Beiträge von tobn

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    In den Dorfvereinen spielt der RAE-Effekt meist gar keine Rolle, weil er hier wenn überhaupt, dann nur zufällig auftritt, da in der Regel alle Spieler angenommen werden, die Fussball spielen möchten.


    Der RAE führt sicher im 'Dorfverein' nicht dazu, dass jüngere Spieler ausgeschlossen werden. Aber ich denke schon, dass auch dort eine gewisse Korrelation zwischen Alter und Leistungseinschätzung durch den Trainer vorhanden ist. Die früher im Jahr geborenen Kinder haben einfach gegenüber den jüngeren einen zeitlichen Vorsprung. Da gibt es zwar eine große Streuung, so dass jeder Trainer problemlos auf junge Spieler wird hinweisen können, die bei ihm Leistungsträger sind. Aber von den acht stärksten Spielern meiner damaligen E2 waren bspw. fünf Spieler im ersten Quartal geboren, zwei im September und einer im Dezember. Die Geburtsdaten aller Spieler waren hingegen ziemlich zufällig verteilt.

    Danke für die Rückmeldung, es freut hier sicher nicht nur mich, dass du dich so positiv äußerst.


    Nur einen Punkt möchte ich heraus greifen:

    Unser Sohn tickt manchmal zu sozial, er guckt dann und sagt sich, gut wenn es kein anderer macht, muss ich es wohl machen. Er hat noch keine Hornhaut an den Ellenbogen und ist für solche Sachen zu rücksichtsvoll. Dann kommt es wohl besser beim Buli-Verein an, wenn man einen auf "Ego-Trip" macht und sich durchboxt. Das sind eben Charaktereigenschaften an denen man feilen kann, aber komplett umkrempeln...wird schwierig.


    Ich stelle mal die Frage in den Raum, ob man daran überhaupt etwas ändern wollen sollte.

    Telefonisch war da niemand zu erreichen, ich habe mal eine E-Mail abgeschickt.


    Inzwischen habe ich die Antwort erhalten:

    Zitat

    diese Sache ist eindeutig geregelt. Es zählen die Jahre, die der Spieler für den abgebenden Verein spielberechtigt war.


    Ich würde mal sagen, in Hessen zählen dann alle Jahre bis hinunter in die G-Jugend, also jedes Jahr seit der ersten Bewilligung der Spielberechtigung. Hat ein Jugendlicher also seinen Pass bereits seit dem ersten Tag der G-Jugend, so kommen in sechs Jahresbeträge mehr an Ausbildungsentschädigung zusammen als in den Landesverbänden, wo man erst ab der D zählt.

    Ich schließe mich MichaMittelfelds Äußerungen an. Aber mich treibt noch die Frage um, in welchen Spielklassen sich Eure Teams finden werden. Wie werden diese bei Euch eingeteilt? Hintergrund der Frage ist, dass eine Serie von teilweise hohen Niederlagen zu viel Frust und Unruhe führen können, noch mehr, wenn gleichzeitig die andere Mannschaft von Sieg zu Sieg reist. Ausschließlich Siege sind übrigens, wie ich finde, auch nicht optimal für die Entwicklung.


    Gibt es bei Euch aber vor der Rundeneinteilung eine Qualifikationsphase oder sind die Teams von vornherein in unterschiedliche Leistungsklassen eingeteilt, so finde ich eine Einteilung nach Leistung auch sinnvoll.


    Nachtrag: Viel Erfolg in der kommenden Saison, ich wünsche Euch alles Gute. Und was die überehrgeizigen Eltern des neuen Spielers anbelangt: versuche nicht, es ihnen Recht zu machen. Meiner Meinung nach hat jedes Kind die gleichen Rechte und Pflichten, eine hervorgehobene Stellung bekommt von mir als Trainer keiner. Ich bitte darum, das nicht mit Gleichmacherei zu verwechseln. Wem das nicht passt, wer meint, mehr verdient zu haben als die anderen, den muss ich enttäuschen. Wenn er meint, woanders mehr gewürdigt zu werden, dann bitte, darf er es gerne dort versuchen, ganz ohne Häme.

