Beiträge von tobn

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    Also, wenn gerade Deutsche Trainer so super scheinheilig tun, dann ist das, aus Schweizer Sicht, ein absoluter Witz!


    Ich weiß nicht, ob du damit auch mich meinst. Dazu kann ich aber nur sagen, dass ich hier ausschließlich für mich spreche und in keiner Weise für Andere, schon gar nicht für die deutsche Trainerschaft. So verstehe ich auch niemanden hier. Wie kommst du zu dieser Feststellung?

    Hast Recht, ich habe mich da etwas vergaloppiert. Du schriebst ja davon, dass man sich auf dem Platz zwar auf das äußerste bekämpfte, danach aber bester Kumpel war. Ich vermute allerdings, dass dabei dann weniger Provokationen und andere Gemeinheiten auf dem Platz im Spiel waren. Wie gesagt, gegen einen gesunden Körpereinsatz, wie man so schön sagt, hatte ich als Spieler auch nie etwas, ich habe selbst auch mit Begeisterung British Bulldog gespielt und dabei nie eine nennenswerte Verletzung erlebt. Aber fieses Spiel konnte ich noch nie leiden. Und mit einem Gegner, der bewusst und gezielt unsportlich agiert, würde ich kein Bier trinken wollen. Sein Team käme auf die Liste der Vereine, die ich nicht noch mal um ein Freundschaftsspiel bitten würde.

    Stefan70, all das, was du schreibst, ist (aus meiner Sicht) vollkommen richtig. Was die Unsportlichkeiten anbelangt, so gibt es halt eine Grenze, die wahrscheinlich nicht für Alle völlig deckungsgleich ist, aber über die im Großen und Ganzen doch Übereinstimmung herrscht. Den Torwart bspw. durch pure Anwesenheit zu stören, dagegen habe ich nichts. Ihn hingegen fest zu halten, sich in ihn hinein zu schieben oder ihn verbal anzumachen, dagegen schon. Und ich denke, die Mehrzahl Spieler dürften darüber einer Meinung sein, was noch in Ordnung ist und was nicht, vor allem wenn sie, wie günter es gerade versuchte, darüber reflektieren, wie man sich in beiden Seiten der Situation fühlt.


    guenter, ich folge dir gerne in deinen Ausführungen, glaube aber, dass der Wettkampf, wenn er zu den Auswüchsen führt, die du beschreibst, zu verbissen geführt wird, egal, auf welcher Ebene. Jeder Fußballer sollte sich dessen bewusst sein, dass er ein Spiel spielt, dass es dabei um den Spaß bei der Ausübung geht. Natürlich befindet man sich im sportlichen Wettstreit und versucht daher auch zu gewinnen, aber es unterscheidet ja gerade den sportlichen von dem kriegerischen Wettstreit, dass es eben Anstand und Regeln gibt.

    als Spieler, und ich bin wohl hier derjenige, der am längsten regelmässig auf dem Platz stand, habe ich das taktische Foul überhaupt nicht so als die grosse Problematik im Spel empfunden.


    Ich auch nicht, aber aus anderem Grund als du. Bei uns gab es praktisch keine taktischen Fouls. Aber ich habe auch nie im Verein Fußball gespielt, sondern nur bis zum Alter von 13 Jahren in Schulmannschaften auf englisch(sprachig)en Schulen. Da wurde auch nicht körperlos gespielt, aber Unsportlichkeiten gab es so gut wie keine.


    damt aufgewachsen, als Bestandteil im fussball rgenwie akzeptiert. Geärgert, wenn es mich betroffen hat, aber auch ohne allzu schlechtes Gewissen, wenn ich es selber angewendet habe.


    Aber siehst du: du hast dich selbst geärgert, wenn du Opfer von taktischen Fouls warst, hast aber ebenso zu ihnen gegriffen. Verstehe das nicht als Vorwurf, aber wäre es nicht besser gewesen, sie selbst zu unterlassen?


    miir war es lieber, es hat mich einer am Trikot gezogen, als die Beine weggehauen und die ganze Arschbacke war auf und hat die ganze Woche geeitert.


    Nun, es geht hier ja nicht um eine vergleichende Bewertung verschiedener Vergehen. Don Quijote hat einzig und allein zu taktischen Fouls gefragt, das hat nichts mit rohem Spiel oder Blutgrätschen zu tun. Insofern sind solche Vergleiche an dieser Stelle auch wenig hilfreich, wie ich meine.


    als Spieler lernt man damit umzugehen und sich auch zu wehren. Gehört für mich zum Fussball dazu.


    Mir wäre es lieber, es gehörte nicht dazu. Und was das Wehren anbelangt, wie will man das denn machen? Wie willst du dich gegen das Zupfen des Trikots, zumal von hinten, in dieser Situation wehren? Wie willst du dich davor bewahren, dass der Verteidiger das Bein raus stellt, wenn du an ihm vorbei gehst?


    die Frage ist aber doch einzig und allein gewesen, ob ich das als Trainer meinen Kids beibringe.


    Nein, es geht um den Umgang mit dem Thema. Den Spielern taktische Fouls beizubringen ist das eine Extrem. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, z.B. sie zu thematisieren oder zu ignorieren. Und wenn man sie thematisiert, welche Position man seinen Spielern vermittelt. Ich bin ebensowenig Freund des körperlosen Spiels wie du, lehne aber taktische Fouls kategorisch ab, und zwar in jedem Bereich. Ich habe damals (2002) Ballack für sein Foul schon verachtet. Und ständige verbale oder auch durch Berührungen verursachte Provokationen des Gegners finde ich auch unter aller Sau.


