Kurz meine Erfahrungen zum "Arsch-Schießen": Während unserer Mannschaftsfahrt, haben unsere Spieler (C-Jugend) gerne "Hoch-Hinein" gespielt. Das Ziel dieses Spiel ist, per Kopfball, Volley-Schuss etc. - solange der Ball in der Luft und direkt genommen wird - einen Treffer zu erzielen. Falls jemand trifft, verliert der TW ein Leben (meistens hat man anfangs 9-11 Leben). Falls jemand neben´s Tor schießt oder der TW den Ball in seinem gekennzeichneten Strafraum fängt, (oder auf der gesamten Spielfläche den Ball raus köpft und dann der Ball ungehindert den Boden berührt), muss derjenige ins Tor. Ihm können auch Leben abgezogen werden (i.d.R. hat der erste TW, der am Anfang im Tor ist, 11 Leben; alle anderen: 9 Leben). "Hoch-Hinein" endet, wenn jemand kein Leben mehr hat. Danach darf jeder, der dabei war, dem TW seine Leben wegzunehmen, Elfmeter verwandeln, solange er daneben schießt, oder der TW, der 0 Leben hat, den Ball hält. Wenn jeder seine Elfmeter geschossen hat, darf man aus ca. 2 Metern auf den Arsch vom TW schießen, der beim Elfmeterschießen im Tor war. Wie oft jeder schießen darf, hängt von der Anzahl der Treffer beim Elfmeterschießen ab.
Wir haben mit unserem jüngeren und älteren Jahrgang dieses Spiel gespielt. Ich war beim älteren Jahrgang dabei, den jüngeren Jahrgang habe ich manchmal beobachtet. Beim älteren Jahrgang kam es vor, dass sogar jemand fast geheult hat, da wir auch mit einem Lederball geschossen haben. Viel schlimmer waren die Folgen des jüngeren Jahrgangs (!). Die haben gezielt eine Person immer die Leben abgezogen und sich beim Elfmeter schießen neue Regeln ausgedacht, z.B. bei Pfosten Wiederholung des Schusses. Daher hatte beispielsweise eine Person 50 "Arsch-Schüsse", der er verteilen durfte, d.h. der TW musste die Summe aller Schützen aushalten, die erschreckend bei 80 lag. Ich habe es insofern geändert, dass die Entfernung zum TW beim "Arsch-Schießen" größer sein musste.
Nach der Fahrt hatte mich noch ein Vater kontaktiert, dem viele blaue Flecken beim Sohn aufgefallen waren. Der Sohn hatte zu Hause nichts gesagt. Meine Ansicht ist, dass es bei uns kein Zwang war - jeder musste dem "Arsch-Schießen" zu stimmen. Leider wurde nicht ohne "Arsch-Schießen" gespielt, falls jemand nicht wollte, sondern er durfte nicht teilnehmen - hätte ich unterbinden sollen, aber ich wollte den Spaß nicht unterbinden, aber es atmetet insofern aus, dass im Verlauf des Spieles sich neue Erkenntnisse herauskristallisieren, z.B. eine Person wird gezielt abgeschossen. Das grenzt für mich an Mobbing, wobei das eigentliche Ziel des Spiels ist, Spaß zu haben - auch beim darauf folgenden "Arsch-Schießen".
Nun zu deinem Fall: Wie die anderen gesagt haben, ist es komisch, dass Eltern nicht dabei sein dürfen. Zweitens halte ich "Arsch-Schießen" für die falsche Sanktion für Versäumnisse der Spieler, da man gezielt, nicht wie bei anderen Übungen, die Person körperlich schadet und ein Verletzungsrisiko bewusst eingeht- auch wenn man nur mit einem leichten Ball schießt. Daher meine Frage, wird das "Arsch-Schießen" evtl. mit einem Softball gemacht? Wenn ja, kann ich das noch teilweise nachvollziehen. Ferner darf der Trainer auf keinem Fall mit schießen und des Weiteren werden die Spieler nicht nur körperlich geschadet, sondern gedemütigt. Das ist "alte Schule". Letztlich kann es keinen "Gaudi" darstellen, da die Kinder nicht frei entschieden dürfen und zweitens bestätigt das Kind, welches zum Elternteil kam und vom "Arsch-Schießen" berichtete, meine Vermutung, dass es kein "Gaudi" ist. Sie haben eher Angst, zum Training zu kommen. Auch die Einstellung vom Trainer ist völlig falsch, dass er Gespräche nicht "anständig" führen kann, da er den Eltern rät, den Verein zu wechseln, wenn es ihnen nicht passt.
Ich würde zuerst in Zusammenarbeit mit den anderen Eltern dafür sorgen, am Training teilzunehmen. Falls der Trainer wieder auffällig wird, unbedingt den Verein kontaktieren. Allerdings sind die Eltern auch verantwortlich, dass ihre Kinder pünktlich erscheinen.