Beiträge von tobn

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    Es ist zwar richtig, dass Papier geduldig ist und man sich natürlich immer ein eigenes Bild machen sollte, d.h. einmal oder, besser noch, mehrfach zum Training und auch mal zu einem Spiel der Mannschaft gehen sollte, zu der das Kind käme. Dennoch hätte ein Verein, der den altersgerechten KiFu auf seiner Seite propagiert und dort mir sympathische Verhaltensgrundregeln proklamiert, einen gewissen Vertrauensvorschuss. Genauso wie einer, bei dem es im Kinderbereich nur Spielberichte und Tabellen gäbe, erst mal mit einem Stigma behaftet wäre. Sicher kann und darf man nicht alleine auf einen Kodex oder ein Konzept vertrauen, aber ich sehe sie durchaus als sinnvolle Bausteine an.

    Als unsere Kinder noch in die Grundschule gingen, war ich im Elternbeirat, und da ging es in der Schule um die Erziehungsvereinbarung. Das ist letztlich auch sowas wie der Kodex, von dem wir hier reden: für jede beteiligte Partei ein paar eigentlich selbstverständliche Verpflichtungen. Auch im Kreis der Elternbeiräte wurde diskutiert, ob man sowas denn überhaupt braucht, was es bringt, usw. Ich persönlich finde sie (die Vereinbarung) gut, genauso wie ich einen (natürlicg geeigneten) Kodex gut fände. Es ist kein Regel- oder Gesetzesbuch, es stellt vielmehr dar, wofür der Verein steht oder stehen möchte, wie das Selbstverständnis ist, wie der Verein, und das sind ja alle Mitglieder, also auch die Spieler und häufig auch ihre Eltern, sich selbst sieht. Wenn man den Kodex unterzeichnet, dann entspricht das einer Selbstverpflichtung, man teilt dadurch mit: "ja, finde ich gut, das trage ich mit." Das finde ich durchaus wertvoll.

    Ich hatte ja auch einige Jahre lang die Mannschaft meines Sohnes trainiert. Damit habe ich vor ca. einem halben Jahr aufgehört, seit ein paar Wochen trainiere ich eine F2 mit, die vormals nur einen Trainer hatte, und das bei ca. zwanzig Kindern. Eigentlich hatte ich erst zur Saison 2014/2015 bei den Bambini wieder einsteigen wollen, aber einige Eltern der F2 sind mit der Frage, ob ich nicht unterstützen könnte, an mich heran getreten. Im Gegensatz zu Follkao empfinde ich keinen wirklich großen Unterschied zu damals, ich möchte zwar einige Dinge anders machen, das sind aber eher fachliche Themen, die mit der Zunahme an Erfahrung zu tun haben und eigentlich gar nicht mit der Emotionalität. Vielleicht ist eine etwas größere Distanz vorhanden, d.h. dass ich mich nicht mehr so sehr mit dem Team identifiziere, dazu war ich aber auch mit der Mannschaft meines Sohnes in den letzten zwei, drei Jahren gekommen.


    Ich nehme mal Follkaos Punkte auf, die ich gut nachvollziehen kann, und teile mal mit, wie es mir geht:

    • Keine besondere emotionale Bindung mehr zu einem einzelnen Spieler. Wozu das führen kann (Bevorzugung, Demoobjekt der Gleichbehandlung) haben wir in einem anderen Thread diskutiert.Alle Spieler sind gleich. Ich muss nicht mehr an einem Beispiel demonstrieren, dass alle gleich sind. Es ist einfach so.


    Ich bilde mir ein, dass das früher bei uns auch schon so war. Natürlich habe ich eine andere Beziehung zu meinem Sohn als zu anderen, aber während des Trainings war, so mein (vielleicht irriger) Glaube, nur sehr selten ein Unterschied festzustellen. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass mein Sohn sich im Training auch immer anständig benahm und nie eine Sonderrolle einforderte. Bei meinem Kollegen der F2, Vatertrainer, merke ich, dass das nicht selbstverständlich ist, sein Sohn verlangt danach, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten als die anderen Kinder. Gestern wurde er deshalb in einer der Gruppen untergebracht, um die ich micht gekümmert habe. Aber bei mir war das nie ein Problem.


