Beiträge von tobn

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    da ich nicht davon ausgehe, dass du immer nur auf brave andere Trainer, und gute Schiedsrichter getroffen bist, muss natürlich die Frage kommen, wieso das so ist.?


    Naja, es ist immerhin schon so, dass sich auch die meisten Laienschiedsrichter durchaus bemühen, fair zu pfeifen. Dass sie, die sie im Kinderbereich bei uns ja meistens Spielerväter sind, das nicht ganz schaffen, lässt sich, denke ich, nicht ganz vermeiden. Und der Großteil der Trainer, auf die man trifft, besteht ja auch aus grundsätzlich verträglichen Personen, häufig auch Vatertrainer, man hat da also als Vatertrainer von vornherein gewisse Gemeinsamkeiten.


    inwieweit hast du und konntest du Einflussnahme auf diese Trainer und Schiri nehmen?


    Meistens war es, wie gesagt, gar nicht nötig, direkt auf sie Einfluss zu nehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich sehr positiv auswirkt, wenn man sich vor dem Spiel um eine gute und freundliche Atmosphäre kümmert, sich also z.B. um die Gäste kümmert, dabei ruhig auch ein bisschen Smalltalk betreibt, sich nach persönlichem und dem Befinden der Mannschaft erkundigt, etc. Ich begrüße auch alle Gäste (größtenteils sind dies ja Eltern), die mir über den Weg laufen, so kennen mich die 'gegnerischen' Eltern auch vor dem Spiel bereits persönlich und haben einen freundlichen Erstkontakt zu mir gehabt. Ich habe mich durchaus auch noch ein bisschen mit ihnen unterhalten, wenn mein Co-Trainer, der weniger kommunikativ als ich war, währenddessen mit dem Aufwärmprogramm begonnen hat. Für den Feldaufbau haben parallel einige unserer Eltern gesorgt, ich hatte dazu also die Zeit.


    Haben wir auswärts gespielt, so habe ich natürlich auch den Schiedsrichter begrüßt, das war aber meistens eine recht kurze Angelegenheit.


    Mit der Zeit kam ich zu der Überzeugung, dass es oft besser ist, wenn die Trainer beider Mannschaften auf derselben Seite des Spielfelds stehen, ich habe mich da nach dem anderen Trainer gerichtet. So konnte ich auch während des Spiels ab und an ein paar Worte mit ihm wechseln. Da muss man nicht über den Platz schreien, um sich zu verständigen, und kann sich nebenbei, halt wie ein Beobachter, über das laufende Spiel austauschen. Ich habe dabei auch kein Problem damit gehabt, seine Spieler zu loben und Fehlentscheidungen unseres Schiri einzuräumen -- meistens sind es ja Kleinigkeiten, die keine Auswirkungen auf das Spiel haben. Wenn dann wirklich mal etwas wesentliches vorfällt, hat man auch fast die selbe Sicht gehabt, man ist nahe beieinander und kann sich schnell austauschen.


    Und dann habe ich mich halt schon immer auch um die Gästespieler gekümmert, habe sie eben wie Kinder behandelt und nicht wie Feinde. Also schnell das Spiel unterbrochen, wenn ein Kind sich weh tat. Oder meine Spieler dazu aufgefordert, den Ball ins Aus zu spielen. Oder auch mal selbst einen Spieler vom Platz zu nehmen, wenn der Gegner in Unterzahl war.


    Entscheidungen der Schiedsrichter habe ich übrigens letztendlich immer akzeptiert. Wenn es da tatsächlich mal Ungerechtigkeiten gab, habe ich das mit meinen Spielern im Nachhinein dann auch besprochen und ihnen erklärt, dass man das halt auch mal schlucken muss, die Welt halt nicht komplett gerecht ist, dass aber ja zum Glück nichts ernsthaftes passiert ist. Also einfach seine Meinung über die Situation und ggf. die handelnden Personen bilden und seine Konsequenzen daraus ziehen -- also den Verein auf die eigene Schwarzliste setzen.

    In diesen thread gibt es mindestens vier Beiträge (# 167-169, 172) die sinngemäss sagen, das Problem liege (in diesem Falle nur) darin, dass die Trainer die FPL nicht verstehen.


    Korrekt, denn sie sind ihrer Aufgabe, strittige Situationen gemeinsam zu entscheiden, nicht nachgekommen. Der Bericht ist ja nun beileibe nicht objektiv, aber ein respektables Forumsmitglied verbürgt sich für die Mannschaft des Autors, und der Bericht enthält ein recht vielsagendes Zitat.