    Ich würde auch den Ball tendenziell eher flach halten, ohne dabei allerdings den Spieler klein zu reden. Die eben bereits gestellte Frage nach dem Geburtsmonat des Kindes möchte ich noch mit der ergänzen, ob es Fußball spielende ältere Geschwister hat. Dann könnte es nämlich sein, dass er auch deshalb gegenüber den anderen einen Vorsprung hat, den er aber im Verlauf der nächsten Jahre nach und nach einbüßen könnte. Allerdings ist es für die konstant gute Leistung sicher am förderlichsten, wenn er in seiner Freizeit viel in Bewegung ist. Fußball ist dabei gut, aber auf keinen Fall besser als andere Dinge -- ich stimme open-minded darin zu, dass in diesem Alter Vielfalt Trumpf ist. Falls die Eltern übrigens danach fragen, ob er nebenher noch in eine Fußballschule gehen sollte, würde ich es ihnen überlassen, aber nicht positiv reagieren -- das käme mir zu einseitig und zu sehr nach Eiskunstlaufeltern vor.

    guenter, da hast du, meiner Meinung nach, schon ziemlich anspruchsvolle Anforderungen, in der hiesigen D-Junioren-Gruppenliga habe ich jede Menge Spieler gesehen, die nicht alle dieser Anforderungen erfüllten. Es kommt natürlich aber darauf an, welche Qualität man tatsächlich erwartet, da könnte es ja durchaus noch Unterschiede zwischen dem geben, was du schreibst und dem, was ich lese. ;)

    Ich denke, man freut sich -fast immer-, wenn man einen Besuch/er bekommen könnte.
    Oder bin ich viel zu oriental in der Hinsicht? ?(


    Nein, ich denke, du hast schon Recht. Gerade im Krankenhaus dürften sich die meisten Leute ziemlich einsam vorkommen, da kennt man ja (hoffentlich) niemanden, außerdem man hat nichts zu tun, so dass die Zeit wohl förmlich kriecht..


    Daher: ich würde auch hin gehen, wenn die Eltern nichts dagegen haben.

    Mir geht es ähnlich wie dir, open-minded: ich kann keinen Referenten heraus picken, sie waren alle toll (fast legendär) und, wie du schon sagst, haben es alle geschafft, Begeisterung zu transportieren. Die allgemein sehr kameradschaftliche und lockere, aber interessierte Atmosphäre hat ihre Mühen sicher auch unterstützt.


    Ich fand es sehr interessant, selbst dabei in der Rolle des Trainierten zu sein und am eigenen Leib zu merken, was wir den Kids so alles abverlangen, wenn wir nur von außen zuschauen. Vor allem die Einheiten, die auch den Kopf gefordert haben, waren für uns ja auch eine ganz schöne Aufgabe.


    Gestern habe ich beim Aufwärmen mit meiner gerade noch so jungen F2 "Fangen - Kopfball" gemacht, erst mal nur mit den Worten. Kam super an und hat den Kids viel Spaß gemacht. Nach den Ferien werde ich das sicher immer mal wieder machen und dann auch sukzessive erweitern.

    Passt schon, guenter, aber ich habe den Eindruck, dass du Horst Wein überschätzt, wirklich schwierig ist ja an dem, was er vermittelt, nichts. Der Ansatz ist 'nur' ein anderer, anstatt den Spielern zu sagen, was sie machen sollen, mal mehr, mal, und das ist wohl der häufigere Fall, weniger gut begründet, geht es ihm darum, dass die Spieler selbst auf die passendsten Lösungen kommen. Im Gespräch mit den Spielern kommt man ja auch nicht gleich mit der komplexen Situation aus dem Spiel 11:11, sondern man vereinfacht die Situation erst einmal sehr stark. Und man fragt auch nicht gleich danach, wie die komplette Lösung von vorne bis hinten aussehen würde, sondern beginnt bei etwas Einfachem und entwickelt daraus dann weitere Fragen, die schließlich dann zum Ziel führen.


