Beiträge von Keller-Kicker

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    Aus einem passiven Sportler ist ein aktiver nicht zu machen. Weder durch Mentaltraining noch durch andere Versprechungen.


    Mentala:
    Vertritt wiss. HEUTE noch wer "psychologischen Determinismus" o Naturalismus (klassisch: Freud)? Ich zitiere dazu wikipedia:


    "...wenn die Wirklichkeit deterministisch ist, dann ist Willensfreiheit eine Illusion (sog. Inkompatibilismus). Die Gegenthese lautet, dass auch dann, wenn die Wirklichkeit deterministisch ist, Willensfreiheit real sein kann (sogenannter Kompatibilismus oder weicher Determinismus). Ein Inkompatibilist muss also, wenn er die Willensfreiheit für real hält, den Determinismus für falsch halten. Alle 4 möglichen Positionen wurden und werden vertreten. Eine inkompatibilistische Position wird zumeist begründet durch die Verteidigung einer Reduzierbarkeit mentaler Zustände auf natürliche bzw. physikalische Zustände. Denn wenn ein mentaler Zustand identisch ist mit einem Zustand, der mit Termini deterministischer physikalischer Theorien beschrieben wird, dann sind auch mentale Zustände und insbesondere willentliche Entscheidungen determiniert. Einen solchen Reduktionismus oder eine Nichtexistenz des Geistigen (Eliminativismus) vertreten insbesondere Theoretiker, die grundsätzlich verteidigen, dass es überhaupt nur natürliche Objekte gibt, sogenannte Naturalisten... Im Detail ist die Besonderheit des Determinismus die Kausalität, also dass der Zustand eines isolierten Systems zur Zeit t+dt durch seinen Zustand zur Zeit t determiniert ist. "


    Doppelfehler: erstens ist die systemische Isolierung künstlich, zweitens physikalisch nach dem Unbestimmtheitsprinzip (das bei Leugnung von Willen zwingend für alles Seiende gelten muss) Topos (Ort/Selbst) und Impuls zu differenzieren, nie gegeneinander scharf zu bestimmen. Es entsteht ein Spielraum, dh Freiheit. Ist so psychol. Determinismus falsifiziert? Schaut man zu "Naturalisten" nach :) "alles ist Natur bzw. naturwiss. begreifbar" o. "Sein bestimmt alles Bewusstsein"), erfährt man: her historische Figuren*, letzter prominenter Vertreter O. Spenglers Geschichtsmorphologie ("Untergang des Abendlandes")! Mag seine mentalitätsgeschichtliche Diagnose auch stimmen, sich bewahrheiten, was ich zugesteh, so trifft das doch nur das Gemein-, nicht aber sämtlich alle Individualwesen. Sonst würde dieser geschichtliche Determinismus unserer mentalen Zustände in Fatalismus mutieren, was noch schlimmer, zudem neuer Denkfehlerwäre: denn Fatalismus setzt offene Systeme voraus... Dies als Hinweis, wieso Team-Geist als willensfreier einzuordnen wäre, was für Arbeit am Mentalen entscheidend ist: grundsätzlich passive o. aktive, faule o. agile Sportler gibt's so nie als zeitübergreifend unveränderlich Seiende, andere "machen" kann aber natürlich keiner von außen, nach Watzlawick: man kann nicht nicht kommunizieren, Gruppendynamik ist stets vorgängig anzusetzen oder: jeder Mensch wird wiss. leiblich ebenso wie psychosozial geboren und sterben, alles weitere: Glaubenssache...


    Ich hab wie empfohlen nach Vorlesungen dazu recherchiert u. nichts aktuell gefunden: habe ich was übersehen? Ich fänd es sehr interessant, wer im MT o. gar (Sport-)Psychologie heut noch deterministische Thesen vertritt. Beim ReissProfiling ist dies uU so, falls es nicht dynamisch, sondern statisch-feststellend mit unveränderlichen Motivgrößen/-quanten arbeitet: ist dem so? Das kann dann aber nur über die dominante Außenperspektive funktionieren, die so mE zuviel Macht erhält, also auf den "Klienten" fremdbestimmend wirken, ihn zum Patienten (bzw. Kunden als Konsumenten) erklären würde... Da ich davon schon früher ausging, habe ich auch MT von Mentalcoaching unterschieden: letzteres setzt auf den mündigen und in sich freien Klienten. Diese Differenz ist für mich entscheidend, wobei es sicher Menschen gibt, die sich lieber in eine Patientenrolle flüchten statt gegenüber dem MC als proaktiven Initiator eigenständig bleiben, dh als der Souverän selbst entscheiden zu müssen. Ein Coach ist eben kein Trainer, er gibt nichts vor, keine Ziele, keine Pläne, keine Identität, er "führt" mittels Fragen und Suchenlassen, also im eigentlichen Sinne niemals: er befähigt, sich selbst Zielen zuführen, erwählen zu können. Für mich ist nur solch genuin "pädagogische" Gesinnung geeignet, mit Kids als noch offenen Person-Systemen zwecks angeregter Selbsterfindung zu arbeiten. Mir scheinen Basics nicht genug reflektiert zu sein, auch bei mir: MT ist in theoret. Grundlagen komplexer, als es erscheint ?(


