Beiträge von tobn

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    Man sieht aber auch, wieviel Arbeit das ist, solche umfangreichen Tabellen fortlaufend zu pflegen.


    Genau. Und da stellt sich dann, zumindest im Kinder- und Breitensportbereich die Frage, wozu die ganzen Daten wirklich gut sind. Es fängt bei der Erhebung an? Benutzt man da objektive Tests oder einen subjektiven Eindruck? Wenn Tests, wie oft führt man sie durch, wie begegnet man dem Problem, dass einige Kinder in der "Prüfungssituation" unerwartet gut oder schlecht abschneiden? Wie wertet man die Daten aus, welche Schlüsse zieht man aus ihnen, wozu verwendet man sie?


    Ich denke, dass im Breitensport ein Trainer, der bei allen seinen Kids genau hin guckt, der sie mit der Zeit in ihrer Persönlichkeit kennen lernt, auch ohne Datenerhebung einschätzen kann, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und wie sie sich entwickeln. Ein neuer Trainer wird sich auch nur selten oder nur sehr eingeschränkt auf das Zahlenmaterial seines Vorgängers verlassen. Viel mehr traut er doch dem Eindruck, den er sich persönlich macht.


    Einen Nutzen kann ich eigentlich nur dort erkennen, wo es um die Selektion geht, sei es um die Einteilung in mehrere, nach Leistung gestrennten Mannschaften, oder um die Frage, wer im LZ bleiben oder dazu kommen darf und wer gehen muss oder abgewiesen wird.

    es gibt ja die Spielform mit Endzonen ohne Tore.


    Wie schon DaddlnZocken sagte, dazu gibt es viele Varianten. Typischerweise ist ihr Ziel die Förderung des Kombinations- oder Positionsspiels.


    Hier z.B. eine Beschreibung:
    6 gegen 6 OHNE TORE aber mit jeweils einem Spieler hinter der Grundlinie in einem 4 Meter breiten Korridor. Dieser muss einen Pass zu einem anderen seiner Mitspieler zurückspielen als er ihn bekam, dann zählt das als „Tor“ (5 sind folglich im Feld, einer hinter der Grundlinie, nach jedem Tor wechselt der Grundlinienspieler.


    Mir ist nicht klar, wie es nach einem "Torerfolg" weiter geht. Spielt der Endzonenspieler dem eigenen Team (die Zonenspieler sind also einem Team zugeordnet) oder spielt nach einem "Torerfolg" der Endzonenspieler der anderen Mannschaft?


    Das bleibt dir überlassen. Wenn du möchtest, dass es quasi von vorne los geht, also so ähnlich wie der Anstoß nach einem Tor im 'richtigen' Spiel, so sollte der Zonenspieler einem Spieler der anderen Mannschaft den Ball zuspielen. Mehr Druck für beide Parteien erzeugst du, wenn der Zonenspieler zu einem Mitspieler zurück spielen muss und das Spiel direkt weiter geht. Dann allerdings sollte, da ja das Kombinationsspiel typischerweise Ziel der Spielform ist, nicht direkt zum Zonenspieler zurück gepasst werden. Man könnte sich vorstellen, dass die Mannschaft erst einmal über die Mittellinie zurück spielen muss, bevor sie den nächsten Angriff starten darf. Oder du postierst in beiden Endzonen jeweils einen Spieler jeder Mannschaft und das Team, das den Zonenspieler angespielt hat, muss als nächstes den Zonenspieler auf der anderen Seite anspielen. Ihre Gegner müssen die andere Zone anvisieren. D.h. wenn einmal ein Zonenspieler angespielt wurde, so ergibt sich daraus, wo beide Teams anschließend ihr 'Tor' erzielen müssen. Klingt im ersten Moment kompliziert, ist sicherlich auch nicht für alle Spieler leicht, fördert aber die geistige Flexibilität, ich würde das in einer D-Jugend machen, vielleicht auch schon in der E mal ausprobieren.


    Weitere Variationsmöglichkeit: es ist erst dann ein Tor, wenn der Zonenspieler zu einem Mitspieler zurück gespielt hat. Weitere Erschwernis: Passempfänger des Zonenspielers darf nicht der vorherige Passgeber sein.


    Je nach weiteren Zielen sind weitere Varianten möglich. Um welche Altersklasse geht es dir und was sind deine Ziele?

    Zu den Mädchen habe ich eben gar nichts mehr gesagt. Es passt auch eigentlich nicht in diesen Thread, ich denke, ich werde dazu in hoffentlich naher Zukunft einen neuen aufmachen.

    AKjfv, bestehende Zustände sind nicht in jedem Fall zur Legitimation des eigenen Handelns geeignet, wenn dies von anderen Personen als nicht altersgerecht betrachtet wird. Du hast zwar völlig Recht, dass einem einige Dinge, welche die Landesverbände tun, als nicht sonderlich passend zu andernorts gemachten Aussagen erscheinen. Wenn man genauer hin sieht, stellt man bisweilen aber fest, dass es keine Diskrepanz gibt oder sie zumindest doch nicht so groß ist, wie man zunächst meinte. Über den Mädchenbereich kann ich leider nicht viel sagen, obwohl er mich durchaus interessieren würde, dazu aber lieber später mehr. Aber z.B. ist es so, dass es im Bereich der Auswahlen schon ein Konzept gibt. Da gibt es in der E-Jugend erstmals Kreisauswahlen, in der D-Jugend dann die DFB-Stützpunkte (und eigentlich keine Kreisauswahlen mehr, auch wenn z.B. unser Kreis sie wieder eingeführt hat, sich dabei aber ausdrücklich dem Stützpunkt unterordnet), welche ihre Fördermaßnahmen bis zum Ende der C-Jugend fortsetzen. Gegen Ende der D-Jugend wird aus dem Kreis der Stützpunktspieler einer Region dann wohl eine Regionalauswahl gebildet, und ab einer gewissen Altersstufe gibt es dann eine Landesauswahl, deren Spieler, so meine Vermutung, aus den Regionalauswahlen und den Nachwuchsleistungszentren gebildet werden. Tatsächlich überwiegen dabei, so mein Eindruck, die NLZ-Spieler ziemlich deutlich, wenn man sich die Hessenauswahlen ansieht, liest man da relativ häufig die Namen der Proficlubs. Tja, und aus den Landesauswahlen werden dann wohl die Jugendnationalmannschaften gebildet, da geht es, wenn ich mich nicht täusche, mit der U17 los.


