Beiträge von tobn

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    Du fragst ja nach der Rotation. Ich habe da durchaus schon verschiedenes ausprobiert. Das von dir genannte Volleyballprinzip habe ich gerne immer mal wieder im Training im Abschlussspiel praktiziert, wenn wir da mal 6:6 bis 7:7 spielten. Wir haben dann alle zwei oder drei Minuten gewechselt, der Spieler vorne links ging ins Tor, der Torwart nach hinten links, alle anderen rückten eins weiter. Da hat das eigentlich recht gut geklappt. In einem Turnier oder beim Spiel gegen ein anderes Team würde ich aber wohl nicht so verfahren, sondern den Spielern mehr Zeit auf einer Position geben.


    Einmal, das war gegen Ende der E2-Jugend, habe ich, wir spielten 3:3, die Spieler selbst entscheiden lassen, welche vier Spieler in der ersten Halbzeit vorne und welche hinten spielen. Es waren acht Feldspieler dabei, macht vier pro Reihe, wovon einer am Anfang draußen ist. In der zweiten Halbzeit sollte getauscht werden, d.h. die Spieler, die in der ersten Halbzeit vorne gespielt hatten, gingen nach hinten und umgekehrt. Ich habe die Wechsel so geplant, dass alle vier Spieler der beiden Reihen ähnlich viel spielten. Die Organisation klappte gut, aber die Einteilung der Kinder war ganz schlecht, da wurde offenbar, wie sehr viele von ihnen noch auch sich selbst fixiert sind, denn es kamen zwei sehr unausgeglichene Reihen heraus, das Spiel lief alles andere als gut. Ich habe es trotzdem durchgezogen, es danach auch mit den Kids besprochen, sie waren schon ziemlich enttäuscht, haben, glaube ich, aber am Ende doch verstanden, dass man aus solchen Erlebnissen lernt und dass es der Trainer auch nicht immer so leicht hat. Ab diesem Zeitpunkt habe ich die Reihen wieder zusammen gestellt.


    Ich habe aber dann, und das halte ich für den geschicktesten Ansatz, mit insgesamt zehn Spielern den Torwart abgezogen und aus den verbleibenden neun Spielern drei Dreierreihen gebildet, nenne sie A, B und C. Am Anfang stand A vorne auf dem Platz und B hinten, C draußen. Nach einem Drittel der Gesamtspielzeit, also nach zwei Dritteln der ersten Halbzeit, wurde gewechselt: A kam raus, B rückte vor und C besetzte die hintere Reihe. Nach der Pause ging es so weiter, nach zwei Dritteln der Gesamtspielzeit (was einem Drittel der zweiten Halbzeit entspricht) kam B raus, C rückte nach vorne und A ging nach hinten. So spielten alle Kinder in jedem Spiel sowohl hinten als auch vorne und bekamen gleichmäßig 2/3 der Spielzeit. Die Kunst lag nun darin, die Reihen gut zusammen zu stellen, so dass die Reihen untereinander ausgewogen genug sind und auch innerhalb einer Reihe ein gewisser Ausgleich stattfindet. So muss man aufpassen, dass man keine ganz schwache Reihe bildet. Ich habe meine starken Spieler mehr oder weniger auf die drei Reihen aufgeteilt bzw. jeder Reihe einen der stärksten Spieler gegeben. Dann die schwächsten verteilt und schließlich das Mittelfeld. Die stärkeren Spieler landeten dabei häufiger auf der zentralen Position in den Dreierreihen, es wäre aber auch möglich, einem etwas schwächeren Spieler zwei stärkere Nebenleute zu geben. Ich würde die Reihen auch von Spiel zu Spiel immer mal wieder etwas anders gestalten.


    Wenn dieses System, das übrigens Andre hier im Forum vorgeschlagen hatte, funktioniert, ist es recht einfach umzusetzen und es gewährleistet sehr ausgeglichene Einsatzzeiten. Es ist allerdings völlig statisch und unflexibel, außer bei Verletzungen sind keine individuellen Wechselvorgänge vorgesehen. Führt man doch welche durch, so geht das zu Lasten des ausgewechselten Spielers und ist sofort als trainermotivierte Maßnahme erkennbar, wenn ich das mal wertneutral ausdrücken darf.


    In der älteren E-Jugend bin ich flexibler verfahren. Wir hatten zwei Mannschaften gemeldet und dadurch ohnehin nur noch maximal neun Spieler dabei, damit hätte sich obiges System nicht mehr in Reinform durchführen lassen, es hätte ein Spieler drauf bleiben und in zwei Reihen spielen müssen, bei nur acht Spielern, die wir häufiger dabei hatten, sogar schon zwei, da wird das System schon ziemlich unhandlich. Da habe ich mir also vorher überlegt, wie lange ca. jeder Spieler spielen sollte, um auf die selbe Spielzeit zu kommen. Dementsprechend habe ich dann gewechselt, so dass am Ende jeder Feldspieler ähnlich lang auf dem Platz wie draußen war. Eine Besonderheit war noch dabei, ich habe nämlich i.d.R. zur Halbzeit im Tor rotiert. Die beiden Torhüter standen schon vor dem Spiel fest, sie haben im Normalfall das komplette Spiel durchgespielt, eine Halbzeit auf dem Feld, eine im Tor. Die übrigen Spieler haben sich die Feldspielerminuten geteilt. Streng mathematisch bin ich dabei nicht vorgegangen, aber doch so sehr, dass alle Beteiligten sich einig waren, dass es gerecht zuging. So hatte ich durchaus eine gewisse Flexibilität und konnte z.B. darauf reagieren, wenn ein Spieler offensichtlich platt war und ein frischerer draußen. Hat sehr gut funktioniert. Ach so, ich habe dann auch darauf geachtet, dass am Ende der Saison jeder Spieler sowohl vorne als auch hinten gespielt hatte. Manche haben öfter während eines Spiels mehrere Positionen besetzen müssen, andere seltener und eher von Spiel zu Spiel, da habe ich darauf geachtet, wer besser zu ersterem in der Lage ist.


    In der Halle mit 4+1 würde ich entweder blockorientiert oder individuell wechseln. Generell würde ich versuchen, bei so wenigern Spielern darauf hin zu arbeiten, dass die Mannschaft sehr fluide agiert, d.h. die Positionen nur die Startaufstellung wiedergeben und während des Spiels alle Spieler in Bewegung sind und möglichst aufeinander abgestimmt agieren. In der Halle bei so weniger Spielern muss, wie ich finde, sowieso jeder alles ganz gut können, da würde ich beim Wechseln darauf achten, dass ich nie ein Team auf dem Platz habe, das abgeschossen werden muss.

    Das D9 ist der logische und auch mathematische Zwischenschritt zwischen dem 7er-Fußball, der in der E-Jugend gespielt wird, und dem 11er-Spiel aufs komplette Feld. Wenn man sich überlegt, wie lange es von seiner Konzeption bis zur flächenweiten Durchsetzung gedauert hat, und dass es sich dabei um ein Projekt eines Top-Funktionärs handelte, bekommt man eine Ahnung davon, wie langsam die Mühlen im Deutschen Fußball mahlen und wie lange es dauert, bis sich Änderungen durchsetzen lassen... Immerhin gibt es nun das D9, ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis der F-Juniorenspielbetrieb reformirt wird und man in dieser Altersklasse vom 7er-Fußball abrückt. Zeitgleich mit der Ankündigung über die ab der nächsten Saison eingeführten Fair-Play-Liga wurde bei uns im Kreis verkündet, es werde nicht 4:4 gespielt, sondern, wie gehabt, 7:7. :( Leider kenne ich keine Hintergründe.

    300 Schweizer Franken sind in der Tat ziemlich happig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Spielabsage bei uns in der Jugend ähnlich hart bestraft wird. Ich selbst halte es für ungeschickt, Spieltermine in die Ferien zu legen. Als Trainer würde ich mir, wie gesagt, weniger Pflichtspiele wünschen, ich könnte ja immer noch entsprechend viele Freundschaftsspiele vereinbaren, wenn mir meine Spieler zu wenig auf dem Platz sind. Ich würde allerdings den Unwillen, an dreißig bis vierzig Spielen im Jahr, bzw. in der Zeit von September bis Juni, denn das entspricht ja der Saison, teilzunehmen, nicht als Larifari.

