Beiträge von thomasg

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    Meine Frau ist Lehrerin. Die sagt wir müssten eigentlich mind. 6 Wochen vor den Ferien das Fußballprogramm runter fahren, weil dann die Zeit der Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen beginnt. Wir trainieren 'nur' zweimal die Woche, und das wäre für viele Kinder schon zu viel, um in den Streßphasen alles unter einen Hut zu bringen. Die Hauptorganisation rund um die Kinder haben die Mütter am Hals, und die wären alle froh wenn man beim Fußball rechtzeitig einen Gang runter schaltet (sagt meine Frau).


    Vielleicht hat sie ja recht, als Fußballtrainer verliert man womöglich den Maßstab, da man sich sehr auf den Trainings- und Spielbetrieb fokussiert (auch schon als D-Jugend Trainer). Mir tun die Stützpunkt und Kreisauswahlspieler eher leid, die zusätzlich zum normalen Betrieb noch Einheiten und Spiele/Turniere haben. Ich verstehe sowieso nicht warum man ein Kreisauswahltraining in Konkurrenz zum Vereinstraining sieht, das zusätzlich abzuleisten ist. Das müsste sich doch eigentlich ergänzen, um die Kinder nicht zu überlasten, also in der Form ein Kreisauswahltraining ersetzt ein Vereinstraining ?!

    Ich gucke bei Großereignissen im TV auch gerne mal Handball. Oft wird die verteidigende Mannschaft dafür gelobt, durch ein Foul eine Chance des Gegners zu verhindern. Durch Rechtzeitiges 'Zupacken' vor dem Kreis gibt es dann nur einen Freiwurf für den Gegner und keine Torchance, Ziel erreicht. Super Verteidigung, rechtzeitig die Gefahr erkannt und zugegriffen. Foul als legitimes und anerkanntes Mittel.


    Das macht mir beim Zuschauen wenig Freude, gewinnen sollte im Duell 1:1 der bessere Spieler und nicht derjenige, der ein cleveres Foul anbringt (und dafür noch gelobt wird). Aber vermutlich ist das naiv. Ich sehe im Training ja selber, dass die Mädchen mit ein bisschen Körpersprache (Armeinsatz beim Laufduell etc.) Vorteile gegenüber denjenigen haben, die es nicht tun. Und oft sind das die Mädchen, die durch Ihren Ehrgeiz im Spiel der Mannschaft den Arsch retten. Aber ich kann mir nicht helfen, extra trainieren will ich sowas nicht.

    Andre,


    super Beitrag Nr. 24 !! Ich trainiere eine Mädchen D-Jugend auf dem Dorf und weiß wirklich, wovon Du sprichst wenn Du das Spiel der unterklassigsten D-Jugend beschreibst. So sieht das bei uns auch aus. Und trotzdem macht es Spaß und auch das ist Fußball und hat seine Berechtigung.

    mal ein Training ausfallen lassen und statt dessen was anderes organisieren ? Ausflug in die Eishalle, Schwimmhalle o.ä. ? Aber ein Patentrezept gibt es nicht, dein Problem ist typisch für Dorfmannschaften. Ist bei uns genauso. 14 Mädels, zu wenig für zwei Mannschaften, also alle in einer Mannschaft und dadurch ein großes Leistungsgefälle. Ist nicht wirklich befriedigend zu lösen, Zufriedenheit bei allen Beteiligten kann man nicht anordnen. Aber alles ist hilfreich, was dazu beiträgt, dass die Kinder sich nicht nur über den Fußball wahrnehmen und akzeptieren.

    ein reiner Fachaustausch wäre mir zu langweilig. Das hier ist ein Trainertalk, der auch mal abdriften darf, finde ich.

    Die Spielformen mit Einschränkungen, ob jetzt durch die Zahl der Ballberührungen, Torgrößen oder andere Regeln, und auch sog. kleine Fußballspiele (2:2, 3:3) haben sicherlich ihren Sinn, sie fördern das Zusammenspiel, jeder Spieler ist mehr gefordert, hat mehr Ballberührungen als beim 'großen' Abschlussspiel auf normale Tore usw.


    Nur leider muss ich auch bestätigen, dass diese Spielformen bei meinen Spielerinnen schlecht ankommen. Sie wollen halt ihr 'großes' Abschlußspiel.


