Beiträge von Keller-Kicker

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    Prima, deine Einschätzung von Guenter und mir, sie ehrt uns, da sie von dir kommt! Ja, unsere Beiträge mögen mitunter schwere Kost sein, aber der aktuelle KiFu mitunter auch - und ihnen wollen wir darin schließlich richtig verstehen. Wäre dies einfach, wäre er wohl anders, aber die Sache liegt tief im "menschlichen Seinscharakter" begründet und dem müssten wir näher auf die Spur kommen, ohne in seine Fallen (die Widerstände derer, die sich selbst nicht so verstehen, dass sie den KiFu den Kindern zurückgeben können!) zu tappen bei der Durchsetzung eines besseren KiFu, seiner Befreiung von den Rivalitäten, den über ihn abgebauten Aggressionen des beruflichen Alltags oder dem destruktiven Sich-beweisen-müssen als Ich, insbesondere als Mann (vgl. Theweleit)!


    Sicher, das Schieri-freie Kinderspiel wie beim Sparkassen-Cup zeigt nicht immer nur als "gut" und einträchtig, gar friedfertig, denn die Kinder sind über Jahre geprägt und auch bleibt Fußball stets Wettkampf, nicht nur Körperertüchtigung wie gemeinsames Joggen. Aber man kann dies oder jenes Bewusstsein in Kindern fördern. Die Blutgrätsche und heimlichen Ellenbogeneinsatz kann jeder noch mit 15 oder 17 erlernen, falls er denn "höherklassig" zu spielen vermag. Dabei fragt sich zudem, wieso dies immer mehr auf Härte statt Kreativität hinauslaufen muss. Im Kleinen kann jeder einzelne Trainer die Lage entschärfen: Indem er vor dem Spiel nicht nur den Schieri, auch die Gegner herzlich begrüßt, auch mal echte Freundschaftsspiele zum Warmwerden organisiert oder alle Kinder sich irgendwie gemeinsam warmmachen lässt. Vieles ist da denkbar! Und wieso setzen sich eigentlich immer nur die Herrenteams nach dem Spiel alle freudnschaftlich bei einer Kiste Bier zusammen, wieso dürfen nicht auch Kinder nach ihrem Spiel lernen, was "gut Sport" bedeutet, gemeinsam noch zusammensitzen. Man verwehrt ihnen dies, da man ja keine Zeit dafür hat, d.h. finden will: Denn Kinder und ihr Spiel sind sie uns nicht wert!?


    200 Jahre sind zu lang, richtig. Daher trainiere ich Menschen im richtigen Denken und gebe hier nun doch mal ausführlich ein Beispiel eines wenige Stunden kostenden Kurses:


    Veranstaltungstitel: Irren ist menschlich: Wie geistlos unser Gehirn wirklich funktioniert!


    Veranstaltungsbeschreibung:In der Menge sind Menschen meist wie die Lemminge: Wir rasen blindlings in den Abgrund! Aber auch für sich allein verspielen viele ihr Vermögen. Warum ist das so, wie unterliegt jeder Einzelne im Alltag ständig dem Irrationalen und geht regelmäßig in die Irre, gerade, wo und wenn er meint, genau Bescheid zu wissen?
    Wir erarbeiten uns an einem Tag eine gesunde Basis gegen gängige Denkfehler, um nie mehr auf uns selber hereinzufallen: Wir revolutionieren uns so im Geist für den Rest unseres Lebens! Wir durchschauen in Zukunft den Authority oder Confirmation Bias, Overconfidence-Effekte, die Sunk Cost Fallacy oder den Terror der Gegenseitigkeit. Am besten man lernt sich selbst schon in der Jugend von der richtigen Seite kennen, aber es ist nie zu spät dafür, als über sich selbst aufgeklärter Zeitgenosse schlauer zu werden! Viele praxisnahe Beispiele veranschaulichen, wie menschlich das Irren ist.


    Die Resonanz sollte groß sein, denn wer mag schon gern irren wollen, sollte man meinen, doch weit gefehlt, das kann ich uneitel so sagen. Daher setzte ich den weiten Horizont - als jemand, der zwar als Dozent geachtet ist im kleinen wissenschaftsinteressierten Kreis, im KiFu aber nicht Trainer sein darf. Wäre dies nicht wegen der betroffenen Kinder und all ihrer über die Jahre beobachteten zerstörten Teams sehr bitter, ich würde laut lachen über solch Absurdität. Den Mut dies hier so offen zu bekennen, hat mir deine Resonanz gegeben, denn sie ist mir aus Respekt vor deiner Leistung viel wert und wiegt 100 Stimmen derer vor Ort auf, die meist nur auf sich bedacht handeln und ihr "Objekt", die Kinder, vergessen, um selbst als Subjekt brilliant zu wirken. Danke!