    Foulspiel kommt vor, da würde ich kein Fass aufmachen, ob es ein Rempler ist, ein Trikotzupfen oder eben ein ungewolltes Treffen des Gegners.


    Ich sehe da aber einen großen Unterschied darin, ob ein Foul absichtlich oder nicht erfolgte. Absichtliche Fouls verurteile ich aufs Schärfste, versehentliche lassen sich hingegen nicht gänzlich vermeiden. Jedem Spieler ist zu wünschen, dass er in der Lage dazu ist, sowohl seine Mitspieler (und damit meine ich auch diejenigen der 'gegnerischen' Mannschaft) als auch sich vor Verletzungen zu verschonen.


    Nur ist das Regelbuch eben schwammig (welches überhaupt ??).


    Keine Frage. Aber taktische Fouls sind doch praktisch immer ganz deutlich als Fouls erkennbar: Ball ist weg, Gegner ist fast vorbei. Sie sind glücklicherweise häufig nicht sehr verletzungsträchtig, aber andererseits ein mit voller Absicht und bewusst begangener Regelbruch. Und weil du es selbst erwähnt hast: einen Gegenspieler am Trikot zu ziehen oder ihm irgendetwas zu zu flüstern, das ist völlig widernatürlich, das machen Spieler nur, wenn es ihnen gezeigt wurde, wenn auch nicht notwendigerweise vom Trainer.


    Das Einzige was hier wichtig ist, sind VERLETZUNGEN zu vermeiden.


    Nein, es geht um die Sportlichkeit und die Fairness. Um den gegenseitigen Respekt. Um die Ideale des sportlichen Wettstreits.


    Ich denke aber dass es schon noch einen grossen Unterschied zwischen einem taktischen Foul (Torverhinderung im Graubereich der Regelauslegung oder zum bewusst eigenen Vorteil) und z.B. einer Schwalbe, unberechtigte Ballforderung wenn Ball im Aus, etc. gibt.


    Und ich behaupte, dass taktische Fouls sich praktisch nie im von dir genannten Graubereich bewegen. Das können sie schon deshalb nicht, weil der Gegner ja unbedingt gestoppt werden muss, da reicht der Graubereich nicht aus, dazu ist seine Erfolgsaussicht zu ungewiss.


    Ein taktisches Foul passiert immer unter der direkten Beobachtung des Schiedsrichters. Da wird nichts gelogen noch betrogen.


    Es mag sein, dass im eigentlichen Wortsinn weder gelogen (wenn der Foulende seinen Mund hält) noch betrogen wird (s. Wikipedia: "Betrug bezeichnet außerrechtlich allgemein die Vorspiegelung falscher Tatsachen"), aber es wird dennoch bewusst und mit Absicht gegen die Regeln verstoßen, entweder durch übertriebenen Körpereinsatz oder durch unsportliches Verhalten.


    Ach, und wenn deine zu hoch oder falsch stehenden Verteidiger nicht in der Lage sind, mit regelkonformen Mitteln die Stürmer zu stoppen, dann ist es deine Aufgabe, ihnen beizubringen, wie sie es hin bekommen. Das hat nichts mit Mauertaktik zu tun, sondern mit Stellungsspiel unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten sowie derjenigen des Gegners.

    Es handelt sich ja um ein Foulspiel, das eben nicht versteckt geschieht, sondern gepfiffen und geahndet wird, indem ein Freistoß verhängt wird. Es läuft damit doch alles regelgerecht ab. Das ist moralisch vielleicht verwerflich, aber legal völlig in Ordnung. Es wird keine einzige Regel umgangen: Foul -> Freistoß.


    Nein, es läuft nicht alles regelgerecht ab, denn ein Foul ist und bleibt ein Regelbruch. Das Regelwerk sieht dann sogleich die Bestrafung dafür vor, das ändert aber nichts daran, dass ein Regelbruch begangen wurde.

    Das Fußballspiel hat Regeln, deren Einhaltung ich von jedem Spieler erwarte. Jeder, der selbst schon mal Fußball gespielt hat, weiß, dass das bei der Kontaktsportart leider nicht immer funktioniert und unbeabsichtigte Regelverletzungen nicht zu vermeiden sind. Gegen solche Fouls habe ich grundsätzlich nichts, wobei man bei Spielern, die zu Fahrlässigkeit neigen, nach den Ursachen forschen sollte.


    Absichtliche Fouls, und taktische Fouls zählen ja per Definition zu dieser Kategorie, kann ich aber gar nicht leiden. Da geht es ja ganz offensichtlich darum, sich auf unsportliche Art einen Vorteil zu verschaffen, der den Regeln widerspricht. Und das geht gar nicht. Insofern ist Lob für ein taktisches Foul in meinen Augen völlig unangebracht, nicht einmal Anerkennung. Stattdessen liegt die Aufgabe des Trainers darin, seinen Kindern beizubringen, wie sie im Rahmen der Regeln effektiv verteidigen. Dass da mal etwas schief geht, gehört zum 'Berufsrisiko' dazu, damit muss man rechnen und das darf dann auch im Einzelfall nicht so wild sein.