    Ich sehe es mittlerweile so, dass der Spaß im Training auch nicht zu vernachlässigen ist vor den Ausbildungszielen. Wir machen daher immer ein großes Abschlussspiel 6:6 auf Jugendtore. Alles andere muss vorher stattfinden. Andere Spielformen sind bei uns zeitlich auch begrenzter, z.B. 3:3 Turnier auf kleine Tore, Spielzeit dann jeweils nur ein paar Minuten.

    es mag ja ärgerlich sein, wenn stärkere Spieler plötzlich in unteren Klassen eingesetzt werden, weil es gut hinkommt (spielfrei o.ä.). Auch erweist man seiner Mannschaft als Trainer einen Bärendienst, wenn man andere dazu holt und eigene Kinder dafür draußenläßt. Aber ich finde auch, dass man sich darüber kaum beschweren kann. Sie gehören zum gleichen Jahrgang und darum wird eben nicht besch........ Etwas anderes wäre es, wenn ältere Kinder 'jünger' gemacht und für andere Spieler lt. Jugendpässen ausgegeben werden. Dann würde ich auch Einspruch einlegen, sofern es mir auffällt. Wenn gleichaltrige Kinder gegeneinander spielen, kann ich -offizielle Verbandsregeln hin oder her- keine Ungerechtigkeit erkennen.


    Wir haben seinerzeit mal als B-Jugendliche zu dritt regelmäßig Samstag in der B-Jugend gespielt und dann Sonntags in der A-Jugend ausgeholfen, da dort zu wenig Spieler waren (kleiner Dorfferein). Am Ende wurden uns in der B-Jugend etliche Punkte abgezogen, da wird als festgespielt für die A-Jugend galten und somit nicht mehr in der B-Jugend, wo wir altersmäßig doch hingehörten, eingesetzt werden durften. Finde ich heute noch ungerecht, damit ist mir die einzige Meisterschaft meiner ganzen 'Fußballkarriere' aberkannt worden, und wir waren doch B-Jugendliche.

    Tja, in der Tat, jeder legt das anders aus.


    Ich für meinen Teil sehe da die Grenze, wo es nicht um den Ball oder um die Balleroberung mit Körpereinsatz geht (Schulter einsetzen im Laufduell etc., bißchen Geschubse bei der Ballannahme), sondern wo es von vorneherein auf den Gegner geht, um ihn zu verunsichern. Wir haben am Wochenende gegen eine Mannschaft gespielt, wo vorher andere Gegner aus Erfahrung gewarnt haben: Passt auf die Nr. ? und Nr. ? auf, die ziehen im Vorbeigehen in den Haaren und kneifen und so etwas.


    Genauso war es dann auch, und das ohne das der Ball überhaupt in der Nähe war. Ich frage mich dann, wie kommen Mädchen im 1. Jahr D-Jugend dazu ? Von alleine oder hilft da der Trainer nach mit Tipps zur psychologischen Kriegsführung ???


    Ich glaube nicht dass der Zweck die Mittel heiligt, es sollte auch beim Grätschen immer noch um den Versuch einer fairen Balleroberung gehen und nicht darum, dem Gegner erst einmal einen Mitzugeben 'um ein Zeichen zu setzen', aber wenn man da die Anekdoten einiger Exprofis so liest......

    Wir sind jetzt gerade aufgefordert worden, talentierte Mädchen Jg. 2002 zum Auswahltraining der Kreisauswahl anzumelden. 3 Mädchen wollten wir melden, bei einer sagten die Eltern gleich: wollen wir nicht, hatten wir beim Bruder schon mal, war 1 1/2 Jahre nur Streß zusätzlich zum normalen Kram (Schule, Jugendorchester, DLRG). Für den Bruder hat es, wie bei 99,9 % aller Kandidaten, letztendlich auch nicht zur großen Karriere gereicht.


    Ist doch auch o.k., finde ich in Ordnung. Wenn ich so lese was einige in Kauf nehmen für die wartende Karriere, ich weiß nicht. Man sollte einem Hobby nicht so viel Bedeutung beimessen, dass es allen anderen Bereichen die Luft abschnürt. Finde ich ungesund.


    Lohnt sich nur für wirklich herausragende Talente, nicht für den besseren Durchschnitt. Und ob der eigene Junge oder Spieler wirklich soooo gut ist, dass es die jahrelange Ochsentour lohnt, sollte man sich gut überlegen.

    tibo,


    ne, eine Quelle habe ich leider nicht. Ich habe das mit den Einsatzzeiten wohl mal irgendwann beim surfen gefunden, auch einige deutsche Landesverbände scheinen da intelligent ranzugehen. Hier in Niedersachsen gibt es keine Vorgaben. Für mich eines der größten Probleme im Jugendfußball.