    Wenn wir nun übereinstimmen, dass nicht Dummheit der Grund ist, was ist es dann?


    Nun, da gibt es mehrere Möglichkeiten:

    • Fortbestand des Gewinndenkens
    • Ablehnung des partnerschaftlichen Umgangs, d.h. die andere Partei wird weiterhin als Gegner und nicht als Partner gesehen
    • Vorstellung, dass möglichst viele und möglichst hohe Siege alleiniges Kennzeichen eines guten Trainers sei
    • Selbstverwirklichung und Selbstbestätigung durch die Erfolge der trainierten Mannschaft


    Und dann spielt wahrscheinlich auch noch eine Rolle, wie die FPL vor ihrer Einführung vermittelt wurde. Ich habe es auf unserem Elternabend gesagt: für Kinder und Eltern ändert sich kaum etwas, für die Trainer aber jede Menge. Sie sind nicht mehr nur noch für ihre Mannschaft verantwortlich und sind nicht mehr hauptsächlich deren Interessen verpflichtet, sondern sie tragen gemeinsam die Verantwortung dafür, dass das Spiel der Kinder ein Erfolg wird. Sie sind dafür zuständig, dass die Kids frei und mit Freude spielen können, und dass andererseits sich aber nicht einfach nur der Stärkere durchsetzt. Sie sollen dafür sorgen, dass sich quasi eine Bolzplatzatmosphäre mit Aufsicht entwickelt. Im Vergleich mit dem Bolzplatz sind die Regeln etwas fester und die Zahl der Spieler pro Mannschaft ist gleich, außerdem wird nur in einer Altersklasse gespielt. Die Trainer übernehmen die Rolle der großen Jungs, die gesagt haben, wo es lang geht, sie machen dabei aber selbst nicht mit. Und sie sind tatsächlich Trainer und genießen dadurch Autorität und tragen Verantwortung, sie haben die Aufgabe, das Spiel zu führen, an Zügeln, die sie so locker wie möglich, aber auch so fest wie nötig halten.


    Die FPL "bottom-up", so wie die Idee entwickelt wurde, ist eine gute Sache. Die vom Verband verordnete FPL ist Symbolpolitik.


    Das hängt von der Umsetzung ab. Ich finde, dass es bei uns in Hessen bisher ganz gut läuft, es scheint auch mehr Energie in die Vorbereitung gesteckt zu werden als in einigen anderen Landstrichen, wo scheinbar die FPL einfach nur zu einem Stichtag verordnet wurde, ohne dass es Schulungen o.ä. gab. Am Ende hängt der Erfolg der FPL aber auch von jedem einzelnen Kindertrainer ab -- wir sind schließlich diejenigen, die die FPL leben müssen.


    Richtig lustig wird es, wenn jeder, der sich kritisch dazu äussert (jetzt fehlt bloss noch das Wort "alternativlos") sofort als passiv oder ewig Gestriger gilt.


    Ich denke, Polemik nützt der ernsthaften Diskussion nicht. Wie beurteilst du denn die fragliche Situation?


    Mein Hauptpunkt, nämlich, dass es in vielen anderen Sportarten keine Fanzonen, dafür aber Schiedsrichter, Ergebnislisten und Tabellen gibt, und wir von Auswüchsen wie im Kifu weitgehend verschont bleiben, wird hier leider nicht aufgegriffen. Ich wollte damit deutlich machen, dass die verordnete FPL Symptome, aber keine Ursachen bekämpft.


    Ich kann nicht von so vielen anderen Sportarten berichten, möchte aber gerne beitragen, wie ich kann. Meine Kinder haben früher Leichtathletik praktiziert, da sind die Wettkämpfe immer völlig friedlich gewesen, aber wie soll das bei Einzeldisziplinen auch anders sein? Unsere Tochter spielt Handball, sie ist gerade in die D-Jugend gekommen. Da scheint man beim DHB, so mein Eindruck, was die kindgerechte Ausbildung anbelangt, gegenüber dem DFB einen gewissen Vorsprung zu haben. Allgemein sind die Turniere und Spiele friedlich, es gibt nur sehr selten Dispute zwischen den Trainern, ab und an aber schon deutliche Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Schiedsrichtern. Ganz selten mal wird auch mal ein Trainer verwarnt. Aber auch dort gibt es die Mannschaften, denen beigebracht wird, unfair zu spielen, so gab es bspw. im Spitzenspiel der Rückrunde der letzten Saison alleine sieben Zeitstrafen gegen die Gastgeber -- unser Team war Gast. Außerdem haben sie sich nicht an die Vorgabe des Verbands gehalten, offen zu verteidigen. Der wirklich gute Schiedsrichter -- der Verband hatte kurzfristig einen erfahrenen Schiri angesetzt -- hat seine Sache gut gemacht, konnte aber nicht ganz verhindern, dass die Gastgeber letztlich belohnt wurden. Aber auch im Kinderhandball hängt viel vom Trainer ab, auch dort gibt es (zu) erfolgsorientierte Trainer, die bereits in der E zu sehr Erwachsenenhandball spielen lassen.


