Beiträge von tobn

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    Nichtsdestotrotz ist dieser Merksatz häufig richtig, Karl, oder? Ich denke, auf eine Situation, in der es sinnvoller ist, das nächste 1:1 zu suchen, kommen zwanzig, in denen die Überwindung des Gegners im 1:1 eben dazu führt, für einen kurzen Moment den Freiraum und die Zeit zu haben, die es für den eigenen Abschluss oder das Abspiel zum (besser postierten) Mitspieler bedarf. Insofern halte ich ihn schon für sinnvoll, wobei man natürlich darauf achten muss, dass man ihn mit Vorschlagscharakter bringt, ich würde auch noch unter meinen Spielern differenzieren und versuchen, ihn vornehmlich bei den Spielern anzubringen, die dazu in der Lage sind, ihn auch umzusetzen.


    Es ist, wie so oft: man muss seine Lütten halt gut kennen und einschätzen können, und sich dabei weniger am eigenen Wunsch als an der realistischen Beobachtung orientieren.

    Für mich [...] ist es [...] so, dass es Gründe dafür gibt, warum man als Trainer seinen Koten entsprechende Tipps hin zum Foul gibt.


    Das ist doch aber im Moment gar nicht (mehr) das Thema, es geht doch um das zulässige und gebotene Maß an Körperlichkeit in Zweikämpfen im Fußball. Lasse uns doch lieber beim Thema bleiben.

    siebener und Zodiak, Ihr habt schon recht, der korrekt dosierte und sinnvolle Körpereinsatz gehört beim defensiven Zweikampf (und, wenn auch in geringerem Maße wohl auch beim offensiven) im Fußball dazu. Ich bin aber, wie Ihr und Steini, der Meinung, dass die Grätsche die Ultima Ratio darstellt, die man dementsprechend nur einsetzt, wenn es nicht mehr anders geht. Und daher möchte man sie bei seinen Spielern nur selten sehen, denn sie wäre sich ja in den allermeisten Fällen vermeidbar gewesen, wenn der Abwehrspieler besser agiert hätte.


    Ganz leicht ist es aber, glaube ich, auch nicht, den Kindern das geeignete Maß an Körperlichkeit zu vermitteln. Ein guter Kumpel meines Sohnes z.B. hat im zweiten E- und ersten D-Jugendjahr, als er mal bei einem anderen Verein war, dort offenbar ein deutlich höheres Maß an Körperlichkeit im Defensivzweikampf gelernt als ich es meinen Spielern, also der Mannschaft meines Sohnes, damals vermittelte. Er lehnt sich jedenfalls beim Defensivzweikampf unheimlich stark in den Gegner hinein, hält dann aber dessen Tempo nicht, verliert dann das Gleichgewicht und geht schließlich in einer Drehbewegung hinter dem Gegner zu Boden, woraufhin er auch i.d.R. den Schiri sucht... Mich beschleicht da immer das Gefühl, dass er einen Freistoß schinden will, zumal dieser Spieler noch nie besonders gerne defensiv gespielt hat...

    Ich würde das NLZ mal außen vor lassen, denn darüber, worauf sie dort stehen, können wir nur spekulieren. Ich würde den Blick nur auf den Spieler richten. Dass er viele Tricks beherrscht und sie auch gerne anwendet, ist ein großer Pluspunkt. Fehlt noch, so deine Einschätzung, das Gespür dafür, wann es sinnvoll ist, einen Trick anzuwenden. Denn du hast ja schon Recht: ein Trick dient im Fußball nur selten dem Selbstzweck. Stattdessen verschafft sich der Angreifer i.d.R. mit dem Trick einen kurzen Vorteil gegenüber dem Abwehrspieler, der ihm ein wenig Raum oder Zeit mehr gibt, um erfolgreich zu sein. Es ist schon unsere Aufgabe als Trainer, den Spielern zu vermitteln, dass jeder Trick und jede Finte darauf angelegt ist, eine Anschlussaktion zu ermöglichen. Nicht selten ist der Erfolg der Finte ja das bisschen an zusätzlichem Raum, dass es einem dann erlaubt, unbedrängt einen präzisen, gefährlichen Pass zu spielen, der zuvor blockiert war.


