Beiträge von tobn

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ist aber dann mehr für draußen, wo wir mehrere Spielfelder machen können.


    Ich denke, in der Halle kann man gut zwei solcher Felder auf einem Handballfeld aufbauen. Sollte man nicht genug Minitore haben, so macht man das auf einer Hallenhälfte und eine andere Spielform in der anderen. Da könnte man z.B. auch umgekippte Bänke nehmen, bei denen sie Sitzfläche Trefferfläche ist und nach außen zeigt. Achtung: höhere Verletzungsgefahr. Noch besser dürften Böcke sein -- an die kommen wir aber leider nicht ran...


    Das mit dem Pyrrhussieg sehe ich auch so. Aber so läuft das Geschäft, erst recht hier in Sachsen, wo Ligen und Ergebnisse einfach ganz weit vorne sind.


    Naja, man muss ja nicht jeden Mist mit machen... Zumal wenn er die Kinder langfristig weniger weiter bringt.


    Ich weiß, dass das hier nicht gerne gelesen wird, aber auch viele Kinder lieben die Welt der Champions-League-Turniere und Tabellen..... Ein solches Turnier bestreiten wir demnächst auch (wobei ich hoffe, dass das wegen der freundlichen Gastgeber nicht ganz so schlimm wird, auch weil bei 6 Teams jeder gegen jeden spielt).


    Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Trainer, für die der Sieg ihrer Mannschaft eine deutlich geringere Bedeutung als die Förderung der sportlichen wie sozialen Entwicklung all ihrer Kinder hat, in irgendeiner Art daran interessiert sind, dass ihre Spieler nicht gewinnen wollen oder es ihnen gar egal ist, ob sie gewinnen oder verlieren. Das ist keineswegs so, der gesunde sportliche Ehrgeiz und eine hohe Einsatzbereitschaft sind ungeheuer wertvolle Tugenden. Es ist doch so: die Kinder sollen gewinnen wollen. Der Trainer sollte sie dazu auch positiv motivieren, also anfeuern und loben. Aber ihm selbst, rein persönlich, sollte das Ergebnis des Spiels ziemlich egal sein. Ihm sollte es darum gehen, dass seine Spieler möglichst viel von dem gezeigt haben, was sie können, dass sie Freude hatten, dass sie gerannt sind und sich ausgetobt haben, dass sie häufig den Ball hatten und viel aufs Tor geschossen haben, dass sie immer versucht haben, dem Gegner den Ball abzunehmen, wenn er ihn hatte. Was am Ende heraus kommt, ist dann für den Trainer selbst ziemlich unwichtig, Außer dass lange Serien nicht hilfreich sind, weder viele Niederlagen, die den Kindern den Mut nehmen, am Selbstvertrauen nagen und ihnen das Engagament rauben, noch ständige Siege, welche zu Überheblichkeit, Arroganz und Faulheit führen (können).


    Spielt also ruhig mit Platzierungen, sehr aber zu, dass Ihr alle Kinder gleichermaßen motiviert und begeistert. Bildet zufällige Mannschaften und haltet sie klein, achtet auch darauf, dass die Spieler, die im letzten Turnier auf den letzten Plätzen gelandet sind, sich im nächsten Turnier vielleicht eher mit einem oder zwei starken Spielern in einer Mannschaft wiederfinden. Seht zu, dass die Eltern alle Eure Spieler anfeuern, egal um welchen Platz sie spielen. Und seht Trostpreise für die hinteren Plätze vor.


    Dann würden wir von der Planung her im Frühjahr vielleicht ein eigenes Spielfest organisieren und Teams einladen, die sich damit anfreunden können, dass es nicht um Platz 1 bis 8 geht, sondern um das Spiel an sich.


    Wenn Ihr eine Turnierform sucht, bei der am Ende Platzierungen heraus kommen, das aber für die Teilnehmer weniger gut zu durchschauen ist und wo es daher eigentlich immer nur um das nächste Spiel geht, dann empfehle ich Euch das Schweizer System. Dazu braucht man aber während des Turniers einen Computer und hat vorab keinen festen Turnierplan -- man weiß zwar schon, wie viele Spiele stattfinden werden, wann also die ganzen Spiele stattfinden, aber nicht, wer genau welches Spiel bestreiten wird.


    Ansonsten haben wir die Eltern angeschrieben und mitgeteilt, dass wir uns zur Vergrößerung der Spielpraxis zusätzlich am Wochenende auf unserem Sportplatz treffen können und dann einfach spielen, je nach Interesse dann auch auf mehreren Feldern.


    Finde ich gut. Da würde ich auch empfehlen, kleine Mannschaften zu bilden und auf mehreren Feldern parallel zu spielen.


    Ich denke aber, dass das Fernhalten von Spielbetrieb spätestens ab F-Jugend hier in Leipzig vielleicht nicht so gut wäre, weil es hier eine Art erwarteter Standard ist.


    Tja, damit spielt man das üble Spiel aber mit. Welches Recht hat es denn irgendwer, von Euch zu erwarten, Euren Kindern Schaden zuzufügen?


    Im übrigen finde ich auch die Idee des hiesigen Verbandes, kleine Turnierrunden auch für G-Junioren zu veranstalten, für eine Mannschaft, die einigermaßen wettbewerbsfähig ist, gar nicht sooo schlecht. Voraussetzung wäre halt, dass alle, die wollen, gleiche Spielzeit erhalten und dass das freie Spiel und absolute Zurückhaltung von Eltern und Trainern gewährleistet sind und Ergebnisse egal sind. Das ist das schier unlösbare Problem...