    Sehr richtig! Gestern wurden unsere 11/12-jährigen Spieler wieder beim Stand von 0:2 übel laut über den Platz vom Trainer beschimpft: Ihr seid zum Kotzen, Scheisse und (natürlich stets) blind. Schießt mein Sohn vorbei heißt es gern: du bist genauso schlecht wie dein Vater. Als sie aber das Spiel noch zum 3:2 gedreht hatten: kein einziges Wort des Lobes. Leider schaut man immer nur reduzierend aufs Sichtbare, "sieht" nie Geistes-, nur Körperverletzungen... Die meisten schauen u. hören nur weg, ignorieren Obengenanntes opportunistisch. Und wer den Mund aufmacht (wie ich gestern wieder mal), vor dem erhebt sich die Faust u. es wird gesagt, dass man bald Ärger mit Leuten bekomme, die man gar nicht kenne. Nicht, dass einem da nicht mulmig wird, aber wegducken tun sich schon genug, ich nicht! Trotzdem hat alles seine Grenzen und wir als Familie sind nur froh, wenn wir das im Sommer hinter uns lassen können. Gingen wir sofort, würde dafür nur eine Person bestraft: das kleine Kind - klasse DFB! Darüber berichten Medien natürlich nie - zu unspektakulär, solange nicht zuordenbar viel Blut fließt o. es schön brennt...

    Wer "die" Wahrheit (statt nur eine bescheiden seinige) kennt, dürfte sie nicht mehr suchen, oder? Aber ich will hier keinen mit Wahrheitstheorien nerven, die ich schon ausführlich ihre hermeneutische Dialektik erklärte: "Das" Wahre* ist stets das Unwahrhafte, daher im Selbstbezug die Seinsfrage Gebot! Wer ganz ohne (in sich beschränkenten) Wahrheitsanspruch für etwas argumentiert und im Dazwischen des Miteinanders streitet, für den wäre Schweigen Gold... - Die FPL sollte daher auch nicht gleich wieder zum System bzw. dessen Basis, sondern zum nach vorne herausfordernd offenen Minimalziel, d.h. als symbolhaft minimalistischer Kompromiss. Denn sie ist kein Patentrezept fürs Gute, sondern Konstrukt: nicht organisch aus einer eigenen Dynamik heraus uns zugewachsen, sondern ein Reflex auf Mängel im Ist. Folglich kann sie die Verhältnisse auch niemals wirklich verändern und kuriert an den Symptomen. Das ist besser als nichts, aber erfasst noch längst nicht alles.


    Es tut mir leid, das klingt sehr theoretisch o miesepeterisch, aber es wäre auch keinem geholfen, hier tiefer auszugreifen, oder? Man kann sich aber sicher eine Liga vorstellen, wo Kinder wirklich noch viel freier selbstbestimmt ihr eigenes Spielen ausleben könnten, auch wenn diese noch als bloß idealistische Utopie erscheinen muss. Aber das waren Autos o. Hartz-4 von 200 Jahren auch, man muss einfach in Zeithorizonten denken, die übers eigene Ich hinaus gehen, um das Mögliche als das u.U. zukünftig Reale anzuerkennen und nicht zu sehr am Hier-Jetzt zu kleben, was sicher nur natürlich ist. Das Wahre aber zeitigt sich selbst, wir können es darin nur unterstützen, passiv bleiben oder es zu blockieren versuchen, je nachdem, ob wir mehr auf Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit bauen möchten. Annäherungsweise beschrieben ist das, was für Kinder ihr Wohl bedeutete, in Zimpel's Buch "Lasst unsere Kinder spielen!", etwa S. 40ff. Es geht da um den Selbstzweckcharakter ihres Seins, der in ihrem Gehirn kybernetische Rückkopplungen sensomotorisch noch viel offener, viel dynamischer steuert. Praktiziert heute schon in etwa in Montessori-Schulen. Hier hätten Anwälte einer FPL auch ihre argumentativ beste Folie zur Realisierung als Verbündete, aber die Konzepte sind neurobiologisch heute eben sehr komplex und nicht so einfach zu vermitteln. Sind sie daher gleich komplett abzulehnen? Mir scheinen sie einer kindunterstützenden Wahrheit aber weit näher zu kommen als die aktuelle System-Realitäten....


