Beiträge von schleppi

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    Ich würde den Eltern des Torwartes ganz sachlich erklären, dass ICH der Trainer bin und das ICH für die Aufstellung verantwortlich bin.


    Und ich würde ihnen ganz ruhig erklären, dass ich die Mannschaft vom Spielbetrieb abmelde, wenn sie mir in die Aufstellung hineinreden.


    Und das können SIE dann den übrigen Jungs erklären.


    Aber mit 8 Kindern kannst du ohnehin keinen Spielbetrieb aufrecht erhalten. Entweder bekommst du noch recht kurzfristig Spieler dazu oder es ist vorbei. Gibt es da keine Interessenten in den Schulklassen deiner Spieler? Kannst du nicht die Werbetrommel rühren?


    Wir müssen bei unseren Mädchen schon überlegen, wie wir den Trainingsbetrieb vernünftig aufrechterhalten, weil ständig neue Mädchen dazukommen und auch dabeibleiben. Und dies ohne besondere Werbung durch uns Trainer. Das übernehmen die Mädchen schon. Sprich doch mal mit deinen Spielern, ob sie nicht mal jemanden mitbringen wollen. Wenn jeder ein Kind mitbringt und von denen bleiben 50% dabei, sind alle Probleme gelöst.

    TW-Trainer:


    Sorry, von dir lese ich hier eine Menge guter Beiträge. Aber was du in diesem Thread geschrieben hast, ist absoluter Unsinn.


    Die Threaderöffnerin hat F- und E-Junioren durcheinander gebracht. Aber das haben wir doch bereits geklärt.


    Er ist Jahrgang 2002 und offensichtlich zum Schuljahr 2012/13 auf die weiterführende Schule gewechselt. Dazu muss man noch nicht mal eine Klasse übersprungen haben - es ist völlig normal, im Alter von 10 Jahren in die 5. Klasse zu kommen.


    Und hättest du richtig mitgelesen, wäre es dir sicher nicht entgangen. Aber immer wieder schön, auf ahnungslose Eltern einzukloppen, gell?

    Ich möchte jetzt aber vielleicht doch mal etwas dem abgebenden Trainer an die Seite springen.


    Offensichtlich hat er einen Stammtorwart (deinen Sohn) und vielleicht ist dein Sohn auch ein wichtiger und starker Torwart seines Teams.


    Scheinbar spielt die Mannschaft deines Sohnes auch schon etwas höher (Bezirksebene) - obwohl ich mir vorstellen könnte, dass du da etwas durcheinanderbringst... ;)


    Soll ich es dir in Form von Aktiva, Passiva und GuV schreiben? :)


    Ich kann es schon verstehen, dass der Trainer nicht vor Freude in die Luft springt und ihm einige Steine in den Weg rollt. Vielleicht hilft ja doch noch mal ein sachliches und ruhiges Gespräch.

    Er ist jetzt E-Junior (älterer Jahrgang) und wechselt zur Saison 2013/14 in die D-Junioren.


    Trainieren kann er selbstverständlich bei beiden Vereinen. Vielleicht wäre das eine Variante:


    Er trainiert schon mit seiner neuen Mannschaft (und seinen Klassenkameraden) mit und spielt (und trainert - wenn ihm das nicht zu viel wird) noch weiterhin für den alten Verein.


    Achtung: bis zum 15. Juli 2013 unbedingt beim alten Verein abmelden. Dann ist er für die neue Saison für den neuen Verein spielberechtigt. Da kann sein alter Trainer einen Kopfstand machen.

    Ich kann nur für Niedersachsen sprechen:


    Ob bei einem F-Junioren der abgebende Verein einem Wechsel zustimmt oder nicht ist völlig gleichgültig.


    Hättest du deinen Sohn bis zum 31.12.2012 im alten Verein vom Spielbetrieb abgemeldet, wäre er ab 01.01.2013 (bzw. wenn der neue Pass vorliegt) für den neuen Verein spielberechtigt.