    *Wiki: "Dabei wird argumentiert, dass die Naturwissenschaften zu den grundlegenden Beschreibungen der Strukturen der Welt führen und in diesem Sinne philosophischen, geisteswissenschaftlichen und alltäglichen Methoden überlegen sind. Der Naturalist Wilfrid Sellars erklärt daher: ?Wenn es um die Beschreibung und Erklärung der Welt geht, sind die Naturwissenschaften das Maß aller Dinge... Verzichtet der Naturalist auf eine Begründung seiner Auszeichnung naturwissenschaftlicher Methoden, so kann ihm ein Naturalismuskritiker eine unreflektierte Parteinahme vorwerfen. So erklärt etwa Peter Janich: In diesem ?Falle ist der Naturalist wie ein Fan einer erfolgreichen Fußballmannschaft, der sich beim Siegeszug durch die Stadt anschließt". Naturalisten unterliegen so nem Selbst-Missverständnis; Naturalismus wollte ursprünglich NUR körperhaft natürliche u. geistig übernatürliche Phänomene abgrenzen, nicht Übernatürliches inkl. allem Mentalen/Geistigen per se aus Natur herleiten o. per NaWi ableugnen! Diesen Fehler kann Motivforschung wiederholen, sofern sie Motive naturalistisch als statisch versteht: sie sind in dynamischer Veränderung, dh als Seinscharakter statt eigene Entität zu begreifen! Der Erklärungswert von Profiling per Motiven mag aber in der Praxis wie ein Patentrezept bestechend o. "überlegen" wirken, keine Frage, nur wird's dem mitmenschlichen Gegenüber gerecht?

    so wurde bei mir mal ein Dicker Paule unser Aufwärmtrainer vorm Spiel. Er machte das so begeistert, später sogar mit eigenen immer neuen Übungen, dass er gar nicht mehr von Beginn an spielen wollte.


    Ok, würd ich weiter zu antworten versuchen, wir drehten uns im Kreis. Daher: cut! Du hast dir deine Antwort im Prinzip schon selbst gegeben; ob ich (o. andere) sie richtig finden o. nicht, spielt in mentaler Schleife keine entscheidende Rolle mehr, or? ;)


    PS Das Prinzip der mentalen Schleife kann ich demnächst mal erläutern, falls gewünscht.

    Günter, nochmal bitte:


    1. "grundsätzlich bewegungsfaule Kider" gibt es nie im realen Leben (dh ihrem Leben statt deinem Er-Leben ihrer) !


    2. Nicht irgendein Kind "ist" faul, du denkst es dir nur so, weil es dir im Training o. Spiel so erscheint gemäß deinen Vorstellungen, Zielen, Plänen mit ihm etc. Es soll ja teamkonform funktionieren, ein berechtigter Anspruch jedes Trainers.


    3. Verwechsle aber bitte nie eigene Eindrücke vom Kind mit ihm selbst. Erst wenn das (an)erkannt ist als Wesen deiner Frage, kann die Antwort verstanden werden.


    4. Jedes Kind ist dies wert. Das Interesse, dein Wille ist so der Weg dorthin, anzuerkennen, dass es nicht einfach faul ist, sondern gewichtige Probleme hat.


    5. Das TW-Beispiel gibt darauf Hinweise: Kinder brauchen Erfolgserlebnisse im Lerneifer wie die Luft zum Atmen. Verschaffe sie diesem Kind u. du wirst eins sehen, dass es sich uU plötzlich mit viel Spaß bewegt... "Absolut leistungsunwillig" als Urteil über Kinder zu fällen, das ist traurig.


    6 Handicaps wie 15 Kg o. mehr Übergewicht sind natürlich physisch eine Belastung, psychisch mit ebenso gewichtigem Zuspruch auszugleichen, statt dass man ihm sagt, es sei ja nur faul, wolle nicht bzw. solle endlich wollen (oder gehen)...


    7. Teufelskreise im Mentalen sind für Kinder besonders fatal, sie blockieren den Start, die Lust, dann Leistung o. Lernen scheinbar ausweglos: jemand hat von Haus aus weniger Impulse mitbekommen, ist fülliger, dadurch unbeweglicher und in der Leistung schwächer. Statt dies nun auszugleichen, die Lücke zu den anderen schließen wollend, werden diese gelobt, jenes als lästig empfundende Kind aber auf der Bank geparkt. So wächst Unlust in ihm, es isst aus Frust mehr, wird dicker, unbeweglicher, die Leistungsschere geht auf statt sich zu schließen, alle schimpfen nur, das Kind hört ganz mit KiFu auf und alle sagen: das war ja klar, der war völlig unbegabt u. Fußball nicht sein Ding...


    8. Würde mich - fürs Kind - freuen, falls ich die Botschaft der Kraft des Mentalen - im Positiven wie vice versa Negativen - noch rüber hätte bringen können, sonst gebe ich's hiermit auf.

    @günter/p.m.: Da kann ich erstmal nur mit Heraklit antworten: alles fließt. Wer am Leben, da ist u. bewegungsunlustig erscheint, ist im Prinzip allen Seins als Sich-hervorbringen von seinem (Lebe)Wesen her unlustig gemacht worden und dies nicht von sich her. Das ist geradezu die große Gefahr, etwa wenn man Amokläufer oä introvertierte Gewalttäter betrachtet: sie nehmen menschlich Mimikri an, ziehen sich jenseits des angepassten Erscheinungsbildes in sich zurück, sind so ganz unauffällig, doch auch sie bewegen sich, aber unsichtbar: in ihnen brodelt es, teils selbstzerstörerisch, teils unterdrückt destruktiv und aggressiv. Ob dann solch Menschen als System ihres Denkens (das stets allem Handeln vorangeht) irgendwann als Bombe ex- bzw. implodieren oder die Lage sich wieder - scheinbar von selbst - beruhigt, ist offen. Wenn man von solch Extremfall auf den Fußballplatz zurückgeht und genauer hin-schaut, dann wird man Muster wieder erkennen. Rastet zB jemand aus, kann man dies vorher erkennen (angespannte Ruhe vor dem Sturm) u. mental vorbeugen, rostet ein anderer ein, dh also: zieht er sich in sich zurück, hat keine Lust aufs Spielen oder Team, ebenso. Erscheint uns dies so, stimmt etwas nicht, dem man nachforschen müsste. Auf jeden Fall kann auch solch Kind zu Spaß am KiFu finden, wenn die richtigen Türen eröffnet werden.