    *Wolf im Schafspelz, also in Wahrheit nur Macht- statt (in sich reflexiver) Wahrheitsanspruch!

    Danke, diese Wilde Liga war mir völlig unbekannt. Da bin ich mit dem Rohrkrepierer ja nicht allein, sogar die Vereine scheiterten. Aber wieso? Da selbstverständlich alles nachrangig behandelt wurde, zuerst die Spiele des DFB-Systems kamen? Erst die Macht, dann die Wahrheit...?


    Gestern hat Pelzig ja im TV geradezu fanatisch das Buch "Die FIFA-Mafia" beworben. Am Ende ließ O. Kahn es trotzdem liegen: Wer ein Buch nicht liest, braucht dann deren Wahrheit auch nicht zu kennen, oder wie? Na, ich werde es mir bald mal reinziehen. Nur die FIFA? Und der DFB, kommt zu ihm auch mal so ein Buch, was stünde da dann drin zu unserem Nah-System?

    Wieso, hast mich doch grad bestätigt: das Kind wird gesperrt, wenn es nach einigen Spielen auf der Bank aus Frust dahin wechseln will, wo es spielen dürfte. Es muss bis Saisonende durchhalten o. wird per Sperre abgestraft, darf also nicht mitspielen - einige Monate, für Erwachsene (die dann eh meist auf einen fremden Pass eingetragen werden) nichts, für Kinder eine kleine Ewigkeit, nach der es dann mitunter längst so spät ist. Zweck: Druckmittel gegen Eltern. Oder wie siehst du das?


    Der gern so groß geschriebene Respekt würde das System dies verstehen lassen, sich nicht an den Kindern vergreifen, sie in Freiheit spielen lassen statt sperren, oder? Wieviel Ausbildungsentschädigung ein Verein z.B. für 12-jährige zur D-1 hin bezahlen muss, wenn Eltern nichtsahnend zu spät kündigen u. das Kind z.B. dort mit 4 Jahren anfing, weißt du sicher. Will o. kann kein Erwachsener zahlen, ist dies Kind dran! Ich warne grad wieder viele (alles unwissende) Eltern, sich bis 31.Mai eine Freigabezusicherung zu holen o. mit sofortiger Kündigung zu drohen. Freies Wechseln bei Problemen der Erwachsenen untereinander, dafür bin ich unbedingt, das sollte eigentlich aus Respekt vor unmündigen Minderjährigen selbstverständlich sein u. mal wer einklagen: aber Kinderrechte sind eben hintenan, interessieren nicht so... Ich habe die Mittel leider nicht für Musterprozesse, fände es aber spannend, was da raus käme.

    Völlig richtig: die Vielen springen gern nur auf die Züge auf, die zuvor wenige ins Rollen bringen mussten, wobei jene ihnen oft erst noch Knüppel zwischen die Beine warfen. Nettes Beispiel ist da auch der sog. Fußball-Kulturpreis, der Lern-Anstöße unterstützen will. Doch wer soll sich da bewerben, wer wird prämiert: nicht die innovative, querdenkende Idee oder Vision, der noch alle Mittel fehlen, sondern Projekte, die längst Erfolg haben, etabliert sind. Danach wird beurteilt, damit man ja nicht jemand wählt, der am Ende scheitert, auch der eigene Erfolg vorprogrammiert ist, da längst da.


    Ein Projekt, mit dem man nur unter gewissem Risiko ein Zeichen setzen würde (ich meine natürlich die Bunte Liga für Kids, die es bisher nur für sich selbst organisierende Erwachsene gibt, Kinder aber viel mehr verdienen würden), das ist zu wenig. So wird es auch mit der FPL sein: wenn sie überall Erfolg hat, schreibt man sie sich auf die Fahne, sonst hat man es schon immer gewusst, dass das nichts war. Wer Erfolg hat, hat eben viele Freunde und Helfer: allseits Schulterklopfer, sobald es läuft (bei uns: erfolgreiche Turniere); wer noch am Anfang steht und Hilfe benötigt bzw. verliert, gar ganz zu scheitern droht, den kennt schnell keiner mehr, der ist plötzlich nur der Prügelknabe: ein Spinner (wie gern höre ich da gleichnamiges Lied der Revolverhelden)...