    Da die Abmeldung nun nach dem 31.12.2012 erfolgt, wird dein Sohn für drei Monate für Pflichtspiele gesperrt (gerechnet vom letzten Pflichtspiel). Das klingt jetzt ziemlich hart, aber vielleicht hat er ja im November oder Dezember sein letztes Pflichtspiel in der Halle gehabt und dann dürfte er im Februar oder März schon für den neuen Verein spielen. Und bei uns wird zumindest draußen vorher gar nicht gespielt.


    Wichtig wäre nur, dass er nicht im Januar in der Halle an offiziellen Turnieren für seine alte Mannschaft spielt.


    Die Sache mit dem Zweitspielrecht ist etwas komplizierter. Meine Tochter hatte das mal. Sie hat bei den Jungs in ihrem alten Verein und bei den Mädchen in ihrem neuen Verein gleichtzeitig gespielt.


    Aber wenn der alte Trainer "toter Mann" spielt, würde ich das mit dem Zweitspielrecht lassen und wechseln. Insbesondere wenn er mir eine sechsmonatige Sperre androht.

    Für euch besteht die Hauptaufgabe derzeit darin, den Eltern die Grundsätze des Kinderfußballs zu vermitteln.


    Es geht darum:


    * das die Kinder Spaß haben
    * viele Positionen spielen dürfen
    * alle gleich viel spielen dürfen
    * Fußball gespielt wird



    Es geht nicht darum:


    * feste Positionen zu vergeben
    * als Torwart den Ball so weit wie möglich nach vorne zu bolzen
    * überwiegend die besten spielen zu lassen


    Wenn du so spielen lässt, wie die Eltern es wollen, gewinnst du vielleicht die goldene Ananas in der G-Jugend. Spaß haben die Spieler aber nicht und gute Fußballer werden sie auch nicht.


    Und genau DAS muss man den Eltern vermitteln.

    Manchmal mekt man nur an, dass man das eine oder andere Spiel wohl einen anderen Ausgang hätte, wenn man mit der stärksten Besetzung gespielt hätte. Andererseits hat man auch erkannt, das sich auch die leistungsschwächeren Spieler so gesteigert haben, dass einige Spiele gerade auch mit Ihnen gewonnen wurden, wo Leistungsträger ausgefallen waren. Dies wäre früher warscheinlich nicht der Fall gewesen.


    Es ist aber ein weiter und unbequemer Weg.


    Bequemer ist es, im Sinne des kurzfristigen Erfolges die "Leistungsträger" insbesondere in engen Spielern ins Rennen zu schicken und enge Spiele dann zu gewinnen.


    Ich kann mich noch an meinen ersten Sieg mit meiner U08 erinnern.


    Bisher nur Niederlagen kassiert und ein enges Unentschieden. Die Eltern der Jungs halten mich für eine absolute Fehlbesetzung als Trainer, haben aber leider keine Zeit, selber dieses Amt zu übernehmen. Sie haben mich dafür "unterstützt", in dem sie munter taktische Anweisungen reingebrüllt haben.


    5 Minuten vor Ende steht es 4:3 für uns und ich nehme den stärksten Spieler runter, weil er eben dran war. Und wir haben das Spiel gewonnen. Wenn das schief gegangen wäre, hätte mich insbesondere der Vater des stärksten Spielers vermutlich an Ort und Stelle vergraben.


    Allein DARAN ist zu erkennen, in welcher beschissenen Situation man als Trainer agiert. Und wenn du dann auch noch ein blutiger Anfänger bist, wird es ganz grausam.


    Langfristig ist es völlig richtig. Durch gerecht verteilte Einsatzzeiten mache ich das Team stärker. Ich stärke mein schwächstes Glied in der Kette, in dem ich ihm vertraue und ihm erlaube, Fehler zu machen. Und ich stärke dadurch die Kette als Ganzes.