    Hier in Hessen ist auch eine Strafe fällig, wenn man zu einem Spiel nicht antritt. Wie hoch sie ist, weiß ich aber nicht. Ich verstehe schon ein Stück weit deinen Frust, TRPietro, andererseits sollte man als Trainer, wie ich finde, nicht den Fehler machen, davon auszugehen, dass allen Spielern der Fußball genauso viel bedeutet wie einem selbst. Speziell die leidenschaftlichsten und ambitioniertesten Trainer können schon mal dazu neigen, ihrer Mannschaft allzu viele Termine auszumachen, was dann durchaus auch mal Stress bei den Familien verursachen kann. Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Leute auch noch ein Leben neben dem Fußball haben und auch da immer mal wieder Termine anfallen. Außerdem möchte ich zumindest den heutigen Kindern und Jugendlichen, die gefühlt fünf mal so viele Termine haben wie wir damals in den späten Siebzigern und Achtzigern, es durchaus auch mal gönnen, gar nichts vorzuhaben, und zwar nicht nur mal zwei Stunden zwischendrin.


    Ich weiß nicht, wie der Spielbetrieb bei Euch so ausgeführt ist, aber bei uns ist schon die D-Juniorengruppenliga 14 Mannschaften stark, was bereits bei der U13 zu 26 Pflichtspielen in der Saison führt. Ich habe eben mal nachgeschaut, sogar in der E-Juniorenkreisliga ballen sich schon so viele Mannschaften. Wir reden hier von U11! Ich kann ja glauben, dass viele Kinder gerne Fußball spielen, aber so viele Pflichttermine sind mir persönlich zu viele. In unserer B-Junioren-Kreisklasse wird es übrigens noch heftiger, sie ist 17 Mannschaften stark, das ist also fast schon Bundesliga.


    Ich finde es eigentlich gut, dass Ihr kleine Mannschaften bildet und so jeder Spieler auf eine hohe Einsatzquote kommt. Aber ich persönlich finde, dass zumindest der hierzulande übliche Spielbetrieb zu viele Pflichttermine verursacht. Mir wäre es als Trainer lieber, wenn man weniger Pflichttermine hätte und stattdessen individuell mehr Freundschaftsspiele ausmachen könnte. Da kommt ja noch dazu, dass viele Jugendtrainer diese sog. Test- und Vorbereitungsspiele noch zusätzlich ausmachen. Bei uns war es kürzlich so, dass noch vor Beginn der Rückrunde noch sechs Vorbereitungsspiele hinzu kamen, vier davon an aufeinanderfolgenden Samstagen und Sonntagen, es waren also zwei Wochenenden komplett für Fußball vorgesehen. Daneben gab es in der selben Zeit noch zwei Hallenturniere. Bei aller Liebe zum Sport, aber irgendwann ist auch mal genug.


    Ich weiß nicht, ob du es auch so treibst, ich verstehe auch, dass zu als Trainer zwischen dem Verband und den Spielern hängst und es von beiden Seiten abbekommst. Ich weiß aber nicht, ob es sinnvoll ist, nur auf die Spieler und die Eltern zu schimpfen und ihnen eine mangelnde Einstellung zu unterstellen. Man sollte auch mal überlegen, ob die eigenen Ansprüche oder die Ansprüche des Verbands nicht vielleicht ein wenig übertrieben sind.

    Um das Feld würde ich mir nicht so große Sorgen machen. Entscheidender ist die Zahl der Spieler, an ihr ändert sich ja aber nichts. Das Feld wird zwar 15 Meter länger, aber deine Spieler werden ja auch älter und größer, und sollten daher rein körperlich mit der Zeit immer besser damit zurecht kommen. Wie du und andere schon festgestellt haben, üben die mittig stehenden Tore noch lange eine unheimliche Anziehungskraft aus, so dass eine Verlängerung des Spielfelds die Spieler eigentlich nicht stört, es dauert halt ein bisschen länger, bis man beim Tor des Gegners angelangt ist, aber man kann weiterhin hauptsächlich vertikal spielen, so wie es der Natur der Kinder entspricht. ;)


    Man trifft ab dem zweiten F-Jahr vermehrt auf Teams mit zugewiesenen Positionen, je nachdem, wie der Trainer den Fokus setzt, kommen dann dabei durchaus auch sehr kompakte Abwehrbollwerke dabei heraus, die nur schwer zu knacken sind. Im ungünstigsten Fall dann kombiniert mit dem einen schnellen oder durchsetzungsstarken Stürmer, wie es Don Quijote öfters gesehen hat. Ich würde mich davon aber nicht kirre machen lassen, mach Euer Ding einfach weiter und schult die Jungs darin, innerhalb des sie umgebenden 15-Meter-Kreises alle Situationen spielerisch zu lösen. Immer den Mut fördern, gleichzeitig aber vermitteln, dass man nur selten mit dem Kopf durch die Wand kommt -- wenn ich feststelle, dass zwei Mann in unmittelbarer Nähe zwischen mir und dem Tor stehen, noch ein Dritter dahinter, dann lohnt es sich, rasch zur Seite oder nach hinten zu blicken.


    In der Defensive tendiere ich derzeit dazu, E-Junioren noch dazu zu animieren, mutig gegen den Ball zu agieren, d.h. ich würde sie weiter in dem, was ich für ihr natürliches Verhalten halte, bestärken: der Spieler, der dem Ballführenden am nähesten ist, setzt diesen unter Druck. In diesem Zusammenhang würde ich beginnen, ins individualtaktische defensive 1:1 einzusteigen. Am Anfang wäre da erst mal nur, dass ich mich als Abwehrspieler geschickterweise zu Beginn der Aktion zwischen Gegenspieler und Tor aufhalte und nicht etwa neben oder gar vor ihm. Das zu verinnerlichen wird seine Zeit brauchen, da man es den Kindern ja auch nicht vorschreiben will, sondern sie nach und nach dazu führen möchte. Über viele 1:1-Übungen und Minispielformen würde ich dann versuchen, den Spielern möglichst viele Erfahrungen im defensiven 1:1 zu vermitteln. Bei den anderen Spielern würde ich versuchen ihnen beizubringen, dass es sinnvoll ist, dass der Spieler, der den Ballführenden attackiert, abgesichert wird. Nur, wenn er weiß, dass er abgesichert wird, kann er wirklich mutig in den Zweikampf gehen, deshalb würde ich mit dem Team erarbeiten wollen, dass sofort ein zweiter Spieler zur Absicherung Position bezieht. Und die anderen sollen alle möglichst rasch hinter den Ball kommen und das Spielfeld verdichten.


    Unsicher bin ich noch, wie man mit dem einzelnen gegnerischen Stürmer umgehen soll. Am liebsten wäre es mir, man könnte ihn einfach ignorieren, mir missfällt daran aber, dass man dann recht viele Gegentore fangen könnte, was die Kinder nicht wirklich gut einordnen können.. Steht der gegnerische Stürmer sehr hoch, so könnte man vielleicht den eigenen Torwart dazu animieren, sich so zu postieren, dass er gleichzeitig am Ball wäre. Dazu braucht man aber einen sehr aufmerksamen, entscheidungsschnellen und selbstbewussten Torwart, der auch noch im defensiven 1:1 sehr geschickt sein muss. Zieht der Stürmer außerdem stark nach außen, so kann der Torwart ihm nicht mehr folgen, sonst wäre er bei einem schnellen Vorstoß der Gegner nicht mehr rechtzeitig vor dem eigenen Tor. Ich habe im zweiten E-Jahr deshalb einen Abwehrspieler zurück gezogen, wenn wir gegen eine solche Taktik gespielt haben, er sollte den gegnerischen Stürmer zwar nicht in Manndeckung nehmen, und sich eigentlich auch am Spielaufbau beteiligen, aber es sollte halt ein Abwehrspieler zumindest so nahe sein, dass der hohe Stürmer nicht völlig ungestört agieren kann. Leider kommen E-Junioren so gut wie nie auf die Idee, den Ball auch mal nach hinten zu spielen, so dass dieser Abwehrspieler meistens tatsächlich eher zugeguckt hat, wenn wir in Ballbesitz waren. Deshalb habe ich auch angewiesen, dass diese Aufgabe alle paar Minuten ein anderer Spieler übernimmt.

    Hallo liebe Trainer, mögt ihr Freundschaftsspiele gegen
    1) gleich starke gegner ?


