Beiträge von Tom Bombadil

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    Ich finde, die Diskussion hier, ist sehr sehr "künstlich". Da einige Ihr Gewissen wieder säubern wollen, da sie irgendwann Kinder benachteiligt haben, muss ich mir anhören, was für ein kaltherziger Trainer ich bin.

    Alle, die auf Andres Seite sind, bekommen Absolution und werden von ihren Sünden freigesprochen ;)


    Seid doch mal alle einen Moment ein bisschen entspannter und fragt euch, ob wir wirklich alle über dasselbe Thema sprechen.
    Das tun mir m.E. nämlich nicht.


    Andre und Co predigen Gleichmaß für alle und definieren Erfolg eben genau darüber. Ja und für die anderen ist Erfolg eben auch, wenn die Kinder nach der E-Jugend das Erlernte umsetzen und anwenden, weil man zu diesem Zeitpunkt, ganz wichtig, eben kein reiner Kindergärtner mehr ist, sondern ein bisschen mehr Fußballtrainer.


    Klar gibt es Ausnahmen da draußen im Dschungel der Verbände. Das sind aber die bösen Trainer und hier, im Forum, sind die Guten. Warum das so ist?


    Na, wir alle haben doch eines gleich: Wir beschäftigen uns mit dem Forum, weil wir andere Sichtweisen kennenlernen und Informationen austauschen wollen.
    Und jeder für sich wird etwas positives mitnehmen. So oder so.
    Und ich bin mir sicher, auch einiges davon anwenden.


    Und das ist gut so

    Und warum wird dann von den meisten ständig der Erfolg, das Ergebnis und das was sie dafür alles tun oder lassen würden so heftig in den Vordergrund gestellt?

    Ach Andre, Du weisst es nicht, ich weiss es nicht, keiner weiss es. Ich könnte sagen, weil es das System fordert und es einfacher ist, mitzumachen als gegen den Strom zu schwimmen.
    Aber das träfe es nicht.


    Nochmal, das Problem ist zu vielschichtig, als dass man es erklärend auf einen einzigen Punkt bringen könnte.


    Die Pauschalaussage, immer alle zu gleichen Teilen spielen zu lassen passt maximal zu Teams von G bis E. Und selbst da gibt es Unterschiede. Da gibt es Kinder, die einfach unregelmäßig zum Training kommen. Was machst Du mit mit diesen Spielern? Spielen die bei dir genauso lang, wie die, die immer da sind?


    Unter dem Strich sollten wir uns ein wenig zurücknehmen und dafür sorgen, dass die, die wir betreuen, zufrieden sind. Und zwar alle.

    auch wenn ich erst mal schauen musste, wer Sarah Knappik ist.

    Yep, ging mir genauso. Aber was hat die Dame mit dem Thread zu tun?
    Ist ja auch egal

    Ich befürchte, ihr lehnt etwas grundsätzlich ab, was ihr nie über einen längeren Zeitraum getestet habt. Lohnt sich nicht wenigstens der Versuch?

    Das glaube ich nicht. Den Leuten hier sind die Kinder nicht egal und sie opfern sie nicht des Erfolges wegen.
    Vielmehr ist es das System, was uns glauben macht, so handeln zu müssen.
    Gäbe es keine Staffelsysteme (ich hatte das, glaube ich, schon zigfach geschrieben), wäre die Fußballwelt besser. Na ja, sie hätte zumindest eine Chance.

    Pokalfinale....da kann ich jonglieren. Da nehme ich den mit Abstand schlechteren Spieler erst garnicht mit in das Trikot und lasse ihn beim nächsten mal woanders durchspielen.

    Ein valider Punkt.
    Frei nach Günter G.: wer ein Trikot anhat, spielt auch. Wobei man jetzt wieder anfangen könnte von Einsatzzeiten zu sprechen.
    Denn, wie viel schlechter fühlt sich ein Spieler, den ich im Spiel nicht einsetze, als der, der nur wenig Spielzeit bekam?


    Ich finde, es wäre aber für das gesamte Forum und für die Diskussion hilfreich, wenn Du etwas weniger vehement zur Sache gehen würdest. Viele Leute fühlen sich dadurch schnell an die Wand gedrückt, obwohl sie ebenfalls einige teilweise gute und nachvollziehbare Punkte dazugesteuert haben. (s. GC).

    für dich gibt es bei diesem Thema nur Weiss oder Schwarz. dazwischen liegen aber noch verdammt viel andere Möglichkeiten und die sind auch gut.

    ...und ich dachte schon, Du würdest dich gar nicht mehr melden ;)


    Richtig, Andre poltert mal wieder etwas. Und den schwarz-weiß-Vergleich kennt er von mir aus früheren Tagen sehr gut. Stimmt's, Andre?


    Andre, was mich immer wieder enorm beeindruckt, ist dein Engagement, wenn's mal wieder um DAS Thema geht. Wirklich bemerkenswert, aber leider nicht immer richtig,
    weil die eigentliche Problematik zu vielschichtig ist, als dass man sie, wie Du es versuchst, grobpauschal erfassen und potenzielle Gegner deines Standpunkts wortgewaltig gegen
    die Wand drücken kann.


    Wir reden hier über einen Altersbereich von 4-18 Jahren. Das allein zeigt schon, dass es keine Pauschallösung geben kann. Jedes Alter hat eigene Ziele und Ansprüche. An sich selbst und an
    das Umfeld.


    Wer das in ein Raster zwängen will, wird kläglich scheitern. Kinder sind Individuen und als solche zu behandeln.
    Ich opfere keinen 6jährigen, um irgendeine 'goldene Ananas' zu erreichen. Ich tue aber auch keinem 12jährigen Fußballanfänger einen Gefallen, wenn ich ihn im Pokalfinale einsetze und er lediglich Anwesenheit produzieren kann. Seine Mannschaftskollegen hätten dafür wenig Verständnis.


    Was ich schaffen muss, sind Alternativen, damit die schlechten Spieler mehr Spielpraxis bekommen. Also mehr Freundschaftsspiele gegen gleichstarke Gegener.
    Das kostet aber zusätzliche Zeit. Den Trainer und die Spieler. Und wenn ich mir dann die Stundenpläne der Jungs angucke, weiß ich manchmal nicht, ob wir, die Gesellschaft, nicht zu viel
    von den 'heutigen' Kindern erwartet.

    Einige Kommunen haben sich deshalb auch nicht um Bolzplätze beworben

    Eine ganz schön miese Situation. Aber brauchen wir wirklich Bolzplätze? In den Städten vielleicht. Das wäre ok.
    Aber in ländlichen Bereichen gibt es Wiesen und Felder en massè.
    Da haben wir früher gespielt. 2 Stöcke in die Erde und schon war das Tor gebaut.


    Ok, genug von der Nostalgie vergangener Tage.


    Heute werden Kinder von den Wiesen verjagt, weil sie die Erträge unserer Bauern schmälern. Ein dieser Subventionsjäger sagte mir mal, als ich ihn fragte, was ich denn bezahlen müsste, wenn die Kids auf seinem unbewirtschafteten Feld spielen würde.
    Die Antwort war erschütternd: Nein, wir dürften dort nicht spielen, weil er von der EU mehr Geld bekommt, wenn er dieses Feld brachliegen lassen würde.
    Schöne neue Welt.

    Hey Karl, ich will dein Posting nicht auseinandernehmen. Sehe die Sache eigentlich genauso. Na ja, vielleicht nicht ganz so optimistisch.

    Man könnte natürlich eine nächtliche Sperrzeit einrichten

    Die Randalierer, die Du hier ansprichst, werden sich sicherlich nicht an irgendwelche Sperrzeiten halten, oder?

    Ansonsten kann man wohl nur an die Bevölkerung appellieren

    Der Apell ansich ist immer eine gute Sache. Ich bezweifel jedoch, dass Du die 5% Chaoten erreichen kannst.

    Zivilcourage zu zeigen und im Bedarfsfall einzuschreiten (wenn möglich)

    Guter Punkt, ansich, aber in der Praxis wird wohl kaum einer den Popo hochbekommen.


    Aber Du hast sicherlich Recht, wenn Du sagst, dass auch ich keine wirkliche Lösung parat habe.
    Ich glaube einfach, zuviel läuft in dieser Gesellschaft verkehrt, so dass dieser Zustand schon wieder fast normal ist.

    Das Wichtigste bei einem Abschlussspiel: Niemals waehlen lassen.
    Also immer einteilen.


    Wenn festes, vorgegebenes System, dann immer nur eine Haelfte des Spiels. Und zwar die erste. Anschliessend ein wirklich freies Spiel.
    Uebrigens reichen m.E. nicht die genannten 10 oder 15 Minuten fuer sowas. Unser Abschlussspiel dauert immer mindestens 20-30 Minuten.

    und die anderen 6 deutlich gewonnen haben. Schade finde ich es, da ich lieber bessere Gegner gehabt hätte und gerne verloren hätte, damit ich was dazu lerne und die Kinder auch.

    Das ist auch so ein lustiger Aberglaube...
    Wer sagt denn, dass ich etwas lerne, wenn ich staendig gegen viel staerkere Teams spiele?
    Ich komme doch kaum an den Ball und laufe staendig hinterher. Glaube nicht, dass mich sowas verbessert.
    Genauso wenig, wie wenn ich gegen deutlich schwaechere Mannschaften antrete. Das bringt auch nichts.


    Deswegen kommt es so ungemein auf eine gute Gruppeneinteilung an.

    Aber scheint sich ja um eine Glaubensfrage zu handeln

    Glaubensfrage ist gut ;)
    Besser wäre die Frage, wie vermeidet man völlig überflüssige Gefahren im Stadion?


    Und überhaupt. Sind Bengalos nicht pure Ablenkung vom Spiel? Ich meine, ich kann ja nur da oder dort hingucken. Entweder oder.


    Aber so ein bisschen kann ich die Befürworter schon verstehen. Bei so manchem laaaagweiligen Spiel meiner Schalker, hätte ich mir ein bisschen Ablenkung gewünscht. Aber dann lieber in Form von ein paar tanzenden, übersichtlich bekleideten Cheerleadern.
    Da gäbe es wenigstens etwas Stimmung...

    Der Entstand war 9:1. Die gegnerischen Kinder haben sich wahnsinnig gefreut, dass sie ein Tor geschossen hatten, deren Trainer freute sich, weil die Kinder sich freuten und ich freute mich, weil der Trainer die Kinder nicht anschrie.

    Oh, mal wieder ein 'und trotzdem hatten sich alle lieb'-Posting.
    Sei mir nicht böse, aber sowas lese ich jetzt zum wiederholten Mal. Totaler Nonsense.
    Versetz dich mal in die Lage der anderen Mannschaft und überleg dir, was passiert, wenn sowas häufiger vorkommt.

    Bei mir steht grundsätzlich die Ausbildung des Einzelnen über dem Team. Deshalb sind mir auch Ergebnisse ( vom reinen Spielergebnis her ) egal

    Das eine bedingt nicht automatisch das andere, oder?


    Mir sind die Ergebnisse nicht egal. Ich versuche, dass meine Jungs gewinnen. Aber die Welt geht nicht unter, wenn es nicht so ist.


    Viel mehr lege ich den Fokus auf die Mannschaft. Auf Harmonie. Jeder soll gerne kommen und seinen Platz finden. Grüppchenbildung verboten. Streitereien ebenfalls. Alles kommt auf den Tisch. Keiner bekommt ne Extrawurst.
    Vielleicht mach ich das so, weil ich es in der Jugend anders erfahren habe.


    Da gab es Grüppchen. Und das eine mochte das andere nicht. Das ging soweit, dass man diejenigen nicht mehr anspielte, auch wenn sie frei standen. Das hat mich geprägt.

    oTTo, das stimmt natürlich. Wir werden Ausnahmen nie vermeiden können. Aber das will ja auch keiner. Es gibt in der Buli auch immer mal wieder ein 8:1 oder so. Es kommt auf die Häufigkeit an.