    Und machen wir uns doch nichts vor:
    Irgendwann wechselt mein Ass zu einem stärkeren Verein und ich kann es nicht verhindern. Will es auch gar nicht. Nur blöd, wenn ich dann keinen Ersatz habe. Dem Ersatz habe ich vielleicht schon die Lust am Fußball genommen.

    Ich denke, unabhängig von dem Problem des Threaderöffners, sollte sich der Verein mit diesem Trainer auseinandersetzen.


    Die Reihen scheinen fest geschlossen zu sein. Der Verein ist doch an einer Auseinandersetzung mit dem Trainer kaum interessiert.


    Die potenziellen Nachfolger stehen vermutlich auch nicht gerade Schlange und da wird dann lieber ein Kind "geopfert" als das die Mannschaft ihren Trainer verliert.


    Ich habe so etwas durch.


    Mein Sohn "durfte" fristlos seinen Verein verlassen. Ich hatte dem Trainer die Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen und seine Entlassung gefordert. Seitens des Vorstandes wollte man sich meine Vorwürfe nicht einmal anhören. Aussage des Vorstandes: "waschen sie doch jetzt keine schmutzige Wäsche".


    Wenn ich Vereinsvorstand wäre und der Vater eines Kindes fordert von mir die Entlassung des Trainers, höre ich mir die Vorwürfe zumindest mal an. Aber es wird dem Vorstand wohl gereicht haben, die Sicht des Trainers zu hören. Und mein Interesse, mich mit so einem Verein auseinanderzusetzen, war dann 0,0.

    Karl:


    Wenn ich so einen wie dich in meiner Gegend "erwische", weiß ich, wo ich meine Kinder anmelde.


    Ein Andre würde mir notfalls genügen. ;) Inzwischen glaube ich sogar, dass guenter ein richtig guter Trainer ist, dem ich bedenkenlos meine Kinder anvertrauen würde.


    Aber solche Trainer suche ich mit der Lupe und finde sie nicht. Vermutlich ist dieses Forum hier nicht repräsentativ. Es ist ja schon ein Qualitätsmerkmal, sich so weit mit seiner Trainertätigkeit auseinanderzusetzen und dieses Forum überhaupt zu finden. Da dürften 95 % der Trainer schon überfordert sein.


    Hast du das Gefühl, dass dir schon starke Spieler abhanden gekommen sind, weil sie zu wenig spielen? Oder ist dieser Aspekt zu vernachlässigen?

    Thomas:


    Wenn ich ein guter Trainer bin, dann kommt die Frage nach den Einsatzzeiten gar nicht auf. Und dann hast du keine um Einsatzzeit bettelnden Kinder.


    Dann wissen die Kinder, was auf sie zukommt.


    Als ich meinen weinenden Sohn in der Halbzeit getröstet hatte und gesagt hatte, dass er wahrscheinlich die 2. Halbzeit durchspielt, habe ich da wirklich dran geglaubt.


    Als mein Sohn die komplette 1. Halbzeit draussen stand, war ich sogar froh und dachte - o.k., jetzt hat der Trainer es kapiert. Als er dann die ersten 10 Minuten der HZ2 immer noch draussen stand, wusste ich, dass er es nicht verstanden hat.

    Ich habe meinem Sohn mal auf den Weg gegeben, dass er den Trainer fragen soll, ob er mal eine Halbzeit komplett spielen darf. Hätte ich auch direkt tun können, aber ich dachte, es sei besser, wenn mein Sohn das mit seinen 10 Jahren selbst tut.


    Was soll ich sagen?


    Es war exakt vor seinem legendären 10-Minuten-Einsatz. Ein Kader von 8 Spielern. 5 Jungs spielen 50 Minuten. 2 Jungs spielen 45 Minuten. Und mein Sohn spielt 10 Minuten.