    Nach diesem Diskurs möchte ich aber zu deiner Beobachtung zurück kommen, dass es scheinbar Diskrepanzen zwischen dem gibt, was die Verbände sagen und dem, was sie tun. Ja, davon gibt es genug. Das hat mehrere Gründe, von denen einige sind:

    • Viele Fußballer sind eher konservativ. Auf dem hessenweiten Tag der Qualifizierung vor drei, vier Jahren fragte ein Referent uns Teilnehmer mal im Scherz, ob wir wüssten, was noch härter als Beton sei. Antwort war: der Kopf eines Fußballers, wobei er damit die geistige Felixibilität meinte. Sowohl in den Verbänden als auch den Kreisen und den Vereinen ist der Ansatz, man habe es schon immer so gemacht und es habe einem selbst nicht geschadet, unheimlich verbreitet. Veränderungen verursachen Mühe und Arbeit, man muss sich umstellen, und wenn man dazu keine Notwendigkeit sieht, gibt es dazu auch keine Motivation.
    • Änderungen brauchen ihre Zeit. Es muss erst einmal fest gestellt werden, dass ein Missstand besteht, dass man etwas besser machen könnte. Dann muss man sich überlegen, wie man es besser machen könnte und wie man die Verbesserung praktisch umsetzen kann, ohne Kreise und Vereine zu überfordern. Man wird sich in den Verbänden sicher auch überlegen, auf wieviel Gegenwind einige Änderungswünsche stoßen werden und solche, die erkennbar auf Widerstand stoßen werden, erst einmal zurück stellen, um ihre Einführung gründlicher vorzubereiten. Außerdem kann man den Kreisen und Verbänden nicht alle paar Wochen mit neuen Veränderungen kommen, tatsächlich ist der höchstmögliche Takt eine Saison.
    • Es gibt leider auch Unterschiede in den Ansichten und dem Engagement der Mitarbeiter auf Verbands-, Kreis- und Vereinsebene. Das Potenzial für Reibungsverluste und Widerstände ist nicht unerheblich.
    • Zuletzt ist es noch so, dass der DFB den Landesverbänden nur Vorschläge machen kann, aber keine Vorschriften. Ab der Ebene der Landesverbände nach unten ist dies dann möglich. Allerdings werden sowohl LV als auch Kreise abwägen, wie autoritär sie mit ihren Subjekten umgehen wollen. Schließlich sind sie fast alle ehrenamtlich, d.h. freiwillig und überwiegend unentgeltlich tätig.


    Zu deiner konkreten Anmerkung zu den Mannschaftsstärken. Ja, in Hessen wird von G bis E in Siebenermannschaften gespielt. Das ist aber eigentlich suboptimal, zumindest meiner Ansicht nach. Ich würde da eine Reform begrüßen, hier im Forum wurde auch schon der Vorschlag gemacht, stattdessen mit vier Spielern pro Team zu spielen und dabei die Vereinskader in entsprechend viele Teams aufzuteilen. Ich favorisiere die Variante, dass man auf zwei Feldern spielt, welche in Maßen und Aufteilung dem Minifußball von Horst Wein entsprechen. In einem würde ich dann auch mit Minitoren Minifußball spielen, im anderen mit Jugendtoren und (nach Minifußballregeln rotierendem) Torhüter spielen. Einfach ein Turnier, in dem jede Mannschaft gegen jede andere auf beiden Feldern spielt, Spielzeit pro Spiel zwischen acht und fünfzehn Minuten. Ich kann nur empfehlen, im eigenen F-Juniorentraining Spielen in kleineren Mannschaften als den des offiziellen Spielbetriebs den Vorzug zu geben. Die Kinder haben einfach viel mehr davon.


    Ob das mal kommt, ich weiß es nicht. Immerhin kommt jetzt die Fair-Play-Liga, das ist schon mal ein sehr zu begrüßender, progressiver Schritt.

    Annie, ich denke nicht, dass Ihr irgendetwas falsch macht, mehr würde ich auch nicht tun. Wenn die Eltern dann nicht so mitziehen, wie Ihr Euch das wünscht, müsst Ihr das halt zähneknirschend akzeptieren und auf Veranstaltungen verzichten, bei denen die Unterstützung der Eltern in nennenswertem Umfang benötigt wird. Ein gewisses Minimum an Engagement muss und darf man meiner Meinung nach abverlangen, also z.B. Unterstützung bei dem einen Turnier pro Saison, das man selbst ausrichtet. Und weitere Aktivitäten lässt man bleiben und tut halt in dieser Hinsicht nur das nötigste, kündigt das aber unter der Mitteilung großen Bedauerns auch an. Vor diesem Schritt würde ich mich an Eurer Stelle aber erst einmal für die Unterstützung beim Turnier bedanken, aber auch auf die Schwierigkeiten bei der Einteilung der Dienste eingehen. Dabei würde ich versuchen, um Verständnis für Euer Vorgehen zu werben und möglichst wenig Vorwürfe verteilen, was nämlich schnell zu Trotzreaktionen führt und auch rasch nach beleidigter Leberwurst klingt. Dann würde ich der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass es beim nächsten mal runder läuft. Und man kann anbieten, das Thema beim nächsten Elternabend aufzugreifen, falls der Wunsch dazu besteht. Da kann man es dann besprechen.


    Man muss halt für jede Mannschaft den richtigen Punkt finden. Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Trainings sind für das Klima gut, andererseits müssen dazu alle Beteiligten Zeit, Mühe und auch in einem gewissen Umfang Geld dafür aufbringen. Man muss als Trainer dazu bereit sein, die zugehörige Kosten-Nutzen-Betrachtung auch mal aus dem Blickwinkel der Eltern anzustellen, und sich dann ggf. mit weniger zufrieden geben, als man selbst gerne hätte. Soll heißen: man sollte die Eltern verstehen, wenn sie meinen, man müsse nicht fünf Turniere im Jahr ausrichten oder zehn mal die Bewirtung an Spieltagen übernehmen, auch wenn das für die Mannschaftskasse sicher großartig wäre. Da würden vielleicht auch zwei Turniere und drei Bewirtungen reichen.


    Und ansonsten ist es wohl auch durchaus normal, dass das Engagement der Eltern mit zunehmendem Alter der Jugendlichen abnimmt. Dafür können ja aber die Jugendlichen selbst sich stärker einbringen. Ich finde z.B., dass bereits die Mannschaft meines Sohnes (D-Junioren) die reine Durchführung einer Spieltagsbewirtung ziemlich alleine hin bekommen, also den Thekendienst. Ich würde einen Erwachsenen dazu stellen, an den sie sich mit Fragen wenden können, aber Getränke ausschenken, Kuchen und Brezeln verkaufen, Geld einnehmen und Wechselgeld heraus geben, das kriegen die Kids selbst hin. An den Grill würde ich sie nicht lassen.

    Annie, das ist leider keine Seltenheit. Meiner Ansicht bleibt einem dabei nichts anderes übrig, als am Elternabend darauf hinzuweisen, dass man diese Turniere nun mal veranstaltet, dass man das macht, damit die Kinder ihren Spaß haben, und dass dabei dann die Unterstützung der Eltern ganz einfach benötigt wird. Man kann dann ja ruhig auch sagen, dass sich beim letzten Aufruf von 25 Elternpaaren nur drei gemeldet haben und dann die Rechnung aufmachen, wie lange diese Dienst schieben müssen, wenn sie alleine bleiben, wie lange andererseits bei einer Beteiligung von 20 Parteien jeder dran ist. Das sollte einleuchtend sein. Und beim nächsten mal würde ich sagen, dass es eine Liste gibt und dass die Termine nach dem Prinzip "First Come, First Served" vergeben werden, bis ein bestimmtes Stichdatum erreicht ist, und dass dann die noch unbesetzten Dienste zugewiesen werden, und zwar da priorisiert an diejenigen, die beim letzten mal keinen Dienst übernommen haben. Wer weiß, dass er verhindert ist, möge sich melden. Und wer nach der Einteilung seinen Dienst tauschen will, möge sich mit den anderen Diensthabenden direkt in Verbindung setzen und anschließend denjenigen informieren, der den Plan verwaltet, der also quasi für die Organisation der Bewirtung zuständig zeichnet. Ich würde übrigens vorschlagen, dass das ein Elternteil macht und nicht der Trainer. Und dieses Elternteil sollte diese Aufgabe als Dienst anerkannt bekommen und selbst am Turnier ruhig nur diese organisatorische Aufgabe übernehmen, es sei denn, es steht selbst gerne hinter der Theke.


