da ich nicht davon ausgehe, dass du immer nur auf brave andere Trainer, und gute Schiedsrichter getroffen bist, muss natürlich die Frage kommen, wieso das so ist.?
Naja, es ist immerhin schon so, dass sich auch die meisten Laienschiedsrichter durchaus bemühen, fair zu pfeifen. Dass sie, die sie im Kinderbereich bei uns ja meistens Spielerväter sind, das nicht ganz schaffen, lässt sich, denke ich, nicht ganz vermeiden. Und der Großteil der Trainer, auf die man trifft, besteht ja auch aus grundsätzlich verträglichen Personen, häufig auch Vatertrainer, man hat da also als Vatertrainer von vornherein gewisse Gemeinsamkeiten.
inwieweit hast du und konntest du Einflussnahme auf diese Trainer und Schiri nehmen?
Meistens war es, wie gesagt, gar nicht nötig, direkt auf sie Einfluss zu nehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich sehr positiv auswirkt, wenn man sich vor dem Spiel um eine gute und freundliche Atmosphäre kümmert, sich also z.B. um die Gäste kümmert, dabei ruhig auch ein bisschen Smalltalk betreibt, sich nach persönlichem und dem Befinden der Mannschaft erkundigt, etc. Ich begrüße auch alle Gäste (größtenteils sind dies ja Eltern), die mir über den Weg laufen, so kennen mich die 'gegnerischen' Eltern auch vor dem Spiel bereits persönlich und haben einen freundlichen Erstkontakt zu mir gehabt. Ich habe mich durchaus auch noch ein bisschen mit ihnen unterhalten, wenn mein Co-Trainer, der weniger kommunikativ als ich war, währenddessen mit dem Aufwärmprogramm begonnen hat. Für den Feldaufbau haben parallel einige unserer Eltern gesorgt, ich hatte dazu also die Zeit.
Haben wir auswärts gespielt, so habe ich natürlich auch den Schiedsrichter begrüßt, das war aber meistens eine recht kurze Angelegenheit.
Mit der Zeit kam ich zu der Überzeugung, dass es oft besser ist, wenn die Trainer beider Mannschaften auf derselben Seite des Spielfelds stehen, ich habe mich da nach dem anderen Trainer gerichtet. So konnte ich auch während des Spiels ab und an ein paar Worte mit ihm wechseln. Da muss man nicht über den Platz schreien, um sich zu verständigen, und kann sich nebenbei, halt wie ein Beobachter, über das laufende Spiel austauschen. Ich habe dabei auch kein Problem damit gehabt, seine Spieler zu loben und Fehlentscheidungen unseres Schiri einzuräumen -- meistens sind es ja Kleinigkeiten, die keine Auswirkungen auf das Spiel haben. Wenn dann wirklich mal etwas wesentliches vorfällt, hat man auch fast die selbe Sicht gehabt, man ist nahe beieinander und kann sich schnell austauschen.
Und dann habe ich mich halt schon immer auch um die Gästespieler gekümmert, habe sie eben wie Kinder behandelt und nicht wie Feinde. Also schnell das Spiel unterbrochen, wenn ein Kind sich weh tat. Oder meine Spieler dazu aufgefordert, den Ball ins Aus zu spielen. Oder auch mal selbst einen Spieler vom Platz zu nehmen, wenn der Gegner in Unterzahl war.
Entscheidungen der Schiedsrichter habe ich übrigens letztendlich immer akzeptiert. Wenn es da tatsächlich mal Ungerechtigkeiten gab, habe ich das mit meinen Spielern im Nachhinein dann auch besprochen und ihnen erklärt, dass man das halt auch mal schlucken muss, die Welt halt nicht komplett gerecht ist, dass aber ja zum Glück nichts ernsthaftes passiert ist. Also einfach seine Meinung über die Situation und ggf. die handelnden Personen bilden und seine Konsequenzen daraus ziehen -- also den Verein auf die eigene Schwarzliste setzen.