    Vielleicht hat der Trainer es als Einmischung in seinen Kompetenzbereich gesehen.

    thomasg:


    Ich möchte dir nichts unterstellen. Vermutlich bist du auf der Skala von 0 (=Trainerarschloch) bis 100 (=perfekter Kindertrainer) viel dichter an der 100 als an der 0 anzusiedeln, weil du überhaupt schon mal den Versuch unternommen hast, den Mädchen die gleichen Einsatzzeiten zu ermöglichen. Ich glaube nur, dass du auf dem an sich richtigen Weg zu schnell aufgibst. Bzw. gar nicht in der Position bist, das durchzusetzen, weil du noch 2 Trainer vor dir hast. Da finde ich es zumindest positiv, Einfluss zu nehmen.


    Deine weitere Beschreibung von dir finde ich höchst spannend, weil du da ziemlich exakt meine Situation wiedergegeben hast.


    Und sorry, dass die Beschreibung vom Trainer meines Sohnes als Vergleich bei dir angekommen ist. Wobei der Trainer meines Sohnes gerade ziemlich schlecht wegkommt. Ich finde, dass der Trainer einen menschlich tollen Umgang mit den Jungs pflegt und ich bewundere, wie er immer wieder versucht, auf einzelne Jungs positiv einzuwirken und sie zu motivieren. Menschlich kann ich über ihn nichts schlechtes sagen. Mein Sohn mag den Trainer im Grund auch sehr gerne, aber eben nicht so gerne, dass er dauerhaft auf Spieleinsätze verzichten möchte.


    Das Problem bei der Mannschaft meines Sohnes ist vielleicht, dass die 1. und die 2. Mannschaft, die in der Saison 2011/12 noch als ein Team zusammengespielt hat, in dieser Saison auf zwei Mannschaften aufgeteilt wurden, damit auch die "schwächeren" Jungs ihre Einsatzzeiten bekommen. Das war auch der Grund, warum mein Sohn dorthin gewechselt ist. Und für einige Jungs ist diese 2. Mannschaft auch ein echter Segen. Der Spieler Nr. 15, der in der vergangenen Saison mit 5-Minuten-Kurzeinsätzen "bei Laune" gehalten wurde, spielt nun durch. Und wird in der Saison 2013/14 wieder Kurzeinsätze bekommen. Nun gibt es zwei Trainer und der Trainer, der die 2. Mannschaft und somit meinen Sohn coacht, ist hauptamtlich Trainer einer C-Junioren-Mannschaft älterer Jahrgang in einem anderen Verein. Ich fürchte, dass er es einfach nicht auf die Reihe bekommt, dass man mit einem Jahrgang 1997 anders umgehen muss, als mit einem Jahrgang 2002. Ich habe zwar keine Erfahrungen mit C-Junioren, glaube aber doch, dass dort eher schon der Leistungsgedanke zählt.


    Und der eigentliche "Cheftrainer", der die 1. Mannschaft coacht, hat zwischen den Zeilen schon erkennen lassen, dass er z.B. mit dem 10-Minuten-Einsatz meines Sohnes auch nicht so ganz glücklich war und das er deshalb auch schon mit seinem Trainerkollegen gesprochen hat. Daraus sind dann inzwischen zerstückelte 25-Minuten-Einsätze geworden, was ich angesichts eines 8er- oder 9er-Kaders auf dem 7er-Feld immer noch recht wenig und weit entfernt von relativ gleichverteilten Einsatzzeiten finde. Blöd finde ich auch, dass mein Sohn nicht frei spielen kann. Bei den zerstückelten Einsatzzeiten muss er ständig damit rechnen, bei schlechten Aktionen sofort runtergenommen zu werden. Ich würde mir einfach mal die Ansage wünschen: "Du spielst die 1. Halbzeit (oder 2. Halbzeit) durch, egal was passiert". Werden wir diese Saison sicher nicht mehr erleben.


    Deinen Hinweis auf den spanischen Verband fand ich übrigens hoch spannend. Das ist doch genial. Du hast keine Diskussionen mit den Eltern und bist in der Lage, eine möglichst große Anzahl von Spielern in den älteren Jugend- oder Herrenbereich mitzunehmen und kannst dann aus einem Riesenpool von Spielern die Asse aussuchen und regelmäßig Welt- und Europameister werden. Scheint in Deutschland nicht das Ziel zu sein. Weshalb eben in Deutschland viel früher (am Besten schon in den F-Junioren) die schwächeren Spieler ausgesiebt werden. Ein Messi wäre in Deutschland vermutlich nicht möglich gewesen. Viel zu klein und schmächtig.

