Beiträge von Keller-Kicker

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    Interessant, was du schreibst! In der B kann man Kapitäne so je nach Persönlichkeit sicher fordern, aber seit wann machst du es o. hast diese Verantwortungsübernahme aufgebaut?
    Dein Lieblingsübungen kannst du gern mal im entsprechenden Thread näher beschreiben: wie du was machst... "Schweinchen" ist bei den 2001ern gar nicht beliebt, aber eben effektiv. Vllt liegt es an deinen Variationen o. eben doch am Alter, der Einsicht, der Chance auf Smalltalk dabei (die wir bei den Herren immer nutzten: entspannend, aber zulasten der Dynamik)... Danke vorab!

    Schieris - wirklich mehr als eine Rolle, ein Name für die Spieleitung, die in der FPL nun in gemeinsame Eigenverantwortung von Spielern bzw. Trainern übergehen soll; vllt daher, weil es im KiFu bis zur 9er "D" gar keine "echten" (Eltern/Co's) gibt? Bei den Kiddies (so die nicht schon zur Unfairness verbogen wurden) hätte ich da wenig Bedenken, dass die meist ohne die Schieris klarkämen.. Klar, sie waren auch nie wirklich beliebt: Spieler, Zuschauer, Vorstände und Trainer (bei Niederlagen durch vermeintliche Fehler), Journalisten - wer hackt eigentlich nicht auf ihnen herum? Ein "Job" für Maochisten, Machtgierige, des Schmerzensgeld Bedürftige? Ehrlich, bei uns wollte im KiFu niemand diesen (da ja auch außer per "Ehr" unbezahlten) Job. Ich habe ihn notfalls gemacht, irgendwem hatte man es immer nicht Recht gemacht...
    Man kann hier dialektisch denken: These (Hau-ihn-tot-Hypostase des eigenen Kollektivs im "Urkick"), Anti-These (Ordnungsmacht Schieri als Antagonist der Gewaltneigung), Synthese: authentisches Fairplay aller zwecks gemeinsamen Sports-Geist. Einer, der übers bloß Notwendige des "Richters" als Spielleiters und Vermittlers zwischen hinter Fassaden letztlich grundlos zur gefährlich per se unkontrollierbaren Feindseligkeit neigenden Parteien hinausginge. Lernen wir ihn von Kindern, ihrer naiven Freude am Sich-bewegen in der Gruppe, "gewinnen" so: Spielkultur o. ihn für uns zurück? Oder bleibt der im Grunde unserer Herzen ewig Illusion bzw. Mogelpackung (sobald wir erwachsen, nicht mehr unschuldige Kinder: vom Ich verdorben sind), so sehr wie ihn stets nach Spielen beschwören? Ehrlich. der Schieri war nur Notlösung und wird bis heute meist so behandelt, sofern man nicht noch aufm Platz zu Respekt gezwungen ist (s. Kabinentalk)...

    Der Entstehungshintergrund der FPL ist für mich die Hahnenkampfarena, zu der Kinderspiele mitunter verderben. Wo, wie oft, durch wen genau es dazu kommt, weiß ich nicht, habe da aber die Assoziation zu jenem "urenglischen" Fußball im Kopf, weniger "gentlemen". Die Idee vom Sport, der die Neigung zu Gewalt oder Krieg auf zivile Bahnen bringe, ist daher für mich jüngeren Datums und die FPL als Art Fortschritt auf diesem Weg einzuordnen. Wobei es dann eben ein fast normalaffektiver Reflex ist, wenn viele erstmal zurückhaltend oder dagegen sind: das war bei jeder Neuerung so.