    Wenn du es kannst, würde ich also das Gespräch mit deinem Trixxer suchen, und ihn langsam und behutsam in die Richtung lenken, dass er merkt, wann seine Tricks sinnvoll sind. Ausgehend von der Fragestellung, was beim Fußball denn eigentlich das Ziel ist, wann man also gewonnen hat. Dazu muss man ja mehr Tore schießen als der Gegner. Man möchte also, wenn man in Ballbesitz ist, möglichst viele Tore schießen. Wie können Tricks nun dabei helfen? Da kann man dann z.B. die hypothetische 1:1-Situation des Angreifers gegen den letzten Abwehrspieler entwerfen: der Verteidiger versperrt den Weg zum Tor. Der Trick bzw. die Finte dient nun dazu, den Verteidiger zu verladen, so dass der Weg zum Tor frei wird. Da der Verteidiger sich ja aber nicht in Luft auflöst, sondern nachsetzt, muss nach dem Erfolg der Finte entschlossen weiter gehandelt werden, also typischerweise mit Tempo auf das Tor zu gestartet werden, um den Abschluss zu suchen. Nutzt man hingegen den aktuellen Vorteil nicht aus, so gibt man dem Verteidiger die Mögichkeit zu einem erneuten 1:1, aus dem er dann evtl. erfolgreich hervor geht. Damit wäre dann die Torchance vergeben, was dem Ziel des Spiels entgegen steht.


    Hört sich natürlich hier jetzt komplizierter an als es ist.


    EDIT: Bitte das jetzt nicht so missverstehen, dass man ihm das Tricksen austreiben sollte, keineswegs! Und wenn man ihn mit seinen Hinweisen verunsichert, dann es lieber sein lassen, denn er wird mit der Zeit auch von selbst darauf kommen. Aber man kann auch versuchen, ihn schon dahingehend zu stimulieren, wie er seine Tricks im Sinne des Spielerfolgs besser einsetzen kann.

    Gegen die Anwendung der Abseitsregel habe ich überhaupt nichts. Wobei da immer noch gilt, dass diese den allerwenigsten Spielern Probleme bereitet. In der Mannschaft gab es allerdings einen Stürmer, der tatsächlich recht lange gebraucht hat, um sich nicht ständig im Abseits anzubieten und sich darüber zu ärgern, dass wir Trainer damals deshalb fast jedes Zuspiel auf ihn abgepfiffen haben.. Ich habe damals nie so richtig heraus bekommen, warum er so viele Abseitsentscheidungen verursacht hat, das war ja auch in den Spielen gegen andere Mannschaften so -- er wurde teilweise deshalb dann auch von seinen Mannschaftskameraden angemault. Ob er das so sehr von vorher gewohnt war und die Gewohnheit nicht ablegen konnte, ob er versuchte, seine Geschwindigkeitsnachteile auszugleichen und darauf spekulierte, dass seine Abseitsposition nicht entdeckt oder nicht sanktioniert würde. Oder ob er einfach nicht auf die (Höhe der) Abwehrspieler achtete, ich weiß es nicht...

    Am besten finde ich, dass er, nachdem er in Punkten 2, 3, 4 und 5 den Eltern "Maul, Paul!" zugeraunzt hat, dann in Punkt 6 schreibt: "die Kommunikation [ist] jedoch sehr wichtig". Knaller dabei aber die Einleitung des Punktes: "Obwohl Einmischungen der Eltern in Entscheidungen des Trainers nicht erwünscht sind"


    Mit Orthographie und Grammatik steht er ja sowieso schon auf dem Kriegsfuß, aber was seine Kommunikationsfähigkeit anbelangt ist der Typ echt der Hammer.