    Hallo duuud0,


    ich wünsche dir zunächst viel Spaß hier im Forum.


    Der Jahrgang 2007 müsste in der Saison 2013/14 normalerweise noch in den G-Junioren (also Bambini) spielen.


    In der Saison 2014/15 wären sie dann F-Junioren (jüngererer Jahrgang). Ich denke, dass das in allen Landesverbänden so ist, wobei du nicht angegeben hast, zu welchem Landesverband du deine Frage stellst. Eigentlich ist aus deiner Frage noch nicht einmal zu erkennen, ob es um das DFB-Gebiet geht.


    Also etwas genauere Informationen wirken sich auf die Qualität der Antworten eher positiv aus.


    Vielleicht findet der Jugendleiter euren Jahrgang 2007 für derart überlegen, dass sie im Bambiniturnierbetrieb unterfordert sind. Dann könnte es vielleicht Sinn machen, sie einen Jahrgang höher spielen zu lassen. Aber diese Frage wird dir am besten der Jugendleiter beantworten können.


    Gruß
    Christian

    thomasg:


    Was meinst du mit "Kompromiß"?


    Du meinst, irgendwo zwischen "gar nicht oder 2 Minuten spielen" und "30 Minuten spielen" für alle liegt eben für die untalentierten Beitragszahler der Wert von 20 Minuten?


    Weil die Mannschaft auseinanderbricht, wenn du alle Spieler 30 Minuten spielen lässt? Ganz ehrlich: wenn ich eine Mannschaft trainiere und ein Elternteil meldet sein Kind ab, weil ich gleichmäßig spielen lasse, halte ich das aus. Weil dieses Elternteil sein scheinbar talentiertes Kind ohnehin bei nächster Gelegenheit im anderen Verein spielen lässt, wo vielleicht mit einem Fördertraining unter der Anleitung eines Profivereins geworben wird. Die talentierten Mädchen wirst du auf Dauer ohnehin nicht halten können. Aber wenn dir dann die untalentierten Mädchen weggelaufen sind, kannst du deine Mannschaft abmelden.


    Und wenn mich die Eltern nicht mehr wollen, weil ich die Einsatzzeiten gleichmäßig verteile? Ich werde es überleben. Dann sollen sie mich rausschmeissen.


    Dann suche ich mir einen neuen Verein oder eine neue Mannschaft und stelle mein Konzept vor. Dann sollen sie mich als Trainer verpflichten oder es lassen.


    Aber ich gebe zu, dass die Einführung von gleichen Spielzeiten für alle Spieler in der D-Jugend zu spät ist, wenn man das mehrere Jahre vorher anders gemacht hat.


    Und ich gebe auch zu, dass es sicher Trainer gibt, die manche Mädchen in einem Spiel 2 Minuten einsetzen. Aber für mich wäre der Vergleich zwischen mir und den größten Trainerarschlöchern irgendwie kein echter Vergleich.


    Aber um mal auf das Beispiel mit meinem Sohn zurückzukommen:


    Es ist die 2. Mannschaft in der untersten Spielklasse im Niemandsland der Tabelle. Und mit genau deinem Argument versucht auch mir der Trainer meines Sohnes die Einsatzzeiten zu erklären. Weil die anderen Jungs keine längere Einsatzzeit für meinen Sohn wollen oder die Eltern ihre Kinder aus der Mannschaft abmelden könnten. Aber was machen sie, wenn mal 2 Jungs aus der Mannschaft ausfallen? Dann soll mein Sohn durchspielen? Er, der noch nicht mal eine Halbzeit am Stück gespielt hat? Da neige ich dazu, ihn bei einem solchem Spiel verzichten zu lassen und dann sollen sie gar nicht oder meinetwegen mit 6 Jungs antreten.


    Beim Hallentraining ist es inzwischen so, dass der Trainer im Abschlussspiel die 1. Mannschaft gegen die 2. Mannschaft spielen lässt. Und die Jungs sollen das mit den Wechseln selber regeln. Ich habe das mal beobachtet. Wenn mein Sohn ruft, dass er wieder eingewechselt werden möchte, haben seine Mannschaftskameraden akut auftretende Taubheit. Und wehe, ER verlässt nicht sofort das Spielfeld, wenn ER ausgewechselt werden soll. Er bekommt also inzwischen selbst im Training deutlich geringere Einsatzzeiten. Und der Trainer sieht das und lässt es mal als gruppendynamischen Prozess laufen.


    Also wenn ich meine Mädchen trainiere, teile ich notfalls mehr als zwei Mannschaften ein und mache notfalls ein kleines Turnier. Auf die Idee, im Trainingsspiel mit Auswechselspieler zu arbeiten bin ich noch nicht gekommen. Aber vielleicht fehlt mir da einfach noch die nötige Erfahrung.

    guenter:


    Ich erwarte eigentlich von der C-Breiten-Lizenz, das GERADE DORT die Grundsätze des Kinderfußballs vermittelt werden.


    Es gibt ja drei Teile und der 4. Teil ist die Prüfung. Für die Jahrgänge bis einschließlich D-Junioren benötigst du Teil 1 und 2. Teil 3 ist dann für die Jahrgänge C-Junioren und älter.


    O.k. - meine Erfahrungen mit einer Handvoll C-Lizenz-Trainern (besonders viele gibt es in meinem Verein nicht) lassen erahnen, dass die Grundsätze des Kinderfußballs entweder nicht gelehrt oder schlicht vergessen wurden.


    Ich glaube, dass gerade die Trainer ohne Lizenz das Problem sind. Der aktuelle Trainer meines Sohnes sagte beim Kennenlernen zu mir: "Ich brauche diesen Lizenzkram nicht. Die Übungen finde ich im Internet". Und das ist das Problem. Er macht den 2. Schritt vor dem 1. Schritt. Im ersten Schritt muss er begreifen, wie Kinderfußball idealerweise funktioniert. Und dann kommen die Trainingsübungen mit denen ich die Kinder begeistern kann und in denen sie etwas lernen.


    Und die Frage ist ja, wie die Trainer "Erfolg" definieren. Die meisten Trainer und auch die Eltern zumindest der talentierten Spieler geilen sich an Ergebnissen und Erfolgen auf. Und du benötigst als Trainer eine Menge Rückgrat, wenn du dich über den Spaß der Kinder definierst und dein Ziel darin liegt, alle Kinder mitzunehmen. Dann lässt du nämlich auch mal Punkte liegen und stehst vielleicht im Mittelfeld der 2. Kreisklasse, wo du eigentlich mit deiner Top 7 um den Aufstieg in die 1. Kreisklasse spielen könntest. Und dann kommen deine Trainerkollegen und pampen dich an, weil du den Spieler X hinten spielen lässt und den Spieler Y vorne und den Spieler Z im Tor und den Spieler A dieses Mal nicht eingeladen hast, obwohl der doch mit dem Spieler B so toll harmoniert und die beiden Tore am Fließband schießen.


    Für mich liegt in der C-Breiten-Lizenz zunächst der Wunsch, mich als Trainer zu verbessern. Aber auch, um den Kritikern entgegnen zu können: "Hey Leute, euer Wissen ist von vor 20 Jahren und ich habe mir das jetzt 4 Wochen im Lehrgang angehört und Kinderfußball tickt heute anders als vor 20 Jahren."