    Historisch entstand Fußball als Wett-Kampf unter Männern, der fast alles erlaubte, wo es im Kampf um die über dem Einzelschicksal stehende "Ehre" des eigenen Dorfes Tote gab, der daher verboten und schrittweise zivilisiert wurde. Der Ball war weniger Spielgerät zwecks gemeinschaftlicher Bewegung "um die Wette", sondern Symbol jener "Ehre", daher für die in ihrem Kollektivgefühl Gefangenen todernst. Aber noch heute wabbert dies ansonsten eher abstruse, in uns ausgestorbene Kollektivgefühl ins sportlich-faire Miteinander hinein, und da sich viele wie automatisch in ihrer Identität noch in ihre Kinder projizieren, also über deren tolles Leistungsvermögen als zukunftsträchtig wie -mächtig identifizieren, auch oder sogar gerade in den KiFu, der vom Kind her mit Kampf, Krieg oder auch nur Streit gar nichts zu tun hat. Denn Kinder verstehen solch martialische Form der Auseinandersetzung noch gar nicht in ihrer zeitweisen Notwendigkeit (unterschwellig um lebensnotwendige, aber zu knappe Ressourcen á la "Friss oder stirb" als materieller Basis des "Ehrgefühls" im zwangweise solidarischen Versorgungskollektiv).


    Zwischen KiFu und Wettkampfsport i.e.S. liegen also wahrlich und zum Glück unserer Generationen Welten, was aber offenbar sehr schnell in Vergessenheit geraten kann, da wir Menschen uns "moralisch" über Jahrtausende kaum real weiterentwickelt haben können, nur "ökonomisch-technologisch": unser edler (Gemeinschafts-)Geist steckt eher in universitären Bibliotheken als in einzelnen Köpfen! Jene nehmen diese im glücklichen Fall in ihren Dienst an einer idealen Menschheit, die uns von jenem instinkthaften Zwang des Zusammenhalten-Müssens im übergeordneten Gegeneinander als letztem Maßstab für uns im endlichen Dasein befreien könnte. Es bleibt schwer, für Fairplay zu werben: Im einst für Kollektive maßgebenden Überlebens-Kampf war alles erlaubt, jede friedfertige Moral, jedes Fairplay nur u.U. tödlicher, daher im Eigenwert widersinniger Wettbewerbsnachteil. Im zivilen Wohlstand erst kann der Kampf entschärft, so vermittelt werden: Trainer als Fairplay-/Friedensstifter statt Aufheizer von Aggression, Rivalität - ein unüberbrückbarer Widerspruch in sich, wo eigene Siege obenan, totalitär im Fokus des "guten" Sports stehen, in "ganzheitlicher" Sicht aber zumindest denkmöglich...?


    Für eine "bunte" Liga für Kids in unserer doch angeblich längst "bunten" Republik ist die Zeit wohl noch nicht reif; ein gewisses Verständnis für anthropologisch-historisch komplexe Hintergründe einer FPL bzw. der instinkthaft gemeinen Abneigungen (atavistische "Reaktanzen") gegen sie könnte aber bei genug einer inneren Wesensschau seiner selbst zuleitendem Erkenntnisinteresse helfen, das mitunter zum Unfairen neigende Gegeneinander im Sport zu besiegen als unterschwellig zur Missgunst treibenden Futterneid (so im emsig und auf die nationale Identität stolz zählenden Einheimsen im Medaillienspiegel, als hätte man selbst über wildfremde Sieger irgendwas Großartiges gewonnen, wäre in den Himmel der Stars aufgestiegen). Doch wie gesagt: instinkthaft sträubt sich alles gegen solch Sublimieren unserer niederen Triebe und ihrer inneren "Anspannung", die einst im Kampf um knappe Ressourcen überlebenswichtig waren, im harmlosen KiFu als reinem "Spiel, Sport, Spaß" aber nur abartig als geistige Zurückgebliebenheit erscheinen können. In der Tat könnte das Bunte unserer Republik, das bereits im Ideal einer FPL wirksam ist, eine illusionäre Spekulation auf ein großes Nichts: einen zivilisierten Menschen, sein und zurückgebliebene Triebsale letzthin im Recht sein: wenn die Menschheit als solche (als bloße Idee vom Menschen) versagt statt jenen Geist heranbilden zu können, wenn diese Menschheit real nur ihren Planeten als Zukunftsressource aller Kinder weiter im marktlich sich erzwingenden Gegeneinander (als ökonomisch abwegigen Grundprinzip globaler Konkurrenzwirtschaft wider den Oikos) wie in einer Wettkampfarena zugrunde richtet.


