Beiträge von tobn

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    Nun ja, es gibt auch Kinder, die machen nebenher irgendwelche Faxen


    Was einerseits Folge der Langeweile sein könnte, andererseits aber in diesem Alter auch völlig normal ist. Blümchenpflücker, Sandburgenbauer und Flugzeuggucker gehören in dieser Altersklasse immer dazu, das ist kein Problem, das es zu bekämpfen gilt, das ist absolut altersgerechtes Verhalten. Nur wir Erwachsene erwarten, dass die Kids alle von An- bis Abpfiff voll aufs Spiel konzentriert sind. Für viele Kinder ist diese Zeitspanne aber viel zu lang.


    wenn meine Tochter will, kann sie das schon, ich meine jetzt, geschickt mit dem Ball umgehen. Sie macht es nur zu selten. Bei den Spielen Mädchen gegen Jungs hat sie das gezeigt, sie hat die Jungen alleine auseinander genommen


    Vielleicht bemerkst du es gar nicht, aber in diesen Aussagen schwingt ganz deutlich eine Erwartungshaltung mit: "wenn sie will, dann kann sie", "sie macht es zu selten", "sie hat es mal gezeigt" (impliziert, dass sie es aber oft nicht zeigt). Du hast Erwartungen an sie, sie möge bitte schön öfters wollen, sie möge bitte sehr öfter geschickt mit dem Ball umgehen, und dann auch noch die anderen Spieler auch häufiger auseinander nehmen. Das schreibst du, und das empfindest du wahrscheinlich auch. Und wir sagen: versuche, das einzudämmen, versuche, sie einfach nur ihren Spaß haben zu lassen, sei einfach nur unkritisch und positiv ihr gegenüber. Sage ihr nicht, was sie besser machen kann, vergleiche sie keinesfalls mit anderen Kindern, lasse die anderen vollkommen raus, selbst wenn sie damit anfangen sollte. Wenn Ihr das nächste mal bei einem Spiel oder Turnier seid, dann strahlt sie einfach nur an, immer den Daumen nach oben, nach dem Spiel in den Arm nehmen und lieb haben. Fertig, aus.


    Bei unserem letzten Turnier hat er das zu ihr gesagt, vor dem letzten Spiel - dass mit dem Ball laufen. Und sie hat das dann auch gemacht.


    Ja, und weiter? Ist doch OK, wo ist hier das Thema?


    Er sagt halt auch immer: Wenn du schießen kannst, dann schieß drauf - oder aber du spielst an jemanden ab, der besser steht


    Es kann schon in Ordnung sein, dass er das sagt, es kommt halt darauf an, in welchen Situationen er das sagt und wie er es formuliert. Ich habe mich gestern beim Abschlussspiel der F2 bewusst zurück genommen, habe die Kids auf dem Feld spielen lassen und bin zu dem einen Torhüter gegangen und habe versucht, ihn zu animieren, nicht einfach auf der Linie herum zu stehen, sondern weiter raus zu gehen und dem Spiel bewusst zu folgen. Einfach nur im Rahmen einer Unterhaltung, nicht als Anweisung, sondern als Vorschlag. Der eine ist auf den Vorschlag eingegangen, der nächste weniger. Der dritte hat sich mit mir über die Übung zuvor unterhalten. Es soll doch alles ein Spaß sein, für möglichst jeden.

    meine Tochter rennt eben nicht hinter dem Ball her - wenn er in ihrer Nähe ist oder sie sieht, dass sie drankommt, geht sie hin und passt oder schießt.


    Das ist in Ordnung, grundsätzlich erst einmal weder besser noch schlechter als das, was die anderen machen. Mein Sohn ist in der G-Jugend auch in den Abschlussspielen praktisch nie an den Ball gekommen, während die anderen im Knäuel um den Ball gekämpft haben, hüpfte er er immer um eben dieses Knäuel herum. War und ist halt kein Draufgänger. Da es da noch einige andere Kinder gab, die nur sehr selten den Ball berührten (damals war ich übrigens noch nicht Trainer), würde ich das Spiel heutzutage anders gestalten und eben möglichst nur in kleinen Gruppen spielen lassen.