    Was machen denn deine schwächsten Spieler auf dem Platz? Was sind denn so die Aufgaben, die du ihnen gegeben hast? Und von welcher Altersklasse sprechen wir?

    Naja, guenter, man braucht von beidem ein gewisses Minimum, oder? Fehlt es dir komplett an Spielintelligenz, so wirst du sehr oft falsche Entscheidungen treffen. Eine hervorragende Technik wird das auch nur in den unteren Spielklassen kompensieren können. Hast du wiederum technisch überhaupt nichts drauf, so wird dir, wie du schon sagst, fast jede Aktion auf dem Platz Schwierigkeiten bereiten, so dass du nur dort zurecht kommst, wo die anderen Spieler so blöde sind, dass du dir z.B. einen Bereich mit viel Platz suchen kannst, oder dass sie z.B. einen Mitspieler so frei stehen lassen, dass er selbst deine schlechten Pässe vor den Gegenspielern erreichen kann.


    Aber das sind Extreme, wie sie aus meiner Sicht unrealistisch sind. Ich denke, dass jedes Kind seine technischen Fähigkeiten verbessern kann. Und dass auch alle Kinder dazu in der Lage sind, im Fußball richtige Entscheidungen zu treffen. Dabei sollten wir übrigens nicht den Fehler machen, die Entscheidung, die wir von der Seitenlinie aus getroffen hätten, stets als die richtige anzusehen. Wir sehen das Spiel ganz anders als der Spieler, er ist in einer ganz anderen Situation als wir. Und welchem Trainer ist es nicht schon passiert, dass einer seiner Spieler etwas gemacht hat, womit der Trainer überhaupt nicht gerechnet hatte, und das war dann ganz großartig?


    Generell, denke ich, sollte die Entwicklung der technischen Fähigkeiten wie der Spielintelligenz in einem ähnlichen Tempo vonstatten gehen.


    Zu deinen "2-3 schwächsten Spielern": wenn sie technisch so schwach sind, dürften ihre Entscheidungen andere sein als diejenigen ihrer Mitspieler, zumindest im Detail. So würden sie sich z.B. größere freie Räume suchen als die Spieler mit einer guten Ballannahme. Und sie würden wohl zu mehr Sicherheitspässen greifen als dein Toni Kroos. Aber sie können die Mechanismen des Spiels doch genauso begreifen wie die anderen Spieler. Und tatsächlich dürfte es ihnen doch sogar helfen, wenn sie verstehen, dass sie sich eben z.B. so anbieten müssen, dass sie gut angespielt werden können und dabei auch noch genug Zeit und Raum haben, um den Ball zu verarbeiten. Oder etwa nicht?

    Zum Thema des Befolgens von Konzepten vs. eigener Ideen hat guenter schon gut geantwortet: wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat, dann ist es sinnvoller, sich an Konzepten zu orientieren, in die andere, qualifizierte Personen ja doch einiges an Zeit und Mühe investiert haben. Wenn man später dann meint, soweit durch die verschiedenen Konzepte durchgestiegen zu sein, dass man nachvollziehen kann, warum sie wann was machen, und dann einen guten Blick für jedes einzelne Kind hat, dann kann man sich auch ein Stück weit von den Konzepten lösen. Dabei ist, wie ich meine, allen aktuellen Konzepten gemein, dass sie darauf Wert legen, dass alters- und entwicklungsgerecht, individuell und mit positiver Motivation gearbeitet wird.