    Das ist stets schwer, zumal wo immerzu in seinem Rücken als Negativfaktor ein Vater stünde, der etwas erzwingen will, was das Kind selbst als ihm aufgdrückt, feindlich erfühlt. Dem könnte man nur entgegenwirken, wenn man dem Vater den Zusammenhang ganzheitlich erläutert: dein Kind wird nur Fußball spielen wollen, dh. besser können, wenn du es nicht mehr willst, dh so sehr (be)drängst. Man kann mit ihm einen Deal machen: Gibt mir 3 Monate Ruhe, bleib mal weg, tue so, als wäre dir Fußball egal etc. Lass Mama ihn bringen o. ihn sich vorher verabreden mit Mitspielern, damit es nicht mehr so als Zwang erscheint.... Seiendes, das sich nicht bewegen, dh hervorbringen u. (zum Guten/Positiven/Neuen) verändern wollte, kann es im Prinzip aber nicht geben; die Wege dafür können aber verstellt, verschüttet usw. werden.

    Dem Trainer gibt das menschliche Gehirn seiner Spieler schon so viele Rätzel auf


    Wenn dies der Fall ist, ist schon viel für den Spieler gewonnen, da erkannt wird, dass jeder einen eigenen Kopf hat und man dies nun gemäß Teamgeist zusammenzubringen die Aufgabe hätte. Im Grunde kaum zu schaffen, daher eben muss man im allg. Planen sensibel u vorsichtig vorgehen, um nicht per Anpassungsdruck uä kreative Potentiale Einzelner leichthin zu verschütten, die dann auch im Team verloren gehen, also sportlich suboptimale Ergebnisse, auf alle bezogen Misserfolg zeitigen...

    es geht um die Frage, ob man beim Mentaltraining in die Psyche eingreift oder nicht


    Genau, Andre; natürlich kann man dies, tut's verhaltensprägend/ändernd allzeit, im - jedem KiFuTraining latent zugrundeliegenden - Mental-Training (daher vom Coaching zu unterscheiden, da dies auf rationaler Ebene, also mit bewusstmachender Selbstdistanz geschieht), im Marketing (Werbung o. PR), im Gottesdienst, in Sekten, in Politik etc. Erwachsene können Neues, Fremdes o. Suggestives eher abblocken, beziehen als vermeintliche Identität ihre Partei im Sein (was de facto nur bedeutet: ich werde indifferent gegen alles andere, was dies stört), Kinder weniger. So kann MT gefährlich für letztere sein, sofern man ihnen zB fremde Motive suggestiv aufdrücken, sie in die eigene statt ihre Richtuing lenken will. Dies tut aber latent jeder KiFu-Trainer bereits: sein! Team bildend, nur oft unbewusst. Psychologie ist dabei wie jede positiv verstandende "Geisteswissenschaft" spekulativ auf bloße Hilfshypothesen gestützt. Ohne wiss. Quellenangaben kommen wir hier aber nicht weiter, ich befürchte, dass hier eher Guruismen á la dem in der Sache wiss. längst widerlegten Freud gemeint sind. Dass wiss. Widerlegtes in der Praxis dennoch Effekte bewirken kann, die bestimmte Menschen dann als Erfolge definieren, ist natürlich unbestritten. Genau hier ist auch die Trennlinie der Psychologie, die wie jede "positive" Wissenschaft aus Philosophie hervorging, dies in ihrer praktischen Anwendung aber meist "vergisst", da man sonst bei Erwachsenen im Manipulieren o. Suggerieren schwerer o. gar nicht weiterkäme. Jede Manipulation kann nun aber wieder (je nach Stand-Punkt) Gutes o. Schlechtes im Sinn haben, das macht es kompliziert: man muss als Erwachsener von Fall zu Fall entscheiden, doch Kinder können (sich im Erkennen von Welt wie sich selbst) noch wenig (aus)differenzieren. Mentala: Wenn du mir wiss. Quellenangaben machst, weise ich dir es dir gern versuchsweise anhand deren gegenteiliger Thesen konkret nach, bis dahin lasse ich mich nicht so leicht bekehren und folge dem og Glauben nicht ;)

    Prima, dass du hier unterstreichst, dass das heute im Talentsichten uä so beliebte Handlungstempo (ebenso wie das Pendant des 'peripheren Sehens') mentaler Natur, dh per Training beeinflussbar ist. Was man unter solch (Ausschluss-)Kriterium sichtet, ist also nicht etwa nur eine Spielerpersönlichkeit/fertigkeit, sondern auch dessen bisheriges Training. Doch wird dies dann beim "Selektieren" leider meist nicht bedacht, somit also leistungs- statt potentialorientiert (wie trainer- statt kindfixiert) Talent im Status quo statt als Entwicklungschance bewertet. Daher folgt dann die breite Fehlstreuung bzw. Fluktuation in den Auswahlen. (Wie in Schulen die Eltern, zählen beim Pluspunktesammeln also die früheren Trainer o.. auch Eltern mit, nicht nur das Kind, - und dies pflanzt sich dann per Förderpolitik weiter fort: wer 1mal dazugehört, wird weiter im Fokus stehen, sich entwickeln können, andere werden vernachlässigt: die selbsterfüllende Prophecy, daher auch die da ehrgeizigen Eltern....) Oder wie beurteilst du das?