    Allgemein steigt die Bereitschaft, sich zu beteiligen, wenn die Stimmung gut ist und wenn die Elternschaft sich gut versteht. Daher ist es nicht ungeschickt, auch neben den Elternabenden ein oder zwei mal in der Saison etwas gemeinsam zu unternehmen, z.B. ein Eltern-und-Kinder-Kicken oder einen Grillabend (oder beides hintereinander). Und wenn Trainer und Betreuer sich engagieren und viel gutes tun, dürfen sie auch ruhig darüber reden bzw. die Eltern darüber, was sie alles tun auf dem laufenden halten. Denn wenn diese merken, dass Trainer und Betreuer viel für ihre Kinder tun, so sind sie auch eher dazu bereit, ihren Teil beizutragen. Andererseits sollte man es auch nicht übertreiben und berücksichtigen, dass nicht alle Eltern die eigene Faszination für den Fußball oder die Begeisterung für das Vereinsleben teilen. Außerdem haben sicherlich einige auch andere Kinder, um deren Belange sie sich auch kümmern müssen. Soll heißen, dass ich von den Eltern von fünf Kindern auch etwas weniger verlangen würde bzw. mehr Verständnis aufbringen würde, wenn sie mir häufiger absagen, als von den Eltern von Einzelkindern.

    (forts.)


    Und wenn es nur ein C-Jugendlicher mit einer Pfeife ist.


    Ab E-Jugend sind diese ja als Spielleiter in der FPL wieder vorgesehen. Da haben dann die Kids auch mindestens zwei Jahre lang eigenverantwortlich entschieden und können so den Spielleiter entlasten. Und Eltern und Trainer sind es mittlerweile auch gewohnt, keinen Einfluss aufs Spiel zu nehmen, so dass der Jungschiedsrichter ein viel entspannteres Umfeld vorfindet als es dies ohne FPL häufig der Fall ist. Ich schwöre Stein und Bein, dass gerade Jungschiedsrichter mit krakeelenden Eltern und Trainern am ehesten überfordert sind, dass sie sich durch das ständige Reingeblöke von der Außenlinie schnell verunsichern und beeinflussen lassen. Das führt dann leider schnell dazu, dass die andere Seite nachzieht und sich die Sache nach und nach immer weiter aufschaukelt. Es ist doch gerade Ziel der FPL, diese Auswüchse im Keim zu ersticken.


    Kennst du eigentlich die Altersklassen der G- bis E-Junioren, hast du da eigene Erfahrungen? Mir kommt es nämlich so vor, als hieltest du dich im älteren Jugendbereich oder vielleixht sogar bei den Senioren auf. Das ist eine ganz andere Welt.


    Selbstverständlich gibt es wieder Ausnahmen von wegen parteiischer Schiedsrichter, Vater, was weiß ich.


    Der Vater oder Opa als Schiri ist bei uns bis zum Ende der E-Jugend die absolute Regel, und nicht die Ausnahme. Erst ab der D-Jugend pfeifen lizenzierte Schiedsrichter.


    Aber das habe ich in meiner eigenen Karriere wirklich sehr selten gesehen, das wird meiner Meinung nach immer etwas hochgeschaukelt, weil einfach oft der Schiri schuld sein soll.


    Wenn Väter pfeifen, was, wie gesagt, die Regel ist, so kann man oft eine gewisse Parteinahme erkennen. Glücklicherweise wirkt sie sich selten entscheidend aus, die meisten Väter versuchen ja auch, unparteiisch zu sein. Aber es gelingt ihnen halt oft nicht ganz. Das ist in diesen Fällen auch selten ein Problem, außer bei besonders, ich bin geneigt zu sagen überempfindlichen Trainern oder Eltern. Übrigens sind diese oft gleichzeitig auch sehr ehrgeizig...


    Deinen Link habe ich selbstverständlicherweise gelesen. Aber nur, weil es dort steht, muss es ja nicht so sein.


    Weil was dort steht muss was nicht so sein? Das Gebrülle am Spielfeldrand bei F-Juniorenspielen? Die massive und unqualifizierte Kritik an Schiedsrichtern in den jüngsten Altersklassen? Das ist Realität. Natürlich nicht bei jedem Spiel, Gott sei dank, aber doch bei viel zu vielen. Nimm mal die Karikaturen zur FPL und gehe dann zu Eltern und Trainern von F- und E-Junioren. Du wirst von sehr vielen hören, dass sie das auch schon selbst erlebt haben.


    Für mich liegen die Gründe nicht daran. Viele Mannschaften werden von Personen betreut, die vielleicht ihre eigene Erfolgslosigkeit über die Mannschaft kompensieren müssen. Dazu kommen Eltern, denen es ähnlich geht.


    Es mag sie geben, ihre Erfolglosigkeit ist aber nicht das Problem. Das Problem ist, dass viele im Kinderfußball einfach die falschen Ziele verfolgen. Schaue dir bitte doch mal den Flyer des HFV zur Einführung der FPL bei den G- und F-Junioren in Hessen an: http://www.hfv-online.de/filea…19_11_2013_Endfassung.pdf. Darin findest du die Regeln der FPL, die sehr gelungenen Karikaturen dazu, sowie am Ende die Ziele der FPL sowie einen Vergleich von Erwachsenen- und Kinderfußballs, wie er die Meinung des DFB sowie allen Landesverbänden wiedergibt.


    Wenn du danach weiter spekulieren möchtest, das sei ja alles erstunken und erlogen und die wahren Gründe lägen ganz woanders, von mir aus, sei es drum, ich werde nicht mehr versuchen, dich vom Gegenteil zu überzeugen. Aber das geht dann aus meiner Sicht in den Bereich der Verschwörungstheorien.


    [...] das Problem ist eine Art falscher Ehrgeiz, den es aber schon lange gibt. Ich habe schon Eltern gesehen, die ihre weinenden Kinder wieder aufs Feld geschickt haben, DAS ist das Problem, nicht irgendein Fairplay-Gedöns. Die Kinder haben doch, wie du selbst sagt, ein ausgeprägtes Gefühl für Fairness und respektvollem Umgang miteinander, die Erwachsenen herum zerstören es.


    Danke, du sagst es. Deshalb gibt es ja auch die Fair-Play-Liga, um die Erwachsenen wieder aus dem Kinderfußball heraus zu bekommen.



    Das finde ich fast schon den interessantesten Satz aus den ganzen 30.000 Zeichen. Das signalisiert nämlich ganz klar deine Einstellung, die leider eine ist, die ich überhaupt nicht verstehen kann. Vielleicht fehlt mir da ein bisschen Feingefühl, aber ich denke, man kann sich durchaus mit diesem Lied feiern lassen, wenn man ein Spiel gewonnen hat.


    Sich feiern lassen und sich selbst feiern sind aber zwei unterschiedliche Dinge.


    Die Gegner wissen doch so oder so, dass sie verloren haben [...]


    Und ich weiß doch auch so oder so, dass ich gewonnen habe. Habe ich da hämische Gesänge noch nötig?


    [...] und irgendwo sind es auch immer noch Gegner, denen man unter die Nase reiben will, dass man besser war. Das treibt an, das motiviert.


    Nein, jemandem unter die Nase zu reiben, dass man besser ist als er, ist einfach nur asozial, im reinen Wortsinn. Ansonsten habe ich überhaupt nichts dagegen, dass man sich über seinen Erfolg freut, im Gegenteil. Aber ich freue mich dabei über meinen Erfolg, nicht über den Misserfolg des Gegners. Das eine ist Freude, das andere Schadenfreude. Freude ist gut, Schadenfreude nicht.


