Für mich ist die FPL eine Hintertür, durch die oft viel zu wenig verantwortungsbewusste Vereine u. Verbände von leider vielerorts fast üblichen Hahnenkämpfen statt harmlos-heiteren Kinderpielen dahin geführt werden, wo sie selbst durch die Vordertür bisher partout nicht hin wollen: zum kindgerechten Fairplay. Da ist natürlich vieles strittig o. anzweifelbar, das wirkliche Problem sitzt eben "geistig" auch tiefer: die Achtung jedes Kindes um seiner selbst willen. Dem kann kein Kurieren an Symptomen begegnen: Die FPL wäre später in ihrem Geist prononcierter zu übermitteln, kann ja erstmal nur sichtbare Zeichen setzen wie "Abstandhalten" von der kindlichen Integrität im seinem Team u. Spiel. Um alles Äußerliche geht es aber im Grunde zuerst nicht, sondern generell um mehr innere Wertschätzung: es geht im KiFu erstmal um nichts als kindliche Persönlichkeitsentwicklung. Eigentlich sollte ja jedem klar ein, dass Siege o. Titel "seiner" G- o. F-Jugend" irrelevant fürs Kindeswohl sind und wer darauf zuerst schielt, eher auf eigene Selbtbefriedigung über Kinder aus ist, statt sie selbstlos im Lernen, Werden fördern zu wollen.
Das Motiv des Gewinnens gehört zum Sport als Wettkampf, daher die Ambivalenz der Forderung, es nicht in den Vordergrund zu stellen. Was FPL nicht ins Auge fasst, ist das Problem des kindlichen Individuums als solchen IN seinem Team: wenn z.B. Trainersöhne o. Kinder eines Vereinsklüngels immer im Mittelfeld durchspielen, ich so voll und optimal entwickeln dürfen, andere nur in Abwehr o. Tor rumstehen u. jenen den Rücken freihalten sollen, wogegen die Letzten schon mit 5 o. 7 Jahren lernen müssen, dass ihr Platz gemäß Machtwort von Trainern draußen ist, sie nicht "zum Stamm, sondern auf die Bank gehören". Das ist für diese vernachlässigten Kinder im Schatten der allgemeinen Aufmerksamkeit sicher ebenso bitter wie das aufhetzende Geschrei und Motzen eines Mobs einzelner Eltern o. Trainer, nur halt nicht sichtbar - daher aber nicht inexistent!
Man mag es ahnen: ich war als 12-jähriger ganze 3 Monate (mein Freund gar nur 3 Wochen, da er sich noch gar nicht angemeldet hatte) im lokalen Fußballverein, denn wir saßen nur draußen. Später aber hatte ich z.B. Fußball im Sport-Abi o. ein Probetraining beim Oberligisten, damals 4.Liga, kann also recht gut kicken: daran lag mein "Bankdrücken-müssen" wohl weniger als an Vorlieben, Blindheit, der Narrenfreiheit "meines", des für uns Kinder dasein sollenden Trainers u.ä. Gründen im Umfeld. Und klar: ich bin überzeugt, dass in jenen 3 Monaten (mir wie auch dem Fußball) eine mögliche Bundeliga-Karriere (visionär eitel im Selbstbezug ist jeder, auch ich) per Willkür zerstört wurde. Angeklagt neben jenem Trainer aber auch das Umfeld: meine völlig gleichgültigen Eltern (wäre für mich besser fußballfanatisch gewesen), der Verein (der nicht vernünftig u. verantwortlich beaufsichtigte, dass neue Spieler auch faire Chancen erhalten o. kindgerecht behandelt, unterstützt statt demoralisiert werden) o. "die Gesellschaft", die Vereinen zwar viele geldwerte Haushaltmittel* zuschiebt: Damit sie per sozialem Engagement grad Kinder in ihrer gesunden Entwicklung fördern!, dies in der Sache aber nie kontrollierend nachprüfen, ob die Mittel auch bei dieem Zweck an-, der Jugend insgesamt zugute kommen. Und das Erstaunlichste: über 35 Jahre später hat sich im Fußball trotz all seiner Professionalisierung da nichts Wesentliches zum Positiven verändert...
Dies erklärt vllt, wieso mir persönlich die FPL noch lange nicht weit genug geht, wo sie anderen schon zuviel ist: da es bei ihnen eben fair zugehe. Das Maß aber sollte jedes einzelne Kinderleid sein, nicht ein persönlicher Eindruck, ein zufällig positives Umfeld bei einem selbst vor Ort: auch anderswo hinschauen! Das FPL-Konzept, also wieso es z.B. keine Schieris gibt (hab ich schon erklärt), ist haarklein im Internet nachzulesen: das sollte man tun, bevor man nur undifferenziert rum kritisiert. Vllt kann man den wahren Team-Geist eines gerechteren KiFu nur durch die Hintertür vermitteln, da viele Leute im Unverständnis auf Geistchaffendes, auf für sie mutmaßlich unerträgliche Wahrheiten eher negativ u. aggressiv reagieren - daher sollte jeder wie z.B. Andre, du o. ich die FPL mit tragen, mal praktisch ausprobieren, auch wenn man sie für sich persönlich unnötig bzw. eben als zu kurz gegriffen empfindet - Allheilmittel gibt's nie, trotzdem sollte man sich im Kopf bewegen, Neuem eine Chance lassen. So, nun schreib einfach mehr zu dir statt dich zu beschweren, dass man sich von dir mangels näherer Vorstellung durch dich selbst spekulativ ein Bild macht, aber lies erst das FPL-Konzept... Ok?
*Wer etwas vllt wegweisend Neues wie die Bunte Liga für Kids initiieren will, der bekommt aber gar nichts von unseren gesellchaftlichen Verteilungsfunktionen außer von den örtlichen Vereinen o. Ewiggestrigen Knüppel zwischen die Beine - außer er hätte bereits Erfolg, einen fahrenden Zug, auf den man nur aufspringen bräuchte. Die FPL ist nun ein solcher, das ist ihr Bonus, weshalb man sie unterstützen sollte, auch wenn man das Übel am liebsten an der (innergeistigen) Wurzel packen würde, was in unserem Land jedoch eh nie klappen dürfte: besser eine eher äußerliche, ins System konform integrierte FPL als sichtbares, wirksame Zeichen als nur reine Fiktionen á la BLfK (auch wenn die Kids noch mehr brächte), besser eine (für mich) kleine Reform als die große, aber angesichts der Macht- und Denkverhältnisse irreale Revolution, für die zumindest ich nirgends auch nur ein klein wenig "Platz" bekam: ohne gesellsch. Platz für freien Kindersport gibt es den aber nicht u. privat kann ich ihn nicht finanzieren. Daher ist mein BLfK-Projekt nach Befruchtung im Kleinen totgeboren u. ich halte mich an die Lebenden, habe Respekt davor, wie ein Ralf Klohr über 5 Jahre sich einsetzt, wo andere über min. 35 Jahre nur mauern... Die Toleranz, sein Konzept erstmal reell zu lesen, sollte jeder Kritiker wenigstens mal aufbringen, oder?