    Wenn wir es nicht mal packen, kleine Kinderspiele schiedlich-friedlich entspannt zu gestalten, Kindern ihr von unseren historisch längst irrigen Projektionen freies Spiel zurückzugeben u. Fairplay zu vermitteln, dann wäre dies moralische Versagen der Menschheit sogar mehr als wahrscheinlich... Können wir uns selbst, das Tier in uns wenigstens im KiFu besiegen - es wäre ein winziges Zeichen der Hoffnung im globalen Ganzen! Was du über besagte Fußballschule vermutest, ist leider auch was ich sehe: die auf "besser" gedrillten Minikicker sind meist die sog. "Robustspielenden", wobei diese Gangart nicht originär ihre ist, sondern ihnen als Plus beigebracht zu werden scheint. (So -sorry!- kompliziert die Herleitung, so simpel das Ergebnis im Wettbewerb Kampf vs Spiel.)

    Fussball als Kampfsportart


    Da darf man eben Kinder-, Jugend- bzw. Herrenfußball nie verwechseln. Ja, viele drillen schon 7-jährige ganz auf "Kampf" gegeneinander, wie ich im hiesigen LZ-Training beobachte: um zu erfahren, wieso deren Spieler im Zweikampf unserem Team stets "körperlich" überlegen waren. Wenn man immer lernt: "voll drauf", "auch mal grätschen" (egal ob man den Ball trifft, gibt ja bestenfalls Freistoß) oder das Wegdrücken mit "halb" angelegten Armen regelmäßig übt, dann kann eine FPL mangels vorher vermitteltem Respekt vorm Gegner wie vorm eigenen Lernen von Spielkultur nicht mehr in Selbstregelung unter Kindern klappen, leider. Ich meine: geschicktes Wegdrücken ebenso "Einfädeln", Grätschen oder den vollen Kampf im Körpereinatz kann man immer noch so ab 15, 16 Jahren gut erlernen, vorher wäre dies, also Härte im Kampf für alle Beteiligten pädagogisch eher eine Lernblockade.
    Die Pädagogik muss aber in der Jugend obenan stehen, nicht der Sieg um fast jeden Preis wie im (höheren) Herrenbereich. Das wäre gedanklich doch der Hintergrund der FPL, ohne den sie in der Praxis schnell zahnloser Tiger bliebe: wenn Kampf gegeneinander statt Spielerisches u. Balltechnisches, Teamgeist aller - inkl. Gegner als Sportskameraden - handlungsleitend bliebe: also das Miteinander als höhere Interessensgemeinchaft im Lernen zwecks Sichentwickeln aller, oder? Möge das mehr verstanden werden, dann wäre eine FPL nie notwendig geworden und irgendwann überflüssig! Manch Erwachsene mögen Fußball als Kampfsportart lieben (ich nicht, denke auch im Amateurbereich eher die wenigsten, aber ok, man muss & kann sich da an die Minderheit anpassen), aber lasst Kindern ihr von Kampf, Angst, Druck, Stress durch zuviel Gegeneinander freies, heiter Lernen lassendes Spiel, immer bitte erst fördern statt schon gleich (für sich) zuviel fordern!!!

    Eigentlich findet der DFB die FPL richtig gut, stellt sie aber nicht in den Vordergrund, warum eigentlich?


    Das dürfte tiefere sozialpsychologische Gründe der Selbstvermarktung haben. Kann ich gern erläutern, würde aber komplexer. Es ist auch immer schwer, Neues durchzusetzen: gegen seit jeher Etabliertes, erst Recht vage Idealistisches. Es steht unter Generalverdacht: funktioniert nie, wissen immer viele "Realisten" sogleich, da es viel einfacher ist an die Realität hier-jetzt zu halten statt ich auf das in Zukunft Mögliche o. Problematische hin zu entwerfen.... So macht man sich angreifbar, es gibt auch Missverständliches etc.

    weil man die Stützpunkttrainer bei ihrer Talentauswahl nicht zu sehr einengen will


    Das bedeutet im Klartext dann umgekehrt subjektive Willkür (die "Enge" würde ja der Objektivität im Dienst der Sache dienen). Kann das echt gewollt sein? In jedem Fall hat dann der, der vom Stp-Fördern ausgeschlossen wird, dies nur bedingt auf sich zu beziehen: Tagesform (da i.d.R. der Zeit-Punkt zählt, wenn man nicht bereits im Raster drin ist), Trainerwillkür, zufällige Vorbildung(Heimtrainer / Biografie / indiv. Förder-Umfeld), Geburtsdatum/Größe/Knochenbau etc. Wichtiger wäre die eigendynamische Entwicklungsfähigkeit/-bereitschaft (eben über den Zeitraum, in dem man Impulse zum Lernen gibt) u.ä. Da oft erfolgreichere Fußballer auch die Jugendtrainer pflanzt sich deren Kriterienauswahl wieder fort: man sucht nur Bestätigung dafür, wovon man ausgeht (vgl. Hermeneutik vom Vorurteil), findet ergo vor allem dies dann auch wieder, d.h. blinde Flecken pflanzen sich automatisch fort, unterhalb der Bewussteinsebene ("der Hand").


    Maßgebend sind dann mehr die subjekteigenen Vorurteile (Körper als Sichtbares von außen) denn vom "Objekt" selbst her beurteilbare Leistungen: verborgene Talente als eigenste Potentiale (Geist/innen). Das Kind soll erstmal gemäß Schema funktionieren, sich innerhalb dessen darf es sich dann entwickeln. Auf diese Außenleitung würde dann alles systematisch, im Vollzug von Sichtung, Aufstellung etc. konditioniert: unvermerkt, unhinterfragbar (wie immer in uns das eigentändige, von fundamentaler Unsicherheit geprägte Beurteilen abnehmenden Systemen, so die Erkenntnistheorie). Festzuhalten wäre: es muss Objektivität fürs Sichten contra Willkür geben, aus Fairnessgründen; ebeno aber müsste es mehr Sensibilität geben für das unsichtbar kindeigene Entwicklungsvermögen, also mehr Freiraum für Sichter, aufs Individuelle einzugehen bzw. es zu beachten: ohne dass dies auf Willkür im Bevorzugen bestimmter sichtbarer Merkmale hinausliefe, im Gegenteil: sie sind als nur vager Anhalt (statt Maß schlechthin) anzuerkennen. Wille und Fähigkeit zur fußballerischen Weiterentwicklung bis hin zu sog. Spontansprüngen im Leistungsvermögen wären entscheidender als körperbezogene Größe, Tempo o. auch Wendigkeit, peripheres Sehen u.v.m. Hier ein faires, authentisch kindgerechtes Urteil über "Talente" zu fällen, wäre jedoch ungleich schwerer bzw. auf die Schnelle kaum möglich. Daher wählt man den so viel einfacher sich und anderen vermittelbaren Weg des sog. "Talentsichtens" nach seinen Aus-Wahlkriterien, in Kauf nehmend, das Wesentliche zu ignorieren (wodurch dann die oft enorme Fluktuation in Auswahlen entsteht).


    Ich hoffe, das war ein wenig verständlich trotz der komplexen Materie (Frage: was macht einen Menchen in seinem eigenen Möglichsein und das auf Künftiges aus seiende, "antizipative" Erkennen dessen durch andere aus? vs ein bequemes Setzen auf sich selbst erfüllende Prophezeiungen - als ob man originär ein Masse erzeugen könnendes "Gottesteilchen" sei, also im Produzieren von fußballerischen Spitzenkräften quasi direkter "Handlanger Gottes", eben schöpferisches "subiectum") .

    Stützpunktsichtung für den Jahrgang 2001:
    Die Größe spielt hier ganz sicher keine Rolle


    Die Ausnahme bestätigt mitunter die Regel: bei uns im Stützpunkt gibt es auch ein Team, wo die Spieler auffällig klein, dafür aber wendig und schnell sind. Vllt kennen die Trainer die RAE-Studie, körperbetonte Selektion u.ä. und wollen mit ihren Kriterien sich bewusst absetzen - was dann zur sog. reverse dicrimination führt? Wäre auch nicht im Sinne des Erfinders, die subjektive Auswahl-Willkür nur umzudrehen.


    Das eigentliche Problem eben: viele Wege führen nach Rom! Es gibt ungelenke, körperrobuste Nationalspieler wie Boenisch wie schmächtige, gelenkige wie Reuss und es ist einfach nur völiig verkehrt, Ausschluss-Kriterien zu erfinden, die es nicht geben kann und darf, um der im Grunde stets innerlich werdenden Spieler-Persönlichkeit gerecht zu werden. Da aber nur sehr wenige "Talente" auerwählt werden können, werden solche Kriterien - relativ privat - frei von sich aus erfunden bzw. fixiert, meist werden große, kräftige bevorzugt, mitunter aber auch schon mal andere und viele fallen immer durchs "Sieb". Daher wäre - in jungen Jahren - eine für alle eigenmotivierten kleinen Fußball-Persönlichkeiten offenere Förderung angeraten statt die fremdbestimmte und ressourcenfixierte, falls sich Förderer fänden, die für Ehre und Elan aller motivierten Kinder zu arbeiten bereit wären. Ich meine, das wäre möglich, ist aber gar nicht (zwecks obrigkeitlicher Kontrolle u. Planung z.B.) gewollt...

    Hatte grad das TW-Beispiel (aus der F, Rippenanbruch o. Fleischwunden, falls das zählt) gegeben. Das ist aber schon bei fast jedem Training so: ein paar Mal liegen immer Kinder nach (zunächst unabsichtlichen) Fouls vor Schmerz sich krümmend auf dem Boden. Nun kann man einfach tröstend, gar sie als Heulsusen abtun oder die Übeltäter einnorden, je nachdem welchen Spielertypus man wünscht/will. Bei uns leider eher die Robust-Rustikalen, daher hörten viele intelligentere, kreativere Spieler (z.B. ein 10-jähriger der in der Schule 2 Jahrgänge übersprang o. auch der Klassenbeste bei meinem Sohn in der Klasse) auf mit Fußball bzw. wechselten: und die Trainer meinten auch noch, die seien nicht zu gebrauchen: offenbar zu intelligent, denn Bälle trafen sie schon ganz gut, spielten viel mehr ab wie fast alle andern (auch aus Angst vor Attacken, habe ich von ihnen gehört, als sie sich mal bei mir ausheulten deshalb)... Daher fand ich die Beispiele Reuss u. Marin als Faust aufs Auge: wer intelligent spielt, erst schauend o. überlegend zögert, nicht foult u. drückt, scheint weniger gefragt u. Chancen zu haben.

    Das schlimme daran ist, dass die Schiedsrichter hier, aus falsch verstandenen pädagogischen Gründen, zumindest soweit ich es bisher gesehen habe, niemals gelbe Karten, Zeitstrafen oder rote Karten zeigen.
    Ich denke, dass hier der Schiedsrichter gefordert ist, die Techniker vor den "Körperspielern" zu schützen!


    Genau das ist das Problem: wenn aus Kostengründen (die Kleinen sind eben mehr nicht wert) Leute des Heimteams pfeifen, die eigentlich gar keine sind (wenig neutrale Eltern/Co-Trainer/Brüder von Spielern), o. unerfahrene Jungschieris traut sich keiner per disziplinierend die Techniker schützender Strafe "aufzufallen", dann kommen noch die kolportierten "pädagogischen Gründe" (Spielfluss nicht unterbrechen: welchen, denn der des genialen Technikers wird ja grad per Foul zerstört?). Am Ende sind dann werdende, körperlich zudem weniger robuste Persönlichkeiten wie Reuss o. Marin einfach so eingeschüchert und psychisch blockiert, dass sie selbst ängstlich zurückziehen, auf der Ersatzbank landen etc. Die beiden haben es nun per Vereinswechsel als mentalen Neuanfang trotzdem geschafft, die unzähligen, die irgendwann resignierten oder auf der Bank versauerten und heute nurmehr herumdaddeln, kennen wir nicht.
    Gerade Kleinere sind oft anfangs besonders motiviert, per Technik oder Mut mit den Großen mitzuhalten, lernen so intensiver, ohne Schutz vor brutalen Attacken aber beginnt dann der Rückzug (bei Torwarten ähnlich: nach Fleischwunden o. einem Rippenanbruch per Gegnergrätsche in den Mann, O-Ton Gegnertrainer: war doch nichts u. außerhalb des Fünfers hatte meinen Sohn da irgendwann auch keinen Bock mehr). Schieris wie Trainer sollten bei Kids aufs Fußballerische statt Körperbrutale setzen, indem sie Spielkultur schützen. Blutgrätschen, Wegdrücken u.ä. kann man noch mit 16 lernen, auch wenn sie bei 7-jährigen für eine "sichere" Abwehr sorgen mögen...

    Du sagst es im 1.Beitrag: auf niedrigem Niveau sind körperliche Vorteile (neben Größe aber auch Antritt u.v.m.) schnell ausschlaggebend, ein genialer Messi (zumal ohne Hormonbehandlung) wird da weggedrückt, plattgemacht, umgegrätscht, bis er resigniert und zum Tischtennis wechselt. In Stützpunkten ist aber das Niveau im zahlenmäßigen Vergleich zu denen, die es später in Bundesligen o. gar höher schaffen, sehr niedrig, so hoch es Erbsenzählern vor Ort auch zuerst erscheinen mag. Man schreibt zwar "Talentförderung" über alles, aber was soll Talent fußballerisch sein? Es geht vor allem um die eigene Karriere o. Ehrgeizbefriedigung: mein Team soll gewinnen = mich voranbringen, als den besten Trainer ringsum beweisen usw. Die sind Körperriesen o. pfeilschnelle Sprinter beeindruckend als der, der intelligent den Ball laufen lässt: hat der vllt Angst o. warum haut er sich nicht rein, weicht in freie Räume aus statt aggressiv das Duell zu suchen, um den Winner zu machen? Ausnahmen bestätigen die menschliche Regel, dass wir alle Winzling im Kosmos sind, aber mehr sein wollen. Wer es schafft, darin sich selbst zu beiegen, wenigstens ab und an ein bisschen, erinnert an Münchhausen: sich am eigenen Kopf aus dem Sumpf seines Lebens ziehend...


    Daher müsste es von ganz oben aus Vernunft kommen: wir suchen nicht den sichtbar Stärksten, nicht mal das Talent, sondern billigen es jedem Kind als zukunftsträchtig-entwicklungsfähigem Kind zu, dass es genial ist, wobei wir von außen das, was das Genie in ihm ausmacht, grad nie erkennen können, nur für seine Möglichkeit auf unsere Ansprüche an es verzichten können, z.B. konnte man heute in der Zeitung von Ivan Lendl lesen, wieso er Murray so "cool" betreuen, habe im Gemüt abkühlen können: "Ich hatte dafür viel Training beim Golf meiner Töchter. Ich habe nie Emotionen o. Nerven gezeigt, da sich das auf die Spieler überträgt". Denn jedes Wort ist im Prinzip zuviel, lenkt ab im Kopf - doch auf den, den Geist kommt es in der Spitze mehr an als den Körper. Möge man im Kopf des DFB irgendwann umschalten aufs Geistige statt Körperliche, mögen die Schieris schon in der G Spielintelligentere mehr gegenüber den "Robusten" schützen, dann könnte die Spitze breiter, es dafür beim Tischtennis enger werden.

    daran glauben dass die meisten Kollegen gute Arbeit machen


    Ok, aber das reicht eben nicht. Man muss denen, die den KiFu verderben auch aktiv vor Ort entgegentreten, statt sich nur (wie fast alle) wegschauend um sich, "sein Team" zu kümmern, dann zu jammern, wenn man selbst auf unmögliche Trainern bei Gegnern trifft: da stört man sich dann daran. Aber als Vorbild verändert man die eben sicher nie, die leben ja oft nur in ihrer Welt, merken nichts, z.B. den Unterschied zwischen Kindern u. Erwachsenen/sich selbst!


    Wer sich nicht zum Positiven ändern will, der sollte gehen müssen, konsequent. (Die schießen nämlich oft die, die besser wären, nacheinander ab, entnerven sie, bis die - wie viele Kinder eben - aufhören! Oft erlebt: die Guten gehen, die Üblen beissen sich fest, schließen sich zs, da sie ja sonst im Leben nichts haben o. sind: aus diesem Motiv bauen sie ihr "Imperium" auf!) Man darf da Konflikte nie scheuen: um der betroffenen Kinder willen!


    Ich war mit meinen Jungs in 3 Vereinen, habe alles versucht, um die teamzerstörenden Geister zur Räson zu bringen: zwecklos. Ich stand immer völlig allein da, das war das Übel dran. Wirklich keiner verteidigte aktiv solidarisch Kinderrechte, im Gegenteil, man paktierte mit denen, die einfach nur Laut, aggressiv, einschüchternd o. intrigant bzw. Sponsoren waren. Klar werden einige gleich sagen, dass da wohl ich der Querulant sei, damit das schön einfache Weltbild gleich wieder passe, man ja nicht nachdenken muss. Eben dies macht es so bitter, allein gegen diese Fraktion zu stehen, man ist extrem angreifbar dank schweigender Mehrheit, die gern Lippenbekenntnisse leistet, auf die Schulter klopft - aber nur wenn die Fraktion derer, die das Sagen haben. es nicht sieht, aus Angst vor Konflikten, die Kinder dieser Mehrheit selten wert sind. Wenige stehen auf u. von denen wiederum enden viele wie ich: die Kraft reicht irgendwann nicht mehr, dann verlegt man sich darauf, Internet-Schreiberling zu werden u. passt sich im Verein auch nur noch an. Leute wie Ralf klohr sind fast einzigartig... ;)

    wegen einer Minderheit


    Das würde ich so nicht unterschreiben: wg der stets aus Bequemlich-/Gleichgültigkeit schweigenden Mehrheit, die in ihrer sog. Verantwortung viel zu lang nicht hin-, sondern wegschaut, kann jene Minderheit (immer die anderen?) machen, was sie will. Beide Teams meiner Söhne sind diese Saison grad wieder wegen jener "Minderheit" kaputt gegangen, aufgelöst worden: da Kinder wie Eltern nur über die Jahre in Scharen davonliefen, offen protestiert, zum Dialog aufgefordert, DFB-Richtlinien kopiert etc., hat aber immer nur ein Elternteil - und allein wird man dann nur abgeurteilt, zum Schweigen gebracht, kann nichts bewegen. Denn irgendwann bricht jedes Rückgrat, zieht sich jeder frustriert zurück. Daher gibt's immer wieder Einzelne, die aufstehen, den Mund aufmachen, aber keine "friedliche Revolution" pro FPL durch die Menge, trotz aller Vorbilder.
    So nehme ich die Mehrheit in die Pflicht: die alles immer nur totschweigende, denn jene Minderheit kann meist nicht recht dafür, das sind eher Irrläufer. Erst die schweigende Mehrheit macht diese wenigen (die sich in ihrer "Not" instinktiv finden, den Rücken stärken, so Macht erlangen) so stark: dann reichen auf der nur von 40 Leuten besuchten HV 20 verschworene Irrlichter, um einen Verein mit 1300 Mitgliedern komplett in ihrem Sinne zu führen, diese zu beherrschen, die FPL in ihrem Sinne vor Ort umzumodeln etc.

    12 TN, Spielfeld, großes Tor mit TW, zwei kleine: von rechts schießt x einen Freistoß um eine Mauer (aus Stangen) herum, orientiert sich danach als Abwehr ein, whärend von links y durch eine Slalomparcours dribbelt u. ins Feld stürmt, um mit dem Ball ins Tor zu dribbeln (an x u. TW vorbei in max. 5 sec). Anschließend kommen drei z sich eingangs hinterlaufend ins Spiel, nachdem sie zuvor im Dreieck passten. Der Ball darf bis zum Torabschluss, den der nun mitspielende TW, x und y bei Balleroberung per schnellem Umschalten auf beide Minitore suchen, nicht ins Aus gespielt werden, da das dies tuende Team sofort mit 2 Toren Differenz verloren hätte (sicheres Verwandeln zählt also ex negativo doppelt). Danach Wechsel zur 2. Gruppe, die zuvor ihre Bälle holt u. sortiert. Die Tore werden über 5 Durchgänge + Wechsel gezählt... Die Verlierer tragen die Sieger Huckepack zur Pause, die Mittleren klatschen dazu rhythmisch (Scheisswort, wie schreibt man da?).

    warum sollte es auf einen Preis hinauslaufen?


    Alles im Leben hat seinen Preis ;) Wenn man als Externer/Trainer den Kindern die "echten" Tore raubt, auf die sie so gern im Zuge des (von Erwachsenen-Vorgaben) freien Spielens bolzen (meine Söhne wollen im Garten immer nur das, nie auf extra gekaufte kleine Tore spielen, einen Hinderniparcours o.ä. - leider, obwohl alsbald alle 3 Bälle beim mitunter schon etwas erbosten Nachbarn im Garten liegen, damit das lustvolle Kicken . mit K! - sein rasches Ende findet) , fragten sie eben bei mir wohl, was ich als Ersatz für den Verlust anzubieten gedenke. Auch Kinder wollen ja immer "Sieger" sein, nur regen sie sich von sich her nicht so groß auf, falls das misslingt: sie spielen einfach weiter, denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel, d.h. schon motiviert ein neues Glück. Irgendwann ist die Spiel-/Trainingszeit aber zu Ende, was die meisten Kinder schmerzt - vielleicht auch daher der Wunsch nach einem positiven Ergebnis, umso mehr, als Training auf Minitore sie um die max. selbstbestimmten Spaß freien Spiels brachte?

    @ Kicker
    Ich kenne dich mit mehr intelligenter Angriffslust...


    Ich meine, dass man immer auf Konsens aus sein u. Dinge im Ganzen einordnen sollte. Das scheint die regressiven Kräfte im Fußball (wie sonst) aber am meisten auf den Plan zu rufen. So wird man gefühlsmäßig defensiver, ängstlich, mutloser, leider, denn das entspricht ja deren Strategie gegen das progressiv Neue, sei es eine FPL o. gar noch mehr. Micha schildert ja gut, wie man vordergründig zwar simuliert, darauf eingehen zu wollen, im Hintergrund aber daran arbeitet, das sich im Wesentlichen, im Denken (vorm Handeln) nichts ändert. Ich glaube viele können einfach nicht über ihren Schatten springen, wie es die Psychoanalyse erläutert: Was man selbst in der Kindheit negativ erlebte, wiederholt man in vertauschten Rollen dann als Erwachsener "positiv": endlich mal selbst "am Drücker".
    Wer diese neue Rolle (mit Macht über andere) bedroht, wird dann rigide als Feindbild empfunden, der das für sich Positive rauben will. Schreibt der sich Gutes auf die Fahne, wird es gar irgendwie anerkannt (wie die FPL/R. Klohr), kann man es nicht mehr voll ignorieren, man realisiert es aber mehr nur zum Schein. Hauptsache, man behält das Sagen, statt es an die Sache o. gar andere zu verlieren. Was man selbst dadurch gewinnen könnte: mehr Freiheit vom inneren Dämon: dem sich zwanghaft empor reckenden Schreihals, gerät so stets ins Hintertreffen... Oder? Wie ist's zu therapieren?

    @ups, dann habe ich ja früher oft "GAG" trainiert. Hauptgrund: war allein mit 12 Spielern (daher Miniturniere 2 x 3 vs 3) Andere Trainer meinten, ich mache es mir ja einfach, nur spielen zu lassen (haha: sie waren auch zu zweit o. ließen einfach 10 beim Torschuss anstehen, weshalb bald jeder ins Tor wollte), plan Kritik schon mal ein. Und die Kinder, ja, die waren auch kaum begeistert: kleine Tore, gab nichts für die Sieger. Es artete oft in Quatsch au: Wasser auf die Mühle der Kritiker - und so ließ ich fauler Hund es dann wieder und ließ wie die anderen bolzen, musste da schließlich nichts aufbauen ;) Nein, im Ernst: da es eine Zweite mit etlichen nicht so eigen-motivierten Fußballkids war, kam GAG nicht gut an, aber bei genug Trainingseifer o. Animationskunst etc. sowie erst 9-jährgen könnte es besser laufen. Was bekommt der Sieger denn, diese Frage kam bei mir oft von den Kindern: nichts war eine schlechte Antwort, ein Eis würde bei minimaler Aufwandsentschädigung ruinös u. frustriert die zweiten Sieger, aber was dann? Würde mich interessieren, wie es bei dir läuft...