Beiträge von tobn

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    ugenau DAS hat dich dann als trainer nicht mehr zu interessieren...............in der dfb-jugendspielordnung steht doch, wenn ich mich nicht irre, eindeutig drinne, das 'falsche einwürfe' nicht zu ahnden sind........... sowas kannst du ja dann beim training üben.


    Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst. Dass falsche Einwürfe nicht zu ahnden sind, steht jetzt bereits in der Spielordnung, mit der FPL hat das nichts zu tun. Außerdem ahnde ich falsche Einwürfe in keiner Weise, sondern erkläre den Kindern, nachdem sie denselben Fehler einige male wiederholt haben, dass sie gerade etwas falsch, also nicht regelkonform machen, und wie es richtig geht. Dann wird der Einwurf wiederholt, fertig. So läuft das heutzutage mit guten Schiedsrichtern übrigens auch ab, wenn der Einwurf gar zu falsch ist, dann lassen sie ihn auch wiederholen. Und die richtig guten Kinderschiedsrichter erklären es den Kids auch noch auf kindgerechte Art.


    jedoch ist die spielordnung auch irgendwie nur halbherzig geschrieben, denn grade beim thema einwurf wird drauf verwiesen das in der e-jugend durch den SPIELLEITER der einwurf unter erklärung erneut ausgeführt werden soll, jedoch stand glaube ich ein paar absätze weiter, das ja das spiel ohne schiedsrichter nach möglichkeit auch in der e-jugend noch anwendung finden soll. also gibt es gar keinen spielleiter, der da erklärend einwirken könnte............


    Wo finde ich denn diese Spielordnung?

    Darüber, wie exakt die Trainer sich beim Spiel verhalten sollen, gibt es leider tatsächlich keine einheitliche Meinung. Bei uns in der Schulung hat der Referent sogar vorgeschlagen, dass die Trainer sich darauf einigen, dass jeder in einer der beiden Hälften über das Spiel wacht. Mir ist da wieder deutlich zu viel Einflussnahme der Trainer auf das Spiel der Kinder dabei, rechne ich doch damit, dass viele meiner Kollegen sich in ihrer Halbzeit letztlich als Schiedsrichter betätigen werden. Ich bin durchaus dafür, die Kinder auf grobe Regelverletzungen hinzuweisen, oder sich einzumischen, wenn sich falsche Verhaltensweisen häufig wiederholen oder an Intensität zunehmen. Aber das sollte, wie ich finde, wohldosiert stattfinden. Mir fällt dazu bspw. ein, dass 'meine' F2-Spieler neulich so gut wie alle Einwürfe nach unten auf den Boden warfen, sie hielten den Ball einfach so lange fest, dass er nicht mehr nach oben, sondern stattdessen mit Wucht nach unten flog. Da habe ich nach dem fünften oder sechsten solchen Einwurf mal unterbrochen und den Kindern erklärt, dass der Ball beim Einwurf


    Leider trauen viele Trainer ihren Kindern aber nicht zu, eigenständig Fußball zu spielen. Natürlich sieht man bei F-Junioren Fehler, jede Menge sogar. Viele Trainer und Eltern packt dann sogleich der Drang, diese Fehler abzustellen. Ich will da erst einmal gar keine Absicht unterstellen, weder gut noch böse, es ist halt ein Bedürfnis. Aber eben diesem Bedürfnis sollten weder Trainer noch Eltern nachgeben, bzw. es nur in den wenigen Fällen tun, die es wert sind, die Kinder bei ihrem Spiel zu stören. Also eigentlich in den seltenen Fällen, die dazu führen, dass sie längerfristig mehr Spaß haben.

    Bei vielen Turnieren bei uns hier verlangen die Vereine keine Pässe, was natürlich auch ok ist. FPL-konform?
    Was aber auch ok ist, dass der Thread-Starter die gleiche Fairness von seinem Gegner erwartet und deswegen die Pässe nicht angeguckt hat. FPL-konform?


    Die FPL besteht einfach nur aus drei Regeln: Schiri-Regel, Fan-Regel, Trainer-Regel. Alle anderen Vorschriften haben nichts mit der FPL zu tun. Insofern können irgendwelche Passgeschichten auch nicht hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit der FPL bewertet werden.

    Stimmt es eigentlich, dass es sich bei der FPL um einen Test handelt, den man nicht umsetzen muss aber kann ?


    Kommt auf die Gegend an. In Hessen ist die FPL ab nächster Saison, also dann ab der Saison 2014/2015, in allen Kreisen verpflichtend. Nix kann, sondern muss. Bisher gab es Pilotversuche in einzelnen Kreisen, die wohl gut verlaufen zu sein scheinen..


    Mir hat das so jemand am Rande erzählt und wie ich gehört habe, gehen die Meinungen was die FPL betrifft bei unseren Jugendtrainern stark auseinander :whistling:


    Normal halt..


    nein, ich sehe keine notwendigkeit


    Fein. Was aber, siehst du von den FPL-Regeln andererseits bedroht? Will sagen: bloß weil du meinst, man bräuchte die FPL nicht, was sind deine Argumente gegen ihre Einführung?


    hält sich bei uns im 'normalen rahmen' und hat wenn dann eher mit schule/lehre/studium und dem 'erwachsenwerden' zu tun.............


    In der D-Jugend dürften Lehre und Studium noch keine Rolle spielen. Schule evtl. schon, aber meiner Meinung nach kriegen alle motivierten Spieler es hin, die Schule und zwei Trainingseinheiten in der Woche unter einen Hut zu bekommen. In Ausnahmefällen lässt man, wenn eine Arbeit ansteht, mal das Training ausfallen, solange das nicht zur Gewohnheit wird, ist das ja kein Problem. Ich beobachte in meinem eigenen Umfeld einen Zusammenhang von Drop-Out und fragwürdigen Prioritäten und Vorstellungen von Trainings- und Spielbetrieb. Ich kenne einen Verein sehr gut, der aufgrund des bereits im Kinderbereich stark ausgeprägten Erfolgsdenkens zwar stets gut bei Turnieren abschneidet und regelmäßig in den hier noch vorhandenen F- und E-Hallenkreismeisterschaften vertreten ist, der aber gleichzeitig bis zum Ende der E-Jugend gut und gerne 50% Schwund hat, teilweise noch mehr.