    PS: Nachdem meine Frau meint, dass der Standardspruch zu Schieris o. Gegner attackierenden Eltern-Fans bessere Chancen habe als die ganze BLfK-Initiative stell ich den hier mal öffentlich rein: Sry, unser Leben ist zu kurz, um sich für Siege im Fussball zu ereifern! Allzu subversiv?

    30 Euro bezieht sich auf ein Nichtantreten, gilt es auch für einen Abbruch, indem man den Platz verlässt? Mich würde interessieren, inwieweit hier die u.U. berechtigten Gründe beachtet werden. Mitunter kann es deeskalierend o. Schutzmaßnahme sein, lieber zu gehen u. Punkte abzuschenken. Wird da differenziert zum Fall, wo man evtl. einfach wegen aussichtslosem Spielstand "abhaut"? 100 Euro für den Spielausfall mangels Spielern in einer Jugend finde ich schon heftig, kann ich mir kaum vorstellen! 15 Euro für eine Verlegung finde ich schon übel, wenn ein Spiel z.B. auf Brückentage gelegt wurde, wo viele fehlen, die Verlegung also von allen absehbar gewesen wäre. Geldmacherei?Was ich aber stets entlarvend finde, wenn Kinder in Haftung genommen u. per Sperre abgestraft werden, wo Erwachsene Konflikte haben, wenn schon ab 12 Jahren finanzielle Entschädigungen fließen müssen, sonst die Kinder dran sind, die Zeche per Sperre zu bezahlen, wo Erwachsene sich streiten: Ist das Respekt vor Kindern, vor Schwächeren u. Schutzbefohlenen?


    Ich nannte das Beispiel, wo ein passabler Spieler unter 10 Jahren fast nur auf der Bank schmoren muss. Können ohnmächtige Eltern dies Elend nicht mehr mit ansehen, will ein anderer Vereinstrainer diesen Spieler, bleibt nur der Wechsel, doch was machen die Verbände: Sie sperren systembedingt das Kind vom Spielbetrieb aus, das für alles am wenigsten kann und schon genug Opfer ist. Wo ist da der Respekt? Das schreckt Eltern dann ab u. fesselt sie erstmal als Abhängige. Ergebnis in diesem Fall: am Saisonende hatte das Kind längst jeden Spaß am Fußball verloren, wechselte dann zum Handball, wo es auch bald aufhörte, da eigentlich Fußball seine Leidenschaft war, den es heute nurmehr an der Playstation spielt. 3 Versuche, es für seinen Sport bei freien Turnierevents wieder zu gewinnen, schlugen fehl: es war dem Spiel nicht mehr gewachsen, lag schnell bei Remplern am Boden und heulte, jeder innere Biss, jedes Selbstvertrauen fehlte, Reanimation zwecklos: ein Opfer des Systems, seiner kinderfeindlich destruktiven Kräfte. Diese Kinder habe ich vor Augen, wenn ich an KiFu denke: was ist Dschungel, was gute Ordnung für Kinder, wo ihre Freiheit, die uns politisch stets versprochen wird, die Menschen stark, glücklich u. kreativ macht, gerade Kinder?

    Das riecht verdächtig nach Zivilcourage u. dürfte teuer werden. Denn vor sowas muss man einen Riegel schieben, wo kämen wir sonst hin - Revolution?


    PS: Was würde eigentlich passieren, wenn jemand sich mal verweigert, die Strafe nicht bezahlt? Wenn er dann - unmöglich, ich weiß - noch breit Solidarität erführe, im Kreis viele Kollegen für ihn demostrierten? Ach, träumen kann so schön sein!

    Ich wollte anfangs auch mal mein Team schützend vom Platz holen: die anderen wurden falsch gemeldet (O-Ton Trainer: "wir" wollen auch mal Meister werden!), foulten ständig, führten schon 15:0 und deren Rumpelstilzchen raste trotzdem wie irre am Rand entlang: "Geht hinten drauf, MANN! Wir wollen zu Null spielen" o. "Weiter, weiter, die 20 schaffen wir noch!", während unsere Jungs immer öfter mt Tränen am Boden lagen. Jemand klärte mich auf: dann zahlst du eine deftige Strafe! Also ließ ich es. Antwort des Verbands auf meine nachherige Beschwerde über diese Zumutung: Es täte ihnen LEID und sie könnten nichts tun. Man müsse auf die Vernunft der Trainer u. Vereine bauen, die es hier grad nicht gab. Tja, das zeigte echt Verantwortungsgefühl! Also dürfte der, der sein Team runterholte, bezahlen müssen, so oder so... Hätte man dazu ein Recht gehabt, wenn der erste Krankenwagen kommen muss?