    Wenn Kinder,Trainer und Eltern heute die Lust am Fußball verlieren, dann liegt es eben oft daran, dass ein Team dauernd feste auf die Hose bekommt. Dieser Zustand über einen längeren Zeitraum bringt nur eines mit sich: Frust.


    Guck dir mal spaßeshalber die Ligen auf Fußball.de an. Klick dich irgendwo rein und schau dir die Staffelspielpläne an. Ich habe eine Minute gebraucht, um ein 31:0 einer D-Jgd zu finden.
    Ansonsten reihenweise 10:0, 12:0, usw.


    Was ich vorschlage?
    Nun, durch dieses Forum bin ich letztes Jahr auf das Schweizer System gestoßen. Hatte es anfänglich gar nicht so richtig verstanden. Später dann aber doch. Und seit dem bin ich sowas von überzeugt von dem System.
    Wir haben letzten Juni unser großes Sommerturnier so gespielt.


    Ich konnte mich vor Fragen an diesem Tag kaum retten. Aber das Turnier war ein Erfolg. Wir hatten zig verschiedene Leistungs- und Kreisteams. Insgesamt 18 Vereine waren da und die höchste Differenz im Spielergebnis waren 3 Tore !!!
    Das allein ist klasse.


    Der große Nachteil liegt sicherlich auf der Hand. Ich weiß erst samstags gegen wen ich nächsten Samstag spiele. DAS würde so ziemlich jeden Staffelleiter überfordern.

    Haben da einige Ideen oder Ratschläge?

    Unser Kreis bietet immer mal wieder Kurzschulungen für die 4erkette an.
    Das ist meisten nur ein Abend.
    Ich fand's sehr gut und informativ.
    Vor allem merkt man, wieviele Leute so gar nichts davon verstehen. Vor allem bei Sportreportern fällt das auf.


    Aber, kein einfaches Thema. Als ich dann das erste Mal bei einem Spiel meiner Jungs meine Erfahrungen anwenden durfte, kamen plötzlich Fragen auf,
    auf die ich nicht vorbereitet war, weil der Referent nur das Grobe anspricht.
    Mehr geht wohl auch nicht in ein paar Stunden.

    ich beziehe mich also hier eigentlich auf die teams, die leistungsorientiert trainiert werden.

    'What you see is what you get', könnte man hier pauschal antworten, so dass sich die Frage in den meisten hier anwesenden Teams gar nicht erst stellt, da wir Breitensport betreiben.


    Die einigen wenigen hier, die sich das Wort Leistung auf die Stirn geschrieben haben, werden sicherlich wissen, was zu tun ist. Ich weiß das nicht, weil meine Jungs ein bunter Strauß aus allem Guten und Schlechten des Fußballs darstellen.
    Deswegen konzentriere ich mich auf den Mannschaftsgeist und die gute sportliche Heimat in erster Linie.


    Die individuelle Förderung kommt erst danach. Gleichwohl sind unsere Ziele überschaubar und erreichbar.

    "Im Training etwas mehr als im Spiel abverlangen" (110%)

    Mal abgesehen davon, dass '110%' eine gern gewählte, wenngleich auf ein Leistungspotenzial bezogen, völlig falsche Indikation ist, sehe ich den eigentlichen Sinn
    der Anfrage nicht. Sie ist m.E. viel zu schwammig formuliert, weil die Bereiche weder messbar, noch vergleichbar sind.


    In einem Training kann ich die Spieler ganz bewusst unter- oder überfordern. Das ist individuell vom Spieler abhängig. Ich kann Übungen definieren, abgrenzen, ja sogar vermischen.


    Ein Spiel ist chaotisch und kaum planbar, weil die Komponente 'Gegner' plötzlich dabei ist. Wie soll ich also die Leistung eines Spielers im Spiel mit der im Training messen?
    Das einzige, was bleibt, ist der Eindruck. Und der ist nunmal rein subjektiv.