    Man müsste ja praktisch auf Tormusik verbieten, weil man einen Treffer feiert. Soll man sich lieber dafür entschuldigen, dass man gerade "böse" war?


    Nein, du gehst hier von Annahmen aus, die nicht zutreffen.


    Womit wir wirklich beim "Gruppenkuscheln" wären, das wir aus dem Titel kennen. Der Begriff trifft es wohl am besten und Fußball ist nun mal Wettkampf und keine Wohlfühloase.


    Nein, da deine Schlussfolgerungen falsch waren, hat hier auch nichts etwas mit Gruppenkuscheln zu tun. Ohnehin halte ich von diesem und anderen Schlagworten, wie z.B. der Wohlfühloase, im Rahmen einer Diskussion nichts, wenn man sie denn mit dem Ziel führt, ein gemeinsames Verständnis zu erzielen. Wenn natürlich der Meinungsaustausch, wie TW-Trainer so gerne immer mal wieder anbringt, darin liegen soll, dass der Gesprächspartner seine Meinung gegen die eigene austauscht, so mögen sie hingegen zweckdienlich erscheinen.

    (forts.)



    Genau das sehe ich wieder komplett anders. Sie hat in dieser Situation vielleicht moralisch falsch gehandelt, aber mein Gott sie ist elf Jahre alt.


    Eben. Sie ist erst elf, sie stand unter Druck, da war es für sie der einfachste Ausweg. Aber sie hat bewusst gelogen und damit im Spiel betrogen. Sie hatte ganz offensichtlich ein schlechtes Gewissen, deshalb hat sie dir ja auch nach dem Spiel die Lüge gebeichtet, sie hat damit ihr Gewissen entlastet, sie möchte von dir wissen, wie sie hätte handeln sollen.


    Sie hat schnell geschaltet und für ihr Team das Beste getan. Alles andere wäre für mich der Dolch im Rücken ihres eigenen Teams gewesen, das setzt die Kinder doch unter Druck.


    Siehst du, und genau hier offenbarst du, dass dir die Interessen deines Teams, welche gleichzusetzen sind mit deinen eigenen Interessen, wichtiger sind als die Ideale des fairen Sports. Das ist die Einstellung, dass die Regeln für die anderen mehr gelten als für einen selbst, und man sie ruhig übertreten darf, solange man sich nicht erwischen lässt. Nein, eine ehrliche Antwort hat nichts mit Dolchstoß oder so einem Unsinn zu tun, es ist schlicht und einfach die Weigerung zu lügen. Sie war zu spät am Ball und musste zu einem unfairen Mittel greifen. Sie hat die Gegenspielerin wahrscheinlich nicht absichtlich verletzt, sie hat gehofft, eher am Ball zu sein, das hat aber nicht geklappt. Die aus meiner Sicht richtige Konsequenz wäre jetzt, dass sie lernt, in einer solchen Situation nicht mehr mit solch hohem Risiko hin zu gehen. Entweder sie ist tatsächlich früher da und kann die Situation fair klären. Oder sie zieht halt nicht voll durch, sondern lässt die Gegenspielerin an den Ball, verkürzt aber die Distanz und lenkt sie zur Seite. Taktisches 1:1 des Torhüters halt. Sie hat gelogen und kam so optimal aus der Situation raus, dabei lernt sie aber nicht, wie sie den ähnliche Situationen Regeln entsprechend lösen kann. Wenn du sie dafür nun auch noch lobst, dann wird sie doch so weiter machen und es wird eher wieder Verletzte geben als dass das Risiko dafür sinkt.


    Wenn sie es zugibt, wird sie vielleicht in der Kabine von den eigenen Leuten angemault, dann sind wir wo, wo wir nie hin wollten.


    Das zu verhindern ist deine ureigene Aufgabe als Trainer. Du gibst die Werte vor, du lebst sie sogar vor. Und da wird es einfach nicht toleriert, dass jemand dafür, dass er die Wahrheit sagt, kritisiert wird.


    Wenn das Ganze jetzt auf dem Bolzplatz passiert, da ist mir das egal, da gebe ich es zu. Kein Problem, aber im Spiel?


    Spiel ist Spiel, egal ob auf dem Bolzplatz oder im WM-Finale. Sicher mag es einem in einem vermeintlich wichtigen Spiel schwerer fallen, unangehme Konsequenzen hinzunehmen. Aber darin zeigt sich doch wahre Größe.


    Ich stehe nicht immer, aber schon öfter zu meinen Fehlern ( :D ), aber ich wüsste nicht, wie ich das in der Situation behandelt hätte.


    Wie meinst du das? In welcher Position siehst du dich in der letzten Aussage, also der zur Behandlung der Situation?


    Allerdings glaube ich, du hast meine Ansicht eines taktischen Fouls nicht ganz verstanden. 85. Minute, eine 1:0 Führung für deine Mannschaft, der Gegner rennt dir weg.


    Dann hast du zu riskant gespielt, standest zu hoch und hast nicht geeignet abgesichert. Nun wirst du dafür bestraft, einfach nur durch das geschicktere, aber völlig regelkonforme Verhalten des Gegners. Ist es dann nicht nur gerecht, wenn er dann ausgleicht? Hast nicht du dich einfach nur zu doof angestellt?


    Da halte ich halt einmal am Trikot, vielleicht zweimal. Irgendwann hab ich ihn, der Schiedsrichter pfeift, es gibt Gelb für mich. Wo ist das Problem? Es ist nichts passiert, niemanden ist etwas zu Schaden gekommen.


    Du hast die Regeln gebrochen, weil du nicht bereit warst, die Konsequenz für deinen Fehler zu akzeptieren, du hast stattdessen bewusst betrogen, weil du die Strafe für den Betrug hast eher akzeptieren wollen als die Konsequenz deines Versäumnisses. Ich empfinde das als unehrenhaft.


    Eine Notbremse war es nicht, ein böses Foul schon gar nicht. Ich schwäche mich selbst, vielleicht opfere ich mich sogar für das Team.


    Ach, hör doch auf mit dem Getue und der Mär vom Opfer für das Team. Tut mir leid, dass ich jetzt so deutlich werde, aber diesen Unfug kann ich überhaupt nicht leiden. Mit diesem Unsinn machst du den Täter, dich, zum Opfer. Nein, Opfer ist der Spieler, den du auf regelwidrige Art daran hinderst, den ehrlich herausgespielten Vorteil zu nutzen. Du nimmst die Strafe in Kauf, das tust du aber nur, weil du ein Gegentor mehr fürchtest und sein Eintreffen für durchaus wahrscheinlich hältst.


    Wenn der Gegner den Freistoß schnell ausführt, dann schaue ich erst recht in die Röhre.


    ich fange gleich an zu heulen.. Ich muss sagen, diese Aussagen wirken auf mich ziemlich scheinheilig. Und wir wissen doch beide, wie man den schnellen Freistoß verhindert, da stellt sich einfach ein Mannschaftskamerad vor den Ball oder hebt ihn auf oder was auch immer. Wenn Ihr schon mit den Trikotzupfern so routiniert seid, gehört das ja wohl auch zum eingeübten Repertoire, oder?


    Das ist ein Spiel mit dem Feuer, dass vielleicht nicht jeder kann, aber wenn man es kann, ist es extrem hilfreich.


    Du gleitest langsam in die Glorifizierung ab. Ich muss diese ablehnen und ihr vehement widersprechen. Das taktische Foul ist und bleibt eine Unsportlichkeit. Du kannst so viel herum reden, wie du willst, es lässt sich nicht anhand des Regelwerks rechtfertigen.



