Zunächst mal wünsche ich Euch allen ein Gutes Neues Jahr, bevor ich in den Skiurlaub entschwinde.
Was mir aber aufgefallen ist, dass einige hier beim Hallenfussball nur zwischen dem Spiel mit Filzball und Futsalball unterscheiden.
Bei uns wurde in der Hallenrunde -- sie findet von G- bis E-Jugend statt -- bis vor kurzem nur mit gelben Filzbällen gespielt, seit 1.1.2015 ist wohl der Futsalball vorgeschrieben, das sagte mir zumindest eine Jugendleiterin am 28.12. Da waren wir bei einem C-Junioren-Einladungsturnier in einem Nachbarkreis. Als wir eintrafen, lief noch das F-Jugendturnier, da wurde mit Futsalball und ohne Schiedsrichter gespielt -- für meine Begriffe hat das auch ziemlich gut geklappt, auch wenn die Trainer leider durch die Turnierleitung getrennt waren und sich so nicht austauschen konnten.
Da wurde übrigens ein Uhlsport Medusa Anteo 350 Lite eingesetzt. Mein Sohn äußerte sich recht zufrieden über diesen Ball. Es scheint da nämlich durchaus Unterschiede zu geben. Bei der D-Jugendhallenkreismeisterschaft und auch mit der D-Kreisauswahl wurden Adidas-Futsalbälle verwendet, die ich nicht nur als ziemlich schwer empfand, sondern die auch noch tatsächlich so stark gedämpft waren, dass sie bei der Ballannahme so gut wie überhaupt nicht zurück prallten -- Pässe mussten mit deutlich mehr Wucht gespielt werden als mit den anderen Futsalbällen, die ich besitze: Jako 290 gr und 350 gr (tatsächlich sind sie laut Küchenwaage leichter), Derbystar Flash S-light (schwerer als die angegebenen ~300 gr, nämlich ~370 gr und damit schwerer als der Jako-350gr-Ball) und der Saller-Futsalball (für Erwachsene, hat das richtige Gewicht). Ich habe mir nun einen Derbystar Futsal Goal Pro bestellt, mal sehen, wie der ist.
Mir scheinen verschiedene Futsalbälle durchaus unterschiedliche Eigenschaften zu haben. Vielleicht ist das ein Grund für die verschiedenen Einschätzungen.
Übrigens ist ein Futsalball durchaus nicht 'platt', wenn er auf die vorgeschriebenen 0,4 bis 0,6 bar Überdruck aufgepumpt ist. Ich war selbst erstaunt darüber, wie hart das ist, als ich mir vor ein paar Jahren zum ersten mal ein Ballmanometer zulegte.
Aber der Filzball ist tatsächlich auch sehr ungeeignet. Der verhindert in meinen Augen auch einige Auspekte der Ausbildung. (ZB Das Schießen aus 7-9 Metern ist selbst bei U13 Spielern wenig zielführend) Aber es gibt doch auch in der Halle den stinknormalen Fussball.
Mich würde hier tatsächlich deine fachkundige Meinung dazu interessieren, warum der Filzball ungeeignet ist. Aber auch, worin die Unterschiede im Verhalten zwischen ihm und dem normalen Fußball bestehen. In der Futsalstudie des DFB werden, wenn ich mich recht erinnere, dem normalen Fußball zwar bessere Erfolge als der Filzkugel zugesprochen, aber nur in marginalem Maß. Der Futsal schnitt da hingegen beim Lernerfolg am besten ab, wenn auch weniger deutlich als ich es gehofft hätte.
Ich denke aber auch, dass es sinnvoll ist, in der Halle nicht nur den Futsalball zu verwenden, sondern auch den normalen Fußball und gelegentlich sogar auch den Filzball. Ich würde allerdings schon recht viel mit dem Futsalball machen wollen.
Zum Futsalball:
- ich bin auch der Meinung, dass der Ball "verhindert", dass die Ballan- und mitnahme geschult wird. Bei einer Hallensaison von 6 Monaten in meinen AUgen eine Katastrophe. Ballan- und mitnahme ist die wichtigste Technik, dabei auch die unterschätzte Technik.