    Ja, wobei das nicht leicht zu treffen ist, hat man typischerweise in seinem Team doch ein gewisses Leistungsgefälle, so dass es einen deutlichen Unterschied ausmacht, ob man die stärksten oder die schwächsten Spieler auf den Platz schickt. Ich würde auch mal Spiele gegen vermeintlich schwächere Teams ausmachen, um dann die stärkeren Spieler auch mal raus zu lassen und um die zweite Garde mal ins erste Glied zu holen. Ich würde diese Spieler zwar auch in anderen Spielen möglichst ähnlich oft und lange wie die stärkeren einsetzen, versteht mich nicht miss, aber ich habe beobachtet, dass die zweite Garde sich oft halt doch hinter der ersten versteckt und sich eben doch mehr in die Wasserträgerrolle begibt, als wenn diese nicht auf dem Platz sind. Wobei es natürlich auch Spieler gibt, für die die Nebenrolle die richtige ist, aber das sind, wie ich meine, eigentlich nur wenige.


    2) spielt ihr auch gegen jüngere / ältere Jahrgänge


    Ungern, da sind mir sowohl die körperlichen als auch die geistigen Unterschiede i.A. zu groß. Meiner Erfahrung nach kommen viele Spieler auch nicht gut damit zurecht, wenn sie vorab wissen, dass sie gegen ältere oder jüngere Gegner spielen: vor älteren Gegnern haben sie zu viel Respekt, vor jüngeren zu wenig. Das beeinflusst beides ihr Verhalten auf dem Platz auf negative Art.


    3) gegen stärkere Gegner damit der Fokus auf eurer Abwehr liegt?


    Damit verlangst du sehr viel von D-Junioren, es ist unheimlich anstrengend und zermürbend, eine Abwehrschlacht zu spielen. Sieh es mal aus ihren Augen: sie rackern sich ab, schaffen es aber gerade so, allzu viele Tore zu verhindern. Andererseits kommen sie selbst vermutlich so gut wie nie vor des Gegners Tor und wenn doch, dann mit Einzelaktionen in deutlicher Unterzahl. Das ist, schlicht und ergreifend, völlig demotivierend. Würde ich nicht machen.


    Wäre das im Rahmen am Ende der Ferien am Sa + am darauffolgenden So ein Freundschaftsspiel zu machen oder ist das schon Eurer Meinung nach zu viel?


    Zwei Spiele oder Turniere an zwei aufeinanderfolgenden Tagen halte ich für zu viel.

    Danke für die Diffrenzierung, Dani2, das ist sehr hilfreich. Es wird dadurch deutlich, was dich von den erolgs- und tabellenorientierten Trainern unterscheidet, gegen die u.a. ich hier anschreibe. Wichtig finde ich auch den Hinweis, die Tabelle als Bestätigung, nicht jedoch als Ziel zu verwenden. ich bin zwar nach wie vor der Ansicht, dass man damit vorsichtig sein sollte, die Tabellenplatzierung als Bestätigung heran zu ziehen, da die Tabelle (oder, noch schlimmer, Turnierergebnisse) eben oft genug halt doch lügt und häufig kein objektives Maß der sportlichen Qualität darstellt. Aber ich gestehe dir zu, dass man auch mit der Tabelle geeignet umgehen kann, es ist halt aber nicht so einfach, wie der Laie sich das so vorstellt (oder eben auch nicht vorstellt, weil Laie sich um sowas keine Gedanken macht). Ansonsten gefallen mir deine Vorstellungen davon, wie du deine Spielerinnen fördern willst, sehr gut, da dein Ziel ja offenbar die ganzheitliche Förderung ist. Ich finde das ganz wichtig, dass noch mindestens bis in die D-Jugend umfassend gefördert und ausgebildet wird, dass bewusst bis mindestens zum Ende der D-Jugend darauf verzichtet wird, Spezialisten auszubilden. Tendenzen darf es geben, aber ich würde versuchen, sie noch recht schwach zu belassen. Zumindest stelle ich mir das jetzt noch so vor, ich habe ja keine D-Jugend mehr. Aber das Problem ist halt, dass unter einer solchen Verfahrensweise die Ergebnisse naturgemäß leiden, weil man eben die besten Stürmer auch mal hinten spielen lässt und die weniger abschlussstarken Spieler vorne hat. Da kommen dann schnell die Klagen, die Mannschaft könne sich ja nicht einspielen, sie würden ja immer wieder anders spielen, Spieler A, B und C würden ja auch völlig falschen Positionen spielen, etc. pp. Wenn da dann bereits in der Vergangenheit mit fast ausschließlich festen Positionen gespielt wurde und damit auch Erfolge erzielt wurden, ist es schwer, von der Sinnhaftigkeit des anderen Vorgehens zu überzeugen, zumal ja die Ergebnisse erst einmal leiden.


    Du hast übrigens völlig recht, wenn du fest stellst, dass ich in Antwort auf deine Posts mit Beobachtungen aus anderen Bereichen komme. Damit meine ich auch nicht dich, ich will nur schildern, was ich erlebe und sehe, und wogegen ich mich ausspreche. Einige deiner kürzeren Ausführungen passen da halt rein, das heißt aber nicht, dass das auf die übrige Situation auch zutrifft. Ich erwarte nicht von dir, dass du verteidigst, was du selbst nicht gutheißt, auch möchte ich nicht behaupten, dass du in allen, ja, nicht mal der Mehrzahl an Belangen so agierst wie diejenigen, die ich kritisiere.


    Man darf aber nicht vergessen dass weder Statistiken noch deren Analyse auch nur ein einziges Problem lösen.


    Absolut. Aber mit statstischen Erhebungen kommt man durchaus zu Erkenntnissen über das Verhalten komplexer Systeme, die sich nicht rein deskriptiv oder analytisch beschreiben lassen. Erkennt man mit statistischen Erhebungen Probleme, so kann man ggf. und in einem gewissen Rahmen auch die Daten aus der Erhebung nutzen, um Ursachenforschung zu betreiben. Politik, anderen Entscheidern und sonstigen Stakeholdern geht es ja aber nicht um die Erkenntnisse, sondern um die Rechtfertigung der eigenen Position.


    Ausserdem: Löst man Probleme erst wenn sie statistisch relevant werden kommt man in der Regel zu spät. Es ist in der Regel x-mal billiger und (politisch) einfacher, sich der Probleme bereits am Anfang zu wehren um dann, wenn es akut wird, mindestens schon mal PRAKTISCHE Erfahrungen gemacht zu haben, wie damit am effektivsten umzugehen sei.


    Schon richtig, dennoch sollte man doch Probeme auch dann angehen, wenn das zuvor versäumt wurde, oder?

    Wie bereits erwähnt (ich hoffe doch, ich hatte es) habe ich eben einige Zeit im Leistungsbereich gehabt und ich hatte nie wieder so viel Spaß am Fußball, wie dort.


