Wie sollten sie dies aber auch schaffen ?
Schon richtig, ich schrieb ja auch, dass die Stützpunkttrainer ein ganz schönes Pensum hätten, wenn sie jede Mannschaft im Kreis sichten wollten. Der hiesige Stützpunkt soll die Mannschaften von 47 Vereinen sichten. In der D-Jugend gibt es da 67 Teams im Spielbetrieb, von der D7-Kreisklasse bis zur Gruppenliga, mit, falls ich mich nicht verrechnet habe, insgesamt 708 Spielen in der gesamten Saison. Sicher geht niemand davon aus, dass jedes Spiel gesichtet wird, aber selbst das Ziel, jede Mannschaft mindestens einmal zu sehen, ist schon ziemlich anspruchsvoll.. Ich denke schon, dass es ginge, aber man müsste da schon Planungsaufwand und Engagement hinein stecken..
Tatsächlich habe ich aber von unserem Stützpunkt bisher ein einziges mal einen Trainer bei einem unserer Spiele gesehen, und zwar, als die nominell zwei stärksten Teams des Kreises, d.h. die zwei bestplatzierten Gruppenligisten, aufeinander trafen. Und selbst da wurde nur der Heimtrainer angesprochen und auch nur, um den Spielbericht zu verlangen. Das wars. In der letzten Saison spielte unser Team in der Tabellenspitze der D2-Kreisklasse, das ist die einzige Spielklasse für zweite, eher jahrgangsjüngere Mannschaften. Ich habe in der gesamten Saison kein einziges mal einen Stützpunkttrainer wahrgenommen, weder mein Mit-Trainer noch ich wurden jemals von einem von ihnen angesprochen. Demgegenüber kamen in dieser Saison bereits bei zwei Spielen jeweils ein Trainer des Nachbarstützpunkts auf uns zu, stellten sich vor und hoben ein paar Spieler hervor, bevor sie um den Spielbericht baten. Es scheint mir schon Unterschiede beim Engagement bezüglich der Sichtung zwischen den Stützpunkten zu geben.
Für mich einer der größten Schwachpunkte im Fördersystem. Die Sichtung und noch weiter gefasst, die längerfristige Spielerbeobachtung.
Ja, dazu bräuchte man mehr Leute, keine Frage. Aber bereits im bestehenden System ist noch Luft nach oben drin, zumindest bei einigen Stützpunkten.
Ich habe das beste Beispiel unmittelbar miterlebt. Sichtung meiner damaligen Truppe beim Sparkassencup.
Den Sparkassen-Cup gibt es bei uns ja nicht, stattdessen läuft es so, dass es einen Sichtungstermin am Stützpunkt am Ende der E-Jugend gibt, zu dem die Vereinstrainer mit den Spielern kommen sollen, die sie für geeignet halten. Die Spieler der E-Auswahl, die Hallenkreismeister, vielleicht auch noch die E-Kreisligameister, werden explizit dorthin eingeladen. Wie der Ablauf dann genau ist, weiß ich nicht, aber es wird in mehreren Runden gesiebt. Bei dieser Aktion komplett durchs Raster fallen aber Spieler, deren Trainer den Termin nicht haben wahrnehmen können oder wollen, z.B. weil sie nicht von ihm erfahren haben. Denn er findet zwar jedes Jahr statt, aber ich weiß von einigen Fällen, in denen diese Information nicht von der Jugendleitung an die Trainer übermittelt wurde, und diese die auch ziemlich unauffällige Ankündigung auf der Webseite des Kreises übersahen oder nicht verstanden.
Die Information über das Talentförderprogramm und die Kommunikation zwischen Stützpunkt- und Vereinstrainern ist, zumindest was unsere Gegend anbelangt, durchaus noch ausbaufähig.. Positiv finde ich allerdings, dass der Stützpunktkoordinator in seiner Antwort an mich zum Ausdruck brachte, dass es gewünscht ist, dass die Vereinstrainer aus ihrer Sicht geeinete Spieler den Stützpunkttrainern vorschlagen, sowie, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen beiden Gruppen herrschen sollte. Dieser Hinweis ist gerade bei uns im Kreis wichtig, da eine Kommunikationskultur ansonsten eher weniger besteht und auch nicht gerade gefördert wird..
Dein Beispiel kann ich gut nachvollziehen, es zeigt das in diesem Forum auch schon öfters bemängelte Problem der Sichtung am einem bestimmten Stichtag auf. Gerade TW-Trainer hat sich dazu ja schon ausgiebig geäußert. Hat ein Spieler an einem solchen Tag einen eher schlechten erwischt, warum auch immer, so fällt er durchs Raster. Und außerdem fällt ein Spieler nicht auf, der zwar noch nicht so weit ist, wie einige andere, sich aber stark entwickelt hat. Um dem entgegen zu wirken, müsste man mehrere Sichtungstermine durchführen, das würde, so meine ich, auch den Druck etwas reduzieren.
Nach meinem Geschmack zu viel Unwägbarkeiten. Personell müsste in der ersten Förderstufe das Programm so aufgestellt sein, dass zwei Trainer ( einer pro Jahrgang ) den Trainingsbetrieb machen und einer sich nur um fortwährende Spielersichtung kümmert. Meines Erachtens sollte der DFB hier mehr Gewichtung drauf legen.
Ich weiß nicht, wie die Bezahlung der Stützpunttrainer aussieht, und mit wie vielen Stunden Arbeit pro Woche kalkuliert wird. Sie müssen ja ein Training pro Woche planen und durchführen, daneben würde ich ihnen nochmal soviel Zeit, wie das erfordert, für sonstige Tätigkeiten wie Fortbildung, Tagungen, Kommunikation mit anderen Stützpunkttrainern und dem Koordinator, gelegentliche Funktionsspieltage und Turniere zubilligen. Da denke ich eigentlich schon, dass es möglich sein könnte, pro Wochenende ein Spiel zu sichten. Es ist eigentlich nicht meine Art, von anderen viel zu verlangen, aber ich finde auch, dass man, wenn man eine Aufgabe übernimmt, sie ordentlich machen sollte.. Und mir scheint es diesbezüglich Licht wie Schatten zu geben..