    Sicher, aber im umgekehrten Fall kann ein System mit nur einem Außen und vielen zentralen Spielern, von denen man eine variable Interpretation erwartet, sehr anfällig und chaotisch enden.


    Absolut. Und wie du schon sagst, hängt dabei der Erfolg in der Offensive hauptsächlich von der Spielintelligenz der Spieler ab. Mit fünf offensiven Spielern und einem defensiven Mittelfeldspieler wäre es ja am geschicktesten, sich eine lokale Überzahl zu erspielen. Dazu müssen die Spieler aber in der Lage sein, auf recht engem Raum miteinander zu kombinieren, Lücken zu erkennen und schnell in sie hinein zu stoßen. Dabei sollten sie im Idealfall auch so flexibel agieren, dass sie auch in der Breite frei agieren, um ihren Mitspielern Lücken zu schaffen oder sich frei zu laufen. Für eine D-Jugend ist das aber schon sehr anspruchsvoll. Zumal ja bei Ballverlust alle Spieler möglichst schnell wieder in die Defensivordnung kommen sollten. Es gibt Spieler, die das können, aber viele sind es nicht.


    Ich denke da an die Spieler, die im Kinderbereich schon auf festen Positionen gespielt haben und wöchentlich aufgefordert wurde, ihre Position zu halten, zu passen und bloß nichts kreatives zu machen, was den Mannschaftserfolg beeinträchtigen könnte.


    Diese Kinder werden sicherlich Probleme haben, keine Frage. Ich glaube aber auch, dass eine ganze Reihe von Kindern sich mit dem Positionsspiel schwer tun, selbst wenn sie bis zur D-Jugend flexibel ausgebildet wurden. Ich müsste mal die Probe aufs Exempel machen und wieder ein Team von G- bis D-Jugend begleiten, um das überprüfen zu können. Ich möchte gerne deine Vermutung teilen, dass Spieler, die von Anfang an flexibel ausgebildet wurden und die eine durchgängige Positionsrotation erfahren haben, auch in der D und später noch ihre flexible und, so der Wunsch, intelligente Spielweise in ein etwas strukturierteres Spielsystem mit nehmen. Ich denke auch, dass die Quote deutlich höher sein dürfte als bei 'konventionell' ausgebildeten Spielern, wenn ich das mal als Bezeichnung für das, was du beschreibst, nehmen darf. Aber es wird dennoch eine ganze Reihe von Spielern geben, die dennoch nicht so viel Initiative zeigen, die passiver agieren und eher reagieren, und auch welche, die weniger Spielverständnis aufbringen. Wenn man viele solcher Spieler hat, wie es in einer unteren Mannschaft durchaus der Fall sein könnte, dann wird vermutlich jedes System weniger gut aussehen, ganz egal welches man spielen lässt.


    Nach meinen Einschätzung dürften das mindestens 50%, womöglich sogar 70-80% aller Kinder sein, die seit der G-Jugend im Verein gegen den Ball treten. Eine Mannschaft, die größtenteils mit solchen Kindern spielt, bekommt durch ein relativ statisches System Stabilität, Ordnung und Sicherheit.


    Genau. Und zumindest in der Defensive kann das dann auch ganz ordentlich funktionieren. Nach vorne sind solche Teams andererseits halt eher harmlos.


    Ich habe bei den zwei von mir beobachteten Spielen speziell auf den Moment des Ballbesitzwechsels geachtet. Für mich kann man in diesem Umschaltmoment gute Rückschlüsse auf das Spielverständnis ziehen. Einige Spieler blieben fast ohne erkennbare Reaktion (Position halten), andere sprinteten auf ein scheinbar im Kopf verankertes Ziel (Traineranweisung), die wenigsten analysierten die Situation und zeigten sich in ihrem Handeln flexibel. Umso mehr Spieler, man von letzterer Sorte hast, desto irrelevanter wird die Diskussion um das passende System.


    Gute Beobachtung. Ich denke auch, dass die Momente des Umschaltens sehr viel sagen. Da gibt es das Umschalten in die Defensive, wie von dir angesprochen. Das ist übrigens eine durchaus diffizile Situation, muss ein Spieler doch, um optimal zu handeln, eine Vielzahl von Einflussfaktoren erfassen und bewerten, so viele, dass ich gar nicht erst versuche, sie alle aufzuzählen. Am wichtigsten ist mir in diesem Zusammenhang persönlich übrigens, dass überhaupt auf den Wechsel des Ballbesitzes reagiert wird.


    Das Umschalten nach Ballgewinn finde ich auch sehr interessant. Da gibt es nämlich auch einige verschiedene Reaktionsmöglichkeiten, die ich auch recht aufschlussreich finde.


    Eine konkrete Anordnung habe ich auch gar nicht Kopf. Ich würde mir vielleicht drei variable zentrale Spieler wünschen, die (fast) den ganzen Platz bearbeiten und situativ die Flügel, den Sturm und die Defensive unterstützen. Dazu zwei IV, zwei Außen und ein Stürmer, die die drei Spieler umkreisen und relativ positionsstarr spielen. Problematisch ist dabei natürlich das erwünschte Lernziel des Viererkettenspiels, so dass es wohl auf ein 4-3-1 hinauslaufen. Der Unterschied zu dem 4-3-1, was ich gesehen habe, wäre die abweichende Anordnung bei Ballbesitz. AV höher schieben und die offensiven Außen nicht auf dem Flügel, sondern auf den Halbpositionen.