    Dafür sind doch Schiedsrichter da, oder nicht?


    In der FPL nicht, da obliegt den Trainern diese Aufgabe.


    Dann brauche ich mir keine Gedanken über einen Spielabbruch (überlege mal, was du da vorschlägst!) machen, sondern habe jemanden, der die Situation einfach beurteilt. Das verkompliziert doch alles.


    Du scheust also die Verantwortung und möchtest sie lieber an den Schiedsrichter abgeben. Siehst du, genau dieses Verstecken hinter dem Schiedsrichter erlaubt dir die FPL nicht mehr. Du musst als Trainer Verantwortung übernehmen, es liegt an dir, ob das Spiel funktioniert und die Kinder ihren Spaß haben oder nicht. An dir und deinem Kollegen.


    Unser Schiedsrichter hat ihn einmal verwarnt, dann war zumindest Richtung Schiedsrichter Ruhe. Das die Eltern ihn nicht dabei ausbremsen, ihre Kinder anzugehen, steht dann auf einem anderen Blatt.


    Falscher Ansatz. Wir sind alle mündige Erwachsene, wir sollten alle die Reife besitzen, uns geeignet zu verhalten, d.h. kooperativ, respektvoll und freundlich. Und wir sollten alle in der Lage dazu sein, den Wert des gemeinsamen Spiels höher einzustufen als unsere egoistischen Einzelinteressen. Wer dazu nicht in der Lage ist, ist im Kinderfußball fehl am Platz.


    Und ja, ich weiß sehr wohl, was ich da vorschlage. Ich kenne aber auch die Altersklasse und weiß daher, dass ein solcher Spielabbruch ungeheuer selten sein dürfte und dann aber auch sinnvoll zum Schutz der Kinder wäre. Wenn du den Fall meinst, dass man aufhört, weil die andere Partei bewusst unfair spielt und sich unkooperativ verhält, so lernen sie daraus, dass man sich nicht alles bieten lassen darf. Würde man weiter machen, so hätten die anderen, die 'Bösen' ja bis zum Schluss ihren Spaß. So kann man ihnen wenigstens diesen nehmen. Sollen sie doch untereinander spielen, da können sie die Regeln machen, wie sie wollen.



    Hier das Gleiche: Wenn, wenn, wenn. Steht da ein Schiedsrichter gibt es kein Problem.


    Nein, das stimmt nicht. In der F-Jugend pfeift bei uns der Heimverein. Wie gesagt, ich habe da schon oft erlebt, dass der Schiri eben nicht unparteiisch war. Es geht nicht um versehentliche Fehlentscheidungen, es geht darum, dass ein Schiri, der eine Beziehung zu einer der beiden Mannschaften hat, sich eben schwer damit tut, unparteiisch zu pfeifen. Das ist einfach so, das ist so ähnlich wie es schwierig ist, als Vatertrainer das eigene Kind genauso zu behandeln wie seine Mannschaftskameraden.


    (Fortsetzung folgt)

    Ich bin selber kein großer Fan des Meckerns, das habe ich inzwischen hinter mir. Ich würde meine Mannschaften auch niemals dazu auffordern es zu tun, allerdings ist es dort, wo ich spiele (schon Richtung Leistung orientiert) durchaus ein probates Mittel, um das Spiel zu lenken.


    Das glaube ich gerne. Probat im Sinne von zweckmäßig. Für legitim und wünschenswert halte ich es aber nicht. Man muss hier übrigens auch deutlich zwischen Erwachsenen- und Kinderbereich unterscheiden. Im Erwachsenenbereich muss man einige Verhaltensweisen der Erwachsenen eher akzeptieren als bei den Kindern. Dort treten Erwachsene grundsätzlich als Vorbilder auf und müssen sich dementsprechend verhalten. Daher finde ich es gut und konsequent, dass die FPL den Trainern mehr Verantwortung überträgt und sie dazu nötigt, als Partner zu agieren anstatt als Gegner.


    Da kann man davon halten, was man will, ich stimme eigentlich immer zu, das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt viele, die sagen sie "können es nicht abstellen" - ich bin das beste Beispiel dafür, dass es funktioniert. Grundsätzlich sehe ich es aber so, dass es niemandem schadet, solange man es nicht übertreibt. Ich würde niemals jemanden beleidigen, dementsprechend nennen wir es lieber Diskutieren.


    Ich stimme dir darin zu, dass ich es niemandem abnehme, er könne es nicht abstellen. Es geht dabei nicht um die Erreichung von 100% stillen Spielern, nein, obwohl ich eigentlich sehr besonnen bin, entfährt mir auch mal, wenn auch sehr selten, etwas. Wir sind keine Maschinen. Aber ich kann es nicht leiden, wenn Spieler bei der dritten Entscheidung, die ihnen nicht gefällt, anfangen zu meckern und das dann bis Spielende beibehalten. Das muss nicht sein, das kann man sich auch abgewöhnen. Ich wäre ein Schiri von der Sorte, der gegenüber Meckerei und unsportlichem Betragen eher überdurchschnittlich empfindlich ist. Ich würde den Teams das wohl auch vor dem Spiel mitteilen.



    Das halte ich für falsch. Die Kinder sollen sich beim Fußball Regeln anpassen, dafür sind sie da. Ich denke jeder Fußballspieler kann die rudimentären Regeln, die er braucht, um selbst zu spielen.


    Richtig, diese kennen die Kinder ja auch. Aber halt nicht alle Feinheiten. Und sie unterbrechen vielleicht mal, wenn ein Spieler getroffen wurde, obwohl eigentlich kein Foul vorlag. Na und, wenn sich die Kids einig sind ist doch alles in Butter, zumindest in diesem Moment. Die Trainer sehen dann auch, dass sie den Kindern im Training dann irgendwann in der Folgezeit auch beibringen können, was Foul ist und was (noch) nicht. Das dauert halt seine Zeit. Wir reden hier außerdem vom G- und F-Bereich, da kommen absichtliche Fouls meiner Erfahrung nach praktisch nicht vor. Was es schon mal gibt, ist dass ein oder zwei Spieler, die es vom Spiel mit ihren älteren Geschwistern oder anderen älteren Mitspielern gewohnt sind, sich resoluter durchzusetzen als die anderen, und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Da würde ich versuchen, mit dem anderen Trainer überein zu kommen, diesen Spieler bei einer passenden Gelegenheit mal ein wenig zu bremsen. Habe ich schon gemacht, klappt gut, wenn man es geeignet, d.h. freundlich, aber bestimmt macht.


    Manche mehr, manche weniger, dafür brauche ich keine Fairplay-Liga. Diese fast schon demokratische Entscheidungsfindung halte ich für verzögernd, unnütz und nicht annähernd "fair."


    Es geht nicht um Demokratie, es geht darum, den Kids die Entscheidungsbefugnis zu geben. Wenn man sie nicht verbiegt, sind fast alle F-Junioren wahrheitsliebend, sie wollen den Regeln entsprechen. Die FPL bringt die Trainer dazu, das zu fördern und nicht im Sinne der Übervorteilung des 'Gegners' zu vermindern. Es geht darum, dass sie wahrheitsgemäß sagen, wer den Ball als letzter berührt hat, bevor er das Spielfeld verließ, anstatt reflexartig den Arm zu heben und jeden Einwurf für sich zu reklamieren.


    Es gibt immer einen Schüchternen, der lieber nichts sagt, als die Wahrheit.


