Andre: Die 37"-Sendung war für mich Schwachsinn, sorry: von Frauen für Frauen über Frauen, aber im Titel "Schüler..."? Jungs wurden mit einem Nebensatz abgetan: sie hätten auch Druck, toll. Nein, so selbst verursachte Jungs-Dramen kenne ich keinen: Alle reden von Gender-Forschung, und dann so ne einseitige Sendung? Egal, ich hab nie was für die Schule, getan, meine Jungs müssen es auch nicht, machen kaum mal die Hausaufgaben u. sind trotzdem auf dem Gymnasium noch nie sitzen geblieben, da Durchkommen das Maß ist, nicht Einsen, daher auch weniger Stress, notfalls: Abgang auf die Realschule - so what? Aber dies hätte da nicht ins Konzept gepasst: wie beim Fußball sind vor allem Eltern verantwortlich, erst dann Schule bzw. Verein, deren Systeme ich bekanntermaßen selbst Mist finde. Das Wesentlichste schuldig ist (sich) jeder als Mensch, da Fehler u. Irren das Menschlichste ist, - nur wollen die meisten dies nie einsehen, suchen nur woanders Schuldige. In der Welt ist zwar fast jeder heute völlig selbstbezogen, daher fast allen anderen eher: unterschwellig-unbewusst feindlich gesonnen, besitzergreifend etc., aber verändern kann man dies - leider - kaum, dies ist aber kein Grund, die stets mögliche Selbstveränderung zu unterlassen: dein Suchen von eigener fragwürdiger Schuld, Fehlern u. Schwächen finde ich da vorbildlich!
Ich bekenne auch, dass ich meinen einst geplatzten Traum gern in meinen Kids als noch lebendigen (da in mir naturgemäß totem) wiedergefunden hätte, aber sanft, so sie das wollen, ich überzeugend dafür werben, sie animieren könnte: genau das, was mir seinerzeit fehlte!* Ist dies nur Zufall o. Paradigma für den KiFu, damals wie heute? Wer mag kann das "Kleingedruckte" lesen u. kommentieren: nur belanglose Einzelfälle o. System?
*In der GS war ich der Beste im Schulteam, am Gymnasium wurde ich irgendwie immer "zweikampfschwächer", dadurch unsicherer, an mir zweifelnd etc. Dann erfuhr ich: die nun Besten spielten nicht nur wie ich auf wilder Wiese, sondern im Verein. Daher kam das, was für mich Angst einflößendes, aber vom Lehrer nie geahndetes Foulspiel war: wildes in die Beine Grätschen (damals noch von hinten u. in der Halle bzw. aufm Ascheplatz erlaubt: klar, der Defensive hatten fast immer nur "auch" den Ball getroffen...), Wegdrücken, lautes Ballfordern oder runter machendes Anmotzen auch der Mitspieler... Meine Eltern hatten sich für mein Hobby stets Null interessiert, aber ich hörte mit 12/13, DJK Arminia sei der beste Verein, da müsse man hin. War zwar 5 km weg, im Winter per Fahrrad unbequem zu erreichen, egal, wir waren ja motiviert, nun was zu tun... Was ich nicht ahnte: die spielten Bezirksliga, hatten ne rein ergebnis-, dh leistungsoutcome-fixierten "Trainerautorität" ("der harte Hund"), die mir u. dem mitkommenden Freund erstmal nur Rundenlaufen verordnete, nicht mal Trainingsspiele dürften wir mitmachen! Weshalb mein Freund nach 3 Wochen wegblieb. Da ich leider schon angemeldet war, zwangen mich meine Eltern nun, weiter hinzugehen, da es ja Geld kostete. Nach 3 Monaten ohne 1 min Spielzeit verweigerte ich es, hörte mit Fußball erstmal komplett auf... Später mit 18 lud mich ein Bonner-SC-Trainer von der Wiese weg zu seinem Probetraining ein, da ihm mein Auge u. die Pässe beim Zufalls-Sichten gefielen, aber natürlich hatte ich im Training nur Schiss, da die anderen so rüde waren, das war's dann mit Fußball, ich wurde reiner Fan, fing erst mit 28 wieder ein wenig auf der Wiese an...
