Ein aktueller Trainer meines 12-jährigen wie mein - meinerseits unfreiwilliger - Nachfolger will mir immer wieder verzählen, dass nur er das Sagen bzgl. Aufstellung, Turnieren (mein Vorschlag wie Wunsch zB: Internat. KOMMIT-Turnier) o. sogar seinem Einsatz (nachdem ich ihm am Sa. wg. Verletzung als nicht-fit fürs Feld meldete, lässt er ihn Sturm spielen) habe... Wieso? Vermutlich ist dies sein eigentliches Honorar, oder? Er darf mal im Kleinen unbeschränkt Macht über andere ausüben (Radfahrerprinzip: nach unten sich frei treten, sofern er parallel brav nach oben buckelt) und ohne jede Ausbildung den Trainer schauspielern - mein von ihm gänzlich unreflektiertes Problem damit nur: ich selbst musste in ebenselben Verein bitter vorm eigenen Kind erfahren, dass man als sog. Trainer nur letzter Arsch, also Null wert u. wichtig ist!!! Warum? Undank ist der (Erwachsenen-)Welten Lohn, eh klar...
Mein Beispiel, da es Gründe wohl vor Augen führt... Ich wurde vereinsintern zum Verbrecher (in meiner Sicht: zum Mauern-Aufbrecher), indem ich zB einen B-Lizenztrainer ins Trainerteam für die Jungs integrieren, der entweder dem Kollegen offenbar stank oder seine erwünschte Oberstellung hätte gefährden können. Grund: ich stand meist bei Trainings de facto allein da mit bis zu 26 Kids aus 2 Teams: individuelle Betreuung u. Bestärkung also unmöglich. Dann wollte ich TW-Training einführen: für alle eingesetzten Torleute, nicht nur die drei schwächeren, die wegen privater Beziehungen des "Obertrainers" aber gesetzt sein sollten. Im Klartext: mein eigener Sohn (Ex-Auswahl-Kandidat) u. sein Freund (als bester TW auf Turnieren) sollten zu meinem TW-Training nicht hin dürfen. Alles Reden, dass sie als positives Vorbild im Lernen motivieren, den Schwächeren (darunter natürlich der "Trainer"-Sohn, bezeichnenderweise trotz massiver jahrelanger Protektion schwächster von allen, was die "Trainerqualität" ja vor Augen führt: Ergebnisse zählen, Protektion führt Kids ins Abseits, da sie sich ja nicht anstrengen müssen, da per se gesetzt) grad Richtiges vorführen könnten, nicht nur "Bedrohung" der anderen, zudem alle ein Team seien, blieb ergebnisnislos. Tja, und die Kids lernten beim Obertrainer zB, dass sie als letzter Mann munter mal eben gegen 2 zudem jahrgangsältere Gegner dribbeln dürfen, auch wenn so logisch ein Gegentor fiel (mein um die Vorgeschichte nicht wissender Hinweis, dass dies bei eigener glücklicher 2:0-Führung zu gefährlich sei, wurde laut vor allen gekontert: doch, das sollen sie, da ich es ihnen gesagt habe... - Endergebnis: 2:6 verloren u. hängende Köpfe aller Jungs); auch lernten Kids im Training bei ihm aus spitzestem Winkel blind drauf zu bolzen: Korrekturversuch dieser Anordnung sinnlos. Folge: wenig Erfolgserlebnisse, fehlende Selbstverstärkung u. so Lernmotivation, viel Ablenkung suchende Störmanöver etc. Dann meine Bitte an den JL um "Mediation", wo es dann hieß: entweder du machst alles, wie der dienstältere "Kollege" (ein Nichtfußballer, der sich auch jeder Lektüre zB von Soccerdrills o. DFB-Training-online verweigert) es will o. du bist draußen. Muss ich erwähnen, dass dieser tolle "Trainerjob" mit 0,0 Euro bezahlt wurde? Ich widersprach, dass die Kids doch im Verein seien, um richtig Fußball zu erlernen, sich weiter zu entwickeln, wir alle ihnen dienen sollten, ich da leider zuviel Herzblut in mir habe, um bei kontraproduktiven Übungen o. Anweisungen nur wegzuschauen - das war's dann: abgesägt, denn der Nachfolger war schon hintenrum organisiert. Was nichts kostet, ist nichts wert. Also kein Protest von wg. meinen Einsatz dankbarer Eltern, kein Miteinander mit dem vorher so bemüht sich gebenden Kollegen (der zuvor schon 7 andere Trainer vertrieben haben soll, wie ich später erfuhr: und nun ist er JL), Null Respekt von JL o. Vorständen - nur die heisse Luft eines Furzes? Nein, halt...