    Interessant für einige der Leser mag auch sein, dass eben der Punkt der Hallenkreismeisterschaften (HKM) und der Hallenrunde, in der man sich für die Teilnahme daran qualifiziert, konkret angesprochen wurde, weil sie sich mit den Grundgedanken des KiFu sowie der FPL nicht verträgt: um an der HKM teilzunehmen, muss man praktisch alle Hallenrundenturniere, an denen man teilnimmt, gewinnen, ein zweiter Platz ist noch OK, ab zwei oder einem dritten wird es schon sehr eng. Der Referent bei unserer Schulung hat die Meinung einiger Teilnehmer geteilt, dass dieser Modus nicht passt. Ich bin mal gespannt, wie der anwesende und direkt angesprochene Kreisjugendwart reagieren wird.


    Aber zurück zum Drop-Out. Wie gesagt, ich teile aufgrund meiner Beobachtungen in meinem Umfeld die Behauptung, dass der Drop-Out sich in Richtung jüngerer Jahrgänge verschiebt. Und ich sehe die Hauptursache darin, dass der aktuell am häufigsten anzutreffende Trainings- und Spielbetrieb daran die größte Schuld trägt -- er wird einfach den Bedürfnissen vieler Kinder und Jugendlicher nicht gerecht.


    Dieses Thema möchte ich aber eigentlich nicht weiter vertiefen, ich habe das Gefühl, dass du da eine andere Meinung hast und wir da nicht zueinander finden werden. Was ist aber mit meiner Frage an dich zu den Situationen, die auf den FPL-Karikaturen abgebildet sind? Darauf hast du nicht geantwortet.


    aber in dem zusammenhang interessiert mich doch mal, ob du wirklich denkst, das die einführung der fpl das ausscheiden von jungs ab der c-jugend verhindert? hast du dafür irgendwelche belastbaren zahlen?


    Schaue doch mal hier nach. Aber, wie gesagt, der Drop-Out ist nur einer der Punkte, und dabei nicht der wichtigste. Hauptpunkt ist der, dass die Kinder wieder so spielen können sollen, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, und nicht so, wie es den Erwachsenen am besten passt.


    dazu möchte ich anmerken, das 'farir play' schon immer auch teil des fußballsports war/ist ..........[...] weil das so ist, benötige ich da auch keine extra liga für ein 'fairplay'.


    Ich verweise auf meine Frage nach den Karikaturen.


    wenn das in einigen gegenden so gesehen wird, das man so ein 'hilfmittel' wie eine extra liga dafür benötigt, so musst du an die ursachen der 'auswüchse' auf dem platz ran und die liegen nicht im 'gewinndenken', sondern viel mehr in unserer gesellschaft verankert.


    Mag ja sein, auch wenn mir das zu platt und verallgemeinert daher kommt, aber: "Die Gesellschaft" können wir, die wir den Kinder- und Jugendfußball zu verantworten haben, nicht verändern, aber eben in unserem Verantwortungsbereich können wir sehr wohl etwas tun. Und eben deshalb wird die FPL eingeführt, um in dem Bereich, den wir beeinflussen können, etwas zu tun.


    So mal ganz nebenbei: Meine Spieler brauchten die FPL nie. Und viele Mannschaften, auf die wir getroffen sind, auch nicht. Aber einige schon, und zwar mehr als genug. Mir erscheint, Ihr lebt im KiFu-Paradies, wenn es bei Euch nicht bei der Zusammenkunft von Trainern, Jugendleitern oder Eltern auch immer wieder darum geht, welche Mannschaften denn wo und wann wieder Probleme gemacht haben, unmöglich sind, fast einen Spielabbruch verursacht haben, etc. Von sechs von mir persönlich bekannten Jugendleitern konnte ausnahmslos jeder eine ganze Reihe von Geschichten erzählen... Und wir befinden uns hier beileibe nicht in einem sozialen Brennpunkt, unser Kreis befindet sich bezüglich der Kaufkraft seiner Bewohner unter den Top 5.


    gewinndenkend sein und von mir auch anweisungen am spielfeldraand geben kann sich sehr wohl mit einer äußerst faieren einstellung zum 'gegner' und zu seinen schützlingen einhergehen und macht es doch auch bei der großzahl der beteiligten.


    Ich befürchte, du hast die FPL und die Gründe für ihre Einführung noch nicht verstanden... Also noch mal:

    • Die Kinder dürfen und sollen ihre Spiele gewinnen wollen. Trainer und Eltern dürfen sich mit den Kindern über ihre Siege freuen. Trainer und Eltern sollten aber weniger den Sieg ihrer Kinder anstreben als ein tolles, faires und kindgerechtes Fußballspiel.
    • Trainer sollten sich im Kinderfußball mit Anweisungen zurückhalten, Eltern sie ganz unterlassen. Die Kids sollen spielen, sie sollen sich auf dem Platz selbst überlegen, was sie machen sollen und wollen. Wir möchten Spieler formen, die selbstständig Entscheidungen treffen können, anstatt über eine Herde von Robotern zu gebieten.
    • Ja, die 'Großzahl der Beteiligten' ist fair. Aber die Quote an unfairen Mannschaften und solchen, die beim Pflichtspiel nahezu ausschließlich auf den eigenen Vorteil aus sind, für die wenn vielleicht zwar nicht alle, so doch zumindest viele Mittel recht sind, ist doch recht hoch. Meiner Erfahrung nach hat man typischerweise pro Staffel ein bis drei faule Eier. Ich finde, das ist eine nicht unerhebliche Zahl.


    du gibst doch mit der angestrebten fpl-lösung genau den trainern/betreuern die sich vorher schon nicht so recht beherrschen konnten das heft in die hand ein spiel zu ihren gunsten zu lenken-zu leiten-zu kippen.