    Du sagst es, das ist nur äußerst schwer zu lösen. Wenn es aber eine offizielle Runde ist, dann ist die Teilnahme ab Anmeldung schon wieder verpflichtend. Und aller Wahrscheinlichkeit nach kann man sich seine Gegner auch nicht aussuchen. Nee, würde ich nicht machen, stattdessen kann man sowas doch in Eigeninitiative machen. Mal ehrlich, im jungen G-Jahrgang fangen doch die Kids eigentlich alle erst an, da brauche ich überhaupt noch keine Spiele gegen andere Teams. Und wie viele brauche ich wirklich im zweiten G-Jahr? Reicht es da nicht voll und ganz, wenn ich übers Jahr verteilt sechs bis acht mal eine bis drei Mannschaften einlade?


    Nachtrag: den meisten Erwachsenen geht es im Kinder- und Jugendfußball nie schnell genug, sie müss(t)en sich eigentlich permanent bremsen, das käme den Kids in den meisten Fällen sehr zugute.

    Ich weiß, dass das eigentlich nicht hierher gehört.


    Wieso denn, finde ich durchaus passend.


    Wir nehmen derzeit nicht an Turnieren o. ä. teil, so dass ich nur von unseren Trainings und den hier vorgenommenen Spielen her urteilen kann.


    Ich sehe jetzt leider nicht, welche Altersklasse du trainierst, aber für die G-Jugend finde ich das vollkommen richtig. Und selbst im ersten F-Jahr wäre ich noch recht zurückhaltend, keinesfalls würde ich auf Turnieren mit zu großen Mannschaften teilnehmen wollen, oder solchen mit Finalrunden. Da würde ich eher selbst ab und an ein paar Mannschaften zu kindgerechten Kleinturnieren einladen.


    Wir lassen in einer kleinen Halle mit kleinem Handballfeld die Jungs zum Abschluss einfach 4 gegen 4 spielen. Wir Betreuer machen keinerlei Vorgaben; es gibt keine Reaktion außer Lob für ein gutes Dribbling oder eine tolle Körperbewegung usw..


    So mache ich das auch, wobei ich bei jedem Tor oder spätestens nach z.B. drei Minuten im Tor rotieren lasse. Und ab und an stelle ich noch Minitore in die Nähe der Ecken, wo dann auch Tore erzielt werden können.


    Dabei fällt mir auf, dass es den "Spielertyp", der Bälle nach vorne schießt, gibt, auch ohne dass man das vorgibt. [...] Ich würde - aus heutiger Sicht - einen solchen Jungen immer wieder zum Dribbling animieren und es jedenfalls nicht zusätzlich fördern, dass er diese Rolle (ne Art Ausputzer) dauerhaft ausfüllt.


    Genau. Man kann ihnen entgegen kommen, indem man diese Spielertypen mal zusammen stellt, also z.B. 2:2 spielen lässt und in einer Vierergruppe (also zwei gegeneinander spielenden Mannschaften) nur solche Spieler versammelt. Dann eine Spielform, in der schnelle Richtungswechsel und Dribbling gefordert wird, also z.B. eine Coerver-Spielform im 2:2 auf vier nach außen geöffnete Minitore, und selbst diese Spieler sind dazu gezwungen, ihre Taktik zu ändern.


    Aber es gibt (denke ich) halt auch bewegungsfaule Spieler, die das gerne machen. Ergebnistrainer lassen ihn dann ständig da spielen, weil er das ja gut und gerne macht.


    Korrekt. Wenn man also als Trainer sein Tun auf das erfolgreiche Bestreiten der herkömmlichen, meiner Meinung nach eben eher weniger sinnvollen Spielform ausrichtet, so leistet man vielen seiner Schützlinge langfristig einen Bärendienst und erringt Pyrrhussieg um Pyrrhussieg -- ach, bin ich wieder von geflügelten Worten begeistert... ;)

    Alle negativen Seiten kann man eh noch nicht absehen. Egal ob fußballerisch oder persönlich


    Vielleicht solltet Ihr mal diese, möglicherweise typisch deutsche, Einstellung ein Stück weit ablegen und Euch nicht so sehr mit dem beschäftigen, was alles schief gehen kann, sondern eher dazu übergehen, jede Gelegenheit zu einer Entscheidung im Leben als neue Chance zu sehen, wie es z.B. in den USA eher üblich ist. Ich will jetzt sicherlich einen Lobgesang auf die Einwohner des 'Land of the Free' anstimmen, aber: Hey, nicht jede Entscheidung entscheidet über das Schicksal des Menschen, tatsächlich treffen die meisten Menschen ihr ganzes Leben lang keine Entscheidung, die wirklich und endgültig schicksalträchtig ist. Daher: nicht so viel hadern und die Risiken sehen, sondern sich mehr auf die Chancen besinnen, und dann aktiv werden. Der Junge ist 18 Jahre alt, wann, wenn nicht jetzt, soll er denn was wagen und sich mal so richtig ausprobieren? Natürlich fliegt einem nicht alles zu und man muss sich auch anstrengen, aber in diesem Alter und den folgenden Jahren geht es doch gerade darum, so richtig selbstständig zu werden und die Verantwortung für sich selbst zu tragen. Da wird auch mal etwas schief gehen, man wird enttäuscht werden und auch selbst enttäuschen, man wird Erfolgserlebnisse haben, aber auch nicht immer seinen eigenen Ansprüchen genügen und auch mal scheitern. Das gehört alles dazu.


    Um es also mit den Worten von John Keating ("Captain, mein Captain") zu sagen: "Carpe diem!"


    Nur so als eine Anregung.

    Bei uns Spielen sie 1:5 vermehrt wurde auch auf den klassischen Ausputzer gesetzt steht hintendrin und drischt die Bälle planlos nach vorne


    Na klar, das provoziert man mit der klassischen Spielform ja auch. Man vergleiche nur mal im Geiste das 5+1:5+1 auf Handball- oder, was im G-Jugendbereich völlig und und F-Jugendbereich in der Halle ziemlich frustrierend für den Torhüter ist, auf Jugendtore (5x2m) mit dem 3:3 auf vier Minitore, und überlege dann mal, was kindgerechter ist.


    Übrigens kann man auch 3+1:3+1 spielen, das funktioniert sogar sehr gut und ist allemal interessanter als 5+1:5+1 oder 6+1:6+1.

    Bei uns im Kreis wird in der Halle auch in G- und F-Jugend mit fünf Feldspielern plus Torwart gespielt. Ich halte das für falsch: je jünger die Spieler, umso kleiner sollten die Mannschaften sein, denn den jüngeren Spielern fehlt ganz einfach die Übersicht. Außerdem sind sie noch viel egozentrischer und weniger dazu in der Lage, sich in eine Gruppe sinnvoll einzuordnen. Deshalb sieht man ja auch die berüchtigte Spielertraube um den Ball herum. Schließlich sind die technischen Fähigkeiten der jüngsten Spieler zwangsläufig schwächer, sie benötigen also noch mehr Zeit und Raum, um den Ball zu beherrschen. Das sind alles Punkte, die meiner Meinung nach eindeutig dafür sprechen, in der G-, und eigentlich auch noch in der F-Jugend, mit ganz wenigen Spielern pro Mannschaft zu spielen, draußen, wo man ohnehin eigene Felder markieren muss, also am liebsten 3:3 oder 3+1:3+1, in der Halle quer im 3:3 oder auf das Handballfeld im 4+1:4+1 -- das Handballfeld ist für nur drei Spieler zu groß.

    Sorry, hatte ich vergessen. Wäre vielleicht wichtig zu erwähnen, dass wir (Spielen in der Kreisklasse 1) trotz des fehlenden Kampfgeists die meisten Spiele gewinnen. Denke, dass das einer der Gründe für die Situation ist.


    Das kann ich mir auch vorstellen, wobei ich open-minded's Option auch prüfen würde. Aber es ist doch ein bekanntes und weit verbreitetes Phänomen, dass ein gutes Pferd eben nur so hoch springt wie es muss. Um das einschätzen zu können, müsste man deine Truppe etwas genauer kennen. Sie ist ja offenbar schon recht lange im Kern beisammen, da kennt jeder den anderen und sich recht gut, die Rollen sind soweit innerhalb der Gruppe wahrscheinlich auch schon ganz gut verteilt und die meisten Spieler sind mit ihrer Rolle soweit ganz zufrieden. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die meisten Spieler meinen, nicht nur ihre Position im Team, sondern auch auf dem Platz gefunden zu haben. So hat jeder seine eigene Wohlfühloase und ist mit sich selbst so ziemlich zufrieden, denn besser als er macht es in der Mannschaft auf seiner Position ja wohl keiner, schließlich gehört er da hin und die anderen auf ihre Positionen.


    Wenn ein solches Team dann noch häufig Spiele gewinnt, dann würde es mich sehr wundern, wenn da die Spieler sich nicht zunehmend selbst spiezialisieren und sich nur noch für ihren Teil verantwortlich fühlen, aber eben nicht mehr für das große Ganze. Das klappt dann gegen schwächere Gegner noch ganz gut, aber gegen gute Mannschaften, bei denen, wenn ich jetzt mal vom D9 ausgehe, sechs Spieler aktiv angreifen und alle acht Feldspieler (oder zumindest sieben, wenn der Stürmer sich schon als Anspieloption für den Fall des Ballgewinns anbietet) in der Defensive mit arbeiten, sieht man dann überhaupt kein Land mehr und ist permanent und überall in Unterzahl. In diesen Mannschaften haben es die Spieler gelernt bzw. nie aberzogen bekommen, dass sie stets alle gemeinsam den Angriff tragen, aber auch geschlossen verteidigen müssen. Meiner Meinung nach erreicht man dieses Ziel am besten, indem man eine konsequente Positionsrotation betreibt und gerade im Kinderbereich sehr viel mit kleinsten und kleinen Mannschaften spielt, also vom 1:1 bis zum 4+1:4+1, aber nur selten mit größeren Mannschaften -- von mir aus gerne auch mal zum Spaß, ich verbinde damit aber in der F noch keinerlei Lerninhalte.


    Ich wünsche mir, dass man sich so Spieler heran zieht, die gleichermaßen angreifen wie verteidigen können, die es gewohnt sind, ständig mit spielen zu müssen, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr, und die in beiden Bereichen schon vielfältige Erfahrungen gemacht haben. Sie werden es, so meine Einschätzung, dann in der E, wenn das 6+1 kommt, dann leichter haben zu verstehen, dass sie weiterhin die gleichen Aufgaben haben wie zuvor, dass sich aber der Fokus verschiebt, je nachdem, wo sie spielen. Ich würde da aber natürlich unbedingt weiterhin rotieren. Im D9 geht das dann weiter, jeder Spieler muss im Spiel sowohl defensive wie offensive Aktionen bestreiten, je nachdem, wo er aber positioniert wird, verschiebt sich deren Gewichtung und auch ihr Charakter. Rotiere ich da weiterhin, so sorge ich dafür, dass das Spiel für jeden Spieler genügend Reize behält.


    Interessant in diesem Zusammenhang finde ich übrigens die Vorgehensweise der Münchner Fußballschule bei der Positionsrotation im 6+1 und 8+1. David Niedermayer erklärt da, dass er im 6+1 für die Feldspieler ein 2-3-1 bevorzugt und im Spiel quasi nach Volleyballmanier rotiert. Wenn man die Positionen im 2-3-1 von hinten nach vorne als LV, RV, LA, ZM, RA und ST bezeichnet, so geht bei ihm der neu ins Spiel kommende Spieler auf die Position des RA, der Rest rutscht in der Folge RA->ZM->RV->LV->LA->ST->Bank jeweils eine Position weiter. Das macht er wohl so oft, dass jeder Spieler am Ende des Spiels auf jeder Position, außer der des Torhüters, gespielt hat. Beim 8+1 stellt er die Feldspieler im 2:4:2 auf und teilt sie in vier Pärchen auf: IV, LMF, RMF und ST. Da wird dann ein neues Pärchen als RMF eingewechselt, der Rest rotiert dann in der Form RMF->IV->LMF->ST->Bank.

    Auch, wenn unser Fachsimpeln an der Stelle vermutlich schon zu weit gehen sollte, noch ein kleiner Hinweis:[...]


    Du hast in deinen Ausführungen vollkommen Recht, auch weiter oben hatte das alles schon richtig Hand und Fuß. Aber bei einer Lehrprobe mit einer gruppentaktischen Aufgabenstellung sollte man, so meine Erfahrung, zumindest dann, wenn es um die Erlangung der C-Lizenz geht, sich auch unbedingt auf die Gruppentaktik beschränken und mannschaftstaktische Aspekte außen vor lassen. Das ist alles, worum es mir ging. Wenn du Pech hast, gerätst du in der Lehrprobe an einen Prüfer, der es mit der Aufgabenstellung genau nimmt und der dich dann durchfallen lässt, weil du in seinen Augen eben Mannschafts- und nicht Gruppentaktik gemacht hast.


    Wenn du mit einem 4 : 2 : 3 : 1 spielst, dann hinterläuft der rechte oder linke AV.


    Ja, es sind meistens die Außenverteidiger, die hinterlaufen. Wo es keine Außenverteidiger gibt, also in Systemen mit Dreierkette, hinterläuft typischerweise der Mittelfeldaußen. Wobei das taktische Mittel des Hinterlaufens grundsätzlich auch anderswo angewendet werden kann, am Flügel kommt es halt nur am häufigsten vor, weil man da oft auf (zunächst nur) einen Verteidiger trifft.


    Wenn also der TW nicht lernt, dass er den Ball bei der Spieleröffnung zum AV spielt oder aber die IV nicht wissen, dass sie den Ball für diese Variante zum AV spielen, dann wird bei dieser Mannschaftstaktiktik nix aus dem Hinterlaufen!


    Korrekt. Aber du bist da IMHO eher beim Thema der Spieleröffnung, weniger beim gruppentaktischen Angriff. Sicher gibt es unterschiedlich attraktive Möglichkeiten im Angriff, je nachdem, wie die Spieleröffnung erfolgt ist. Es ist sicherlich auch notwendig, Spieleröffnung und gruppen-, später auch mannschaftstaktischen Angriff zu koppeln. Aber ich denke, dass die meisten Lehrproben davon ausgehen, dass man noch nicht so weit ist, und daher diese Themen isoliert betrachten. Bei Lehrproben zur C-Lizenz bekommt man ja meistens eine C-Jugend, das passt meiner Meinung nach zu diesen Überlegungen, denn der DFB sieht ja für die C-Jugend im taktischen Bereich die Gruppen-, aber noch nicht die Mannschaftstaktik vor.


    Systematisch wäre es für mich, wenn die Trainingsgruppe den kompletten Angriff mitbekommt. Hier gilt es zunächst auch ein Verständnis für diesen Spielaufbau herzustellen.


    Ich verstehe. Man kann es aber auch anders herum machen: man vermittelt erst eine Reihe von offensiven gruppentaktischen Optionen, welche die Spieler zunächst so ziemlich nach Lust und Laune ausprobieren können. Oder man wünscht sich sogar explizit, dass das Team im Spiel möglichst viele Möglichkeiten z.B. zum Hinterlaufen nutzt, wenn das gerade das Thema ist. Je nachdem, wie weit man da im Training war, wissen die Spieler dann schon, dass das am Flügel am häufigsten zum eigenen Vorteil eingesetzt werden kann, oder sie finden es eben im Spiel heraus.


    Beschäftigt man sich dann später mit der Spieleröffnung, so kann man ja dann wieder darauf zurück kommen, welche gruppentaktischen Angriffsoptionen die Spieler denn kennen, und dann thematisieren, welche Spieleröffnung zu welcher Spielfortsetzung besser oder auch weniger gut passt. So richtig systematisch wird man das aber wohl frühestens in der B-Jugend machen, denke ich. Vorher wird man noch ausreichend damit beschäftigt sein, die Elemente zu vermitteln, die dann ab der B systematisch zusammen gesetzt werden.


    Achtung: Ich übernehme für meine Aussagen kein Gewähr, da ich selbst noch keine eigenen Erfahrungen über den C-Jugendbereich hinaus habe. Bis dahin sind meine Ausführungen einigermaßen belastbar, aber darüber hinaus sind sie eher Spekulationen.



    Im zweiten Teil deiner Anmerkung gebe ich dir vollkommen recht!
    [...]
    Aber soll man deshalb die guten "alten" Trainingseinheiten rauswerfen?


    Nö, keineswegs. Zumal man sie, wenn man genug Geschick hat, ja durchaus auch auffrischen kann. guenter beobachtet ja vollkommen zu Recht, dass er jede Menge der Elemente, die in 'modernen' Trainings vorkommen, noch aus seiner, nach eigener Aussage recht weit zurück liegenden Zeit noch kennt. Das ist sicher auch richtig, denn das Spiel hat sich ja nicht so stark verändert, wohl aber in Teilen der Fokus und die Methodik der Wissensvermittlung, wobei sicherlich auch nicht alles ganz anders läuft als früher.


    Ich finde es dennoch interessant, wie sich die Meinung über die optimale Wissensvermittlung stetig wandelt. In dem Zusammenhang finde ich z.B. auch die Ausführungen von Horst Wein in der Einführung zu seinem Seminar zur Spielintelligenz sehr interessant. Er erzählt da davon, dass früher, als der Fußball entstand, hauptsächlich Technik trainiert wurde. Hennes Weisweiler legte, seinen Ausführungen zufolge, dann den Fokus auf die Kondition, und die WM90 war schließlich so sehr von der Taktik (und der Zerstörung des gegnerischen Spiels) geprägt, dass man kaum noch Fußball angucken wollte. Er sagt dann, dass der DFB dann wieder zur Betonung der Technik zurückgekehrt ist, was er (zumindest in dieser Konsequenz) für einen Fehler hält. Stattdessen plädiert er dafür, sich verstärkt um die Ausbildung der Spielintelligenz zu kümmern. Wenn ich mir so ansehe, welche Entwicklung in den DFB-Medien deutlich wird, so kommt es mir so vor, als würde der DFB durchaus seiner Forderung nachkommen.


    NB: Ich bin übrigens davon überzeugt, man würde Horst Wein missverstehen, stellte man die Behauptung auf, dass er Technik, Kondition und Taktik für unwichtig hielte. Meiner Meinung nach hält er diese drei Bereiche für unverzichtbare Komponenten des erfolgreichen Fußballspiels. Aber zu ihrem bestmöglichen Einsatz bedarf es eben der Spielintelligenz, sie ermöglicht es dem Spieler und dadurch auch der Mannschaft, die geschickteste Taktik zur Bewältigung einer Situation auszuwählen, welches dann mittels Technik und Kondition erfolgt.


    Das hat jetzt aber, so leid es mir tut, nicht mehr viel mit der Frage des OP zu tun..

    Anderes Thema zum Komplex der Fußballschuhe: die Schnürsenkel. Findet Ihr auch, dass es da bestimmte Schnürsenkel, die sich einfach viel schneller lösen als andere? Bei uns sind es häufig immer wieder die gleichen F'linge, deren Schnürsenkel sich lösen, obwohl ich sie genauso fest geschnürt habe wie meine eigenen oder die von anderen Spielern, die nur einmal und dann eher zu Beginn des Trainings mit der Bitte, ihre Schuhe zu schnüren, zu mir kommen.


    NB: Mir ist es dabei übrigens lieber, dass sie zu mir kommen und ich ihnen zeigen kann, wie man Fußballschuhe richtig schnürt, als dass sie sie selbst falsch, d.h. (i.d.R.) zu locker und dann auch noch mit einem Doppelknoten gesichert schnüren, wodurch sie dann entweder keinen richtigen Halt haben oder den Schuh sogar verlieren, wonach es dann eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis man den blöden Doppelknoten wieder auf bekommt. Hinderlich sind in dem Zusammenhang, so meine bisherige Erfahrung, tendenziell zu kurze und glatte Senkel. Klettverschlüsse sind, wie ich finde, eine sinnvolle Alternative, solange die Schuhe dann nicht zu locker sitzen. Für G und junge F wären Schuhe mit Klettverschluss in vielen Fällen sinnvoller als geschnürte Schuhe. Ab der alten F sollten die meisten Kids ihre Schuhe selbst binden können, da geht es dann ja eigentlich nur noch darum, die Schleife selbst fest genug hin zu bekommen.


    PS: betreuer72: Ja, ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Puma-Schuhe sehr schmal sind. Dadurch sind sie aber, im Gegensatz zu Euch, für kein Mitglied unserer Familie geeignet.

    Ich habe nichts gegen moderne Fußballschuhe. Ich habe wohl etwas gegen schlechte, weil zu billige Fußballschuhe. Ebenso habe ich etwas dagegen, wenn Kinder schlecht passende oder sitzende Fußballschuhe tragen, weil sie das Modell cooler als das für ihren Fuß geeignete finden. Und ich habe etwas gegen den Konsumzwang, den die Industrie wissentlich befeuert, und gegen den sich Kinder und Jugendliche überhaupt nicht wehren können, sondern stattdessen zum Mithalten mit den Freunden verdammt sind. Das gab es schon immer, aber ich empfinde das Marketing der Großkonzerne heutzutage als deutlich penetranter und allgegenwärtiger als noch zu meiner Kindheit und Jugend.

    Hallenkreismeisterschaften haben in G- und F-Jugend nichts verloren, auch nicht, wenn sie, wie bei uns im Kreis, nicht als solche bezeichnet werden. Meiner Meinung nach darf es sowas allerfrühestens im zweiten E-Jugendjahr geben, vorher ist das einfach nur kinderschädigend. Deshalb plädiere ich auch dafür, überall dort, wo die Hallenrunde in einem kinderfeindlichen Modus durchgeführt wird, Rückgrat zu zeigen und nicht teilzunehmen. Stattdessen sollte man lieber an bekanntermaßen guten Einladungsturnieren teilnehmen und selbst entsprechende Turniere ausrichten. Wenn es in der Umgebung nichts Passendes gibt, dann muss man halt entsprechend mehr eigene Turniere ausrichten, es müssen ja nicht immer große sein, sondern auch mal kleinere mit nur zwei oder drei Gastvereinen, bei denen man nicht so viele Bewirtungsschichten und so viel Kaffee, Kuchen, Capri-Sonne und Brezeln braucht.


    Ich würde, wäre ich Jugendleiter, bei uns im Kreis keine G-, F- und junge E-Mannschaft zur offiziellen Hallenrunde melden.

    Ohne jetzt meinen übrigen Kollegen widersprechen zu wollen, so würde ich, wenn es sich um eine Lehrprobe im Rahmen der Trainerlizenzerlangung handelt, TW-Trainers Ausführungen insoweit widersprechen als dass meiner Erfahrung nach bei einer Aufgabenstellung in der Offensive typischerweise die Mannschaftsteile Torhüter und Abwehr keine Rolle spielen, zumindest nicht in der Gruppentaktik. Da geht es, so mein Dafürhalten, um die gruppentaktischen Angriffsmittel, also z.B. das Hinterlaufen, das Kreuzen der Stürmer oder das Spiel über den Dritten. Kommen-Gehen könnte man vielleicht auch dazu zählen, ich müsste daheim mal im DFB-Buch Erfolgreiches Angreifen, das auch hier erhältlich ist, nachsehen. Für die Lehrprobe würde ich mir da eine taktische Möglichkeit heraus suchen und dann getreu der DFB-Methodik "vom Leichten zum Schweren" in zwei Übungen, deren Schwierigkeitsgrad sich innerhalb der Übung ohne Umbaumaßnahmen steigern lässt, trainieren. Ich glaube, hier wurden schon die generellen Steigerungsmöglichkeiten genannt: Erhöhung des Gegner-, Raum- und/oder Zeitdrucks.


    Übrigens kommt es mir so vor, als würde der DFB seinen Trainingsaufbau durchaus überarbeiten. Wo früher die Struktur war: Aufwärmen, Hauptteil 1, Hauptteil 2 und Abschlussspiel, da gibt es heute, so mein Eindruck, auch mal Aufwärmen, Hauptteil1 - Übungsform, Hauptteil 1 - Spielform, Hauptteil 2 - Übungsform, Hauptteil 2 - Spielform, Abschlussspiel. Da ich mich aber seit einer Weile nicht mehr ganz so intensiv in der Traiingsdatenbank des DFB bedient habe, stimmt mein Eindruck im Detail vielleicht auch nicht. Muss ich mal nachsehen...

    Mein Sohn ist ebenfalls 6 und hatte/hat eine koordinative Schwäche + er ist schnell gewachsen. Er war in ergotherapeutischer Behandlung deswegen.


    Ich möchte darauf hinweisen, dass Ergotherapeuten keine Ärzte sind. Eine Ergotherapie mag sinnvoll sein, ich würde aber erst zum Arzt gehen, der mich dann ggf. zum Ergotherapeuten schickt. Vielleicht kommt er aber auch zu dem Ergebnis, dass eine andere Therapie sinnvoll bzw. notwendig ist.


    EDIT: Ich möchte nicht ausschließen, dass es Ärzte gibt, die gleichzeitig Ergotherapeuten sind. Zunächst aber einmal kann jemand Ergotherapeut (oder z.B. auch Heilpraktiker) sein, ohne Arzt zu sein.

    Und wenn es dann einmal regnet rutschen alle nur noch rum...


    Ich habe selbst zwar nicht viel dafür übrig, wie heutzutage Kinder- und Jugendfußballschuhe vor allem vermarktet werden und es zumindest den Herstellern offenbar weniger darum geht, dass ihre Schuhe der Gesundheit ihrer im Wachstum befindlichen Träger nicht abträglich sind. Aber ich sehe tatsächlich keinen Zusammenhang zwischen der Farbe von Fußballschuhen und ihrem Verhalten bei Regen. Das ist doch einzig und allein eine Frage der Sohle.


    Aber: kommt noch jemand aus der Zeit als es nur die Kaiser 5 gab?


    Einige von uns, denke ich. Meine ersten Fußballschuhe waren von Adidas und hatten, glaube ich, ein Bild von Paul Breitner auf der Zunge, das muss so um die 1979 oder so gewesen sein. Vor einem halben Jahr habe ich mir mein erstes Paar Copa Mundial gegönnt und finde sie tatsächlich ziemlich gut, sie waren aber auch wg. Geschäftsauflösung deutlich runter gesetzt. Nun überlege ich, ob ich mir für die Halle den Mundial Goal und als Multinockenschuh dem Mundial Team TF oder stattdessen den Kaiser 5 zulege. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die ähnlich teuren bunten Schuhe auch ähnlich gut sein werden.


    Mit Schuhen aus unflexiblem Kunststoff komme ich übrigens gar nicht klar, z.B. auch nicht mit Laufschuhen mit zu viel 'starrem' Kunststoff, also z.B. Brooks Glycerin, ich komme da mit dem Ghost viel besser zurecht.


    Den Eltern meiner Kinder rate ich dazu, beim Schuhkauf vor allem darauf zu achten, dass er gut sitzt und bequem ist. Die Farbe der Treter ist mir völlig schnuppe, auch wenn ich mich darüber wundere, welche Farb- und Musterkreationen man da zu Gesicht bekommt. Es ist aber unheimlich schwer, gegen die Marketingmaschinerie vor allem der beiden größten Hersteller anzukommen -- die Ronaldo- und Messischuhe sind nun mal die beliebtesten...


    Darf ich dann zu eurem Orthopäden kommen, wenn ich mal wieder Bedarf haben sollte? Das erinnert mich nämlich so überhaupt nicht an die Orthopäden hier bei uns...


    Gegen eine geringe Provision vermittle ich dich gerne weiter. :D
    Tatsächlich gibt es sicherlich bei Orthopäden auch 'Qualitätsunterschiede'. Wir haben das Glück, einen Chirurgen, der z.B. auch die örtliche Handballmannschaft sowie einen der im Kreis am höchsten spielenden Fußballvereine medizinisch betreut, im direkten Bekanntenkreis haben. Wobei meine Patellageschichte von einem anderen Orthopäden gerichtet wurde, und mir die Einlagen von einem im selben Ärztehaus befindlichen Chirurgen, der aber übrigens noch nicht mal den Doktortitel führt, (eingriffsfrei) verschrieben wurden. In der Praxis des Patelladoktors ist übrigens aber auch ein Arzt tätig, der früher in der Schulklasse meines Bruders war. Nach dem zu urteilen, was ich von ihm bisher gehört habe, würde ich mir vielleicht eine zweite Meinung einholen, wenn ich bei ihm gewesen bin...


    Also: geht zum Arzt, und wenn Ihr dann noch irgendwelche zweifel haben solltet, geht zu einem anderen Arzt. Es sollten aber Fachärzte sein, also Orthopäden (oder Chirurgen).

    Ein Punkt, der mich noch interessieren würde, ist der, dass der Unfall laut beider Berichte in "einer Nebenhalle" stattfand. Es ging also nicht um die Tore, auf die bei dem Turnier gespielt wurde, sondern die in der Nachbarhalle (vermutlich). Wenn die am Turnier teilnehmenden Vereine nun mit Zustimmung der Veranstalter die Nachbarhalle nutzen konnten, z.B. zum Aufwärmen, dann sehe ich durchaus da auch eine Verletzung der Sorgfaltspficht (oder dem passenden juristischen Terminus), wenn die Tore dort ungesichert sind (oder andere, halbwegs erkennbare Gefahrenquellen vorhanden). Ist die Mannschaft des geschädigten aber auf eigene Faust in die Nebenhalle, so würde ich die Sache durchaus anders beurteilen. Dann hätte der Veranstalter den Zugang verhindern müssen, z.B. indem die Zugangstür verschlossen wird oder zumindest ein Schild angebracht wird, das die Nutzung der Nebenhalle untersagt.


    Ich vermute aber eher, dass man die Nebenhalle offiziell nutzen durfte. Und dann kann ich das Urteil durchaus nachvollziehen.

    ich war auch immer ein recht guter Sprinter und habe auch zwei Marathons gut überstanden, das liegt aber auch daran, dass meine Hüftdysplasie und meine Senk- und Spreizfüße (über Einlagen und antrainierte Bewegungsabläufe) behandelt wurden. Und ich kann noch bzw. wieder Fußball spielen, weil die Instabilität meiner linken Patella operativ behoben wurde. Meine Frau hat keine Schmerzen im Fuß mehr, seit sie eine Papilotte aus Silikon unter der Innensohle ihrer Laufschuhe trägt. Und bei unserem Sohn konnten Einlagen auch den beginnenden Fersensporn mit den damit zusammenhängenden Schmerzen aufhalten.


    Aktuell klagt er übrigens über Rückenschmerzen, welche sich aber auch bessern, seit wir beim Arzt waren und ihm einige Übungen zur Kräftigung von Rücken- und Bauchmuskulatur empfohlen wurden. Außerdem sitzt er seit kurzem auf einem Gymnastikball. Bei ihm befinden sich halt 90% (ja, bewusst übertrieben) der Muskeln in den Beinen, da er auch nahezu ausschließlich 'Beinsport' betreibt sind da Beschwerden an anderen Stellen nahezu unausweichlich..

    Ich hab demnächst selbst nen Termin beim orthopäden, da mach ich nen Termin für ihn.


    Ja, gute Idee, mach das unbedingt. Dann habt Ihr eine belastbare Meinung von einem Fachmann, der den Jungen selbst in Augenschein nehmen kann. Wir sind großteils Laien mit allerhöchstens Halbwissen und so ein bisschen eigenen Erfahrungen. Das bringt aber nichts, Ihr macht dann vielleicht Sachen, die nichts bringen oder die Sache nur verschlimmern, oder verpasst oder verzögert eine wichtige Therapie.


    Hast du ne Vermutung? Mur geistert immermal muss syndrom im Kopf rum, kann das lassen?


    Ich äußere bewusst keine Vermutung. Ich selbst habe an den Beinen schon einige Gebrechen gehabt, mein Sohn hat auch ein paar, meine Frau hatte da auch schon mal was. Immer war es etwas anderes als wir es bis dahin erlebt hatten, aus dem (unkundigen) Bekanntenkreis hat auch niemand die Ursache korrekt diagnostizieren können, der Orthopäde jedoch immer rasch und richtig.


    Daher: geht zum Arzt.

    TW-Trainer, ich meinte dich zwar nicht, danke dir aber trotzdem für die Antwort. Ich wollte 16aufmrücken ansprechen. In meinen Ausführungen zu den taktischen Maßnahmen der Profis dachte ich auch nicht so sehr daran, dass man dem mit Jugendmannschaften nacheifern sollte, sondern wollte eher seine Augen dafür öffnen, dass es sehr viele Systeme gibt und eben nicht nur zwei. Wobei ja selbst diese zwei sich sehr unterschiedlich interpretieren lassen, wie jedes andere System ja auch.


    Die Raute war vor ca. zehn Jahren ja ziemlich beliebt, wenn ich mich recht erinnere war sie doch die taktische Grundordnung der WM 2006, oder? Danach übernahm dann das 4-2-3-1 als beliebteste Formation, und heute wird so einiges gespielt.. In der Bundesliga ist die Raute sicherlich ganz stark mit Thomas Schaaf und Werder Bremen verknüpft. Und ja, da es in der Raute nur einen Sechser gibt, hat dieser es natürlich schwerer, seine defensiven Aufgaben zu erfüllen als wenn zwei Spieler diese Aufgabe gemeinsam übernehmen. Das hat man bei der deutschen Mannschaft bei der WM des letzten Jahres in den Gruppenspielen, als sie ja auch mit einem Sechser und zwei Achtern spielte, auch ab und an gemerkt. Es ist halt eine Sache der Abwägung, die der Trainer übernimmt.


    Ich selbst bin übrigens kein großer Freund der Dreierkette, ich halte sie auch im Grundsatz nicht für sonderlich offensiv, aber das hängt halt wieder von der Umsetzung ab. Mir ist es eigentlich nach wie vor lieber, mit zwei offensiv ausgerichteten Außenverteidigern, die also breit und hoch gehen, zu spielen, und nur zwei Spieler, nämlich die Innenverteidiger, zur Absicherung hinten zu haben, wobei sie (natürlich) durch einen Sechser, der sich zehn bis fünfzehn Metern vor ihnen aufhält, abgefedert werden. Lässt sich bei der Spieleröffnung ein Mittelfeldspieler fallen, man spricht da ja vom zentral oder seitlich abkippenden Sechser, so hat man letztlich den gleichen Spielaufbau wie mit der Dreierkette. Und wenn die Außenverteidiger hoch schieben, dann hat man im Prinzip doch sogar sechs Mann im Mittelfeld (bei zwei Stürmern).


    Naja, wie auch immer, ich finde es nicht verkehrt, wenn Jugendspieler verschiedene Sachen lernen. Es muss natürlich kompetent vermittelt werden und der Wechsel darf nicht zu schnell erfolgen.


    Ich glaube übrigens durchaus auch, dass die typischen Systeme sich unterschiedlich gut für die Ausbildung eignen. Derzeit würde ich, wenn ich mal außer Acht lasse, dass jede Mannschaft in ihrer Zusammensetzung verschieden ist, eigentlich das 4-3-3 bevorzugen. Das 4-2-3-1 ist mir für den Ausbildungsbereich fast schon zu ausgewogen, das 4-4-2 mit flacher Vier hingegen zu statisch. Das 4-3-3 scheint mir das flexible Spiel hingegen sehr zu fördern. Und die Niederländer fahren damit doch seit Jahren auch ganz gut damit.

    Vielleicht wird dir das 4-4-2 mit Raute ja weniger unsympathisch, wenn du dafür die Bezeichnung der Kollegen von spielverlagerung.de verwendest, die du im unteren Teil dieses Beitrags nachlesen kannst: sie sagen dazu 4-3-1-2.


    Wenn ich mich recht erinnere, so hast du in einem deiner ersten Beiträge hier im Forum das 4-4-2 mit Raute als veraltet bezeichnet, und das 4-2-3-1 als der Weisheit letzter Schluss bezeichnet. Tatsächlich findet man im heutigen Profifußball erstaunlich viele Systeme, einige Mannschaften wechseln sogar während des Spiels ihr System, um sich sich ändernden Anforderungen anzupassen. Bei der letzten WM sah man bei der deutschen Mannschaft zu Beginn ein 4-3-3, zwischendrin das gewohnte 4-2-3-1 und zum Schluss, glaube ich, wieder ein 4-3-3. Einige Teams spielten ein 3-5-2, das in der Defensive zum 5-3-2 wurde. Die Bayern spielen seit einer Weile auch gerne im 3-5-2, vorher war es oft ein 4-1-4-1, welches im Jahr, das zur WM führte, ziemlich in Mode kam und dem 4-2-3-1 so ein bisschen den Rang ablief. Daneben gibt es aber weiterhin immer noch oft altbewährte Systeme: TW-Trainer hat Gladbach schon genannt, die in der Defensive sehr konsequent ein 4-4-2 mit Flacher Vier zeigen. Und Eintracht Frankfurt hat sowohl im letzten Halbjahr unter Veh wie auch seit dem Antritt von Thomas Schaaf sehr häufig im 4-4-2 mit Raute gespielt.


    Und schaue dir mal das 4-2-3-1 und das 4-3-3 (mit einem Sechser und zwei Achtern) an: auf der Taktiktafel hat sich da doch nur die Aufstellung der drei zentralen Mittelfeldspieler verändert. Und dann vergleiche das 4-3-3 mit dem 4-4-2 mit Raute. Gegenüber dem 4-3-3 sind die Flügelstürmer bei der Raute weiter nach innen gerückt, wohingegen der Mittelstürmer zum 10er wird. Dahinter ändert sich aber nicht viel. Womit ich sagen will: die Systeme unterscheiden sich gar nicht so stark voneinander, weshalb man meiner Meinung nach keines der geläufigen Systeme direkt als vollkommen ungeeignet bezeichnen kann. Im Detail ergeben sich allerdings halt doch Unterschiede, die schon auch mal den Ausschlag geben können, so dass ich dazu rate, durchaus offen auch für Neues zu sein.


    BTW: Das Ziel des Aufstiegs sollte, so meine ich, dem der umfassenden Ausbildung untergeordnet werden. Wenn Ihr den Aufstieg nur schaffen könnt, wenn Ihr dem bekannten System treu bleibt, dann würde ich eher zur zusätzlichen Flexibilität der weiteren Systeme tendieren. Allerdings stand ich auch nie selbst vor der Situation, evtl. aufsteigen zu können..