    Als Trainer fände ich es sehr hilfreich, wenn der Mindesteinsatz aller Spielerinnen von oben vorgegeben wäre durch feste Regeln. Fände ich ideal, damit diese ewigen Diskussionen über die Einsatzzeiten vorbei wäre und nicht jeder als Trainer machen könnte, was er will. Nicht zuletzt hat man auch als Trainer dann keine Rechtfertigungsnot mehr über die Spieleinsätze. Man darf bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass es auch ehrgeizige Sporteltern gibt, die das Auswechseln von 'Leistungsträgern' nicht verstehen. Ich habe jetzt auch eine Rotation eingeführt und habe eher Probleme mit den 'Ehrgeizigen' Eltern. Man könnte sich diesen ganzen schwierigen Spagat sparen =


    Ich habe mal gelesen, dass im spanischen Verband folgende Regelung im Kleinfeldbereich (6 Feldspieler) gilt: Es dürfen nicht mehr als 11 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen, jeder genannte Spieler muss eine Halbzeit durchgehend auf dem Feld sein. Leicht zu kontrollieren für alle Beteiligten, keiner muss mit der Stoppuhr schauen wie eingesetzt wird, alles sehr durchschaubar und nachvollziehbar. Warum bis heute so eine Regelung bis z.B. F - D Jugend hier nicht eingesetzt wird, kann ich nicht nachvollziehen.


    Würde das Problem von chips nicht wirklich lösen, wenn bei über 22 Kinden nur 1 Mannschaft gemeldet ist und der Trainer nur immer die gleichen 10 nominiert. Aber bei dieser Konstellation kann auch ein Verband nichts mehr machen. Ich kann aber dem Trainer nicht vorwerfen, keine zwei Mannschaften zu melden. Wie soll der das organisatorisch am Spieltag schaffen ? Wie sieht es denn in der Elternschaft aus ? Wenn weiterhin gemeinsam trainiert wird, sollte es doch möglich sein, zumindest für den Spieltag eine zweite Mannschaft druch die Eltern alleine zu betreuen und unterklassig zu melden ? Schon mal an Selbsthilfe bzw. an so ein Angebot an den Trainer gedacht ?

    Andre,



    das ist eine Sichtweise, die ich komplett unterschreiben kann. Für mich ist der Ansatz des gemeinsamen Fußballerlebnisses mit Spass und Freude an der Sache das Wichtigste, wenn die Mädels zweimal die Woche für eine gute Stunde zum Training kommen, daran ist das Training ausgerichtet.



    Wenn dabei die Technikschulung etwas auf der Strecke bleibt, weil die Mädels pölen wollen, dann finde ich daran nichts Schlechtes. Ein Beispiel: Wir haben immer ca. 25 Minuten Abschlusspiel, dann auch immer 5:5 oder 6:6 auf große Tore, weil bei insgesamt 13 Kinder kaum Trainingsausfälle zu verzeichnen sind. Und andere Spielformen, wie oft angeregt auf vier kleiner Tore oder 3:3 Turniere, machen ihnen keinen Spaß und werden sehr lustlos abgespult. Habe ich ausprobiert, aber lasse ich jetzt halt und lass sie ihr 'großes' Spiel auf normale Tore spielen.



    Wenn ich mich hier in den Threads so durchlese, überlege ich oft, ob ich den Mädchen zu wenig anbiete und ob ich zu wenig ambitioniert bin, aus der Truppe 'was zu machen'. Aber ihnen macht es offenbar Spaß, wir sind jetzt 2 Jahre zugange und spielen dann in der Rückrunde eben Kreisklasse statt Kreisliga, wenn es nicht reicht. Aber da halten wir immerhin mit. Reicht doch auch.



    Wem das nicht reicht für sein Kind, der soll doch selber das Training übernehmen.

    Wir schmeißen bei uns die guten, kompetenen und engagierten Trainer auch sofort immer raus. Sowas können wir nicht gebrauchen, die kommen uns bei unserem Gemauschel und Postengeschachere immer in die Quere mit ihren Ideen und Vorstellungen.


    Ich kann diese negative Darstellung aller Vereinstätigkeit nicht mehr hören. Nur mal ein Beispiel von vielen: Ich trage als Trainer bei den Spielen auch immer eine Trainingsjacke meines Vereins. Erstens ist es bequem, und zweitens demonstriere ich damit meine Zugehörigkeit zum Verein und zur Mannschaft und bin drittens als Ansprechpartner des Vereins erkennbar, wenn jemand ne Frage hat. Für Kicker demonstriert ein Trainer aber mit der Vereinsjacke ausschließlich seine Wichtigkeit und bebauchpinselt seine Arroganz, zumindest ein bisschen Macht zu haben, und sei es nur als Kindertrainer. Wie gesagt nur ein Beispiel von vielen, die immer mal wieder gebracht werden.