    Die Übung selbst ist ein erster Einstieg dahin, dass der Kopf mehr mitspiele, vs sturem Drillen voon zB Passgenauigkeit. Denn: im Spiel soll der Pass zwar auch genau sein, erstmal muss man aber handlungsschnell den Mitspieler sehen, dazu dynamisch mögliche Gegner als Hindernisse, seine Präsenz (rechnet er mit dem Pass, kann er ihn adäquat verwerten etc.), mögliche andere Abspiel- oder eigene Abschlussoptionen usw. Hinzu kommen vllt noch Rufe von Trainern, Eltern, Mitspielern uvm. Das alles, also sehr vieles, muss spontan "zusammenfließen" im Kopf und parallel entschieden werden. Das übliche Einstudieren von Spielzügen aber zielt mechanistisch auf statisches Funktionieren, blockiert also gerade das, was kreative Spielintelligenz im Team auszeichnen würde....

    Es ist nicht möglich in eine Psyche einzugreifen, wenn der Besitzer der Psyche es nicht will. Auch ein Trainer kommt nur so weit, wie es der Schutzbefohlene zulässt... Das Verhalten eines Menschen liegt in seinen Motiven und im Unterbewussten verankert. Es lässt sich nicht verändern.


    Wie kommst du darauf? Auf welches Konzept von Psyche o. welche Quellen stützt du dich da? Denn es ist für mich wissenschaftlich nicht haltbar, Psyche im anthropologischen Konsens zB wertneutral als weltoffenes System definiert. Im Extrem kann man "dialogische" Größen wie Martin Buber u. M. Theunissen nehmen, die Menschen wesensoffene Ver-Anderung per se zuschreiben. Oder J.C. Kaufmann: "Wenn Ich ein anderer ist"... Aber wer vertritt wiss. die Position, dass man Verhalten nicht ändern könne, dass Psyche Willenssache sei? Sorry, ganz anderer Ansicht: war jahrelang Werbekonzeptioner, wenn dies gölte, gäbe es doch solch Job nicht, oder?

    Ich habe diesen Text geschrieben, um auf Seite 12 diesen bombastischen Threads nochmal aufzuführen, dass sich niemand dafür schämen sollte...niemand das Gefühl haben muß, dass es nicht auch ohne Mentaltraining super gut klappen kann. Alles geht, nichts muss, manches kann!


    Bombastisch? Nun, meine Intention bei der Threaderöffnung hat leider bisher nicht so wie erhofft gezündet. Mentaltraining ist vieles. Schämen muss sich sicher keiner, der vom Mentalen nicht viel Ahnung hat, dass aber "alles geht, nichts muss" ist ein Problem - aus Kinder/Elternperspektive, qualitativ in der Sache. Verantwortung: schnell gesagt, aber ein oft zu großes Wort, so man ihr real nachkommen soll. Mentale Aspekte, oft belastend für Kinder, gibt's im Realen sauviele, jeder Trainer greift massiv in die Psychen ein, fragt sich nur: ist er sich dessen bewusst o. "macht" er unbewusst vor sich hin: geistige Freiheit und Leistungs/Lern-Freude im (Zs-)Spiel fördernd o. hemmend, offene Dialogkultur o. Persönlichkeit zulassend und erkennend o. als Gefahr für sich blockierend, abwürgend. Zu analysieren wären also zumal im KiFu weniger Spieler als ihre Trainer :) die Köpfe des Teams), zuerst von ihnen selbst, um der Bereitschaft zu bewusstem MT/MTC den Grund zu legen... - Beispielaspekte psychosozial nachhaltiger Prägung: Weltoffenheit vs Sichabkapseln, Team vs Ich als Fokus von Wahrnehmen oder Denken, in- vs extrinsische Motivation, Freiheit vs Gehorsam, kreative Eigeninitiative und Mut zum Risiko inkl. möglichen Fehlern o. Unmut, ängstliches Schielen zum Rand u. Fehlervermeiden per Untätigblieben etc. etc. Umgekehrt wird also ein Schuh draus: da jeder KiFu-Trainer massiv aufs Seelenleben von Kindern einwirkt, sollte er sich damit ein wenig befassen statt einfach unreflektiert nur zu machen, wie er will, es ihm passt...

    Genau das ist aber der grundsätzliche Sinn des Forums, Problembezogene Beiträge erwarten diese praktischen Ratschläge und keine theoretische Diskussionen... das ist aber bei allen Beiträgen, bei denen es um Personen und Mannschaften geht. wir können uns nur auf das Beschriebene berufen... konkrete Ratschläge zu geben, die in die Psyche von Kindern eingreift. Sie können lediglich Überlegungsansätze für den Trainer sein.