    Ich für meinen Teil übernehme für die kommende Saison eine D-Jugend Mannschaft die ein großes Leistungsgefälle hat. [...] Da den Mittelweg zwischen unter und überforderung zu finden sehe ich als große Herausforderung. Das war ich bisher so nicht gewohnt. Hat jemand schon Erfahrungen diesbezüglich? Macht es Sinn die Jungs bei Übungen so ein zu teilen, das die etwas besseren und die Jungs mit Nachholbedarf in jeweils einer Gruppe die Übungen durchführen? So könnte man der Über und Unterforderung entgegenwirken, allerdings könnten die Jungs mit Nachholbedarf das ganze nicht so gut aufnehmen?! Gibt es andere Möglichkeiten?


    Ich habe damit Erfahrung, ja. Und ich würde dir empfehlen, es so zu machen, wie guenter es schon vorgeschlagen hat: mal nach Leistung aufteilen, mal nicht. So habe ich das in der E gemacht, als wir eine leistungstechnisch sehr heterogene Gruppe hatten. Für die schwächeren Spieler würde ich die Übungen auch etwas vereinfachen, also bspw. die Passtore breiter machen oder den Abstand der zu umdribbelnden Hütchen etwas größer. Ich habe da sogar gelegentlich mal die schwächere gegen die stärkere Gruppe einen Wettkampf führen lassen. Da beschwerten sich die Stärkeren erst, dass es die Schwächeren ja leichter hätten, aber wir haben dann mehrere Durchgänge gemacht und nach nur einem Feintuning-Schritt wurde das ziemlich ausgeglichen und ein spannender und für beide Gruppen motivierender Wettkampf.


    Wir müssen auf die schwächeren Spieler Rücksicht nehmen, ja. Dabei sollte man ihnen aber auch nicht versuchen vorzumachen, sie seien genauso gut wie die stärkeren, das ist Quatsch und das wissen sie auch selbst. Wenn man als Trainer so tut, als wäre das so, macht man sich unglaubwürdig. Es geht vielmehr darum, jeden Spieler dazu zu bringen, auf seine eigenen Fortschritte bedacht zu sein und sich über diese zu freuen. Sie dürfen und sollen gleichzeitig auch danach streben, so gut wie ihre Kameraden zu werden, oder sogar besser. Den schwächeren Spielern kommen die stärksten aber oft unerreichbar vor, das führt bei vielen zu Frust und Mutlosigkeit und damit in einen Teufelskreis. Wir müssen versuchen, diesen aufzubrechen.


    Gerade im taktischen Bereich, habe ich oft den Eindruck dass einige Trainer da in gewissen Höhen fliegen, die nicht passen,, und vor Ort wird mir das bestätigt, wenn mir ein Trainer ezählt wie er taktisch vorgeht und ich dann das Spiel sehe,


    Absolut. Es ist aber halt oft so, dass andere Trainer einem erzählen, was sie anstreben. Sie stellen das oft als bereits erreicht dar, wenn man dann ein Spiel sieht, wundert man sich evtl. ziemlich. Das kann daran liegen, dass viele Trainer im Gespräch mit ihren Kollegen auch nach Anerkennung und Respekt streben, das ist ja auch menschlich völlig normal. Es kann aber auch sein, dass die Mannschaft durchaus schon eine Entwicklung in die Richtung, die der Trainer sich wünscht, genommen hat, man selbst weiß ja nicht, wie sein Team vor einem Jahr spielte, das war vielleicht noch viel schlechter.. Und außerdem spielt der Gegner auch eine ganz große Rolle: gegen einen starken Gegner treten schnell alle Defizite zum Vorschein, gegen einen schwachen bleiben sie hingegen verborgen. Man sollte daher, wenn man sich im eher lockeren Gespräch unter Trainern befindet und sich noch nicht so gut kennt, viele Äußerungen nicht zu sehr auf die Goldwaage legen.