    Wenn ich mich jetzt als Vatertrainer hinstelle und versuche, die Grundsätze des Kinderfußballs zu propagieren, darf ich mir in der Mannschaft meines Sohnes vermutlich von den Eltern der sieben fast immer spielenden Spieler anhören, dass doch eigentlich alles gut sei und ich nur enttäuscht bin, dass mein talentbefreiter Sohn nicht zum Einsatz kommt.


    Solange ihre Kinder ihre Einsätze bekommen, sind die Eltern eigentlich immer Fan des Trainers. Und das Verständnis für einen oder zwei Außenseiter ist überschaubar.


    Aber dieser Außenseiter ist vielleicht das verkannte bzw. spät entwickelnde Talent oder der Spieler, auf den man sich in der C-Jugend absolut verlassen kann und der seinem Verein treu bleibt, während die talentierte Granate aus den E-Junioren in die U15 des benachbarten Bundesligavereins wechselt. Dann ist der Außenseiter leider dem Fußball verloren gegangen und der Verein jammert, dass wir jetzt leider mit dem Verein XYZ aus der Nachbarschaft eine JSG gründen müssen, weil wir leider keine eigene Mannschaft mehr zusammen bekommen.

    Hallo guenter,


    steckte eine Menge Frust in meinem Beitrag - zugegeben.


    Aber mein Sohn hat jetzt bereits einen Vereinswechsel hinter sich. Und es hat wirklich NICHTS gebracht. Ich würde sogar sagen, dass es noch schlimmer geworden ist. Ganz ehrlich, wie willst du ein Kind mehr demotivieren, als ihn bei nur einem Einwechselspieler 40 Minuten zusehen zu lassen?


    Erste Halbzeit: komplett draussen.


    Mein Sohn geht weinend an mir vorbei in die Kabine. Ich sage zu ihm: "Beruhige dich, wahrscheinlich spielst du heute das erste Mal eine Halbzeit durch."


    Zweite Halbzeit: erste 10 Minuten draussen. Dann ca. 10 Minuten gespielt (und sogar den Ausgleich zum 4:4 erzielt) und dann 5 Minuten vor Ende wieder raus.


    O.k., ich gebe zu, dass das nun doch 10 Minuten waren und nicht 7 Minuten. Das habe ich mit der Vorsaison verwechselt, wo ihn sein alter Trainer 7 Minuten spielen lassen hat. Aber da hatten die immerhin auch 4 Einwechselspieler.


    Was soll ich mit einem Trainer anfangen, der so agiert? Natürlich findest du nicht ausschließlich solche Trainer. Aber solche Trainer treten gerade im Fußball gehäuft auf.


    Vielleicht ist das ein Problem in unserem Landkreis. Ab U08-Junioren werden Ergebnisse gemeldet und es geht in der U08 um die Qualifikation für Kreisliga bzw. 1. Kreisklasse in der U09.


    In der Halle wird selbst in der U08 mit einem 360er-Futsal gekickt. Sieht "toll" aus, wenn die Lütten gegen die Kugel treten und das Ding bleibt fast liegen. Mein Vorschlag für die nächste Saison: lasst die Lütten gegen Medizinbälle treten. Gibt richtig dicke Beine.


    Ich werde vermutlich im Herbst mit der C-Breitenfußball-Lizenz beginnen und ich habe mich ausdrücklich gegen eine dezentrale Ausbildung in meinem Kreisverband entschieden. Ich habe einfach in meiner Gegend zu viele Trainer erlebt, die eine C-Breiten-Lizenz hier im Kreis gemacht haben und die von Kinderfußball noch nichts gehört zu haben scheinen. Die fordern Erfolge und meckern, wenn ein Trainerkollege es mal wagt, die Jungs auf ungewohnten Positionen spielen zu lassen (Rotation).


    Was ich mit meinem "Großen" anfangen soll, weiß ich noch nicht. Ich habe ihn gefragt, ob er sich auch vorstellen könne, nur zu trainieren und nicht in den Spielen eingesetzt zu werden (so würde das bei seinem aktuellen Verein in der U12 nämlich kommen). Aber er möchte leider auch spielen und so steht sein 2. Vereinswechsel an. Aber das kann es doch nicht sein. Der Junge ist dann 11 Jahre jung und hat dann in seiner 4. Saison seinen 3. Verein. Und wer sagt mir, dass es in seinem 3. Verein besser wird?


