema angehen musst. An deiner Stelle würde ich mich mal in Ruhe bei einer ASchorle mit deinen Mittrainern unterhalten und versuchen, sie auf deine Seite zu bringen - ihnen erklären, dass die Eltern in euer Spiel Unruhe bringen und damit die Mannschaft schwächen. Suche dir Verbündete und dann sollte die klare Ansage an die Eltern kommen. Vor dem nächsten Spiel oder gar bei einem Elternabend!