Beiträge von Keller-Kicker

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    Solange man sich in der Vermittlung darauf beschränkt wie man diese Konzepte BEISPIELSWEISE interpretieren KOENNTE ist für mich alles ok. Wenn aber die INTERPRETATION eines Regionalverbandes oder eines Club zum nicht mehr diskutier- und stur umsetzbaren Dogma wird, dann fühle ich mich in eine Zeit oder einen Ort zurückversetzt mit dem ich nichts zu haben möchte.


    Es soll ja dann immer "nur" um Fußball gehen (obwohl's um Spieler, zT Kinder geht!), aber Muster, nach denen Entscheider topdown sich allen aufdrücken, sind stets ähnlich, egal, ob auf kleiner o. großer Politikebene: gewaltsam. Papierne Konzepte wie dann die konkret umgesetzte Auslegung sollen Handeln absichern, sind aber Menschenwerk, dh. in heutiger Zeit mehr von Partial- statt Kollektivinteresse getrieben, so dass sich jeder nur willkürhaft das heraussucht, was ihm in sein "Ding" hineinpasst. Alles andere gilt dann in diesem heute im Grunde beliebigen, nur von (wg. dem Unwahren darin schweigender) Mehrheit, dh Masse bestimmten Dogma als "Unding". Dieses uns prägende gewaltsame Grundmuster von Politik sollte sich jeder klarmachen, nicht nur die, die sich seiner pragmatisch bedienen u. so die Geschicke aller "fremdbestimmen". Der Zeit und Ort ist also grad heute, nie ewiggestrig. Fast jeder will unter der Hand sich selbst privilegieren, dh all die, die ihm widersinnen, diskriminieren. "Selbstlosigkeit" ist so stets verdächtig: in der Natur unmöglich, vgl. das sog. "Helfersyndrom", nach dem sogar wirklich selbstlos agierende Helfer sich eigentlich selbst helfen wollen u. missverstehen, aber mangels Selbst-Bewusstsein dazu den Weg über andere gehen. Soviel politischer Basisdiskurs, den zum Begriff des Normalen schenke ich mir mal ("Herdentrieb").


    Zur Psychologie des Konzipierens von Richtigem: In der Praxis ginge es also darum, ob wer als Trainer von sich, seinen Interessen absehen will und inwieweit er dies dann vermag: ob die sich unterschwellig doch einschleichen. Was Handeln bestimmt u. einsteuert, kann man erst ex post durchleuchten. Da es zB zu schwierig ist, in 1,5 Stunden Training jedes Kind individuell wahrzunehmen, in seiner Bedürfnislage, seinen Problemen o. verborgenen Talenten zu würdigen, kann man diesem Anspruch nur annäherungsweise ein wenig gerecht werden. Und da ist es am einfachsten, einer, seiner o. der vorgegebenen Linie, einem Konzept geradwegs zu folgen. Das Genie, das im Beispiel mit 7 schon Beethoven perfekt spielen könnten, ebenso wie den dicken Paule im KiFu, der immer nur hinterher hinkt o. gar zudem noch aus Unwohlsein in seiner Rolle stört, zu ignorieren, ist "praktisch". Selbst wenn vorgeschriebene Konzepte länger, in den Erfahrungswerten breiter u. komplexer sind, wollen und sollen sie die Welt in all ihrer Vielfalt planmäßig vereinfachen, können nur einen Anhalt bieten, wie man eigener Beliebigkeit u. Interessen entgeht. Soll der Einzel-Fall im Fokus obenan stehen, kann man diesem Soll also natürlicherweise nie gerecht werden; daher sollte man seiner selbst wie aller Konzepte immer unsicher, dh auch noch offen für anderes, Neues, Besseres :) Fragen, wie gut man und es sei!), bleiben, obwohl man eigentlich lebenstechnisch selbstsüchtig ist, so sein u. ein festes Welt- wie Selbstkonzept im Kopf haben muss: oder?


    Daher weiß ich schon jetzt, was die, denen ich in unserem Verein das "DFB-Konzept" empfehlen werde, sagen werden: ja die da in Frankfurt, die wissen doch gar nicht, wie es hier aus sieht, wir sind keine Profis, machen es kostenlos, geben uns schon alle Mühe, haben keine Zeit, uns hochgestochenes Zeug durchzulesen: Erledigt! So die Umsetzung: Man hat bei 20 Jugendteams nicht mal ne Koordinantionsleiter im Verein, so Unsinn brauchen wir nicht: O-Ton! Und als ich da mal laut wurde, ging ne Mail rum: der n.n. wirkt schon "psychopathisch", es ist doch nur Kinderfußball... Menschen sind eben Vedrängungskünstler, wenn es um für sie unangenehme Wahrheiten geht, die halt auch nur "relativ" bleiben/gelten, daher stets so zur "Interessenwahrung" relativiert werden können. Kritiker in relativer Mehrheit zu stigmatisieren, war schon bei den alten Griechen der sophistische Usus, um kollektiv Schweigespiralen zu instituieren, den fragenden Sokrates zum Tod zu verurteilen*: heute ist's so anders nicht ;)


    *Querulant, Störenfried, Psycho u.v.m. - unsere Sprache ist erstaunlich reich darin, wen derweise abzukanzeln, im Kollektiv mundtot zu machen.

    Hhm, es ist ständig von irgendeinem (neuen?) Jugend-Konzept des DFB die Rede und ich weiß von nichts. Wo ist es und seinen Leitlinien verfügbar, ich habe es per Suchwort nirgends gefunden. Danke für einen Link o.ä.!
    Könnte man sein Lesen unseren Spezi-Trainern vor Ort zumuten, bringt es irgendwas an Verbindlichkeit für die Praxis o. ist's nur bedrucktes Papier? Bei uns im Verein wusste kein JO bzw. Trainer davon, vielleicht nur deren Problem, aber wie sorgt der DFB dafür, dass es alle erreicht, gelesen, überall umgesetzt wird...? Darum geht's ja.

    Karl: Ich hatte das alles vor Jahren mal als "mobiles JFZ" auf Kreisebene versucht. Ein vereinsfreier Förderkreis trainiert zunächst bei einem Verein samstags mit, bevor dann Sponsoren o. Mittel bzgl. mobilen Förderns gesucht werden sollten. Doch es wurde nur sabotiert, bis ich aufgab. Das Konzept ist leider weg (im alten PC ins Nirvana geschickt), sonst könnte ich deine weiteren Fragen damit vllt beantworten. Sichtung des Unsichtbaren, das wäre die Quadratur des Kreises, aber in der Praxis kann man nur jedem immer wieder möglichst viele Chancen eröffnen. Wo keiner da ist, der fördern möchte, wird nichts angeboten, klar. Wo aber Leute was tun wollen, zumal im DFB und seinen Stp bzw. LZ, sollten alle sich zs aufs Wesentliche besinnen: möglichst viele erreichen statt einige Wenige als gesichtete Elite exklusiv zu pushen. Pull-Signale als Impulse geben, nicht maximale Trainingspower als Pflicht/Zwang. Ich habe da immer die Stp/Auswahlen vor Augen, wie die sich mit den LZ-Trainern um die "Elitekicker" prügeln, als wären die Dukatenesel o. goldenes Kalb. Wer im NLZ ist, benötigt ja von der Intensität her keine weitere Pushs: warum werden nicht reeller u. individuell viele Talente unter-, "gestützt"? Warum ist man als Anbieter immobil, so dass Kinder, denen nicht seitens Eltern o. Trainer Mobilität ermöglicht wird, keine Chance haben? Wir fördern Kinder, nicht Eltern! Wieso wird soviel gestritten, sind äußerliche Dinge so wichtig, Plätze für creti und pleti nur verschlossen, obwohl sie doch "gemeinnützig" erstellt werden sollten?


    Bei uns sind im Stp die Stars aus einer Stadt u. 3 Kreisen - ist es realisitisch, so zu selektieren? Kann man sagen, wir haben hier aus einer 150.000 Einwohnern der Stadt die 4 o. 6 besten Kinder herausgefiltert, indem man nach dem Zufallsprinzip mal hier, mal dort etwas zu-, aber logischerweise nie ins Kind hineingeschaut hat? Wieso authorisiert man nicht reihum einbindend mehr die KL-/BL-Vereine u. ihre Trainer, mal offene Trainings anzubieten? Weil es gute Sitten verbieten etwa? Ja, wer soll denn das Maß sein: das Kind in seinem Wohl o. Besitzrechte von Vereinen? Mehr Freiheit zulassen! ich würde auch heute noch sofort wieder einen offenen Förderkreis per Presse u. Mail an Vereinstrainer anbieten, wenn man dies nur dürfte, man irgendwo nen Platz hätte etc. Wo jedes Kind willkommen ist, nicht wer wie ein Türsteher(öffner davor steht u. erstmal die Zähne o. Muskulatur prüft, bevor er das Kind einlässt...


    Vielleicht gäbe es mehr KiFu-Enthusiasten, wenn man nicht alles verböte, in schlechtes Licht rückte bzw. der DFB jeden Förderer willkommen heißen würde, statt dass auch seine Trainer selektiert werden: damit Stp bzw. NLZ auch ja gewichtig erscheinen? Natürlich ist es schön, wenn man Zeit opfert, eine "Lizenz" zu erwerben, aber auch ohne Marken-Lizenz kann es Gutes geben, wie uns die No-names bei Aldi, Lidl & Co beweisen: oft steckt quasi das Gleiche drin, nur die Verpackung soll hochwertiger wirken. Wozu gibt es ein Fernstudium? (Damit nicht jeder rumgurken u. Zeit absitzen muss: vor Jahren wollte ich mal die C-Lizenz erwerben, indem ich nur die Prüfung ablegte - unmöglich. Meine Frage, ob denn die Kompetenz Maßstab sei o. ein Zeitabsitzen, fand nie Antwort.) Und Kindern bringt eh vor allem eins weiter: spielen, spielen, spielen! Wieso nicht das einfach fördern? Man kontrolliert gern von oben solange Qualität, setzt unter Rechtfertigungsdruck, bastelt an bürokratischen Hemmnissen, wenn wer was Neues machen will, bis nichts mehr geht. Aber an der Basis im kleinen Verein interessiert man sich dafür Null? Da geben Nichtfußballer den Trainer, Hauptsache für lau, doch will wer eine Förderinitiative starten, wird sofort gefragt: wer sichert die Qualität? Es würde stets völlig genügen, wenn man einfach erstmal den Start unterstützt, ihn beobachtet und sich was entwickeln ließe... Ja, der Zufall, dass die gesichtete Leistung auch dem Potential entspreche, gibt oft den Ausschlag: warum ihm nicht kinderfreundlicher mehr Türen öffnen?

