Interessanter Post, Chris. Tatsächlich wird in der Gruppenliga in der Region Wiesbaden das D9-Feld eingerückt, Sollgröße für das Feld sind die vom DFB empfohlenen 70 m x 50 m. Hiervon gibt es aber durchaus häufiger Abweichungen..
Im ersten D-Jugendjahr war ich ja noch einer der zwei Trainer der Mannschaft meines Sohnes. Damals spielten wir im 4:3:1, was aber noch nicht so optimal lief. Das lag zum einen an den äußeren Mittelfeldspielern, die das Spiel zu breit machten und zu offensiv agierten, so dass oft aus dem 4:3:1 ein 4:1:3 wurde. Aber in der Defensive braucht der 'Sechser' Unterstützung, sonst hat er keine Chance gegen die zwei Mann, die der Gegner da hat. Außerdem interpretierten unsere Außenverteidiger ihre Rolle oft zu defensiv, so dass die Mannschaft oft mit nur 3,5 Spielern angriff -- der Sechser muss ja das Zentrum absichern.. Gut am 4:3:1 hat mir allerdings gefallen, dass man einerseits, wie du sagst, die Spielfeldbreite gut abdecken kann, und dass im Zentrum die Innenverteidiger so richtig schön zu zweit verteidigen können, mit der richtigen Staffelung und allem drum und dran.
Wie gesagt, unser Team hatte das Problem, dass die Mittelfeldaußen in der Defensive zu wenig eingerückt sind und daher unser Sechser oft in Unterzahl agieren musste und dann gegen die stärkeren Teams einfach ausgespielt wurde. Zum Saisonwechsel wurde deshalb auf 3:2:3 umgestellt und so auch die Gruppenliga bestritten. Es gab ein paar neue Spieler im Kader, es ergab sich eine ziemlich offensivlastige Zusammenstellung und gerade auf der 'Doppelsechs' gab und gibt es weiterhin ab und an einige Abstimmungsschwierigkeiten -- da ziehen schon mal beide Sechser ganz nach außen auf die selbe Seite... Die offensiven Außen sind teilweise auch keine besonderen Freunde der Rückwärtsbewegung, was dann blöd ist, wenn der Gegner über außen angreift und die Dreierkette so weit rüber schiebt, dass der lange Pfosten völlig offen ist... Denn da müsste sich dann eigentlich der ballferne offensive Außen einreihen. Die Dreierkette hat auch beim Abstoß Schwierigkeiten, wenn der Gegner sich sehr breit aufstellt, da neigen unsere Außenverteidiger dazu, sich nach außen ziehen zu lassen, so dass sich große Lücken zwischen ihnen und dem Innenverteidiger ergeben, was den Gassenpass erleichtert.. Seit Oktober bin ich ja nicht mehr Trainer dieser Mannschaft und daher nur noch Beobachter. Nachdem das Team ein paar mal ausgekontert wurde und nach dem Sieg von Real Madrid gegen die Bayern hat der Trainer auf ein tiefes Mittelfeldpressing im 3:4:1 mit schnellen Gegenstößen umgestellt, das führte aber eigentlich nur dazu, dass es kaum noch Torraumszenen gab, weil die Gegner tatsächlich nur noch selten vor unser Tor kamen, andererseits aber unsere Mannschaft kaum erfolgreiche Angriffe zustande brachte.. Bessere Gegner können ein 3:4:1 auch ganz gut mit Diagonalpässen auf den Flügel, also hinter die vier Spieler im Mittelfeld, überwinden, und dann gefährlich vors Tor flanken oder von der Grundlinie zurück in die Mitte passen.
Ich würde inzwischen wieder zu einem 4:3:1 tendieren und halt versuchen, den Spielern auf den 'schwierigen' Positionen das geeignete Verhalten zu vermitteln. Mir gefällt auch defensiv das 4:3:1 besser als das 4:4, zumindest, wenn die Mittelfeldspieler die Formation zum Kegelstumpf werden lassen und den Gegner dadurch nach außen treiben -- oder halt den Ball im Zentrum erobern. Gegenüber dem 4:4 kann nämlich der Stürmer den Spielaufbau der Gegner lenken, man kann, wenn man so weit kommt, sogar ein Pressing spielen. Dass das ballferne Mittelfeld unbesetzt ist, sollte nicht so problematisch sein, da sollte bei einer Spielverlagerung das Verschieben schnell genug funktionieren.
Ich kenne auch Trainer, die ein 2:4:2 spielen lassen, so wird das z.B. auch auf der 9:9-DVD der Spvgg. Unterhaching propagiert. Mir müssen dabei die Mittelfeldaußen dann doch zu viel laufen, und für die übrigen Spieler kommt mir das ganze recht statisch vor.. In einer der letzten Ausgaben 2013 von fußballtraining wurde auch angeregt, in der D-Jugend mal mit einer Raute zu spielen, also ein 2:4:2 mit Raute. Ich bin mir nicht sicher, wie sie sich das vorstellen, denn daraus wird ja schnell ein 3:2:3.. Und für ein 2:1:2:1:2 ist der Platz meiner Meinung nach zu kurz, man würde damit praktisch einen mittleren Streifen über die ganze Länge des Feldes besetzen, die Flügel wären aber völlig unbesetzt..