Beiträge von tobn

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    Vollkommen richtig, fak. Das Neid- und Missgunstargument ist oftmals eben nicht wirklich eines, es demonstriert nicht selten, dass derjenige, der es vorbringt, sich dahinter versteckt oder unwillens ist, die Kritik argumentativ zu entkräften. Und was diese Talentschmiede anbelangt, so meine ich auch, dass es durchaus sein kann, dass da vieles gut läuft. Aber Papier ist bekanntermaßen geduldig und die wenigsten Autoren Fachleute für Kinder- und Jugendfußball, so dass man auf ihre Berichte nicht sonderlich viel geben kann. Sie sind sicher selten falsch, aber die Autoren haben einfach weder die Qualifikation noch die Zeit, um wirklich fundierte und belastbare Artikel zu schreiben.


    Man muss auch sehen, welche Interessen die Organisationen haben, über die berichtet wird. Für sie ist es doch Publicity, und natürlich wollen sie da in einem möglichst guten Licht erscheinen, Das ist auch vollkommen verständlich. Wer aber, wie einige Leute hier, nicht ganz neu in der Welt des Kinder- und Jugendfußballs ist, der weiß, dass wo viel Licht ist, es auch viel Schatten gibt oder zumindest geben kann, und dass einige, eben gerade nicht kind- und altersgerechte Tendenzen unheimlich verbreitet sind. Deshalb reagieren wir auf solche nicht sonderlich ausführlichen Jubelberichte eher zurückhaltend, teilweise skeptisch, und suchen bisweilen das Haar in der Suppe oder den Hinweis darauf. Vieles klingt eben auf dem Papier oder auf dem Bildschirm eben zu schön, um wahr zu sein.

    Ich empfinde es als Selbstverständlichkeit, dass die Kosten der Trainer von der Allgemeinheit getragen werden, zumindest solange es um Aktivitäten geht, die sich in einem vernünftigen Rahmen bewegen und denen die Allgemeinheit zugestimmt hat. Wie dann die Aufteilung zwischen Verein, Mannschaftskasse und anlassbezogenen Beitrag der Spieler bzw. ihrer Eltern aussieht, hängt von den Gegebenheiten ab.


    Ich könnte mir vorstellen, dass der Verein für jede Jugend ab einer bestimmten Altersklasse ein Trainingslager pro Saison vorsieht und dafür einen über alle Mannschaften gleichen Zuschuss gibt, dessen Höhe zwar in direktem Zusammenhang mit der Liquidität des Vereins steht, der aber schon längerfristig bekannt und nicht allzu großen Schwankungen unterworfen sein sollte. Es ist typischerweise nicht damit zu rechnen, dass dieser Zuschuss die Kosten des Trainingslagers abzudecken vermag. Den Rest muss dann die Mannschaft aufbringen. Ich könnte mir vorstellen, dass man einen Teil aus der Mannschaftskasse nimmt, es aber auch einen nicht unerheblichen Individualbeitrag der Teilnehmer geben wird. Nicht am Trainingslager teilnehmende Spieler müssten diesen Individualbeitrag nicht leisten, würden aber nicht in den Genuss ihres nominellen Anteils des Zuschusses und der Entnahme aus der Mannschaftskasse kommen.

    Ich sehe es wie Bozo. Sicher wird es zu Beginn ein paar Unterbrechungen zu viel durch einige überempfindliche Spieler geben. Aber die Ursache davon ist doch, dass die Kinder die Situation eben noch nicht richtig entscheiden können. Da ist es meiner Meinung nach zielführender, wenn im Zweifel unterbrochen wird und die Trainer gemeinsam mit den Kindern die Situation klären können. Denn so lernen die Kinder nach und nach, was in Ordnung ist und was nicht, was tatsächlich ein Foul war und was einfach nur subjektiv empfundene Ungerechtigkeit, die der objektiven Prüfung nicht standhält. Kinder lernen schnell, vor allem anhand eigener Erfahrungen, so dass ich mir zeimlich sicher bin, dass sich das ganz schnell regelt und die Kinder dann sehr gut und ohne viele Diskussionen selbstständig werden spielen können.