    Ein Kinderknäuel haben wir selten, vielleicht maximal 2 oder 3 in der Halle in der Ecke.


    Ich würde gerne mal Eure Spiele sehen, um einschätzen zu können, woran das liegt. Aus der Ferne würde ich befürchten, dass den Kindern ihr natürliches Verhalten aberzogen worden ist und neben den zwei, drei Spielern in Ballnähe die meisten der anderen sich langweilen.



    Grundsätzlich stimmt das zwar, aber es gibt da ja ganz unterschiedliche Charaktere. Und dementsprechend verschiedene Gründe für die Spielweise. In unserer F2 gibt es z.B. ungefähr fünf Spieler, die recht geschickt mit dem Ball umgehen können und sich in neun von zehn Fällen erst beim Torschuss freiwillig vom Ball trennen. Dann gibt es diejenigen, die gerne mitspielen, aber noch nicht selbstbewusst genug sind, um den Ball länger zu halten, sie dribbeln zwar schon, wenn sie unbedrängt sind, treten die Kugel aber dann entweder weg, sobald ihnen ein Gegner (oder ein Mitspieler) nahe kommt, oder ihnen springt der Ball halt sowieso so weit vom Fuß, dass ein anderer Spieler schneller dran ist als sie. Und dann gibt es noch die schwächsten, die sich sehr zurück halten, eher zufällig an den Ball kommen und ihn dann einfach nur irgendwohin treten.


    was sagt der Trainer immer zu meiner Tochter: Du darfst mit dem Ball laufen - oder : entweder schießen oder abspielen


    Ich verstehe das nicht. Versteht sie es? Was meint er damit?





    aber nur in der Altersklasse oder ?


    Wie schon jemand anderes sagte: Nein, das ist bis zur Pubertät so.

    Es kann auch zuviel des Guten sein. Wie siebener schon sagte, dürfte es durchaus einige Eltern geben, für die es deutlich früher zu viel ist als für den Trainer. Nicht zuletzt, weil es ja eben nicht um die Bundesliga oder ähnliches, sondern 'nur' ein Hobby geht. Ich tue mich in diesem Zusammenhang auch ein bisschen schwer mit der recht pauschalen Aussage, die Spieler würden es ja wollen, als wären sie eben alle einer Meinung. Im Team meines Sohnes bekomme ich mit, dass es da durchaus einige gibt, die auch nichts dagegen hätten, mal ein freies Wochenende zu haben. Natürlich spielen sie gerne Fußball, sie sind auch gerne in der Mannschaft und wollen weder Team noch Trainer hängen lassen. Aber es würde manchen genauso gut gefallen, vielleicht sogar noch mehr, wenn es ein paar Termine weniger gäbe.

    Nachdem ich den Jahrgang der 2001er von der G-Jugend bis ins zweite D-Jugendjahr begleitet habe, bin ich nunmehr wieder teilverantwortlich für eine F2, d.h. eine junge F-Jugend. Ich habe den Eindruck, dass die Erfahrung sehr hilfreich ist, um mit den heutigen F-lingen besser umzugehen als ich es damals mit den 01ern tat.


    Meine Tochter hat mit vier Jahren angefangen zu spielen.


    Das ist sehr früh. Bei uns wird das auch angeboten, ich weiß aber nicht, wie das Training der sog. Fußballmäuse aussieht. Ich unterstelle bei dem Angebot, dass der Verein einerseits beim Wettrüsten der örtlichen Konkurrenz, welche die entsprechenden Jahrgänge schon länger aufnimmt, mitmachen zu müssen glaubt. Darüber hinaus könnte es auch darum gehen, Kinder in die Fußballabteilung zu holen und einen größeren Teil des Beitrags zu erhalten -- dieser scheint hauptsächlich bei der Abteilung zu landen, wo ein Kind oder eine Familie einstieg, also häufig bei den Turnern -- Stichwort Kinderturnen. Unser Sohn fing mit fünf Jahren an, wir zogen da nach, da einige gleichaltrige Kinder aus unserem Bekanntenkreis eben mit dem Fußball begannen.


