Vorweg: Finde es gut, dass zu diesem Thema viel diskutiert wird.
Zunächst war die Meinung eindeutig, dass Spieler A raus geschmissen werden sollte, jedoch konfrontiert diese Empfehlung nun mit der Meinung, mit Spieler A zu reden und klare Grenzen zu setzen.
Zur Zuständigkeitsfrage: Ich leite sieben Fußball-AGs in Rahmen meines BFD bei einem größeren Sportverein. In allen AGs ist der Anteil an gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen (Klasse 1 - 8 ) an ver. Schulen sehr groß. Ich habe vor einigen Wochen zu meinen Chef mal gesagt, dass "ich die Teilnehmer fußballerisch nicht mehr entwickeln könne, sondern viel mehr als Sozialpädagoge arbeite - viel Zeit mit Konfliktgesprächen und Präventionsspiele verstreiche."
Die präsente Meinung, als Trainer solle man diese Rolle annehmen, vertrete ich nicht. Ich sehe mich als Fußballtrainer, der sich mit fußballerischen Inhalten beschäftigt und diese vermitteln möchte. Ebenso viel lese ich neuerdings Bücher über Erziehung, wobei ich 19 bin und keine Kinder habe ,z.B. "Das neue Kinder brauchen Grenzen", "Wenn Nervensägen an Nerven sägen". Nicht um mich als potenzieller Vater auszubilden, sondern um Tools zu lernen, um besser mit Situationen umzugehen. In den Lehrgängen des DFB werden einem auch pädagogische Inhalte gelehrt und ein erzieherische Funktion zugewiesen. Alles richtig! Trotz allem bin ich immer noch Fußballtrainer. Es kann den Fußballtrainer geben, der für sich als Erfolg definiert, "Einen jungen von der Straße zu holen". Allerdings haben die meisten Trainer keine richtige Qualifikation und verzweifeln am Handeln des Übeltäters und an ihrem eigenen Handeln.
Zitat
Spieler X soll nach dem Training eine Mütze aufsetzen wenn es kalt ist.
Eltern : Setz deine Mütze auf es ist kalt, na los
Spieler : Keine reaktion
Trainer : Hey X, es ist kalt, du wirst krank, kannst nicht trainieren... Ich möchte das du die Mütze aufsetzt.
Spieler X: *zieht die Mütze auf*
Schönes Beispiel! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Spieler so handelt, weil er auf dich als Trainer besser hört, oder weil du deine Aufforderung richtig formulierst ("Ich-Botschaften"), was die Eltern versäumen/ versäumt haben.
Zitat
Weit über die Mannschaft hinaus
Bei all den schönen Beispielen, richtigen Strategien (richtige Führung von Einzelgesprächen), bei vielen Tipps aus der Fachliteratur, bleibe ich dabei, dass vieles nicht realitätsnah ist. Kinder werden nicht als "böse" geboren, aber es kann ihnen schnell eingeimpft werden - welche Faktoren auch dazu geführt haben. Sie brauchen jetzt die Aufmerksamkeit, das Gefühlt, über anderen Macht zu ergreifen, sogar Gewalt als Befriedigung anzuwenden.
Bei dem dargestellten Beispiel geht es um "Straftaten", die abseits (auch während) des Trainings vollbracht wurden. Als "Freizeittrainer" sollte man dieses Problem von sich abwenden/bewusst verschieben. Im Einklang mit dem Vorstand solltest du den Spieler von der Mannschaft ausschließen - ich bleibe dabei. Allerdings auch vorher mit den Eltern das Gespräch suchen (Dich nicht überreden lassen). Die Eltern sehe vlt. auch in der eine Lösung des Problems. Du musst ihnen trotzdem klar machen, dass andere Institutionen zuständig sind.
Letztlich sind andere Pole für die "Schiebung auf die richtige Bahn" zuständig und verantwortlich. Wir, Trainer, können nicht wie beispielsweise Hausaufgabenbetreuer auch nach Hause fahren, "um die Welt zu verbessern".
Ich trainiere Fußball, weil ich den Sport liebe, weil mich Trainingslehre und Taktiken faszinieren und NICHT, weil ich den Reiz suche, als Sozialarbeiter zu fungieren.
7Heby