    Generell stimme ich dir zu, Steini, allerdings würde ich in der E durchaus auch die Spielintelligenz im Sinne von Horst Wein fördern. D.h. ich würde durchaus darauf hinarbeiten, dass die Spieler sowohl ihre Mannschaftskameraden als auch ihre Gegenspieler bewusst wahrnehmen und sich möglichst auch orientieren, wenn sie selbst den Ball haben, um dann entscheiden zu können, ob es sinnvoller ist, den Ball abzuspielen, ins 1:1 zu gehen oder vielleicht sogar, wobei das vielen Kindern natürlich widerstreben dürfte und als solches nicht eingefordert werden sollte, den Angriff abzubrechen und auf nachrückende Mitspieler zu warten. Und auch wenn der Spieler nicht den Ball hat, soll er ja weiter sinnvoll am Spielgeschehen teilnehmen. Ich möchte z.B. nicht, dass sich alle Spieler beim Angriff in Ballnähe aufhalten, denn damit machen sie es ihrem Mitspieler mit Ball ja unnötig schwer, weil sie den ihm zur Verfügung stehenden Raum verengen. Und auch wenn sie dann den Ball bekommen, haben sie es vermutlich gleich mit mehreren Gegenspielern zu tun. Ja, sie sollen alle den Angriff mit tragen und auch alle den Ball haben wollen. Aber nicht, indem sie Ballverluste ihres Mitspielers provozieren oder gar ihm den Ball abnehmen, was man übrigens gar nicht so selten sieht.


    Ich bin diesbezüglich aber absolut bei dir, so denke ich zumindest, dass diese Themen der Spielintelligenz am besten vermittelt werden können, wenn man die Situationen, um die es geht, aus der Sicht der Spieler, der Kinder sieht. Wenn man sie eben mit einer vereinfachten Situation konfrontiert, die das gewünschte Verhalten provoziert. Z.B. das Spiel 2:1+1 auf ein breites Dribbeltor, da greifen zwei Spieler ein sehr breites Tor an, das überdribbelt werden muss. Ein Verteidiger befindet sich im Feld, der andere Verteidiger muss auf der Torlinie bleiben. Nun kann der ballführende Angreifer versuchen, den Verteidiger im 1:1 auszuspielen und dann über die Linie zu dribbeln, allerdings wird der 'Torhüter' sich ja in seine Richtung verschoben haben und eine ganz gute Chance haben, den Ball abzuwehren. Eine viel bessere Erfolgsquote haben die Angreifer, wenn der Ballführende zunächst den Verteidiger und den Torwart auf eine Seite zieht und dann der Pass zum frei stehenden Mitspieler kommt. Im weiteren Verlauf werden sicher einige Kinder den Pass bereits zu früh spielen, so dass der andere Spieler wieder attackiert werden kann, bevor er die Linie überdribbeln kann. Darüber kann man dann wieder mit den Kids reden. Und schließlich kann es auch passieren, dass der Verteidiger den Ballführenden attackiert, der 'Torhüter' aber dessen Mitspieler 'deckt'. Da wäre das 1:1 dann vielleicht wieder sinnvoller.


    Also: Ja, die Technik ist und bleibt sehr wichtig. Aber man darf und sollte auch die Kinder dazu anregen, bewusst und nicht nur rein instinktiv Fußball zu spielen. Technik und Spielintelligenz, um das Wort Individualtaktik dafür nicht zu verwenden, ergänzen sich dabei gegenseitig.

    Mit so einem guten Ball kann ich eh nicht umgehen. Das hat man ja bei den Übungen von Mathias gesehen. ;)


    Ach, ich hatte ja schon Christian als Demonstrationsobjekt gedient, Stichwort gelbes Hütchen... :whistling: Ich wollte jetzt gerade noch schreiben, dass ich mich bei Matze geistesgegenwärtig für das eben bereits bekannte Fangen-Kopfball gemeldet habe. Aber da warst du ja auch dabei. :thumbup: Mir war klar, dass ich das Ding, um das es da ging, schon technisch nicht richtig hinbekomme, ich mache bis zur nächsten Trainertech halt bei Dirk noch jede Menge Coerver und traue mich dann da wieder ran.


    War schon echt 'ne coole Kiste, hat Laune gemacht.