Als o.g. Radfahrer hat man ja uneingeschränkt die Macht u. das Sagen, kann den Ex-Kollegen verarschend herabblicken, ihn als völlig bedeutungsloses Elternteil abkanzeln, denn der Verein gehört ja nicht allen gemeinnützig gleich, sondern vor allem den Altvorderen, ist ihr Spielzeug o. Hobby. Nicht immer zwecks Sportsgeist, oft um intrinsisch eigene, narzisstische Bedürfnissen (war ja mal auch dein Denken, Andre) zu stillen - was auch als Motiv ok wäre, sofern dies am Ende den Kids zugute kommt. Bei uns aber haben seit meinem Abgang schon 6 Kids aufgehört, so dass man die von mir protegiert sinnvolle Doppelstruktur des Teams (mit Leistungs- + Freizeitspaßmannschaft, um allen Kids gerecht zu werden: den ambitioniert-motivierten wie den bolzenden Spaßkickern) vergessen muss. Das Team meines 2. Sohnes steht ebenfalls grad vor der Auflösung, nachdem es letztes Jahr in seinem Jahrgang noch 2 Teams gab, dürfte es kommende Saison 0 Teams geben. Dennoch läuft mit stark erhöhter Nase herum (jeden Dialog abblockend: mit mir sei Diskutieren sinnlos - und vor den Fakten: Niederlagen, Demotivation, Null spielerische Entwicklung, Abgänge, Teamauflösungen - Augen zu, Deckel drauf), feiert die eigene Jugendarbeit: da niemand zu widersprechen wagte. Fazit: als Trainer darf man zwar alle Macht beanspruchen, aber es zählt dabei nur die beliebte Person, nicht etwa der Job! Denn Etikettenschwindel ist wie das Salz in der Suppe üblich u. wer sich als Trainer unwichtig fühlen wie machen will, das reelle Kindeswohl voranstellt u. so den anderen ein Vorbild zu geben versucht: der fliegt dafür nur raus. Kann es bei solch Struktur verwundern, wenn da Eltern als Trainer verkleideten Machtmenschen nicht so recht unterstützen mögen? Es mag bei euch anders sein, Andre, aber wer will schon gern genau differenzieren, wo es nur um ein belangloses Hobby des Kindes geht? Wer mehr sucht, der sollte frühzeitig in sog. Leistungsvereine wechseln: denn dort steht eher nicht nur Trainer drauf, sondern ist auch Trainer drin! Die aber sind dann oft miserable Betreuer, stellen wie bei Herren brutal selektiv nach Leistungs-Outcome auf: wer es in ihrem Sinne sportlich nicht bringt, ihrem Erfolg nützt, der wird wie Müll aussortiert. Wieder also dient das Kinderteam vor allem den Trainern statt umgekehrt, nur unter anderen Vorzeichen: aktuell sportlicher Erfolg zählt alles, Spaß, Fördern u. Lernen ist eher formal Anwerbe-Sprechblase für Eltern. Wo aber stünde reell zuerst die kindliche Entwicklung statt das Trainer-Ego obenan?
Sorry also, wenn mittlerweile auch mein Mitgefühl mit Trainern gen Null geschrumpft ist, die wenigen Ausnahmen hier vor Ort bestätigen leider für mich nur die Regel: Trainer bedienen sich erstmal selbst qua Befriedigung von Hobby, Ehrgeiz, Ich. Unsere Kinder sind eher Mittel zum Zweck - was freilich völlig normal ist in einer aussterbend narzisstischen Gesellschaft wie der unsrigen. Aufklärung darüber scheint aber unmöglich, an Unwille wie Unmut unter Erwachsenen nur scheitern zu können - leider!!!
PS: Bei mir (auch narzisstisch, wie alle) hat in 4 Jahren nie ein Kind mit Fussi aufgehört, geschweige denn wurde ein Team aufgelöst. Zeichnet dies einen guten KiFu-Trainer aus, wäre ich einer. Nur will mich in Vereinen offenbar niemand als solcher anerkennen - da dies aber nicht mein Hobby ist, um mich zu beweisen, Null bezahlt wir: ok, lass ich es halt.