    Ich muss aber dazu sagen, dass ich von G (zweitem Jahr) bis Ende der E mit meinen damaligen 2001ern nie in eine Situation kam, die aus dem Ruder geriet. Es gab ein Spiel, bei dem der als Schiri agierende Gastgebertrainer und ich kurz aneinander gerieten, weil seine Spieler zu fies spielten, und einmal regte sich ein Spielerpapa meiner Mannschaft so sehr über den (falschen) Pfiff des von den Gästen (mit meiner ausdrücklichen Zustimmung) eingesetzten Jungschiris auf, dass er um den Platz herum auf uns zugerauscht kam: sein Ziel war der Trainer der Gastgeber. Ich habe ihn aber abgefangen und beruhigt. wir Trainer haben von vornherein sehr gut kooperiert. Die Gästefans standen bereits hinter dem Zaun, unsere nicht, das war bei uns noch nicht üblich. Aber anschließend bzw. ein paar Wochen später habe ich meine Eltern auch immer hinter den Zaun geschickt.


    Daher hat es für mich, was den Schiri anbelangt, der FPL nicht unbedingt bedurft, ich befürchte aber auch keinen Nachteil durch sein Fehlen und finde das Ansinnen, den Spielern und den Trainern mehr Verantwortung zu übertragen, durchaus richtig. Und natürlich sind Umstellungsschwierigkeiten zu erwarten, vorschnell sollte man also nicht über die FPL urteilen. Ich habe übrigens in der E-Jugend auch schon Freundschaftsspiele und Turniere ohne Schiri durchführen lassen, mit mir und ggf. dem anderen Trainer als 'Spielleiter'. Das hat ganz wunderbar funktioniert, weil wir in einer freundschaftlichen Atmosphäre kooperiert haben und das z.B. auch den Spielern und Zuschauern deutlich wurde. Es gab da überhaupt keinen Stress.

    guenter, die FPL kommt bei uns erst in der nächsten Saison. Insgesamt war die Resonanz positiv, durchsetzt mit Äußerungen à la: "Wir werden sehen, wie es wird." Insgesamt gab es Zustimmung, falls jemand es total blöd fand, was ich von mir gab, so hat er es zumindest an diesem Abend nicht geäußert. Ich glaube es aber nicht, die Stimmung war sehr gut. Bei uns ist das soziale Niveau allerdings auch wohl eher überdurchschnittlich. Es kann schon sein, dass ich in einem Verein, der in einem sozialen Brennpunkt angesiedelt ist, mehr oder zumindest andere Überzeugungsarbeit hätte leisten müssen. Sprich: unsere Elternschaft ist bereits sehr kooperativ.

    Lass dich nicht vom Namen täuschen. Der ehemalige Bundesligist Bayer Uerdingen heisst jetzt KFC Uerdingen und spielt in der 4.Liga. Der obige Verein (wohl die Breitensport-Abspaltung bei der damaligen Trennung von der Bayer AG) spielt in der Kreisliga B.


    Ach, stimmt, da war was mit 'Niedergang' oder so ähnlich.


    Zu den Schiefbahnern sei gesagt: Auch wenn der Autor von Tabellen redet, die Trainer wissen schon zu großen Teilen, worum es im Kinderfussball geht. Wir haben mehrfach gegeneinander gespielt und auch recht intensiven Kontakt. Da ist kein Reinbölken, kein Leistungsdruck und auch kein unfaires Spiel.


    Das glaube ich dir gerne, du hattest dich ja ja bereits zu Beginn lobend ihnen gegenüber geäußert. Mein Vorwurf richtet sich auch ganz deutlich an den Uerdinger Trainer. Ich weiß ja nicht, wie der Schiefbahner Trainer reagiert hat, was da lief -- es gab ja wohl offenbar eine Diskussion, die ja darin resultierte, dass es in der zweiten Halbzeit einen Schiedsrichter gab. Das war aber wohl keine geeignete Lösung...