    • Ich habe mehr Distanz zu allen Spielern. Als Vatertrainer waren die Spieler auch die Freunde meines Sohnes. Ich sah sie also nicht nur beim Fußball. Seien es Kindergeburtstage oder Schulveranstaltungen - ich traf sie oft.


    Das stimmt. Aber es ist zum Teil bei der neuen Mannschaft auch noch so, da vier der Kinder jüngere Geschwister von Mannschafts- und/oder Klassenkameraden meines Sohnes sind. Außerdem kennt man im Einzugsgebiet des Vereins, das sind zwei der drei Stadtteile unseres Hauptorts, die zusammen auf ca. 15.000 Einwohner kommen, wenn man selbst Kinder hat, sowieso schon ziemlich viele andere Familien aus Kindergarten, Grundschule und eben den Vereinen. Und dementsprechend läuft man sich da auch immer wieder über den Weg.


    • Ich gehörte früher zu zwei Gruppen: Ein bißchen zu den Eltern - war aber auch der Trainer. Die Grenze ist für mich jetzt ganz klar. Bei den Mannschaften meiner Kinder übernehme ich nur noch Elternaufgaben; in der Mannschaft. die ich trainiere, bin ich nur noch Trainer.


    Hmm. Es ist zwar richtig, dass Eltern- und Trainerdasein zwei unterschiedliche Rollen sind, ich habe aber weder früher den Gegensatz gesehen, noch sehe ich ihn heute so richtig. Klar, als Trainer gibt man den Ton an, man sagt, wo es lang geht. Aber man sollte doch auch versuchen, die berechtigten Interessen und Belange der Eltern zu beachten. Diesbezüglich gebe ich siebener recht, der in der anderen Diskussion, wenn ich mich recht entsinne, als Vorteil des Vatertrainers angab, dass er die Situation der Eltern besser zu verstehen vermag. Zumindest was den Vergleich mit kinderlosen, vielleicht sogar jüngeren Trainern anbelangt, stimme ich dem zu. Ich habe hier im Forum schon oft das Ansinnen vernommen, die Eltern zu "erziehen". Das mag manchmal auch tatsächlich notwendig sein, aber mich beschlich beim Lesen solcher Zeilen auch oft das Gefühl, dass da so eine Empfindung der Gegnerschaft und der Machtausübung mit schwang, wo ich mir Kooperation, Verständnis und gegenseitige Unterstützung wünsche. Das beziehe ich nicht auf Follkao, aber ich versuche sowohl als Trainer als auch als Elternteil, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass die Gesamtgruppe harmonisch funktioniert. Zumindest, solange die anderen dabei auch mit machen.


    [list][*]In meinem speziellen Fall ist es so, dass ich nicht mehr mit einem Jahrgang durch die Altersstufen gehe, sondern in einer festen Alterstufe jedes Jahr einen neuen Jahrgang trainiere. Sie kommen also ein Jahr (manchmal auch zwei) zu mir und dann gebe ich sie wieder ab. Ist für mich höchstspannend, jedes Jahr vor andere Herausforderungen gestellt zu werden. Mit meinem Sohn war ich mehrere Jahre bei einer Mannschaft geblieben.