    Bisher ist es Sache des Schiedsrichters, sie im Zaum zu halten. Oder des Platzvereins. Beides passiert aber äußerst selten, es muss schon extrem werden und fast oder sogar bis in den strafrechtlich relevanten Bereich eskalieren, bis eingeschritten wird. gerade Jungschiedsrichter sind mit solchen Trainern/Betreuern hoffnungslos überfordert. Und dann gibt es noch Schiedsrichter, die eine der beiden Parteien stellt und die teilweise alles andere als unparteiisch sind.. Das ist nun zwar glücklicherweise nicht bei der Mehrzahl der Spiele so, wenn es so schlimm wäre, gäbe es wohl in Deutschland auch schon lange keinen Kinderfußball mehr. Aber, wie gesagt, schildere diese Situation einer x-beliebigen Stichprobe an Kindertrainern und es werden dir alle bestätigen, dass die solche Vorkommnisse bereits mehrfach erlebt haben.


    Die FPL zwingt nun die Trainer zur Kooperation. Macht da ein Trainer partout nicht mit, so mache ich das zur (allergrößten) Not auch nicht und lasse meine Spieler sich alle an der Seitenauslinie hin setzen, bis die Spielzeit abgelaufen ist, und beschwere mich anschließend beim Kreis. Wie bisher auch, nur, dass da die Beschwerde den Weg über den Schiedsrichter nahm. Ich gehe übrigens davon aus, dass diese Verweigerung der Mitwirkung auf großes Erstaunen stoßen dürfte und durchaus wirksam sein könnte. Sicher wird es da eine Verzögerung geben, bis man sich ausgetauscht und wieder geeinigt hat. Wenn es dann aber dazu führt, dass es einen Lerneffekt gibt und die Kids dann noch eine Viertelstunde mit Spaß kicken können, ist es mir das wert.

    vielleicht ist DAS der punkt..........ich sehe diese positiven folgen einfach nicht.
    mag ja daran liegen, das bei uns der kifu einfach nicht so negativ geführt wird wie bei euch.


    D.h. du siehst bei Euch keine Notwendigkeit für die FPL, so dass alles tuffig ist und keine Verbesserungen durch die Einführung der FPL zu erwarten ist, ja? Nun, wie sieht es denn bei Euch z.B. mit dem Drop-Out ab der D-Jugend aus? Und hast du nicht schon jede der in den Karikaturen zur FPL dargestellte Situation schon einmal oder vielleicht sogar mehrfach erlebt? Möglicherweise nicht exakt so, es sind ja Karikaturen und als solche bewusst überspitzt. Ich habe bisher noch von jedem, dem ich die Karikaturen gezeigt habe, gehört, dass er oder sie diese Situationen natürlich schon erlebt habe. Ohne Ausnahme.

    ich denke je mehr kreise und landesverbände sich an der fpl beteiligen, um so schneller wird das projekt wohl wieder kippen, weil es nur ein 'überstülpen' einer neuen idee ist und keine gelebte realität ist.


    So, wie es bei dir klingt, wäre dir das auch nur recht, oder? :thumbdown:


    nur weil jetzt fair play liga auf den fahnen der verbände steht änderst du ja nichts grundsätzliches am fußballsport, der ja immernoch ein wettbewerb zweier mannschaften ist (egal in welcher altersklasse), und schon gar nicht in den köpfen der mehrheit.


    Die FPL will ja ganz bewusst nichts am Fußball an sich ändern. Auch der Wettkampfcharakter des Spiels soll ausdrücklich erhalten bleiben, oder hast du irgendwo etwas anderes gelesen oder gehört? Es ist aber der Wettkampf der Spieler, also in diesem Fall der Kinder, und nicht derjenige der Erwachsenen. Letztere mögen sich diesbezüglich bitte raus halten. Was die Köpfe der Mehrheit schließlich anbelangt, so sind diese durchaus offen für Verbesserungen.


    alle neuen regeln und vor allem ansichten nur per dekret und bei nichteinhaltung mit bestrafung der delinquenten durchzudrücken kann ja auch nicht im sinne des erfinders sein und macht doch alles auch nicht besser als die alten regelungen.


    Ein interessanter Sprung, den du da vollziehst. Betätige ich mich doch mal chirurgisch, was deine Punkte anbelangt:

    • Kritik an Anordnung der FPL (".. nur per Dekret .."): Der Spielbetrieb wird nun mal von den Kreisen geregelt, dafür gibt es Vorschriften. Wenn man etwas dem "großen Spiel" gegenüber anders machen will, muss man das festlegen. So ist das auch bisher schon, so sind z.B. die Spielerzahlen und Feldmaße festgelegt, auch die bisher bereits abweichenden Regeln (z.B. keine Rückpassregel bis inkl. E). Dementsprechend müssen die FPL-Regeln per Dekret ergehen, wenn sie Teil des offiziellen Spielbetriebs sein sollen.
    • Strafen bei Nichteinhaltung: Keine Änderung gegenüber heutigen Zuständen, da werden Regelverstöße auch bestraft. Wir alle wünschen uns einen Spielbetrieb, in dem keine Strafen auftreten. Wir wissen aber auch, dass es Leute gibt, die sich nur mit Strafen auf Kurs halten lassen. Zum Glück sind es nur wenige.


    Was ich nun nicht verstehe ist, wie diese beiden Punkte, die ja eben keine Änderungen zur bisherigen Praxis darstellen, dazu führen, dass die positiven Folgen der FPL-Regeln plötzlich verschwinden sollen...

    Bei uns in Hessen soll ja zur nächsten Saison die FPL in G- und F-Jugend eingeführt werden. Bei der neulich erfolgten Schulung kündigte dann auch der Referent, der aus dem Nachbarkreis kam, an, dass die Verantwortlichen im Kreis sich dann auch unangekündigt Spiele anschauen werden, um nachzusehen, ob denn alles so läuft, wie es sein soll. Außerdem sagte er, dass sie sicherlich auch daran interessiert seien, es zu erfahren, wenn es Mannschaften gebe, mit denen es nicht funktionieren würde. Beides hatte ich hier ja immer als wünschenswert bezeichnet, insofern bin ich zunächst einmal erfreut, gleichzeitig aber auch gespannt, ob den Worten auch Taten folgen werden.


    Der von dir geschilderte Fall zeigt aber, dass das Umdenken bei diesen Teams noch nicht wirklich stattgefunden hat, da wurde einfach nur der Schiedsrichter entfernt, sonst nichts. Eigentlich funktioniert die FPL ja dann am besten, wenn die Trainer ihre Aufgabe darin begreifen, ihre Schützlinge zu selbstständig und eigenverantwortlich agierenden Spielern zu machen, die von sich aus mit Freude und Eifer dem Spiel nachgehen. Sie wollen mehr und anderes sehen als ihnen präsentiert wird, und versuchen dann, beim Spiel selbst dem möglichst effektiv entgegen zu wirken. Stattdessen sollten sie ja lieber begreifen, dass sie am Spieltag nur das Resultat ihres Trainings sehen. Wenn ihnen da etwas missfällt, so müssen sie eine ehrliche Analyse über die Ursachen vornehmen und dann eine Strategie zu ihrer Behebung im Training entwerfen. Manche, eher einfache Dinge, lassen sich am Spieltag selbst vermitteln, z.B. wenn man den betreffenden Spieler auswechselt, oder ihn kurz (und ruhig) an die Außenlinie bittet. Gelegentlich kann man auch einen kurzen Hinweis hinein rufen, das geht schon, wenn es halt nach der betreffenden Aktion erfolgt und nicht währenddessen.


    Weißt du, wie lange diese Teams schon nach den Regeln der FPL spielen?


    nenn es wie du willst...ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit dem Thema Haftung. Weiter ist es so dass es eine Horde beschäftigungsloser, dabei aber recht kreativer Anwälte gibt...Von überforderten Gerichten, die den Kram offensichtlich nicht mal lesen (s. d. letzte Abmahnwelle bzgl. Videostreaming) wollen wir hier gar nicht reden. Hier gewinnt, wer die abstruseren Behauptungen aufstellt. Wenn dann ein Vorstand die FZ nicht gefordert hat, ist der Vorstand auch pauschal mal mit dran.


    Du sagst es. Aber ist das nicht grauenhaft, dass es nur darum geht, Schuldige zu finden, ja, man muss leider ja oft sage, Schuldige zu machen? Und damit aber auch rein gar nichts für die Betroffenen zu tun? Ich kann die Motivation des Vorstands schon verstehen, sich da scheinbar unangreifbar zu machen. Aber sollte das denn wirklich notwendig sein?


    Ehrenamt soll der Allgemeinheit einen Nutzen, für einen selber aber Spaß/Freude/Erfüllung bringen - sicher keinen Gang vor den Kadi. Wenn es formaljuristisch "gefordert" ist - dann ist das eben so - schon alleine um seinen Ass zu Covern. gut. Es sind sich doch alle Einig, dass ein Papiertiger nur der Eine Teil ist - genau hinsehen müssen alle.


    Du sagst es.

    Was aber, wenn ein Vorstand nicht darauf drängt, ein FZ anzufordern, und es passiert doch etwas? Dann muss sich jeder Verantwotliche die Frage stellen lassen, ob zumindest formal ALLES getan wurde um Übergriffe zu verhindern.


    Und eben diese Fragen führen doch zu reinen Cover-Your-Ass-Maßnahmen. Diese Fragen zielen doch darauf ab, einen Schuldigen neben dem Täter zu finden, jemanden, der mehr hätte machen können, sollen, müssen. Sicherlich sollten die Erwachsenen, die für Kinder verantwortlich sind, sich der Gefahren für sie bewusst sein und dementsprechend acht geben. Das EFz mag auch ein gewisses Hilfsmittel sein. Aber ganz sicher kann es nicht die permanente Aufmerksamkeit ersetzen, es ist vielmehr ein bequemer, für sich alleine aber nur scheinbarer Beleg dafür, dass Prävention betrieben wurde.

    Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen: unternimm keine Alleingänge, hole von dir aus den Trainer mit ins Boot.


    Ansonsten sind deine Ideen grundsätzlich gut, ich würde vielleicht mal einen anderen Ansatz wählen, am Ende zählt aber, womit Ihr als Gesamtheit von Trainern und Spielern am besten klar kommt.


    Ich bin seit einigen Wochen Co-Trainer einer E-Jugend in unserer Stadt. Man hat schon vorneweg gesagt, dass es eine Chaotengruppe ist. Wenn ich mir die G-Jugend bei uns anschaue, verstehe ich auch wieso. Mal zum Beispiel: Die G-Jugend kommt angerannt, wenn der Trainer pfeifft.
    Unsere E-Jugend: Meckert, respektlos, chaotisch, unkonzentriert, unruhig, vorlaut, frech, etc.


    Hierzu gleich meine erste Frage: wissen die Jungs (ich vermute, dass es nur Jungs sind), dass sie diesen Ruf haben? Wie fühlen sie sich dabei? Wenn das Problem wirklich ernster ist, würde ich mir vielleicht sogar mal ein ganzes Training dafür Zeit nehmen, es zu thematisieren, evtl. abseits des Sportplatzes, wenn man so mehr Ruhe rein bringt. Am Ende kann man ja immer noch ein Spiel machen, ganz auf die sportliche Betätigung würde ich nicht verzichten. Aber ich denke, in einer E-Jugend, zumindest im zweiten Jahr, sind die Kinder alt genug, um mit ihnen über ihr Verhalten reden zu können. Wichtig ist dabei natürlich, dass Ihr Trainer bei diesem Gruppengespräch nicht als Diktatoren auftretet, sondern eher als Moderatoren und Stichwortgeber -- ihr müsst natürlich aber auch dafür sorgen, dass die Diskussion in geordneten Bahnen bleibt. Nach einer Dreiviertel- oder einer ganzen Stunde würde ich die Sache beenden, wenn es bis dahin noch kein zufriedenstellendes Ergebnis gibt, wiederholt man die Aktion halt, bis man irgendwann soweit ist. Wenn die Kinder merken, dass es einem mit dem Thema ernst ist und man nicht locker lassen wird, dann werden sie, so denke ich, auch mit machen. Sie werden ja sicher lieber ihre Zeit auf dem Platz als im Vereinsheim verbringen wollen..


    Das ist nur ein Vorschlag, den ich selbst noch nicht ausprobiert habe, ich hatte bisher glücklicherweise noch keine größeren Schwierigkeiten mit der Ordnung. Dabei muss man auch wissen, dass man von Kindern nicht verlangen kann, dass sie alle völlig still, hochkonzentriert und aufmerksam sind, sobald der Trainer auch nur den Mund aufmacht. Aus der Ferne kann ich Eure Situation aber nicht beurteilen.


    Lektion 1:
    Der Trainer schreit "Legenden herkommen". Immer wenn dies gerufen wird, sollen die Kinder sich nebeneinander in einer Reihe aufstellen. Nur der Trainer spricht, außer er erlaubt es jemanden etwas zu fragen bzw. zu erklären.


    So sollte es sein, es wird aber immer mal wieder dazu kommen, dass einzelne Spieler unaufmerksam sind oder stören. Dazu müsstest du hier im Forum eine Vielzahl an Threads finden..


    Sollte jemand negativ auffallen, greift Lektion 2. Der Vorteil an diesem "Ruf": Es steigt die Motivation, wenn man als Knirps "Legende" genannt wird. Zudem würde es meinen Trainerkollegen sicher sehr erfreuen, wenn er einmal den Ruf schreit, und es klappt. Das wäre nämlich was ganz neues.


    Tja, ohne dir die Begeisterung nehmen zu wollen, glaube ich hier, dass sich die "Legenden" recht schnell abnutzen werden. Das mag am Anfang mal eine Weile wirken, nachhaltig wird es aber nur werden, wenn die Jungs lernen, dass sie bereits der ersten Aufforderung zu folgen haben, egal, wie diese Aufforderung gestaltet ist.


    Lektion 2:
    Heute haben wir zum ersten Mal einem Spieler verboten, mitzuspielen, da er sich gestern im Training nicht benommen hat.


    Ich bevorzuge Konsequenzen, die sich unmittelbar auswirken und nicht erst mit Verzögerung. Ich bin davon überzeugt, dass das besser wirkt. Die Konsequenzen selbst können dann typischerweise auch geringer ausfallen. Es geht ja darum, dass das Kind merkt, wo die Grenzen sind, und dass ihre Übertretung nicht akzeptiert wird und Folgen hat. Wichtig ist es, dabei das Ziel zu beachten: man möchte, dass die Regeln befolgt werden. Man möchte nicht bestrafen. Die Konsequenz (Strafe) ist nur das Mittel zum Zweck. Am besten ist es, wenn sie zum 'Vergehen' passt. Wenn also z.B. ein Spieler absichtlich die Bälle anderer Spieler wegtritt, so muss er anschließend alle Bälle einsammeln. Kommt es zu einer tätlichen Auseinandersetzung, so wird erst mal am Rand ohne Ball Platz genommen und sich beruhigt, anschließend gibt es das (ruhige) kurze Gespräch mit dem Trainer, den Shake-Hands, und weiter geht es.


    Das Aussetzen bei einem Spiel als Strafe empfinde ich schon als recht hart. Damit schließt man den Delinquenten auch aus der Mannschaft aus, das ist ja genau das Gegenteil von dem, was man sich wünscht. Ich würde versuchen, zu dieser Maßnahme erst einmal nicht zu greifen.


    Es ist aber tatsächlich wichtig, Regeln aufzustellen und auf ihre Einhaltung zu achten. Inkonsequente und "zu nette" Trainer tun sowohl sich als auch den Kindern auf Dauer keinen Gefallen. Wobei der Sportplatz auch kein Kasernenhof ist und der autoritäre Stil dort auch nichts verloren hat.


    Diese Konsequenz war erstmalig und wir haben die Hoffnung, dass dieser Spieler so ein Verhalten nicht nochmal riskiert. Um Störenfriede ruhiger zu stillen, sperren wir einen Spieler bei der 3. Verwarnung ebenfalls für das kommende Spiele. Ganz nach der Reihenfolge: Ermahnung, 1. Verwarnung, 2. Verwarnung und 3. Verwarnung -> Spielsperre. Auch Kleinigkeiten, wie z.B. Reinruferei, "ich, ich, ich-schreierei" oder Meckerein sollen schon ermahnt bzw. verwarnt werden, um so Ruhe rein zu bekommen.


    Finde ich zu krass, es klingt für mich zu sehr nach "Zero Tolerance". Wie gesagt, Ihr wollt ja, dass die Jungs einsehen und verstehen, was gutes und was wiederum weniger gutes Verhalten ist. Sowohl für sie als auch für die Mannschaft. Mit (in ihren Augen) drakonischen Strafen für jedwedes Vergehen könntet Ihr stattdessen auf Ablehnung stoßen und Misstrauen Euch gegenüber schüren.


    Lektion 3:
    Den Kindern absofort immer erzählen, wieso die Trainer die Teams auswählen. Dazu sei gesagt, dass bei einer Gegnermannschaft auch immer unbekannte Gegner dabei sind. Den Kindern soll so erklärt werden, dass diese "ich, ich-Geschreie" abgestellt werden.


    Ach, jetzt verstehe ich, was du mit dem "Ich-Ich-Geschrei" meinst. OK, das ist tatsächlich nervig. Aber da kann man ihnen ja ganz einfach sagen, dass man das nicht mag, dass es unheimlich stört. Und man kann da als Exempel auch mal ganz einfach und demonstrativ die Ich-Ich-Schreier erst ganz zum Schluss einteilen. Und dabei halt sagen, dass man das nicht mag und dass sie bis zum Schluss warten mussten, eben weil sie versucht haben, sich so vehement in den Vordergrund zu drängen. Sie hören dann schon recht schnell von selbst damit auf, wenn du weiterhin so verfährst. Ich mag es bspw. auch nicht, wenn sich Kinder bei Übungen vordrängeln. Wenn ich das mit bekomme, schicke ich sie dann halt einfach unter Hinweis auf meine Beobachtung ans Ende der Schlange. Sie und auch die anderen Kinder kriegen dabei ja mit, dass das nicht in Ordnung ist, und verhalten sich in Zukunft dann auch dementsprechend. Wenn man eine Truppe hat, bei der in der Vergangenheit weniger auf sowas geachtet wurde und sich dadurch unangenehme Verhaltensweisen eingeschleift haben, so wird es ein bisschen länger dauern, bis sie sich geändert haben. Man muss solange Geduld haben, aber nicht locker lassen.