    Richtig ist, dass man aus der Ferne nicht allzu oberlehrerhaft alles besser wissen sollte. Doch woher weiß man denn vor Ort so genau, wie eine Mannschaft ist, in ihrer Entwicklung? Kann man allen 14, 18 Spielern zugleich in Kopf, Seele und Herz schauen, hat dies alles präsent, wenn man sie einige Stunden je Woche im Ganzen erlebt? Bei Herrenteams gilt oft: der (sich im Ergebnis niederschlagende spielerische Erfolg gibt dem Trainer Recht o. eben auch nicht, weshalb er dann gehen, uU mal über sich nachdenken muss. Bei Kindern soll Erfolg nun ja nicht das Maß sein. Daher kann hier jeder dann ohne solch Maß behaupten, er wisse, was für "sein" Team das Beste, wer es sei? Ich hatte grad den Trainer unseres Jüngsten um ein Gespräch gebeten, da er sich unwohl fühle (erkennbar für mich als Vater daran, dass er unter seinen Möglichkeiten spielt, ständig mit verschränkten Armen im Spiel herumsteht, kaum mehr lacht, sondern todernst u. gedrückt wirkt). Seine Antwort: er sehe keinen Gesprächsbedarf, da er meine, unser Sohn (dessen bester Freund im Winter auch wg. Unwohlsein das team verließ) fühle ich wohl. Er sähe keine Probleme, Begründung: keine. Also ich meine, jeder ist ein Individuum, gehört erstmal sich selbst u. weiß selbst am besten, wer er und wie weit er ist? Da gibt es altersbedingt viele Brüche, Probleme, Zweifel, Ängste.


    Wer als Erwachsener meint, dies alles per kurzem Blick - mehr ist in der Gruppe kaum je drin - zu verstehen, bildet der sich da nicht eher viel ein, gibt es nicht deshalb Ausbildung durch gesammeltes Expertenwissen? Ob sich alle soviel Gedanken machen, wie du denkst? Ich hab Trainern schon DFB- o. Soccerdrill-Trainingstipps etc. ausgedruckt, die dann meinten: was soll der Quatsch, ich denk mir mein Training immer spontan aus. Dabei ist er weder (ausgebildeter) Trainer noch Fußballer: er weiß halt einfach überall Bescheid. Solch Menschen gibt es nunmal viele, viel Nachdenken ist eher nicht grad in: unter Erwachsenen haben die meist wenig zu sagen, fliegen raus, bei Kindern aber sagt keiner was. Daher ist es gut, wenn wer ihnen mal zu sagen wagt, was uU nicht geht. Wer richtig liegt, wird sich dann dem kritischen Dialog stellen statt wie der Teufel das Weihwasser zu meiden. Wo ist da das Problem? Natürlich soll man nicht arrogant alles vorab besser wissen: wer fragt, der führt eher zum Ziel ;)

    Karl: Dahinter steht das Prinzip der Selbstwahl. Zunächst zum guten Bild des (Sichtungs- u. Förder-)Netzes: Nur die bereits großen Fischen bleiben da hängen, die noch kleinen fallen je nach Engmaschigkeit als "zu schlecht" raus. Dass Fische noch klein o. kleiner sind, wirken, erscheinen, kann vielerlei Ursache haben: Es ist ihre Art, sie werden nie größer; sie hatten bisher schlechtere Lebens- o. Wachstumsbedingungen; sie haben temporäre Probleme o. Krankheiten; sie sind noch früher im Wachstum, wogegen die vermeintlich per se Größeren schon weiter o. gar tendenziell ausgewachsen sind... Wachstumspotential o. der Nährgehalt des einzelnen Fisches spielt fürs Netz keine Rolle, nur die sichtbare materielle Größe u. Masse. Denn sie sind gemäß dem Sinn der von oben im Trüben unter der Oberfläche fischenden Fressintention. Sie ist also entscheidend, der Zweck, nicht die wahre Größe des Fisches, die er selbst u.U. noch in sich trägt. Die Angestellten der Profi-Fischerei-Konzerne bestimmen mittels Netz das Fangprofil, den Zweck der Aktion liegt im Konzernbesitzer bzw. den Endverbrauchern, aber nie im Fisch. Das System des Fangens per Netz wird dabei zunehmend finanzökonomisch getrieben. Was bringt wem wieviel Vorteil? Stellt der Züchter nun das Wachstumsinteresse des Fisches, des begabten Kindes in den Mittelpunkt, ist die Absicht des Fangnetzes grundanders, er schaut sich kleine wie große Fische genauer an, gibt auch den kleinen zunächst Zeit und Chancen zu wachsen, dabei wissend, dass natürliches Wachstum schubweise in Phasen geschieht, nicht gemäß einem vom Züchter ausgehenden Vorteilskalkül berechenbar. Insgesamt wird die Kultur auf die dem Lebewesen innewohnenden Kräfte hin beobachtet und aufgebaut, nicht nur künstlich, zwanghaft oder nach Vorgaben.


    Fortschritt liegt dabei oft gerade im Unscheinbaren, im Fehlbaren, wie die empirische Wissenschaftsgeschichte in Physik, Chemie und Biologie beweist, deren Teil auch der Mensch ist. Also setzt man auf viel mehr Offenheit fürs Überraschende, durch das Neues entstehen kann. Doch man muss dies eben zulassen: nach außen wie innen offener Blick, offene Förderangebote, Vertrauen auf die Kraft des Individuums, die sich nicht nach dem Uhrzeiger entwickelt, kooperative Grundstimmung der Trainer aller Vereine vs Harmonie abwürgende Rivalität der Erwachsenen usw. Der Verein/Trainer/Erwachsene dient dem Kind, nicht das Kind ihnen. Es darf sich selbst gehören, das Kleine ist das, was groß wird, die Großen (1.Herren) aufmerksamkeitstechnisch, finanziell u. handlungsentscheidend die Nebensache, die heute fast überall die Jugend ist. Nicht ein System gibt vor, was gut und zu tun sei, beschränkt danach das Werden anderer Wesen, sondern der einzelne wachsende Mensch darf für sich selbst als Ziel stehen, man eröffnet ihm Perspektiven, sich innerlich frei zu erwählen, statt sie per Systemdruck abzuschneiden, ihn von außen sichtend abzuurteilen. Das erfordert zB hohe Toleranz für kindlichen Eigenwillen als Begabung anstatt Einzwängen in Vorgaben von Erwachsenen, außen, oben, um in jedem das Beste zu sehen, was ihm möglich sein könnte. Konkret zB: in Stadt und Landkreis gemeinsame vereinsfreie, für jedes eigenmotivierte Kind offene Fördertrainings. Ich weiß, das klingt illusionär, doch wer hätte vor 200 Jahren geglaubt, dass Autos normal sind, Raketen zum Mond fliegen u. zig gigantische Spielwelten in kleinen Handys stecken, wer versteht heute wirklich, wie dies alles funktioniert, warum es nicht Illusion ist? Nur wo es uns selbst bzw. vor allem andere: den Menschen betrifft, da glauben wir an so arg wenig, dass wir meinen, Kinder schon mit 7 o. 9 Jahren einteilen zu können: aus dem wird was und aus dem nicht - statt sie einfach selbst laufen zu lassen nach dem Motto: Wege entstehen im Gehen.


    Wer sind wir, dass wir wie alle im "Fördersystem" fremden Kindern, der Zukunft sagen dürften, dieser u. jener Weg ist für dich verschlossen, du gehörst ins Kröpfchen u. den tun wir ins Töpfchen, privilegieren wir, da er "gut" (fürs System) sei? Ein Gott, der nur den großen u. starken Stengeln Wasser gibt, die kleinen, schwach wirkenden verdursten lässt, dabei gar nicht begreifend, dass die eigentliche Kraft in der Wurzel liegt? Und wenn man sich dann geirrt hat, tauscht man die Kinder eben einfach wieder um und aus? Wie kommt es eigentlich, dass man dies normal findet u. die schnell anfeindet, die da widersprechen, eine Lanze fürs Kindliche, fürs Werden brechen wollen? Obwohl ja auch der DFB durchaus den früheren Straßenfußball als beste Schule lobt, vllt aber vor allem als früheren? Also wäre da doch die Aufgabe, darüber nachzudenken, wie die Prinzipien dieses Fußballs, seiner Freiheit für die wahren Akteure in die heutige Zeit hinüber zu transferieren wäre. Es wären Experimente wie mobile Förderzentren zuzulassen, zu unterstützen statt zu ersticken (wie es vor Ort leider bei allen meinen Initiativen bisher geschah, auf deren Schilderung ich von oben nie positive Resonanz o. auch nur Antwort erhielt, obwohl die freiwillig kommenden Kids - auf die nie wer schaute von denen, die dagegen waren - begeistert dabei mitmachten) u. so allen Kindern etwas mehr Signale zur Hoffnung zu geben, sein zu können, was man wird, werden will. Sicher, aktuell klingt das arg visionär, doch liegt das an dieser Vorstellung von Freiheit FÜR Kinder o. der Enge des Systemdenkens? Und natürlich bleiben alle Kinder von ihren Eltern abhängig: wo die wie oft erlebt Kindern wegen der Schule Sport o. mehr Förderung verbieten statt zu unterstützen, auf keine Argumente hören, ist auch der engagierteste Förderer ohnmächtig o. mit der Kraft am Ende. Wünsche u. Träume aber bleiben: nicht die Leistungsstärkesten in Auswahl, Stp o. LZ, sondern echtes Talent, Potential, Perspektive (auch unscheinbare: verborgener Genius), Motivation, (Spiel-)Intelligenz, Soziabilität... :S

    Übergeordnetes Ziel aller NLZ ist es, Nachwuchs für die Profis auszubilden. Dazu ist es Voraussetzung (nicht Ziel!), dass die Jungs sich in ihrer Altersklasse durchsetzen. Und selbst von denen schaffen es doch nur die wenigsten. Und da wollt Ihr den Druck rausnehmen, also nur noch 2-mal trainieren, keine langen Fahrten am Wochenende?! Das gibt es doch bereits, das nennt sich dann Breitensport.