    Das ist ja eigentlich eine ganz eigene Diskussion, eine, die ja auch hier im Forum schon mehrfach geführt wurde. Ich bin da, muss ich sagen, etwas hin- und hergerissen. Eigentlich neige ich mittlerweile dazu, dass ich es im Kinderbereich sinnvoll finde, wenn der Trainer bei der Mannschaft bleibt, so ähnlich wie es in den Grundschulen ist, wo ja auch eine Klasse ihre Klassenlehrerin im Normalfall von der ersten bis zur vierten Klasse behält. Ab der D-Jugend hielte ich dann Altersklassentrainer für besser, würde das aber mit der Bedingung verknüpfen, dass es eben im Verein ein Konzept gibt, das dafür sorgt, dass der Ausbildungsstandard und der Umgang aller Parteien miteinander einheitlich geregelt ist. Dann würde ich mir ein Verein ähnlich diesem wünschen: http://www.imspiel-magazin.de/…_TSV_W_Vereinskonzept.pdf, wo die Trainer der Altersklassen sich untereinander austauschen und die Trainer einer Altersklasse die Altersklasse gemeinsam trainieren. So gäbe es dann auch keinen, der von seiner Mannschaft sprechen würde, und die Jugendlichen müssten nicht die Ziele ihres Trainers erreichen.

    Wie aufwendig sind die Scheine denn bei Euch, Fußballbaron? Hier in Deutschland reden wir hier typischerweise vom Trainer C-Breitenfußball, Profil Kinder und Jugend, der mit einem Aufwand von mindestens 120 LE (Lehr- oder Lerneinheiten) à 45 Minuten verbunden ist. Das ist kein Pappenstiel und eine große Hürde für viele Trainer, die ja so schon für ihre ehrenamtliche Tätigkeit sehr viel Zeit aufbringen...

    Ich meine den Druck, demonstrieren zu wollen, dass ich meinen Sohn nicht bevorzuge. Daraus resultiert oft Benachteiligung (als Beispiel nur die Beschreibung von Günther). Als ich das erkannte, wollte ich das ins Gleichgewicht bringen und setzte mich neu unter Druck.


    OK. Diesen Druck hatte ich nie empfunden, ich war mir von vornherein meiner Rolle als Vatertrainer bewusst. In der Hinsicht hat es auch nie Probleme gegeben, und ich habe die Fragestellung auch immer mal wieder, wenn auch eher nebenläufig, in Einzelgesprächen zur Sprache gebracht. Wenn ich z.B. von einem Papa gefragt wurde, warum ich gerade meinen Sohn auswechselte -- es ging, wie ich an anderer Stelle schilderte, reihum.


    Klar: Die 10er-Kapitäns-Freistoßschützen-Vater-Trainer nehmen ihren Druck nicht als solchen wahr. Aber dadurch, dass sie ihren Sohn bevorzugen, zeigen sie doch, dass auch sie sich unter Druck setzen.


    Klar, ist schon richtig. Ich bin halt, wie gesagt, der Meinung, dass man auch als Vatertrainer 'richtig' handeln kann. Bei uns gab es zwei, drei mal den Fall, dass Eltern von neu hinzu gekommenen Kindern es nicht von selbst merkten, dass mein Sohn im Team ist, bevor ich es ihnen selbst sagte -- zugegebenermaßen habe ich damit aber auch kein halbes Jahr gewartet -- oder sie es von anderen Eltern erfuhren und mich dann darauf ansprachen, so nach dem Motto, sie hätten das ja eben erst erfahren und so, aber ganz positiv dabei.

    Interessanter Post, Follkao, mit dem du durchaus Recht hast. Noch denke ich allerdings, dass viele Vatertrainer ganz gut mit der Herausforderung umgehen können.


    Die Probleme des Vatertrainers werden nicht immer offensichtlich. Aber sie sind oft da. Und sei es nur, dass der Vatertrainer sich innerlichen Druck macht und dadurch leiten lässt. Seit ich kein eigenes Kind mehr trainiere, habe ich diesen innerlichen Druck nicht mehr. Und das ist kein Vorurteil. Das ist eine persönliche Erfahrung.


    Welchen Druck meinst du hier, das würde mich interessieren?

    Tja, wir haben leider kein Konzept. Auf meine Anregung und Angebot zur Mitarbeit bei der Erstellung habe ich leider keine Antwort erhalten. Es gibt offenbar andere Prioritäten, das Tagesgeschäft ist, so mein Eindruck, schon aufwendig genug.

    Ich war bis vor einem halben Jahr ja auch noch Vatertrainer. Bei uns im Verein werden die Mannschaften im Kinderbereich auch überwiegend von Vätern eines Mannschaftsmitglieds trainiert, ab und an gibt es auch mal jüngere Trainer, sie brauchen aber i.d.R. Unterstützung durch ein paar Väter, da sie, bedingt durch Schule oder den eigenen Sport, auch immer mal wieder ihre Mannschaft nicht betreuen können. Auch im näheren Umkreis stoße ich auf mindestens 50%, eher 75% oder sogar noch mehr Vatertrainer. Insofern kann es bei der Diskussion um Vatertrainer nicht darum gehen, ob es sie geben sollte oder nicht, denn sie werden einfach gebraucht, ohne sie geht es einfach nicht. Nicht ganz uneitel behaupte ich auch, dass die Befürchtungen, die allenthalben mit Vatertrainern in Verbindung gebracht werden, auf mich nicht oder höchstens kaum zutrafen. Ich habe mich von Anfang an redlich darum bemüht, allen Kindern die selbe Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, habe auch immer sehr großen Wert auf Gerechtigkeit in allen Belangen gelegt -- in dieser Hinsicht bin ich schon immer ein ziemlicher Fanatiker. Ich habe auch eine Anzahl anderer Vatertrainer kennen gelernt, denen ich bedenkenlos eines meiner Kinder überantworten würde.


    Die anderen Fälle habe ich aber natürlich auch erlebt, zum Glück noch nicht als Trainer meiner Kinder, aber in anderen Teams. Ich habe bisher aber den Eindruck, dass sie sich typischerweise nicht lange halten, denn während mir viele Trainer immer wieder begegnen, kann ich mich daran erinnern, je wieder auf einen der faulen Äpfel, wenn ich sie mal so nennen darf, getroffen zu sein. Es ist allerdings sehr bedauerlich, dass sie vermutlich in der Zeit, in der sie gewirkt haben, beträchtlichen Schaden angerichtet haben.


    Allgemein stehe ich dem Vatertrainer nicht anders gegenüber als anderen. Klar, er sieht sich mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die andere Trainer nicht haben. Ich denke aber schon, dass man diese Herausforderungen bewältigen kann, wenn man sie entsprechend angeht. Ich stimme zwar schon der Meinung zu, dass von zwei Trainern, die sich nur darin unterscheiden, dass der eine ein Kind im Team hat und der andere nicht, mir letzterer lieber wäre. Aber diese Wahl hat man erstens oft nicht, zweitens ist mir ein guter Vatertrainer lieber als ein schlechter Trainer ohne Kind im Team. Und mit der Qualität der Trainer, die ich bisher erlebt habe, hat die Frage, ob sie Vater eines Mannschaftsmitglieds sind oder nicht, nur sehr wenig zu tun gehabt.

    An und für sich ist es doch ganz einfach und der DFB sagt doch, worum es geht: Erfolgserlebnisse für alle. Man beachte die geschickte Kombination der Begriffe Erfolg und Erlebnis. Man beachte ferner die Abwesenheit des Begriffs Ergebnis.

    Erst einmal finde ich nicht, dass meine Mannschaft sooo stark ist. Wir sind kein Profiverein und wir sind auch kein Halbprofiverein. Die Spitze ist ziemlich breit in Deutschland, die absolute Hochleistungsspitze dafür ist von dieser breiten Spitze ab einem gewissen Alter sehr weit entfernt.


    Hmm, ja, das kann schon so sein. Dann gehören 'wir' wohl auch zur breiten Spitze, je nachdem, wie weit du meinst, dass sie nach unten geht.


    Ich finde, dass das, was ich geschrieben habe, generell anwendbar ist. Man sollte sich halt immer Gegner suchen, die ein bis zwei Stufen besser sind als man selber. Habe ich eine D-Jugend aus der 6. Liga, suche ich mir eine mittelmäßige D-Jugend aus der 5. Liga oder eben der 4. Liga usw.


    Kann man so sehen, ist wohl auch kein schlechter genereller Rat, wenn man seine Spieler permanent fordern will. Ich bin im Moment aber so drauf, dass ich vielleicht auch mal ein bisschen Entlastung geben will, oder mal die stärkeren Spieler raus lassen will, oder mal was im Spiel sehen möchte, das meinen Spielern noch nicht so leicht fällt. Vielleicht ist das aber auch Quatsch, denn Entlastung gibt man besser darüber, dass man halt mal gar nicht spielt, gegen die eigene schwächere Truppe sucht man sich einen Gegner, der dann ihnen gegenüber etwas stärker ist, und dafür, dass ich im Spiel das sehe, was ich mir wünsche, muss ich im Training sorgen.

    stimme dir absolut zu, das Besondere, das Einmalige wird in der Erinnerung immer wieder hervorgerufen.


    Hier gab es aber einen anderen, tiefergehenden Grund, der offensichtlich immer noch in der Erinnerung ist.


    "wir waren ja die Looser, abgeschoben in die E2" vom Looser zum Sieger, das war das entscheidende.


    Eben, deshalb stößt dieses Erlebnis so deutlich heraus, es war eine unheimlich positive Erfahrung, noch dazu vermutlich unerwartet.


    Nur nebenbei (und weil ich zu faul für eine PN bin und davon ausgehe, dass du das ab kannst): eigentlich korrekt wäre 'Loser'.


    die Aussage auf dem Schulhof, ihr seit ja Looser spielt nur E2, wurde mir seinerzeit zugetragen.
    war ab dem Zeitpunkt vorbei.


    Für mich ist das ein Grund gegen die Trennung nach Leistung in der E-Jugend...

    Aber unter dem Strich bleibt eben, selbst bei dem schlechtesten Trainer, der vieles falsch macht, eines stehen: Er verbringt kostenlos Zeit mit den Kindern anderer Leute, um diesen eine Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Solange er ernsthaft bemüht ist, sein Bestes zu geben (selbst wenn das nicht viel sein mag), hat er dafür Respekt verdient.


    Mal bewusst provokant gefragt: wie sieht es aus, wenn er maßgeblich deshalb kostenlos Zeit mit den Kindern anderer Leute verbringt, um sich selbst zu verwirklichen und, so zumindest der Eindruck, zu einem nicht unerheblichen Teil ureigene Ziele verfolgt?

    Ein Kodex kann nur vom Verein und nicht einzelnen Trainern erlassen und (am besten gleich als Auszug der "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" auch mit dem Eintrittsformular und als Beilage der Rechnung für die Vereinsbeiträge) verteilt werden.
    Ein Kodex gilt immer für den GANZEN Verein, resp. gibt es im Verein keine unterschiedlichen Kodizes.


    Schon recht, dann gib dem Kind halt einen anderen Namen, wenn es nur um mannschaftsinterne Vereinbarungen geht. Ich stimme dir zu, dass ein vereinsweiter Kodex individuellen Abmachungen der Mannschaften vorzuziehen ist, wenn es aber der Verein nicht hin bekommt oder die Trainer sich nicht auf einen Kodex einigen können, so finde ich es nicht verkehrt, wenn eine Mannschaft das für sich macht. Natürlich nur, sofern der Verein damit einverstanden ist.

    Ich habe selbst noch keine Blockwechsel durchgeführt, ich habe auch die selben Beobachtungen wie Don Quijote gemacht. Und in der Vergangenheit, als ich noch verantwortlicher Trainer war, habe ich auch mit zwei Auswechselspielern operiert, das hat gut funktioniert. Blockwechsel sind aber offensichtlich sehr beliebt. Geht man davon aus, dass man zwei Blöcke hat, das ist auch die Regel, dann kommt jeder Spieler auf eine Quote von ziemlich genau 50%. Vom Gerechtigkeitsgedanken her ist das wohl OK, auch wenn 50% mir persönlich immer zu wenig waren, weshalb ich selbst ja auch auf Blockwechsel verzichtet habe. Viele Leute scheinen damit aber kein Problem zu haben.

    Eben das finde ich auch. Es gibt ja die drei Parteien: Trainer, Spieler und Eltern. Jede Partei hat gewisse Rechten und gewisse Pflichten. Es ist ein Geben wie ein Nehmen, beides gehört dazu. Wenn die Trainer veröffentlichen, wozu sie sich verpflichten, fällt es den anderen Parteien sicher auch leichter, ihrem Teil nachzukommen.


    Ich weiß nicht, ob es bei Euch in den Schulen eine sog. Erziehungsvereinbarung gibt. Das ist letztlich genau das, halt auf die Schule umgemünzt, darin steht, wozu sich Schule, Schülern und Eltern verpflichten. So etwas fände ich im Verein auch gut. Ich wollte sowas für die D-Jugend meines Sohnes in dieser Saison machen, bin dann ja aber zurück getreten, bevor es dazu kam...

    Ich kann Chris' Äußerungen, die sich ja durchaus von meinen unterscheiden, durchaus zustimmen, wenn man berücksichtigt, dass er eine sicherlich ziemlich starke Truppe hat. Dann dürften auch stärkere Gegner nicht so viel stärker sein, dass seine Spieler kein bis kaum Land sehen. Und dann gebe ich ihm Recht, generell lernt man am meisten, wenn man etwas mehr geben muss als man bereits kann. Es kommt natürlich auch ganz deutlich darauf an, wie der Trainer seinen Spielern das Spiel verkauft und inwieweit er es schafft, die Spieler davon zu überzeugen, dass eben wirklich auch ein knapp oder nach sehr gutem Fight dennoch verlorenes Spiel wertvoll sein kann.

    Wenn sie mit ihrem starren System gut fahren, ist es doch auch OK. Bei den D-Hallenturnieren, die ich in der gerade zu Ende gegangenen Hallensaison beobachtet habe, wurde nahezu ausschließlich im Block gewechselt, und das in den meisten Fällen ziemlich nach der Uhr. Sowas hat den Vorteil für den Trainer, einfach und übersichtlich zu sein, bei den vielen kurzen Spielen in der Halle verliert man bei individuellen Wechseln sonst ganz schnell den Überblick. Und das ist halt auch das Problem mit der Flexibilität: macht man sich vorher gar keine Gedanken dazu, wie man vorgehen will, so kann man leider schon mal mitten in der zweiten Halbzeit feststellen, dass da noch ein Kind auf der Bank sitzt, das noch gar nicht auf dem Platz war... Mit zunehmender Erfahrung sinkt das Risiko, man muss sich dann vorab keine Gedanken mehr machen, weil einem das entsprechende Verhalten schon in Fleisch und Blut übergegangen ist. Für Neulinge halte ich eine gewisse Planung der Wechsel noch für durchaus empfehlenswert.


    Wichtig ist übrigens auch, dass man das Wörtchen Flexibilität nicht vorschiebt, um insgeheim erfolgsorientiert und einige Kinder benachteiligend zu agieren.

    Ich pflichte Uwe und ballgewinnski bei: niemand behauptet, Kindern ginge es um nichts. Im Gegenteil. Nur muss es eben nicht die Meisterschaft sein. In dem von dir geschilderten Fall war es so, aber es kann genausogut ein besonderes eigenes Tor sein, irgendein überraschender Sieg, ein Spiel, in dem man drei Bälle gerade noch so vor der Linie kratzte, ein besonders schöner Spielzug, alles mögliche. Es muss heraus stechen, aber eine Meisterschaft muss es wahrlich nicht sein.

    Hier mal ein Beispiel der Regeln im NLZ eines hiesigen Profiklubs:[...]


    Danke für die Links, sehr interessant und eine gute Anregung. Nun habe ich aber noch kein Dokument gefunden, in dem steht, wozu sich die Trainer verpflichten, welchen Verhaltensregeln sie sich unterordnen (müssen). Gibt es das auch?