    Das klingt alles sehr nach dem 'System', das mir auch vorschwebt. Und Martin Hasenpflug, siehe den Link in meinem letzten Beitrag.


    Bei uns wird von 16er zu 16er auf voller Spielfeldbreite gespielt.


    Bei uns, wie gesagt, auch, und es wird vom Kreis ausdrücklich so vorgesehen. Daher ist eine Viererkette i.A. durchaus sinnvoll, um die Spielfeldbreite abdecken zu können. Mit Spielern, die in der Defensive außerodentlich flexibel spielen können, kann eine Dreierkette mit zwei Mittelfeldspielern davor auch funktionieren, die Mittelfeldspieler müssen halt situativ entweder außen doppeln oder die Kette im Zentrum verstärken. Das ist anspruchsvoll und IMHO schwieriger als mit zwei Reihen von Spielern, deren Höhenanordnung zumeist gleich bleibt.


    Am vergangenen Samstag gab es noch ein Beispiel dafür, wie eine Dreierkette auch funktionieren kann: man hat einen zentralen Abwehrspieler, der alleine so gut ist wie zwei andere, vielleicht sogar noch besser. Wir spielten im letzten Rundenspiel gegen den punktgleichen Konkurrenten um die Ananas. Bei uns erreichte kaum ein Spieler Normalform, der Gegner ist in jeder Hinsicht sehr stark, daher ging unsere Niederlage am Ende auch vollkommen in Ordnung. Bei ihm spielte hinten zentral aber auch ein Spieler, der defensiv so stark war, wie ich es bisher noch bei keinem anderen Spieler gesehen habe. Zwar auch ein Jungjahrgang, aber alle übrigen Spieler um mindestens einen Kopf überragend, dabei aber auch schnell, aufmerksam und konzentriert. Unsere Spieler agierten, wie es leider nicht selten ist, nach vorne häufig recht hektisch und mit zu unpräzisen Steilpässen, die er samt und sonders abfing oder erlief. Kein einziges Kopfballduell konnten wir für uns entscheiden. Der Typ war wirklich eine Bank. Und dadurch, dass sie ihn hinten alleine spielen lassen konnten, hatten sie zwei zentrale Mittelfeldspieler, die unseren ZDM vor große Schwierigkeiten stellte. Die Mittelfeldaußen konnten ihm kaum zur Hilfe kommen, weil auch die offensiven Flügelspieler des Gegners sehr spielstark waren, und unsere LA/RA dort gebunden waren. Letztlich sahen wir uns dazu gezwungen, unseren Stürmer ins Mittelfeld zurück zu ziehen, wodurch er uns aber als Anspielstation nach Ballgewinn fehlte. Später, als wir 1:3 zurück lagen, wechselten wir auf 3:2:3, und kamen auch noch zu zwei Chancen, dem standen aber vielleicht ein halbes Dutzend Situationen gegenüber, in denen es bei uns hinten lichterloh brannte.. In diesem Spiel hat am Ende die Mannschaft gewonnen, deren Spieler besser zusammen gespielt haben, die an diesem Tag alle eine Einheit ballsicherer, selbstbewusster und engagierter waren.

    Ich müsste mal ausmessen, welche Maße es bei uns in der Realität sind, aber es wird praktisch überall von 16er zu 16er und über die volle Breite gespielt. Keiner schränkt die Breite gegenüber dem Großfeld ein, das ist vom Kreis auch ausdrücklich so erlaubt.


    Gestern haben wir bei einem Turnier auf dem 7er-Feld D9 spielen müssen, also quer von Großfeldseitenaus zu Großfeldseitenaus, Seitenaus waren die blauen Linien, also von Großfeldmittellinie und Großfeldtorauslinie noch ein paar Meter ab. Das war mal überhaupt nichts, viel zu eng, zumal auch noch mit Abseits. Es wurde ein ziemliches Gewürge, davon kann ich nur abraten...

    Ich blicke ja nun auf ein Jahr D-Jugend zurück, mit einer ambitionierten und durchaus fähigen Truppe, in der aber durchaus noch erkennbare Leistungsinhomogenitäten vorhanden sind. Und so muss ich auch sagen, dass man kein System spielen sollte, mit dem die Mannschaft nicht zurecht kommt.


    Wir haben die meisten unserer Spiele im 4-3-1 bestritten, nachdem wir Ende letzter Saison die ersten paar Testspiele mit dem jetzigen Kader im 3-2-3 probiert hatten. Als Informations- und Inspirationsquellen dienten uns einerseits die Infos des DFB (http://trainermedien.dfb.de/index.php?id=733&tx_ttnews[tt_news]=493&cHash=fec564087184b6bb992abadad8eb01ed), andererseits aber die bereits erwähnten Videos der Münchner Fußballschule sowie die Überlegungen zur D9-Taktik von Martin Hasenpflug (http://www.abwehrkette.de/taktik-d-jugend/). Letztlich fand ich eine Kombination der Überlegungen von Hasenpflug und MFS am schlüssigsten, in einem anderen Thread habe ich das auch schon mal erklärt. In Stichpunkten:

    • Da bei uns i.d.R. über die volle Platzbreite gespielt wird, reichen drei Verteidiger nicht aus, um den Bereich zwischen Außenlinie und langem Pfosten entsprechend dicht zu besetzen.
    • Außenverteidiger sollen offensiv agieren, es sollten aber zwei Verteidiger zwecks Absicherung (und Spielverlagerung) zurück bleiben. Bei drei Verteidigern muss das situativ gehandhabt werden, während mit vier Verteidigern die Außenverteidiger typischerweise jeden Angriff mit gehen können, so lange die Kondition reicht. Meiner Erfahrung nach fällt jungen D-Junioren die Abstimmung untereinander aber noch recht schwer, so dass sich die drei Verteidiger nur selten in die Offensive einbringen.
    • Am gefährlichsten und am Anfang auch noch am häufigsten sind gegnerische Angriffe durch die Mitte. Da tun sich zwei Innenverteidiger deutlich leichter als ein einziger letzter Mann. Außerdem lernen gerade diese beiden Spieler so sehr schnell das Verteidigen zu zweit.


    Hier noch eine URL, die vielleicht interessant ist: http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=260&tx_dfbnews_pi4[cat]=12


    Für schwächere Mannschaften, die Schwierigkeiten beim Umschalten von 4-3-1 in 2-3-3 und umgekehrt haben, könnte aber das 3-3-2 besser sein, gewährleistet es doch, dass in der Defensive der Raum gleichmäßig besetzt ist. Als unsere Mannschaft 3-2-3 spielte, wurde daraus hingegen oft ein 2-1-5, weil sowohl ein Mittelfeldspieler als auch ein Verteidiger mit stürmten, den Weg zurück aber nicht fanden. Das war dann sehr konteranfällig und vorne auch zu eng.


    Neulich haben wir aber gegen einen schwächeren Gegner wieder 3-2-3 gespielt, das sah tatsächlich viel besser aus als früher. Mehr dazu später.


    ich antworte mal als F-Jugend-Trainer und Sofa-Bundestrainer, der kaum Ahnung davon hat, was D-Jugend-Spieler zu leisten imstande sind, aber sich aber schon für die taktischen Analyse des Profi-Fussballs begeistern kann (spielerverlagerung.de :thumbup: ).


    Ich versuche mal, deine Beobachtungen mit eigenen Erfahrungen anzureichern.


    Ich habe mit zuletzt zwei Spiele unserer vereinseigenen D1 und D2 angeschaut. Beide spielen unterklassig, im oberen bzw. unteren MIttelfeld. Beide spielen mit Viererkette. Aufgefallen ist mir zum einen, dass die Viererkette relativ statisch spielt und sich meist darauf beschränkt zu verteidigen und auf einer Linie zu stehen. "Vorne" hat man dann meist Unterzahl und überlässt vieles dem Zufall bzw. Einzelaktionen. Fand ich schade, kann aber - wie gesagt - schlecht beurteilen, was in dem Alter möglich ist.


    Ich kann deine Beobachtungen insoweit bestätigen, dass die statische Viererkette tatsächlich dazu führt, dass der Punch für die Offensive fehlt, weil man da eben, wie du sagst, zwangsläufig in deutlicher Unterzahl agiert. Machen die Außenverteidiger jedoch mit, so baut man viel Druck auf. Es hängt also entscheidend davon ab, wie lauffreudig und spielintelligent die AV agieren. Wenn man in seinen Reihen zu viele Spieler hat, die eher abwartend agieren und nicht so viel Initiative zeigen, ist eine Viererkette wohl eher nicht angeraten.
    Meiner Erfahrung nach brauchen auch gerade die Außenverteidiger viel Aufmerksamkeit des Trainers, um ihre Rolle geeignet ausführen zu können, weil sie eben ständig zwischen offensiver und defensiver Spielweise hin- und herpendeln müssen. Und ihr Laufpensum ist auch nicht zu unterschätzen.


    Zudem ist mir die Sechserposition aufgefallen. Der jeweilige Spieler musste enorm große Räume bespielen, enorm viel laufen, wurde oft überspielt und hat dadurch doch wenig Zugriff aufs Spiel bekommen. Hier hätte ich mir einen zweiten Spieler gewünscht. Hinzu kam mit Sicherheit auch das relativ lineare Verhalten der "Außen", die kaum ins Zentrum gezogen sind (selbst wenn der Ball auf der anderen Seite war).


    Du sagst es: wenn die Mittelfeldaußen ihre Positionen zu offensiv interpretieren, und zu wenig nach hinten helfen, hat es der Sechser unheimlich schwer. Das Problem hatten wir auch, haben es in einem gewissen Maße auch noch. Inzwischen haben wir unsere ZDM aber recht deutlich angewiesen, sich in der Defensive nicht nach außen ziehen zu lassen, sondern eher im Zentrum zu bleiben. Das Doppeln auf der Außenbahn ist Sache des Mittelfeldaußen, verlässt der Sechser seine Position, so entsteht oft ein Loch im brandgefährlichen Raum zentral vor dem Tor. Eine Doppelsechs könnte da helfen, diese Spieler können sich aber auch im Angriff 'auf den Füßen stehen' und in der Defensive zu sehr wie ein einziger Spieler agieren. Als wir, wie ich oben anriss, neulich mal im 3-2-3 spielten, funktionierte es ganz gut, aber da spielten auf der Doppelsechs auch zwei Spieler, die sich sehr gut verstehen.


    Meine persönlichen Schlüße: Wenn Viererkette, dann mit hochgezogenen Außenverteidigern und/oder öfters zentral einrückenden offensiven Außen. Zwei relativ statische Außen pro Seite finde ich bei neun Kindern einfach zu viel, gerade im Bezug auf die Entwicklung des modernen Fussballs.


    Absolut. Und, wie du schon sagst, die Mittelfeldaußen müssen recht flexibel spielen, sie sind keine reinen Flügelspieler. Stattdessen müssen sie lernen, den gemeinsamen Angriff mit dem Außenverteidiger und den weiter innen befindlichen Mitspielern zu suchen.


    Besser fänd ich - zumindest theoretisch - nur mit einem Außen zu spielen, das Zentrum zu stärken und von dort situativ die Außen doppelt zu besetzen, wobei das natürlich eine hohe Laufbereitschaft und Spielintelligenz voraussetzt. Wenn man bis zu E viel rotiert hat, sollte das aber umsetzbar sein.


    Ich mache mal den Schlaumeier: mit hoher Laufbereitschaft und Spielintelligenz spielt sich jedes System leichter und besser. Tatsächlich habe ich auch erlebt, dass die Spieler, die aus meiner alten Truppe kamen, in der viel mehr als in den zwei anderen Mannschaften, aus denen sich unser jetziger Kader rekrutiert, rotiert und in kleinen Teams gespielt worden war, mit der geeigneten Interpretation der verschiedenen Positionen deutlich leichter taten als die anderen, welche bereits ein paar Jahre Spezialisierung hinter sich hatten.


    Aber dein Wunschsystem habe ich noch nicht verstanden. Du schreibst davon, nur mit einem Außen zu spielen und das Zentrum zu stärken. Wie meinst du das? Wäre es mit einem 3-2-3 oder einem 3-4-1 schon getan?


    Aber - wie gesagt - das sind nur die Schlüsse aus zwei beobachteten Spielen, vielleicht ist das gar nicht repräsentativ....


    Das kann auch gut sein, es hängt auch immer vom Gegner und der Tagesform ab, wie gut eine Mannschaft mit einem System klar kommt. Hat der Gegner z.B. starke Flügelspieler, so kommen die eigenen AV in der Offensive natürlich weniger zum Zuge, so dass hauptsächlich MA, ST und ZDM angreifen müssen. Da kann es dann schnell so aussehen, als würde zu wenig über außen angegriffen und als würden nur Entlastungsangriffe gesetzt. Gegen ein starken Gegner, wohlgemerkt. Spielt man gegen schwächere Teams, so kann es aber auch vorkommen, dass die AV nur beim Anstoß in der eigenen Hälfte spielen. Wenn man beurteilen möchte, wie gut das Team und einzelne Spieler mit einem System zurecht kommen, muss man sich mehrere Spiele ansehen. Nicht zuletzt, weil auch die Spieler eine Weile brauchen, um sich zu entwickeln. Und taktisch ist der Schritt vom 7er- zum 9er-Fußball durchaus nicht zu unterschätzen.


    Mann, bist du aber ein Optimist. also den JL, der sich da auskennt muss ich noch kennenlernen. also wenn, dann schon Kreisjugendleiter anrufen.


    Das Problem bei uns ist nur, dass er nur mit Jugendleitern kommunizieren möchte. Wenn man sich als Trainer direkt an ihn wendet, gibt es danach gleich einen Anruf bei der Jugendleitung, in der darum gebeten wird, zukünftig doch die gewünschten Kommunikationswege einzuhalten...

    Einen ähnlichen Fall wie du, guenter, erlebe ich auch gerade. Um es auszuführen, müsste ich aber aus dem Nähkästchen plaudern, was evtl. falsch verstanden würde, also belasse ich es lieber dabei, jedem zu raten, nicht der Versuchung zu erliegen, zu hoch zu melden, sondern im Zweifel lieber tiefer zu fliegen. Das Gegenteil ist schon Ikarus nicht gut bekommen.

    jetzt wirds komplizierter. da greifen jetzt aber bestimmte Sonderregelungen. E-Kresklasse. gibt es da noch was darunter? gibt es da noch was darüber?


    Drunter gibt es nichts mehr, darüber gibt es noch die Kreisliga mit genau einer Gruppe. Konkret gab es zwei Kreisklassengruppen und eine Kreisligagruppe. In der E1 wohlgemerkt. Es gibt auch noch eine E2-Runde, in der es ausschließlich Kreisklassengruppen gibt. Das vor dem Hintergrund, dass bei uns im Kreis ab der E-Jugend jahrgangsgemischte Mannschaften gemeldet werden dürfen. In der F sind die Jahrgänge noch getrennt. Kann ein Verein übrigens nur eine E-Jugendmannschaft melden, so muss sie für die E1-Runde gemeldet werden, auch wenn sie nur aus Jungjahrgängen besteht, so mein Kenntnisstand.


    da es aber in einer F keine höhere Staffeln gibt (soweit mir bekannt) gibt es dort keine höherklassigen Mannschaften.


    Wie es bei uns in der F aussieht, weiß ich auch nicht aus eigener Erfahrung, da hatten wir nur eine Mannschaft gemeldet und haben uns nie Gedanken über das Thema machen müssen.


    Möchte jedoch nicht ausschliessen, dass es Kreisverbände gibt, die das widerum anders auslegen. Es gibt halt in vielen Bereichen des DFB
    keine einheitliche Regelungen.