    Von Mentala waren sicher auch nur allg. Überlegungsansätze gemeint u. Micha hat's so verstanden. Man soll eben erst denken, dann handeln, das will aber auch heißen: erst sich theoretisch schlau machen, sich möglichst in verschiedenen Theorien methodologisch offen austauschen, statt nur an eine Theorie zu glauben und dann auf eine Vorgehensweise zu schwören... Aber generell ist es problematisch, über statt mit Menschen zu reden. Denn jeder sieht erstmal und oft nur, was er will und liest das in andere - Personen, Bilder, Motive, Texte etc. - hinein. Daher machen viele auch lieber gleich dicht, wenn's ans Psychische oder Mentale geht, verweigern sich möglicher "Bewusstseinserweiterung" o. Bewusstwerdung: ihrer selbst, Motto: allein "mein Ding". Als Trainer ist es doch meine Aufgabe, andere Menschen beeinflussend zum optimal funktionierenden Team und dessen Erfolg als höherem Zweck zu formen, sie darauf möglichst komplett einzuschwören - für die Dauer des Spiels, bei Profis aber quasi für deren ganzes Leben: keine Discobesuche nachts, keine Frauen im Trainingslager usw. Ziemliche Eingriffe, aber scheinbar selbstverständlich abgefordert, da man Geld bekommt, dies selbst so wollte und für sich bestimmt hat. (Klar, irgendwann hängt auch der Profi in der Mühle drin, hat sich abhängig gemacht etc.) -


    Wie ist es nun zB mit sog. Talenten als "Ministars": was ist hier manipulativ o. gewaltsam aufgedrückter Zwang, was noch eigener Ehrgeiz und Lust am Fußball? ZB bei der Verantwortung: die hat man erstmal fürs eigene Leben, sich darin zur Persönlichkeit zu entwickeln, in der Schule gut durchzukommen. Ein Trainer benötigt Teamleader o. Kapitän auf dem Platz, aber sind Kinder dieser Bürde neben allem sonst immer einfach gewachsen? Wer sich gaern absondert, hat vllt auch eigene Gründe. Es soll Spaß machen, in der Freizeit, und da will man vllt lieber nur mit seinen Freunden kicken, nicht mit denen, die man nicht mag o.ä. Da freuer Fußball für Kinder heute praktisch unmöglich ist, bleibt meist aber nur der Verein, um dem Hobby nachzugehen. Klar, der Trainer will im Sinne des Teamganzen persönliche Motive dominieren. So greift auch jeder schon ein, statt alle nur frei laufen zu lassen. Wichtig ist, dass erstmal er dies Eingreifen sich bewusst macht. Ein Trainer meint uU Gründeu. Motive "seiner" Spieler zu erkennen, holt sich dann beim Mentaltrainer Tipps, wie er die "bearbeiten" kann. Aber was, wenn er den anderen Menschen falsch, primär in seinem Sinne/Interesse beurteilt und ein Kind da nur schweigend mitmacht, da es eben Kind ist, sich gegen Ansprüche nicht zu helfen weiß o. traut, den Mund aufzumachen? Ich wollte dies nur mal zu bedenken geben, denn wir reden hier eigentlich nur theoretisch, praktisch also "über" Menschen/Kinder, die wir gar nicht in- und auswendig kennen. Vllt sind Tipps zufällig oder per Empathie (Telepathie, falls es so etwas gibt) richtig, vllt auch nicht... Wie gesagt, selbst wenn man Psyche/Mentales von Angesicht zu Angesicht "bearbeitet" u. im Feedback nachfragt, ob alles gut und ok ist, kann das Gegenüber noch ja sagen, aber nein meinen bzw. umgekehrt, - daher wohl auch deine generellen Vorbehalte bei Kindern...


    So, hoffe, es ist rübergekommen, was ich meine: nicht pauschal gegen MT o. Tipps, aber zur Vorsicht mahnend. Bloß theoretischer Austausch ist so gesehen gar nicht so übel. Bei der Balltechnik o. Taktik kann man leicht äußerlich sagen, so ist es richtig, besser, aber bzgl. Mentalem...?

    Ratgeben in konkreten Fällen der Praxis o. Tipps hatte ich beim Threadthema nicht im Sinn u. staune, dass die Ferndiagnose - also ohne direktes Kennen der Kinder - im allgemeinen scheinbar recht gut ins Schwarze traf. Es gibt aber Fußangeln: ein Bild wurde vermittelt, für dies Bild ein Bild gezeichnet... Man weiß, dass jeder Mensch gern das, was er sich vorstellt, in anderen 'sieht', dann schnell per spekulativer Projektion für Fremd- vs Selbstbestimmung sorgt. Das geschieht sogar regelmäßig in persönlichen Kontakten. Ziel von MC wäre für mich mehr innerliche Freiheit im Geist, muss ich dafür aber dann nicht den Klienten wenigstens mal in seiner realen Gestalt ansehen? Ist nicht eine Gefahr da, wenn 2 Erwachsene über Kinder reden, wobei der Stil hier ja sehr empathisch war, aber so ist ja nicht jeder... Heute habe ich per Zufall im öffentlich-rechtlichen ZDF-MittagsMag. eine Hypnose-Therapeutin inkl. Beitrag über Hypnose-Apps gesehen und mich auch gewundert: keinerlei Warnung, alles Friede, Freude, Eierkuchen, obwohl auch Kinder ausdrücklich als Kunden bei Schulstress anvisiert wurden. Also ich weiß nicht, was ich von diesen harmlosen "Infos" halten soll...