    Andre: Sorry, sehe ich andersherum, da ich als Vater schon oft zum verletzten Spieler helfend laufen musste, während ein Trainer ertsmal lang mit dem Schieri lamentiert, natürlich laut und deftig vor allen Kindern, damit sie auch ja keinen Respekt erlernen. Klar, ich hätte die weinenden Kids auch liegen lassen können, laut FPL vielleicht sogar müssen, um meine Zone ja nicht zu verlassen. Nun denn, ich praktiziere Nächstenliebe lieber statt sie mir nur auf die Fahne zu schreiben ;)

    Viele Trainer (ohne Quali!) sind oft ja eher Fans (dann lieber nur beaufsichtigen statt viel "wollen") als "Betreuer". Das ist emotional ok u. verständlich, doch hätten sie qua Verantwortung die Pflicht, das zu verändern statt sich darin "gehenzulassen", oder?

    Ich kann nicht sagen, bei "uns" ist es so oder so. Es gibt leider Vereine, wo es eher die Regel zu sein scheint, andere sind fast vorbildlich. Insgesamt sind Exzesse sicher die Ausnahme, viel Lärm um nichts leider eher die Regel. Ehrgeiz gehört ja auch immer dazu, nur muss man eben sehen, dass Kinder keine Erwachsenen sind, bei denen Herumschreien der Fans nun mal dazu gehört und noch kein Team gesagt hat, dass man lieber auf dem hintersten Nebenplatz unter Ausschluss der Öffntlichkeit spiele.


    Thema Randgruppen etc.: das ist alles von uns, unserer Gesellschaft selbst produziert, also hat jeder von uns die Verantwortung. Mit dem Finger auf wen zu zeigen, lehne ich daher ab: Gespräche suchen, "sozialisieren", überzeugen, das ist die Aufgabe eines jeden, zumal derer, die Ämter übernehmen, wozu ja auch keiner gezwungen wurde. Sie nur als Schmuck tragen, das geht nicht, man muss sie mit Leben er- und ausfüllen. Sonst sollte man es besser :) für die, über die man das Sagen hat) lassen. (Dass über vieles Ungutes nicht berichtet wird, aus politischen Gründe: es kann nicht sein, was nicht sein darf, muss man durch Zivilcourage ausgleichen: jeder von uns, damit demokratie funktionieren kann.)

    Die Autorin Ilya Faye versucht weitergehend als unsere Bundesregierung Opfer über folgende Aktion zu schützen:


    * Mitmach-Aktion gegen Mobbing im Sport *
    ~~~
    Nochmals meine Bitte an alle - auch an diejenigen, die nicht direkt betroffen sind -, diese Aktion zu teilen, damit möglichst viele Opfer von Mobbing im Sport informiert werden können.
    ... Auch in diesem sozial so wichtigen Bereich ufert Mobbing aus, macht nicht einmal vor Kindern und Jugendlichen Halt - und die großen Sportorganisationen diskutieren über Zuständigkeiten und fehlende Regularien!
    * Das ist nicht hinnehmbar! *
    Die Opfer sind aufgerufen, den DOSB über ihre (ggf. ehemalige) Situation in Kenntnis zu setzen und gegen diese perfide Form von Gewalt in die Pflicht zu nehmen.
    Ich selbst habe mit 2 offenen Briefen eine Basis geschaffen, einige Mitmacher gibt es bereits...


    +++ Da ich nicht über die Mittel verfüge, massiv Werbeanzeigen für den so wichtigen Kampf gegen Mobbing zu schalten, bin ich auf eure Unterstützung angewiesen +++ Danke fürs Teilen +++Mehr anzeigen


    <DIVtype":10,"tn":"H"}'">




    <DIVtype":11,"tn":"C"}'">Mobbing im Sport - Wehr dich!
    Man mag dies als sehr pauschal ansehen, da sich jeder schnell mal als gemobbt empfinden kann, als Signal zum Nachdenken und Aufmerken habe ich aber viel Respekt vor dieser Aktion: Sie soll den Sport für alle, gerade immer auch die Schwächsten, als Ort von Spaß und Freude schützen! Hoffe, es bringt was. Politik von unten hat es leider schwer, aber auch die Piraten fingen mal ganz klein an, wurden nur belächelt....