Das alles hatte ich total verdrängt, vergessen, die Erinnerung brach erst auf, als meine Jungs mit Vereinsfußball begannen. Jedesmal, wenn ich nun live mit erlebe, wie einst vor Spielfreude sprühende Jungkicker plötzlich lustlos mit Fußball aufhören, wie sie lauthals motzend niedergemacht o. diskriminiert wurden, blutet mein inneres Kinderherz, und zwar tief, als würde mein Selbst sterben. Wer Schuld hat, war für mich (denn mein Weltbild hier ist wie bei jedem unter Zwängen Leidenden da recht stupide) immer klar: nie das meist vorher monatelang traurig, deprimiert dreinschauende Kind, sondern: Erwachsene! Aber oft hieß es dann nur, diese Kinder seien zu faul, unzuverlässig o. eben zu schlecht (für den Trainerfußball, seine Ergebnisansprüche, wegen denen diese auf die Bank abgeschoben wurde etc.). O-Ton eines Trainerkollegen: Du kannst gar nichts, was willst du hier, das ist kein Fußball, was du spielst, das ist Müll... Und dieser Kollege selbst konnte gar nicht Fußball spielen, hatte es nie in einem Team, konnte also auch keinem Kind was vorführen, beibringen - das war der größte Witz dabei. Also schritt ich offen ein, denn schon vorher wollten etliche Kinder von seiner Ersten in meine Zweite (zusammengewürfelte, aus den Ersten aussortierte Kinder aus 3 Jahrgängen) wechseln: obwohl die im Verein nur "die Loser-Truppe" hieß, da sie ein Jahr nie gewonnen hatte, bevor ich einstieg. Zudem hatten die Jungs der Zweiten die Erste mittlerweile in beliebten Trainingsspielen plötzlich dreimal besiegt. Plötzlich sollte ich die 3 stärksten Kinder an die Ersten abgeben, statt dass die dort Rausgeekelten zu mir dürften. Das lehnten wir beiden Trainer, Kinder u. Eltern ab. Und dann traute ich meinen Augen nicht: wir wurden als jüngerer Jahrgang plus weitere 2 jüngere in die 1.Staffel gesetzt, wo die Stärksten des 1 Jahr älteren Jahrgangs (die waren also 3 Jahre älter als zB mein Sohn u. dabei eben noch die regional Besten) waren. Ich wollte die Teilnahme verweigern, war aber offiziell nur der Co u. den 1.Trainer reizte wohl die Herausforderung: das schaffen wir auch, denen werden wir es zeigen...
Da auch mein Sohn betroffen war, trat ich zurück, zwang ihn zum Wechsel in einen ferneren Verein in ein Team seines Jahrgangs: Tränen, aber die Vernunft musste nun einfach siegen... Im neuen Verein drohte er, dem Trainersohn als Star u. Cheftorschützen Konkurrenz zu machen, so bekam er Torschussverbot - hätte ich das geahnt... Seitdem hat er vorm Tor Ladehemmung, noch heute, ist nach einigen Wirren danach (denn nach 1 Jahr mussten wir so wieder wechseln, dann folgte ein Team, das kurz später aufgelöst wurde, da zuviele Kinder wg. dem Herumbrüllen des Trainers weg blieben...) nurmehr Mittelmaß. Sein altes Team aber verlor fast jedes Spiel zweistellig, einmal 0:20, und wer war Schuld? Ich, denn ich hätte die Jungs im Stich gelassen, mich verpisst - tja, sicher, schon wahr, vielleicht hätte ich bleiben müssen, aber die Gründe o. Gegenstrategie: Absagen der Staffelteilnahme kamen leider auch nie auf den Tisch... Ich will Erfolg, bejahe Leistung, denn kein Erwachsener hat ein Recht, Kinder ihre Chancen sang- u. klanglos verspielen zu lassen, auch das wäre für mich Betrug an ihnen, ein Verbrechen an ihrer möglichen Zukunft, aber Erfolg im Werdegang, nicht in Zahlen, Tabellen, Leistung aus u. für den Spaß, intrinsische Motivation fördernd, da in der Freizeit zu erbringen, eben Team- statt Trainer-Fußball. Dafür werbe ich seitdem vehement, leider noch völlig vergeblich. In Vereinen komme ich mit dieser Mission Null voran, verstehe dies leider nur negativ bzw. gar nicht: es geht nicht zuerst um die Kinder, ihr wahres Wohl, darüber will man scheinbar nirgends auch nur mal offen diskutieren. Bloße Spaß-Trainer lehne ich natürlich auch ab: das ist nicht wahrer Sportsgeist, erst Recht Verrat am Sport! Was nämlich Spaß bereitet, ist die süße Freude am Sieg, am verdienten u. mitunter auch am unverdient glücklichen (vs erschummelten o. erfoulten)...
Und unserer Jüngerer, dito. Ich weiß nicht, ob ich Recht habe, aber transparenter und sachgerechter darüber streiten, das hätte ich mir oft gewünscht: wenn zB im Verein vor Ort in 5 Jahrgängen aus einst 10 Teams ein einziges wurde, kaum ein einst begeistert mit Fußball anfangendes Kind am Ende durchhält, fast alle zwischen 10 und 15 wg. "Lustlosigkeit" oä aufhören, kann dann alles stimmen? Es sollte für motivierte Kids offene "Leistungs-" wie Freizeit-Teams geben, überall, über Grenzen einzelner Vereine hinweg, denn: Kinder sind kein Spieler-Material von Vereinen, kein Objekt o. Besitz, sie sind werdende Individuen, unsere Zukunft, nicht nur fußballerisch! Im Sport lernen Kinder freiwillig, wollen von sich aus vorankommen, dieser Akzent vs Schule ist für sie enorm wichtig u. allzu oft wird ihnen diese selbst-bestimmte Spielwiese pro Lernen u. Leisten zerstört. Das ist für jedes Kind eine lebenslange Riesentragödie, ich weiß es, leide noch heute nachhaltig unter dem, was mir mit 12, 13 wiederfuhr: das Ende meiner kindlich begeisterten Fußball-Aktivität. Sie kehrte danach nie wieder... Ich vermute in manch "sog. Fan" Weltschmerz-Motive wie die meinen, nur aggressiver abgeführt gegen das System: macht kaputt, was euch kaputt macht, das alte Sponti-Motto: einfach endlich mal selbst draufhauen... Ist aber rein spekulativ, ich kann dies nicht näher erforschen, bin kein Prof, nur irgendein im Grunde in sich kaputter Typ...