    ... oder: pädagog. Entwicklungsgerechtigkeit. Hat jemand mit 11 o. 13 zB schulische o. familiäre Probleme, wäre es fahrlässig u. schädlich, alles per äußerem Druck auf Fußballkarriere zu fixieren. Es würde ihn menschlich kaputt statt stark machen, denn Stärke kann nur von innen, nicht von fremdbestimmenden Konstrukten kommen, die ein NLZ autoritativ alle über einen Kamm scherend vorgibt. Sogar 2mal trainieren je Woche kann zeitweise zuviel sein, mancher benötigt eine Auszeit, um sich auf sich zu besinnen vs immer unter Strom zu stehen. Z.Z. ist es Voraussetzung, dass man sich im momentanen Leistungsoutcome äußerlich gegen alle anderen seines Alters durchsetze, das, was dies u.U. verhindert, wird in keiner Weise gesichtet - fast hätte ich Wiese geschrieben: gutes Beispiel, wie Leistungssichtung irre geht: national die Nr.2, nur 7 Monate später beim Abstiegskandidaten als Nr. 3 aussortiert, leistungsmäßig ein Nichts und niemand - dies wird dem Menschen wie dem Fußballer Wiese sicher voll gerecht: und er ist Profi, erwachsen, innen in der Persönlichkeit weitaus stabiler als es jedes Kind je sein könnte! Pädagogik spielt leider bei all dem Sichtungs- u. Auswahlzirkus eine völlig untergeordnete Rolle, da die Macher selbstfixiert offenbar vergessen, dass es um fragile Kinder bzw. Menschen geht. Falls sich ein Kind aus Eigenintelligenz dem Usus verweigert, ist es eh draußen, statt dass solch Verhalten als Charakterstärke anerkannt würde. (Klar, unser Älterer hat mit 13 schlicht "keine Lust auf diesen Blödsinn", wie er meint- und ich verstehe es.) Da werden im Zuchtwesen schon 8-jährige ein- u. aussortiert, als wüsste man, wie sie sich mal im Leben mit 20 entwickeln, pädagogisch völlig absurd. So ist der Mensch nicht, soll es hier aber passenderweise sein. Auch Trainer, die sich da nicht unterordnen, dies per zählbaren Erfolgen beweisen, bekommen bald Probleme o. sind gleich abgeschreckt. Schade für den Fußball...


    Obwohl doch klar ist: kein Talent ist in seinem Werden bereits bei 100%, der ein per biografischem Zufall bei 50, andere bei 60% o. 70% des Möglichen, wird so besichtigt u. beurteilt, als ob alle fertig wären. Da im Fokus Ergebnis- statt Erlebnisfußball, sofortiger Erfolg und Sieg stehen? Diese 50 o. 70% dann als ausschlaggebend zu nehmen, wird den 100% als Potential grad nie gerecht, verspielt sie durchs falsche Maßgeben, wo am Ende 2, 3% mehr den Unterschied ausmachen. Sind also die gewollt? Kann da Leistung hier-jetzt das rechte Kriterium sein? Wo ist da Achtung vor jenem Unterschied in der Jugend, wo ein Spieler leicht 20% unter seinen Möglichkeiten spielen kann? Das Ganze ist ein allgemein menschliches Problem: wer darf schon nach außen der sein, der er für sich innerlich ist? Bei Kindern ist es besonders tragisch, wenn sie nach äußeren Kriterien zurechtgestutzt o. abgewertet werden, denn sie haben dem kaum was entgegenzusetzen. Daher gehen soviel Talente bzw. grad die Genies im deutschen Fußballsystem verloren, werden wohl nie entdeckt: das nämlich hat die jüngste Vergangenheit entgegen allem Anschein für mich grad bewiesen: die Förderbasis wurde breiter angelegt, in Vereinen ökonomisch neu entdeckt - und schupps, plötzlich kommen jede Menge guter Spieler hervor, was es so davor nicht gab. Nun wäre aber die Frage, was geschähe, wenn man noch offener, kindgerechter fördern würde, die Basis noch breiter veranschlagen würde. Denn bisher wurde sie nur nach Quantität, nicht nach Qualität breiter angelegt, d.h. das aktuell leistungsschwache, sich in seinem Potential versteckende oder wg Sensibilität o. Genialität problembehaftetere Kind bleibt weiter systematisch außen vor, rückt bei gleichen Kriterien (von außen, oben) nur per Zufall in den Fokus, da in der Masse mehr Kinder gefördert werden. Ist es verständlich, wie ich das meine? Ich verstehe nicht, wieso es beim DFB niemand zu geben scheint, der das Dilemma der Leistungsselektion kritischer sieht...

    Es geht doch viel früher los, mit der B- und A-Jugend-Bundesliga! Davon gibt's je Jahrgang dann drei mit 14 Teams, zs. 42 x gut 20 Spieler, wobei auch in Regionalligen noch hohe Träume geschürt werden. In den entsprechenden Vereinen wird da ein ganz großer Ding draus gemacht, ca. 4 Trainings die Woche, die langen Auswärtsfahrten am WE und viel Druck von Trainern (die sich hier profilieren wollen und zT auch können) u. Umfeld inklusive. Dazu u.U. noch die Auswahlen: mitziehen o. raus. Schule o. Ausbildung wird oft vernachlässigt fürs Phantom "Bundesliga", obwohl es auf dieser Ebene was völlig anderes ist u. in der echten BuLi heute wohl ca. 50% aus dem Ausland kommen. Für wieviele lohnen sich alle Opfer, wieviele stürzen auch seelisch ab, was geschieht mit ihnen? Und was sind Kriterien dafür, ein Großer zu werden? Kann man dies nicht untersuchen? Wird Trainerarbeit nach ihnen ausgerichtet o. doch nur nach dem Erfolg im Ergebnis bzw. "viel bringt viel"? Alle schauen per massenmedial gelenktem Blick immer nur nach oben, auf die paar Stars, auch in der sog. Sportswiss. (die mich in ihrer fachlichen Ausrichtung eher an eine Art Hofstaat erinnert), nicht auf die Menge der in ihren gefütterten Selbstvorstellungen "Gescheiterten", ihr Schicksal in Fußball wie Leben...


    So, nun wäre es die Frage: geschieht dies aus Mangel an Wissen und Verständnis o. ist es nicht grad so selektiv gewollt: die, die scheitern, interessieren nicht, es kommt den Machern des ganzen Zirkus nur auf die wenigen an, die oben landen, oder? Vorbild Löw vorgestern nach dem Spiel auf die Frage, dass er wohl so spät komme, da er erst bei der Mannschaft war. Nein, er hat erst einen Expresso getrunken! Und der "kritische" Journalist fragt nur, ob der geschmeckt habe. Das sind heute die wichtigen Fragen und Dinge, so geht Fußball heute, dafür gibt's Millionengagen, wer schaut da schon auf die, die es nicht schaffen, die Verlierer u. Versager, die Folgen des Ganzen für sie, die, die noch fürs die Ehre statt Geld machen ;)

    Ich meine ja, man kann nicht Details gut argumentativ einfordern, wenn man die nicht "global" (also "Qualitätssicherung" dort, wo es am wichtigsten wäre) zuordnet. Ist das 1.Kriterium, dass der Betreuer alles quasi kostenlos macht, kann man nichts kontrollieren o. schaut halt weg, wo wer evtl. sportlich nicht wirklich geeignet ist, eher sein statt Kindes-Wohl verfolgt. Wie könnte man Zeichen setzen? Mir schwebte ja mal eine Art Trainer-Streik vor: alle solidarisieren sich, keiner meldet zB Ergebnisse, dient also nur noch echt den Kindern, aber mal nicht mehr "dem System". Schwierig zu organisieren, ok, eine Jugendtrainer-Gewerkschaft gibt's ja nicht, so steht jeder erstmal allein. Und der Leidensdruck scheint fortlaufend nur bei Einzelnen dafür hoch genug u. Folgenabschätzung (chaotische Betreuung => Lernen von Falschem, Unlust, insgeheime Aversion gegen den Fußball, Erfolgsfetischismus etc => hohe Fluktuation, Abbrecherquote => statt Sublimation von Aggressionstrieb-stau sich anders abreagierende Wut, Konflikte, Hass auf Gegner, Gewalt im Stadion wie auf der Straße bis hin zu Morden wie in Kirchweyhe o. Osnabrück bzw. durch Rechtsextreme, da "mass integration" in Wahrheit Desiderat, Schein ist, oben bei Profis real funktioniert, aber in der Jugend oft nicht etc.) gibt's eh keine: die sog. Sport-Wissenschaft ist system- u. interessengebunden, untersucht scheinbar nur, was sie soll, ist mithin keine...
    So "global" ist das in den Folgen gar nicht: Falls Dropkick wg Überforderung bald den Job schmeisst, "seine" Kinder auf der Straße landen, Frust nicht produktiv umsetzen lernen, ausleben können etc., wer weiß, was da heranwächst? Man muss sich keine Illusion zur Zukunft machen, dann landet man im Chaos, das nicht mehr nur den KiFu vor Ort betrifft... Warum ist er nicht mehr wert, wenn der integrative Wert doch in Werbespots gefeiert wird: wieso steht D. (wie viele: heute er, morgen andere) allein vor der Aufgabe, gibt es kein Konzept für Qualitätssicherung überall, nur zB in den NLZ, dafür dort so, dass es für Kids in Stress ausartet? KiFu in der Breite wäre viel wichtiger, als er genommen wird. Nun gut, sorry dafür, lass es dann auch, kenn aber D.'s Lage ;)


    Noch ein PS: Streik setzt Zeichen: Jugendtrainer sind ja im Job, "Arbeitnehmer", nur unbezahlt, unreguliert, jeder isoliert. Klar, wo einer wie D. allein rebelliert, steht mangels Hinsehen anderer am Ende gar er als Querulant am Pranger. Daher kann ich ihm es kaum raten, nur im allgemeinen die von unten kaum veränderbare Lage beklagen, dass es so Unten und Oben gibt. Mir wünschen, dass hier mehr Aufmerksamkeitsfokus läge. Vielleicht eine kleine Hilfe, sich als "Held des Alltags" zu sehen: der freilich das undemokratische System (in dem man sich oben selbst wählt, nicht wir, die Basis mitbestimmen darf) auch "ohnmächtig" stützt, das für sein Dilemma verantwortlich ist...? Ich hab Auswege per Politik im Kleinen vor Ort vergeblich gesucht, weiß also, wovon ich rede u. jammere nicht nur: wo 40 von 1200 bei der HV sind, lebt Demokratie nicht, wählt man sich selbst. Trotzdem wurde ich vorab so "bearbeitet", als ich als alternativer zweiter Kandidat zum 1. Vorstand antreten wollte, dass ich es entnervt ließ: nachts nicht mehr schlafen können für Null Euro? Ein Programm pro Jugend (vs alles Geld in die 1.Herren) hatte wohl etwas Angst verbreitet, hätte aber eh mangels allg. Interesse verloren. Seitdem grüble ich "global", wie man etwas verändern könnte, - ohne Ergebnis, alles ist so ein- und festgefahren, die Darstellung nach außen so gut, ich so klein: absolut - niemand...


    guenter: Ich erahne es! Überfordert for nothing, nicht zuständig: ok! Doch eben das ist das Irrationale: KiFu als Ventil kann langfristig viel vorbeugen (Sport vs PC-Egoshooter), ein guter Trainer auch Eltern beeinflussen etc Aber wie will man die in großer Zahl dafür gewinnen, wenn sie systembedingt! oft wie D. offenbar nur dumm dastehen, man sie mit 400 Euro o. mehr plus aller Anerkennung in LZ, Stp u. Herrenbereich lockt usw.? So blutet der Kinder-Breitensport systematisch aus, Kinder wie Trainer verlieren ihre Lust, hören auf, machen nur das Nötigste u. am Ende ticken auf Kinderseite ein paar Zeitbomben mehr, für die dann, wenn "die faulen Äpfel" als Handgranaten losgehen, keiner, kein DFB, kein Sportminister, keiner, der massenmedial alle Aufmerksamkeit weg von der Basis lenkt, die Verantwortung haben will - oder? Ob es Hummels o. Özil am Kopf juckt, ist viel wichtiger, als wenn ein Problemkind o. ganze Teams mangels qualifizierter Trainer dem Fußball u. vllt dem gesell. Leben verloren geht... Wie gesagt: meine Jungs, 11 u. 13, haben zs. schon 4 Teams wg. Auflösung verloren, wurden so Verlierer im sozialen Erleben vor Ort: interessiert aber keinen im System! Aufm Platz im Dorf trainieren nun nur noch die Herren, (deren Trainer bekam einst 800 Euro in der 1.KKS),sie nicht mehr (ihr Trainer bekam nichts außer Tritte). Das schmerzt mich als Vater sehr: unsere Kinder sind da nichts wert, sollen nur die Trikots der Stars kaufen!!! Ja, ich muss wohl bekennen, dass ich dies System hasse, daher die irgendwo verstehe, die in Stadien Randale machen, all den falschen Glanz dort zerstören wollen...

    Verteilungsgerechtigkeit im System sieht z.Z. bei etwa so aus: der ortsansässige Regionaligist mir Namen, prominenten Werbe-Sponsoren etc. hat zs 10 Teams und 6 Sportplätze. Nun bekommt er von "unserer" Stadt auflagenfrei zusätzlich einen 1 Million teuren Kunstreasenplatz, damit sein JLZ demnächst vom DFB offiziell anerkannt werden kann, da der diese Auflagen macht. Letztlich wird so der DFB und seine Fördervorstellungen bzgl. Jugend (nur die Besten kriegen was!) von unser aller Steuern mit 1 Million "Sozailtransfer" gesponsert.


    Der Verein meiner Jungs hat über 30 Teams und ganze 2 folglich überstrapaziert kaputte Plätze. So sieht der Fokus im System Fußball eben aus, so wird Jugendarbeit de facto wertgeschätzt, d.h. in der Breite vernachlässigt, alibihaft betrieben, um das "soziale" Image zu erhalten, für das dann die Millionen öffentlicher Subventionen in die Infrastruktur etc. landauf landab fließen. Ich bewundere jeden, der sich kostenfrei engagiert, aber den Nutzen hat nur das System, das eigentlich nur die kommenden, Millionen schweren Stars fördern will, den Rest nur mitnehmen muss, um alle Geschäfte steuerbefreit, hochsubventioniert u. "politisch korrekt" betreiben zu können.


    Ist diese Sicht zu zynisch o. trifft sie nicht ins Schwarze? Die Kraft, sie mal publizistisch breiter zu präsentieren, ist jedoch schwer in sich zu finden, denn überall stößt man damit nur auf verschlossene Türen. Wobei die Frage auftaucht: wieso? Will keiner solch Sicht zulassen, haben die Wächter der öffentlichen Wahrnehmung soviel Angst, dass sie präsenter, bewusster werden könnte? Da dann diejeigen, die aktuell die soziale Basisarbeit fast umsonst machen, so den System- wie Sportpolitikoberen in Stadt und Land den Rücken freihalten, nachdenklich, rebellischer werden?


    Mich interessiert dabei vor allem, ob nicht mehr als 1 Trainer für 25 Kids herauskommen könnte und müsste, wenn der sportpolitische Sachdiskurs kritisch offener geführt würde: weil jedes Kind, unsere Zukunft in der fortpflanzungsmäßig stetig schmaleren Basis mehr wertschätzende Aufmerksamkeit verdienen, das soziale Image des Systems mir recht verlogen scheint, natürlich nicht bei denen, die in der Basis die Kohlen aus dem Feuer holen!!! Also versteht meine Intention bitte nicht falsch, wenn ich meine, dass auch o. gerade das schwierige, sozial auffällige Kind seinen Platz im KiFu kriegen müsste statt dass es ausgegrenzt würde. Eltern sind ja auch überfordert, ihnen sollten ja auch die Sozialtransfers aus öffentlichen Haushalten zugute kommen, statt dass sie unter der Hand Umverteilung nach oben: gen 1.Herren, Bundesliga o. Star-Status werden.


    Der einzelne Trainer kann und soll aber nicht die Verantwortung fürs Systemganze schultern, seine Kräfte sind begrenzt, zumal er kaum "Honorar" erhält, völlig klar! Zur Zeit hat er wenig Handhabe, das System in die Pflicht, eine Bringschuld zu nehmen: Geht er, resigniert er (bei einzelnen Kids, da er nicht individuell arbeiten kann), haben Kinder den Schaden, aber nicht er die Letztverantwortung: er hängt nur in der Überforderung drin und die Letztverantwortlichen scheint's Null zu interessieren, ihn reell zu unterstützen, so ihrem geldwerten Sozialimage, für das dann nur er reell sorgt, echt gerecht zu werden...


    Fazit: Würde Dropkick schmeissen, sucht man entweder einen anderen, der sich breitschlagen lässt, sich "für die Kids" auszubeuten u. zu opfern, oder ihr Team ist History, sie bezahlen die Zeche der "sozialen" Verteilungsasymmetrie nach oben - aber die gutbezahlten Leute in der Frankfurter Zentrale geht das einen feuchten Kerricht an, die "verdienen" weiter, als wäre nichts geschehen und dies Nichts ist eben der dort reell geltende Wert der Kids, des dicken Paule, des ADHS-Kindes, des aggressiven Hartz-4- o. Migrantenkindes, dem Integration nicht wie Özil und Kedhira zuteil wird, vor Ort. Und die Folgen: Gewalt, Wut, Hass nimmt (latent gehalten) zu, Strafen führen immer weniger zum Ziel, wenn man die glänzende Farbe der Marketer von unserer Gesellschaft abkratzt.


    Appell: Wo Kinder so fast nichts wert sind, da geht Gesellschaft auf Dauer zugrunde, zerbricht sie - oder sehe ich das so falsch? Wer sich "mass integration" derart auf die soziale Fahne schreibt wie "der Fußball", der sollte auch liefern und zwar nicht nur billig, indem er ein paar Profis als Idole promotet. Sorry, das war jetzt sehr sportpolitisch, aber es trifft genau eine mögliche Diagnose, wieso Dropkick recht verloren vor seinem wilden Haufen steht, oder? Müsste sich nicht von Grund auf etwas verändern, damit Kindertrainern wie D. geholfen wäre? Bin ich zu radikal?

    Das Grundproblem zeigt sich doch am Fall Dropfick: da steht ein KiFu-Trainer an der Basis allein mit vielzuvielen Kids, kann keinem individuell gerecht werden: da hier unten alles nichts kosten darf, während oben Trainer zig Millionen o. aufm Dorf bei der 1.Herren immerhin 450 Euro u. viel schulterklopfer etc. "verdienen". Sie werden noch groß bemitleidet und bedauert, wenn sie als (hoch)bezahlte Profis dann bei längerem Misserfolg bei oft über Jahre vollen Bezügen "beurlaubt" werden. Stimmt da die Relation der Werte? Was ist das für eine Welt? Hätte nicht manch Kindertrainer oft erzieherisch integrativ mehr zu leisten als jene überbezahlten Profis samt "Tross"? Aber er und seine Schützlinge sind dem System, das sich dann plakativ in Werbespots "mass integration" o. Jugendarbeit auf die Fahne schreibt o. jede Verantwortung für die "sogenannten Fans" bzw. die Kosten dafür von sich weist, real vor Ort praktisch nichts wert, im Gegenteil: für jede Spielvelegung, Fehler o.ä. muss jener KiFu-Trainer noch privat bezahlen, auch wenn im Verein oft er selbst für seine Arbeit nichts bekommt.
    Verantwortung dafür hat im Zweifel keiner? Oder doch die, die im System oben die Entscheidungen treffen, viel Geld oder Prominenz für sich abzwacken statt den Fokus öffentlicher Wahrnehmung mehr nach unten, die faktischen Missstände dort zu lenken? So steht dann ein Dropkick allein vor den Problemen und was soll man ihm raten? Ich meine, man kann nur immer wieder kausaliter aufzeigen, wie alles zusammenhängt, - ohne es freilich "von unten" positiv verändern zu können. Dropkick kann nur versuchen, keines der Kinder im Stich zu lassen, wie es offenbar viele andere tun. Aber auch er wird dieser Aufgabe u.U. irgendwann müde, resigniert und dann kommt entweder keiner oder jemand, der ungeeigneter ist, und Dropkick ist auch für den KiFu verloren... Verantwortung, Verantwortliche? Wäre ich im System oben, entscheidungsbefugt, ich würde jedenfalls nicht immer nur alles loben, auch mal dahin schauen, wo es weh tut, nicht gut läuft, die Folgen bedenken, moralisch appellieren, dass sich dort was ändern solle; mehr Wertschätzung für die Jugend (nicht nur, wo sie als Talent Fantasien einer späteren cash cow auslöst), die, die sich dort Mühe geben, mehr Hilfen im Dialog, zB eine Hotline, mehr Interesse, mehr offene Angebote, mehr Solidarität der Großverdiener im System, statt dass die für jeden Gastauftritt noch über ihren Manager hohe Gagen fordern, so dass alles am Geld bzw. geldwerten Vorteil hängt, das Kinder und ihre Betreuer nunmal nie haben etc. Aber solch Vorstellung dürfte ganz hoffnungslos sein, daher mag sie einige nerven. Nur: bloßes Schönreden stabilisiert die Missstände grad und gräbt jeder positiven Veränderung durch Kritik - steter Tropfen höhlt vllt doch irgendwann den Stein - noch mehr das Wasser ab, da sie die Kraft verliert, das Negative weiter zu benennen, oder ?(

    Das betrifft dann meinen letzten Satz, dass schon viel passieren müsste. Ich würde aber immer erstmal herausfinden wollen, was dahintersteckt: wer zB schlägt, wird oft zuhause geschlagen. Wirft man solch Kind also nur raus, ist's auch wie ein Schlag ins Gesicht, hat es wiederum gelernt: Keiner mag mich, irgendwann aber folgt die Rache... Natürlich ist's für den unbezahlten u. überforderten Trainer zT unzumutbar und die einfachste Lösung, die Gesamterziehung auch echt nicht seine Aufgabe, er oft ohne Ausbildung, auch dem Gesamtteam verpflichtet... Strafe aber verfehlt meist ihre Wirkung: hilft also oft nicht, um den Faden von Dropkick aufzunehmen: da ihr Sinn selten verstanden, sie subjektiv als ungerecht wahrgenommen wird etc. Interessant dazu: "Überwachen und Strafen" von M. Foucault, wobei Ein- und Aussperren im Prinzip aufs selbe hinauslaufen: Isolationsgefühl, Wut, Hass, letztlich blinde Gewaltneigung. Wollen wir dies im KiFu fördern? In der Regel nicht, daher muss man diese Kausalität vermitteln, jedem individuell vermitteln, dass er was wert ist, zählt - und nicht dafür schlagen muss, um bemerkt zu werden!

    und hier wurde etwas interessantes gepostet. Ich denke dies ist eine wichtige Konsequenz, denn nur so übernimmt man manchmal Verantwortung, auch wenn es nicht schön ist, wie ich weiter oben bereits geschrieben hatte. Es ist eine Option und ich weiß, vielen gefällt sie nicht:


    Zitat von »Steini« Zitat von »August«
    um einen geregelten Trainingsablauf für alle Kinder zu gewährleisten. Ich denke in solchen Fällen muss man sich auch mal zum Schutze der anderen von Spielern trennen.


    Sagt für mich eigentlich alles über Eure Kompetenz aus. Ich hätte mir in meinem Falle (s.o.) gewünscht, dass jemand vor mir dieses Kreuz gehabt hätte. Deswegen kann es gar nicht genug Daumen geben, die ich dafür hoch halte


    Richtig Uwe, diese Konsequenz gefällt mir nicht. Ich würde nie ein Kind so fallenlassen, sorry. In meinem ersten F-Team war ich allein und hatte drei ADHS-Kinder und ein "auditiv wahrnehmungsgestörtes", so die Arztdiagnose, was immer dies heiße. Alle waren von anderen Trainern rausgedrängelt worden und landeten so in meinem Drei-Jahrgangs-Team, wo sich alle versammelten, die andere nicht haben wollten. Keines musste bei mir gehen, alle hatten sich alsbald integriert und waren mit viel Spaß, aber eben auch manch "Albernheit" dabei, was ich duldete, ja sogar oft den Spaß - von den Kids lernend - mitmachte: an den Kindern lag's nicht und dürfte es auch sonst nie liegen! Abgesehen davon, dass wir für unseren ganzen Nachwuchs auch gesellschaftlich eine Verantwortung haben: denn dafür werden Verein als gemeinnützig enorm unterstützt, nicht dafür, dass ehrgeizige Vereinsobere über die 1.Herren mal in der Zeitung stehen - oder? Doch als ein anderer Trainer das Team übernahm, da ich längere Zeit im Krankenhaus war und so ausschied, waren nach einem Jahr alle vier aus Team und Verein entfernt worden. Tja, und es stimmt, alle verbliebenen Trainer und Eltern fanden dies gut, nur ich nicht. Falls diese vier Jungs in ein paar Jahren als Zuschauer randalieren, alte Leute anpöbeln oder rumprügeln, ich sähe da einen Zusammenhang, weiß aber dass ich auch da sicher der Einzige mit im Dorf wäre, denn dies hätte dann wie stets absout nichts mit dem Fußball zu tun. Sei nicht böse, wenn ich dir widerspreche, mit den Kindern bin, von denen man sich da fiktiv als Spielermaterial trennen will. Das ist eben Streitkultur: ich hoffe nur, ich hab dich nicht missverstand u. du! Herrenspieler meintest: da ist es natürlich was anderes, die sind mobil u. mündig, da ist Trennung mitunter das Beste für alle, Fürsorge nicht "das" Thema wie bei Kids: da lautet der 1. Auftrag Erziehung, Erfolg, der sie preisgibt, ist keiner mehr. Um Kids auszuschließen, müsste bei mir schon viel passieren...


    guenter: Wollte dir natürlich auch noch antworten: tipp ja auf "Arschkarte", aber das ist oft die "Gruppendynamik". Bin zB vorhin einfach mal beim 1.Vorstand vorbei geradelt und da war alles in Butter: er sehe ja eigentlich fast alles genau wie ich, sagte er am Ende. Nun bin ich gespannt, wie sich das entwickelt, wenn wir uns demnächst zu siebt zusammen hocken, da ich alle solange genervt habe, dass wir nun doch nochmal darüber reden, ob es im Verein ein Jugendkonzept statt Willkür jedes einzelnen Trainers geben solle. Wobei ich auch keine Illusionen habe, dies im Grunde vom sportlich wie sozial erfolgreicheren Nachbarverein (mit sog. LZ als eigener Abteilung) abkopierte, da dort einst von mir mitverfasste Konzept auf die Schnelle umzusetzen. Aber gibt allem einen guten Rahmen u. kann zB klar sagen: ein Trainer auf max. 12 Kinder - Ausnahmen in einer Not (so würde der Fall von Dropkick eingeordnet) bestätigen dann die Regel u. auf Dauer kann sich alles entsprechend fügen, zum Wohl aller Kinder. Schwierige Kinder wird's immer geben, oft dank Elternhaus (im Charakter grundverdorbene Kids kenn ich nicht), für das sie nichts können. Ihre Erziehung ist dank o.g. Gruppendynamik aber oft einfach, wo es klare Regeln gibt wie zB: wer im Training das Team ständig stört, den darf das Team kritisieren. Der Trainer ist als Teil des Teams berechtigt, Maßnahmen vorzuschlagen, für ihren Sinn zu "werben", "muss" aber nicht als einer über alle bestimmen, wieder nur "in der Not". Will das Team herumalbern, sollte der Trainer es lassen: Es wird langweilig, da die meisten ja wegen Fußball kommen, nicht nur verlieren wollen (als Folge bloßen Alberns) etc. Kinder lernen schon das Richtige, man muss sie nur, dh etwas Zeit lassen statt alles vorzugeben: das mögen viele nicht so, da rebellieren sie, denn das macht schon die Schule u. nachmittags ist schulfrei: Autorität lebt, wo man nichts sagen statt schreien muss... ;)

    Alleine und unerfahren im Umgang mit Kindergruppen, da sind 25 Kinder zu viel, viel zu viel. (Trotz des akuten Erziehermangels ins Deutschland gibt es nirgends im Land eine Kita, wo auf 25 Kinder eine Erziehrin kommt. Und das sind ausgebildete Fachkräfte für diese Altersklasse.)


    Richtig, ist "normal", es gibt im "System KiFu" in Deutschland da eben kein Problem-Bewusstsein: wehe dem, der da Fragen stellt! Fürs Team unseres Jüngsten soll nun auch wieder 1 Trainer* (die 2 sind abwechselnd da) allein 2 Teams bis zu 25 Kinder betreuen. Individuelle Wahrnehmung, Förderung und Ansprache sowie jedes für Kinder effiziente Training (Nutzung der Zeitressourcen von Kindern zum Lernen) ist so natürlich unmöglich, oder? Aber es fragt sich auch, ob es generell bzgl. der Aufsicht verantwortbar ist, auch versicherungsrechtlich, falls mal etwas passiert. Ich würde da ja gern mal den DFB o. seine Unterverbände fragen, wieso wohl in professioneller Kinderbetreuung eine Ausbildung gesetzlich gefrodert wird und die Zahl der betreuten Kinder streng begrenzt wird, aber eine Antwort ist nicht drin. Und auch der Staat, der sonst Betreuung kindgerecht regelt, schaut in diesem Bereich komplett weg: Kann mir also irgendwer erklären, was da abgeht? Immerhin passiert für solch regel- und disziplinlose Zustände erstaunlich wenig im KiFu, jedenfalls wenn man das öffentlich Bekannte nimmt. Ob es eine Dunkelziffer gibt, ? Ich habe ja schon vieles beobachtet, nur öffentlich sagen darf man es nicht, da bekommt man wie ich, als ich es wagte, Anwaltschreiben: wer's nicht glaubt, dem faxe ich die mal zu, damit er sich ein reelles Bild davon machen kann, wie "das System" vorgeht, wenn wer Zustände offen kritisiert. Offenheit ist tabu, wo sie echt kritisch wird! Aber nicht das es wer falsch versteht: es ist natürlich toll, dass Dropkick den Job macht, wenn sonst keiner da ist. Was mich stört, ist, dass hierzulande quasi gesetzlos jeder Verein, d.h. in der Praxis die Handvoll der Oberen, macht, was er will, auch im Dorf, wo alle Kinder vor Ort nur diesen 1nen Verein, diese 1 Chance haben, Fußball, Sozialverhalten, Beweglichkeit in Kopf und Körper mit ihren Freunden zu erlernen. Daher beneide ich Schweizer, US-Amerikaner, dass man dort z.T. die Wahl hat, auch wenn Alternativen Eltern mehr Geld kosten. In Deutschland gibt's nur 1en Anbieter, den omnipotenten DFB und die, die ihm untergeordnet sind: Und da ist es eben durchaus üblich, dass 1 völlig unausgebildeter Trainer 25 Kinder "betreut" - oder sehe ich das falsch?


    Sorry, ich weiß, einige können dies Thema nicht ab, aber: Es ändert sich ja seit Jahrzehnten nichts! So hab ich schon als Kind diesen Fußball als Verhängnis erleben müssen, bei dem ich nur auf der Bank schmorte, obwohl ich ein guter Spieler war: der Trainer mochte mich halt nicht, wollte mich weg haben, da ich nicht wie alle anderen Kleinen schön brav stets den Mund hielt, wenn er uns dank Zutext-Freibrief mit seinen großen Sprüchen salbte. Einfach rausekeln! Daher versteh ich den o.g. FB-Satz bzgl. Verantwortungslosigkeit, wobei er ja einschränkt: wenn man den Trainer nicht mal persönlich kennt, denn bei vielen Eltern reicht es kaum dazu: Kinder einfach abgeben, fertig... (Wobei man sich bei Schreckenstaten immer wundert, wieso so ein nette, freundliche Mitbürger so was tun konnten: keiner kannte sie persönlich genug, um ihnen reale Fakten zuzutrauen. Vermeintlich persönlich kennen reicht also nie, man muss schon genauer hinschauen, will man der Verantwortungspflicht als Eltern o. Vorstand gerecht werden, aber wer hat dazu schon Lust, Zeit, Nerv...) Ich habe mich seinerzeit gewundert, welch Art Ablehnung auch mir stets entgegenschlug, wenn ich das System kritisierte, für das Kindeswohl offen stritt, obwohl ich doch im Gegensatz zu FB für mehr Kuschel-Pädagogik war. Wie kommt es, dass man nicht offen streiten will mit Kritikern, die halt auch mal was grundanders sehen? Wenn unser F-System (in dem ich viel Leid von Kinder erlebe, sei es vor 35 Jahren am eigenen Leibe, sei es heute für meine o. andere Kinder) so gut ist, kann man es doch gegen jeden verteidigen, oder? Verordnetes Schweigen ist doch grad 1.Ursache, dass Dinge sich nicht positiv verändern, dass keiner mehr offene Worte riskiert, so für Bewegung (auch von unten) sorgt.... ;)


    *Ich wurde ja wie einige wissen im Herbst vom Kollegen entfernt, da ich nur mein Team von 14 Jungs und nicht mehr - da er meist nicht kam - bis zu 26 allein trainieren wollte, einen 3. Trainer integrieren und ein extra TW-Training für alle Torleute (statt nur die von jenem ausgewählten, die wie sein Sohn z.T. gar nicht ins Tor wollen). Rauswurf des studierten, bei Kids beliebten, kostenlos engagierten Pädagogen wegen zuviel Qualitäts- u. Fairplayanspruch inkl. Hilfsangeboten, damit "man" unter sich bleiben kann: wohl nur im deutschen F-System möglich, das jeder Professionalität spottet, aber man ist eben ohnmächtig gegen diese "Sitten", solange keiner die Kids selbst fragt u. Eltern sich für nichts näher interessieren...

    Sir Alex: Erfragte Ziele zu bewerten, ist immer spekulativ und meine Umfrage in einem Team nicht repräsentativ. Fakt ist, dass der Spaß nicht groß war, also eher Wunschmotiv. Eingeimpft wurde den Spielern aber grad der Erfolg durch Leistung. Motive sind Beweggründe: also man will Erfolg, aber um Spaß zu haben. So wird es bei uns eben gelernt: wer Erfolg hat, hat mehr Spaß. An den Augen, ihrer Spielweise u.ä. kann man aber erahnen, wer Spaß hat und wer nicht. Die wild herumtoben dürfenden G-/F-Kids haben Spaß, das sieht man einfach, bei Bekundungen in einer U17 wirkt vieles künstlich. So wird das Motiv zum Ziel, dh man ruht nicht in sich, ist exzentrisch positioniert auf eine Zukunft hin, die meist irreal ist... Diese Diagnose weiter zu erläutern, führte hier zu weit und die Probleme dabei werden meist schlicht ausgeklammert, ist ja auch nie das Problem der LZ-Verantwortlichen, wie sich später all die enttäuschten Talente fühlen, die es zwangsläufig nie zum beschworenen Ziel der Siegermystik, zum Spaß schaffen. Ich habe zB argumentiert, die U17-Jungs einfach mal frei aufspielen zu lassen, war von oben nicht gewollt: sie mussten "hart" trainieren, gewinnen, doch genau weil sie es mussten, also Spaß nur aufm Papier existierte, verloren sie jedes Spiel, oft in HZ 1 noch stark, dann oft dank HZ-Ansprache, in der sich nur einer produzierte, war der Spaß ganz weg und es hagelte Gegentore - traurig, und keiner hat's gemerkt, bis heute! Vielleicht bin ich aber auch ein Träumer, wenn ich glaube, dass man erst authentisch, spürbar und mitreißend, Spaß und gerade dadurch Erfolg haben kann, denn einfach zu spielen ist aktuell eben sehr kompliziert geworden... (Ehrlichkeit hat übrigens nichts mit Innigkeit zu tun: schau dir alte Eheleute an! So ist das Verhältnis fast aller Spieler zu Trainern,die als Respektsperson Macht haben, den Spieler auf der Bank zu plazieren, runterzumachen etc. Demokratische Teamplayer als Trainer - selten! Und ich redete ja nicht von Erfolg, der da ist, immer Freude auslöst, aber oft in Erleichterung vom Erfolg als Ziel, das man sich zutrauen muss, da man sonst draußen ist... Erfolgsdruck ist immer eine persönliche Niederlage der eigenen Motive. Erfolgserlebnisse geben ihnen dann Freiheit zur Entfaltung, also Freude...)


    @FB: In der Tat ist es so, dass viele Eltern eher verantwortungslos ihren Bedürfnissen folgen: wenigere wollen sich in ihren Kindern im LZ verwirklichen, die anderen eher sie loswerden, zugleich das schlechte Gewissen per Sport befriedigen und natürlich auch ihre Kids gewinnen sehen. Entscheidend ist aber die Bereitschaft, dafür selbst etwas zu leisten, auf Elternseite entweder finanziell, wie es in der Schweiz eben (per Profis statt Verein) möglich ist, in Deutschland aber kaum, oder per "Kontrolle", die oft kostenlos arbeitende KiFu-Trainer sich natürlich zurecht gern verbitten: den, der da arbeitet, Zeit opfert, nicht leistungsgemäß honorieren, bezahlen, aber dann meckern... Eine vertrackte Lage, die meist zulasten der Kinder ausgeht, ausgehen muss, da sie das schwächste Glied sind. Dann muss Dropkick eben 25 Kids "gerecht" werden, Unmögliches leisten, dafür darf er es aber umsonst und muss noch meckernde Eltern mit betreuen. Davor muss man echt Respekt haben, denn der Einzelne kann ja nicht fürs System. Man muss aber auch die Überforderung vieler Eltern sehen, wo oft beide arbeiten, in Doppel- und Dreifachbelastung leben müssen, schließlich sollen wir halb Europa retten, obwohl unsere Vermögen viel geringer sind als die der Spanier und Italiener, wie heute überall in der Zeitung zu lesen war. In der Schweiz kann man es sich eben leisten, seine Kids professionell fördern zu lassen: ich bin gespannt, wann deutsche Masse (nach dem Motto, irgendwer kommt schon per Zufall, per guten Trainer durch und ins NLZ) gegen schweizer Klasse (jeder hat die gleiche Chance auf konsequente Förderung, ist halt nur elternabhängig) keine Chance mehr hat ;)

    @Fußballbaron: Ruderst du etwas zurück, oder? Egal, für Dropkick waren die Trainings ja eher eine "Qual". Ich wollte ihm nur gern die Augen öffnen, dass die Qual geringer werden könnte, wenn er die Kids in ihren Bedürfnissen mehr anerkennt, gelten lässt, selbst mitmachend wieder etwas zum Kind wird, mit herumalbert, geschitten drauf, was vllt disziplinwütige Eltern o. Kollegen dazu sagen: die Kids sind seine Klientel, niemand sonst und ihnen tut alles gut, was sie mit Spaß bei der Stange hält. Allein mit 25 Kids für jene Herkulesaufgabe zu sorgen, dass Kinder mit Spaß lernen wollen, das wäre zuviel, würde ich denken, da es schon mit 10 o. 12 kaum wer erreicht. Ich selbst bin auch ziemlich leistungs- u. siegfetischistisch, aber kann das von der KiFu-Aufgabe trennen, da ich es pädagogisch so lernen dürfte, was vielen aber versagt ist. Daher wären Verbände wie Vereine in der Pflicht, für mehr Interessenausgleich zu sorgen, denn Straßen- o. gar "Feierabendfußball" gibt's für Kinder ja nicht - und auch sein Platz kann im Verein sein: in der 2., 3., 4. Mannschaft... Dass es in Jugendjahrgängen oft grad 1 Team gibt, macht es schwierig, so dass es die Kunst ist, für Vorbildwirkung zu sorgen per zusätzlichen Fördertrainings, per Vorführen von Tricks, Technik, Finten, so dass Kinder erstaunen, was geht, per guten Spielern als Gästen, per lebendiger Leidenschaft u.v.m., aber besser nicht mit rationalen Erklärungen etc.: das verstehen Kinder eh nicht: sie schauen sich aus Spaß an der Sache was ab, so lernen sie: freiwillig, dynamisch, gern.

