wenn der Fussball, ähnlich wie Tennis- oder Musikunterricht zu einem teuren Hobby wird, was sich nicht mehr jeder leisten kann? Da würde der Trainer zum gutbezahlten Hobby-Sitter
Wenn man immer wieder hören muss, dass man eben die ertragen müsse, die Kindern sehr schaden, weil es kaum Leute gäbe, die bereit seien, Trainer/Betreuer werden mögen: why not? Ist doch wie bei den Schlecker-KiTa-Umschülerinnen: Kinderbetreuung soll - im Vergleich zur Pflege des teuren Autos o. Fernreise - wenig kosten, also kriegt man meist genau das, was es (Kinder!) einem wert ist... Mir wäre da eine Chance auf teure, aber professionell Qualität liefern müssende, da sonst arbeitslose o. insolvente Kinder-Sitter weit lieber, denn: professionelle FFS haben uns - mich wie die Kinder - nie enttäuscht, da waren alle immer voll Begeisterung dabei!!!* Aber dies muss gesellschaftlich eben seinen Preis haben: solange es nicht Fußballtraining durch staatliche Institutionen wie Schule für alle fast gratis gibt, ohne dass man dafür auf Leute verzichtet, die als qualifizierte "Fußballlehrer" den Beruf dafür auch haben, statt nur mangels Interessenten (o. gar im Vereinsklüngel, damit man dort im pädagogisch niedrigen Ausbildungs- u. Reflexionsniveau unter sich bzw. ohne Trainer-Konkurrenz und Besseres versuchende Kritik bleibe) berufen zu werden.
Professionelle Betreuung, die was kostet, das käme immer Kindern zugute! Aufzurechnen, ob da evtl. eher "Reiche" profitieren könnten, übersieht schon mal, dass es hier um Kinder, nicht Eltern geht - und das Ausgleich ermöglichende neue Bildungs-Gutscheinsystem für ärmere Kids wird auch nicht bedacht: damit alles beim billigen, aber eben qualitativ kaum je vorhandenen Jakob bleibe? Das kann u. darf nicht die Quintessenz im KiFu bleiben! Ich meine: Gutes ist jenseits der Natur praktisch nie kostenlos - und wo alles fast kostenlos ein soll bzw. ist, ist Gutes eben selten, q.e.d.... (FFS gibt es leider nur in Ferien, kaum je durchgängig,schon gar nicht im Spielbetrieb, außer ganz vereinzelt wie neu in Berlin als "oranje"-Liga.)
*Umgekehrt würde ich heute meine Kinder - ohne qualitative Betreuungsverbesserung - lieber zu Tennis u. Gitarrenunterricht schicken, lieber auf Urlaub o. Auto verzichten: Was sie aber nicht wollen, da nunmal dank mir bzw. Gruppensog im KiGa mit 4 bzw. 6 Jahren auf Fußball hin orientiert. Denn dort muss man sich soviel rumärgern, trifft auf lauter sich-selbstverherrlichende Dillettanten, einer meinte ja mal zu mir auf Kiritik hin, er sei Gott für mich u. ich könne ihm gar nichts, wobei er dann mit Letzterem leider bis zur Zerschlagung des Kinderteams Recht hatte... Profis, die pädagogisch genau Bescheid wissen und fundiert/geprüft gelernt haben, was für Kinder, ihre Entwicklung und ihr Wohlergehen, gut ist, die wünscht man sich als Eltern, wenn man nicht gleichgültig ist. Dagegen aber verstehen im Fußball leider viele schon nur Bahnhof, wenn man auch nur das Wort Pädagogik im Mund führt: wissen gar nicht, was man mit "kindgerecht", mit "intrinsischer Motivation" usw. meint und schlimmer: wollen es auch gar nicht erfahren und sich auf den Stand des eigentlich Nötigen bringen. Diese so hier im Umfeld erfahrene KiFu-Realität ist arg traurig für mich als Vater wie Pädagogen! Desinteresse (am Kind/-gerechten) fast überall, wohin man schaut, Null Dialogbereitschaft in der Sache. Professionellere Trainer gibt's meist nur in LZ o. Stp, wohin aber nur (fremd-)selektiert Beste dürfen: Förderung nur für die Starken (massiv gefördert wird diese Umverteilung nach oben, für die Spitze, gar noch über Steuermittel), übrigens ein typisch deutsches (Einzel/Wunderkind-)Denkmuster (da folgen wir im Grunde Max Stirner!). Ich begreife nicht, wie wenig wir aus der eigenen Geschichte gelernt haben: jeder sollte der Förderung wert ein, nicht nur die Stärksten, die ihrer eigentlich - jenseits des profitökonomische geeichten Starkults u. seiner Verkehrung der Schöpfung (nämlich als der Mensch, der so sich zum Gott erklärt) - am wenigsten bedürften. Schwache sollten primär gefördert werden, zumindest wo sie unverdient, trotz Motivation unten sind, also dies Fördern auch zu schätzen wissen und wollen. Reich gegen Stark kann man da nicht gegen Kinder aufrechnen, es geht nämlich um Kinder, ihre intrinsische Eigenmotivation, d.h. Liebe zum Fußball, nicht reiche Eltern, ehrgeizige Trainer o. Funktionäre. Und es gibt ja nun das Bildungsgutschein-System, um auch Kinder ärmerer Eltern zu beteiligen. Folglich kann Geldtranfer kein Argument mehr gegen Professionalisierung (die systembedingt dann notwendig Geld kostet) sein. Aber egal, versteht denn wirklich keiner, was ich da meine?