    Der "Fehler" liegt eindeutig bei den Uerdingern.


    Sie sind im Unrecht, das glaube ich auch. Evtl. wäre aber eine deutlichere Reaktion der Schiefbahner angebracht gewesen.. Damit meine ich, dass der Schiefbahner Trainer vielleicht hätte das Spiel unterbrechen sollen, um sich mit seinem Kollegen zu einem Vieraugengespräch zurück zu ziehen, in dem er klar stellt, dass das so nicht weiter geht.


    Ich habe den Artikel auch nicht gepostet, um die FPL an den Pranger zu stellen, sondern um zu verdeutlichen, wo die Probleme in der Praxis liegen. Wenn man die FPL weiterentwicklen will, muss man genau hier ansetzen.


    Richtig. Die Gefahr, dass vereinzelt Teams versuchen werden, die Abwesenheit des Schiri auszunutzen, wurde hier im Forum ja schon mehrfach erkannt und diskutiert. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die Situation mit einem Schiri, der von einem der das Spiel bestreitenden Vereine gestellt wird, nicht besser ist, dazu bräuchte man vom Kreis gestellte Unparteiische, die es in der erforderlichen Zahl einfach nicht gibt. Ich habe ja schon mehrfach erläutert, wie ich in einem solchen Fall vorgehen würde. Entsprechend habe ich auch die Elternschaft der F-Jugend, die ich aktuell mit trainiere, beim Elternabend vor ein paar Wochen informiert: ich habe sie darum gebeten, sich keinesfalls eskalierend zu beteiligen, und habe ihnen erläutert, dass wir im unwahrscheinlichen und unerfreulichen Fall, dass sowas mal passiert, in den passiven Widerstand treten werden und eine entsprechende Beschwerde in den Spielbericht aufnehmen werden. Mit Strafen ist man bei uns im Kreis nicht zimperlich..

    Ja, hier haben mal wieder die Erwachsenen versagt. Ganz offensichtlich ist die FPL nicht richtig verstanden worden, wie sich in folgendem Zitat aus dem Artikel zeigt:

    Zitat

    [...] im Anschluß an das Spiel sagte ein Uerdinger Offizieller zu dieser Szene: ''Natürlich war das auch aus meiner Sicht ein Strafstoß, aber der Sinn der Fair-Play-Liga ist, daß sich die Kinder selbständig einigen. Und wenn sie sich nicht einigen, dann gibt es eben keinen Neunmeter.''


    Ich frage mich, wie der Uerdinger Offizielle zu seiner Schlussfolgerung kommt, denn ich kann in seiner Aussage überhaupt keine Logik erkennen. Tatsächlich hat in der strittigen Szene, wenn sie denn zwischen den Kindern umstritten war, die Trainer sie aber, wie es angesichts der zitierten Aussage zu sein scheint, ähnlich bewertet haben, der Uerdinger Trainer gegen die ihn betreffende Regel der FPL verstoßen, die man hier nachlesen kann. es geht mir dabei vor allem um folgende Passagen:

    Zitat

    Die Trainer verstehen sich als Partner im sportlich fairen Wettkampf. [...] Die finale Einhaltung der Spielregeln obliegt den Trainern!


    Das war so bei dem fraglichen Spiel wohl nicht gegeben..


    Und natürlich haben Tabellen und Meistertitel in der F-Jugend nichts verloren. Über den Sinn bzw. Unsinn davon, dass Vereine mit Profiabteilung Kinderfußballmannschaften betreiben, lässt sich mit diesem Anlass auch trefflich streiten..

    Suche hier im Forum einfach ein bisschen herum, da findest du schon was. Schaue auch mal auf soccerdrills nach den Hintergrundartikeln. Außerdem empfehle ich dir diese Seite des DFB. Dieses ganz frische Buch des DFB wird wohl auch zum neuen Standardwerk in Sache Kinderfußball werden, ich kann sowohl es auch das vielfach hier im Forum gepriesene Werk von Horst Wein nur wärmstens empfehlen (Anm.: ich gebe hier aus Dankbarkeit und zur Anerkennung seiner Bemühungen die URLs zum Shop des Forumsbetreibers an, selbstverständlich gibt es auch andere Bezugsquellen). Auch die Kinderfußballzeitschrift des DFB, ft Junior kann ich uneingeschränkt empfehlen.