    Ich meine, wir machen es als Trainer in den Spielen im Training doch auch nicht anders: wenn es einen Disput gibt oder wenn wir eine eindeutige Regelübertretung sehen, so greifen wir ein und erklären den Kindern, was richtig ist. Um nichts anderes geht es hier doch auch. Wobei die Trainer nur dann von sich aus unterbrechen sollten, wenn eine grobe Regelverletzung vorliegt -- oder z.B. auch, wenn ein Spieler verletzt ist und die anderen Kids das im Eifer des Gefechts nicht mit bekommen (wollen).

    Wenn ich nicht auf sie zählen kann und andere Termine regelmäßig den Spielterminen der Mannschaft vorgezogen werden, nenne ich das für mich unzuverlässig. Verantwortlich sind in diesem Alter natürlich die Eltern.


    Das verstehe ich schon, aber wie du sagst, es sind hier vorrangig die Eltern, um die es geht. Und es ist die Frage, wie da das gemeinsame Verständnis innerhalb der Gesamtmannschaft aussieht. Viele Eltern, die mit ihren Kindern neu in den Vereinssport kommen, sind sich des verpflichtenden Charakters von vornherein erst einmal nicht so bewusst...


    Natürlich klar würde ich ganz normal mit den Eltern darüber sprechen. Auch wenn sich das anfangs nicht so liest :D. Wie ich meine Eltern kenne sollte das kein Problem sein da auf einen Nenner zu kommen.


    Super. Das ist auch meine Erfahrung: man muss einfach miteinander reden, dann klären sich viele Probleme leichter, als man es manchmal meint.


    Aber deswegen bin ich ja hier um mal andere Sichtweisen kennen zu lernen, höchstwahrscheinlich kann ich nicht davon ausgehen das ich der Pefekte Trainer bin und alles immer richtig machen ;-).


    Willkommen im Klub. =)

    Jungs, beachtet bitte die Altersklasse. In der F-Jugend ist es durchaus nicht unüblich, dass da auch mal kurzfristige Interessenwechsel eintreten. F-Junioren, also die Kinder, dann gleich als unzuverlässig zu bezeichnen, geht mir ein bisschen weit. Da ist ein 12er-Kader evtl. halt auch etwas klein, wenn das gemeinsame Verständnis nicht in entsprechendem Maß vorhanden ist. Sowohl damals bei den 2001ern als auch bei den aktuellen 2006ern kommt es immer wieder mal vor, dass ein Kind ein paar mal kommt und dann eben nicht mehr. Einfach so, da war die Begeisterung dann offenbar doch nicht groß genug oder es war den Eltern zu mühsam oder was weiß ich. In der F ist die Situation jedenfalls noch deutlich anders als z.B. in der C.


    sk-blue, ich sehe gerade deine letzte Antwort (#37). Stelle dich ruhig mal darauf ein, dass dir künftig noch so einige Dinge passieren werden, mit denen du nicht rechnest. Man minimiert die Zahl der Überraschungen am effektivsten, indem man deutlich und ausführlich genug kommuniziert, aber gerade damit tun sich viele Trainer schwer. Um sich dann zu wundern, wenn scheinbar alle anderen Leute andere Vorstellungen haben und sie jedem hinterher rennen müssen usw. Ich sage jetzt nicht, dass das bei Euch so ist, das kann ich überhaut nicht beurteilen. Aber ich habe das schon oft genug, also zu oft so erlebt. Daher mein Rat: lieber ein Wort zu viel als eines zu wenig.


    Und bei Eurem Kader ist halt auch klar, dass alle mit ziehen müssen, wenn es etwas werden soll. Ihr könnt das Ausscheren von maximal zwei Spielern verkraften, das muss allen klar sein. Und wenn dann mehr ausscheren, dann ist das Projekt für alle so ziemlich gestorben, dann gibt es ggf. nur noch Training und keinen Spielbetrieb mehr. Erkläre den Eltern ruhig auch, dass es eine Strafe kostet und wie hoch sie ist, wenn Ihr die Mannschaft zurück ziehen müsst. Dass du nichts dafür kannst und auch nicht der Verein, sondern dass das vom Verband her so geregelt ist. Dass Ihr die Mannschaft gemeldet habt, damit ihre Kinder spielen können, und dass sie dann auch dafür verantwortlich sind, dass das dann auch klappt. Man kann das ganze auch freundlich rüber bringen, wichtig ist aber auf jeden Fall, dass die Verbindlichkeit deutlich wird.

    Aber wenn bei den Kids ein Termin durch eine neu hinzugekommene Sportart mit dem bestehenden Trainingszeiten kollidiert, kann man das doch frühzeitig mit dem Fußballtrainer bereden, und ihn nicht kurzfristig vor vollendete Tatsachen stellen. Das meine ich mit Anstand (= richtiges Verhalten).


    Da bin ich ganz deiner Meinung. Die Trainingszeiten der anderen Sportart lassen sich zwar vermutlich beim Neueinstieg nur kurzfristig mitteilen, da sie ja schon zu dem Zeitpunkt, zu dem der Spieler die Sportart ausprobieren möchte, fest stehen. Aber Termine für Wettkämpfe dürften durchaus bereits einige Wochen im voraus bekannt sein. Wie wir aber alle wissen, gibt es genügend Trainer, die es nicht schaffen Termine frühzeitig anzukündigen. Da kann es geboten sein, die Eltern der betreffenden Kinder dazu zu bewegen, öfters mal bei dem anderen Trainer nachzufragen. Am besten teilt man ihnen alle eigenen Termine bereits mit, dann können sie damit dem anderen Trainer demonstrieren, wie man es machen kann.

    Ergänzung: Anders sehe ich die Sache übrigens, wenn die konkurrierende Veranstaltung aus Einzelunterricht, also z.B. für ein Musikinstrument oder Nachhilfe besteht. Diese Termine lassen sich typischerweise auch umlegen, da würde ich darauf pochen, dass der einzelne Betroffene sich darum ernsthaft bemüht. Und zwar im eigenen Interesse, denn schließlich ist er es, der sonst weniger Ballkontakte hat und entsprechend weniger Fortschritte als seine Kameraden macht.


    Kritisch stehe ich mittlerweile auch etwaigen zeitgleich zum Training stattfindenden Besuchen bei privaten Fußballschulen oder sog. Fördertrainings gegenüber -- damit meine ich aber nicht das Training von DFB-Stützpunkten oder Kreisauswahlen. Wenn da einzelne Eltern oder Spieler meinen, das Training in der privaten Fußballschule oder beim (kommerziellen) Fördertraining sei besser als das Vereinstraining, so schlummert da ein Problem. Über kurz oder lang sind diese Spieler weg, da sie offenbar der Meinung sind, ihre Ambitionen nicht im Verein verwirklichen zu können. Mir ist das zu egoistisch, sie klinken sich ja mutwillig aus dem Team aus. Ich würde sie also zwar nicht rauswerfen, ihnen aber evtl. weniger Spieleinsätze geben. Das Argument, dass sie sich ja dennoch mit Fußball beschäftigen, würde ich nur eingeschränkt gelten lassen -- ich würde sie ja weiterhin zu Spielen einteilen, aber halt z.B. im Vergleich mit ihren Kollegen nur zu zwei Dritteln bis drei Vierteln.


    dein Gefühl sagt dir, dass da irgendwas nicht in Ordnung ist. Und es hat recht.


    Ich weiß nicht, mir ist das ein bisschen zu egozentrisch. Die anderen Trainer müssen sich doch genauso um Platzzeiten bemühen und mit anderen Parteien arrangieren wie wir. Dann üben sie ihre Tätigkeit ebenso ehrenamtlich aus und müssen ihre Arbeitszeiten und ggf. vorhandene andere Verpflichtungen berücksichtigen. Dazu kommt noch bei Sportarten wie Leichtathletik oder Turnen, dass die Trainingsgruppen typischerweise mehrere Jahrgänge umfassen, da es pro Jahrgang dann doch deutlich weniger Teilnehmer als z.B. beim Fußball gibt. Wenn man dann also den Termin wegen des einen Jahrgangs umlegen würde, kann es gut sein, dass sich das Problem einfach nur verschiebt, weil dann ein anderer betroffen ist.


    Was die Wettkämpfe anbelangt, so war es zumindest bei uns -- denn unsere beiden Kinder haben auch ein Jahr lang Leichtathletik im Verein gemacht, was wohl auch so zur F-Jugend gewesen sein dürfte -- so, dass es im Vergleich zum Fußball nur viel weniger Wettkämpfe gab, nämlich ein bis drei pro Halbsaison. Daher kam es dadurch auch nur entsprechend selten zu Konflikten. Bei unserer Kaderstärke ließ sich sowas damals problemlos kompensieren, bei dir, sk-blue, sieht das etwas anders aus. Da würde ich aber einfach den anderen Trainer fragen, ob wir das Spiel nicht verlegen können. Wenn beide Parteien einverstanden sind, ist das bei uns, wenn man es rechtzeitig, also (leider) durchaus einige Wochen im voraus meldet, kein Problem. Das ist wesentlich einfacher als die Leichtathletikveranstaltung oder das Turnfest verlegen zu wollen, zu denen ja zig Vereine kommen (und nicht nur zwei).


    Es ist übrigens völlig normal, dass Kinder in der F-Jugend verschiedene Sportarten ausprobieren, wir sollten uns als Fußballer da nicht zu wichtig nehmen, und uns schon gar nicht irgendwelchen Allüren über den großartigen sportlichen Erfolg unserer Mannschaft hingeben. Fußball macht von sich aus schon recht viel Spaß, und wenn wir es auch noch schaffen, ein Training anzubieten, zu dem die Kinder mit Freude kommen, dann sollte man langfristig auch keine Probleme haben.

    Man kann versuchen, den Pott auf Kurs zu halten, indem man versucht, den neuen JL zu überzeugen, was wahrscheinlich eher möglich ist, wenn man Mitstreiter hat, welche die eigene Meinung teilen. Schafft man das aber nicht, dann kehrt man diesem Verein halt den Rücken. Man kann seinen Spielern und ihren Eltern ja erklären, warum man das tut, sie können dann für sich entscheiden, ob sie schauen, was auf sie zukommt, oder ob sie auch das Weite suchen.

    Ich verstehe nicht wieso man sagt.
    Wenn ein Trainer seine Spieler zum Trikotzupfen animiert, ist der auch so unfair und spielt weiter wenn ein Gegenspieler verletzt am Boden liegt, oder nimmt sich den Einwurf obwohl sein Spieler als letzter am Ball war.
    Das ist doch eine Pauschalaussage die nicht stimmt.


    Mag sein, dass sie für dich nicht zutrifft, siebener hat aber offenbar schon genug Trainer dieser Sorte erlebt.. Du fühlst dich jetzt also zu Unrecht verurteilt, denn eigentlich findest du den Trikotzupfer gut. Weißt aber, dass er eigentlich unfair ist, findest ihn halt nicht so schlimm, machen ja alle, tut keinem weh, irritiert den Gegner nur ein ganz kleines bisschen, usw. Das klingt für mich leider alles aber nach Herausgerede und Entschuldigungen. Wenn ich mich an der Kasse vordrängele, dann tut das auch keinem weh. Trotzdem ist es doof. Und eben nicht "clever".

    Vor dem Geheule hätte ich keine Angst, denn das sollte man klar kommunizieren können: die älteren Spieler rücken auf, vielleicht muss man noch ein paar wenige der jüngeren mit nehmen, damit man eine Mannschaft zusammen bekommt, alles kein Problem. Wichtig ist dabei, dass die jüngeren Spieler weiterhin gut betreut werden und sich nicht im Stich gelassen fühlen. Sie sind dann ja sowieso ein Jahr später dran, da passt es dann ja auch vom Alter her. In dem Alter hätte ich auch noch keine Bedenken darüber, dass sie sich an eine Gruppe gewöhnen könnten oder so, das Gruppengefühl ist da noch nicht so stark ausgeprägt, zumindest nicht unter den Kindern. Ich würde aber auch, wie gesagt, im Training immer wieder andere Gruppen bilden, so dass es eigentlich deine Gruppe als solches gar nicht gibt.


    Zu funino: ich finde, dass die Mannschaftsgrößen dem Alter der Kinder entsprechen sollten. Heißt also, dass Bambini-Mannschaften nicht größer sein dürfen als die der F-Junioren. Überhaupt nichts halte ich vom 6+1 bei Bambini, auch bei F-Junioren finde ich das noch unpassend. Insofern ist funino für Bambini eine wunderbare Spielform. Was man mit Bambini halt noch nicht macht sind die ganzen taktischen Inhalte des funino. Und ja, es ist nichts anderes als Minifußball auf vier Tore in Dreiermannschaften. Wobei es ein paar Elemente gibt, die ich besonders wertvoll finde:

    • Man dribbelt ein und führt nicht etwa einen Einwurf oder ein Einrollen aus
    • Man spielt mit einem Auswechselspieler und es wird bei jedem Tor in einer Rotation gewechselt, d.h. zu Spielbeginn sind Spieler 1, 2 und 3 auf dem Platz, Spieler 4 ist draußen. Fällt ein Tor, so geht bei beiden Mannschaften Spieler 1 vom Platz, Spieler 4 kommt rein. Beim nächsten Tor geht Spieler 2 raus und Spieler 1 kommt wieder rein, usw.


    Was die Neulinge anbelangt, so sind sie natürlich am Anfang hinten dran, aber es ist auch recht schwierig, zeitgleich eine Trainingsgruppe 2 zu bedienen, die ganz andere Dinge macht als der Rest. Da diese Dinge aufgrund dessen, dass sie so elementar sind, auch noch oft langweiliger sind als das, was die anderen machen, fehlt es da dann auch schnell an Motivation. Und die Spieler in dieser Gruppe kennen ja auch die anderen, sie sind ihre Freunde, sie sind doch gekommen, um mit ihnen Fußball zu spielen und nicht neben ihnen. Daher würde ich schon eher versuchen, sie recht bald in die Gruppe zu integrieren.

    Gute Übung, siebener! =)


    Du hast mich ausgetrickst :D


    Ätsch-Bätsch! ;) Bin ja auch was älter als du ("was" älter -- das sagt man doch bei Euch so, oder?), dat lernsde auch noch.


    Aber mal im Ernst: Da war gar kein Trick beabsichtigt, das Loch hast du dir selbst gebuddelt, ich musste dich nur ganz leicht anschubsen. :P


    Vielleicht hätte ich die nicht gesehene Abseitssituation als Beispiel nehmen sollen. Du sagst deinen Angreifern ja nicht hört auf zu spielen wenn der Gegner euch Abseits gestellt hatte und der Schiri das nicht gesehen hat.


    Hmm, "good call", lass mich mal überlegen. Also, wenn mein Angreifer sich auch für ihn selbst eindeutig erkennbar deutlich im Abseits stand, dann finde ich doch, dass er den Angriff von sich aus abbrechen soll. Ich weiß aber auch, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine sein dürfte. Ich empfinde das aber letztlich genauso wie andere Situationen, in der der Schiri falsch entscheidet, aber der Spieler, der eigentlich einen deutlichen Vorteil daraus zieht, ihn korrigiert. Wie damals z.B. Klose. Ich denke aber, dass die Situation mit dem Abseits für den Spieler um einiges kniffliger ist, da er sich vermutlich selten bewusst weit im Abseits aufhalten wird und auch nicht sieht, ob nicht vielleicht ein Abwehrspieler in seinem Rücken das Abseits aufgehoben hat. Bei knappem Abseits, und das ist es ja in der Regel, sehe ich also keine gezielte Regelverletzung des Angreifers.


    Ich meine der Gegner macht das selbe ja auch (ganz doofes Argument ich weiß wollte ich eigentlich nicht bringen).


    Da stimme ich dir zu. Wenn ich Mahatma Gandhi zitieren darf: "Auge um Auge -- und die ganze Welt wird blind sein." Die Angelsachsen sagen da ganz gerne: "Two wrongs don't make a right."


    Wie gesagt es ist keine nette Geste sowas zu tolerieren aber es gehört in meinen Augen einfach dazu.


    Es ist Teil des heutigen Fußballs, keine Frage. Aber, wie ich meine, halt kein sonderlich rühmlicher Aspekt.

    Ganz genau, merkstewas? ;)


    EDIT: Übrigens: mein Sohn spielt mit seiner Mannschaft aktuell als rein junger Jahrgang in der C-Junioren-Kreisliga, das ist bei uns die höchste Liga auf Kreisebene. Da kommt es durchaus häufig vor, dass die gegnerische Mannschaft ausschließlich aus dem Altjahrgang besteht und dann halt auch zu solchen Paarungen wie von mir beschrieben. In der C sind die Unterschiede ja sowieso schon enorm, da kann es schon mal passieren, dass ein noch ziemlich kindlicher Spieler auf einen trifft, der ohne Probleme an der Tanke Kippen und Alkohol bekäme.

    Ich würde versuchen, einen gemeinsamen Trainingstermin zu bilden, in dem ihr dann die Gruppen so einteilen könnt, wie es passt. Bei Dingen, wo das Zusammenspiel nicht so gefragt ist und wo es nicht so sehr um die technischen Fähigkeiten geht, könnt Ihr leistungsheterogene Gruppen bilden, wenn es in die Spielform oder die anspruchsvollere Übungsform geht, dürfte es sinnvoller sein, Gruppen nach Leistungsstand einzuteilen und ggf. die Spielformen und Übungen auch dem Leistungsstand anzupassen. Ich mache z.B. die funino-Tore des Spielfelds mit den schwächeren Spielern gerne mal einen Meter breiter als bei den stärkeren.

    Ich kann dir keine vergleichbare Aktion nennen die wirklich vergleichbar ist, vielleicht den Ball versteckt mit der Hand mitnehmen aber der Vergleich hinkt dann sehr.


    Ich bin geneigt zu sagen: "Siehste!" :P Deinen Vorschlag empfinde ich allerdings gar nicht mal so sehr als hinkend, ich finde ihn sogar ziemlich gut. Wieso hinkt er denn deiner Meinung nach?

    Gute Einwände, Karl, sie zeigen, dass die Person des Trainers entscheidend ist. So meine ich, dass man diesen Satz nur dann anbringen sollte, wenn es die Situation her gibt. Wenn das Kind nach dem erfolgreichen 1:1 den Kopf hebt, keine Anspielstation sieht, und deshalb weiter dribbelt, dann kommt der Spruch natürlich nicht. Sondern dann, wenn die Situation passt. Ich denke schon, dass die Kinder dadurch mit der Zeit auch lernen, solche Situationen selbstständig zu erkennen.


    Ich gehe bisher übrigens nicht so vor, ich halte eher mal Situationen an und bespreche sie mit den Kids. Da meine aktuelle Mannschaft aber noch eine F ist, mache ich auch das nur selten. Ohnehin will ich ja mehr die Horst-Wein-Methodik verfolgen und eher weniger von mir aus instruieren. Wenn es aber z.B. zu einem Disput oder einer Diskussion unter den Spielern kommt, schalte ich mich durchaus ein, um die Situation zu klären wie auch sie zu erklären. Letztes mal haben wir bspw. das 2:1+1 gespielt, in dem es ja gerade um die Frage geht, wie sich zwei Angreifer in der einfachsten Überzahlsituation geschickt bewegen, welches Mittel sie nutzen können, um ihren Vorteil bestmöglich auszuspielen, dann aber auch, wann der Pass kommen soll und wann nicht.


    Aber als generelle Empfehlung, sich nach einem erfolgten 1:1 erst zu orientieren, ist, denke ich, nur dann verkehrt, wenn man weiterhin unter hohem Gegnerdruck steht.

    Natürlich gibt es Zeitstrafen bei uns, als Ersatz für die Gelb Rote Karte. Diese wird auch hin und wieder genutzt aber eigentlich seltener gegen uns. Wir sind (man mag es kaum glauben nach meinen Aussagen) eine relativ faire Mannschaft ;)


    Das glaube ich gerne, wie gesagt muss man da aus der Ratte, denn als Mücke empfinde ich das Thema nun wiederum nicht, keinen Elefanten machen. Ich habe aber etwas dagegen, dass man taktische Fouls als legitimes Mittel ansieht.


    Natürlich musst du auf diese Mittel nur zugreifen wenn (ein) Fehler begangen wurde ansonsten gewinnst du auch so den Ball. Ich meine Tore fallen im Prinzip nur weil die Defensive taktisch nicht gut arbeitet.