    guenter: Ich finde es sehr gut, dass sich Fußballbaron traut, ehrlich zu schreiben, was er denkt. Schüchtere ihn bitte nicht allzu moralistisch ein: ich weiß, dass fast alle Trainer in LZ so denken, und doch tut fast jeder so, als sei er ganz sozial. Dadurch kriegt man sie in ihren "projektiven Egotrips" nicht zu packen, viele gehen ihnen auf den Leim. Jemand, der ehrlich zu seiner Ansicht steht, ist mir 10mal lieber wie die Scheinheiligen! Denn hier kann jeder - Eltern wie Jugend - vorher selbst entscheiden, ob es sich diesen "Leistungsdiktaten", dem Erfolgsdruck unterwerfen will. Ich habe damals unseren Sohn lieber zurück in den Dorfverein geschickt, aus Angst genau davor, nur was ist besser: Teufel o. Belzebub? Letzterer ist oft nur klein(geistig)er, aber mitnichten besser. Das Grundproblem liegt in der Unprofessionalität des Gesamtsystems: Jeder kann machen, wie und was er will, Hauptsache fast kostenlos. Jeder weiß, dass Qualitätsmarken im realen Wirtschaftsleben als Leistung entsprechend Gegenleistung erfordern, oft doppelt- und dreimal soviel kosten. Im KiFu kann man "unverschämtes" Glück haben, per Zufall an Trainer geraten, die Kindern menschlich wie sportlich mehr an Input wie die meisten hochbezahlten Lehrer in der Schule (das hat so mal eine Mutter zu mir gesagt - mehr wert als 1000 Euro!), aber dem ist naturgemäß selten so: die meisten wollen bzw. müssen Geld verdienen, wenn sie etwas leisten. Auf Geld baut bei uns alles auf, ob man will oder nicht. Soll etwas kostenlos sein, sagt man als erstes: Achtung, das ist suspekt, nichts im Leben ist umsonst, also Vorsicht..." Eine fast immer gesunde Einstellung, oder? Oft ist es eine Falle, ein Lockangebot, mitunter ein Irrtum oder ähnliches, selten aber kriegt man echt was geschenkt. Unsere Kind sind uns das teuerste Gut, das höchste Glück im Leben? Sollte man dann nicht was-auch-immer, aber nicht nur alles fast umsonst haben wollen? Denn deshalb ist der Threadersteller ja vermutlich allein mit seinen 25 wilden Kerlen: kaum einer außer ihm will umsonst für Kinder anderer arbeiten - oder er hat eigene Ziel, offen wie F. oder (un)heimlich, oft sich selbst gar nicht bewusst zugänglich wie bei den sog. Brülltrainern, von denen ich mal einen auf Video aufnahm, ihm sein Verhalten dann vorspielte, worauf er mir nach 3 Sekunden auf die Nase haute und nur "Hau ab!" schrie: so wenig ertrug er sein Spiegelbild, so wenig konnte er es zulassen. Tja, 1.Frage: warum mach ich, was ich tue, inwiefern nütze ich damit mir selbst? Aber wer erträgt schon sich selbst, wenn wir es recht überlegen, jeder braucht Vor-stellungen von sich, die sich in anderen materialisieren: um sich selbst zu überleben, da dies Selbst am Ende nichts, nur sterbliche Hülle ist. Ein guter Trainer müsste so opferbereit sein, für seine Spieler, sein Team zu sterben - und das können nur echt Fußballverrückte, denen KiFu (also nicht: Erfolg darin als Ergebnisorientierung, nicht Bezahlung, nicht Profilierung) "religio" ist: Davon gibt's nicht viele und grad die passen mitunter nicht "ins System", sollten sich also - mein Lernerfolg - mitunter lieber mal wegducken, wo die erfolgreich Oberen entscheiden, um in ihrer Leidenschaft nicht wegen ihr draußen zu landen: wer, wie F. ehrlich bekundet,was ok ist (da jeder, der kostenfrei arbeiten soll, dafür auch eigene Ziele verwirklichen wollen und können sollte - auch wenn ich den Erfolg von F. jetzt unzulässig verkürze, sorry, aber: schubsen ist doch auch ok, mach Rugby draus: alle haben Spaß, lernen nebenbei, die Scheu vorm Körperkontakt zu verlieren) will eben schon alberne Kleinkinder im Training, die stören doch nur... :S;)

    @Fußballbaron: Ich kenne kein Kind in den D-Teams meiner Söhne, dass zum Training wegen Erfolg geht. Auch in der Bundesliga-U17, wo ich nach den zwei Hauptmotiven fragte, gab kein Jugendlicher "Erfolg" an. Alle nannten zuerst den Spaß und als zweites optionales Motiv gaben einige noch ihre Freunde und drei Karriere an. Bei Karriere fragte ich dann nach, da unklar war, was damit gemeint wurde. Man wollte später in die echte BuLi und viel Geld verdienen. Geld aber ist nur Platzhalter, kein Ziel und BuLi spielten sie ja bereits... Ich war selbst überrascht, dass keiner tabellarische Ziele, siegreiche Spiele, Der-Beste-werden u.ä. benannte, wie ich Erwachsener auch erwartete - vielleicht weil ich als Mentalcoach statt als (F-)Trainer "offen" fragte. Wem sie ehrlicher antworten, was sie selbst denken? Ich machte jedenfalls keinerlei Druck oder Aufstellung, daher waren sie recht frei. Bei spiegel-online kann man grad einen Artikel zu "Jugend und Politik" lesen: Interessiert euch für das, was uns interessiert - so der wegweisende Titel. Dies würde ich auf den Sport übertragen, wobei auswendig gelernte o. künstliche Worthülsen wie "Erfolg" noch lange nicht echte Motive bedeuten, daher: nachfragen, nachhören, was man mit einzelnen Worten genauer meint. Und falls es so ist, dass noch für 16-jährige BuLi-Akteure der Spaß das oberste Ziel ist, was will uns das dann für G/F sagen? Zweckrationales Sich-verplanen wird eben auch gelernt, doch wohnt es vielen nicht mal als Erwachsenen reell inne: sie wollen dann viel mehr, als sie leisten und können, praktizieren wie kleine Kinder mehr Wunsch- als Erfolgsdenken. Wir machen uns vllt viele Illusionen über uns Menschen, wenn wir meinen, alles hätte, könne Plan, Ziel, Konzept haben vs Learning-by-doing, dh ohne groß viel Verstand, der oft für mich Projektion bloßen Wünschens und dessen Übertragung auf andere ist, grad bei Kindern. Früher war es noch üblicher wie heute, da bestimmt Papa einfach, was aus seinem Sohn mal wird., doch so viel besser ist es heute auch selten. Gefährlich für das eigendynamische Selbstwerden von Kindern: vieles, was wir albern finden, ist gerade ihre Selbstartikulation, über die sie lernen, sie selbst zu werden statt eine Kopie derer, die sie nach ihrem Bilde erziehen wollen. Wer als Trainer dieser Gefahr für Schützlinge innerlich bewusst ist, dürfte im Zweifel effektiver arbeiten können, wäre meine Arbeitsthese wider heilige Kühe der üblichen Förderdoktrin, dass man fördere, was da sei. Es ist eben grad noch nicht da, was zu fördern ist, das ist dabei das Kernproblem: man muss daran glauben, Glauben positiv (als Spaß, Lust auf sich selbst statt disziplinierten Gehorsam) vermitteln, kann es nicht empirisch feststellen u. nurmehr zutage o. an die Oberfläche fördern, muss sensibelst im Unscheinbaren Mitschaffender werden, hoffen, dass sich der kindliche Genius auf seine Art (denn anders geht es nicht) mitteile...

    guenter: Das wäre ja auch mal eine Bilanz - warum war ich wie Jugendtrainer? Worin sehen Trainer subjektiv ihre Erfolgsfaktoren - für sich oder eben für ihre Schützlinge? Druck auf die Trainerkompetenz gibt es in der Regel nur im LZ, aber eben so, dass vor allem Erfolg zählt. Oder kennst du LZ-, auch Stp-Trainer, die nach einem 5-Jahres-Plan daraufhin arbeiten dürften, dass am Ende, also zwischen 17 und 19 die Schützlinge auf den optimal möglichen Entwicklungsstand gebracht werden könnten? Ich nicht. Und im sog. Dorfverein ist Kompetenz bei uns eben leider gar keine Frage (wie du weißt: ich als technisch ganz guter Fußballer und bei den Kids beliebter Trainer werde da eben einfach abgesägt, damit die Position des "Konkurrenten", der die egozentrisch-teamfeindliche Frage "ich o. er" stellte, abgesichert wurde, der eben kein Fußball kann, unbeliebt ist: weshalb die Kids nie selbst gefragt werden dürften, wie ich es forderte, als mein Kopf ab war). Gut ist für mich jeder Trainer, der seine Interessen zurückzustellen vermag, jedes einzelne Kind wichtiger als sich selbst o. den Sieg nimmt: langfristig etwas aufbauend - kurz gesagt. Meine Söhne haben solch Trainer nie kennenlernen dürfen, woraus ich schließe, dass sie zu selten sind. Zu mir kamen z.T. 13-jährige, die ich zwischen 5 und 6 trainierte und meinten nostalgisch, ich sei ihr bester Trainer gewesen. Ich sage das nicht eitel selbstfixiert, sondern weil ich als Trainer in den Vereinskreisen bis auf einmal immer (3mal) gescheitert, in dieser Richtung offenbar untauglich, unfähig bin und mich daher frage: wie hängt dies zusammen - bei Kindern beliebt und auch erfolgreich in dem Sinne, dass nie ein Kind unter mir mit Fußball aufhörte, aber oft welche zu mir ins Team (stets in die Zweite, auch intern von der Ersten) wechseln wollten, bei den Vereinsoberen o. -kollegen aber nur einmal gut angesehen, abgeschossen. meine Konzepte, die andere befruchten sollten, wie Teufelswerk behandelt, da eben als Präambel die kindliche Entwicklung als Primärziel über allem stand? Ja, du sagst, das sei bei euch selbstverständlich und es ist toll, wenn dem in der Praxis so wäre, aber ich habe es vor Ort stets anders erfahren: im LZ gibt man sich zwar trainingsmäßig alle Mühe, hat aber das falsche Ziel: Siege, oben in der Tabelle stehen, aufsteigen, über die Jugend als Trainer groß rauskommen (so der Plan der U17-Bundesligatrainers, den er ehrlich nannte, da er ja fast umsonst arbeite); im Freizeitverein: auch Siege, aber inoffiziell, offiziell quasi gar keine Ziele oder Ambition: nur Spaß. Und der Spaß ist dann der von F. beklagte: wenig Plan, wenig Konzept, wenig Ehrgeiz oder Arbeit - und dabei oft fehlende Einsicht in sich selbst, dass die Spieler bei einem wenig leistenden Trainer dann auch nicht stets gewinnen können, dafür aber Geschrei, Gemotze, Unzufriedenheit mit den Spielern. Irgendwie also viel Murks auf Trainerseite, klar, ist ja auch kostenfrei, nicht professionalisiert und im Input kontrolliert, daher kann man keinem groß Vorwürfe machen: die Verbände lassen es zu, dann die Vereine, ebenso die Mehrheit gleichgültiger Eltern, die nichts investieren wollen, die Trainer untereinander - also die Erwachsenen als die Bösen ;)