    Ich glaube, du hast nicht verstanden, was (Symbol-)Politik heute bedeutet: immer schön so tun als-ob, mittels Simulakren, wenn etwas in Medien hochgekocht wird. Was darin nicht präsent ist/gemacht wird, interessiert auch keinen, erbringt keine Wählerstimmen. Dieser gedankliche Ad-hoc Minimalismus soll die generelle Indifferenz an Themen verbergen, produziert dann maßlose Maximalforderungen u. ihre Übertreibungen in der Sache, wo die Justiz reale Vergewaltiger (z.B. in der Ehe - solch Fall gab's hier grad) mit netten Bewährungsstrafen absegnet, so dass zwischen Legislative und Juriskative ein Riesenloch klafft, hier Symbole, viel Gerede u. Theaterdonner, dort brutale o. ruinöse Realität, die oft unangetastet bleibt...

    Eben dies ist der Irrsinn der Beauftragten, die so gern fürs Hinsehen plädiert! Sie ist auf einem Auge völlig blind: dass nicht nur sexueller Missbrauch Kinder in ihrer Integrität sehr verletzen kann. Aber sie ist eben nur ein politisches Manöver der Regierung, die angesichts der vielen publiken Fälle Handlungsfähigkeit simulieren will, daher auch die Übertreibung: Es fehlt ihr jedes Maß! Es geht mehr um massenmediale Präsenz als reell die Sache von Kindern, s. aktuelles Beispiel der Betreuerin, die ein 7-jähriges Kind zur Strafe von anderen bespucken ließ. "Sexuell" ist hier nichts, also vernachlässigbar und harmlos? Seelische Schäden o. Demütigungen, die nicht direkt für Erwachsene sichtbar sind, sollen auch nicht existieren? Von wem aus u. für wen wird da mal wieder gedacht?

    Das sehe ich auch immer wieder: das verletzte Kind als solches wird vom Trainer gar nicht beachtet, nur die Tatsache, ob es Freistoß, Elfer o. Karte gibt, bzw. Schieri o. Gegenspieler sind interessant. Bei uns gestern im Dschungel: die Eltern des E-Heimteams, das ständig drückt, schubst u. tritt, bearbeiten unablässig ihren eigenen 17-jährigen Schieri, der zuerst sehr konsequent u. richtig pfiff, dem rüdesten Spieler 2 Minuten beim nächsten Foul von hinten androhte u. "seine" Eltern mutig ermahnte. Unterschwellig aber wurde er doch mürbe, pfiff dann ein klar unabsichtliches Handspiel (Ball prallte hinterm Rücken an die Hand auf Kniehöhe) gegen uns, wofür er die nächste Grätsche jenes Spielers von hinten lieber übersah, ebenso bei einem Freistoß aufs Tor die den Ball abwehrende, über dem Kopf befindliche Hand des gegnerischen Spielers, dank der der Torwart den Freistoß locker aufnehmen konnte. Vermutlich hätten wir auch ohnedies 4:6 verloren, dennoch konnte man wieder mal lernen: foulen u. motzen lohnt sich am Ende leider doch oft. So werden die Leute darin bestätigt, dies ihren 10-jährigen vorzuleben. Fazit: wer's nicht tut, der verliert, so dass unsere Eltern vom Trainer auch mehr Härte fordern - die Gesetze des Dschungels!

    Vielleicht ist es auch ein Fake! Die Wahrheit läge hier sicher in der Mitte, nicht im Extrem. Bevorzugungen sind für Kids z.B. ganz schrecklich und graben sich tief in die Seele ein, das sehe zumindest ich an den traurigen Augen, der Unsicherheit bzw. aggressiven Tönen derer, die bei uns auf die Bank müssen, damit Teamfremde doppelt spielen können... Und wenn dies ein Jugendwart so deckt bzw. initiiert, kann ich nur sagen: sein Engagement in Ehren, aber er hat nichts kapiert u. ist überhaupt nicht fähig, Verantwortung für schutzbefohlene fremde Kinder zu übernehmen. Da er das wohl selbst ahnt, antwortet er z.b. auf kritische Fragen erst gar nicht statt sich ihnen zu stellen: was schon alles sagt! Da müsste es mehr geben, um Kids zu helfen.

