Solange man sich in der Vermittlung darauf beschränkt wie man diese Konzepte BEISPIELSWEISE interpretieren KOENNTE ist für mich alles ok. Wenn aber die INTERPRETATION eines Regionalverbandes oder eines Club zum nicht mehr diskutier- und stur umsetzbaren Dogma wird, dann fühle ich mich in eine Zeit oder einen Ort zurückversetzt mit dem ich nichts zu haben möchte.
Es soll ja dann immer "nur" um Fußball gehen (obwohl's um Spieler, zT Kinder geht!), aber Muster, nach denen Entscheider topdown sich allen aufdrücken, sind stets ähnlich, egal, ob auf kleiner o. großer Politikebene: gewaltsam. Papierne Konzepte wie dann die konkret umgesetzte Auslegung sollen Handeln absichern, sind aber Menschenwerk, dh. in heutiger Zeit mehr von Partial- statt Kollektivinteresse getrieben, so dass sich jeder nur willkürhaft das heraussucht, was ihm in sein "Ding" hineinpasst. Alles andere gilt dann in diesem heute im Grunde beliebigen, nur von (wg. dem Unwahren darin schweigender) Mehrheit, dh Masse bestimmten Dogma als "Unding". Dieses uns prägende gewaltsame Grundmuster von Politik sollte sich jeder klarmachen, nicht nur die, die sich seiner pragmatisch bedienen u. so die Geschicke aller "fremdbestimmen". Der Zeit und Ort ist also grad heute, nie ewiggestrig. Fast jeder will unter der Hand sich selbst privilegieren, dh all die, die ihm widersinnen, diskriminieren. "Selbstlosigkeit" ist so stets verdächtig: in der Natur unmöglich, vgl. das sog. "Helfersyndrom", nach dem sogar wirklich selbstlos agierende Helfer sich eigentlich selbst helfen wollen u. missverstehen, aber mangels Selbst-Bewusstsein dazu den Weg über andere gehen. Soviel politischer Basisdiskurs, den zum Begriff des Normalen schenke ich mir mal ("Herdentrieb").
Zur Psychologie des Konzipierens von Richtigem: In der Praxis ginge es also darum, ob wer als Trainer von sich, seinen Interessen absehen will und inwieweit er dies dann vermag: ob die sich unterschwellig doch einschleichen. Was Handeln bestimmt u. einsteuert, kann man erst ex post durchleuchten. Da es zB zu schwierig ist, in 1,5 Stunden Training jedes Kind individuell wahrzunehmen, in seiner Bedürfnislage, seinen Problemen o. verborgenen Talenten zu würdigen, kann man diesem Anspruch nur annäherungsweise ein wenig gerecht werden. Und da ist es am einfachsten, einer, seiner o. der vorgegebenen Linie, einem Konzept geradwegs zu folgen. Das Genie, das im Beispiel mit 7 schon Beethoven perfekt spielen könnten, ebenso wie den dicken Paule im KiFu, der immer nur hinterher hinkt o. gar zudem noch aus Unwohlsein in seiner Rolle stört, zu ignorieren, ist "praktisch". Selbst wenn vorgeschriebene Konzepte länger, in den Erfahrungswerten breiter u. komplexer sind, wollen und sollen sie die Welt in all ihrer Vielfalt planmäßig vereinfachen, können nur einen Anhalt bieten, wie man eigener Beliebigkeit u. Interessen entgeht. Soll der Einzel-Fall im Fokus obenan stehen, kann man diesem Soll also natürlicherweise nie gerecht werden; daher sollte man seiner selbst wie aller Konzepte immer unsicher, dh auch noch offen für anderes, Neues, Besseres
Fragen, wie gut man und es sei!), bleiben, obwohl man eigentlich lebenstechnisch selbstsüchtig ist, so sein u. ein festes Welt- wie Selbstkonzept im Kopf haben muss: oder?
Daher weiß ich schon jetzt, was die, denen ich in unserem Verein das "DFB-Konzept" empfehlen werde, sagen werden: ja die da in Frankfurt, die wissen doch gar nicht, wie es hier aus sieht, wir sind keine Profis, machen es kostenlos, geben uns schon alle Mühe, haben keine Zeit, uns hochgestochenes Zeug durchzulesen: Erledigt! So die Umsetzung: Man hat bei 20 Jugendteams nicht mal ne Koordinantionsleiter im Verein, so Unsinn brauchen wir nicht: O-Ton! Und als ich da mal laut wurde, ging ne Mail rum: der n.n. wirkt schon "psychopathisch", es ist doch nur Kinderfußball... Menschen sind eben Vedrängungskünstler, wenn es um für sie unangenehme Wahrheiten geht, die halt auch nur "relativ" bleiben/gelten, daher stets so zur "Interessenwahrung" relativiert werden können. Kritiker in relativer Mehrheit zu stigmatisieren, war schon bei den alten Griechen der sophistische Usus, um kollektiv Schweigespiralen zu instituieren, den fragenden Sokrates zum Tod zu verurteilen*: heute ist's so anders nicht ![]()
*Querulant, Störenfried, Psycho u.v.m. - unsere Sprache ist erstaunlich reich darin, wen derweise abzukanzeln, im Kollektiv mundtot zu machen.
