II Taktik
1. Einzeltaktik
a) Verhalten im 1:1; defensiv
Unterschiedliche Ausgangssituationen ergeben für den Verteidiger unterschiedliche Erfordernisse. Aus diesem Grunde werden hier allgemeine zu erwartende Verhaltensweisen beschrieben.
Folgende 1:1 Grundsituationen stellen sich dem verteidigenden Spieler immer wieder:
1 : 1 außen/innen ---Abstand weit
1 : 1 außen/innen ---Abstand kurz
1 : 1 außen/innen ---Gegenspieler mit dem Rücken zum Verteidiger/Tor
Was sollte der Verteidiger können?
Der Spieler geht nicht „überhastet“ in Zweikämpfe (Geschwindigkeitsüberschuss beim Anlaufen vermeiden)
Der Spieler folgt dem Grundprinzip des ballorientierten Verteidigens und verschiebt zum Ball
Je näher sich der Ball am eigenen Tor befindet, desto näher stellt der Spieler den Angreifer zu („mannnahe Deckung“).
Der Spieler erkennt situationsbedingt die Notwendigkeit, entweder enger oder weiträumiger zu decken.
Grundsätzlich wendet er aber keine alt hergebrachte Manndeckung an.
Der Spieler stört den Gegenspieler wenn möglich schon bei der Ballannahme.
Der verteidigende Spieler stellt grundsätzlich die „innere Linie“ zum eigenen Tor zu.
Der Spieler startet dem aus größerem Abstand andribbelnden Gegenspieler entgegen und nimmt rechtzeitig (ca. 5m vorher) die Gegenbewegung mit auf. Hierbei stellt er sicht grundsätzlich seitlich und drängt den Gegenspieler nach außen (und/oder auf den schwachen Fuß) ab.
Der Spieler drängt den Gegenspieler auch bei kurzem Abstand nach außen und wenn möglich auf den schwachen Fuß ab .
Der Spieler drängt situationsabhängig mit dem eigenen Körper zwischen Gegenspieler und Ball.
Der abwehrende Spieler ist in der Lage, in der Defensive „Abwehrfinten“ einzusetzen.
Der verteidigende Spieler nimmt vor einer 1:1 Situation eine aktionsbereite Körperhaltung ein.
b) Verhalten im 1 : 1 offensiv:
Auch in der offensive ergeben sich unterschiedliche Grundsituationen mit unterschiedlichen Ansprüchen an den offensiven Spieler.
Hier die Ansprüche an den Offensivspieler:
Der Spieler dribbelt wenn möglich den Gegenspieler mit hoher Geschwindigkeit an und verzögert vor dem 1: 1 nicht.
Der Spieler zieht den Gegenspieler wenn möglich/sinnvoll auf eine Seite.
Der setzt ihm bekannte Finten zielgerichtet zum Ausspielen des Gegners ein.
Der Spieler fordert durch Auftaktbewegung das Anspiel durch seinen Mitspieler
Insbesondere hier kennt er die Laufwege ( Lösen vom Mann; Lauffinte pp.)
Bei Gegner im Rücken „fühlt“ der Offensivspieler den Verteidiger (Armeinsatz)
Der Spieler sucht zielgerichtet den Weg zum Tor.
Der Spieler setzt seinen Körper zum Abdecken des Balles ein und dribbelt wenn möglich mit dem gegnerentfernten Bein.
2. Gruppentaktik:
Der Spieler verhält sich im Spiel nach dem Grundprinzip der „Anspielbarkeit“
Der Spieler kennt die Spielformen „Passweg auf“, meidet den Deckungsschatten und bietet dem den Ball führenden Spieler zusammen mit weiteren Spielern Anspielstationen in „Dreiecksform“.
Der Spieler kann im Offensivbereich die Spielvariante „Hinterlaufen“ einsetzen
Das Grundprinzip des „Blank Spielens“ ist dem Spieler bekannt; er setzt dies im Spiel immer wieder um.