    Den Ansatz finde ich richtig und wichtig. Ich hätte nie gedacht, dass sich politisch in den Köpfen so viel bewegt. Betreuer kleiner Kinder haben eine ungeheure Verantwortung zu tragen und das Bewusstsein dafür fehlte mir oft völlig, für Kritik an problematischen Verhaltensweisen gab es daher auch keinerlei Ansatzpunkte, was sich jetzt ändern könnte. Wozu studieren denn Lehrer nach einem Abi 4 bis 6 Jahre, leisten noch ein Refrendariat, wenn jeder Trainer die pädagogische Aufgabe mal eben so aus dem Ärmel schütteln könnte? Das war völlig irreal, trotzdem stand jeder, der Kritik äußerte, gleich in der Ecke des anmaßend nörgelnden Miesmachers. Umgekehrt wurde ein Schuh draus, wenn jeder einen Job umstandslos macht, für den eigentlich jahrelanges Studium Voraussetzung sein sollte. Dies Laissez-faire war einzig der Pragmatik geschuldet, das Kindgerechte als Maß wurde dafür mitunter in den Wind geschrieben. Ich weiß, diese positive Resonanz auf das Vorhaben werden viele nicht gern lesen. Sicher:


    Ob nun gleich übers Ziel hinausgeschossen wird, das Amt (!) des Jugendtrainers im Alltag kaum mehr tragbar wird, bleibt die Frage. Es ist aber real so, dass es schwer ist, Verantwortung für z.B. 12 kleine Kinder mal eben zu übernehmen. Da wurde es sich bisher viel zu leicht gemacht und Eltern schlicht als Problemlösung darauf verwiesen, bei Kritik doch bitte den Verein zu wechseln. Bei Kindern wurde in meinem Umfeld ganz viel kaputtgemacht. Niemand dürfte sich dafür interessieren, da nur Interessen bestimmter Erwachsener dominant waren. - Entscheidend wäre, dass dort positiv reagiert, geprüft wird, wo es Beschwerden u. Kritik gibt. Es darf nicht sofort pauschal jeder, der sich engagiert, dafür noch unter Generalverdacht gestellt werden, obwohl alles stets zur Zufriedenheit aller lief. Aber auch die, die etwas kritisch beobachten, sollten nie nur von geschlossenen Reihen der sog. Verantwortungsträger an den Pranger gestellt, abgekanzelt werden. Ehrliches, offenes Miteinander ist nötig! Sonst entstehen nur destruktive Bürokratiemonster u. der konstruktive Grundgedanke des "Mehr-Hinschauens" würde ad absurdum geführt.

    Ich beobachte in nahezu sämtlichen Vereinen ringsum, dass sich alles um die Erste Herren dreht. Dort fließt alles freie Geld hin: Handgeld, Vollausstattung, teils "Gehälter" ab Kreisliga nicht nur für 2 - 3 Trainer, auch für Spieler, alle interne Aufmerksamkeit, Training, während für die Jugend gesperrt ist. Im Jugendbereich reicht es meist nicht mal für vernünftiges Trainingsgerät geschweige ein Entgelt für Trainer o. Schieris. Was nichts kostet, ist auch nichts wert, heißt es im Volksmund. So muss man es sehen: die Jugend ist bei weitem nicht das wert wie die Herren. Und oben beim DFB? Da erscheint die Jugend vorrangig unter Leistungsaspekt, danach wird gefördert und gestützt: also nicht die Kinder, sondern der Nachschub für den Herrenbereich. Das Interesse an einer FPL o. gar mehr ist folglich mäßig bis negativ. Oder wo tut unser Fußballsystem merklich was für Kinder um ihrer selbst willen, als Selbstzweck?

    Es käme doch in den Vereinen drauf an, den Trainerjob für die richtigen Leute attraktiv zu machen, ihr Qualitätsdenken mitzutragen, statt sie zu vertreiben und der Mehrheit derer, die nichts verändern, nur ihre Posten u. auf ihrer kleinen Bühne wichtig sein wollen, nach dem Mund zu reden. Der Dschungel ist ja vielfältig: wenn (gar nicht mal so üble) 10-jährige Spieler im eigenen Team auswärts keine Sekunde mitspielen dürfen, damit protegierte starke Lieblinge von Funktionären "aushelfen", doppelt spielen können, dafür noch Spielberichte getürkt werden (wer dies aus Zivilcourage melden würde, soll dann natürlich ein denunziant sein?), ist das z.B. für mich ebenso schlimm wie die eingangs geschilderten Exzesse. Jene Kinder werden völlig demoralisiert, irgendwann dem Spiel verloren gehen und dafür unkontrollierbar aggressiv.


    Was man als Beobachter hier konkret unternehmen kann, um solch Kindern zu helfen, wenn die sonst ganz netten Funktionäre ihr Tun einfach nicht begreifen (wollen), weiß ich leider nicht. Keiner scheint sich erantwortlich o. zuständig zu fühlen, aber diese Manipulationen müssen für betroffene Kinder schrecklich sein und zerstören den Teamgeist, die Teams der Kinder. Als Eltern kann man nur einen besseren, fairen Verein suchen, aber wieso Vereine z.B. von Steuergeld massiv unterstützt werden und sich niemand in der Politik näher dafür interessiert, kindgerechte (statt "herren"-fixierte) Verwendung kontrolliert, ist bezeichnend für unser ganzes Land: Gleichgültigkeit u. Desinteresse an allem außer an sich selbst wohin man schaut! Wenn mehr Leute dies wenigstens erstmal kritisch sehen u. zum Widerspruch bereit sein würden...

    Stimmt wohl, sagt meiner Frau auch grad wieder, da im Team unserer Söhne einiges schiefläuft (Überlagern mit Vereins-/Erwachsenen-Interessen, die viele Eltern abwandern lassen o. Kindern die Lust rauben, die dann nicht mehr kommen), meiner Meinung nach beide mal wieder kurz vor der Auflösung stehen, da man aus all den bisherigen Auflösungen scheinbar nichts lernte. Aber ich habe generell etwas gegen "Schwarmintelligenz", die oft beschworen wird, Menschen aber nicht selten wie Lemminge in einen Abgrund treibt. Ihre Basis ist wie in manch Verein üblich oft Intriganz im Gegen- und Über- statt Miteinander, da mag ich nicht einstimmen, sei es auch strategisch sinnvoll. Ich will nur für mich, nicht bevormundend für viele andere reden, denen so ihr Denken abnehmend - nicht nur aus Edelmut, sondern da es anstrengend ist, man sich aufreibt o. unversehens schnell selbst dabei verbiegt.


    Das ist wohl (politisch) der Hauptunterschied zwischen dem Theoretiker u. dem Praktiker: erster weiß vieles besser, aber nur, da er sich nicht in die Praxis verstricken, involvieren lässt. Sobald er dies tut, brökelt schon die distanzierte Nüchternheit u. Neutralität im Bewerten. Und der affektive Reflex gegen das Neue als Produktionsfaktor kontrastiert zur Neugier des Konsumenten: Man muss schon viel vorteilhaften nutzen versprechen, um zu verlocken. Und wer dies tut, wo nur Theorie ist, der lügz im Grunde schon, ist nicht mehr wahrhaftig. Da wäre eine Quadratur des Kreises gefordert, um den gordischen Knoten gewaltfrei zu lösen - unmöglich... Also lassen sich die einen korrumpieren o. schauen nur weg und die wenigen anderen ziehen in ihre Elfenbeintürme - wer dazwischen existiert, der wird bald zerrieben u. fast immer scheitern, s. der Vorwurf, man wolle sich zum Märtyrer erklären. Wer es mal reell versucht hat, Theorien vor Eintritt einer dafür öffnenden Notlage sowie gewaltfrei in die Praxis umzusetzen, dürfte so nicht reden: die Hoffnung stirbt zwar bekanntlich zuletzt, aber um Unmögliches zu versuchen, muss man nach dem Gesagten einfach verrückt sein, aber nicht "besessen". Nur, wer dies für sich an-erkennt, hat - vielleicht - eine Chance, dies nicht in toto zu werden, nur punktuell, also ansonsten im gesunden Menschenverstand u. trotz inspirativer Vision (also nich nach Helmut Schmidt, zum Arzt gehen müssend) noch am Leben zu bleiben. Humor ist, wenn man trotzdem, trotz allem Scheitern noch am Ende (über sich selbst) lachen kann. Wer ihn nicht aufbringt, wird (selbst)besessen statt zerrieben, brandgefährlich - auch das ist aber nur meine Ad-hoc-Privattheorie im Menschen-"Dschungel".