    Ich sehe den Beginn der Fußballerkarriere mit vier Jahren mittlerweile eher kritisch und würde eine Betonung des polysportiven Ansatzes deutlich bevorzugen, wenn nicht noch in der G-Jugend so doch zumindest in den Altersklassen darunter. Es spricht ja nichts dagegen, in einer solchen weiteren Sportstunde, die halt im Verein und nicht an der Schule stattfindet, auch mal Fußball zu spielen. Aber reines Fußballtraining, wo, selbst bei allem Bemühen um andere sportliche Einflüsse, doch der Fußball deutlich dominieren dürfte, halte ich für zu einseitig. Zumal, wenn man sich vor Augen hält, dass typischerweise Papatrainer ohne entsprechende pädagogische Ausbildung oder das wünschenswerte Hintergrundwissen in diesen Jahrgängen unterwegs sind.


    Vielleicht haben die Trainer (damals waren es noch zwei) mehr in ihr gesehen als vielleicht wirklich da ist.


    Jetzt mal ernsthaft: bei Vierjährigen sieht man mal so rein noch so gut wie nichts. Man mag erkennen können, wer motorisch bereits gut dabei ist, da kann man dann wohl auch davon ausgehen, dass die körperlichen Voraussetzungen dafür, Fußball mit Spaß betreiben zu können, gegeben sind. Aber auch nahezu alle anderen Kinder bringen diese Voraussetzungen mit, sie sind nur entweder noch nicht so weit oder ihr Potenzial wurde bis dahin noch nicht gefördert.


    Sie hat damals immer mit den Größeren gespielt (die jetzt in der F-Jugend sind). Im Spiel hat sie so gut wie nie einen Ball bekommen, aber im Training war sie gut. Deswegen haben sie die Trainer immer zu den Spielen mitgenommen und sie bekam auch ein paar Minuten Spielzeit.


    Tut mir leid, aber "im Training war sie gut" sollte in dieser Altersklasse überhaupt keine Rolle spielen. Mit Vierjährigen mache ich kein Fußballtraining, ich mache viele Bewegungsspiele, einzeln wie in der Gruppe, bei denen verschiedene Bälle gerne auch immer wieder eingesetzt werden. Wenn ich lustige und abwechslungsreiche Spiele und Aufgaben finde, und sie gut vermitteln kann, so werden die Kinder sie mit Begeisterung mit machen. Und wenn mal einer keine Lust hat, dann ist das halt so, macht doch nichts.


    Man sollte auch damit aufpassen, wenn man jüngere Spieler im Training oder im Spiel dabei hat. Die körperliche Seite ist die eine, die kognitive und soziale eine andere, die man beachten muss. Bei Kindern ist ein Jahr eine Ewigkeit, man sollte da echt aufpassen, dass man die Lütten nicht überfordert. Der zunächst schmeichelhafte Schuss, mit dem das eigene, scheinbar so begabte Kind ein oder zwei Jahre höher mitmachen darf, kann durchaus nach hinten los gehen.


    Jetzt sind die Großen weg und der Trainer wollte ihr eine verantwortungsvolle Rolle geben. Sie sollte hinten Abwehrchefin werden.


    Das ist Kokolores. Sie soll einfach spielen, Verantwortung ist Unfug. Auch für die Mannschaft ist das kontraproduktiv, schließlich soll sich doch jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten voll für das Team einbringen. Auf keinen Fall soll einem oder ein paar Spielern der Eindruck gegeben werden, sie sollten mehr machen, als die anderen. Und in diesem Alter sollte man sich ohnehin mit Forderungen an die Kinder stark zurück halten. Es geht vielmehr darum, ihnen Selbstvertrauen zu geben, sie zu animieren, unbekannte Situationen mit Mut und Zuversicht anzugehen, und sich von ab und an unvermeidlichen Fehlversuchen nicht abschrecken zu lassen.


    Da hat meine Tochter zum ersten Mal Panik bekommen. Sie sollte die Nummer des Mädchens bekommen, das jetzt in der F war und die sie immer als Vorbild genommen hatte. Gleich beim ersten Turnier ohne die Großen war das. Dem Trainer ist das gar nicht aufgefallen und als ich es ihm sagte, meinte er nur, ich würde etwas in ihr Verhalten hineininterpretieren. Ich denke, das habe ich nicht, auch wenn sie noch klein ist...


    Ich würde in der F nur dann feste Nummern vergeben, wenn ich genügend Trikots habe, damit jeder Spieler immer die selbe Nummer bekommen kann. Und schon gar nicht sollte man einer Rückennummer irgendeine Bedeutung zuschreiben. Wenn ich mitbekäme, dass z.B. Eltern oder Großeltern mit besonderer Anerkennung auf die 10 reagieren, so würde ich sie darauf ansprechen und ihnen erklären, dass die Nummern bei mir keinerlei Bedeutung haben. Das Kind bekäme nächstes mal dann sicher nicht nochmal die 10.


    Meine Tochter hat glaube ich grundsätzlich das Problem, dass sie denkt, alles was sie tut, muss sofort perfekt sein und wenn es das nicht ist, wird sie nicht geliebt. Momentan ist das ganz ausgepägt.


    Naja, darin liegt aber Eure Erziehungsaufgabe als ihre Eltern.


    okay - dachte ich eigentlich auch, aber andere sehen das wohl anders :S


    Weißt du was? Die Meinung von anderen über dein Kind braucht dich überhaupt nicht zu interessieren. Du kennst es viel besser als sie, sie sehen es auch aus einem anderen Blickwinkel, man muss leider oft befürchten, dass unterschwellig Neid und Konkurrenzgefühle mit im Spiel sind. Nur du kannst beurteilen, wer es mit Euch wirklich gut und ehrlich meint und wem hingegen Eure Tochter nicht wirklich wichtig ist.


    ich habe leider nur Mädels Was so in Jungen vorgeht, weiß ich nicht ?(


    STOP! Lasst mal diesen Gechlechterquatsch raus, der dürfte für die Kinder nur eine Rolle spielen, wenn es ihnen die Erwachsenen so vormachen. Außerdem musst du gar keine Jungs kennen, in Vier- und Fünfjährigen geht genau das gleiche vor, egal ob Junge oder Mädchen. Beobachte einfach mal die anderen Kinder genau, achte mal ganz gezielt nur auf einzelne andere Kinder, versuche dabei, deine Tochter auszublenden, und lasse dir dabei Zeit. Sprich auch mit den Eltern, stelle ihnen offene Fragen. Alles nur, wenn du willst, und wenn du an den anderen Kindern interessiert bist. Lege nicht alles, was die Eltern sagen, auf die Goldwaage, die manche sprechen direkter, einige sprudeln förmlich über vor Stolz, andere sind eher kritisch, das muss man alles filtern. Und man sollte ihre Aussagen nicht auf sich und sein eigenes Kind beziehen. Ja, das ist aufwendig, man muss es auch nicht unbedingt machen. Aber es kann durchaus erhellend wirken.


    Ich glaube schon, dass sie das merkt, wenn andere Kinder in den Himmel gehoben werden.


    Wieso andere Kinder? Du sagtest doch, dass ihr so viel Verantwortung übertragen werden soll. Wer wird denn nun 'in den Himmel gehoben' und warum?

    So kommen wir dann langsam auch zu unserem Problem. Die Kinder hättten sicher gerne anders gespielt, mehr Spaß gehabt, aber die Erwachsenen habens ruiniert. Am Ende hat sich keiner für seinen zweiten Platz gefreut, meine Mädels wären wohl immer noch damit beschäftigt Fotos mit den Medaillen zu machen. Somit bin ich dann doch irgendwo für dieses "Gruppenkuscheln" in den jüngeren Jahrgängen. Beziehungsweise macht es, wie so oft, die Mischung. Wir haben mit einer Mischung aus Druck, Kooperation und Spaß den achten Platz erreicht, jemand anderes den Zweiten Platz, hatte aber weniger Spaß dabei.


    Ich habe nie den Begriff des Gruppenkuschelns verwendet, ich mag solche grobschlächtigen Begriffe nicht, da es für sie keine eindeutige Definition gibt und daher jeder sie unterschiedlich verstehen kann. Was bei dem einen noch unter Gruppenkuscheln fällt, tut es bei dem anderen nicht. Insofern finde ich den Begriff nicht sonderlich hilfreich, ich würde ihn gerne fallen lassen.


    Ich bin aber ganz deiner Meinung, dass deine Mädels bei diesem Turnier sicher viel mehr Spaß hatten als die zweitplatzierten, obwohl diese doch das deutlich bessere Ergebnis erzielten. Und ich sehe es wie du, dass nämlich die Erwachsenen diesen Mädchen den Spaß am Spiel rauben, indem sie offenbar permanente Höchstleistung und Perfektionismus verlangen. Das finde ich wirklich schlimm und ich sehe tatsächlich die FairPlayLiga als eine gute Möglichkeit, daran etwas zu ändern, eben indem die Trainer mehr in die Pflicht genommen werden als bisher. Und unabdingbar dabei ist auch die Abschaffung der Tabellen, obwohl diese Maßnahme ja eigentlich gar nicht Bestandteil der FPL ist -- das liegt vielleicht aber daran, dass es im Kreis Aachen schon keine Tabellen mehr gegeben haben mag, als Ralf die FPL aus der Taufe hob, ich weiß aber nicht, ob dem so ist. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass man langfristig viel mehr erreicht, wenn man bei den Kindern und Jugendlichen die Freude in den Vordergrund stellt, den tatsächlichen Spaß am Spiel selbst, am Erlebnis der gelungenen Aktion. Das Ergebnis kann mal so, mal so sein, natürlich gewinnt man gerne, aber jeder, der mal Fußball gespielt hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass eben nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt. Wenn wir Erwachsenen Mannschaften bilden, versuchen wir doch auch, diese möglichst ausgeglichen zu gestalten, eben damit ein interessantes Spiel entsteht, bei dem man möglichst nicht so genau vorher weiß, wer es gewinnen wird. Außerdem ist es ja so, dass derjenige, der nicht verlieren kann, der alles dafür tut, um nur ja immer zu gewinnen, früher oder später keine Spielpartner mehr finden wird. Irgendwann trifft er auf seinesgleichen, da wird es dann so richtig verbissen und der Sieg wird zum Triumph, die Niederlage zur Schmach. Sowas finde ich falsch, das sind solche Auswüchse, wie du sie bei der zweitplatzierten Mannschaft beobachtet hast. Und das gibt es auch in der G- und F-Jugend, ich kenne das aus meiner Umgebung. Da werden F-Junioren nach einem verlorenen Spiel aber mal sowas von zusammengefaltet, erst im Kollektiv vom Trainer und anschließend einzeln vom Vater, da kann einem echt schlecht werden. Dabei gibt es viel bessere Alternativen, nämlich seine Kinder zu ermutigen, das zu zeigen, was sie können, von ihnen Einsatzbereitschaft zu fordern, sie aber auch anzuerkennen, sie für das zu loben, was sie gut machen und ihnen Möglichkeiten zeigen, wie sie ihre Defizite verringern können und sie dafür loben, wenn sie es versuchen.


    Du bist nicht Adressat dieser Tirade, ich glaube gerne, dass du mit deinen Spielerinnen vorbildlich verfährst (naja, fast zumindest -- Stichwort Lob für Trikotzupfer :P ). Ich möchte aber deutlich machen, warum ich die Abschaffung von Tabellen im Kinderbereich und auch die Einführung der FPL für so sinnvoll halte. Es geht mir nur um die Kinder.


    Aber sagen wir es mal so: Ich kann dich inzwischen doch ganz gut nachvollziehen.


    Das freut mich sehr. Wie gesagt: wenn die Erwachsenen alle vernünftig wären, bräuchten wir die FPL nicht, dann würden auch Tabellen nicht schaden, sie wären allerdings überflüssig. Aber es ist nun mal nicht so, leider sind viele Erwachsene eben nicht vernünftig, zumindest nicht, was den Sport ihrer Kinder anbelangt. Bei den aktuellen Gegebenheiten läuft vielerorts der Kinderfußball eben nicht kindgerecht ab, weil die Erwachsenen sich seiner bemächtigt haben und Bundesliga und Champions League nachspielen. Dem muss man entgegen treten und das Fußballspiel der Kinder wieder zu etwas machen, das seinen Protagonisten Spaß macht, während sie es erleben, sie sollen sich darauf freuen, und danach sollen sie sich auf das nächste Spiel freuen. Das geht vielleicht nicht immer, eine ganz einseitige Partie muss vielleicht auch mal einfach nur durchgestanden werden, aber nach der überwiegenden Mehrzahl der Spiele sollen die Kinder sich auf das nächste freuen.

    Thomas1966, ich stimme dir absolut darin zu, dass man in der G-Jugend noch keinen Spielbetrieb braucht. Und mir wären in der F auch noch Spielfeste oder Zusammentreffen, bei denen in (mehr als zwei) Vierermannschaften gegeneinander gekickt wird, viel lieber als der übliche normale Ligabetrieb. Andererseits sollte es mittlerweile die Ausnahme sein, dass Ergebnisse und Tabellen veröffentlicht werden, das ist schon mal gut so. Ich wünsche mir, dass die FPL bei vielen Vereinen dazu führt, dass sie die Augen dafür öffnen, worum es im KiFu tatsächlich geht, und dass er eben aber auch gar nichts mit dem zu tun haben darf, was wir im Fernsehen sehen. Ich sehe hier unbedingt die Verantwortlichen in den Verbänden, Kreisen und Vereinen in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Neuankömmlinge im Kinderfußball lernen, was Kinderfußball ist und was er nicht ist. Das passiert aktuell aber leider noch viel zu wenig. Bei uns wird die FPL ja zur nächsten Saison eingeführt, bei der Sitzung des Kreisjugendausschusses mit den Jugendleitern, bei der das bekannt gegeben wurde, ist es wohl heiß her gegangen... Demnächst gibt es Infoveranstaltungen, an denen Vetreter aller betroffenen Mannschaften teilnehmen sollen. Darauf bin ich sehr gespannt.

    Zur Unterstützung der Kinder, gerade von G-Junioren, welche die Fußballregeln naturgemäß teilweise noch nicht kennen, können die Trainer doch jederzeit eingreifen. Dafür braucht man keinen Schiedsrichter, sondern nur Trainer, die ihre Mannschaft kennen und daher schnell einschätzen können, warum es gerade hakt. In der FPL sollen die Kids ja nicht sich selbst überlassen werden, die Trainer sollen ja schon weiterhin unterstützen, damit es gut funktioniert.

    Womit wir wieder bei dem Hauptpunkt waeren.. die Trainer sind die Hauptverantwortlichen beim KIFU.... und entscheiden obs gut oder schlecht laeuft im KIFU..


    Genau das ist der Punkt. Entscheidend sind die Trainer. Und eben nicht der Schiedsrichter. Man muss es den Trainern klar machen, dass sie für das Gelingen des gesamten Spiels verantwortlich sind, und eben nicht nur für ihre Mannschaft.


    ein Schiri koennte helfen foule Trainer zu bremsen.....


    Ja, er könnte, wenn er würde und sich das antun wollte. Nur macht das bei uns von G- bis E-Jugend, wo der Heimverein den Schiri stellt, und dieser so gut wie nie ein offizieller Schiedsrichter ist, sondern nahezu immer ein Spielerpapa, eigentlich so gut wie keiner. Und das liegt auch daran, dass der Schiri eben nicht von sich behaupten kann, unparteiisch zu sein. So hat er es schwer, Trainer und Zuschauer im Zaum zu halten: er kennt die eigenen Leute, trifft sie immer mal wieder und tut sich schwer damit, ihnen zu vermitteln, dass sie zu weit gehen -- kann er das denn besser beurteilen als sie und woher nimmt er das Recht, das zu tun? Und wenn es um die Gäste geht, so kommt noch dazu, dass er damit rechnen muss, sie würden behaupten, er wolle ihr Team ja benachteiligen. Währenddessen können die Trainer ausloten, wie weit sie gehen können und wie lange es dauert, bis die Schmerzgrenze des Schiedsrichters erreicht ist. Oft ergibt sich dann ein Wettrüsten, der zunächst ruhige Trainer meint, seinem unkameradschaftlichen Kollegen nacheifern zu müssen, weil dessen Mannschaft ja augenscheinlich profitiert. Und selbst wenn er das nicht tut, sondern nur lautstark protestiert, so ergibt sich doch ein Konflikt, jeder Trainer meint, sein Team verteidigen zu müssen, man sieht sich als Gegner. Genau das ist doch das Problem, man sieht den anderen Trainer, die andere Mannschaft, die anderen Zuschauer als Gegner und nicht als Partner. Solange das so ist, funktioniert der Kinderfußball nicht, egal ob konventionell (d.h. mit Schiri) oder mit der FPL. Aber die FPL überträgt ganz deutlich die Verantwortung an die Trainer, während sie sich im konventionellen Spielbetrieb hinter dem Schiedsrichter verstecken können.

    Ändert nichts daran, das wertvolle Spielzeit verloren geht durch jedes losen egal wie schnell das geht.


    Bei jedem Einteilvorgang geht Zeit verloren. Wenn man flott lost, dauert es kaum länger als bei einer Einteilung durch den Trainer, zumindest dann, wenn er die Teams nicht völlig gedankenlos einteilt.


    Ich sehe davon ab - versuche die Teams von Beginn an Fair zu gestalten und Wechsel ggf. einzelne Spieler


    Typischerweise mache ich das auch, ich würde auch nicht empfehlen, häufig Teams auszulosen, denn es ist dabei sicher durchaus nicht selten, dass es eine überdurchschnittlich starke und auch eine eher schwache Mannschaft ergibt. Den Kindern zu vermitteln, das zu akzeptieren, zu erkennen, dass ein Team übermächtig ist, es aber trotzdem nach Kräften zu versuchen, kann dabei ja aber durchaus beabsichtigt sein. Man hofft halt, dass der Zufall dafür sorgen wird, dass es kaum einen Spieler gibt, der nur in den Loser- oder Gewinnertruppen landet. Wie gesagt: wenn man lost, dann würde ich jedes Spiel neu auslosen, ähnlich wie es Steini macht.

    Bei der Loserei kommen die Kids ja kaum zu spielen?!


    Es kommt darauf an, wie man lost. Ich fand den Vorschlag nicht schlecht, den ich hier mal gelesen habe, in dem ein Trainer einen Beutel mit farbigen Legosteinen benutzt hat. Da hat jeder Spieler einen Stein raus geholt und wusste dann, in welchem Team er spielt. Ich habe Leibchen in vier verschiedenen Farben, ich würde dann Legosteine in eben diesen Farben nehmen. Dann zieht jeder Spieler, tauscht dann seinen Legostein gegen ein Leibchen in der entsprechenden Farbe und läuft auf das entsprechende Feld. Wer in welchem Team spielt, kann ich dann ja notieren, während die Spiele laufen.

    Ich finde lange Sportunterwäsche für die jetzige Jahreszeit nicht verkehrt, da kann man dann normale Stutzen und kurze Hosen drüber anziehen und ist deutlich beweglicher als in der Trainingshose. Und für den Oberkörper finde ich Sportunterhemden in der kalten Jahreszeit auch sehr angenehm, da sie den Schweiß einfach besser abtransportieren als Baumwolle. Du meinst aber wohl eher stärker komprimierende Textilien. Im Kinderbereich sind diese doch recht teuren Dinger meiner Meinung nach völlig überflüssig. Im Jugend- und Erwachsenenbereich sind sie vermutlich auch nicht notwendig, sofern keine Indikation zu ihrer Verwendung besteht. Diese könnte gegeben sein, wenn eine Schädigung oder geringe Fehlbildung und/oder -stellung bekannt ist, der die Kompressionswäsche entgegen wirken kann. Mein Sohn hat z.B. gerade wachstumsbedingte Schwierigkeiten, die Muskeln und Sehnen müssen halt erst den Knochen hinterher kommen und es stellen sich Überlastungsreaktionen ein, wie der Orthopäde kürzlich diagnostizierte. Er meinte dann, dass Kompressionshosen aus Neopren vielleicht helfen könnten. Vielleicht probieren wir das bald mal aus.

