Wie die meisten anderen hier finde ich auch, dass es sehr schade ist, wie es bei Euch läuft, onkel1978. Bei 23 Spielern braucht man mindestens zwei Trainer, wir haben bei unserer F-Jugend. die nach den Ferien komplett älteren Jahrgangs sein wird und aktuell aus 28 Kindern -- zwei weitere Interessenten waren im letzten Training vor den Ferien aber auch schon da -- besteht, neben uns zwei Trainern noch einen jugendlichen Co-Trainer. So klappt es ganz gut. Ich handhabe das meiste sehr ähnlich wie schleppi und kann mich mit seinen Ansichten auch ganz gut identifizieren.
Erlaube mir aber die Frage, wie viel Erfahrung der Trainer bereits hat. Und wie ist das mit seinem eigenen Kind, ich vermute mal, dass es auch in der Mannschaft ist. Kann es sein, dass er dann einige der Eltern der Stammspieler auch noch privat ganz gut kennt?
Ich kann mit gut vorstellen, dass er, um es mal auf den Punkt zu bringen, nicht genug Arsch in der Hose hat, um seinen Standpunkt offensiv gegenüber den Eltern des Stammkaders zu vertreten. Wenn sein Standpunkt denn von dem abweicht, was er tut. Dir gegenüber versteckt er sich ja hinter diesen Eltern, aus der Ferne kann ich nicht beurteilen, ob er eigentlich ungern vor ihnen 'kuscht' bzw. den Weg des scheinbar geringsten Widerstands geht, oder ob er insgeheim die selben Ansichten hat. Ganz sicher wird er auch lieber gewinnen als enge Spiele zu bestreiten, in denen man knifflige Wechselsituationen hat und die man möglicherweise sogar verlieren könnte.
Dabei muss ich für unseren Kollegen um ein wenig Verständnis bitten: als Trainer ist man manchmal der letzte Depp, opfert für lau seine Freizeit, und das ist oft erheblich mehr als 'nur' die Zeit, die man auf dem Sportplatz verbringt, wärend alle anderen Eltern leider, leider nicht können, mit Anerkennung und Dankbarkeit ist es oft Fehlanzeige und Unterstützung muss man sich teilweise förmlich erbetteln. Sobald es aber mal nicht so läuft oder einem Elternteil ein Pups quer sitzt, kommen sie und meckern, oder sie machen schlaue Vorschläge dazu, was alles schlecht läuft und was man, aber natürlich nicht sie, anders machen sollte. Ich überzeichne bewusst, aber viele Trainer, die zum Traineramt gekommen sind, weil sie nicht schnell genug den Kopf eingezogen haben, erleben das in verschiedenen Schweregraden. Ach so, vom Verein kommt natürlich auch oft keine Unterstützung, da wird dann nur nachgefragt, wenn die Ergebnisse nicht so toll sind oder es Beschwerden gibt.
Da 23 Spieler tatsächlich zu viele für eine Mannschaft und einen Trainer sind, würde ich auch dringend dazu raten, eine zweite Mannschaft zu melden und weitere Trainer zu verpflichten. Ich fände es auch wirklich gut, wenn du dich selbst diesbezüglich engagieren könntest. Es ist ja nicht so, als müsse man als Trainer zu 100% der Termine zur Verfügung stehen. Wir sind nun mal berufstätig und im Zweifel geht der Job vor, das ist nun mal so, das akzeptieren auch die Eltern -- das kann man von ihnen auch verlangen, denn schließlich lehnen gerade sie ja das Traineramt zum allergrößten Teil mit dem Hinweis auf den Beruf ab.
Wie ist denn dein Verhältnis zum jetzigen Trainer, wie schätzt du seine Aussagen ein? Siehe dazu auch meine Ausführungen weiter oben.
Übrigens kenne ich auch eine Mannschaft, bei denen in der F- und E-Jugend zu viel nach der Pfeife der Eltern der stärksten Spieler getanzt wurde. Diese bildeten natürlich auch den Stammkader, es gab daneben ein paar Ergänzungsspieler und auch eine nicht unerhebliche Zahl, die kaum oder gar nicht eingesetzt wurde. Ein Papatrainer wurde abgesägt, nachdem er den Kindern mitteilte, für ihn wäre es nicht schlimm, wenn sie verlören, das ging ja gar nicht.. Der nächste Trainer wurde ein Jahr lang toleriert, im Verlauf des Jahres wurde sein Training aber für zu lasch befunden, so dass für die letzte Halbsaison einer der Stammspielerpapas übernahm. Am Ende der E waren dann von den über zwanzig Kindern, die es in der F gewesen waren, noch ganze acht übrig.
Ich habe auch erlebt, wie ein schlechter Silberrückentrainer in einem nicht funktionierenden Trainergespann dazu führen kann, dass von ca. zehn Spielern, die in der E-Jugend bei meinem damaligen Co und mir noch mit viel Freude und Engagement gespielt haben und deren Eltern uns auch toll unterstützt haben, nach einem Jahr D-Jugend vier weg waren, drei haben ganz aufgehört, ein weiterer hat den Verein gewechselt. Alle ihre Eltern haben mich angesprochen und zum Ausdruck gebracht, dass sie ganz sicher noch dabei wären, wenn es weiter so gelaufen wäre wie zu unserer Zeit. Tja, und nun hat man den Salat und bekommt keine zweite C-Jugend in diesem Jahrgang zusammen, so dass die Spieler, bei denen es nicht zu mehr als zur Kreisklasse reicht, die aber offenbar recht leidensfähig sind, mit dem Leistungskader zusammen trainieren, aber wohl so gut wie keine Pflichtspieleinsätze bekommen werden. Es soll für sie nun Freundschaftspiele geben, bei denen dann mit Spieler aus dem Leistungskader aufgefüllt wird. Tatsächlich ist das angesichts der Spielerzahl nicht anders möglich, aber jetzt rächt es sich, dass man in den vier Jahren zuvor die Interessen so vieler Kinder missachtet hat.