    Bei uns in Hessen kommt die FPL in der G- und F-Jugend -- ab E wird folglich weiterhin mit Schiedsrichter gespielt, Fan- und Trainerregeln der FPL sind nicht mehr vorgegeben. Da es bei uns erst ab der D Schiedsrichteransetzungen gibt, wird in der E also von Laien, vermutlich weiterhin hauptsächlich Spielerpapas gepfiffen. Da viele Trainer der Meinung zu sein scheinen, ab der E ginge es mit dem richtigen Fußball los, da gibt es dann ja auch Tabellen und den Pokal, bin ich mal gespannt, wie lange die hoffentlich positive Wirkung der FPL in den jüngeren Jahrgängen anhält, vor allem dort, wo es einen Trainerwechsel von F- zur E-Jugend gibt, so dass der E-Trainer die FPL überhaupt nicht kennt...


    Versteht mich nicht falsch: Ich bin großer Befürworter der Einführung der FPL in der F. Für die G wünsche ich mir eigentlich etwas anderes, da sollte es Spielfeste geben, in denen der Spaßcharakter im Vordergrund steht, bei denen also explizit keine Wertungen vorgenommen werden, und bei denen die Trainer die Spiele leiten und den Kindern die Regeln erklären. Wobei natürlich niemand die Trainer davon abhält, das bereits jetzt so zu tun.


    An und für sich haben sie es bei uns ja auch gar nicht so schlecht gemacht, indem vom Verband Schulungen durchgeführt wurden und auch die Kreise verpflichtet wurden, alle Trainer zu schulen. Ich habe die FPL dann auch unserer Elternschaft vermittelt, soweit so gut.


    Aber guenter hat leider Recht: die FPL wird zu oft auf das Fehlen des Schiri reduziert. Dass die Eltern Abstand halten und auch nicht so viel reinblöken sollen, das klappt eigentlich ganz gut. Was aber wohl nur sehr wenig funktioniert ist, dass die Trainer sich als Team begreifen. Da gibt es wohl leider viele, die es so missverstehen, wie man es hier auch leider zu oft berichtet bekommt: die Kinder sollen alles selbst entscheiden und selbst gucken, wie sie klar kommen. Und dann am besten noch von der Seitenlinie kräftig einheizen. So hat ein mit mir sehr eng befreundeter Vater eines F-Junioren mir neulich gesagt, er sei ja, nachdem ich davon erzählt hatte, sehr positiv gegenüber der FPL eingestellt gewesen. Als er aber letztens bei einem Turnier, bei dem ich leider nicht zugegen war, dann gesehen hat, wie das dann aussieht, meine er nun, das sei ja der letzte Mist. Da habe ja nur noch das Recht des Stärkeren gegolten und die Kinder seien völlig frustriert gewesen. Es ging um die junge F-Mannschaft, die ich mittrainiere. Auch mein Trainerkollege war nicht begeistert und nannte mir eine Situation: es war unentschieden oder unser Team lag ein Tor hinten, unser Team war jedenfalls in dieser engen Situation in Ballbesitz und griff an. Der andere Trainer schaute auf die Uhr und stellte fest, die Spielzeit sei abgelaufen. Ich bin jetzt nicht sicher, ob er tatsächlich abpfiff, jedenfalls fiel ein paar Sekunden später dann ein Tor für uns. Zählt das nun oder nicht?


    Meine Meinung: es war doof von den Veranstaltern, nach FPL zu spielen ohne eine geeignete Turnierform dafür zu wählen. Es gab nämlich Punkte und eine Rangfolge mit allem drum und dran. Ich weiß nicht, wie die Zeitnahme gehandhabt wurde, es klingt aber so, als wäre sie den Trainern überlassen worden, ohne genau geregelt zu sein. Und wir haben es mit lauter Mannschaften und Trainern zu tun, für die die FPL noch neu ist. Außerdem ist der Veranstalter ein Verein, der am Ende der E-Jugend oft nur noch halb so viele Spieler hat wie in der F, weil es bereits bei den Sechsjährigen nur um Turniersiege geht und dessen F-Jugenden regelmäßig in der Zeitung stehen.. Da herrscht auch seitens der Jugendleitung leider kein richtiges Verständnis für den Kinderfußball vor.. Ich habe übrigens in derselben FPL-Schulung wie diese Jugendleitung gesessen...


    Das waren also Bedingungen, unter denen die FPL es schwer haben muss. Ich kann nur jedem, der hier liest und mit dem wünschenswerten Gedanken spielt, ein Turnier nach FPL zu veranstalten, dazu raten, für einen geeigneten Rahmen zu sorgen. Bei uns hat das in der E-Jugend sehr gut funktioniert, da haben wir ein Hallenturnier im jeder-gegen-jeden und ein funinho-Turnier nach Schweizer System veranstaltet. Alles ohne Schiri. Aber halt auch beim Hallenturnier bewusst ohne Platzierung und dementsprechend auch ohne Siegerehrung -- stattdessen hat jede Mannschaft einen Futsalball bekommen. Und beim funinho-Turnier gab es bei jedem Spielfeld einen 'Spielleiter', der darauf geachtet hat, dass kein Missbrauch stattfindet. Außerdem bin ich ständig zwischen den Plätzen hin- und hergewandert und konnte als Autorität unterstützen.


    Am Anfang muss man alle, vor allem Trainer und Spieler, noch etwas anleiten, dann kann es sehr gut klappen. Wirft man sie nur ins kalte Wasser, so ist leider zu befürchten, dass es erst einmal unangenehm wird und sie einiges an Wasser schlucken werden, bevor sie sicher schwimmen. Andererseits ist mir auch klar, dass man so viele Leute, wie man bräuchte, um überall die ersten FPL-Spiele begleiten zu können, einfach nicht hat. Und dazu kommt dann noch, dass in vielen Kreisen, u.a. unserem, die FPL selbst von den Verantwortlichen nicht wirklich gut geheißen wird, dass ansonsten noch immer viel zu viel gemacht wird, was der FPL bzw. dem 'richtigen' KiFu entgegenwirkt, wie z.B. ab der F-Jugend eine Hallenrunde, bei der man Punkte zur Qualifikation zur Hallenkreismeisterschaft sammelt. Und ab der jungen E-Jugend einen Kreispokal. Bereits in der G-Jugend einzelne Spiele statt Spielfeste. Die FPL ist nur ein Bestandteil des kindgerechten Fußballs.


    Ich bin auf Ralfs Beitrag auf der Trainertech sehr gespannt. Hoffentlich schaffe ich es am Freitag rechtzeitig..

    Dank blinder Flecken unserer Wahrnehmung haben nicht mal die Niederländer selbst es bemerkt, dass ihr erster Elfer ein Tor war!


    Nein, war er nicht.


    Dagegen konnte auch die Tor-Hochtechnolgie nichts machen, was fatal an 11/09 erinnert, als simple Messer gepaart mit Angst o. Feigheit davor das Inferno verursachten.


    Ein sowohl abenteuerlicher als auch abscheulicher Vergleich, aber auch deine These zu zwei der drei damals entführten Maschinen zeugt von sehr selektiver Wahrnehmung. In der dritten Maschine haben sich die Passagiere gewehrt, man geht davon aus, dass sie zuvor davon erfuhren, dass diese Entführung ein anderes Ziel hatte als alle zuvor.


    Wer mit Abstand die Aufzeichnung ansieht, kann nicht leugnen, dass der Ball nach Vlaars Schuss u. der TW-Parade ins Tor trudelt.


    Man erkennt in den Aufnahmen von Vlaars Elfer sehen, dass der Ball die Linie selbst am Ende nicht überquert. Das ist aber egal, weil:


    Die Diskussion, ob Vlaars ihn evtl. noch mit der Schulter gestriffen habe, ist albern, denn Fakt ist: das hätte auffallen u. diskursiv abgewogen statt nur allseits ignoriert werden müssen.


    Unsinn, es sei denn, man findet Gefallen an überflüssigen Diskussionen. Siehe hier:

    Zitat

    Im Gegensatz zum üblichen Strafstoß ist allerdings kein Nachschuss erlaubt. Allerdings ist die „Wirkung“ abzuwarten, was bedeutet, dass beispielsweise ein Schuss, der vom Torwart gegen die Latte gelenkt wurde und bei dem der Ball zunächst wieder in das Feld, dann aber dem Torwart in den Rücken springt und anschließend in das Tor geht, sehr wohl als Tor zu zählen ist.


    In dem Moment, in dem Vlaar den Ball zum zweiten mal berührte, war die Aktion vorbei.

    Also was kann das ding eigentlich? Und wie schaut die Auswertung (am PC) aus? Leider finde ich sonst nur Infos zu den Smartphone-Apps.


    Erkennt man an der Fixierung auf Smartphone-Apps nicht schon, dass wir es hier eher mit Spielzeug als ernsthaftem Equipment zu tun haben?

    Ich halte diese ganze Technik, ehrlich gesagt, für ziemlichen Schnickschnack, und das sage ich als generell eher technikbegeisterter Zeitgenosse. Aber ich bin gemeinsam mit meiner Frau inzwischen auch ein paar mal Halbmarathon und auch zwei mal (sie drei mal) die volle Distanz gelaufen, dafür muss man ja tatsächlich richtig trainieren -- ohne Mist, vor meinem habe ich zu wenig trainiert und musste das dann bitter bereuen... Tatsächlich ist das einzige, das man benötigt, eine Stoppuhr und eine Möglichkeit, die gelaufene Distanz zu ermitteln. Alles andere ist eine Sache des Trainings, man muss vor allem einfach sich und seinen Körper über die Zeit kennen lernen. Sogar die Stoppuhr kann dazu verleiten, sich zu sehr unter Druck zu setzen und sich zu überfordern. Man hat einfach Formschwankungen, das ist ganz normal. Am wichtigsten ist die Beständigkeit, wenn man regelmäßig (und nicht zu selten) etwas tut, dann stellt sich der Trainingseffekt von selbst ein. Und dann kann man sich wieder ein bisschen steigern, warten, bis der Körper aufgeholt hat und die Gewöhnung eintritt, und dann wieder ein bisschen mehr. Dann muss man noch erkennen, wann die Grenzen des Körpers erreicht sind. Der andere limitierende Faktor ist dann die Zeit.


    Aber fürs Fußballtraining halte ich diese Sensoren für reine Gimmicks. Im Profibereich haben die Sensorik und die übrige Messwertermittlung sicherlich ihre Berechtigung, aber im Breitensport halte ich sie für ziemlich verzichtbar.

    Ganz allgemein stimme ich den Vorrednern zu: es gibt eine Korrelation zwischen Laufbereitschaft und gesamtfußballerischer Qualität, das bedeutet aber keinen Kausalzusammenhang.


    Für den unteren Jugendbereich sollte normalerweise der natürliche Bewegungstrieb für eine ausreichende Ausdauer (Kondition) sorgen.


    So wünsche ich es mir auch, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir nicht so sicher bin, ob der natürliche Bewegungstrieb tatsächlich bei allen Kindern in der Form vorhanden ist, wie er für das Fußballspiel notwendig ist. Ich sehe da in unserer F-Jugend unheimlich große Unterschiede. Es gibt leider durchaus unter den Sieben- und Achtjährigen schon recht bequeme und an Bewegung nicht sonderlich interessierte Zeitgenossen. Bei vielen Kindern ist der Grund für die geringe Laufbereitschaft das übersichtliche Selbstvertrauen, gerade die schwächeren Spieler trauen sich ja oft gar nicht, die stärkeren anzugreifen oder mehr zu tun, als einfach mal nach dem Ball zu treten, wenn er in der Nähe ist. Aber es gibt auch welche, die schlicht und ergreifend faul sind. Sie stellen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar..