Hi, ich begrüße JFV im Prinzip als Schritt zu mehr Professionalisierung für die, die mehr lernen u. leisten wollen, deren Förderung im kleinen Rahmen aber mangels Mitteln, Kompetenz, Wollen nicht machbar ist. Zudem sind kleinere Vereinsobere so gezwungen, sich wechselseitig im Tun o. Lassen qualitativ zu kontrollieren, stehen internalisiert in Konkurrenz, statt sich gegenseitig mutmaßlich Beste auf Teufel komm raus abwerben zu wollen. Der von dir vorgebrachte Aspekt ist aber nicht zu missachten, sondern latente Gefahr: Missbrauch von Gutgemeintem o. sogar Gutgedachtem ist stets möglich, faktisch auch meist hier u. dort real! Profilneurosen sind normal, wo Menschen auf ein abstraktes Ego hin systemisch vereinzelt u. von ihnen nicht als Irrwege erkannt werden. Die Frage ist da, ob die Sache so konstruiert ist, dass er sich selbst mittel- u. langfristig rächt u. straft - oder am Ende leider lohnt. Das wäre dann wie der "Realsozialismus" ne Fehlkonstruktion: kann ich nicht abschätzen.
Wie will man im DFB also das Gute sicherstellen? Im demografischen Ruin unseres Landes schrumpft die Jugend nunmal dramatisch zs., kleine Vereine können sich z.T. anstrengen, wie sie wollen, stellen mit dem Schritt zum 9er bzw. 11er Team für sich allein keines mehr auf die Beine. Das Problem sehe ich darin, dass man nur auf Erfolg geeicht die schwächeren Kids ganz durch den Rost fallen lässt, nur als "Unterbau" interessante "Talente" in neuen JFV-Teams zusammenführt, also den breitensportlichen Jugendbestand im Ehr-Geiz weiter reduziert. So geschieht es bei uns im rein elitär konstruierten, die Besten von kleinen Vereinen (zT deren Todesstoß!) abwerbenden JFV - solch Fälle meinst du sicher. Parallel profilieren sich die Sponsoren noch als sozial engagierte Unterstützer des Jugendfußballs - mal wieder absurdes KiFu-Theater pur, indem Erwachseneninteressen aller Beteiligten (ihn ins Leben rufende Sponsoren u. Vereinsvorstände, Trainer, Eltern) obenan stehen! Da fragt sich nun: vom systemisch federführenden DFB vllt genauso gewollt: machen wir die für unsere Pläne uninteressanten, nur sozial Geld kostenden Schwachen so indirekt zu passiven Fans, d.h. Konsumenten unseres dann Warenkorbs von vermehrt gesuchten Eintrittskarten, Fanartikeln, TV-Sendungen etc., denn rendite- o. erfolgsträchtig sind ja nur die Besten....? Gehen dabei dann mittlere Potentiale verloren, ist dies u.U. einzukalkulieren.
Einzige Abwehrstrategie für Kleine: selbst pro-aktiv werden, sich zusammenfinden, eigene, für alle, die Reste offene JFV begründen. Dazu aber müsste man sich im Geiste "vereinen". Das wollen die meisten absolut nicht*, zu gern ist man traditional aufgeheizt in Derby-, Grabenkampfstimmung, als dass man selbstlos ans Kindeswohl denken wollte... ![]()
*Ich versuchte schon vor 6 Jahren bei uns aufm Land nen JFV zu initiieren, da alle kleinen Vereinsoberen ja jammerten, dass der große Stadtverein ständig ihre besten Talente schon mit 8 o. 9 Jahren abgreife, abwerbe, aber: schon vorm 1. privaten Treffen zerstritt man sich bzgl. der zu verteilenden Posten, unterstellte mir auch Profilierungssucht, da natürlich ich dort der Leiter werden wolle (entgegen allem, was ich intendierte, nämlich nur das Initiieren - wo man so verdorben denkt, da kann man wohl nichts Gemeinsames ins Leben rufen...)