    Gruß
    Christian

    Einwechselungen, gleiche Spielzeiten für alle?


    anfangs durften eh nur 11 spielen, dann noch 2 Ersatsspieler.
    manche Jungs waren froh, Ersatzsspieler zu sein, zum Einsatz kommen, wenn sich einer abmeldet.



    Ich habe inzwischen einige Erfahrung mit Fußballtrainern gemacht.


    Sie haben ALLE ihre Topmannschaft und der Rest ist "Gebüsch". Ich habe mit meinem Sohn einiges durch. Er spielt derzeit 7er-Feld E-Junioren älterer Jahrgang. 2. Mannschaft in der 2. Kreisklasse (unterste Spielklasse) mit einer Kadergröße von 9 Spielern. Spieldauer: 2x25 Minuten. Die Krönung war ein Spiel, wo sie mit nur acht Jungs angetreten sind und mein Junge hat ca. 7 Minuten gespielt. In der nächsten Saison wird auf das 9er-Feld gewechselt. Mit 18 Jungs in 7er-Mannschaften kannst du so gerade zwei Teams an den Start schicken. Beim 9er-Feld wird das dann wieder eine Mannschaft. Und mein Sohn ist Nummer 18. Wieviel Einsatzzeit wird er in der Saison 2013/14 bekommen? Ich wette: 0 Minuten.


    Meine Frau war mit Kolleginnen über das Wochenende in ein Ferienhaus verreist. Und dort haben sie über ihre Kinder in unterschiedlichen Mannschaftssportarten gesprochen. Diese knallharte Selektion gibt es nur im Fußball. In anderen Sportarten versucht man, alle Kinder mitzunehmen.


    Den Fußballtrainern in ihrer unglaublichen Arroganz brauchst du mit Grundsätzen vom Kinderfußball nicht kommen. Das interessiert die nicht. Der Trainer meines Sohnes holt vielleicht am Ende Platz 8. Und wenn mein Sohn womöglich mal eine Halbzeit durchspielen darf, wird es vielleicht Platz 9. Wie schrecklich. Mein Sohn spielt jetzt die 3. Saison. Er hat in seiner gesamten "Karriere" noch NIEMALS eine komplette Halbzeit spielen dürfen. Der weiß gar nicht, wie sich das anfühlt. Einen psychischen Schaden wird er wegen der Nichtberücksichtigung wahrscheinlich nicht erleiden. Aber aus Vereinen mit Jahrgangsmannschaften (U10, U11 usw.) werden dann Vereine mit 2 Jahrgängen je Mannschaft (E-Junioren) und dann Jugendspielgemeinschaften. Und dann wird rumgeheult, dass die Kinder nur noch für die Schule lernen (müssen) und Fußball an der Playstation spielen. Selbstkritik bei den Vereinen? Habe ich noch nicht erlebt.


    Ich hoffe, dass mein Sohn dem Fußball und seinen verkackten Erfolgstrainern endlich den Rücken kehrt und sich einer Sportart zuwendet, wo er entweder das nötige Talent mitbringt oder trotz geringem Talent seine Einsatzzeiten bekommt. Ich habe keinen Bock, ihm nach dieser Saison wieder einen neuen Verein zu suchen.


    Frohe Weihnachten.

    Vermutlich darf man bei Turnieren nur dann verbindlich melden, wenn der Modus vorher bekannt ist.


    Es ist ja nicht nur das Problem, dass die Jungs viel Freizeit haben. Freizeit, in der sie viel Blödsinn machen können. Und dann hast du 15 Mannschaften in einer Halle, die viel Blödsinn machen können.


    Ich würde notfalls die 50 € von meinem Taschengeld zahlen und nicht hinfahren. Und nie wieder dort melden.


    Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun.