Aus einem passiven Sportler ist ein aktiver nicht zu machen. Weder durch Mentaltraining noch durch andere Versprechungen.
Mentala:
Vertritt wiss. HEUTE noch wer "psychologischen Determinismus" o Naturalismus (klassisch: Freud)? Ich zitiere dazu wikipedia:
"...wenn die Wirklichkeit deterministisch ist, dann ist Willensfreiheit eine Illusion (sog. Inkompatibilismus). Die Gegenthese lautet, dass auch dann, wenn die Wirklichkeit deterministisch ist, Willensfreiheit real sein kann (sogenannter Kompatibilismus oder weicher Determinismus). Ein Inkompatibilist muss also, wenn er die Willensfreiheit für real hält, den Determinismus für falsch halten. Alle 4 möglichen Positionen wurden und werden vertreten. Eine inkompatibilistische Position wird zumeist begründet durch die Verteidigung einer Reduzierbarkeit mentaler Zustände auf natürliche bzw. physikalische Zustände. Denn wenn ein mentaler Zustand identisch ist mit einem Zustand, der mit Termini deterministischer physikalischer Theorien beschrieben wird, dann sind auch mentale Zustände und insbesondere willentliche Entscheidungen determiniert. Einen solchen Reduktionismus oder eine Nichtexistenz des Geistigen (Eliminativismus) vertreten insbesondere Theoretiker, die grundsätzlich verteidigen, dass es überhaupt nur natürliche Objekte gibt, sogenannte Naturalisten... Im Detail ist die Besonderheit des Determinismus die Kausalität, also dass der Zustand eines isolierten Systems zur Zeit t+dt durch seinen Zustand zur Zeit t determiniert ist. "
Doppelfehler: erstens ist die systemische Isolierung künstlich, zweitens physikalisch nach dem Unbestimmtheitsprinzip (das bei Leugnung von Willen zwingend für alles Seiende gelten muss) Topos (Ort/Selbst) und Impuls zu differenzieren, nie gegeneinander scharf zu bestimmen. Es entsteht ein Spielraum, dh Freiheit. Ist so psychol. Determinismus falsifiziert? Schaut man zu "Naturalisten" nach
"alles ist Natur bzw. naturwiss. begreifbar" o. "Sein bestimmt alles Bewusstsein"), erfährt man: her historische Figuren*, letzter prominenter Vertreter O. Spenglers Geschichtsmorphologie ("Untergang des Abendlandes")! Mag seine mentalitätsgeschichtliche Diagnose auch stimmen, sich bewahrheiten, was ich zugesteh, so trifft das doch nur das Gemein-, nicht aber sämtlich alle Individualwesen. Sonst würde dieser geschichtliche Determinismus unserer mentalen Zustände in Fatalismus mutieren, was noch schlimmer, zudem neuer Denkfehlerwäre: denn Fatalismus setzt offene Systeme voraus... Dies als Hinweis, wieso Team-Geist als willensfreier einzuordnen wäre, was für Arbeit am Mentalen entscheidend ist: grundsätzlich passive o. aktive, faule o. agile Sportler gibt's so nie als zeitübergreifend unveränderlich Seiende, andere "machen" kann aber natürlich keiner von außen, nach Watzlawick: man kann nicht nicht kommunizieren, Gruppendynamik ist stets vorgängig anzusetzen oder: jeder Mensch wird wiss. leiblich ebenso wie psychosozial geboren und sterben, alles weitere: Glaubenssache...
Ich hab wie empfohlen nach Vorlesungen dazu recherchiert u. nichts aktuell gefunden: habe ich was übersehen? Ich fänd es sehr interessant, wer im MT o. gar (Sport-)Psychologie heut noch deterministische Thesen vertritt. Beim ReissProfiling ist dies uU so, falls es nicht dynamisch, sondern statisch-feststellend mit unveränderlichen Motivgrößen/-quanten arbeitet: ist dem so? Das kann dann aber nur über die dominante Außenperspektive funktionieren, die so mE zuviel Macht erhält, also auf den "Klienten" fremdbestimmend wirken, ihn zum Patienten (bzw. Kunden als Konsumenten) erklären würde... Da ich davon schon früher ausging, habe ich auch MT von Mentalcoaching unterschieden: letzteres setzt auf den mündigen und in sich freien Klienten. Diese Differenz ist für mich entscheidend, wobei es sicher Menschen gibt, die sich lieber in eine Patientenrolle flüchten statt gegenüber dem MC als proaktiven Initiator eigenständig bleiben, dh als der Souverän selbst entscheiden zu müssen. Ein Coach ist eben kein Trainer, er gibt nichts vor, keine Ziele, keine Pläne, keine Identität, er "führt" mittels Fragen und Suchenlassen, also im eigentlichen Sinne niemals: er befähigt, sich selbst Zielen zuführen, erwählen zu können. Für mich ist nur solch genuin "pädagogische" Gesinnung geeignet, mit Kids als noch offenen Person-Systemen zwecks angeregter Selbsterfindung zu arbeiten. Mir scheinen Basics nicht genug reflektiert zu sein, auch bei mir: MT ist in theoret. Grundlagen komplexer, als es erscheint ![]()
*Wiki: "Dabei wird argumentiert, dass die Naturwissenschaften zu den grundlegenden Beschreibungen der Strukturen der Welt führen und in diesem Sinne philosophischen, geisteswissenschaftlichen und alltäglichen Methoden überlegen sind. Der Naturalist Wilfrid Sellars erklärt daher: ?Wenn es um die Beschreibung und Erklärung der Welt geht, sind die Naturwissenschaften das Maß aller Dinge... Verzichtet der Naturalist auf eine Begründung seiner Auszeichnung naturwissenschaftlicher Methoden, so kann ihm ein Naturalismuskritiker eine unreflektierte Parteinahme vorwerfen. So erklärt etwa Peter Janich: In diesem ?Falle ist der Naturalist wie ein Fan einer erfolgreichen Fußballmannschaft, der sich beim Siegeszug durch die Stadt anschließt". Naturalisten unterliegen so nem Selbst-Missverständnis; Naturalismus wollte ursprünglich NUR körperhaft natürliche u. geistig übernatürliche Phänomene abgrenzen, nicht Übernatürliches inkl. allem Mentalen/Geistigen per se aus Natur herleiten o. per NaWi ableugnen! Diesen Fehler kann Motivforschung wiederholen, sofern sie Motive naturalistisch als statisch versteht: sie sind in dynamischer Veränderung, dh als Seinscharakter statt eigene Entität zu begreifen! Der Erklärungswert von Profiling per Motiven mag aber in der Praxis wie ein Patentrezept bestechend o. "überlegen" wirken, keine Frage, nur wird's dem mitmenschlichen Gegenüber gerecht?