    Wir sind hier ja eine ganz nette Gemeinschaft, 'Community' wie man so zu sagen pflegt. Und wir teilen ja alle das Hobby Fußball. Bestimmt sind auch schon ein paar von Euch Mitglied in einer Tipprunde. Was hieltet Ihr davon, eine trainertalk-Runde aufzumachen? Für Bundesliga- und im Sommer dann WM-Tipps?


    Ich habe auf [utl]http://www.kicktipp.de[/url] schon mal die Tipprunde trainertalk angemeldet, vielleicht ist Euer Interesse ja groß genug. Anmeldungen müssen erst durch mich bestätigt werden, ich würde Euch bitten, bei der Anmeldung den Namen aus dem Forum zu verwenden.


    Ach ja, Uwe, ich hoffe, du hast nichts dagegen. Wenn doch, dann stelle ich die Aktion sofort ein.

    Auch wenn Fußballbaron es für entbehrlich hält, so habe ich doch, wie ich meine, ganz gute Erfahrung mit gemeinsamen Unternehmungen im E-Jugendalter zur Förderung des Teamgeistes gemacht. Am ehesten im Gedächtnis dürfte den Jungs geblieben sein, dass wir mal im Training mit zufälligen Mannschaften nur Turniere gespielt haben (Minifußball auf Mini- und Jugendtore), dann die Jungs zum ersten mal gemeinsam geduscht haben (bis auf einen mutigen in Unterhose) und wir anschließend bei einem in der Nähe wohnenden Spieler eingefallen sind, und dort ein paar Familienpizzen bestellt haben, Getränke hatten und den Film "Der ganz große Traum" geschaut haben.


    Ansonsten habe ich ca. einmal in der Saison zu einem Eltern-und-Kinder-Kicken eingeladen, meistens in der Hallensaison, da habe ich mich darüber informiert, wann die anderen Teams, die in der Halle trainierten, mal ihre Zeiten nicht wahrnehmen, weil sie auf einem Turnier sind, und wir so 2,5 Stunden oder mehr zur Verfügung hatten. Dann Eltern und Geschwister, die mit spielen wollen, eingeladen, und auch ein Turnier gemacht. Für das Klima unter den Eltern war das immer sehr gut. Wir haben sogar zum Abschluss beider E-Jugendjahre eine gemeinsame Fahrt mit allen Spielern und ihren Familien in eine Jugendherberge (mit Bolzplatz natürlich) in einer netten Umgebung gemacht, mit gemeinsamer Busanreise und Grillabend. Das war für das Zusammengehörigkeitsgefühl super. Zum Glück haben das die Eltern auch komplett organisiert.


    Wir haben auch immer mal wieder Spiele von Eintracht Frankfurt besucht, halt wenn wir Karten gewonnen haben. Das macht auch Spaß, bringt aber unter Teambuilding-Aspekten eher wenig. Bundesliga gucken halte ich auch für viele Kinder dieser Altersgruppe für eher uninteressant. Wenn wir bei Bekannten am Wochenende BuLi schauen, sind die Kids oft nur eine Halbzeit dabei, in der Pause verschwinden sie in den Garten und fangen an, selbst zu kicken. Das macht ihnen mehr Spaß als den Profis zuzuschauen. Worüber ich eigentlich ganz froh bin.

    Steini, Ihr habt offenbar viel Glück mit den StP-Trainer. Wie du aber selbst schon festgestellt hast, ist eine solche Fortune nicht auf allen Stützpunkten gegeben. Auch TW-Trainer beschreibt den Idealfall, der leider nicht auf allen Stützpunkten anzutreffen ist.


    Ansonsten gebe ich dir schon Recht, dass man auch den Stützpunkt betreffend die Kirche im Dorf lassen sollte, und gut darauf achten, dass eigene Ambitionen nicht den Vorrang vor den Wünschen des Kindes erhalten. Andererseits möchte ja jedes Elternteil für sein Kind das Beste, möchte ihm möglichst viele Chancen bieten. Und der Stützpunkt bzw. die Stützpunktmannschaften haben schon noch eine andere Strahlkraft als normale Vereinsmannschaften, meinst du nicht?