Ich möchte doch überhaupt nicht den Sinn von Schulungen oder Trainerzusammenkünften in Frage stellen, sondern kritisiere nur, dies als Pflichtveranstaltung mit 1 oder 2 Terminen durchführen zu wollen.
Ich weiß, das verstehe ich auch. Mir wäre es auch lieber, man bräuchte diese Schulung überhaupt nicht, oder könnte sie nur für die Interessierten anbieten. Aber damit erreiche ich eben gerade nicht das Ziel, dass die Regeln der FP-Liga verstanden werden und umgesetzt werden können. Wir beobachten hier im Forum doch, dass die FP-Liga dort ziemlich gut läuft, wo es vorab Infos gab, während die negativsten Berichte aus den Gegenden stammen, wo sie einfach nur zu Saisonbeginn eingeführt wurde, ohne den Trainern vorher erklärt worden zu sein. Darunter leiden dann alle Beteiligten.
Auch kann ich einen Trainer im unteren Jugendbereich hier nicht unbedingt mit einem Feuerwehrmann vergleichen.
Das sehe ich auch so, ich würde diesen Vergleich auch nicht ziehen, allerdings hauptsächlich, weil es beim Feuerwehrmann auch immer mal wieder um Leib und Leben geht.
Bei dem einen ist es das eigene Hobby, welches er ausübt, bei dem anderen vielleicht nur das Hobby des eigenen Kindes und er nur Trainer, weil sich sonst niemand fand und er auch wieder weg, sobald das eigene Kind der Sache entwachsen ist.
Stimmt schon, aber das heißt nicht, dass er keinerlei Verpflichtungen unterliegt. Nur weil ich sie freiwillig mache, kann ich mir nicht nur die Rosinen heraus picken. Und die Verpflichtung zur Teilnahme an einer einzigen Schulungsmaßnahme im Rahmen meiner Karriere als Kindertrainer empfinde ich tatsächlich als überaus zumutbar.
Jetzt versetze ich mich mal in so einen Trainer hinein, der dazu noch von seiner Grundeinstellung gegen die FPL ist. der einer Arbeit nachgeht und in Fällen, wo es nicht anders geht, notfalls mal das Training ausfallen lässt oder terminlich verschieben kann. Dem werden jetzt zwei Termine genannt, zu denen er verpflichtend zu erscheinen hat. Diese Vorgehensweise allein würde bei mir schon Widerstand hervorrufen.
Mag sein, aber ganz ehrlich: genau einen solchen Trainer möchte ich im Spielbetrieb auch nicht haben. Da tut es mir dann zwar um 'seine' Kids leid, die dadurch nicht zum Spielen kommen, mir sind aber die Kids der sieben anderen Vereine, die in seiner Staffel gewesen wären, wichtiger. Du gehst von einem Trainer aus, dessen Grundeinstellung konträr zur FPL ist -- gerade diese Trainer sind es doch, die unbedingt dieser Schulung bedürfen, bei denen die Gefahr groß ist, dass die FPL-Spiele mit ihrer Beteiligung sonst nicht laufen. Ihm werden übrigens nicht zwei Pflichttermine genannt, sondern zwei Termine, von denen er sich einen auswählen kann. Meiner Erfahrung nach kriegt man solche Trainer übrigens nur mit Pflichtveranstaltungen, sie mögen dann vielleicht ein bisschen herum mosern, aber wenn man da nicht mit Pflicht kommt und mit Strafen droht, passiert da leider gar nichts.
Meines Erachtens kann man so etwas nicht als Pflichtveranstaltung deklarieren sondern muss die Dinge für die Trainer lukrativ machen. Die Leute müssen dorthin gehen WOLLEN.
Deshalb ist es ja auch, wenn man so will, keine Pflichtveranstaltung, sondern 'lediglich' Voraussetzung dafür, eine Mannschaft zum Spielbetrieb, in dem die FPL gilt, anzumelden.
Wie sieht es denn zu den Trainerschulungen bei Euch aus ? Doch wohl auch so, dass die von denjenigen besucht werden, die diese gerade zur Verlängerung ihrer Lizenz brauchen und vielleicht noch von vereinzelten Enthusiasten. Die große Mehrheit sieht man doch dort nicht.
Und genau deshalb würde eine rein freiwillige FPL-Schulung auch nicht viel bringen. Ich habe es schon erwähnt, bei uns in Hessen musste letztes Jahr schon pro G- und F-Jugendmannschaft jeweils mindestens ein Vertreter zu der FPL-Schulung. Das hat funktioniert, die Leute sind dahin gegangen. Wäre das aber freiwillig gewesen, hätte man vermutlich allerhöchstens ein Viertel der Teilnehmer da gehabt, wenn überhaupt.
Man sollte vielmehr überlegen, wie man es schaffen kann, Trainer ( auch Vatertrainer ) auf Dauer zu halten. Die Tätigkeit muss auch ihnen Spaß machen und eine gewisse Erfüllung geben. Da sind "von oben" diktierte "Pflichtveranstaltungen" in meinen Augen eher kontraproduktiv.
Richtig, deshalb bin ich auch unbedingt dafür, die Zahl der Pflichtveranstaltungen minimal zu halten. Aber da, wo es notwendig ist, darf und sollte man auch eine Veranstaltung zur Pflicht machen.
Vergleicht es mal mit den Kindern. [...] Schaffe ich es aber, das Training so interessant zu gestalten, dass auch diese Kinder jederzeit gern dorthin wollen, ohne dass es Pflicht wäre, erreiche ich wohl viel mehr.
Schon recht, aber bei manchen Kindern wirst du auch das nicht schaffen, da ist dann halt das PS4-Spiel einfach attraktiver als dein Training, ganz egal wie sehr du dich anstrengst. Da ist dann einfach das Mindestmaß an Eigenmotivation unterschritten. Das gibt es natürlich auch bei Trainern, und ebenso, wie ich es für legitim halte, dass man als Trainer, wenn man mit gutem Gewissen ein attraktives Training für sich reklamieren kann, Kinder, die aufgrund von Bocklosigkeit nicht zum Training komme, auch nicht für das nächste Spiel aufstellt, so halte ich es für genauso rechtfertigt, dass man Trainer, die sich aus ähnlichen Gründen nicht genug engagieren, auch nicht zur Teilnahme zulässt.
Natürlich muss sich der Kreis dann genauso wie der Trainer darum bemühen, sein Programm attraktiv zu machen, keine Frage. Aber die jeweils andere Seite muss auch mit machen.
So wie ich unterschiedlich motivierte Kinder habe, so habe ich unterschiedlich motivierte Trainer. Bei den einen könnte ich theoretisch einen gewissen Druck anwenden, - bei den anderen nicht. Ich brauche sie aber alle....
Nö, das sehe ich nicht so. Auf die schwarzen Schafe verzichte ich lieber, sie richten langfristig ohnehin mehr Schaden an als dass sie Nutzen bringen.
Bei der FP-Liga darf man einfach nicht erwarten, dass sich alles sofort zum Guten verändert. Man muss den Dingen Zeit geben und hat es im Moment, meines Erachtens nach, überhaupt nicht nötig, hier mit Druck in Form von zusätzlichen Pflichtveranstaltungen zu arbeiten.
In den ersten beiden Punkten sind wir einer Meinung, allerdings denke ich schon, dass man durch entsprechende Veranstaltungen die Akzeptanz und auch die korrekte Durchführung von FPL-Spielen und die Befolgung der Regeln deutlich beschelunigen könnte. Und uns geht es hier im Forum ja auch im Zusammenhang mit der FPL immer wieder um die Problemfälle. Ich denke schon, dass man die Zahl dieser bedauerlichen Fälle stark reduzieren könnte, wenn man alle Trainer geeignet informieren könnte.
Man könnte vielmehr auch andere Veranstaltungen dazu nutzen, um nebenbei für die FPL zu werben und über ihre Ziele und Verfahrensweisen aufzuklären. Veranstaltungen, wo Vereinsverantwortliche und/oder Trainer aus anderen Gründen schon vor Ort sind. Das könnten u.a. Schulungen, Versammlungen, aber auch z.B. Turniere sein.
Das blöde daran ist aber, dass du dabei dann ja doch wieder nur diejenigen erreichst, die du nicht mehr überzeugen musst, das wäre dann das, was im englischsprachigen Raum als "preaching to the choir" bezeichnet wird. Kann man gerne machen, bringt aber nichts, wenn es darum geht, die Zahl der Problemfälle zu reduzieren.