    Danke guenter! "Hochtrabend" findet mich eigentlich im realen Leben nie jemand, provokant aber schon. Und das ist gut so, denn man muss "Erwachsene" erstmal aus ihrer alltagsmentalen Reserve locken: das meinte ich mal damit, dass sie von Kindern oft mehr lernen können als umgekehrt - die ursprüngliche Neugier und Weltoffenheit. Die in der Erwachsenenwelt doch meist bloß "ideologische Phrase" von Politikern auf Stimmenfang ist, da sie eine Mehrheit benötigen. Im Internet ist grad auch für Minderheiten Platz, muss man nicht immerzu auf die Mehrheit schielen, da jeder frei seiner Wege gehen kann. Es gibt Leute, die haben jahrelang Blogs nur für sich selbst geschrieben - bis plötzlich ihr Thema überall auf die Agenda kam. Überhaupt: erstmal dringliche Themen auf die Agenda bringen, das erfordert schon innovative Ideen abseits der üblichen Pfade. Um Mentalem Breitenwirkung zu verschaffen, mag ich der Falsche sein, daher war mein "provokanter" Vorschlag ernstgemeint, dass du gern mal ein Konkurrenzprojekt eröffnen solltest: vielleicht klappt es ja, ich wäre echt gespannt und auch lernfähig! Aber ich wüsste nicht, wie ich Mentales ganz einfach jedem näher bringen kann, sonst könnte ich es im realen Leben ja bestens verkaufen, würde damit als neuer Guru reich und bald beim FCB & Co top gefragt sein. Leider aber bin ich eben nur ein Suchender und Fragender, kein Wissender, der sich selbstgewiss verkaufen könnte/wollte... ;)


    PS: Würde nie wem versprechen wollen, dass er per MT zum ewigen Sieger werde. Denn das kann jeder nur in sich finden! (Nachtrag, bevor es Missverständnisse gibt: Womit natürlich nicht die "winner-Philosophie" der "Sport Mental Akademie" gemeint war: die kenne ich leider nicht, da man sie eben bezahlen soll. Ich hatte kostenfrei , dies als "Experiment" geoutet etc, nach dem Motto: erstmal in der Praxis überzeugen, dann Honorare kassieren, bzw. kontrolliert per VHS gecoacht... Wenn aber ein Jugendleiter gegangen wird, der es anleierte, kann ich zumindest nicht unmittelbar was dafür, muss das aber noch nicht nur 100% auf mich beziehen, denke ich. Geb die ganze MC-Sache trotzdem auf, irgendwie keine Lust mehr, sie immer gegen Widerstände verkaufen zu müssen.)

    Hi, guenter, alles gut und richtig, nur ein Problem hast du ausgeblendet: wenn man persönlich wird, wäre eine PM angebrachter als ein öffentliches "Anschwärzen", zB als "hochtrabend". Wenn man sich im realen Leben mit jedem von Gleich zu Gleich unterhält, findet man das unfair: da man sich in Foren eben nie persönlich kennt! Würde der so sich gekränkt fühlend "Titulierte" da aus seiner Sichtweise persönlich zurück schimpfen, kann man "Sachthreads" ganz schnell vergessen, oder? Stichwort Schlammschlacht: bringt nie was voran! Öffentlich persönliche Angriffe verletzen immer die Integrität anderer, finde ich - und so verabschiedet man sich (als Minderheit) dann aus dem Forum, zumindest erstmal. Dabei bleibe ich auch, aber ich danke dir trotzdem für diese Klarstellung! Es ist immer schwierig, wenn Leute mit völlig verschiedenem Hintergrund aufeinander treffen, das Beste ist da eben, man geht sich aus dem Weg statt auf den Nerv o. Geist. Warum soll es zB nicht auch mal "wissenschaftlichere" Threads geben, neben den anderen? Wem die dann nicht passen, der könnte sich doch einfach von ihnen fernhalten und schon wäre für alle genug Platz, egal, wie verschieden sie sind, denken, schreiben... Wessen Threads dann nie besucht werden, der wird schon irgendwann was merken u. der Sache müde. Mach et jut ;)

    guenter: Du fürchtetest dich vor sog. Scharlatanen (die meist immerhin einige WE "studierten") - und willst in 3 einfachen Sätzen ins MT eingeweiht werden, passt das o. wie willste verstanden werden? Umsonst ist nur der Tod, auch wenn man heut alles mundgerecht u. gratis haben will. Was zeigt die reale Diskussionsteilnahme jenseits Miesmacherei: nur "Schrecken"? Hab mal Fakten nachgesehn: über 5700 Zugriffe, 200 Beiträge in kürzester Zeit; die Threadidee hat offenbar einen zuvor brachliegenden Nerv: Interesse getroffen, einmalig viel im String "Nachwuchs, Konzepte, Tr-Methoden". Nur motzen statt selbst was initiieren: zB Thread "Mentaltraining: in 3 Sätzen ganz einfach erklärt, für Jedermann sofort anwendbar" o. so eröffnen? Konkurrenz belebt das Geschäft: wäre gespannt, wie das praktisch ankommt, besser o. schlechter - das wäre doch was, oder? Denn so verliert man die Lust, sein Wissen mitzuteilen. Lass doch hier "einfach" die lesen, die wollen! Auch du bist freiwillig im von mir eröffneten Thread, keiner zwingt dich, dich inspirieren o. verärgern zu lassen, oder? Ich hoffe, hier findet jeder am Thema Interessierte einige erste Einblicke, auch übliche "Reaktanzen": mehr o. es allen und jedem Recht machen, das vermag eh keiner! Die Historizität des Mentalen kann man zB erstmal im Handbuch "Europäische Mentalitätsgeschichte" nachlesen, um zu erahnen, um was es bei Mentalcoaching zu gehen hätte. Es gibt dazu ja viel Literatur. Ich lass weitere Beiträge, habe eben die Lust verloren, mich auszutauschen: dafür so Prügel zu bekommen, als "hochtrabend" beschimpft zu werden etc, was es mir verleidet. Bringt keinen Spaß! Besser statt nur andere runter machen, das wär's! Den Tipp kann ich jedem nur geben. Denn jeder hat dazu die Freiheit, sollte aber auch tolerant genug sein, andere Menschen, die nunmal anders sind u. denken, ihren eigenen Charakter zu lassen: sonst funktioniert Menschlichkeit kaum. Ich wär gespannt, was beim fairen Konkurrenzprojekt herauskäme: könnt ja im Gegensatz zu bloß negativen Beschwerden die Forumskultur nur befruchten, positiv überraschen (im schlimmsten Fall klickt's keiner an, passiert halt nichts): oder?? :thumbup:;)