    Wenn man permanent überall aneckt und sich von allen ungerecht behandelt fühlt, liegt es vermutlich nicht - zumindest mit Sicherheit nicht nur - an der Umgebung. Gerade dieser Thread ist ein Spitzenbeispiel dafür, wie unweigerlich die Dinge schieflaufen müssen mit so einer Einstellung. Es gab gut- und ernstgemeinte Ratschläge, niemand hat 'draufgehauen' und doch stilisiert sich Kicker mit einem gewissen Automatismus in die Ecke des unverstandenen Kinderfreundes, der es als einziger ernst meint mit der Sorge um die Kinder, während alle anderen faule Kompromisse schließen.

    Kicker, niemand bezeifelt die Ernsthaftigkeit deines Anliegens. Aber eine Sichtung ist eine Auswahl, das liegt nun mal in der Natur der Sache. Und wahre Objektivität gibt es nicht, und übermenschliches kann man nicht verlangen.

    Passt vielleicht nicht hundertprozentig zum Thema, da es hier nicht um einen Trainingsausschluß oder einen Aufnahmestopp handelt,aber es beschäftigt mich z.Zt. sehr und ist zumindest Thema-verwandt und ich möchte gerne wissen, wie andere darüber denken. Als Trainer habe ich eine Position, als Elternteil des betroffenen Mädchens wäre ich vermutlich genauso sauer wie Hexe.


    Wir haben nach der Hinrunde zwei neue Spielerinnen dazu bekommen (die anderen spielen jetzt 2 Jahre). Die eine wollte schon immer Fußball spielen, spielt nach Aussage meiner Tochter auch immer in jeder möglichen Schulpause in der Fußballarena mit und durfte sich jetzt auch endlich im Verein anmelden, nachdem Ihre Eltern lange dagegen waren. Sie hat keine gute Technik, aber sie ist sehr 'heiß' auf Fußball und auf dem Platz eifrig bemüht, setzt sich enorm ein usw. Auch ein gewisses Spielverständnis ist vorhanden. Wir haben jetzt zwei Punktspiele gemacht, das Mädel hatte beide Male 50 % Einsatzzeit.


    Die Spiele waren beide sehr eng (2:1, 0:1). Das andere Mädchen habe ich gar nicht eingesetzt. Sie ist wegen einer Freundin, die bei uns spielt, angemeldet worden. Sie hat sich vorher nicht für Fußball interessiert und hat insofern einen riesigen Rückstand aufzuholen. Dazu kommt, dass sie auch körperlich nicht viel einzusetzen hat, sie ist läuferisch sehr schwach und hat noch überhaupt kein Spielverständnis. Kurzum, schon im Training im Abschlusspiel wird sie qasi einfach überrannt, als wenn sie gar nicht vorhanden wäre ohne Möglichkeit, auch mal an den Ball zu kommen. Ich habe mich daher dazu entschieden, ihren Eltern jetzt zu sagen, dass sie diese Rückrunde erst einmal nur mittrainiern kann und keine Einsätze bekommt. Meiner Meinung nach würde ich ihr mit Einsätzen auch keinen Gefallen tun, das kann -aus welchem Blickwinkel auch immer- nur zu Frust führen.


    Sagen möchte ich noch dabei, dass wir als II.D ausschließlich jüngerer Jahrgang sind und einige Mädchen sogar noch E-Jugend spielen könnten (keine E-Jugend im Verein, daher hochgezogen). Das verschärft noch die Situation, da wir den meisten Mannschaften körperlich unterlegen sind. Wir haben (bei 6 + 1) mit den beiden Mädchen insgesamt 14 Spielerinnen und führen zu den Spieltagen eine Rotation durch, so dass immer 11 Spielerinnen dabei sind (alle haben mal Pause, auch die Starken)


    Ist die Maßnahme, das Mädchen zunächst nur am Training teilnehmen zu lassen, in Ordnung ?

    Zitat @kicker:
    Zitat *Zuletzt dribbelt da ein Kind als letzter Mann gegen 2 jahrgangsältere Gegner, verliert natürlich den Ball - Tor. Ich sage frecherweise zu ihm, dass er dies nicht tun solle, darauf der "Trainer": Ruhe da, das soll er, ich habe es ihm gesagt...

    Das Bild rundet sich für mich immer mehr ab...
    Allein sein Spruch macht mir den Trainer schon sympatisch.

    Gaaaanz genau, da ist er doch der Trainer, der auch mal laufen lässt und die Kinder nicht mit Vorgaben überzieht. Guter Trainer, der Abwehrspieler verursacht ein Gegentor und kriegt keinen Ärger, weil sein Trainer will das er was ausprobiert und mutig ist. Warum das jetzt kritisiert wird ist mir ein Rätsel. Weil beim nächstenmal möglicherweise ein Scout zuschaut und den Jungen gedanklich aussortiert ???? Wie verquer kann man eigentlich denken ???