Beiträge von Nela

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    Was geht hier nur ab? Langsam überlege ich mir mich aus diesem Forum zu verabschieden. Will man hier etwas konstruktiv diskutieren, fühlen sich manche so auf den Schlipps getreten, dass sie alle anderen, die eine andere Meinung habe verteufeln. Ist dass hier der Sinn? Ich habe mehrmals erklärt, dass ich den Ansatz verstehe, ihn aber nicht für durchführbar halte. Ich hab auch erklärt, dass ich nur meine beschränkte Sicht habe, die in meinem Verein und noch ein paar anderen die ich kenne, gelte. Und dass vielleicht in unseren tausenden Vereinen in Deutschland auch anders Varianten möglich sind. Ich habe gebeten, dass man vielleicht mal zu anderen Sportarten schaut, ob es dort schon solche Modelle gibt. Und was hat man davon...dass diese Aussagen einfach reihenweise überlesen werden und man hier beleidigend an den Pranger gestellt wird. Was geht denn?


    Erstmal will ich klarstellen, dass es für mich ganz klar auch sogenannte Amatuervereine geben muß, und dazu gehören allen Schichten des Vereines. Wir haben nur ehrenamtlich tätige Personen, egal in welcher Ebene. Gäbe es unseren Verein nicht würden 800 Mitglieder, von denen ca. 400 aktiv Sport treiben sich halt was anderes suchen, eventuell weitere Wege zu nem anderen Verein in Kauf nehmen, vor der Playstation hocken, angeln gehen, in der Politik tätig sein...was weiß ich. Doch ein Teil und da glaube ich stimmt mir jeder zu, wäre vereinsmäßig nicht mehr aktiv. Was ist dann mit den sogenannten Soft Skills, die wir als Verein vermittel? Die bleiben dann auch auf der Strecke. Findest du diese Soft Skills nicht ebenso wichtig, wie das ballorientierte Spiel? Sollten nicht hier die geeignete Trainer gesucht werden? Was ist mehr wert, der Trainer der darauf achtet, dass sich seine Schützlinge gegenüber dem Gegner fair verhalten, weil sie diesen bei einem 9:0 Sieg nicht verhöhnen oder der Trainer der ballorientiertes Spiel eingeführt hat? Von mir gibt es da eine klarte Antwort. Ist nicht der Fußballl an sich die eigentliche Randerscheinung, geht es nicht um viel mehr, als um die 90 Minuten (oder weniger bei den Jugendteams) Spiel auf dem Platz. Rechne das mal hoch, was das eine Spiel prozentual an der Wochenzeit ausmacht. Mein Sohn geht zum Turnen. Die Kinder lieben die Leiterin, ich weiß nicht, die kann es halt einfach mit ihnen, da sie vierfache Mutter und zweifache Oma ist und nicht weil sie auf Kursen war. Mein Sohn hat gelernt, dass man sich anstellt. Das finde ich eine Errungenschaft, weil ich das bei anderen Kindern nicht sehe. Komischerweise sind das auch die Kinder, die nicht in nem Verein sind. Aber wenn es nach dir ginge, wäre dies absolut Schwachsinn, ich sollte einen höheren Beitrag zahlen, damit mein Sohn fachlich angeleitet mit dem richtigen Schrittmaß über den Schwebebalken läuft. Natürlich kannst du das jetzt als ein lächerliches Beispiel sehen, aber gilt dein Ansatz dann nicht für alle Sportarten? Du betrachtes den Verein nur im Hinblick auf seine sportliche Komponente, das finde ich eindimensional.


    Ich kriege kein Geld, recherchiere aber regelmäßig im Internet, schau auf zig Traienrseiten nach, schau Videos an, kaufe mir Bücher, rede mit Trainerkollegen. Und vor allem versuche ich immer dazu zu lernen. Aber was ist für mich das wichtigste? Das meine Spieler auch in zwanzig Jahren noch mit mir reden, weil wir uns gut verstanden haben. Dass meine Spieler ihre verletzte Mitspielerin im Krankenhaus besuchen, dass die Spielerinnen füreinander da sind, wenn sich eine mit ihren Freund gekracht hat, dass wir uns nach dem Spiel miteinander auf einern Ratsch ins Sportheim setzten, weil wir uns was zu sagen haben. Und nicht dass wir jetzt ballorientiert spielen. Verstehst du, was ich meine. Jeder Verein hat seine Berechtigung. Es ist auch schön, dass jeder Verein ein wenig anders tickt, das macht doch unsere Gesellschaft aus. Dein Verein mag durchaus funktionieren, vielleicht sogar ganz hervorragend, vielleicht gibt es dieses Beispiel schon in einer anderen Sportart. Aber ich glaube nicht, dass dein Beispiel für alle Verein funktioniert, sondern auch wieder eine bestimmte Niesche ausfüllt.