    Erst kommt das Individuum, dann das Team.


    Da kommt's immer auf die Perspektive an: auch unsere Moderne hat nichts an der altgriech. Wesensfeststellung verändern können, dass der Mensch im Prinzip ein "sozial(geschichtlich)es Tier" sei: immer und überall auf der Suche nach sich selbst, zugleich aber davon ausgehend, dass dies Selbst bereits in sich existiere.... (daher auch die analytische Rede von Motiven, die man sich bzw. anderen handlungslogistisch zurechnet). Daher glaubt "man" auch so gerne, Teams, Firmen, Staaten "führen" zu können, will über Körper wie auch Geist Souverän sein - und wird unter der Hand dabei doch längst von "sich selbst" ("inneren" Stimmen, gesellschaftlichen Manipulationen über das, was man sei, tue, wolle und solle etc.) an der Nase herumgeführt, ist gar nicht "Herr" im Haus (Körper), so sehr man es auch zu glauben meint oder will. Na ja, Freud nannte dies ja unsere anthropologischen Kränkungen (sich als subjektives Ego verstanden: die uns innerlich auffressen können) - und gekränkt fühlen Menschen sich bekanntlich schnell, oft mit fatalen Auswirkungen: Gewalt/Aggression, Depression, Tabuierung unschöner Wahrheiten bzw. Fragen... All das muss man mental berücksichtigen, wenn man Menschen, Teams usw. "sich selbst" zu-führen will, aber wer denkt (als im Leib "Eingeborener") in der Praxis schon mal darüber nach, wäre dazu bereit? Ist auch sehr komplex zu verstehen, wer man ist...

    Die Teile sind nicht verantwortlich dafür sondern alleine Du selbst. So ist das in einem Team auch. Je nach Lage (Stimmung) der Spieler, sind sie motiviert zusammenzuspielen, sich zu engagieren für ein Ziel. Heute so, morgen so... Wie das Puzzle, sind auch die Spieler zusammengewürfelt


    Hi, erstmal danke für deinen Beitrag, leider der einzige in 2 Wochen. Sollte man daraus schließen, dass ohne abseitige Reizeffekte als Impulse die breite Mehrheit doch kein wirkliches Interesse am Thema MT bzw. MTC hat? So war meine Erfahrung vor Ort ja: man springt mit enormen Ansprüchen auf schnelle Erfolgswirkung auf den Zug des Mentalen auf, ist aber nicht echt bereit, sich tieferem Verständnis in der Sache zu widmen.... Schade, aber egal, dann ist dem eben so. Dein Beitrag ist jedenfalls anregend, obwohl ich dem Puzzle-Vergleich nicht folgen mag, so nahe er erstmal liegt. Denn die Teile eines Puzzle sind vorgeformt fertig, ihnen wohnt bildgestalterisch keine eigene Dynamik inne. Im Textverlauf zielst du aber selbst indirekt auf eine solche ab. Es gibt fürs Teamplay eben keinen Masterplan, nicht den großen Zampano (gar an der Seitenlinie), das ist das Entscheidende, um nicht nur 10% mehr an Leistung, sondern zuallererst die "eigendynamische" Kreativität" als Erfolgsschlüssel" aus einem Teams befreiend hervorzulocken. Die Methoden können grundverschieden sein, aufs Ergebnis kommt es an: dass sich was, mehr als sonst, tut, der Spaß am Lernen wie Leisten (das individuelle Erleben von Erfolg auch im Kleinen als Motivationsspritze) steigt, ebenso die innere Bereitschaft zur authentischen Kooperativität und Leidenschaft: fürs Team statt eigene Ich (dessen Motivlagen ins Ganze einschmelzen müssen, ohne dass irgendwer das Gefühl hätte, nun nach der Pfeife von 1em Leader, Trainer etc. tanzen zu "müssen", was in jedem Fall Motivation zur Hingabe beschädigt bzw. abtötet). Usw.