    @F.: Wenn Kinder kollektiv (von einzelnen super Trainern abgesehen, die für mich eher Zufall sind) nicht mehr wert sind, dann kann auch entsprechend nur Durchschnitt herauskommen: Planung von der G bis zur A, die müsste es eben geben, Ziel: kreative Teamplayer mit Spielwitz in der A, aber in der G bereits mental gefördert. Ich habe in meinem Konzept für Spaß-Leistungs-Vereine z.B jährliche Trainingspläne drin: alle Trainer = ein Team - will nur keiner haben, das sei im Dorfverein unrealistisch, kein Trainer wolle sich so gängeln lassen - und im LZ gilt eben der Sieg zigmal mehr wie die langfristige Entwicklung: so ist man eben nur der wohl doch eitle Spinner, und kein Kind Gewinner (um die Revolverhelden mal zu variieren). Also konkret: in der G/F 100% Spaß zulassen, allmählich ans Lernen andocken per Anschlussherstellung, in E/D dann Leistungssteigerung als Spaß am Selbstwerden internalisieren, um ab der C darauf aufbauen zu können. Wie gesagt, vllt unausgegorener Unsinn, bloße Vision, aber ich kann eben nur raten: lasst sie erstmal rumalbern, ihren! Spaß haben, ihren (Spiel-)Witz erhalten, nicht gleich von oben auf Leistung, Lernen, äußere Ruhe etc. disziplinieren. Sollte es die Talente geben, die mehr lernen wollen: individuell Unterschiede zulassen, Motivierte mal herausnehmen: Zusatzangebote machen, bevor es dann zum Stp geht, so vorher andere mitziehen versuchen, notfalls die Zu-starken selbstlos ans LZ abgeben (inkl. Warnung, dass da nicht alles Gold ist, was glänzt)...

    @Fußballbaron: Und diese Antwort "sehe" ich eben anders, z.B. beim Mentalcoaching einer Bundesliga-U17. Genau die Frage, warum sie überhaupt da spielen, trainieren wollen, konnte kein 16-jähriger wirklich beantworten. Es kamen Platitüden, daraufhin nachgefragt betretenes Schweigen. Echte persönliche Motive, die ein begeistertes Leuchten in den Augen hervorzaubern könnten, die Ideen von und für eine eigene, kreativen Spielwitz befördernde Identität im Spiel, sie fehlten, auch übrigens dem Trainer. Man wollte einfach Gewinnen: wie alle! Aber so ist jeder in sich austauschbar, das reicht nicht hin, ist nur in jeden äußerlich hinein projiziert worden. Man setzt daher eben auf von außen beobachtbare Talente statt eigentümliches Genie in Spielern, und darin liegt für mich die große Tragödie der sog. Jugendförderung in den LZ: gefördert wird Verwertbarkeit i.S.v. Nutzen für Vereine o. Trainer, aus ihrer "Sicht(ung), nicht die Jugend selbst: wer bringt Leistung, Siege - für uns. Mehr interessiert nicht wirklich und so entwickelt es sich dann eben. Daher gefiel mir dein Ansatz des "Kinder fragen", was sie wollen. Deine Antwort aber könnte ihnen auch suggestiv aufgedrückt o. eben über Jahre in sie hineinprojiziert worden, also "unecht" sein. Ist aber nur meine Meinung, wiss. untersucht wird dazu ja praktisch nichts... Aber Motivation erzeugen, nicht nur abfragen, das ist die Kunst!

    @Fußballbaron: Kinder fragen, was sie wollen - immer gut! Unterbleibt aber meist. Die Antwort, die du suggerierst, dürfte aber äußerst selten sein. Kinder wollen grad mit ihren Freunden rumalbern, sich vom Schulstress entspannen, die Sau rauslassen, dafür sind sie eben Kinder, sogar noch in der D. Die hohe Kunst des Trainers ist es grad, das Lernen als entspannenden Spaß zu gestalten statt es wie ein Lehrer über (Erfolgs-/Noten-/Ergebnis-)Druck u.ä. von oben abzufordern, was oft undisziplinierte Reaktionen erst fördert. In den LZ sieht man fast nur todernste Mienen in Training wie Spiel, was mir nicht gefällt, da ich finde, so wird Schule noch in die Freizeit hinein verlängert, alles zwanghaft. Das will ich für meine Kinder nicht, daher wechselte der Ältere auch nicht ins LZ, als er das Angebot hatte. Leider zeigte sich als Alternative in 2,5 Jahren danach - nichts. Es gibt bei uns kaum je beides: Lernen und bzw. als Spaß. Dies wird nicht konzeptionell abgesichert und liegt dann an den einzelnen Trainern: entweder Larifari im sog. Dorfverein, der ambitionierte Talente oft durch unmotivierte Vorbilder wie Teams ausbremst oder eben Leistungs- und Erfolgsstress im LZ, wohin dann die Eltern (!) der stärkeren Spieler gern wechseln, um später zu jammern (wenn etwa die Schule leidet, das Kind leidet etc.) Daher wäre es wirklich gut, mehr die Zielgruppe Kind offen (also nicht suggestiv) zu fragen: wozu habt ihr Lust, was wollt ihr... Das Problem könnte dann sein, dass 15 % viel trainieren, lernen wollen, aber 85% lieber frei spielen und albern. Damit beginnt doch grad die Arbeit des Trainers, dass irgendwann 85% trainieren, an sich "arbeiten" wollen statt dass die 15% irgendwann ins LZ weggehen oder resignieren und dann alles eine bessere oder schlechtere Freizeittruppe wird, ohne das sportliche Ziel vor Augen: sich stetig zu verbessern, um zu gewinnen. Nicht weil Eltern von der Bundesliga träumen, dies ins Kind projizieren, sonst weil es Spaß bereitet, sich zu verbessern, man dies erlernt hat.
    Das ist vllt die Quadratur des Kreises: wer von den oft eher unfreiwillig gestarteten, dann eher den Posten bekleiden wollenden Freizeit-/Hobbytrainern ist schon noch selbst davon infiziert, "vorbildhaft mitreissend an sich arbeiten, sich so qualifizieren zu wollen statt einfach über die Kinder zu gewinnen o. eben alles laufen zu lassen. Die zieht es ins LZ, wo sie dann von oben Siegdruck bekommen. In meinem Umfeld sind es im Dorfverein zu wenige u. bei zu großer Gruppe wird's immer anstrengender, dies "mit" jenen 85% umzusetzen, erst Recht allein. Ich selbst ließ auch deshalb immer viel laufen, da mir "im Alter" Energie fehlte, ein besserer Trainer werden zu wollen. Jeder hat da seine Belastungsgrenzen. Ich weiß nur: Kinder können sich noch enorm steigern und ändern, mehr als wir Erwachsenen denken und ihnen meist zutrauen. Unsere Grenzen sind nie ihre... Aber sie benötigen dafür individuell von uns die richtigen Reize als Leistungsimpulse oder eine echte "kreative" Gruppendynamik, die eben fast eine Sisyphosaufgabe sein kann, wenn sie von innen her aus jedem Einzelnen kommen, lebensecht statt "aufgedrückt" sein soll. Fast jeder Trainer aber lebt auf individuelle Spieler hin, pickt sich da seine Lieblinge heraus, aber selten so, dass er diese derweise profiliert, dass sie für alle anderen vorbildhaft mitreissend: Teamplayer in vorderster Linie (statt Ego-stark) werden statt sie nur mehr zu fördern, andere zu vernachlässigen. Vielleicht ist meine Erziehungs-Sicht auch Unsinn, hat sich über die Jahre so in meinem Kopf herangebildet, kann ich nichts für,ist nur meine Meinung...


    Ergänzung zu deinem letzten Beitrag: Nicht ganz falsch, aber beide Sorten Trainer sollten eben grad die Wahrheit in der Mitte suchen: Leistungssteigerung als Spaß vermitteln, oder? Nur Ehrgeiz führt nämlich nicht zum höchstmöglichen Ziel, ist nur Wollen bzw. äußeres Können, aber von innen her droht das Ausbrennen der Motivation, der der Ankergrund im eigenen Selbst fehlt. Herausforderungen müssten eigenproduktiv angenommen werden - oder? Wie man es erreicht, dass Kinder intrinsisch motiviert lernen, sich steigern, stärker werden wollen, das ist die Quintessenz guten Trainings, nicht äußerlich technisch gute Übungen, so wichtig die danach auch sind. Profilieren mit Scheiss, Clownerie, Siegerposen - ist das nicht alles am Ziel vorbei? Aber ein Kind ist immer noch "leistungsschwach" im biografischen Flow, "kann" eben vieles noch nicht, soll es daher ja lernen. Diese Schwäche durch Forderungen zu dominieren, erdrückt vllt oft mehr als es "kultiviert" und so sieht dann später die als Kind erlernte Spielweise aus: angsterfüllt, hektisch (pausenlos), erfolgsdominiert, innerlich unsicher - statt in sich als erstletzter Kraftquelle ruhend. Projiziere mal meine Fantasie in einen Messi: er spielt, als strengte es ihn nicht an, als wäre er auf einem "Schulausflug"... Das macht leichtfüßig, erfolgreich, begeistert, aber nicht todernst besessen... Für Trainer wäre es vllt gar nicht so schwer, diese innere Einstellung zu fördern, woran es liegt, dass es meist misslingt, ich weiß es leider nicht klar zu sagen, sehe nur das Problem (projiziert aus Kindersicht, da es mir als Kind in nur 3 Monaten Training im Verein so erging, dass ich nachher erstmal frustriert mit Fußball aufhörte....) Oder wie siehst du das?