    Dann hat es leider ein Problem, welches ich nicht löse und andere Eltern auch nicht überzeugen werde, dies zu tun.


    Natürlich löse ich das eigentliche Problem nicht, wenn man glaubt, das tun zu können, dann leidet man vermutlich an Selbstüberschätzung. Ich kann aber versuchen, im Rahmen meiner Möglichkeiten dem Kind das Fußballspielen zu ermöglichen und ihm dadurch eine Freude zu bereiten. Seine Eltern sind da in meiner Betrachtung völlig außen vor. Ich will auch keine anderen Eltern davon überzeugen, es mir gleich zu tun, ich werbe nur für Verständnis für meine Handlungsweise und für die Interessen des Kindes.


    Was den Straßenverkehr anbelangt angeht, so kann immer etwas passieren. man sollte nie denken, dass es einen selbst nicht treffen kann, weil man ja vorsichtig fährt. Mal eine Sekunde nicht aufgepasst und Vorfahrt missachtet... ist vielen schon so gegangen, - nur ist in den meisten Fällen gerade nichts passiert.


    Klar, das ist mir auch schon passiert, wenn auch zum Glück erst sehr selten. Aber wenn man am Leben teilnimmt, dann akzeptiert man halt auch die zugehörigen Risiken. Sich nur bange zu machen macht einen doch auf die Dauer auch nur mürbe.


    Ich gehe jedenfalls für diese bestimmten Eltern kein Risiko ein.


    Musst du auch nicht, aber für mich klingt das halt so, als wärst du dabei auf eine Revanche gegen die blöden Eltern, die dich nur ausnutzen, aus. Was ich gut verstehen kann, aber meine Einstellung zu dem Thema ist halt etwas anders. Was nicht heißt, dass ich damit das Verhalten der fraglichen Eltern in irgendeiner Art in Schutz nehme, ganz und gar nicht.


    Wenn das Andere machen, sollen sie es tun. Ich persönlich bin der Meinung, dass ihr mit dieser Gutmütigkeit oder Gutmenschentum dieses Gebaren gewisser Eltern in der Mehrheit unterstützt. Ist aber nur meine persönliche Meinung. Solange ihr nicht von Anderen verlangt oder es voraussetzt, ist alles in Ordnung.


    Na, dann ist ja offenbar alles in Ordnung. =)

    Ich habe hier eine andere Einstellung. Diese Eltern ändern sich nicht, solange es immer wieder Menschen gibt, die ihr Verhalten unterstützen.


    Naja, 'unterstützen' würde ich jetzt nicht dazu sagen... Und dass "diese Eltern" sich nicht ändern, kann ich nicht bestätigen, man bekommt einige schon dazu, eben das Minimum an Unterstützung zu leisten.


    Und deren Kinder lernen auch, dass man auch so wunderbar durch das Leben kommt.


    Das ist die eine Möglichkeit. Eine andere ist, dass sie erleben, dass sich jemand um sie kümmert, dass jemand an ihnen interessiert ist.


    Nehme ich so ein Kind aus Gutmütigkeit immer mit dem eigenen PKW mit und habe einmal einen Unfall, wo das Kind zu Schaden kommt, hilft mir meine Gutmütigkeit auch nichts. Dann stehe ich allein vor einem Richter und die Eltern sind vielleicht die Ersten, die Schadenersatzansprüche geltend machen.


    Vielleicht. Ich hatte bisher in solchen Fällen aber auch immer meine eigenen Kinder im Auto. Und ich selbst habe auch einen gewissen Selbsterhaltungstrieb, so dass ich so fahre, dass ich nach Möglichkeit Unfälle vermeide. Und selbstverständlich versuche ich auch bewusst, Fahrlässigkeiten zu vermeiden. Wenn ich davor Schiss haben müsste, juristisch belangt zu werden, dann würde ich auch kein Training durchführen, da trage ich ja auch eine Verantwortung..


    Wenn Eltern wollen, dass ihr Kind spielt, müssen sie es auch zum Spiel bringen.


    Und wenn es den Eltern egal ist, dem Kind aber nicht?

    "Mein" Verbandsportlehrer sagte vor knapp zwei Jahren mal, das man gewaltig aufpassen muss bei Dingen die der DFB herausbringt da man dort "Blinde zu Einäugigen" machen wolle...


    Solche Pauschalaussagen treffen selten zu. Keine Organisation is völlig homogen, du wirst sowohl beim DFB als auch im Verband und genauso in den ganzen Kreisen und Vereinen sehr viele unterschiedliche Meinungen hören. Überall haben wir es mit Menschen zu tun, die alle ihre individuellen Erfahrungen und Überzeugungen haben, die ganz unterschiedlich und in ganz verschiedenen Bereichen qualifiziert sind. Außerdem will jeder Mensch und auch jede Ansammlung von Menschen Ansehen und Geltung genießen. Da empfinden viele Leute in Vereinen, Kreisen, Verbänden und beim DFB eine gewisse Konkurrenz. Insofern würde ich pauschalen und nicht konkret und nachvollziehbar begründeten Äußerungen einer Partei über eine andere nur wenig Aufmerksamkeit schenken..


    Es gibt überall Leuchten und es gibt auch überall Nieten. Und wenn man selbst ein bisschen Ahnung hat, dann kann man sie auch als solche erkennen. ;)

    Du hast dir die Eltern von Anfang an erzogen [...]


    Ich hatte das Glück, dass das recht leicht war, aber sicher habe ich dadurch, wie ich kommuniziert und gehandelt habe, auch dazu beigetragen, dass es funktioniert hat. Einfaches Beispiel: vor dem Spiel schnappt man sich drei oder vier Papas und bittet sie darum, die Tore aufs Feld zu tragen und die Feldmarkierungshütchen zu verteilen. Und danach bittet man zwei, drei andere darum, den Krempel wieder einzusammeln. Man sollte als Trainer eher einmal mehr als einmal weniger um Hilfe bitten, einfach indem man direkt kleine Aufgaben verteilt, und zwar reihum. Das ist dann für den einzelnen kein großer Aufwand, aber irgendwo hilft dadurch ja doch jeder mit und fühlt sich dann auch als Teil des Ganzen.


    Ich meine auch direkt die absoluten Härtefälle, die Kinder in die Welt setzen und diese dann Anderen aufbürden. Selbst nie etwas für Andere machen, im Gegenzug aber erwarten, dass man ihre Kinder mit durchzieht, die bis Mittag im Bett bleiben, während Andere um 7.00 Uhr am Treffpunkt sind, um auch noch ihr Kind mitzunehmen.


    Von diesen Härtefällen habe ich glücklicherweise nur sehr wenige erlebt. Tatsächlich kompensiere ich da aber im Sinne der Kinder die Nachlässigkeit der Eltern ganz bewusst ein Stück weit. Ich habe z.B. ein Ersatztrikot dabei und ein paar abgelegte Schienbeinschoner meines Sohnes. Und ich kümmere mich notfalls selbst darum, dass dieses Kind mit zum Spiel kommen kann. Aber natürlich spreche ich auch mit den Eltern und teile ihnen mit, dass sich ihr Kind sicherlich auch freuen würde, wenn sie mal bei einem Spiel zusähen. Und ich lasse da durchaus auch die eine oder andere spitze Bemerkung fallen, zwar humorvoll, aber schon mit ironischem Unterton.


    Ich sehe es halt so, dass die Kinder nichts dafür können, welche Eltern sie haben. Und dann betreibe ich auch einen gewissen Zusatzaufwand, um diesen Kindern den Nachteil ihrer Eltern ein Stück weit zu nehmen. Manchmal kann man auch genug auf die Eltern einwirken, so dass sie das gefordertet Minimum bringen. Leider ist es aber auch oft so, dass die Kinder der völlig desinteressierten Eltern früher oder später aufhören.

    Renel1105, was taktische Fouls anbelangt bin ich ziemlich anderer Meinung. Ich meine, dass es im Kinderfußball praktisch keine Situation gibt, in der ein taktisches Foul angebracht ist. Eine Ausnahme bilden vielleicht LZ- und andere ambitionierte Mannschaft im zweiten E-Jugendjahr, die letztlich ihren Altersgenossen um ein gutes Jahr voraus sind. Diese spielen dann teilweise sicher schon mit einer Mannschaftstaktik, in der es dazu kommen kann, dass ein schneller Gegenstoß (mit einem taktischen Foul) unterbunden werden 'muss'.


    Ich weiß nicht, ich finde, dass die Notwendigkeit des taktischen Fouls ein Zeichen dafür ist, dass davor etwas nicht gut genug geklappt hat. Mit dem taktischen Foul mache ich es mir leicht, die Situation dann auszubügeln, das mindert die Folgen des Fehlers derart, dass dieser als weniger gravierend angenommen wird. Das empfinde ich im Ausbildungsbereich als verkehrt. Es ist nun mal so, dass wenn z.B. ein Sechser nicht genug Abstand zum Gegner hält, ein Pass (z.B. des AV) zu ihm abgefangen und somit ein Konter eingeleitet werden kann, das ist eine hochgefährliche Situation. Wenn ich ihm jetzt zugestehe, den durchgebrochenen Angreifer z.B. durch Festhalten oder Trikotziehen regelwidrig zu stoppen, so wird er das doch als probates Mittel erleben, und sich weniger einsichtig zeigen, wenn ich versuche, ihm zu vermitteln, dass die Ursache des Problems in seinem Verhalten zuvor lag.


    An einem Trainer, den ich recht häufig beobachte, meine ich auch festmachen zu können, wie es sich ein Trainer (zu) leicht machen kann, indem er seine Spielern zur Anwendung taktischer Fouls animiert. So hatte er im 3-5-2 aufgestellt, mit einfach besetzten Flügeln. Beim Gegner spielte aber der AV offensiv mit dem Flügelstürmer/Mittelfeldaußen zusammen, so dass sich der einsame eigene Flügelspieler regelmäßig einer Überzahl gegenüber sah und, obwohl im defensiven 1:1 (gerade am Flügel) einer der stärkeren Spieler des Teams, nur selten in die Zweikämpfe kam und sich daher oft mit dem taktischen Foul behelfen musste. Leider ließ der Schiri das viel zu lange durchgehen. Solange musste der Trainer nicht handeln und seine Taktik anpassen. Und wie hat er reagiert, als der Spieler endlich verwarnt wurde? Er hat ihn ausgewechselt, um keine Zeitstrafe oder rote Karte zu riskieren und einen anderen Spieler auf den Posten beordert... :thumbdown:


    Ansonsten verstehe ich durchaus, in welchem Spannungsfeld du dich befindest. Ich kenne das selbst von der Mannschaft meines Sohnes, da ist das ähnlich, obwohl es gut sein kann, dass ihr Niveau noch etwas niedriger ist als das deines Teams. Bei uns geht es nächstes Jahr evtl. in die Hessenliga (C-Junioren), darunter wird es dann noch zwei Verbandsligen und ca. sechs Gruppenligen geben, darunter dann Kreisligen und -klassen. Ich finde, dass das ein sehr schwieriges Thema ist. Die NLZ-Mannschaften haben, so meine Einschätzung, kein großes Problem damit, sowohl in den höchsten Spielklassen dabei zu sein und dennoch ein altersgerechtes Training durchzuführen. Da ist einfach die individuelle Qualität der Spieler, ihre Eigenmotivation und ihr Selbstbewusstsein so hoch, dass das gut klappt. Bei den Teams aber, die einen nicht ganz so starken Kader haben, führt die sehr anspruchsvolle Spielklasse oft mehr oder weniger zwangsläufig dazu, dass man versucht, irgendwie durch zu kommen, indem man z.B. mehr auf destruktives Spiel und Kampf setzt, oder z.B. auf Positionsidioten. Ich weiß nicht, ob das im Sinne der Spieler ist, und ob sie nicht besser dran wären, wenn sie ein oder zwei Klassen tiefer spielen würden, dort dann aber tatsächlich spielen und nicht nur (oftmals verzweifelt) kämpfen würden.


    Ich meine also, dass man eine Mannschaft in der Spielklasse melden sollte, in der sie voraussichtlich auch bestehen kann. Es muss, so meine Meinung, im Kinder- und Jugendbereich immer um die Spieler gehen, der Ruhm des Vereins sollte dem gegenüber zurück stehen.

    Das mit dem Samaritertum sehe ich etwas anders. Ich würde z.B. nie auf Eltern einwirken oder sie bitten, andere Kinder mit zu Turnieren oder Auswärttsspielen zu nehmen, deren Eltern selbst nie fahren.
    Dies haben diese Eltern selbst zu organisieren und wenn andere Eltern sich berechtigterweise nicht ausnutzen lassen, so finde ich das völlig in Ordnung.


    Nun, bei uns war das nie wirklich ein Problem. Wir haben bereits in der F-Jugend vereinbart, dass wir uns am Spielort treffen, und dass die Eltern untereinander organisieren, wie die Kinder dahin kommen. Das hat stets einwandfrei geklappt. Ich habe auch immer mal Kinder mit genommen, gerade Kinder, die neu in die Mannschaft kamen, haben ja typischerweise mich als ersten angesprochen. Wenn ich selbst mal nicht gefahren bin oder keinen Platz mehr im Auto hatte, habe ich auf Familien verwiesen, die in der Nähe des Kindes wohnten, das noch keine Fahrgelegenheit hatte. Das war nie ein Problem. Wir hatten aber auch nur zwei oder drei Kinder, um die wir uns kümmern mussten, und da war es bei zweien so, dass ihre Eltern zwar nie gefahren sind, sie aber durchaus mit geholfen haben, wenn sie z.B. zum Thekendienst eingeteilt waren. Die eine Familie hatte auch gar kein Auto und als das Kind bei uns anfing, lebte es noch mit seiner Mama im Asylbewerberheim. Es war also bei uns alles recht harmonisch. Aber wir haben dafür auch seit der G-Jugend viel getan, um die Stimmung unter Kindern und Eltern gut zu halten. Dieser Einsatz lohnt sich unbedingt. Und wenn man viel leistet, dann sind die Eltern auch bereit, mehr zu tun.

    Ich hatte bei uns immer den Eindruck, dass es gut war, wenn ich mal alle Spieler und ihre Eltern zu einem Eltern-und-Kind-Turnier eingeladen habe. Dazu habe ich bspw. mal einen Hallentrainingstag genutzt, an dem die anderen Mannschaften Turniere hatten und wir so die Halle für drei Stunden zur Verfügung hatten. Wir haben aber sowas auch mal in der Soccerhalle gemacht, wo dann jeder einen Obulus dazu gibt.


    Und dann ist es halt wichtig, dass man als Trainer auch auf die Eltern zugeht und sich z.B. am Spieltag oder auch nach dem Training immer mal wieder mit ihnen unterhält. Ebenso wichtig ist es, dass man sich als Trainer gleichermaßen um alle Spieler kümmert, denn darauf achten die Eltern natürlich. Wenn sie aber die Gewissheit haben, dass es ihr Kind bei dir als Trainer gut hat, dass es respektiert, gewürdigt und gefördert wird, dann sind sie dir auch wohl gesonnen. Und dann ziehen sie auch am ehesten mit.


    Natürlich gibt es dann immer noch Ausnahmen, die man eben nie zu Gesicht bekommt, die sich nicht interessieren, und die auch nicht dazu bereit sind, mit zu helfen. Um diese sollte man sich nicht zu sehr kümmern und sich über sie keine grauen Haare wachsen lassen, das bringt nur Kummer und führt zu nichts. Da fängt man lieber als guter Samariter ihre Kinder auf und propagiert gegenüber den anderen, mit nachvollziehbarem Unmut reagierenden Eltern, dass man es ähnlich sieht wie sie, aber dass darunter doch bitte die betroffenen Kinder nicht leiden sollten und man sich doch den Spaß an der übrigen tollen Gemeinschaft nicht verderben lassen sollte. Eine Quote von 100% dürfte sehr selten sein, man sollte mit 80% durchaus zufrieden sein, das reicht auch.

    Im Lob für deine Gedanken schließe ich mich gerne Don Quijote an. Und ich bin mal wieder froh, dass wir typischerweise in jedem Jahrgang genügend Spieler für eine eigene Mannschaft haben, gelegentlich sogar zwei melden können bzw. müssen.


    Ich würde auch zu Variante a tendieren, für drei Siebener-Mannschaften sind mir 27 Kinder zu wenig, zumal es in der F auch schnell mit der Begeisterung für das Hobby vorbei sein kann. Ich finde auch, dass man in der F mit den Pflichtterminen noch nicht so einen Stress machen sollte. Und im Gegensatz zu Don Quijote finde ich, dass ein 27er Kader für zwei Siebenermannschaften durchaus geeignet ist. Zwölf Spieler wären ideal, mit 27 habt Ihr demgegenüber aber nur ein respektive zwei Kinder mehr. Wenn ich mir dann noch vor Augen führe, dass von Euren Spielern in der nächsten Saison noch drei Bambini sind und fünf dem jüngeren F-Jahrgang angehören, würde ich die Sache recht entspannt sehen und die Bambini nicht regelmäßig zu den Pflichtspielen mitnehmen, sondern eher ab und an so schnuppermäßig. Ich persönlich halte aber auch nicht so viel davon, mit Bambini einen richtigen Spielbetrieb durchzuführen, und auch für F-Junioren halte ich das 6+1 für die falsche Spielform -- ich würde da funino/Minifußball mit Dreiermannschaften bevorzugen. Aber das nur am Rande.


    Du hast ja auch schon erkannt, dass die Kids, wenn du dreizehn mitnimmst, bis auf den Torhüter nur eine Halbzeit spielen. Das war mir zu wenig. Deshalb bin ich den umgekehrten Weg gegangen: ich habe weniger Spieler zu den Spielen mit genommen bzw. eingeladen, als ich durfte, typischerweise neun oder zehn. Dadurch hat jeder Spieler am Spieltag genug Spielzeit bekommen, und diejenigen, die ich nicht aufgestellt habe, konnten an dem Samstag machen, was sie wollten -- wenn sie zum Zugucken kamen, hat mich das natürlich gefreut, da nahm ich sie selbstverständlich dann mit auf die Bank und so. Aber ihre Familie konnte den fußballfreien Tag auch für anderes nutzen, falls der Wunsch bestand.

    Kutshek: Im Kinder- und eigentlich auch noch im Jugendfußball ist der Weg das Ziel. Meiner Meinung nach trainiert man die Kinder weniger für die Wettspiele als dass man sie trainiert und dabei auch Wettspiele bestreitet. Wie gut ein Trainer ist hat nur sehr bedingt mit dem "Erfolg" seiner Mannschaft zu tun. Gerade im Kinderalter bringt man die Saat aus, geerntet wird erst viel, viel später. Insofern erübrigt sich die Frage nach einer Saisonvorbereitung im Kinderfußball.

    Ich würde auch eher die Spielzeit verlängern. Dazu müsstest du dich aber vorher mit dem anderen Trainer in Verbindung setzen und das absprechen -- am besten wäre es dabei dann natürlich, wenn er es dir gleichtut und auch mit einem großen Kader kommt. Außerdem muss wohl der Schiri mitmachen, bei uns kommt ab der D-Jugend auch zu Freundschaftsspielen, die ja angemeldet werden müssen, ein Schiedsrichter -- wobei es da wohl möglich ist, einen eigenen (allerdings offiziellen) Schiedsrichter zum Einsatz kommen zu lassen, mit dem die entsprfechende Absprache vermutlich einfacher und erfolgversprechender ist.


    Nach dem Spiel würde ich nichts mehr machen, dafür dürfte der Spannungsabfall zu groß sein. Und auch ein Beschäftigungsprogramm neben dem Spiel hätte mir zu viel eben von diesem Charakter. Dann lieber häufiger wechseln.

    Willkommen zurück, Andre. =) Und ich muss dich hier mal vor TW-Trainers Kritik in Schutz nehmen: deinen letzten Beitrag fand ich in Ordnung, den einzigen Verbesserungsvorschlag, den ich hätte, wäre der, den süffisanten Hinweis am Beginn weg zu lassen, denn er trägt nicht zum Thema bei und wirkt ein wenig verunglimpfend. Ansonsten bleibst du angenehm sachlich, finde ich gut! Und gleicher Meinung sind wir hier sowieso.

    Auf Wunsch der Kinder (vielleicht auch etwas getrieben durch die Eltern) bieten wir einmal in der Woche ein zusätzliches Training an, welches auf die nächste Saison gerichtet ist.


    Gegen ein freiwilliges drittes Training habe ich überhaupt nichts. Die Ausrichtung auf die nächste Saison halte ich aber für fragwürdig, würde ich nicht machen. Ich denke, es müsste noch genügend der Altersklasse entsprechende Inhalte geben, zu denen man in den anderen beiden Trainings nicht kommt.

    Geht es um eine E-Jugend? Und, wenn ja, welches Jahr, erstes oder zweites? Um welche Spielform geht es dir, ist es das übliche 6+1? Was ist da bei dir ein Stürmer und was das Mittelfeld?


    [...] es geht dabei nur um Grundlagen, dass die Kinder erklärt bekommen,was der Stürmer so machen kann, wenn der Gegner den Ball hat, und wie aus dem mittelfeld unterstützung kommen kann.


    Ich habe noch nicht verstanden, welche Situation(en) du genau meinst. Gut, der Gegner hat den Ball, aber welcher Spieler und wo? Betreibt der Gegner Spielaufbau, kann deine Mannschaft also geordnet stehen, oder denkst du an die Situation nach Ballverlust?


    Tatsächlich würde ich eher den Ansatz verfolgen, dass sie überhaupt gemeinsam verteidigen sollen, unabhängig davon, wo sich auf dem Platz der Ball befindet. Viele E-Junioren sind mit taktischen Themen überfordert, du solltest in deiner didaktischen Methodik berücksichtigen, auf welchem Stand sie sich befinden. Startpunkt wäre für mich, dass sie bei gegnerischem Ballbesitz zunächst einmal alle hinter den Ball kommen sollen. Das führt dann schon ziemlich automatisch dazu, dass der Raum für den Gegner sehr eng wird. Sie können auch verstehen, dass der Gegner natürlich zu ihrem Tor will und sie, da sie das ja verhindern wollen, sich zwischen beiden befinden müssen. Dann besteht ja immer auch die Möglichkeit, dass der Angreifer das 1:1 für sich entscheidet, also sollte immer noch ein weiterer Spieler dann eingreifen können. Das heißt für mich als Spieler, dass ich, wenn sich nur noch ein Verteidiger zwischen dem ballführenden Angreifer und dem Tor befindet, dazu eilen muss, wenn ich der nächstgelegene Verteidiger bin, um den Angreifer noch aufhalten zu können, falls mein Kollege überspielt wird. Das reicht meiner Meinung nach erst einmal. Denn dann ist erst einmal das individuelle Abwehrverhalten dran. Gerade Spieler, die nur als Stürmer eingesetzt wurden, weisen da im späteren Jugendalter noch große Schwächen auf, und da tut das dann richtig weh...