    Liebe Mentala, das ist sicher richtig. Mir ging's mit der Eingangsfrage weniger um individuelle Psyche, sondern Teamgeist, seine organische Entwicklung (auch in Anlehnung an OE): wie man dies spielerisch stimuliert. Was stärkt individuell die Kraft eigener Selbstvorstellung, das ist für Kinder in ihrer Identitätsentwicklung zwar lebenswichtig, aber hier kaum vom Fußball zu leisten: er sollte diese mentale Kraft nur im Eigeninteresse möglichst wenig verletzen o. schwächen. Wie kann man auf Teamplay als höhere Ordnung einschwören u. zugleich individuell im Erleben ein Maximum an freier Beweglichkeit gewährleisten? Wie differenziert sich dies alters- o. leistungsspezifisch? Um so die Motivation zum Team wie sich selbst hochhalten, denn weder ist der Egotripper noch der den Ball (so die Verantwortung) stets sofort devot weiterschiebende Korpsgeistler gesund für Teamefolg. Ich gehe davon aus, dass Menschen im Prinzip ein sozialen Wesen haben (zoon politikon), da sie für sich endlich sind. Wie ihnen dies in einem Zeitalter vermitteln, wo die Mentalität egozentrisch verankert wird, aber das Team als Zweck empfunden und bereichernd erlebt werden soll? Gerade in der Jugend zeigt sich der Mensch da uU noch ursprünglicher: spontaner hier narzisstisch, dort aufs Ganze bezogen; vieles ist noch nicht wie später verschüttet worden. Daher meinte ich, dass wir mental evtl mehr von Kindern lernen könnten als sie von uns, was aber oft bereits völlig aus dem Blick geraten ist. Daher wollte ich per MC daran erinnern, und in der Tat kam MC (auch als solches per VHS-Kurse, sonst en passant) bei Kids gut an, aber es scheint mir Erwachsenen zZ zu schwer vermittelbar. Daher wünsche ich dir und allen anderen schon mal frohes Fest und guten Rutsch u. verabschiede mich erstmal, ordne alle Gdanken mal etwas zu etc. - gespannt, ob sich viel im Thread bis Januar tut, vor allem Richtung mental unterstützte "Teamentwicklung" (heute auch "Teambuilding" genannt, etwa im Titel eines tollen Buches, vertrieben per soccerdrills, obwohl mir dort Mentales etwas zu kurz kommt). Bis nächstes Jahr dann! LG Kicker

    Oliver: Da wäre zB Ergebnis-, Erlebnis- o. Entwicklungswichtigkeit von Positionen zu trennen, wobei schwächere Spieler beim engen 2:1-Spielstand definitiv nicht defensiv eingesetzt werden wollten, als sie laut Rotation dran waren: ich will nicht rein, sonst verlieren wir noch wegen mir... Da wurde die Wichtigkeit der Defensive ebenso wie Ergebnisdenken der Kinder o. Angst vorm Gruppendruck bzgl. möglichem Versagen deutlich, ohne dass ich wüsste, wie man je nach Lage richtig reagieren sollte.

    Ferner ist nicht Zeitpunkt-, sondern Zeitraumsichtung eine objektivere Methode. Jedoch bei Kindern unter 12 Jahren, egal auf welcher Position ein zuverlässige Erfolgsmethode abzuleiten, entbehrt Sach- und Fachkenntnis auf diesem Gebiet.


    Diese Ansicht teile ich zu 100%. Findet man das wo mit Referenzadresse, am besten DFB? Das ließ ich jenen A-Lizenz-Trainern gern zukommen, vllt kommt man so nochmal in Dialog (zB: Talenttag abschaffen, offene Förderstruktue, min. monatsweise Probetrainings in Absprache mit Heimtrainern vorsehen, aussortierte Talente noch ein Jahr mittrainieren, aber in Zweiter spielen lassen statt gleich ganz aus dem Team zu nehmen etc). Dank vorab!
    severus: Kein Problem. Väter identifizieren sich nunmal mit Söhnen, so sorgt die Natur quasi für Familienexistenz... Zur Positionsvergabe gibt es in der Praxis oft Stress, daher finde ich die Threadfrage gut. Kindern ist der Sturm bzw. auch die TW-Position am wichtigsten, da man hier im Mittelpunkt steht, es Extra-Pokale gibt usw., Eltern eher das Mittelfeld, ein Trainer stellt alle so auf, dass es Siege verspricht, ein anderer lässt rotieren, da er anerkennt, was für die Entwicklung aller gut ist, etc.

    In meinen Augen


    Ja, wo hast du denn deine Augen "hingerichtet"? Ins Internet, auf Worte, die nicht mal richtig gelesen wurden, in den eigenen Kopf? Persönlich andere so abzuurteilen ohne betreffende "Objekte" jemals live gesehen zu haben, da ihnen Kurzsichtigkeit vorhalten? Die Einschätzungen in der Sache geben übrigens im Wesentlichen Äußerungen von ausgebildeten DFB-Stützpunkt- bzw. LZ-Trainern wider (die unseren Sohn vor 3 Jahren noch haben wollten u. nun meinten, der Zug sei leider abgefahren). Ja, auch ich finde rigides "Sichten" mitunter kurzsichtig, vor allem da, wo Kinder vorschnell negativ bewertet, aus- bzw. einsortiert werden (letztlich aus dem Sachzwang "schneller Erfolg", "wenige Plätze", von denen einige unter der Hand vergeben werden, was mir auch angeboten wurde usw.). Aber hier haben wir ein Sachthema, dazu sollten wir uns austauschen, aus gegenseitigem Respekt so persönlich angreifende Urteile unterlassen - danke!


    PS: Übrigens haben seine neuen Trainer wie die im LZ unseren Sohn als Mittelfeldspieler "gesehen", doch er hatte draußen Ladehemmung, da ihm die Übung/Praxis fehlte, er nervös war. Sie meinten, nun sei der Knoten geplatzt, nicht ich.