    Ansonsten geht es in der F vor allem darum, den Kids den Spaß am Fußball zu vermitteln und viele, viele Ballkontakte zu ermöglichen. Daneben geht um vielseitige sportliche Betätigungen, also nicht nur fußballspezifische Inhalte, sondern vor allem auch koordinative Aufgaben. Ich bevorzuge bei Spielformen noch solche mit wenigen Spielern, also vom 1:1 bis zum 4:4.


    Weitere wichtige Anregungen in Kurzform:

    • Viel rotieren, also jeden Spieler auf jeder Position spielen lassen -- auch im Tor, dorthin aber noch niemanden zwingen.
    • Vor allem mit positiver Motivation, also Lob, arbeiten. Das muss aber auch angebracht und konkret sein.
    • Für ein gutes Mannschaftsklima sorgen -- hier wird der Grundstein gelegt, und nicht integrierte Kinder verlassen über kurz oder lang das Team. In D und C kann es dann nicht mehr für eine Mannschaft reichen, wenn man im Kinderbereich einen 'Stamm' bevorzugt hat.
    • Elternarbeit ist auch ganz wichtig.

    Ich kann Ralfs Vorschlag unterstützen: wir haben 2012 ein Minifußballturnier (à la Horst Wein) auf vier Spielfeldern parallel nach dem Schweizer System durchgeführt. Es haben, wenn ich mich recht erinnere, sechs Vereine teilgenommen, die insgesamt zehn Teams stellten (Norm-Teamstärke: 4 Spieler). Nach den Spielen wurden die Ergebnisse der Turnierleitung gemeldet, die anschließend die neuen Spielpaarungen und die Felder, auf denen sie stattfanden, ansagte. Das hat alles sehr gut funktioniert. Und die Turnierleitung hat eben den Turnierplaner verwendet, den er erwähnt.

    Wenn du mit Dreierkette spielst, dann würde ich Zodiaks Hinweis beherzigen und alle Abwehrspieler als Innenverteidiger spielen lassen. Wenn die äußeren Verteidiger sich zu weit außen postieren, so klaffen zwischen ihnen und dem zentralen Innenverteidiger sonst riesige Lücken, in die der Gegner seine Steilpässe spielen kann, so dass der mittlere Verteidiger dann oft ohne Absicherung ins 1:1 muss und dabei einen recht weiten Weg zum Ball hat.. Wenn also durch das Zentrum angegriffen wird, sollten deine äußeren Verteidiger generell nach innen rücken und dabei in Kauf nehmen, den Flügel offen zu lassen -- spielt der Gegner dann dorthin, so muss der ballnahe Verteidiger den Angreifer stellen und seinen Durchbruch zum Tor verhindern, dann doppelt der Mittelfeldaußen oder, was ich aber zugunsten eines mit beiden Sechsern dichter besetzten Rückraumzentrums für weniger wünschenswert hielte, der ballnahe Sechser.


    Wenn du mit drei Mann hinten spielst, so bietest du dem Gegner auf den Flügeln freie Räume, deine äußeren Mittelfeldspieler müssten also versuchen, den Gegner eher ins Zentrum zu lenken. Spielst du mit vier Mann hinten und dreien davor, so ergibt sich umgekehrt (bei kompakter Ordnung) ein Keil, der den Gegner nach außen leitet.


    Letztlich ist aber tatsächlich das System weniger wichtig als dass die Spieler lernen, sich gemeinsam sowohl an der Angriffs- wie der Abwehrarbeit zu beteiligen. Zumindest in den höheren Spielklassen hat man keine Chance, wenn nur eine Mannschaftshälfte angreift und die andere für die Abwehrarbeit zuständig ist. Da trifft man in jeder Spielsituation auf einen in Überzahl agierenden Gegner..

    guenters Einwände finde ich durchaus berechtigt, ich finde auch lange Wartezeiten zwischen den Spielen ziemlich dröge.. Also, wallinheimo, was schwebt Euch denn überhaupt vor?

    Hier hast du die entstehenden Paarungen:


    A : B
    C : D
    E : F
    G : H
    I : A
    B : C
    D : E
    F : G
    H : I
    A : C
    B : D
    E : G
    F : H
    I : B
    A : D
    C : E
    F : I
    G : A
    H : B
    C : F
    D : G
    E : H
    I : C


    Beachte, dass es nicht ganz aufgeht, das letzte Spiel muss die neunte Mannschaft, also Mannschaft I machen, alle anderen Teams haben dann aber schon ihre fünf Spiele voll. Ich habe sie gegen Team C antreten lassen, das war die erste Mannschaft, gegen den sie noch nicht gepielt haben. Die weiteren Möglichkeiten sind da Teams D, E und G. Das Team, das im letzten Spiel gegen Mannschaft I antritt, spielt sechs mal.

    Gegen wen sollen die Mannschaften denn spielen? Gegen fünf zufällig ausgewählte Teams? Und am Ende soll jedes Team gleich viele Spiele gehabt haben? Hmm, so ein Plan sollte sich doch entwickeln lassen, etwa so:

    • Schreibe fünf Listen mit Mannschaften 1 bis 9 nebeneinander, bspw. in Spalten C bis G, Zeilen 1 bis 9 der Tabellenkalkulation deiner Wahl.
    • Spalten A und B sind nun für die Spielpaarungen da. Übertrage Feld C1 per Ausschneiden und Einfügen nach Feld A1, C2 nach B1. Das ist die erste Paarung.
    • Fahre nun in Spalte C sowie Spalten A und B nach unten fort, übertrage also C3 und C4 nach A2 bzw. B2. Ist Spalte C zu Ende, so gehe weiter zu Spalte D und fange dort von oben an.
    • Gibt es eine Paarung bereits, so stelle die zweite Mannschaft zurück und nimm die nächste. Gibt es diese Paarung ebenfalls bereits, so verfahre weiter in dieser Form, bis du eine Paarung hast, die es noch nicht gab. Setze dann beim Anfang der Liste fort, also mit der ersten Mannschaft, die du überspringen musstest.
    • Der Spielplan ist fertig, wenn alle Spalten C bis G leer sind.

    guenter, wie ernst ist dein Beitrag gemeint? Ehrliche Frage, für mich liest sich da einiges ironisch, anderes wiederum könnte so gemeint sein... ?(

    miff94, du wirst gemerkt haben, dass ein Gutteil der Antworten, die du bisher erhalten hast, ironisch gemeint sind. Lass mich dir eine Frage stellen: worin besteht, deiner Meinung nach, deine Aufgabe als Jugendtrainer? Falls dir mehrere Aufgaben einfallen, wie würdest du sie priorisieren? Mir geht es hier insbesondere um die zwei Möglichkeiten: Viele Siege zu erringen oder die Spieler möglichst gut auszubilden. Du gehst in deinem Beitrag einzig und alleine auf die sportlichen Erfolge im Sinne von gewonnenen Spielen und Tabellenplatzierungen ein, und beklagst dich andererseits über die mangelhaften Vorkenntnisse der neuen Spieler. Worin wir dann deine Motivation vermuten dürfte damit relativ klar sein...

    uzunbacak, du bist nicht alleine, wir trainieren auch bei der aktuellen Hitze mit unseren F-Junioren. Wir haben die Eltern darauf hingewiesen, dass die Kids Mützen tragen, mit Sonnenschutzmittel eingeschmiert sein und viel zu trinken mitbringen sollen. Dann machen wir ein Training, das weniger anstrengend als sonst ist, mit mehr Trinkpausen, in denen konsequent der Schatten aufgesucht wird. Ab und an werfen wir auch mal die Wassersprenger an, das macht den Kids dann immer einen Riesenspaß. Und wenn einem Kind zu heiß ist, dann darf es selbstverständlich im Schatten Pause machen.


    Ich habe in meiner Jugend einige Jahre in den Tropen verbracht, fast auf dem Äquator. Da haben wir auch Fußballtraining gehabt, das kann man schon ab. Man darf es halt nicht übertreiben.. Ab der älteren E-Jugend und mit dem Einverständnis der Eltern (und entweder einer Enthebung der Aufsichtspflicht oder weiteren Aufsichtspersonen) würde das 'Training' auch mal ins Schwimmbad verlegen, da gibt es bei uns auch einen Beachfußballplatz, auf dem man sogar ein kleines Turnier spielen könnte. Aber mit F-Junioren wäre mir das zu heikel, zumal wir mittlerweile 27 haben, wenn alle kommen -- nur Jungjahrgang.

    irgendwie (Lieblingswort vom Bundestrainer) finde ich heute nicht die richtigen Worte, egal was ich schreibe ;)


    Ach, weißt du, wenn man will, findet man an an jeder Äußerung etwas, an dem man etwas auszusetzen hat. Und hier trifft doch das Sprichwort mit dem Necken und dem Lieben zu, wenn auch geringfügig adaptiert.


    Dir und allen Trainertalkern auch von mir Frohe Pfingsten!