    Genau, darauf wollte ich nochmals hinweisen. Also ist es üblicherweise am besten, seine Jugendleitung zu fragen.

    Oki da gebe ich euch auch Recht vielleicht sollte man auch mit der Mannschaft antreten mit der man am Ende auch spielt.


    Das würde ich auch sagen.


    Es kann sein wenn die anderen Spieler wegfallen das wir vielleicht nicht das Potezial haben mit zu spielen?


    Davon musst du, meiner Meinung nach, sogar ausgehen.


    Es kann aber auch sein das es genau umgekehrt kommt das genau die Mannschaft zeigt was in Ihnen steckt.


    Das ist aber ziemlich optimistisch gedacht. Ich habe es bisher auch nur selten erlebt. Was ich aber erlebt habe, ist, dass eine Mannschaft, die überfordert war, in einen Abwärtsstrudel geraten ist und am Ende schwächer als die Summe ihrer Einzelteile war. Das habe ich übrigens bereits mehrfach mit bekommen. Und eine Saison, in der man nur auf die Mütze kriegt, macht überhaupt keinen Spaß, das sollte man sich nicht antun, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.


    Meiner Erfahrung nach entwickeln sich Spieler übrigens am besten, wenn sie zwar gefordert, aber nicht permanent und erheblich überfordert werden. Letzteres führt stattdessen schnell zu Resignation und Frustration.


    Ansonsten hat man es sich nicht verdient dort zu spielen der Ansatz wurde von uns nicht durchdacht. Werden das ganze nocheinmal diskutieren Danke für die Tipps


    Gute Idee. Wichtig ist, dass die Spielklasse zur Mannschaft passt. Es ist schließlich auch die Mannschaft, die Spieltag um Spieltag antreten und die Spiele bestreiten muss.


    Ich würde mich diesbezüglich aber erst einmal rückversichern, bei uns ist das nämlich offenbar anders. In der letzten Saison hatten wir zwei E1-Mannschaften gemeldet, diese wurden dann als E1-1 und E1-2 geführt. Und da galt die E1-1 als höhere Mannschaft gemäß der Statute, obwohl beide Mannschaften in der selben Spielklasse, nämlich der Kreisklasse, wenn auch in verschiedenen Gruppen, spielten. Und da galten dann die hier üblichen "Ausleihregularien", d.h. es durfte nur ein Spieler für die E1-2 spielen, der am vorherigen Spieltag für die E1-1 gespielt hatte. Ich habe übrgens nie so ganz verstanden, wie in diesem Zusammenhang mit verschobenen Spielen umgegangen wird, glaube aber, dass die Daten, an denen die Spiele tatsächlich stattfanden, entscheidend waren und nicht die Spieltage gemäß ihrer eigentlich vorgesehenen Reihenfolge.

    ]Jetzt wechsel ich in einen neuen Verein und zu einer neuen Mannschaft. Ich werde eine E-Jugend übernehmen. Für mich bedeutet das, dass ich mir Gedanken über die organisatorische Gestaltung machen muss. Habt ihr einen Plan, den ihr immer abarbeitet oder welche Tipps könnt ihr mir geben? Ich hab mir mal ein paar Gedanken gemacht und es wäre nett, wenn ihr mir darauf antworten könntet!


    Was meinst du mit "Plan"? Elternabend(e) und Mannschaftskasse gehören sicher zu den organisatorischen Aufgaben. Daneben gibt es noch die Verwaltung der Termine, d.h. den Spielbetrieb, zuzüglich noch Freundschaftsspiele und/oder Turniere. Viele Mannschaften veranstalten gerne eine Weihnachtsfeier und eine Feier zum Saisonabschluss. Dazwischen könnte es auch noch gemeinsame Unternehmungen geben. Ganz wichtig im Zusammenhang mit der Organisation ist die Frage der Kader für die Spiele: wie viele Spieler nimmst du mit, wann und wie gibst du den Kader bekannt. Und dann gibt es natürlich noch die Trainingszeiten. Auch noch essenziell: Liste der Spieler mit allen Kontaktdaten.


    ]-Ich finde ein Elternabend ist essenziell, damit die Eltern wissen, mit wem sie es zu tun haben. Was ist ein geeigneter Zeitpunkt für einen Elternabend? Gleich in der ersten Trainigswoche? Oder vielleicht noch vor den Sommerferien?


    Es geht beides, es kommt auf die Situation an. Da du als neuer Trainer einsteigst, könnte es sinnvoll sein, dich noch vor Saisonende vorzustellen, dann lernst du die Eltern deiner Spieler kennen und sie dich. Du kannst erzählen, was du vorhast, sowie die Spielregeln vorstellen. Vielleicht möchtest du ja auch bereits vor Ende der Ferien etwas anbieten, das kannst du dann auch anbringen. Spieltermine wirst du aber noch nicht verkünden können, zumindest bei uns werden die Spielpläne erst kurz vor Ende der Ferien veröffentlicht.


    Du kannst aber auch, gerade wenn in den Ferien nichts passiert, dich einfach bei einem Spiel oder anderen Gelegenheit bei der neuen Mannschaft vorstellen, und dann den Elternabend am Beginn der neuen Saison abhalten. Dann sollte er tatsächlich recht bald stattfinden. Vorteil ist, dass die Spieltermine vermutlich schon fest stehen, Nachteil, dass der Trainingsbetrieb schon begonnen hat und die Information teilweise quasi erst nachgeschoben wird.