Hmm, OK, sicherlich wid die Ballannahme schwieriger, je stärker der Ball zurückprallt. Aber ich möchte dir schon widersprechen: auch der Futsalball will geeignet an- und mitgenommen werden. Wobei beim Futsal, auch wegen der glatten Schuhsohlen, die Annahme sowie das Führen des Balls mit der Sohle eine deutlich größere Rolle als auf dem Feld spielen. Das ist jetzt nur eine Beobachtung am Rand, die mit keiner Bewertung verbunden ist.
Ich stimme dir darin zu, dass es sicher sinnvoll sein kann, zur Schulung der Ballan- und -mitnahme in der Halle auch mit konventionellen Bällen zu arbeiten. IMHO setzt das aber voraus, dass bereits halbwegs saubere Flachpässe gespielt werden können, sonst hoppelt der Ball zu sehr. Deshalb würde ich mit Anfängern, zu denen viele junge und auch einige ältere F-Junioren noch zählen dürften, mit dem Futsalball anfangen und erst zur Steigerung den normalen Ball verwenden. Im Spiel würde ich überwiegend den Futsalball nehmen, auf den normalen Fußball oder den Filzball auch gelegentlich mal zurück greifen, zum Teil der Gaudi halber.
- Mit dem Futsalball kann man kaum bis gar nicht aus mehreren Metern Entfernung aufs Tor schießen. Schon gar nicht in F- oder E-Jugend. Maximal mit der pieke, aber nicht mit der angemessenen Schußtechnik.
Da frage ich mich, ob wir von verschiedenen Bällen ausgehen. Unsere alte F kann sehr wohl mit den Light-Bällen aus neun bis sieben Metern ganz wunderbar aufs Tor latzen. Bzw. diejenigen, die das nicht können, sind dazu mit anderen Bällen auch nicht in der Lage, da fehlt es aber überwiegend an Technik, Koordination und Timing, weniger an Kraft. Mit den oben erwähnten Adidas-Bällen oder den alten Jako-Erwachsenendingern, die der Verein vor vielleicht acht Jahren mal vom Verband bekam, habe hingegen selbst ich mit meinen hundert Kilo Kampfgewicht Schwierigkeiten..
Und zweitens erlebe ich es oft (auch beim Filzball, da für den das gleiche gilt), dass sich Mannschaften in der U9-U11 dann weit zurückfallen lassen und nur den Raum vor dem eigenen Tor mit Mann und Maus zustellen (besonders bei 5+1-Fussball.) Es gibt ja eigentlich mit Futsal- oder Filtball nur die Möglichkeit aus naher Distanz Tore zu erzielen, indem man den Ball dann nur noch einschieben muss.
Das liegt doch eher an der geringeren Torfläche des Handballtors als an dem Ball. Bis U9 finde ich da die Handballtore übrigens vollkommen in Ordnung, sie sind sogar eigentlich zu hoch, denn nur die allerwenigsten F-Junioren können die Querlatte erreichen (im Sprung). Im Handball werden die Tore bis zur E-Jugend inklusive deshalb abgehängt, d.h. die oberen ca. 30 cm werden mit einem Brett oder einer Stange von der Trefferfläche entfernt. Je älter, größer und besser die Torhüter werden, desto schwerer wird es, gegen sie mit Distanzschüssen zum Erfolg zu kommen, ich sehe da aber keinen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Bällen. Und man kann mit dem Futsalball ganz wunderbar aus neun bis zwölf Metern treffen, man muss halt hart und platziert genug schießen, oder der Schuss muss verdeckt oder überraschend sein, z.B. nach einem Rückpass nach einer Schussfinte.
Gute bzw. taktisch agierende Mannschaften stellen sich also hinten rein, und dann ist es fast unmöglich, mittels Passspiel oder auch Dribbling Torgefahr herzustellen.
Da sehe ich aber keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Bällen.
Also, wenn Mannschaften (Trainer) ein bißchen taktisch agieren (gewollt oder ungewollt), dann ist das Spiel "langweilig" und besonders einseitig im Sinne der AUsbildung. Einfach, weil so viele wichtigste Elemente der AUsbildung quasi gar nicht gefordert und damit gefördert werden.
Ich kann dir zu Beginn deiner Argumentation noch folgen. Du treibst sie aber dann, so meine Meinung, zu weit.
(Fortsetzung folgt)