    Das freut mich. Beachte aber, dass es auch viele Kinder und Jugendliche gibt, die sich nicht in dem Maß über ihre Leistung definieren, wie du es tatst und wahrscheinlich auch noch tust. In einem Leistungszentrum dürfte der Anteil der Spieler, die sehr leistungsorientiert sind, im allgemeinen höher sein als anderswo. Dort geht es vermutlich auch recht häufig knallhart zu, wer die Leistung über ein paar Wochen nicht bringt, läuft große Gefahr, aussortiert zu werden. Es stehen ja auch genügend weitere Kandidaten Schlange, um seinen Platz einzunehmen. Mir persönlich gefällt das zwar nicht, ich glaube, dass vielen Jugendlichen in diesem System Unrecht getan wird und vielen Spielern dadurch die Möglichkeit genommen wird, ihre Potenzial voll zu entfalten, aber sei es drum, dieser Spitzenbereich ist nicht unser Thema. Du sagst ja selbst weiter unten, dass du versuchst, die positiven Dinge aus den LZ in den Breitensport zu holen. Also bist du im Breitensport tätig. Ich ja auch, zumindest sehe ich es so. Ich verweise ja immer wieder auf die Mannschaft, in der mein Sohn spielt. Tatsächlich nimmt er gerade eine Auszeit, weil ihm der Druck in diesem Team zu groß wurde und er den Spaß am Fußball in diesem Rahmen veloren hat. Ich habe dieses Team ja bis zum letzten Oktober mittrainiert, bin also seit einigen Jahren sehr eng an diesem Team und seinen Spielern dran gewesen. Letzte Saison stellte ich hier im Forum auch die Frage, ob dieses Team als Leistungsmannschaft oder leistungsorientiert gelten kann, oder der Verein als Leistungsverein, ist es doch so, dass durch die ab der D-Jugend stattfindenden Kooperation zweier Vereine pro Altersklasse drei bis vier Mannschaften gebildet werden können, deren erste auch durchgängig in der Gruppenliga spielt. Ich komme zu dem Ergebnis, dass man sich irgendwo zwischen dem reinen Breitensport und dem Leistungssport befindet, man gibt zwar mit leichtem Zähneknirschen zu, dass die Profivereine eine Liga für sich sind, möchte aber gerne in der zweiten Reihe in der Region ganz vorne dabei sein. Allerdings hat man nicht wirklich eine konkrete Vorstellung davon, wie man das bewerkstelligen will. Solange die Ergebnisse stimmen, ist alles in Butter, sobald es da Enttäuschungen gibt, wird pauschal alles Erdenkliche in Frage gestellt. Wer sind die Leidtragenden? Vornehmlich die Spieler, und da vor allem die schwächsten. Denn schließlich sind es ja oftmals sie, die vorne die Chancen versiebt haben, den Ball nicht zum Mitspieler brachten, den entscheidenden Zweikampf vor dem Gegentor nicht gewannen, zu wenig Einsatz zeigten, etc. pp. Dabei übersehen die Kritisierenden, dass sie von diesen Spielern zu viel verlangen, dass ihre Ansprüche zu hoch sind. Und dass ihre Kritik unangebracht und ungerecht ist, sie außerdem genau zu dem Gegenteil dessen führt, was sie sich wünschen, nämlich zu einer Verunsicherung dieser Spieler, der Schädigung des Zusammengehörigkeitsgefühls und dadurch der weiteren Schwächung der Mannschaft. Das ist das, was meiner Meinung nach unweigerlich passiert, wenn man einerseits ergebnisfixiert ist und andererseits nach Schuldigen sucht, wenn die Ergebnisse nicht stimmen.


    Ich bin gerne bereit zu glauben, dass du so nicht agierst. Aber das ist es, was ich häufig sehe, wenn leistungsorientierte Trainer und Vereinsverantwortliche das Zepter schwingen. Und ich glaube auch, dass es durchaus schwierig ist, nicht dort hinein zu rutschen, wenn man einmal dem Reiz der Selbstbestätigung durch die Ergebnisse erlegen ist. Ich vergleiche das ganz gerne mit dem Gegensatz von Dunkler und Heller Macht in Krieg der Sterne, wobei ich da in erster Linie an die ersten drei Filme denke.


    Leider hat es für mich am Ende nicht gereicht, ich hätte wohl früher und vielleicht auch bei einigen Stationen professioneller rangehen müssen/gefördert werden müssen als Kind.


    Ich würde dem nicht nachtrauern. Geht es dir denn jetzt schlecht, bist zu unzufrieden? Du weißt doch gar nicht, wie es geworden wäre. Und die Laufbahn des Bundesligaprofis ist eine voller Unwägbarkeiten und der vielfachen Enttäuschungen. Das Buch von Timo Heinze fand in den letzten Jahren ja recht hohe Beachtung. So kann es auch gehen. Man sehe sich doch einfach mal nur die A-Jugendkader der Bundesligamannschaften an. Wie viele dieser Spieler landen denn tatsächlich in den Profiligen? Und das sind die Spieler, die immerhin am Schluss der Jugend übrig geblieben sind, nachdem schon jahrelang sortiert und gesiebt wurde. Auch interessant die ganzen Nachwuchsspieler, die in die Profikader aufgenommen werden, aber praktisch nie spielen oder gar auf der Bank sitzen. Was passiert eigentlich mit ihnen, wenn sie nach zwei Jahren, in denen sich für sie entweder keine Chance ergab oder sie sie in ihrer Einmaligkeit nicht nutzen konnten?


    Das versuche ich schon irgendwo jetzt nachzuholen, [...]


    Davon kann ich nur abraten. Erfahrungen in die jetzigen Tätigkeiten einfließen lassen: ja. Aber zu versuchen, jetzt irgendetwas, das man glaubt, versäumt zu haben, nachholen zu wollen: nein, ist selten eine gute Idee.


    [...] indem ich versuche für meine Mannschaft die positiven Dinge aus den Leistungszentren mitzubringen und mit dem Breitensport, den ich ja auch durchaus auch als Spieler kennengelernt habe, zu verbinden.


    Vergiss dabei halt nicht deine eigentliche Aufgabe: du bist für die Spieler da und nicht umgekehrt. Und zwar für jeden einzelnen. Sie sind dir jedenfalls nicht mehr schuldig als du ihnen. Man sollte auch nie mehr fordern, als man selbst bereit ist zu geben. Und selbst so viel darf man nicht fordern, man darf es sich lediglich erhoffen, und man kann versuchen, dazu zu motivieren.



    Irgendwo stimmt das schon. Allerdings würde ich es anders formulieren. Ich denke im Fußball gibt es nur einen Weg und kein Ziel. Wenn man sich ein Ziel setzt, lässt man irgendwann nach. Deswegen sehe ich es mehr als einen Weg mit vielen kleinen Zwischenstationen, er sollte möglichst mit Erfolg gespickt sein, um ihn angenehmer zu machen. Bleibt der Erfolg aus, wird er steinig und schwer. :D


    Iih, bäh, musste das jetzt sein?! "Schiri, übertriebene Härte, der Typ zitiert Xavier Naidoo!" :D


    Ansonsten bin ich durchaus bei dir, im Kinder- und Jugendfußball ist der Weg das Ziel. Ich teile guenters Meinung, dass es dabei auch verschiedene Wege gibt, allerdings glaube ich schon, dass es bessere und schlechtere gibt. Das Ziel des Trainers muss es sein, für sein Team den jeweils besten Weg zu finden.


    Aber du hast ja gesagt, man könne durchaus auf die Tabellenplatzierung verweisen. Es ist halt so, dass man sie damit zu einem Ziel macht, auch wenn man es nicht explizit tut. Und es ist ja durchaus häufig zu erleben, dass das Erreichen eines gewissen Bereichs in der Tabelle als Ziel ausgerufen wird. Die Ehrgeizigen, die wissen, dass ihr Ehrgeiz nicht überall gut ankommt, sagen dann "oberes Mittelfeld" und meinen insgeheim aber den ersten Platz...

    Viele der in den Massenmedien verbreiteten, auf statistischen Erhebungen beruhenden Untersuchungsergebnisse bedürfen einer genaueren Untersuchung und einer Berücksichtigung weiterer Information, bevor aus ihnen eine oder mehrere Aussagen gemacht werden können. Man muss sich auch bei jeder Statistik fragen, welche Aussagekraft sie eigentlich überhaupt haben kann. Steini hat schon auf Fehler bzw. Unzulänglichkeiten hingewiesen, die der PKS in Niedersachsen wohl mal nachgewiesen wurden. Ähnliche Beispiele ließen sich sicherlich zuhauf finden, werden wir doch heutzutage von Untersuchungsergebnissen, die auf statistischen Methoden beruhen, geradezu überflutet. Dass Statistiken gerne herangezogen werden, um den eigenen Standpunkt zu belegen, ist bekannt. Ebenso bekannt ist, dass viele statistische Untersuchungen handwerkliche Mängel aufweisen, darüber hinaus werden häufig die Aussagen der Untersuchungen verkürzt und daher unpräzise wiedergegeben. Beliebt ist es auch, bestimmte, der zur Agenda der sie nennenden Partei passende Aussagen hervor zu heben und andere, der Agenda widersprechende Ergebnisse zu verschweigen.


    Nichtsdestotrotz können statistische Erhebungen sinnvoll eingesetzt werden und wertvolle Ergebnisse liefern, gerade in Systemen, die so komplex sind, dass eine analytische Beschreibung und Modellbildung nicht möglich sind. Man muss aber bereit sein, ihre Ergebnisse geeignet zu interpretieren, Schnellschüsse sind diesbezüglich in der Regel nicht zielführend. So mag es sein, dass Ausländer in der PKS überproportional stark vertreten sind. Interessant dürften in diesem Zusammenhang aber ebenso die soziale Herkunft, das Einkommensniveau, der Bildungsgrad und vielleicht noch ein paar weitere Parameter sein. Auch die Art der Delikte, um die es geht, dürfte von Interesse sein. Und von entscheidender Bedeutung ist doch auch das Ziel der Erhebung wie der Interpretation. So muss es doch darum gehen, die Zahl der Straftaten zu verringern, und zwar möglichst effizient wie nachhaltig. Pauschale Aussagen dienen in diesem Zusammenhang nur den scharfmacherischen Populisten, die sich der instinktiven Urängste der Menschen bedienen wollen...