    Und es ist die Aufgabe des Trainers, auch dieses Kind dazu zu bringen, sich zu melden. Er ist ja auch nicht allein.


    Bei deinem Beispiel stört mich dann etwas, was ich schon mal angesprochen hatte. Würdest du wirklich als Trainer deine Mannschaft vom Feld holen und sagen "mit euch spiele ich nicht"? Du sagt jetzt sicher ja, aber mich erinnert das an kleine Kinder, die sich nicht durchsetzen können und deshalb lieber nach Hause gehen.


    Es wird ja im Zusammenhang mit der FPL gerne die Parallele zum Bolzplatz und dem Straßenfußball gezogen. Und ja, auch da bin ich mit meinen Kumpels gegangen, wenn welche dazu gekommen waren, die das Spiel kaputt gemacht haben, gegen die wir uns aber halt nicht durchsetzen konnten. Ich finde das sinnvoller, als selbst aktive Konflikteskalation zu betreiben, die dann schnell soweit ist, dass es weh tut. Wie gesagt, ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen für den Spielbetrieb offen für Feedback darüber sind, welche Spiele gut und welche aber auch weniger gut liefen, und das würde ich dann im Nachhinein nutzen. Ich als Verantwortlicher würde mir dann mal die Mannschaften anschauen, über die ich Klagen höre.. Aber auch diejenigen, die sich gehäuft über andere beschweren.


    Ich muss dazu sagen, dass in meiner siebenjährigen Karriere mir bisher nur zwei Mannschaften begegnet sind, bei denen eine solche Maßnahme hätte nötig werden können. Ich bin auch bei diesen Fällen hoffnungsvoll, dass die Spiele nicht so schlimm gewesen wären, hätten sie (und wir) bereits seit der G nach FPL-Regeln gespielt.



    Naja eben nicht. Mich ärgert so etwas, da kann ich nicht einfach sagen: Was solls.


    Hier ging es doch um den von dir geschilderten Fall der Grätsche, bei dem du Stein und Bein geschworen hättest, dass es kein Foul war, sich das Gegenteil aber im Video heraus stellte, oder? Dann:

    Klar, wenn der Schiedsrichter diese Entscheidung trifft und ich es nicht glaube, dann muss ich mich auch anpassen. Aber dann hat es ein Uparteiischer beurteilt und ich erkenne meinen Fehler.


    Nein, wieso erkennst du deinen Fehler, du glaubst doch nie im Leben daran, dass der Schiri die Situation richtig entschieden hat, oder? Also ohne Videobeweis, meine ich jetzt. Angenommen, das Spiel wäre nicht gefilmt worden oder Entfernung wäre zu groß oder Perspektive ungeeignet gewesen, man hätte also nicht sehen können, wer im Recht ist. Du hättest das doch bis in alle Ewigkeit als Fehlentscheidung betrachtet. Du hättest aber die Entscheidung akzeptieren und deinen Groll herunter schlucken müssen, du hättest lernen müssen, dass andere Leute auch mal Fehler machen. Du hättest in anderen Situationen gelernt, dass auch du Fehler machst. Und du würdest lernen, dass niemand absichtlich Fehler macht, weder du noch die anderen. Und so würdest du nach und nach lernen, mit Fehlentscheidungen umzugehen.


    Wenn man es jetzt so angeht wie du, dass zwei Parteien etwas anderes behaupten und man dann auf Basis einer Vermutung entscheidet, das hat nichts mit korrektem Regeleinhalten zu tun.


    Es geht ja darum, dass keine Partei etwas behaupten soll, wovon sie weiß, dass es nicht der Wahrheit entspricht. Die allerallermeisten Situationen im Wirkungsbereich der FPL sind glasklar, da gibt es so gut wie nie zwei Meinungen. Trainer beschweren sich eher, wenn sie der Meinung sind, ein Schiri würde keine Linie verfolgen, d.h. er lässt bei der anderen Mannschaft mehr laufen als bei der eigenen. Das kann aber gar nicht passieren, wenn es keinen Schiri gibt.


    Die Situation, die du danach beschreibst... Das dauert 5 Minuten bis das geklärt ist. Die Trainer werden sauer, die Spieler ungeduldig. Vielleicht regnet es, Eltern führen sich auf. Ein Schiedsrichter entscheidet, pfeift und gegessen ist es.


    Aber eine solche Situation kommt so gut wie nie vor. Wir haben in der E2 ein Turnier nach FPL-Regeln gespielt, von den Teilnehmern kannte das Konzept vorher niemand. Im gesamten Turnier gab es eine einzige strittige Situation, die zu etwas mehr Diskussionen geführt hätte. Wir konnten da als Ausrichter als Schiedspartei aushelfen, sonst hätten es die Trainer regeln müssen. Ich denke aber, dass sie dass auch gut hin bekommen hätten, wenn sie schon eine Weile FPL gespielt hätten. Am Anfang kann es sicher mal Umstellungswehen geben, das ist klar. Da muss man durch.


    (Fortsetzung folgt)

    Optimal für die G und F fände ich: Futsalball, aber dann normale Feld-Regeln. Das geht problemlos als FPL.


    Finde ich gut. So haben wir auch mal ein Hallenturnier durchgeführt (in der E2), das hat gut geklappt.


    Bei F bin ich unsicher, ob man dann den Einwurf beibehalten sollte oder auf Einkick umsteigt.


    Ich finde den Einkick besser, man muss F-lingen aber evtl. zeigen, dass es kein Freistoß ist.


    Ab E kann man mMn Futsal spielen (mit Schiri). Wenn man ohne Schiri spielen will, müsste man sich vereinfachte Regeln einfallen lassen.


    Ich würde es so machen, dass der Keeper wieder angespielt werden kann, er den Ball aber nicht in die Hand nehmen darf.


    ....wie verträgt sich das bei den Kids mit der Fairplayliga im Sommer ? Mal mit Schiri, mal ohne?


    Nun, bei der Fair-Play-Liga muss man ja einen Konsens darüber erzielen, welches Maß an Härte noch in Ordnung ist. Da gibt es ja durchaus erkennbare Unterschiede zwischen verschiedenen Teams. Es ist zu hoffen, dass sich bei durchgängiger Anwendung der FPL-Regeln sich da in G- und F-Jugend ein einigermaßen einheitliches Maß etabliert. Ich bin da auch einigermaßen zuversichtlich, weil ich meine, dass die unterschiedlich harte Spielweise vor allem von Trainern kommt, die ihren Schützlingen mit auf den Weg geben, die Grenzen des durch die Schiedsrichter zulässigen Maßes durchaus auszuloten. In der FPL zählt aber die Kooperation mit anderen Trainern, da muss man einen gemeinsamen Nenner finden. Und eigentlich denke ich nicht, dass Kinder von sich aus übertrieben hart spielen, das habe ich noch nie erlebt. Das Gegenteil aber schon, d.h. dass Kinder hart gespielt haben, weil sie dazu animiert wurden. Zumindest in der G- und F-Jugend. Absichtliche Fouls sind da doch ausgesprochen selten.


    Sollten die Regeln für Futsal für Erwachsene die selben sein wie für Kinder ?


    Ich meine eher nein, so, wie man die Fußballregeln für Kinder abwandelt, sollte man auch mit den Futsalregeln verfahren. Man muss nicht alles angleichen, d.h. Änderungen gleichartig vornehmen. Aber man sollte es sich erlauben, zum Wohl der Kinder und des Ausbildungsgedankens Änderungen an den regeln vorzunehmen.

    Interessante Aufstellung, Don Quijote. Ich denke auch, dass es beim Umstieg auf Futsal zu gewissen Anpassungsschwierigkeiten bezüglich des erlaubten Maßes des Körpereinsatzes kommt. Aber ich denke, dass die Kids das recht schnell raus haben, wenn es da eine erkennbare gemeinsame Linie bei den Schiris gibt. Dass die Strafstöße wegen kumulierter Fouls einen Großteil der Tore ausmachen, ist schade, ich würde aber hoffen, dass sich das ändert, wenn die Kinder sich umgestellt haben. In der U13 sind Strafstöße auf Handballtore übrigens dann längst keine Großchancen mehr, sie müssen schon sehr präzise und auch ziemlich fest geschossen werden, zumindest wenn etwas bessere Torhüter überwunden werden sollen..


    Ich habe noch eine weitere Variante beizusteuern, nämlich Hallenfußball ohne Bande mit dem Futsalball. Ich habe tatsächlich bisher noch kein richtiges Jugendfutsalturnier gesehen, nur Erwachsenenspiele im Fernsehen oder auf DFB-TV. Wenn allerdings stärkere Teams Hallenfußball ohne Bande mit Futsalball spielen, sieht das, wie ich vermute, dem Futsal schon recht ähnlich. Da der Ball nicht weit fliegt, sind die Pausen durch Bälle im Aus selten lang. Mir wäre Futsal (ohne Torwartrückpassregel) aber trotzdem lieber, nicht zuletzt weil mir das Einkicken viel besser gefällt als das sog. Einrollen, das aber praktisch nie ein Einrollen, sondern fast immer ein Einwerfen per Unterarmwurf ist.

    Eine Aussage aus diesem Thread, mich interessieren nur die besten 2-3 %, kann ich nicht nachvollziehen.


    Mir geht es ähnlich. Ich kann, wie wahrscheinlich die meisten hier, zwar durchaus nachvollziehen, dass man gerne talentierte und engagierte Spieler trainiert, deren Spiel dann auch nach richtigem Fußball aussieht und das vor technischen Fehlern sowie individual- und gruppentaktischen Defiziten nur so strotzt. Aber andererseits finde ich auch, dass ein solches Publikum einem eigentlich weniger abverlangt als eine durchschnittliche Breitensporttruppe. Ich denke eigentlich, dass Trainer von Leistungstruppen viel eher austauschbar sind, und dass sich an schwächeren Mannschaften viel eher zeigt, ob ein Trainer dazu in der Lage ist, sich fachlich und emotional auf sein Publikum einzustellen, sie, wie man heutzutage so gerne sagt, dort abzuholen, wo sie sich befinden, sie auf eine Art zu motivieren, wie sie bei ihnen ankommt. Die einzelnen Herausforderungen sind ähnlicher Natur, aber bei einer Leistungstruppe muss man sich als Trainer eigentlich, so hart ist es im Endeffekt oft, um die schwächeren Spieler oder diejenigen, die mit dem eigenen Stil nicht so ganz zurecht kommen, nicht so sehr kümmern, da der Status des Teams dafür sorgt, dass stets genügend Interessenten da sind, um eventuelle Abgänge zu kompensieren. Ich möchte hierbei den Trainern von Leistungsmannschaften nicht unterstellen, dass sie alle und schon gar nicht alle gezielt so operieren, aber eine Selektion gibt es in allen Leistungsmannschaften, die ich bisher kennen gelernt habe, und ich habe auch schon ein paar Trainer erlebt, die einzelne Spieler recht schnell als eigentlich für ihre Mannschaft ungeeignet abgeschrieben haben und sich mit ihnen nicht so viel Mühe gegeben haben, wie ich es eigentlich für ihrer Pflicht entsprechend gehalten hätte..


    Bei uns ist es ja so, dass durch die Kooperation zweier Vereine ab der D-Jugend i.d.R. genügend Spieler pro Altersklasse vorhanden sind, um eine Mannschaft zu bilden, die ziemlich hoch spielt, aktuell ist dies z.B. sowohl in C- als auch D-Jugend die Gruppenliga, sowie zwei bis drei weitere, die dann tiefer spielen. Ich habe es noch nicht erlebt, dass es Probleme gab, Trainer für die 'Leistungsmannschaften' zu finden. Bei den anderen hingegen ist die Trainersuche wohl mit die schwierigste Aufgabe für die Jugendleitung..

    Bei uns im Kreis (Hessen) wird die FPL jetzt im zweiten Jahr praktiziert.
    Nach dem ersten Jahr wurde eine Trainerumfrage gestartet, welche dann nach der Auswertung veröffentlicht werden sollte. Was jedoch bis zum heutigen Tage nicht erfolgt ist.
    Die Gespräche mit Trainerkollegen zeigte jedoch unterschiedliche Kritikpunkte, welche von Verbandsebene ignoriert werden.


    Habt Ihr denn mal versucht, beim Verband nachzufragen?


    Zum einen die geringe Fähigkeit der Kinder ihr eigenes Verhalten zu Reflektieren.
    Hierdurch wieder wir Trainer in der Verantwortung stehen und leider häufig der Trainer der "gegnerischen Mannschaft auch keine Hilfe, sondern ein zusätzliches Problem darstellt.


    Die FPL erhöht die Verantwortung der Trainer für das Gelingen des Spiels, sie nimmt ihnen den Schiedsrichter, auf den sie (d.h. die Trainer) bisher diese Aufgabe übertragen haben. Statt 'übertragen' muss man im Fall von problematischen Trainern eher 'abgewälzt' sagen, denn die Tatsache, dass der Schiri die alleinige Verantwortung für das Gelingen des Spiels hat, führt bei diesen Trainern dazu, dass sie sich massiv kinderunfreundlch verhalten und versuchen, das Spiel lautstark einseitig zu beeinflussen. Läuft das Spiel nicht so, wie der Trainer sich das vorstellt, so wird der Schiri lautstark kritisiert und alle möglichen Fehlentscheidungen moniert sowie auf seine Entscheidungen Einfluss genommen. Gerne machen die Zuschauer dabei auch mit. Nach meiner Beobachtung sind gerade junge Schiedsrichter häufig noch ziemlich stark beeinflussbar.


    Die FPL überträgt nun die Verantwortung dafür, wie das Spiel läuft, auf die Trainer. Ich finde das gut, weil sie es ja sind, die tatsächlich den größten Einfluss auf die Akteure haben. Und die Trainer werden zur Kooperation gezwungen, weil beide gleichberechtigt sind. Man muss dadurch auf den anderen Trainer zugehen und mit ihm zumindest für die Dauer des Spiels eine funktionierende Partnerschaft eingehen. Das sollte doch möglich sein.