Um anspielbar zu sein löst sich der Spieler bei Bedarf von seinem Gegenspieler (Lösen vom Mann/Lauffinten; Kommen/Gehen)
Als Verteidiger kann er in der Viererkette spielen und ist in der Lage dementsprechend im Verteidigungsbereich zu agieren (Verteidigungsdreieck bilden; zum Ball verschieben; Innere Linie zustellen; Höhe halten; Sicherer Abstand pp.)
3. Mannschaftstaktik
Der Spieler ist in der Lage, im Mannschaftsverbund nach dem Grundprinzip des ballorientierten Verteidigens zu spielen.
Der Spieler kann dementsprechend auch mit ganzen Mannschaftsteilen zum Ball hin verschieben.
Das Spiel mit der Viererkette ist jedem Spieler bekannt (insbesondere auch die Rolle des Torwarts als mitspielendem Spieler; Stellung je nach Situation weiter vor dem Tor)
Der Spieler ist in der Lage im Mannschaftsverbund das Spiel zügig von einer Seite auf die andere Seite zu verlagern.
Der Spieler kann bei Bedarf im Spiel ein Pressing (insbes. Mittelfeldpressing/Forechecking) umsetzen. Er kennt zumindest die Grundprinzipien.
Der Spieler kann die taktischen Aufgaben in zumindest zwei verschiedenen Aufstellungen umsetzen (bekannt sind zumindest 4/3/3 und 4/4/2)
4. Sonstiges:
a) Verhalten bei Ecken:
Der Spieler fügt sich in der Defensive unter Absprache mit den Mitspielern in der Deckungsarbeit ein (enge/körperbetonte Manndeckung; Mittelstürmer ggfls. kleinster Stürmer wird ausgenommen)
Wenn möglich schlägt der den Ball erobernde verteidigende Spieler den Ball nicht sinnlos aus der Abwehrzone, sondern sucht sofort im Aufbauspiel eine Anspielstation.
Der offensive Spieler wendet Lauffinten an. Eckstoßvarianten (wie z.B. 4 eng zusammen stehende Angriffsspieler an der Strafraumgrenze mit unterschiedlichen Laufwegen) werden selbständig eingesetzt.
b) Verhalten bei Freistößen:
Der Spieler läuft mit dem geflankten/hoch in den 16er eingespielten Ball ein und versucht den Ball auf das Tor zu verlängern/zu spielen.
Der Spieler spricht geplante Freistoßvarianten mit den mitwirkenden Mitspielern unmissverständlich kurz ab.
c) Verhalten bei Einwürfen:
Der Spieler bietet Anspielstationen zum „Klatschen lassen“; zum „Ball verlängern“; im „zentralen“ Bereich; im „rückwärtigen“ Bereich.
Der Spieler bietet sich offensiv für ein Anspiel an. Er will den Ball auch haben.
Zusatz: Kommunikation auf dem Platz
Der Spieler ist in der Lage, auf dem Spielfeld mit seinen Mitspielern positiv zu sprechen (anfeuern/loben) und bei Bedarf (z. B. beim Verschieben des Balles; oder in der Viererkette) seinen Mitspieler zu coachen. Im Spiel sprechen die Spieler miteinander. Anspiele werden möglicherweise situationsbedingt verbal gefordert. Mitspieler werden auch direkt angesprochen.
na, das ist ein Pfund, oder? das ist der unterschied zw. breitensport und absolutem denken des dfb.
hinzu kommen noch die auswahlkritierien größe und gewicht.
mal hand aufs herz, wieviele kinder betrifft das in den unterklassigen vereinen, die nicht leistungsklasse oder sonstwas spielen sondern lediglich bauernliga.
soll man diese, zum teil wenig talentierten kinder ebenfalls so ausbilden lassen oder zusehen, dass man eine schöne und erfolgreiche zeit im verein erlebt?