    Schade, dass die pure Erwähnung des ethnischen Hintergrundes (bei diesen Begriffen erschauere ich ein wenig, unangenehm sind sie mir auf jeden Fall) dazu geführt hat, dass die Diskussion so hitzig und mittlerweile unsachlich geworden ist. Ich fand eigentlich nicht, dass der OP ausländer- oder türkenfeindlich rüber kam, die Erwähnung der Sprache hat doch deutlich zum besseren Verständnis der Kommunikationssituation bezüglich des Schiris und der beiden Trainer beigetragen. Wie die meisten Kollegen, die unmittelbar darauf geantwortet haben, empfinde ich die geschilderte Situation als absolut inakzeptabel, so dass meiner Meinung nach ein Spielabbruch und eine Meldung geboten waren. Soviel dazu.


    Also nochmal auf Null: Du findest nicht, dass Spieler mit Migrationshintergrund auf dem Fussballplatz öfters als Aggressoren auffallen als Andere??


    Ich möchte sicher kein Öl ins Feuer gießen. Aber Jenny82, selbst wenn es so wäre, wie es dein Eindruck ist, was willst du damit sagen? Selbst wenn es so wäre, kann das doch nicht die Vorverurteilung aller Spieler mit Migrationshintergrund rechtfertigen. Sicher gibt es im Fußball jede Menge fauler Äpfel, das ist hier ja ständiges Thema. Aber es gibt auch ganz viele feine Kerle (und Mädels). Ich warne davor, mit Vorurteilen in Begegnungen zu gehen, das eigene Verhalten trägt durchaus auch seinen Beitrag zur Stimmung bei und wenn man negativ an das Zusammentreffen heran geht, so kann das in einer selbsterfüllenden Prophezeiung enden.

    Mir fiel bei dem Titel unweigerlich der für mich nur schwer zu ertragende Xavier-Naidoo-Titel aus der WM 2006 ein... =)


    will ich etwas bestimmes erreichen, ist immer das Ziel und nicht der Weg der entscheidende Faktor.
    "viele Wege führen nach Rom", könnte, ist jetzt aber nicht von mir


    Ganz der Schelm, der es aber durchaus ein bisschen ernst meint, erwidere ich darauf: "Ja, man kommt sicher in Rom an, je nachdem, welchen Weg man eingeschlagen hat, kann es aber schon sein, dass es länger oder kürzer gedauert hat, und dass unterschiedlich viele Teilnehmer der Reisegruppe die Ankunft auch erleben."

    Nur als Hinweis: Wegen der WM ist der Spielbetrieb doch schon recht zeitig abgeschlossen. Dieses Jahr sind wir in Hessen zugegebenermaßen wahnsinnig spät dran, aber bei uns beginnen die Ferien erst acht Wochen nach dem letzten Pflichtspiel.

    Gerade auf Spiegel Online gesehen: http://www.spiegel.de/schulspi…se-besuchen-a-955362.html


    Daraufhin habe ich mal den Datenkraken nach 'pushy parents football' befragt und folgende Seite mit einem sehr schönen Beitrag gefunden: http://www.footy4kids.co.uk/hey_parents.htm#. Interessant alleine schon, dass die Catch-Phrase des Pink-Floyd-Hits aufgegriffen wird.


    Hier noch zwei Artikel der BBC zum Thema:

    Ich denke wir haben beide unsere Meinung, keiner will auch nur Zentimeter davon abrücken und dementsprechend halte ich es nicht für sonderlich sinnvoll, hier noch weiter alle paar Tage die Zeichenbegrenzung zu sprengen.


    Das musst du ja auch nicht. Mir passiert es regelmäßig, wenn ich mal im Fluss bin, dann fällt es mir schwer, mich zu bremsen. Ich hoffe dabei allerdings, mich nicht nur zu wiederholen, sondern meine Punkte vielmehr so deutlich zu machen, dass sie verstanden werden und nachvollziehbar sind.


    Allerdings danke ich für die wirklich interessante und vor allem sehr freundlich, geführte Diskussion und denke, dass ich dich doch in einigen Punkte zumindest nachvollziehen kann.


    Den Dank erwidere ich gerne. Deine Positionen sind für mich allerdings überwiegend bekannt, ich habe sie überwiegend, wenn nicht schon alle bereits bei mir selbst oder bei anderen erlebt, gehört, erfahren. Ich antworte deshalb auf deine Äußerungen, weil ich meine, diese Positionen als falsch erkannt zu haben. Auch wenn ich dich gerne überzeugen würde, so ist das doch nicht mein primäres Ziel, ich kann, darf und will dir deine Meinung nicht vorschreiben. Stattdessen geht es mir um die übrigen Leser hier im Forum.


    Ich glaube wir haben auch beide etwas zu unterschiedliche Erfahrungen in manchen Bereichen gemacht und gehen deshalb auch unterschiedlich an das Thema heran.


    Das kann ich zwar nicht ausschließen, glaube es selbst aber nicht so sehr. Ja, es kann sehr gut sein, dass wir sehr unterschiedliche Erfahrungen und auch in verschiedenen Bereichen gemacht haben. Diese haben sicher auch einen Einfluss auf unsere Positionen und Meinungen. Ich befürchte aber, dass eine Diskrepanz bereits zwischen unserer jeweiligen Ausgangsbasis besteht. Ich strebe danach, jeden Spieler möglichst optimal zu fördern und glaube daran bzw. hoffe, dass sich dadurch auch der sportliche Erfolg von selbst einstellt. Er ist weniger das Ziel als vielmehr die logische Konsequenz des überwiegend richtigen Handelns von Trainer, Spieler und Eltern. Du hingegen scheinst mir den sportlichen Erfolg durchaus als Ziel zu sehen und misst dem Weg dorthin eine geringere Bedeutung bei als ich. Bitte widersprich mir, wenn ich mich täusche. Ich möchte hiermit auch ausdrücklich kein Urteil abgeben, sondern einzig auf den Unterschied hinweisen, den ich zu erkennen glaube.


    Aber wie gesagt, wir kommen hier keinen einzigen Schritt vorwärts, sondern halten dem anderen nur unser eigenes Bild vor. :)


    Ja, dem anderen und dem Rest der Welt. Dabei ist mir, bei aller Wertschätzung deiner Person, letztere Partei wichtiger, ich hoffe, das verzeihst du mir. :)

    Ich erlebe es doch im Team meines Sohnes. [...]


    Ich kann da übrigens mit einer weiteren Erfahrung aufwarten, und zwar aus der Rückrunde der letzten Saison, damals war ich noch als einer von zwei Trainern mitverantwortlich für diese Mannschaft, wenn sich auch schon gewisse Risse zwischen uns Trainern zeigten und ich im Nachhinein das eine oder andere anders machen würde, allerdings halt auch mit der in der Zwischenzeit gemachten Erfahrung...


    Jedenfalls war es so, dass dieses Team ja die junge "Perspektivmannschaft" war, die nach Leistungskriterien aus allen E-Jugendaltjahrgangsmannschaften gebildet worden war. In der ersten D-Jugendsaison spielte sie in der D2/9-Kreisklasse, einer sehr heterogenen Gruppe aus Jungjahrgangsmannschaften, die D9 spielten, und zählte zu den drei objektiv stärksten Teams in diesem Klassement. Die Hinrunde lief sehr gut, die Rückrunde zu Beginn auch. Dann begann nicht nur in dieser Mannschaft die Planung für die nächste Saison, es kamen einzelne Spieler von draußen zum Probetraining vorbei, die Spieler wurden sich der Tatsache bewusst, dass am Ende der Saison die Karten neu gemischt werden, dass neu eingeteilt wird. Die Leistungen der Mannschaft ließen zusehends nach, im Nachhinein meine ich auch feststellen zu können, dass gerade die Spieler, die sich in dieser Mannschaft als eher schwächer empfanden, deutlich abfielen. Es war vermehrt defensiv geprägtes, wenig mutiges Spiel zu sehen, das darauf abzielte, so sehe ich es jetzt, nur wenig Verantwortung tragen zu müssen und gleichzeitig möglichst wenige Fehler zu machen. Ich hatte gegen Saisonende das Gefühl, dass nur noch wenige Spieler wirklich Spaß am Spiel hatten, die besseren nervte, dass kaum noch Spielfluss aufkam und sie zu viel machen mussten, die schwächeren gingen ohnehin schon länger mit dem Ziel in die Spiele, es nur möglichst schnell hinter sich zu bringen, hoffentlich geht es gut aus. Nur die paar Spieler, die sich in ihrer eigenen kleinen Blase aufhielten, die eigentlich nie ein Wässerchen trüben kann, agierten noch genauso wie ein halbes Jahr zuvor.

    Klingt interessant, aber wenn bei uns alle Trainer bei den Platzwarten mit einer Anfrage fünf Tage vor einem Spiel kommen erschießt der uns und läßt uns auf dem Parkplatz spielen. Dazu sind auch langfristige Spielverlegungen wegen Klassenfahrten, Kommunion, Konfirmation, usw. wohl eher schwierig.


    Korrekt, beiden Problemen kann man aber begegnen. Mir fallen folgende Lösungen ein, es mag noch bessere geben:

    • Kurzfristige Ansetzung: Hierzu fallen mir drei Alternativen ein:

      • Man reserviert die Plätze aller teilnehmenden Mannschaften, am Spieltag wird dann nur die Hälfte der Plätze benötigt, die andere Hälfte ist frei und kann kurzfristig genutzt werden.
      • Man legt vorab für jeden Spieltag fest, welche Mannschaften Heim- und welche Gastrecht genießen. Man kennt noch nicht die Paarungen, weiß aber, wann man zu Hause spielt und wann auswärts. Das Schweizer System wird insoweit abgeändert, dass die erstplatzierte Heimmannschaft gegen die erstplatzierte Gastmannschaft spielt, die nach aktuellem Tabellenstand zweitstärkste Mannschaft aus dem Heimtopf für diesen Spieltag gegen die zweitstärkste aus dem Gasttopf, usw. Dabei wird die weitere Regel des Schweizer Systems, dass man nicht mehr gegen Gegner antritt, gegen die man bereits gespielt hat, weiterhin beachtet. Der Turnierplaner als einzige Software, die ich kenne, die das Schweizer System überhaupt unterstützt, kommt damit noch nicht klar, allerdings wäre es nicht sonderlich schwierig, eine entsprechende Software zu entwickeln.
      • Man plant aufgrund der aktuellen Tabelle nicht den nächsten, sondern den übernächsten Spieltag oder den danach. Dazu müssen zu Beginn die Paarungen nicht nur eines, sondern zweier oder dreier Spieltage gelost werden, die Mathematiker mögen beantworten können, ob die Tabelle anschließend ein anderes Konvergenzverhalten zeigt als beim puren Schweizer System. Man könnte so zwei oder drei Spieltage in die Zukunft planen.


    • Spielverlegungen: Auch hier fallen mir zwei Optionen ein:
      [list=1]
    • Man wertet das verschobene Spiel zunächst so, wie man es gemäß Tabellenstand erwarten würde, d.h. die besser platzierte Mannschaft erhält ein fiktives 3:0, so dass eine neue Tabelle erzeugt werden kann, in der alle Teams die selbe Anzahl an Begenungen hatte. Später trägt man das Ergebnis nach und die anschließende Tabelle spiegelt das tatsächliche Ergebnis wieder. Hat der Favorit gesiegt, so liegt der einzige Fehler in der Zwischenzeit in der Tordifferenz, das sollte kein sonderlich großer Fehler sein. Gab es eine Überraschung, so hofft man, dass die zwischenzeitlich erfolgten Spiele dennoch für alle beteilgten Mannschaften akzeptabel waren, was aber durchaus anzunehmen ist, denn die Referenz ist ja immer die zufällig zusammen gestellte Staffel.
    • Man trägt die Ergebnisse einfach noch nicht ein, beide Teams bleiben auf ihrer Punktzahl und rutschen evtl. nach hinten, jedenfalls nicht nach vorne. Wenn das Spiel nachgeholt wird, wird die Tabelle aktualisiert, dann macht ggf. eine Mannschaft einen größeren Satz nach vorne.


    Wichtig ist, dass man sich des Ziels der Maßnahme bewusst bleibt: es geht nicht darum, einen Sieger und einen Verlierer zu küren, sowie die weiteren Plätze zu vergeben. Es geht vielmehr darum, dass alle Teams möglichst gegen andere Mannschaften spielen, die möglichst ihrer Kragenweite entsprechen. Die Gesamttabelle ist dabei nur Mittel zum Zweck, aber sicher kein Zweck an sich.


    Das Verfahren ließe sich übrigens ja modellieren und entsprechend oft im Computer durchspielen, mit unterschiedlichen und verschieden vielen Parametern, je nach Komplexität und Detaillierungsgrad des Modells. Anhand dessen könnte man auch ermitteln, welche Auswirkungen bei Nutzung der verschiedenen Ansätzen zur Lösung der praktischen Probleme zu erwarten sind. Wäre das nicht ein Thema für eine Diplomarbeit im Bereich der IT-gestützten Sportwissenschaften?

    (forts.)


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern mit den Onlinetabellen des BFV und Co. gar nicht vertraut sind.


    Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die ehrgeizigen Eltern sie sehr gut kennen.


    Sie sehen die Leistung ihrer Kinder an einem Nachmittag und ziehen daraus kurzfristige Schlüsse. Der Vater eines Freundes und Mitspielers von mir hat zum Beispiel keine Ahnung gehabt, dass wir im letzten Spiel bereits sicher aufgestiegen waren. Aber sein Sohn hat kein Tor geschossen und wurde lautstark bei jeder Situation gefordert. Da gab es richtig Ärger mit dem Trainer, weil der im unbedeutenden Spiel eben ordentlich durchrotiert hatte.


    Solche Eltern sind ein Problem für den Trainer. Ihnen muss er mit seinem Konzept und seinen Überzeugungen gegenüber treten, sie muss er einfangen und überzeugen. Da sie nicht selten auch die Eltern der stärkeren Spieler sind, ist das sicherlich oft nicht einfach, manchmal auch nicht möglich, da kann es dann auch zur Trennung kommen, weil die Ansichten einfach nicht ausreichend in Einklang zu bringen sind, am Ende aber der Trainer die Linie vorgeben muss. In dem von dir genannten, konkreten Fall empfinde ich den Umstand, dass dieses Spiel als weniger wichtig eingeschätzt wurde, weil der Aufstieg schon in trockenen Tüchern war, als genau in die falsche Richtung gehend, mindestens im Kinderfußball. Ich bin der Meinung, dass es (auf jeden Fall im Kinderfußball) keine unterschiedlich wichtigen Spiele gibt, ihre Bedeutung ist immer die selbe. Ich habe es auch stets abgelehnt, von Punktspielen zu sprechen, ich verwende den Begriff Pflichtspiel. Freundschaftsspiele waren und sind für mich aber stets von ebenso hoher Bedeutung. Dadurch reagiere ich auch wenig positiv darauf, wenn einzelne Familien zu keinem Pflichtspiel, aber so gut wie allen Freundschaftsspielen, zu denen ihr Kind eingeteilt ist, absagen... Ja, das habe ich schon erlebt.


    Auf jeden Fall. Aber Erfolg trägt auch seinen Teil zum Spaß dazu bei.


    Sicher. Aber eben nur einen Teil. Und gerade bei Kindern ist es so, dass sie sich viel nachhaltiger an ihre eigenen gelungenen Aktionen im Spiel erinnern als an das Ergebnis. Mein Sohn kann sich heute noch an ein paar persönliche Highlights aus seinen F-Jugendspielen erinnern. Gegen wen sie da gespielt haben und wie das Spiel ausging, das weiß er aber nicht mehr. Ansonsten siehe meinen zweiten Absatz oben.



    Das wollen die Kinder aber auch. Siehe Schuhe, Trikots mit entsprechendem Namen drauf, hunderte von Videos auf Youtube (Stichwort DVDFussballtrainer, die überall hinschreiben XY-Training wie Cristiano Ronaldo) etc. Auch Kinder wollen ihren Idolen doch nacheifern und ein Ronaldo verliert eben auch ungerne.


    Das ist doch Folge unserer extrem leistungsorientierten Konsumgesellschaft. Mit der Champions League wird immens viel Kohle verdient, irgendwie muss sie doch wieder rein kommen. Die Millionen, wahrscheinlich sogar eher noch Milliarden, die Adidas und Nike, um die beiden größten Konzerne in diesem globalen Geschäft zu nennen, in Sponsoring und Marketing stecken, müssen doch auch wieder verdient werden. Und wie geht das am besten? Durch Emotionalisierung, ganz einfach. Idole kreieren, Personen- und Vereinskult fördern, diese multimedial nach allen Regeln der Kunst, und das sind mittlerweile ja immens viele, in Szene setzen. Hey, das ist einfach ein Riesengeschäft. Und die Kinder sind diejenigen, die sich davon am allerleichtesten und am stärksten beeinflussen lassen. Da reicht es ja schon, eine Comicfigur auf dem Joghurt zu haben und diesen in sechzig bis hundert Zentimeter Höhe zu platzieren, um das Interesse zu wecken.


    Die Kinder glauben zu wollen, ja, aber sie sind eben noch unheimlich beeinflussbar. Für die Wirtschaft sind sie nur eine Zielgruppe, Adidas und Nike geht es nur darum, von dem Kuchen auch im Bereich der Fünf- bis Zehnjährigen ein möglichst großes Stück abzubekommen. Dazu wenden sie sich bewusst und gezielt an Urinstinkte. Trainer und Eltern hingegen haben einen Erziehungsauftrag und sollten ein deutlich differenzierteres Bild davon haben, was für die Kinder gut und was hingegen auch weniger gut ist.


    Bei mir hat schon mal ein Mädchen in der Kabine geweint, weil wir verloren haben und das lag definitiv nicht an mir, sondern weil sie an sich selbst den Anspruch gestellt hat, den Sieg zu holen.


    Hey, mein Sohn war und ist schon immer einer der ehrgeizigsten Spieler im Team und auf dem Platz, er hat nach Niederlagen immer zu denjenigen gezählt, die die größte Enttäuschung empfanden. Er ist zwischenzeitlich nach einzelnen besonders frustrierenden Erlebnissen während des Spiels heulend vom Platz marschiert. Ich selbst gebe im Spiel (mit ausgeglichenen Teams oder wenn meine Mannschaft die schwächere ist) auch von Anpfiff bis Ende alles, mir macht es einfach weniger Spaß, wenn ich nicht mit vollem Einsatz dabei bin. Und natürlich gewinne ich eine knappe Partie auch lieber als sie zu verlieren. Aber ich weiß auch, dass es eben häufig einzelne Fehler sind, die ein Fußballspiel entscheiden, einzelne Unachtsamkeiten, die aber alle unbeabsichtigt sind, die jedem Spieler hätten passieren können. Für mich liegt der Maßstab in den Fähigkeiten der Spieler, sowohl ihren individuellen Fähigkeiten als auch in ihrer Bereitschaft, als Team aufzutreten und zu spielen. Wenn das Team in diesen Punkten das zeigt, was es zu leisten imstande ist, bin ich zufrieden, das Ergebnis ist zweitrangig.


    Insofern finde ich, dass das Mädchen, das du nennst, ein falsches Ziel verfolgt. Insbesondere ist der Sieg ein Ziel, das sie alleine nicht erreichen kann. Natürlich ist der Sieg ein Ziel, sozusagen die Vision der positiven Folge der eigenen Anstrengungen, aber es sollte ihr bewusst sein, dass sie nur ihren Teil zum Sieg beitragen kann, sie kann das Ziel nicht alleine erreichen. Dazu braucht sie die Mitspielerinnen, von ihnen erhofft sie Unterstützung, gleichzeitig sollte sie ihnen so viel Unterstützung geben, wie sie sie sich von ihnen erhofft. Ist sie dann am Ende des Spiels mit dem Maß ihrer eigenen Anstrengung zufrieden, so darf sie zufrieden sein. Das Ergebnis braucht auch sie dann nicht zu interessieren. Wenn es passt, um so besser. Wenn nicht, egal. Ist das Ergebnis gut, die eigene Leistung aber nicht, so darf das ein Ausrutscher sein, wir sind Menschen und keine Maschinen. Sie darf sich aber dessen bewusst sein, dass sie es besser kann, aber auch hoffnungsvoll, dass es das nächste mal wieder besser klappt. Spiegelt das Ergebnis die eigene Leistung wider, tja, dann darf man sich ärgern, aber halt vor allem über sich selbst. Aber auch akzeptieren, dass man eben nicht immer alles richtig machen kann, dass es halt auch mal gebrauchte Tage gibt, dass es immer ein nächstes mal gibt, bei dem dann die Karten wieder neu gemischt sind und man von vorne anfangen kann.


    Da hilft es dann auch nichts, wenn man sich als Trainer, so wie ich in dieser Situation, hinstellt und erklärt, dass man spielerische Fortschritte gesehen hat und dass wir im Rückspiel noch eine Chance haben.


    Ich würde nicht aufs Rückspiel verweisen, du übernimmst damit doch ihre Wertvorstellung, du sagst ihr doch, dass sie Recht hat, wenn sie das Ergebnis als Indikator für ihre Leistung nimmt. War es das denn aber? Hat sie schlecht gespielt? Wenn sie so enttäuscht ist, vermute ich, dass sie eher eine der stärkeren Spielerinnen sein dürfte, eine, die eigentlich immer überdurchschnittlich gut spielt. Dann gilt es, das zu loben. Und man kann ja auch ruhig sagen, woran es gelegen hat, wenn man denn glaubt, es erkannt zu haben, und wenn es etwas ist, an dem sie und ihre Mitspielerinnen etwas ändern können, es etwas ist, was für sie erreichbar ist. Der Hinweis auf das Rückspiel verstärkt doch nur die Erwartungshaltung. Ich halte das im Kinder- und eigentlich auch noch im Jugendbereich für häufiger kontra- als produktiv.


    Das war auch aus dem Thread-Titel. ;)


    Schon klar, ich fand ihn aber von vornherein nicht sonderlich hilfreich.


    Die Abschaffung der Tabellen halte ich nicht für sinnvoll. Dann spielt man praktisch ein Jahr lang für nichts.


    Wie TW-Trainer schon sagte: Das ist genau das Gedankengut, die Überzeugung und Motivation, welche im Kinderfußball unangebracht ist. Es geht im Kinderfußball nicht um eine Rangordnung am Ende eines Jahres. Stattdessen geht es darum, dass die Kinder in der Zeit, die sie auf dem Fußballplatz verbringen, möglichst viel Spaß haben. Das Ergebnis ihrer Bemühungen ist dabei zweitrangig. Sicher gewinnen sie lieber als zu verlieren, genauso schießen sie lieber Tore als welche zu kassieren. Und natürlich freuen sie sich darüber, wenn sie nach dem Spiel zu der siegreichen Mannschaft gehören. Das dürfen sie auch alles. Aber Kindertrainer sollten den Fokus auf das Erlebnis, d.h. die Zeit zwischen An- und Abpfiff legen, und nicht auf das Ergebnis, sprich: das Resultat nach dem Abpfiff.


    Zu deiner These, man spiele ja sonst ein Jahr lang für nichts, so erwidere ich darauf, dass ein Jahr für Kinder eine Ewigkeit ist, sie haben ein völlig anderes Zeitgefühl als wir. Die meisten F-Junioren werden sich schwer damit tun, sich an das zugehörige Hinspiel zu erinnern, wenn sie in der Rückrunde ein zweites mal auf die Gegner der Hinrunde treffen. Und desweiteren dienen Kindertrainern die Spiele gegen andere Mannschaften nicht in erster Linie dazu, sich mit diesen zu messen. Es geht vielmehr darum, den Kindern neue Erlebnisse zu bieten, ihnen die Möglichkeit zu geben, das, was sie im Training lernen und üben, auch mal mit anderen Spielpartnern als denjenigen, die sie zweimal pro Woche im Training sehen, zu erproben. Natürlich erleben sie bei solchen Begegnungen auch eine anderes, stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl, sie sind üblicherweise auch motivierter, sie wollen sich schon messen und gegen die andere Mannschaft gewinnen. Das ist alles normal und gut. Aber der Kindertrainer selbst sollte den Fokus auf andere Aspekte legen.


    Beachte: es geht hier immer um den Kinderbereich, d.h. die Altersklassen bis zur E-Jugend. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Augenmerk etwas, eben der Entwicklung der Kinder entsprechend. Dennoch sollten die Trainer älterer Kinder und Jugendlicher stets darauf achten, dass sie ihre eigene Erlebniswelt hinter derjenigen ihrer Schützlinge einordnen. Auch eine C- oder B-Jugend ist noch keine Seniorenmannschaft und sollte auch nicht so geführt und behandelt werden.


    Es ist doch immer schön, wenn man am Ende sagen kann: "Hey, wir sind Dritter geworden. Super!"


    Leider ist das eben nicht immer schön. Es würde mich nicht wundern, wenn viele der Mannschaften, die auf dem dritten Platz landen, eigentlich gerne auf dem zweiten oder sogar dem ersten Platz gelandet wären. Tabellen bringen immer eine gewisse Erwartungshaltung mit sich, sie erzeugen nur in dem Fall keinen Druck, in dem die Abschlusstabelle von vornherein fest steht. Aber in dem Fall ist die Tabelle auch von vornherein überflüssig.


    Ich erlebe es doch im Team meines Sohnes. Es zählt in der Liga zu den stärksten Mannschaften, dementsprechend ist leider auch die Erwartungshaltung. Nun wurde ein Spiel gegen eine schwächere Mannschaft unerwartet verloren, man rutscht damit vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz ab. Nach dem letzten Spiel gegen den Tabellenersten, das knapp, aber vom Spielverlauf her auch verdient verloren wurde, wurde verlautbart, die Niederlage sei nicht so schlimm, man könne ja immer noch durch entsprechend viele Siege gegen die anderen Mannschaften am Ende Erster werden. Tja, der erste Schritt auf dem Weg dahin ist gleich daneben gegangen. Ich sehe da jetzt eher mehr Druck entstehen, und zwar durch die zu stark ausgeprägte Orientierung an Tabellen und Ergebnissen. Wir reden hier übrigens von einer D-Jugend älteren Jahrgangs. Das letzte Spiel war wohl recht schwach, ich selbst habe es nicht gesehen, da mein Sohn gerade eine Auszeit nimmt, zum Teil deswegen, weil es ihn stört, dass ein paar seiner Mannschaftskameraden in ihrem Ehrgeiz schnell verbissen werden und dann Mitspieler kritisieren und vermehrt zu Einzelaktionen tendieren. Diesen Spielern mache ich dabei nicht mal einen Vorwurf, sie hauen sich voll rein und zwar so, wie sie es für am ehesten geboten und richtig halten. Aber es funktioniert nicht, die kritisierten Mitspieler werden eingeschüchtert, spielen dadurch uninspirierten Alibi- und Angsthasenfußball, vermeintlich schwächere Spieler werden nicht mehr ins Spiel einbezogen, so dass die Offensive permanent in Unterzahl agiert, und die Einzelaktionen enden spätestens aber immer wieder beim dritten Gegenspieler, wodurch der Frust auch bei diesen leistungsorientierten Spielern steigt und sie sich immer mehr aus dem Mannschaftsverbund ausklinken, und so der Gegner in seinen Angriffen dann wiederum recht leicht zur Überzahl kommt. Damit ist der nächste Misserfolg gegen einen eigentlich schwächeren Gegner fast schon vorprogrammiert.


    Dieses Phänomen sehe ich übrigens auch in anderen Teams, teilweise sogar noch deutlich ausgeprägter. Sicher ist es Aufgabe des Trainers, dieses Problem zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Die Tabelle ist daran nicht alleine schuld, aber sie ist ein wichtiger Teil im Puzzle der aus meiner Sicht leider häufig übersteigerten Leistungsorientierung. Sie hat sicherlich gewisse motivierende Aspekte, aber man sollte sich der Kehrseite der Medaille unbedingt bewusst sein, diese hat nämlich ein durchaus erhebliches Gewicht.


    Nur sollte man nicht immer vor jedem Spiel auf die Tabelle verweisen und Druck über Ergebnisse ausüben. Wenn man schlecht abschneidet, DANN kann man die Tabelle ruhig als unwichtig erscheinen lassen, finde ich. Da freuen sich die Kinder doch bei beiden Situationen. Einmal ist man vorne gelandet, dann kann man deswegen loben, einmal ist man weiter hinten gelandet oder sogar vielleicht letzter geworden, aber dann ist es wichtig, dass man den Kinder zeigt, welche Fortschritte sie gemacht haben. Verstehst du was ich meine?


    Schon, es ist auch schön, wenn das so funktioniert. Aber wenn du deinen Spielern die zwei drei Jahre lang, die es gut lief, immer die Tabelle als Anlass zu Stolz und Nachweis der eigenen Fähigkeiten präsentiert hast, wie willst du dann die Kehrtwende hin bekommen, wenn es mal nicht so läuft? Und wie begegnest du dem Problem, dass auf Nachhaltigkeit und langfristige Ziele ausgelegtes Training auf kurze Sicht zu geringeren Erfolgen führt als es in den Mannschaften der Fall ist, die um des kurzfristigen Erfolgs die altersgerechte und langfristig angelegte Ausbildung missachten?


    Dem Problem mit den ehrgeizigen Eltern wird das auch nicht her. Die schauen schließlich beim Spiel zu und beobachten die Mannschaft, unabhängig von der Tabelle.


    Aber es ist ein wichtiger Baustein dabei. Es verdeutlicht, dass die Tabellen und damit die Ergebnisse unwichtig sind. Als Vorgabe des Kreises, des Verbands, des DFB. Der altersgerecht agierende Kindertrainer erhält dadurch die Rückendeckung der Autorität. Das ist durchaus von Bedeutung.


    (Fortsetzung folgt)

    der Trainer füllt jedes Mal einen Spielberichtsbogen aus, also wird das wohl auch übermittelt - oder nicht ? :S


    Ja, das ist mit ziemlicher Sicherheit so. Wenn es bei Euch so ist, dass zur Rückrunde in anderen, augeglicheneren Staffeln gespielt wird, als in der Hinrunde, dann verwendet Euer Staffelleiter die gemeldeten Ergebnisse, um für die einzelnen Staffeln Tabellen zu bilden und dann zur Rückrunde neue Staffeln einzuteilen. Dabei ist es wahrscheinlich so, dass alle Erst- und Zweitplatzierten in eine Staffel kommen, Plätze drei und vier in die nächste, usw. Je nach Anzahl der Staffeln und Teams pro Staffel kann die Verteilung abweichen, aber grundsätzlich werden die Mannschaften, die laut Tabellenstand am stärksten sind, zusammen geworfen, die Mittleren ebenfalls und die Schwächeren auch. Das ist insofern sinnvoll, als dadurch die Leistungsdiskrepanzen innerhalb einer Staffel verringert werden und die Mannschaften zum einen seltener gegen deutlich stärkere oder schwächere Teams antreten. Desweiteren hofft man, dass die Unterschiede selbst zwischen der stärksten und der schwächsten Mannschaft einer Staffel gegenüber der zufälligen Einteilung geringer sind. Generell wird eine solche Einteilungspraxis positiv gesehen.


    Als noch besser, aber auch aufwendiger, könnte ich mir, wie ich schon ein paar mal hier im Forum gepostet habe, einen Spielbetrieb vorstellen, in dem alle Mannschaften eines Kreises in einer einzigen Liga spielen, die dann nach dem Schweizer System funktioniert, welches dafür sorgt, dass nach den ersten paar Spielen, die ebenso zufällig zustande kommen wie in der konventionellen Hinrunde und daher auch durchaus mit einigen deutlichen Ergebnissen behaftet sein werden, sich eine halbwegs passende leistungsmäßige Sortierung über den gesamten Kreis bereits früher einstellt als erst zur Saisonhälfte. Ein evtl. als Nachteil empfundenener Unterschied zur aktuellen Praxis ist, dass nicht an zwei Terminen -- nämlich vor Saisonbeginn und nach Abschluss der Hinrunde -- Hin- und Rückrunde geplant werden, sondern eine kontinuierliche Pflege erforderlich ist, was aber unbedingt Kollege Computer übernehmen muss, so dass der Aufwand wiederum sinkt -- wenn die Spielergebnisse über Spielbericht Online eingehen, kann das Verfahren sogar ganz automatisiert werden. Außerdem weiß man erst kurzfristiger als heute, nämlich ca. fünf Tage im voraus, gegen wen man spielt und wo das Spiel ausgetragen wird. Das ist sicherlich eine Umstellung, die ich persönlich aber auch für absolut machbar halte.