    Für mich gab es jedoch ein zusätzliches Problem. Bei uns im Kreis wird keine Runde sondern in Turnierform gespielt.( F - Jugend 6 Mannschaften jeder gegen jeden a 12 Minuten) Wobei am Spieltag in Regel zwei Turniere parallel stattfinden. Durch den Sicherheitsabstand der Eltern und den Coachingzonen blieb eigentlich nichts mehr vom Platz übrig. Mit der Folge das wir etwa auf 38x 25 spielten


    Für ein Spiel 7:7 ist das natürlich zu klein, gemäß http://talente.dfb.de/index.php?id=519202 hätte man auf 5:5 oder 6:6 umstellen sollen, oder aber die Eltern halt doch näher ran lassen, aber unbedingt um Zurückhaltung bitten und notfalls das Spiel unterbrechen, wenn es nicht klappt. Aber: wie groß bzw. klein sind denn die Plätze, um die es geht? Unter http://www.hfv-online.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2FRTEmagicP_Zonen_FAIRPLAY_Liga_geschnitten.jpg&width=800m&height=600m&md5=d3b4813e82ffde526b7dbf628b1a52ce&contentHash=37e51f014fd75d6c1b896c855833d50e ist ja abgebildet, wie die G- und F-Juniorenfelder aufgebaut sein sollen, da soll ein F-Feld ca. 35 x 40 m groß sein. Gehe ich von den Mindestmaßen für einen Fußballplatz von 90 x 45 m aus, so ist ein halber Platz 45 x 45 m. Es bleiben also mindestens 5 m Abstand zur Torauslinie, von da aus geht ja mindestens noch mal das Tor um zwei weitere Meter nach hinten. Reicht das nicht als Abstand? Dazu muss ich sagen, dass so schmale und kurze Plätze bei uns äußerst selten sind. Wenn nichts anderes hilft, muss man sonst halt entweder das Feld tatsächlich kleiner gestalten und die Zahl der Spieler reduzieren, oder man lässt zur gleichen Zeit nur ein Spiel stattfinden.


    Ergebnis: einige Trainer stellten auf lange Abschläge um Folge: direkte Tore nach Abschlägen und teilweise kam ich mir vor wie beim Tennis.
    Wollen wir einen solchen Fußball? Ich nicht!


    Dieses Phänomen begegnet dir nicht nur in der FPL, bei uns gibt es noch keine, zu der Zeit als ich zuletzt in F und E trainierte schon mal gar nicht, und da waren lange Abschläge auch eher die Regel als die Ausnahme.


    Problem: in der E jugend war das Feld nun nicht ein wenig, sondern astronomisch größer.
    Darauf konnte man seine Mannschaft vorbereiten, doch der Übergang zur E jugend wurde künstlich erschwert.


    Das trifft dann zu, wenn man zu viele Spieler auf dem kleinen Feld hatte. Ansonsten gibt es immer beim Übergang von einer Altersklasse in die nächste Umstellungsschwierigkeiten. Bei uns wird in der E i.d.R. auch auf zu großen Feldern gespielt, oft übers Halbfeld. Das ist aber fast schon genauso groß wie das D9-Feld. Aber man hat zwei Spieler weniger, die aber zwei Jahre jünger sind. Da ist aber weder das F- noch das D9-Feld schuld, sondern das E-Feld ist zu groß. Wie sieht das denn bei Euch aus?

    Die Variante nach außen zu lenken zieht ja wie befürchtet niemand ernsthaft in Betracht.


    Ich muss mich korrigieren. Heute habe ich mal im Buch "Verteiden mit System" nachgeschaut: http://trainermedien.dfb.de/index.php?id=1938. Und da werden tatsächlich, es müsste im Abschnitt zum Mittelfeldpressing sein, zwei Varianten des Mittelfeldpressings dargestellt, wenn die eigene Mannschaft in der Raute agiert. Die zweite Variante ist diejenige, die TRPietro beschreibt, d.h. die Stürmer gehen breit und verhindern den Pass vom IV zu den AV, so dass man den Ball ins Zentrum lenkt. Aber die erste Variante besteht im Lenken des Balls nach außen. Dabei bleiben die Stürmer enger beieinander und die gegnerischen AV zunächst frei, so dass der Pass vom IV zum AV erfolgen sollte. Im Beispiel erfolgt der Pass zum gegnerischen RAV, also aus Sicht der eigenen Mannschaft auf die linke Seite. Darauf wartet das Team nur, und sobald er kommt, wird der RAV vom 8er (linker Rautenspieler) unter Druck gesetzt, der linke Stürmer schließt die Rückpassoption zu den IV, der Zehner verhindert den Querpass zum Sechser. Der eigene LAV rückt bereits in die Nähe des gegnerischen RA, die Viererkette schiebt nach, der eigene Sechser verschiebt ebenfalls nach links, der 7er (rechter Rautenspieler) rückt nach und lässt sich ein Stück fallen. Man erwartet bzw. provoziert den Pass vom RAV zum RA. Dieser wird dann sofort vom LAV und dem Secher gedoppelt.


    Die Variante ist also durchaus möglich. Wie alle Offensiv- und Mittelfeldpressingvarianten erfordert sie ein recht hohes Maß an Koordination der gesamten Mannschaft.

    Die Variante nach außen zu lenken zieht ja wie befürchtet niemand ernsthaft in Betracht.


    Naja, den meisten geht es ja darum, den Ball möglichst schnell wieder zu erobern. Wenn du die klassische Raute spielst, sind deine Flügel nur durch die Außenverteidiger besetzt. Man erobert aber deutlich leichter in Überzahl den Ball, ergo ist es eher widersinnig, das Spiel des Gegners nach außen zu lenken. Tatsächlich versucht man, wie TRPietro ausführt, sogar eher zu vermeiden, dass der Gegner den Ball nach außen bekommt, weil die Raute genau da anfällig ist. Wenn du wirklich nach außen lenken wolltest, die Raute im Mittelfeld belassen werden soll, der Ball aber dennoch gemäß ballorientierter Verteidigung in Überzahl erobert werden soll, so müsstest du eigentlich die Stürmer anweisen, bei gegnerischem Ballbesitz zu Mittelfeldaußen zu werden. Dann wird aus dem 4-4-2 aber ein 4-5-1 oder 5-4-1, wobei die '1' der Zehner ist. Damit kannst du aber keinen Druck auf die gegnerische Abwehr ausüben und deine Stürmer müssen unheimlich viel rennen. Von daher wäre das wohl eher eine ziemlich absurde Vorstellung.

    TRPietro, ich finde deine Beschreibung des Pressings im 4-4-2 mit Raute wunderbar verständlich und auch einleuchtend. Es geht sehr wohl (auch nur) mit Worten, es ist sicherlich in einigen Fällen etwas mühsam und kostet mehr Zeit, aber möglich ist es schon. Und dass du dein Wissen auch schriftlich vermitteln kannst, hast du doch eben unter Beweis gestellt. Steini kann für sich selbst sprechen, aber ich habe ihn nicht so verstanden, dass er die Mittelfeldraute für unmöglich hält. Mir kommt es so vor, als sei er der Meinung, sie sei anspruchsvoller als die Flache Vier. Diese Meinung habe ich hier schon desöfteren gelesen. Da ich selbst noch nie 11er-Mannschaften trainiert habe, kann ich leider selbst nicht dazu sagen, außer von meinen Erfahrungen von E- und D-Junioren zu extrapolieren.


    In einer der letzten Ausgaben der fußballtraining, d.h. der Zeitschrift, war die Raute, wenn ich mich recht erinnere, das oder zumindest ein Hauptthema. Vielleicht wäre das für BJL auch interessant.

    Mir ist allerdings nicht klar, wie verbindlich das ist, da jeder Kreis ja eigenverantwortlich den Spielbetrieb organisiert. Oder kann das der Verbandsjugendausschuß fix anordnen?


    Soweit ich weiß kann er, ja. Und als ich im Telefonat fragte, ob die FPL denn tatsächlich kommt oder ob das noch nicht ganz fest steht, erhielt ich als Antwort, dass die Einführung zur Saison 2014/2015 beschlossene Sache sei. Es gab wohl auch auf der Facebook-Seite des HFV dazu Ankündigung und Diskussion, davon habe ich aber nichts mit bekommen. Vielleicht fand das statt, bevor "mir die Seite des HFV gefiel".