    Lektion 4:
    Am Ende jedes Trainings nochmal "Legenden herkommen" schreien und noch paar abschließende Wörter sagen.
    Nachdem Sommer sind die Kids E1 - mit der Zeit wird das Wort Legenden aus unserem Wortschatz gestrichen. Sie sollen sich nur anfangs an dieses Wort gewöhnen, damit sie wissen, wenn die Trainer schreien, stellt man sich in einer Reihe nebeneinander ganz still auf.


    Ah, OK, junger Jahrgang, und Nutzung der "Legenden" nur bis zum Sommer. Ja, das klingt schon besser. Dann ist das Gespräch über ihren Ruf und ihr Verhalten vielleicht noch nicht sinnvoll. Ich würde aber, wie gesagt, nicht nur die Spielsperre verwenden, sondern der jeweiligen Situation entsprechende Konsequenzen verwenden, die unmittelbar und zuverlässig auf die Regelüberschreitung folgen.

    ballgewinnski: Wenn die Zahlen wirklich so hoch sind, dann mag das erweiterte Führungszeugnis tatsächlich sinnvoll sein. 1% erscheint mir persönlich zwar überraschend hoch, ich habe aber, wie gesagt, keine eigenen Daten. Die von mir beispielhaft genannte Quote von 0,01% war einfach nur so frei erfunden, um die Überlegung zu verdeutlichen, damit war keine Vermutung meinerseits verbunden. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass die Realität über 0,1% liegt. Insofern wundert mich die von dir zitierte Zahl von 1%, ich möchte sie zwar nicht anzweifeln, mich interessiert dann aber eigentlich, wie sie zustande kommt, und welche "Grade" der Pädophilie sie umfasst. Diese Seite scheint ein ganz guter Startpunkt zu sein, um mich weiter zu informieren.


    Was mich dann aber umtreibt: Da die Zahl der Pädophilen doch recht hoch ist, die Zahl der verurteilten Täter aber doch viel niedriger zu sein scheint, so muss einem doch klar sein, dass man mit der Einforderung des erweiterten Führungszeugnisses nur eine sehr kleinen Teil 'aussortieren' kann. Von mir aus soll man das machen, man darf dann nur nicht glauben, man habe bereits alles getan. Offene Augen und Ohren sind viel wichtiger als ein Stück Papier.

    Diese Argumentation finde ich problematisch. Was darf ein verhinderter Missbrauch für Dich denn kosten...


    Ich finde die Argumentation auch unangenehm. Und, wie gesagt, es geht nicht um die Kosten, zum Glück können wir dem ausweichen. Die Frage ist vielmehr: wie verhindert man am besten Missbrauchsfälle, in diesem Fall durch Wiederholungstäter?


    Und auf der anderen Seite...: Wieviele Sozialarbeiterstunden sind notwendig, um einen Missbrauch zu verhindern? Wieviele Forscherstunden verhindern einen Missbrauch? Du siehst: So kommt man nicht weiter.


    Man kommt nicht weiter, wenn man auf diese Fragen keine Antworten finden kann. Ist dem so? Ich kenne sie nicht, ich kann sie nicht heraus finden. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Personenkreis, der sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, dazu in der Lage sein könnte.


    Mein Beispiel aus Beitrag 19 hätte man so auf jeden Fall verhindert. Hätte derjenige ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen, hätte er sich bei diesen beiden Vereinen gar nicht erst angeboten.


    Das kann gut sein. Solange nicht überall das erw. FZ verlangt wird, wird der Fall aber nur verlagert, also muss man die Forderung danach so ziemlich flächendeckend einführen. Damit steigen die Kosten natürlich aber auch immens an...


    Ich markiere hier gerade sicherlich den Prinzipienreiter, den perfektionistischen noch dazu. Aber letztlich ist der Sachverhalt, der mir am wichtigsten ist, dass man, wenn es ein Problem gibt, meiner Meinung nach effektive, wenn möglich sogar die effektivsten Maßnahmen treffen sollte, um dem Problem zu begegnen. Häufig werden aber stattdessen Maßnahmen eingeführt, bei denen das am einfachsten und/oder am schnellsten möglich ist. Auch sehr beliebt sind dabei Maßnahmen, deren Kosten eine andere Partei tragen muss. Und daher bin ich halt grundsätzlich erst einmal skeptisch ob des Goldes, das da glänzen soll.. Und, wie gesagt, ganz besonders bei Themen, die emotional sehr aufgeladen sind und welche Schlagzeilen machen.


    So, bin jetzt erst einmal eine Weile weg aus dem Forum (voraussichtlich bis morgen früh). Ihr wisst schon, der Flieger. =)

    bist du Chirurg tobn? alles sezieren, satz für satz...


    Nein, ich bin Ingenieur, zumindest von der Ausbildung her. Ansonsten bin ich jemand, der sich gerne von stichhaltigen und nachvollziehbaren Argumenten überzeugen lässt, nicht aber von Behauptungen, bei denen Skepsis angebracht zu sein scheint. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein zweiter oder genauerer Blick oft geboten ist. Denn häufig ist die Realität dann doch anders als sie im ersten Augenblick zu sein scheint.


    Und hier bewegen wir uns ja im Bereich der Vorschriften. Da hat, so meine Meinung, eine Vorschrift nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn es für sie einen tatsächlichen Anlass gibt und wenn sie bezüglich des Anlasses nachvollziehbar sinnvoll ist. Es ist außerdem wünschenswert, dass ein Problem in der möglichst effektiven Art bekämpft wird. Gerade bei sehr seltenen Ereignissen muss auch berücksichtigt werden, dass wir Menschen diesbezüglich eigenartig reagieren: wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens von Katastrophen viel zu hoch ein, die alltäglichen Gefahren andererseits viel zu niedrig. Und das ist, so meine Befürchtung, bei dem vorliegenden Thema eben genau der Fall.


    kein führungszeugnis schützt die kinder vor dem unbekannten täter.
    wenn man ganz streng ist, könnte man sogar behaupten, man wiegt eltern dadurch in falscher sicherheit.


    Eben, ganz genau.


    aber viele gelegenheiten lassen dann selbstgesetzte kontrollen brechen und es passiert.


    Das ist eine Befürchtung, ein Gefühl. Ich kann es absolut nachvollziehen. Aber Gefühle und Ängste sind im Allgemeinen kein sonderlich guter Ratgeber. Das ist das Problem, das ich mit diesen Vorschriften habe, sie beruhen nicht auf Erhebungen, sondern auf Vermutungen, die nicht belegt werden. Gebt mir Zahlen, valide und überprüfbare wissenschaftliche Daten, und ich unterschreibe Euch alles. Naja, OK, sagen wir lieber: vieles. Aber die pauschale Forderung nach dem erweiterten Führungszeugnis macht auf mich den Eindruck einer "kneejerk reaction", also einer kurzschlussartigen Reflexhandlung.


    ich habe viele studien zu diesen themen gelesen... schreckliche wahrheiten! das zeugnis ist eine reaktion darauf.
    wir wollen es nicht wahrhaben, wo fängt es an und wo wird es gefährlich?
    das thema duschen mit den kindern nach dem sport wg. schwitzen usw. hatten wir ja schon.


    Wir hatten auch dieses Thema schon, ganz genau dieses Thema. Aber deine Aussage zu den Studien interessiert mich. Ich kenne keine Studien zum Themenkomplex. Mich interessiert er tatsächlich persönlich auch nicht so sehr. Ich finde, dass jeder Fall einer zu viel ist und mir tut es um die Opfer sehr, sehr leid. Ich kann die Täter nicht verstehen, glaube aber, dass das Thema kompliziert ist, und bin auch der Überzeugung, dass ihnen alle Grundrechte zuerkannt werden müssen.


    Eben weil ich kein Experte auf dem Gebiet bin, interessiert mich die Meinung der Experten. Aufgrund meiner Expertise auf anderen Gebieten und angesichts dessen, welche teilweise absurden Vorschriften da gemacht werden, bin ich aber Vorschriften gegenüber tendenziell skeptisch eingestellt. Ich erkenne eine Vorschrift erst dann an, wenn ich die Argumentation dahinter nachvollziehen und sie mich zumindest überwiegend überzeugt. Das ist hier noch nicht der Fall. Vielleicht überzeugen mich ja deine Studien.


    ach, und tobn, das gesundheitszeugnis ist standard, ohne dessen du im lebensmittelbereich nicht arbeiten darfst.
    da geht es nicht um spezielle krankheiten sondern du wirst allgemein nach vorgabe gecheckt.


    Was ist es denn genau, ich bin nicht im Lebensmittelbereich unterwegs.


    so ist das eben mit grenzen und regeln... überall gibt es grauzonen, die uns als erstes auffallen, wenn wir sowas hören.


    Das ist klar, damit habe ich keinen Stress. Ich mag nur keine CYA-Dinger und Maßnahmen, die nicht halten (können), was sie versprechen (oder zu versprechen scheinen). Ich bin ein Freund der Ehrlichkeit. Und wenn wir keine gute Antwort haben, dann sollten wir das sagen. Und nicht so tun, als könnten wir ein Problem lösen, das in Wahrheit unsere Möglichkeiten noch übersteigt. Wir sollten dann in seine tatsächliche Lösung investieren, anstatt ein Feigenblatt zu schwenken.


    Also: wenn das erw. FZ wirksam ist, super, großes Kino, bin ich voll dafür. Mir fehlt da aber noch der Nachweis.

    Einem Verein steht es meiner Meinung nach selbstverständlich frei, von jedem Trainerkandidaten das erweiterte Führungszeugnis zu verlangen. Dieser Verein muss sich aber darüber im Klaren sein, was er machen will, wenn es jemand verweigert. Er mag das ohne weiteren Kommentar tun, er mag auch behaupten, es sei kein Eintrag vorhanden. Wir guenter schon sagte, bei dieser Forderung schwingt für viele Leute sicherlich eine nicht unerhebliche Portion Misstrauen mit, in einem sozialen Umfeld, in dem jeder den anderen kennt und das auch schon eine gefühlte Ewigkeit, ist das doch Unfug. Sollen es die Regelmacher von mir aus verlangen, das kann der Verantwortliche dann als Entschuldigung anführen. Aber bringt es dann etwas?


    Wie auch immer, ich habe, glaube ich, zu dem Thema nichts mehr beizutragen.

    Und ansonsten hat TW-Trainer recht: kein Führungszeugnis kann wache Augen und Ohren ersetzen. Eben das ist meine Hauptkritik an diesem Ansinnen, es wird nämlich in großen Teilen so getan, als würde man etwas tun, viele werden sich dann darauf ausruhen und nichts weiter machen. Sind ja auch fein raus, alles vorschriftsmäßig gemacht, ihnen kann keiner was. Wobei es darum ja nicht geht, es geht nicht darum, wer an einer Katstrophe schuld ist. Es geht vielmehr darum, wie es zu ihr kommen konnte, ob und wie man daraus für die Zukunft lernen kann. Das erweiterte Führungszeugnis riecht mir persönlich zu sehr nach Aktionismus, frei nach dem Motto: "seht her, wir haben etwas getan." Ihr dürft selbstverständlich gerne anderer Meinung sein.

    ein vergleich ist immer drastisch, sonst ist er oft nicht plakativ genug.


    Hmm, ich mag plakative Behauptungen aber nicht, sie sind oft zu polemisch und diskreditieren, so meine Meinung, die eigentliche Aussage. Sie sind sehr beliebt, keine Frage, aber wenn ich sie lese oder höre, nehme ich denjenigen, der sie äußert, häufig gleich ein Stückchen weniger ernst.


    mein beispiel ist ein these, die du sicher unterschreiben würdest, doer?


    Nö, es käme auf den Straftäter und die Straftat an. Ich denke schon, dass jemand, der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt wurde, nicht mehr beruflich mit Kindern zu tun haben sollte, nicht zuletzt um seiner selbst willen. Man wird aber wohl kaum weitere Missbrauchsfälle ausschließen können.


    kosten werden vom verein übernommen und sind im vergleich zur transparenz die entsteht akzeptabel.


    Ich weiß nicht, eben das bezweifle ich. Wie hoch schätzt du denn die Quote von einschlägig vorbestraften Trainern? Glaubst du, dass es in Eurem Verein einen solchen Trainer gibt? Oder unter denjenigen, die du bereits kennen gelernt hast? Wie hoch ist denn die Quote der ririkobehafteten Pädophilen in der Bevölkerung? In einem anderen Beitrag hier wurde gemutmaßt, von den hundert Trainern, die in Andres Verein sind, wäre ja vielleicht einer dabei, also € 1300,- für ein solches Schwein weniger. Stimmt doch aber nicht, wer sagt denn, dass es da überhaupt auch nur einen gibt?


    Was die Kosten anbelangt, so ist es ja gerade interessant, was man hätte mit dem Geld Sinnvolleres machen können.. Es ist ja nicht so, als würden keine Kosten entstehen, bloß weil ich sie nicht bezahlen muss. Und da ich vermute, dass es eben nur verschwindend wenige Fälle geben wird, in denen ein potenzieller Trainer aufgrund eines Eintrags im erw. FZ abgelehnt wird, ist diese Frage in meinen Augen durchaus berechtigt. Denn wenn ich z.B. vermute, dass ein solcher Fall auf 10.000 kommt, so hätte ich in erster Näherung 130.000 Euro für eben diesen einen Fall ausgegeben. Davon kann man mit Sicherheit einige Sozialarbeiterstunden, psychologische Forschung oder was auch immer bezahlen. Bei nur 1 : 1.000 sieht es wieder anders aus. Solange wir aber keine Zahlen kennen, fischen wir im Trüben und können den Wert der Maßnahme nicht einschätzen.


    dies würde für einen verein schwierig werden, wenn es dort trainer gebe, die sich "prinzipiell weigern". die aussenwirkung wäre fatal!


    Tja, siehst du, und damit habe ich so meine Schwierigkeiten. Denn man geht dann davon aus, diese Leute hätten etwas zu verbergen, da müsse etwas sein. Aber wieso denn? Wie gesagt: es gibt ja immer mal wieder Fälle, in denen ganze Gemeinden dazu aufgerufen werden, Speichelproben abzugeben, weil eine DNA-Probe die einzige Spur darstellt. Nun, wenn ich in dieser Gemeinde leben würde und unschuldig wäre, überhaupt nichts von dem Verbrechen wüsste, wie es ja wohl auf alle bis auf eine Person zutreffen wird -- von dieser gibt es ja die DNA-Spur. Warum sollte ich eine DNA-Probe abgeben? Ich sage den Beamten einfach wahrheitsgemäß, dass ich es nicht war, dass ich nichts weiß. Meine Speichelprobe bringt ihnen demgegenüber überhaupt keinen Informationsgewinn. Wozu also?


    "generalverdacht" ? es gibt dutzende dinge im tgl. gebrauch, wo man einen "schein" in kauf nimmt,
    ohne darüber auch nur eine sekunde nachzudenken. ist dies in diesem fall schwieriger? warum?


    Was meinst du damit, wenn du sagst, man nähme einen Schein in Kauf? Was ist in diesem Fall ein Schein? Verstehe ich nicht..


    auch beispiele, die meine these plakativ unterstreichen:
    das gesundheitszeugnis ist erforderlich wenn man zb. in der gastronomie arbeitet, auch für ein unentgeldliches praktikum.
    ein problem? denke nicht...


    Um welche Erkrankungen geht es? Wie häufig sind sie?


    du brauchst einen perso, wenn du in die disco willst oder ein schreiben des EZBs. könnte auch nach gut glauben und gewissen laufen, oder?


    Haha, bei mir und meinen 42 Lenzen wird es das sicher auch. ;) Hier hinkt der Vergleich aber auch ein bisschen, denn der Jugendliche soll ja vor sich selbst geschützt werden.


    vereine hätten gerne trainer die kindertrainerscheine machen. warum?


    Wohl hauptsächlich der Qualifikation halber. Das erw. FZ dürfte kaum eine Rolle spielen. Übrigens hat nach wie vor kaum ein Trainer im Kinderbereich einen Schein.


    generalverdacht, dass alte trainer ohne schein schlechte trainer wären?


    Oh, da ist die Quote ganz sicher nennenswert, ganz ohne Flachs. Aber darum geht es nicht, nein, man erhofft sich im Schnitt bessere Trainer. Es werden ja auch nicht Trainer ohne Schein ausgeschlossen, oder? Ich weiß, es gibt Vereine, in denen es so ist, aber sind ja die großen Ausnahmen.

    eine weigerung "rein aus prinzip" halte ich für schwierig.
    es liegt dafür kein akzeptabler grund vor, [...]


    Hmm, wie wäre es mit:

    • Unnötigen Kosten
    • Generalvedacht (ohne jeglichen Anfangsverdacht)


    [...] denn man möchte ja auch zb. nicht, dass die eigenen kinder in kigas betreut werden,
    wo resozialisierte straftäter durch crashkurse als erzieher arbeiten.


    Eine gewagte Schlussfolgerung, die du da vornimmst. Ich gehe davon aus, dass von den Leute, die nicht bereit sein werden, ein erweitertes Führungszeugnis zu beantragen, um Kindertrainer werden zu können, nur ein verschwindender Bruchteil zur Gruppe der resozialisierten Straftäter gehören. Wie kommst du zu dieser These?

    Habe wo gelesen, dass das 13 Euro kosten soll. Ich meine (nicht wissen)....dass das nicht der Preis für das "Große Führungszeugnis" ist, sondern nur für das Kleine. Offentlich habe ich hier unrecht...sonst wird es noch teuerer...


    Alle Führungszeugnisse scheinen € 13,- zu kosten. Das legen zumindest der Wikipedia-Artikel sowie eine Google-Suche mit anschließender Überprüfung auf zwei Webseiten von ausstellenden Behörden nahe.