    Unabhängig davon, wann du den Elternabend veranstaltest, solltest du versuchen, einen Betreuer zu bekommen, der dir einige organisatorische Aufgaben abnimmt, also z.B. die Kasse und Einteilung von Bewirtung. Bei uns hat die Betreuerin sich sogar größtenteils um die Organisation des Spielbetriebs gekümmert, ich habe ihr 'nur' die Einteilungen übermittelt. Sie hat natürlich aber erst mit mir Rücksprache gehalten, bevor sie uns zu Turnieren angemeldet hat.


    ]-Wie regelt ihr die Geschichte mit der Mannschaftskasse? Was für Beträge sind da angemessen?


    Bei uns wird überhaupt nicht in die Mannschaftskasse eingezahlt. Stattdessen darf gespendet werden, hauptsächlich wird sie aber gefüllt, wenn wir an Spieltagen oder Turnieren bewirten.


    ]-Was ist eine geeignete Kadergröße für eine E-Jugend?


    Bei uns spielt man in der E 6+1, d.h. sechs Feldspieler plus Torhüter, und man darf bei einem Spiel maximal elf Spieler einsetzen. Wir haben zumeist neun oder zehn Spieler mitgenommen, da uns sonst die durchschnittliche Spielzeit zu gering wurde. Eine Kadergröße von elf oder zwölf Spielern stellt da wohl das Optimum dar, da solltest du davor gefeit sein, dass zu viele Spieler aufgrund von Erkrankung oder anderer Veranstaltungen (in der E-Jugend: Kommunion) ausfallen, andererseits müssen pro Spieltag nicht zu viele Kinder aussetzen. Wichtig: verteile sowohl Zahl der Einsätze wie auch Einsatzzeiten möglichst gleichmäßig.


    Viel Spaß!

    Ich pflichte Andre und Fußballbaron insofern bei, dass ich dir nicht empfehlen würde, drei Trainingseinheiten auf die Defensivtaktik für dieses eine Spiel aufzuwenden. Da ist es wohl sinnvoller, Andres Empfehlungen zu folgen und dafür zu sorgen, dass deine B-Mädels, wenn es um sie geht, erstmal individuell abwehrtechnisch fit zu machen und dann, wenn noch Zeit dafür da ist, das Verteidigen zu zweit zu üben. Ansonsten kann ich dein Ansinnen aber durchaus verstehen, ich hatte in der letzte Saison auch zwei Begegnungen gegen den uns haushoch überlegenen Gruppenersten durchzustehen. Und da war die Besinnung auf die Defensive sowohl vom Ergebnis als auch vom Erlebnis her für meine E-Junioren deutlich weniger schlimm als der Versuch, mit zu spielen und dabei dann vorgeführt zu werden.


    Insofern halte ich es nicht unbedingt für verkehrt, in diesem Spiel eine etwas andere Taktik als sonst zu fahren. Dabei würde ich aber nicht ein 4:2 spielen lassen, sondern ein 3:2:1. Dabei sind Abwehr- und Mittelfeldspieler bei gegnerischem Ballbesitz als recht enges M aufgestellt, um dem Gegner das Durchspielen der Mitte nahezu unmöglich zu machen. Die äußeren Abwehrspieler sollten versuchen, Durchbrüche zur Grundlinie zu verhindern, ansonsten stellt man die Mannschaft darauf ein, eher so etwas wie ein Abwehrpressing zu spielen. Dabei habe ich damals bewusst darauf verzichtet, Distanzschüsse oder Flanken aus dem Halbfeld zu verhindern. Distanzschüsse sollte nach Möglichkeit der Torhüter kriegen, bei älteren E-Junioren und Jugendtoren ist das durchaus machbar. Und Kopfballtore sieht man in dieser Altersklasse auch nur sehr selten.


    Der Stürmer sollte sich in diesem Spiel bewusst nicht an der Defensive beteiligen, weil unser Team so tief stand, dass wir sonst nie aus unserer Hälfte heraus gekommen wären. Stattdessen sollten die anderen Spieler ihn nach der Balleroberung suchen -- wenn möglich, mit einem gezielten Pass, anstatt mit einem wilden Befreiungsschlag. Er sollte dann den Ball halten und zusammen mit den zwei Mittelfeldspielern, welche unsere schnellsten und ausdauerndsten Spieler waren, den Entlastungsangriff unternehmen.


    Diese Taktik hat recht gut funktioniert, wir waren zwar weiterhin chancenlos, aber anstatt 2:18 zu verlieren, wie es uns vierzehn Tage zuvor im offenen Spiel ergangen war, blieb es bei 1:9, zur Pause stand es sogar nur 0:2. In keinem anderen Spiel ließ ich das Team so spielen, wir haben den Plan auch erst eine Viertelstunde vor Spielbeginn besprochen (und im Sand auf dem Kunstrasenplatz skizziert). Wir spielten sonst übrigens im 3:3, da ist der Übergang zum 3:2:1 nicht sehr schwer, vor allem, wenn man vorne in der Mitte einen Spieler hat, der ohnehin lieber vorne bleibt als mit nach hinten zu kommen und diesen von sehr emsigen und spielintelligenten Nebenleuten flankieren kann.