    TW-Trainer: Ich hab jezt leider deine Intention nicht ganz verstanden in deinem letzten Post. Wolltest du damit sagen, dass 700 zu wenig sind und dass wir unserem Trainer hinten herum noch was zustecken bzw. geldwerte Vorteile rüberkommen lassen. Woltest du unseren Verein und damit auch mir, weil ich bis vor einem halben Jahr in der Vorstandschaft noch war kriminielle Machenschaften nachsagen? Wolltest du meinem Mann dies nachsagen? Dann bitte ich aber schon um eine Entschuldigung, das geht eindeutig zu weit. Was manche Vereine machen, ist mir vollkommen egal. Aber du kannst uns doch nicht alle über einen Kamm scheren. Wir haben bei uns ganz klar festgeslegt, dass wir keine Spieler zahlen und lieber ein paar Klassen tiefer spielen. Unser Trainer bekommt sein vertraglich festgelegtes und versteuertes Gehalt. Wenn die Mannschaft am Ende der Saison pro Spieler ein paar Euro einsammelt um ihm was zu schenken, ist das ja bitte schön eine Anerkennung und kein geldwerter Vorteil und auch nichts, was irgendwo festgelegt ist. Wenn unser Trainer sagt er will ne Fortbildung besuchen, ein Buch kaufen, einen neuen Hütchensatz, bekommt er das vom Verein. Aber Tankgutscheine usw haben wir noch nie "rüberwandern" lassen. Da ist noch nicht mal jemand auf den Gedanken gekommen. Machen das andere Vereine so, oder wie? Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört. Uns Kriminalität zu unterstellen finde ich unerhört. Warum der Trainer deiner Meinung nach so wenig bekommt? Weil er bei uns seine erste Station hat. Er hatte in den fünf Jahren, die er da ist mehrmals andere Angebote, die auch wesentlich besser dotiert gewesen wären, ein paar sogar das doppelte. Diese Angebote kommen jede Saison und zwar mehrfach. Natürlich auch von klassenhöheren Vereinen. Er hat noch nie eines angenommen, weil es ihm bei uns so gut gefällt. Weil er sich mit den Spielern prima versteht und das zu schätzen weiß. Wenn es ihm zu wenig wäre, wäre er schon gegangen, aber das Geld ist ihm nicht das wichtigste. Nein mehr noch. Sein Vater der jedes Spiel anschaut ist von unserem Verein so begeistert, dass er unseren Mädchen erst einen neuen Trikotsatz gezahlt hat. Auch zwei Spielbälle (jeder 150 Euro) hat er schon gesponsort. Der Sohn kommt von einem ehemaligen Landesligaverein, ist also schon als Spieler bezahlt worden. Aber irgendwas scheint ihm bei uns zu gefallen, was ihm zum Bleiben bewegt. Aber wenn es nach einigen Meinungen geht, hätten wir eigentlich keine Berechtigung. Aber irgendwas scheinen wir doch richtig zu machen.

    Um welche Mannschaft geht es denn? Im Jugendbereich haben wir auch gute Erfahrung mit Saller oder Jako gemacht. Bei den Herren ist das immer etwas schwierig, denn da muß auch Adidas drauf stehen um nicht von vorneherein als schlecht beurteilt zu werden. Aber sogar die Herren hatten jetzt zwei Jahre Jako und waren glaub ich ganz zufrieden. Durchstöber mal mit ner Suchfunktion das Forum. Ich glaube das Thema gab es schon mal und da hatten einige gute Tipps.

    Die Frage ist genauso spekulativ wie meine. Es sind ja alles nur Vermutungen, die wir anstellen. Ich bin skeptisch, du euphorisch. Wer recht hat, ist schwer zu sagen. Ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Deshalb hoffe ich, dass dein Konzept irgendwo fruchtet, denn wenn es einmal möglich ist, ist es auch öfter möglich. Aber ich habe halt drezeit einfach Schwierigkeiten dran zu glauben. Aber auch ich kenne nur in ein paar Vereinen die Strukturen und es gibt ja tausende Vereine. Vielleicht sollten wir uns man in anderen Sportarten umschauen. Ich glaub im Eishockey könnten wir so etwas ähnliches vorfinden. Bin mir da nicht sicher, vielleicht kennt sich da jemand aus.

    TW-Trainer: Ich muss jetzt gar nicht so wirklich schätzen, weil ich weiß, was die Kreisklassentrainer bei uns bekommen...mein Mann war bis vor zwei Jahren Abteilungsleiter. 700 Kröten den Monat und wir sind beileibe an der unteren Grenze bei uns in der Gegend. Der Trainer ist auch der einzige, der bei uns bezahlt wird, was bei anderen Teams auch nicht immer gesagt ist. Sponsoren haben wir keine, das Geld geht aus der Vereinskasse. Unsere Vorstandschaft hat sich auch deutlich dagegen ausgesprochen sich einen Sponsor ins Boot zu holen oder Spieler zu zahlen. Die einzige Ausnahme in der Bezahlung ist der Trainer und dieser Posten schlägt meiner Meinung nach schon gehörig genug zu Buche. Darum sehe ich die 180 Euro auch als lächerlich. Warum sollte ich mich als Trainer für nicht einmal 1/3 des Geldes hinstellen, bei gleichem Aufwand? Und warum sollte ich für dieses Geld auch noch verpflichtet werden an Schulungen, Konzepten und dergleichen teilzunehmen? Das war meine Intention.
    Andre: Ich verstehe deinen Zusammenhang vollständig und finde ihn auch gut, gar keine Frage, aber ich glaube halt nicht, dass er finanzierbar ist, das ist das Problem. Weil ich auch nicht glaube, das es einer für so wenig Geld macht (siehe vorletzten Satz im oberen Posting). Und schon dieses wenige Geld ist für die meisten Vereine der Genickbruch, glaube ich. Natürlich gehe ich mit dir, dass die Eltern mehr für die Ausbldung ihrer Kinder investieren sollten. Aber tun sie dies? Nein, denn am Verein wird gespart. Und da ist es auch schon zuviel nen Kuchen zu backen oder die Trikots zu waschen. Jedenfalls für einige. Und wenn dies nur 20% der Teams sind, wären bei uns schon enorme Personalprobleme vorhanden. Und bei unseren Eltern behaupte ich auch, dass die Hälfte keine Ahnung hat, wie ein gutes Training ausschaut. Z.B. ein Gegenbeispiel: Da beschweren sich doch die Elternder F2 Jugend, weil der Trainer nichts zu seinen Spielern sagt auf dem Spielfeld...ich sag nur Fair-Play-Liga (und wir haben vorher an alle Flyer und dergleichen ausgehändigt, also vorbereitet)...sie sollen ja auch nichts sagen...kapieren, dass die Eltern, die mit den "alten" Methoden, also den Brüllaffen aufgewachsen sind? Nein. Also wie soll ich diesen Leuten vertickern, dass sie jetzt nen gewissen Betrag mehr zahlen sollen, der in die Ausbildung der Trainer fließt. Man würde es vermutlich schon irgendwann mal schaffen, aber vielleicht hat man sich davor drei Jahre den Mund fusselig geredet. Und ich bin voll auf deiner Seite was Konzepte und dergleichen angeht. Doch, wenn ich unseren Verein anschauen, der bestimmt nicht geil drauf ist die Dorfmeisterschaft in der E-Jugend zu gewinnen, also hier schon gute Gedanken hat, ist dies undurchführbar. Ich habe mir jetzt fast zehn Jahre den Mund fusselig geredet. Ich hab aufgegeben.
    Wo ich dir nicht zustimmen kann, ist bei der Aussage, dass du nur junge Trainer wollen würdest. Warum dies denn? Ich habe in meinen Jahren als Trainer gelernt, dass ich jedes Jahr was dazulerne. Ich habe 45jährige Trainer erlebt, die einen dermaßen tollen Draht zu ihren Jugendspieler hatten, dass sie mit diesen weggegangen sind oder sich auch mal im Bauwagen getroffen haben (auf Wunsch der Jungs). Ich habe 24jährige Trainer erlebt, die überhaupt nicht an die Jungs rankamen und jetzt als Spieler in der ersten Mannschaft über ihre ehemaligen Schützlinge lästern. Ich glaub die Aussage, wer gut ist und wer nen Draht zur Jugend hat, lässt sich nicht alleine auf das Alter beschränken.
    TW-Trainer: Ja das klingt fast so, stimmt. Aber es sind fast alles Trainer, die es auch werden wollten. Die aber die Trainingszeit extrem von der Freizeit abquetschen müssen, was mal zwei/drei Jahre geht, aber irgendwann halt ncht mehr. Also keine Langzeitlösungen. Ich habe dies auch nur so überdeutlich angesprochen, weil vorher die Diskussion mit den Couchhockern aufkam. Als würde jeder der kein Trainer ist, sich daheim nur auf die Couch legen und das ist sicherlich nicht der Fall. Es kommt halt auch immer auf den Partner an, wie sehr er das Hobby akzepteirt und hier mitmacht.

    Andre: Ich bin gerne ehrenamtlich Trainer und brauche kein Geld vom Verein. Ich frage mich aber gerade, ob ich mir für 180 Euro im Monat einem Vereinskonzept unterwerfen würde, zu Schulungen gezwungen werde, bei denen ich Urlaub nehmen muß, mich gegenüber andere Personen verantworten muss. Da wäre mir dann der Lohn deutlich zu gering. Wenn ein Verein meine Fachkraft will und mich als gut ausgebildeten Trainer will, dann sind 180 Euro mit Verlaub viel zu wenig. Dann muss ich schon den Stundenlohn meiner normalen Arbeitskraft ansetzten, die ich auch in meinem Berufsleben bekomme. Warum? Weil ich mir das einfach wert bin. Der Verein will etwas von mir, fordert meine Fachkentniss und Kompetenz. Also muss er sich den anderen Wettbewerbern, also dem freien Markt stellen.
    Als Eheramtler ist das ganze mein Hobby, ich gebe meine Zeit gerne umsonst, bin aber nicht in einem Angestelltenverhältnis, wie mit meinem Arbeitgeber, was ich auch nicht möchte, deshalb mache ich den Job ja auch umsonst.
    Für mich ist zwischen Ehrenamt und Bezahlung (und ich spreche nicht von einer Aufwandsentschädigung) ein riesen Unterschied. Ich betreibe ein handwerkliches Nebengwerbe. Immer wieder trifft man auf Mitbewerber, die ihr Sachen zu einem Dumpingpreis verkaufen und diejenigen, die ihre Sache zu einem normal errechneten Stundenlohn verkaufen. Warum sollte ich für jemanden anderen meine Sachen herschenken, die Zeit von meiner Freizeit und Familie abziehen? Dann muss der Lohn dies schon ausgleichen. Denn sonst verbringe ich die Zeit lieber mit meiner Familie. Darum geht man ja auch (zumeist jedenfalls) in die Arbeit. Ich wäre auch lieber den ganzen Tag daheim bei meiner Familie.

    guenter: Hört sich klasse an. Ich dagegen bin entsetzt, was gerade bei uns abgeht und das was ich das für einen Konflikt in der Seniorenmannschaft zwischen den "Alten" und den "Jugend" ausmache. Da sollte bei uns auch mal jemand sich Gedanekn in die Richtung machen, aber Ansätze, die durchaus da waren, sind immer wieder gescheitert. Schwieriges Thema.

    Zur Frage von TW-Trainer:
    Ich kann es nicht pauschalisieren, aber als Beispiel mal unseren Verein aufführen
    F-Junioren mit zwei Teams: 4 Trainer, davon zwei Vatertrainer, 1 Spieler der Senioren und 1 Sportinvalide. Einer der beiden Vatertrainer musste in der Arbeit einmal die Woche (bei zweimal die Woche Training) regelmäßig flunkern, um die 30 Minuten früher zu gehen. Spieler der Senioren stand sechs Mal die Woche auf dem Fußballplatz, der Sportinvalide wurde in der Saison Vater und bekam reichlich Ärger von seiner Frau, den anderen Vatertrainer kannte ich nicht so genau. In der nächsten Saison macht nur ein Traienr weiter, weil es den anderen drei zuviel wird. Der, der weiter macht, ist Vatertrainer, hat aber auch zwei Kids, hat schon seine Karriere bei der AH aufgegeben, weil er sonst gar nicht mehr heimkommt. Hat halt auch ein Haus daheim zum pflegen, also auch an den Wochenenden genug zu tun. Seniorenspieler wird alles viel zu viel, geht ja irgendwann auch noch in die Arbeit, beim Fußballinvaliden geht die Familie vor.
    E-Junioren. Zwei Trainer, betreuen das Team seid der F2, sind beides Vatertrainer. Der eine ist noch sportl. Leiter Kleinfeld, hat zwei Kinder, ne Bandscheiben-OP hinter sich, keine Oma mehr zum Kinderaufpassen, ne Frau, die selber viel arbeitet. Der andere hat etwas besser Zeit, aber leider wenig Ahnung vom Fußball.
    C-Junioren: Drei Trainer, einer davon der Vorstand, also genug belastet, beruflich vier Monaten, also die gesamte Rückrunde, im Ausland. Anderer Trainer poltisch aktiv als Parteivorstand, Kommunalwahlen waren dieses Jahr, zusätzlich viel Zeitbelastung, drei Kinder. Anderer Trainer hat mehr Zeit, aber auch zwei Kids, die beide spielen und auch beim anderen Spiel sollte Papa zuschauen. Arbeitet zudem nebenberuflich an den Wochenenden.
    B-Junioren: Zwei Trainer, einer davon Spieler der Senioren, steht sechsmal in der Woche auf dem Fußballplatz, tritt nun auch kürzer. Anderer Trainer an sich mit viel Zeit, alleinstehend, arbeitet aber ca. 60 km weg, ist großer Radfan und macht da gerne Touren. Wurde zigfach gebettelt, bis er das Amt annahm...hat nie Zeit nach eigene Aussage, da er sein Haus auch noch machen muss.
    A-Junioren: 3 Trainer, von denen einer halb in Österreich war, da da seine Lebensgefährtin lebt, andere beruflich am Wochenede und unter der Woche meistens weg, der dritte Trainer Spieler der Senioren, steht sechsmal in der Woche auf dem Fußballplatz.
    D- und E-Mädchen: Vier Trainer, davon drei selber aktiv, stehen sechsmal in der Woche auf dem Fußballplatz. Eine hat noch ein weiteres Hobby (sportlich), wie sie alles untern Hut kriegt, ist mir ein Rätsel, zweite hat eine einfache Anfahrt von 30 Minuten zum Sportplatz, die dritte nicht die beste Ahnung. Die vierte nichaktive arbeitet Schicht, kommt nach der Arbeit direkt zum Spiel, Training geht nur einmal. Baut zudem ab jetzt Haus.
    B-Mädchen: Ein Trainer, arbeitet Schicht, nimmt sich frei, um das Training machen zu können.
    Ich selber: Arbeite zweimal die Woche einfache Fahrt 60 km weg, fahre sofort ins Training weiter. Habe ein Nebengewerbe, dass mich oft bis 11 Uhr abends beschäftigt. Zudem noch ein Kleinkind. Fußball nur möglich, weil Mann seinen Posten als Abteilungsleiter Fußball aufgegeben hat und an den Wochenenden, wo ich den ganzen Nachmittag weg bin, Babysitter macht. Mach es, weil es einfach das geilste is.Bei nächsten Kind wäre ich aber raus, da nicht mehr möglich. Habe auch keinen Co...es ist weder jemand bei den Damen, noch bei den B-Mädchen zu finden.


    Bei allen Trainern findet einmal den Monat Trainersitzung statt. Alle müssen ihre Abschlussfahrten selber organisieren, sowie die Fahr- und Waschdienste. Großteil macht es, weil sonst keiner da ist, ein Teil auch aus Überzeugung. Von den Mädchentrainern weiß ich, dass die sich sehr viel selber fortbilden durch Medien im Netz oder Bücher (hab grad wieder zwei bei Uwe bestellt). Auch Kurzkurse wurden besucht. Bei den Männern hab ich keine Ahnung. Ich behaupte, dass wir mit 180 Kröten im Monat (als Beispiel), vielleicht zwei neue Traienr bekommen würden. Inwieweit dies aber noch machbar wäre, wenn wir gewiße Anforderungen daran setzten, weiß ich nicht. Inwieweit die anderen dann aufhören würden, kann ich nicht beurteilen, könnte ich mir aber vorstellen. Keiner der Trainer hat Ambitionen irgendwann höherklassige Mannschaften zu übernehmen, ich glaube von keinem einzigen, dass er Zeit finden würde seinen Schein zu machen. Man muß auch mal den Breitensportgedanken bei den Trainern sehen. Ich kann nicht in der niedrigsten Klasse die höchsten Trainer erwarten. Ich kann auch ehrlich nicht erwarten, dass sich einer mit zig Spielsystemen befasst. Wozu noch kommt, dass die wenigsten Trainer die moderenen Spielsysteme jemals selber gespielt haben. Also hier keinerlei Erfahrungen haben. Durch nen Drei-Stunden-Kurs ist dies nicht wegzumachen. Ich beschäftige mich bestimmt im Verhältnis zum Rest vom Verein übermäßig mit Fortbildung, dennoch kann ich es mit den "großen" Trainern natürlich nicht aufnehmen. Aber ich tu, was ich kann. Aber in diesem Forum hat man dann oft das Gefühl, dass man am falschen Fleck ist, so wie im anderen Thread. Da werden in so Halbkommentare die Leute noch belächelt, weil sie ja keine Ahnung haben. Natürlich habe ich keine Ahnung im großen Stil, aber die hat hier wohl keiner, wenn man z.B. Jose Mourino fragt. Es ist alle eine Frage des Standpunktes. Viele Trainer geben ihr bestes da draußen, machen alles umsonst, opfern viel Freizeit und müssen sich dann von den Profis noch anmachen lassen. Naja, irgendwo haben halt auch die unteren Klassen ihre Berechtigung, auch für die Trainer.

    Bundesliga? Oh je..eigentlich Thema erledigt (Zeitgleich gepostet mit deiner Antwort, deshalb Überabeitung des Beitrages um folgende Antwort:)


    Also für mich ist das Kapitänsamt in ner Erwachsenenmannschaft ganz klar Sache der Mannschaft und nicht des Trainers. Der Kapitän vertritt das Team und nicht anders herum.
    Das mit "Alt" und "Jung" hast du für mich klar gelegt, wollte da nur warnen, weil das bei mir fast mal zum Stolperstein geworden wäre.
    Mir scheint dennoch euer Trainer für seine Ansprüche neben der Spur...na klar habt ihr Recht, dass man sich zuerst um die Spielerin kümmert, das wollte ich mit meinem Post so darlegen. Und im Prinzip hab ich über das Unterzahlspiel das Gleiche gesagt, wie du mir jetzt bestätigt hast.
    Nen Bundesligaverein mal eben so aus dem Nichts zu formen ist ein gewagtes Ziel. Ein Verein in der Nähe macht das auch, aber da steht auch wirklich ein Bundesligaverein dahinter und ich bin gespannt, wie weit der Weg bei diesen noch geht. Die pirschen sich nämlich langsam klassenmäßig an den Platzhirschen im Damenbereich ran.
    Aus meiner Sicht hilft bei euch nur das Gespräch. Wenn euer Trainer einen Bundesligaverein aus euch formen möchte seid ihr nur das Mittel zum Zweck, also quais gerade gut genug, weil er keine anderen hat. Ihr werdet dann, sollte das Konzept fruchten, von Klasse zu Klasse ausgetauscht. Wie du schon selber beschreibst, habt ihr ja einige Anfängerinnen. Diese werden wohl schon in der nächsten Klasse an die Grenzen stoßen, vor allem wenn es da auch mit dem Ziel Aufsteig zur Sache geht. Also scheinen eure Ambitionen (so wie ich lese eher der Spaß an der Sache) sehr weit weg aus der Sicht eures Trainers. Auf mittelfristige Sicht kann das nicht funktionieren, außer ihr wollt alle das gleiche und habt es auch fußballerisch drauf. Aber das scheint nicht der Fall zu sein?
    Auch dauernd neue Spiele in nem Vorbereitungsplan auszumachen spricht für mich nicht von Trainerqualität, außer es fällt mir ein Spiel aus. Bei einer langfristigen Planung müsste euer Trainer an sich das Training und die Spiele abgestimmt habe, was will er ereichen, was trainiert er wann? Aber hier scheint kein Konzept vorzuliegen. Dass dann die Spielerinnen büßen müssen, weil sie ihre Gesundheit opfern...also ich wäre hellhörig.

    Hier prallen zwei Dinge aufeinander...Vorstellung und Realität.
    Ich habe so einen Trainer, wie denjenigen, den du beschreibst schon mal erlebt in dem Hinblick, dass ein neues Team gegründet wurde mit überschwänglicher Euphorie. Es wurden sogar Spielerinnen von mir angeredet, ob sie nicht wechseln wollten. Ich hatte damals schon extreme Bedenken, trotz des 25 Frau starken Kaders. Und ein Jahr später war es dann auch vorbei. Der einzige Unterschied zu euch ist, dass dieser Verein nicht ganz hoch hinauf wollte und die Einstellung der Trainer kann ich auch nicht beurteilen.
    Von der Ferne betrachtet, muß sich auch euer Trainer mal ernsthafte Gedanken machen, nämlich die, was seine Profeissionalität angeht. Denn wer hoch hinauf will, muss auch selber erst mal diesem Anspruch gerecht werden.
    Erster Ansatz... ich lasse NIEMALS eine verletzte Spielerin aus dem Bewegunggrund, dass man ansonsten bei einem Hinterdorfturnier (entschuldige den Ausdruck) in Unterzahl spielt, auflaufen. Ich hab schon Spielerinnen in Punktspielen aus Verletzungsgründen ausgewechselt, obwohl wir dann nur noch zu neunt waren. Ist mir in den letzten drei Jahren zweimal passiert. Würde ich immer wieder so machen. Hat die Mannschaft sogar zusammengeschweißt, weil sie richtig stolz darauf waren zu neunt in 45 Minuten nur zwei Tore gg wesentlich stärkere Teams kassiert zu haben.
    Zweiter Ansatz...in punkto Organisation scheint mir euer Trainer etwas schwach aufgestellt. Turniereinladungen kriegt man nicht erst ne Woche zuvor. Mein Vorbereitungsplan ging z.B. fünf Wochen vor dem Trainingsauftakt raus mit der Bitte mir die Urlaubszeiten mitzuteilen. Ich weiß nun, wann es knapp wird und wann ich evtl reagieren muss.
    Dritter Ansatz...Urlaubszeit ist Urlaubszeit. Man wird kaum Spielerinnen bewegen können, ihren Urlaub zu verschieben, weil ein wichtiges Dorfturnier stattfindet. Nein, bei mir fahren die Spieler auch erst in der Punktrunde weg, ist halt so, dass der Uralub nach der Saison bnilliger ist. Steht jedem zu und als Trainer muss man damit umgehen lernen. Das ist auch bei höheren Vereinen, die z.B. in der Landesliga (Damen) kicken so. Warum? Weil da kein Geld fließt...und für ne unbezahlte Leistung, kann ich nicht sonst was verlangen.
    Vierter Ansatz...Mannschaftszusammeghörigkeit schaffen. Es ist eine große Kunst einen völlig gemischten Kader mit unterschiedlichen Alterstufen zusammen zu bringen. Auch aus deinen Worten hören ich gerade eine Einteilung heraus. Die "Alten" und die "Jungen". Solange diese Wörter in den Hinterköpfen kreisen, wird es schwierig, weil sich ein Teil mit dem anderen reibt. Was wurde hier schon unternommen, also die sogenannten Teambuildingmaßnahmen? Solange dies nicht greift, ist das ganze, gerade im Damenbereich ein derart wackeliges Gerüst, dass ich euch nicht mal ne Saison gebe. Dies ist die größte Aufgabe eures Trainers, und nicht die höheren fußballersichen Weihen. Wenn er hier kein neben dem Platz funktionierendes Team zusammen bekommt, ist alles andere zum Scheitern verurteilt. Dies ist der wichtigste Baustein, der auch eurem Trainer klar sein muß. Dann funktioniert es auch, dass ein Team auch mal nur zu zehnt spielt, ohne sich zu zoffen.
    Fünfter Ansatz...Redet mit dem Traienr. Macht ihm klar, was euch stört. Es muss ja einen Kapitän geben, der dies im Namen der Mannschaft bespricht, ohne Namen nennen zu müssen. Räumt die Dinge die jetzt Schwehlen schnellsmöglich aus. Bei Frauen kann dies in ner mittleren Katahstrophe münden, da hat das Hintenherumreden schon manchen zu Fall gebracht.

    Du hast in vielen Recht Andre, und es werden viele Vereine auf der Strecke bleiben. Im Tennis ist es schon soweit, dass die Ausbildung durch Tennischulen (bezahlt) übernommen wird, da den logistischen Aufwand kein Verein mehr leisten kann. Könnte ich mir durchaus auch im Fußball vorstellen als mittelfristige Entwicklung. Ich habe bei uns im Verein schon unendlich viel Energie aufgewandt, um die Leute zum Umdenken zu bewegen, aber in nem Breitensportverein läufts du auf so vielen Ebenen gegen ne Wand, unglaublich. Ich habe es aufgegeben, auch weil bei uns in einer Jugendabteilung, die vor drei Jahren glänzend dastand und bei der plötzlich zu viele mitmischten, nur noch Chaos eingekehrt ist. Warum soll ich das noch mitmachen, wenn andere alles besser wissen. Darum konzentriere ich mich wieder auf meine Mädcheabteilung. Vielleicht durch den relativen Neuaufbau und den noch nicht eingefahrenen Strukturen, lassen sich hier noch viele Sachen bewegen. Es ist für mich ein überschaubarere Rahmen, wo was rum kommt. Und nein, Geld will ich dafür keines. Nicht alles ist mit Geld zu bezahlen und darin liegt ein Gesellschaftsfehler bei uns. Wenn etwas nichts kostet, ist es anscheinend auch nichts wert. Aber ich denke da anders. Ich gebe meien Zeit gerne den Kindern und Jugendlichen und diese Erfahrungen sind für mich Gold wert. Das könnten nicht mal 50 Euro die Stunde aufwiegen. Vielleicht bin ich da ein Romantiker, aber dann sei es so.

    Sodalla, mein Senf dazu...mit dem Hinweis, dass ich es bei mir mit Damen zu tun habe. Dabei bedeutet raumorientiertes Spiel für mich, nicht im Modus Mann gg Mann (oder sollte ich sagen Frau gg Frau) zu agieren, sondern gewisse Räume und Passwege zuzulaufen (defensiv), sowie Überzahlsituationen (bei eigenem Ballbesitz) zu erreichen. Ich glaube auch, dass bei diesem Spiel bei den Frauen einige Dinge etwas anders sind, da z.B. die wenigsten Damen in den unteren Spielklassen einen 40-Meter Diagonalball hinbekommen und so die Gefahr der Seitenverlagerung wesentlich geringer ist. Auch werden von den Damen anders herum, wesentlich mehr Passtationen benötigt, um vor das gegenrische Tor zu gelangen, da der einfache weite Ball aus der Abwehr in die Sturmspitze aus den v.g. Gründen nicht klappt.


    Zuerst ist dieses Sytem für mich ein Mannschaftssystem, dass auch die einzelne Schwächen von Spielerinnen im Verbund ausgleichen soll. So im Gegensatz zur reinen Manndeckung, wenn z.B. das Duell gg den direkten Gegenspieler verloren geht, da ich alleine dieses Spieler nicht in den Griff bekomme und ihm im 1:1 unterlegen bin. Ich habe gerade bei den raumorientierten Spiel im 7:7 auf Kleinfeld (wir spielen das System auch schon auf Kleinfeld) festgestellt, dass fast alle Teams mit unseren zwei Defensivleuten im Gegensatz zum Klassiker mit Libero und zwei Verteidigerinnen grandios überfordert waren. Sie hatten keine Lösungansätze, wie sie die sich gut verschiebenden und im 1:1 starken Spielerinnen von uns, auch oft in Überzahl, ausspielen sollten.


    Schlagwörter dieses Sytems sind Sichelbildung, Dreiecksbildung und Trichter. Ich spare mir die einzelnen Erklärungen.


    Unterscheidungsmerkmal ist für mich, ob ich bei Gegenangriffen geordnet oder ungeordnet (z.B nach Ballverlust) stehe und ob der Gegner in Überzahl/Gleichzahl oder in Unterzahl auf meine Abwehrreihe zukommt. Stehe ich geordnet, was meist bedeutet, dass ich auch in Überzahl agiere, versuche ich den Gegner in Überzahl zu attakieren und so den Ball aktiv zu erobern. Hierzu sind nicht nur die vier Spieler aus der Kette mit Aufgaben belegt, sondern auch die DM durch das Unterdrucksetzten von hinten (wenn Ball zwischen Abwehrreihe und Mittelfeldreihe) oder auch die Stürmer (wenn der Ball zwischen Mittelfeldreihe und Sturm). Bei den Damen habe ich jedoch fest gestellt, dass die meisten ein gedanklichen Problem damit haben den Gegner zu zweit anzugreifen und so einen sicheren Ball zu erobern. Anscheinend betrachten sie dies als äußerst unfair. Damen denken manchmal einfach anders und dieses Unterdrucksetzten zu Zweit ist große Thematik bei uns, aber zu meiner Zufriedenheit noch nicht gelöst.


    Stehe ich ungeordnet nach einem Ballverlust, ist zu unterscheiden, wo der Ballverlust erfolgt ist, also, ob ich Zeit habe diese Ordnung wieder her zu stellen. Bin ich zudem in Unterzahl und besteht direkten Torgefahr weicht mein Defensivverbund trichterförmig zurück und versucht Zeit zu gewinnen, um durch nachrückende Spieler wieder Überzahl herzustellen. Auf keinen Fall rückt in dieser Aktion (außer bei einem groben technischen Fehler des Gegners) ein Spieler nach vorne, um den Gegner zu attakieren, weil dadurch zusätzlich Räume geöffnet werden. Jegliche Spieler vor dem Ball (also näher zum gegnerischen Tor) versuchen die Überzahl wieder herzustellen. Bei den Damen kommt zudem hinzu, dass dieses Zurückfallen meist super funktioniert, weil auch hier die meisten Teams mit einem guten Spielzug überfordert sind und oft den technischen Fehler begehen und den Ball herschenken. Zudem hat man bei den Damen ziemlich viel Spiel um nach hinten zu rücken, da die torgefährliche Zone erst circa 20 Meter vor dem eigenen Tor beginnt (sofern die Torhüterin hohe Bälle halten kann).


    Was ich jetzt noch nicht erwähnt habe sind die Bewegungen der DM (abkippend) und der übrigen Spieler. Während die Bewegungen der DM gut funktioniert haben (Ballnahe attakiert, Ballferne stellt Passwege in Spitze zu), sind die Laufwege für die Außenspieler sehr schwierig zu machen, da unter Berücksichtigung der langsameren Laufgeschwindigkeit und der geringeren Schlagdistanz von Bällen, bei zwei nach hinten mitarbeitenden Außenspielern, die Offensive gewaltig leidet. Zudem marschieren bei den Damen die meisten Defensivspieler des Gegners nicht mit und so komme ich auch mit offensiv stehen bleibenden Außen selten in Unterzahl.


    Was bedeutet das Spiel für mich in der Offensive? Ich habe zwei IV und AV, die nach Ballgewinn viele nahe Anspielstationen haben, was ich im Damenfußball als sehr wichtig erachte. Die meisten Damenlibera sind schlichtweg die, die den Ball rausbolzen können. Die meisten Damenspielerinnen haben damit große Schwierigkeiten, so dass hier der flache Pass über zehn Meter die beste Lösung ist. Auch lässt die technsiche Ausbildung zum Teil zu Wünschen übrig, so dass ein 20 Meter hoher Ball schon viele Abwehrspielerinnen überfordert. Also mit raumorientierten System habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich nach Balleroberung in der Defensive den Ball immer flach auf kurze Distanz zu einer Anspielstation bringen kann und so mein Spiel aufbauen kann. Auch der TW ist hier eine Option. Der klassische Libera (vorher beschreiben) fällt meist als IV weg, da dieser oft zu langsam. Ihre Stärke lag im Abräumen, da sie vorher selten ins 1:1 mußte, da dafür die manndeckenden Abwehrspielerinnen zuständig waren. Diese dann Ball fünf Meter nach hinten zum Libera und volle Kanne rausgehaut. Dieses Gebolze ist nicht mehr nötig. Die technisch starken Spielerinnen, die auch über eine höhere Schußkraft verfügen, brauche ich zwingend in der Offensive, da ich ansonsten hier keinerlei Torgefahr ausstrahle.


    Wichtige Erfahrung meinerseits. Das Spiel läuft in der gegnerischen Hälfte, die beiden IV stehen auf Höhe Mittelllinie. Hier muß zwingend ein IV (der ballferne) einige Meter nach hinten versetzt spielen. Wir haben in der Anfangsphase mit den toll geklärten Bällen der Libera (blind nach vorne, aber Stürmerin starte auf Verdacht, wir stehen gleichauf) viele Gegentore gefangen. Diese fangen wir nun nicht mehr, da entweder der tiefer stehende IV ran kommt oder der hoch stehende TW.


    Ich hab gewiß zig Sachen vergessen, aber meine Mittagspause ist zu Ende :D

    Da geb ich dir recht, diese Dreistundenlehrgänge sind absolut für alle machbar. Als ich diesen bei uns im Verein organisiert habe, hatten wir eine so große Beteiligung unserer Trainer, dass sogar der Kurzsleiter erstaunt war und sich danach nochmals bedankt hat, dass so viele Leute dabei waren. Das war anscheinend komplett ungewöhnlich. Die Angebote würden schon angenommen werden, aber es muß sich zuerst jemand darum kümmern. Die Eigeninitiative ist bei den meisten nicht sehr hoch, habe ich fest gestellt.

    Ich hab den Schein sogar...inklusive zwei Verlängerungen....was war neben ein paar anderen sachen das beste am Kurs? Der Austausch mit den anderen Übungsteilnehmern!


    Ich will hier keinesfalls Andre was vorwerfen oder dergleichen. Ich finde seine Beiträge äußerst wichtig, denn auch der warnende Finger, wie es sein sollte, ist wichtig um ab und zu aus seinem Schlaf zu erwachen. Und es schadet auch nicht, wenn jemand immer wieder aufs Optimale hinweist um zu verdeutlichen, wie weit man noch weg ist. Aber die Praxis schaut halt leider anders aus und die meisten Vereine kämpfen mit der Praxis.

    Hallo Andre,


    ich lese deine Beiträge immer mit großem Interesse und stimme dir in vielen Dingen theoretisch zu, doch deine Ansätze sind leider oft auch nur theoretisch durchführbar und sind oft praxisfern. Ich komme aus dem klischeehaften Dorfverein, hatte in den letzten Jahren alle möglichen Jobs ehrenamtlich inne, dazu gehören auch Trainerjobs, Jugendleiterin und Vorstandsmitglied. In meinen Vorstellungen hat auch unser Verein ein funktionierendes Jugendkonzept, bezahlte Jugendtrainer, die mindestens einmal im Jahr Ausbildungskurse besuchen, jede Mannschaft mit den entsprechenden Jahrgängen bestetzt, einen harmonischen und gut vorbereiteteten Übergang von der Jugend in den Seniorenbereich, Sponsoringeinnahmen, die gewährleisten, dass man ohne Probleme ausreichendes und qualitativ hochwertiges Trainings- und Spielmaterial (wie Koordinationsleitern, Hütchen etc) zur Verfügung hat, eine gute Pressearbeit, viele Zuschauer an den Spieltagen, die gemeinsam und in jederzeit fairem Umgang die Heimmannschaft anfeuern, genügend ehrenamtliche Helfer, die bei Vereinsfesten zupacken, aber auch, wenn mal am Sportgelände was zu machen ist, genügend Einnahmen aus dem Wirtschaftsbetrieb, die gewährleisten, dass man auch nächste Saison seinen Rasen düngen, mähen und gießen kann und zudem die Beleuchtung funktioniert und der Strom dafür zu zahlen ist, funktionierende Fahr- und Waschdienste im Jugendbereich, die nicht immer von den gleichen erledigt wären, Jungspieler, die von sich aus Schiedsrichter werden wollen und wo man nicht erst 50 Leute ansprechen muss um einen zu finden, der es eventuell macht usw usw. Ich könnte die Liste noch drei Seiten weiterführen.
    Du stellst gerne alle Vereine an den Pranger, die keine ausgebildeten Jugendtrainer haben usw usw. Ich sage, ja klar, aber wie soll das machbar sein? Wie soll ich den 40Stunden arbeitenden Papa, der daheim zwei Kinder und eine Ehefrau hat, ein Haus, um das sich kümmern braucht, davon überzeugen, dass er jetzt als F-Jugendtrainer gefälligst den Übungsleiter machen soll. Sich dafür 3 Wochen Urlaub nehmen soll usw. Meinst du, dass Trainer an jeder Ecke rumlaufen? Selbst, wenn ich den Trainern 10 Euro in der Stunde dafür gebe, finde ich vielleicht ein paar Ferienjobler. Es stellt sich auch niemand für 10 Kröten die Stunde auf den Platz, weil davon keiner leben kann, und Job und Familie immer noch vorgehen. Ganz davon abgesehen, dass sich unser Verein das nicht leisten könnte und ich kenne die Diskussion mit der Bezahlung und möglichen Mitgliedsbeitragsvarianten. Die Trainer in unserem Verein haben eindeutig ein höheres Interesse an ihrem Sport, als die Bezahlung. Und das ist auch gut so. Dennoch überfordere ich hier 90%, wenn ich ihnen sage, sie sollen z.B. raumorientiert verteidigen. Und so wie ich mit den Spielern leben muss, die ich habe, muss ich auch mit den Traiern leben, die ich habe. Hast du schon mal aktiv an einer Trainersuche teilgenommen? Ich habe dies 3 Jahre gemacht. Weißt du was da abläuft? Ich konnte gerade noch vermeiden, dass ich mich vor den Kandidaten auf die Knie schmeißen muss, um sie anzubetteln, den Job doch bitte zu übernehmen. Weißt du an wie viele Türen man klingeln muss, um jemanden zu finden. Und wie sehr von Kandidat zu Kandidat deine Ansprüche sinken. Glaubst du nicht, dass du nach dem 30igsten gefragten noch froh bist überhaupt jemanden zu finden. Und dann kommst du dem mit Konzept, du mußt das und das machen, übrigens haben wir noch jeden Monat Trainersitzung, es wäre schön, wenn du noch drei Wochen Urlaub nimmst, um deine Fortbildung zu machen, dann wäre da noch der Kurs zum Elektronischen Spielberichtsbogen, den du besuchen musst, ja deine Abschlußfeiern musst du auch selber organisieren, die Trikots sind auch schon 10 Jahre alt, such dir doch bitte nen Sponsor dafür, Bälle sind da, sind halt schon drei Jahre alt, schau sie mal durch, aber das schönste ist, du darfst das alles umsonst machen und deinen Sprit und deine Telefonkosten noch selber zahlen.
    Und das ist ein kleines Rädchen im Verein. Alle anderen sind auch noch zu erledigen. Und leider fehlen hier auch die ehrenamtlichen. Denn um die o.g. Dinge dürfen sich dann auch so zwei bis drei Leute kümmern. Ich war einer dieser Leute. Und habe daraus gelernt, als meine Telefon auch nachts nicht mehr stillstand, ich in zig Diskussionen reingezogen wurde, wer alles irgendwelche Sachen schlecht macht, ich wieder mal nur mit drei Helfern bei der Frühjahrsinstandsetzung da stand usw. Was hab ich daraus gelernt? Ich habe mein Engagement wesentlich zurück geschraubt. Mach jetzt nur noch einige Bereiche, die überschaubar sind. Und ja, in diesem überschaubaren Bereich, dem Mädchenfußball haben wir ein Konzepte eingeführt, geben wir unseren Traienrn Infos an die Hand usw. Spielen wir auch raumorientiert. Aber davon kriegt man von außen auch immer wieder Kritik "Die mir ihrem neumodischen Zeug, warum müssen jetzt alle Kette spielen? So ein Schmarrn" Aber wir bleiben dabei, auch wenn der Weg hart und steinig ist. Aber dies von allen Traienrn in allen Vereinen zu verlangen wäre zuviel. Denn wir haben doch nicht nur den Musterverein, sondern tausende unterschiedlich gestrickter Vereine. Und jeder Schritt dauert sehr lange Zeit und kostet unglaublich viel Arbeit. Mehr Arbeit, als nur der eine Trainer, der auf dem Platz steht und mit "Kette" spielen lässt. Und dieser Traienr steht dann am Sonntag früh auf dem Platz um fest zu stellen,d ass der Platzaufstreudienst versagt hat und keine Linien gezogen. Tja, dann sucht man da halt auch noch schnell irgendjemanden und lässt die Mannschaft alleine warm machen....da hilft die ganze tolle Vorbereitung für das Warmmachprogramm nichts.

    Ich hab zwar keine Idee für den Wettspielcharakter, aber als ich letztens in dieser Situation war, hab ich nen Trainingstag veranstaltet. Morgen ne Trainingseinheit mit nem Inhalt, der selten Beachtung findet, da oft keine Zeit dazu. Dann gemeinsames Mittagessen und dann sind wir zum Fußballgolf gefahren. War ein schöner Tag für alle Beteiligten.


    Danke Uwe, hatte irgendwie ein Brett vor dem Kopf.