    Das ist zwar typischerweise so, muss aber, gerade im Jugendfußball -- den Kinderbereich betrachte ich erst gar nicht -- nicht so sein. Es kann auch sein, dass der gegnerische Flügelstürmer einfach dadurch, dass er fast zwei Jahre älter ist als dein Außenverteidiger, diesem einfach davon rennen kann. Da kann der noch so gut das defensive 1:1 beherrschen, wenn er den Antritt des Angreifers nicht mit gehen kann, dann hat er keine Chance. Stellt er sich nämlich tiefer, so macht der den Weg nach innen frei. Lose-Lose-Situation nennt man das. ;)


    Da muss dann der Trainer reagieren und einen anderen Spieler dorthin beordern oder dafür sorgen, dass ein anderer Spieler dem AV hilft. Noch besser wäre es, wenn die Spieler das selbst hin bekommen, es würde mich jedoch wundern, sowas bis zur C-Jugend zu sehen..


    Ich sehe das aber auch nicht so eng, so wie es offensiv Techniken gibt, gibt es auch Defensivtechniken und da gehört das dann auch dazu.


    Der Unterschied ist nur der, dass es ein Regelverstoß ist, Welche vergleichbare Offensivtechnik hast du im Sinn?

    Ich erwarte das die Jungs (U14 Verbandsliga) wenn sie merken sie kommen nicht mehr an den Gegner ran und sich darauf eine gefährliche Situation gegen uns entwickeln könnte das man da handelt. Wie gesagt es soll den Gegner nicht gefährden aber es soll uns die Möglichkeit geben uns wieder zu stellen.



    Und jetzt steinigt mich ;)


    Siehe meinen letzten Beitrag, also #80 in diesem Thread. Es geht mir nicht darum, was du meinst. Du findest es OK, sogar geboten, einen Regelbruch zu begehen, um sich einen Vorteil zu verschaffen -- oder dem Gegner einen Nachteil, das spielt keine Rolle, da des einen Vorteil stets des Anderen Nachteil darstellt. Ich sage: bewusste Regelverletzungen sind falsch. Oder, in der Sprache des Fußballregelwerks: unsportlich, ich finde grob unsportlich. Dass man nicht die Absicht hat, den Gegner zu verletzen, ändert daran nichts. Im Gegenteil, es wäre ja schon ein starkes Stück und ginge in den strafrechtlich relevanten Bereich, wenn die Verletzung des Gegners billigend in Kauf genommen oder gar beabsichtigt würde.


    Nein, ein kleiner Trikotzupfer bringt niemanden um und er ist auch schon ziemlich üblich. Ich finde ihn trotzdem sch***e.

    Ist es nicht vielmehr ein Gewinndenken der Spieler?


    Nein, bitte nicht darauf eingehen...


    Die Jungs wollen gewinnen.


    Ist richtig, sollen sie auch. Die tatsächliche Frage ist doch aber: welche Mittel sind dazu erlaubt und legitim und wie vermittelt das der Trainer. Denn er ist schließlich dazu da, um den Kindern und Jugendlichen das Fußballspiel inklusive Regelwerk und zugehöriger Ethik -- Stichwort: Fair Play -- beizubringen und zu vermitteln.


    Im November letzten Jahres hatte Björn's Mannschaft gegen meine gespielt. 2x hat ein Spieler von mir das taktische Foul gezogen (ich glaube Trikot ziehen war es), was eine mögliche Chance unterbunden hat. Zitat Björn: "oh sehr clever".


    Ich mag taktische Fouls nicht, sie haben für mich etwas unsportliches und hinterhältiges, da man ganz bewusst eine Regelverletzung begeht. Meiner Vorstellung nach halte ich mich beim Spiel an die Regeln und breche sie nicht mutwillig. Dass der Regelbruch die Konsequenz der Verwarnung nach sich zieht ändert nichts daran, dass die Regel gebrochen wurde, und zwar mutwillig. Das kann man als clever bewerten, wenn man davon ausgeht, dass akzeptiert ist. Zwischen Euch und mutmaßlich Euren Mannschaften war das so, dann stört mich das persönlich auch überhaupt nicht. Ich sehe es aber nach wie vor anders. Ich will jetzt auch kein größeres Ding daraus machen als es ist, denn natürlich geht die Welt vom Trikotzupfer und anderen taktischen Fouls nicht unter und die Institutionen, die für das Regelwerk zuständig sind, sind ja offenbar der Meinung, dass es da mit einer Verwarnung getan ist, alles in Ordnung, dem beuge ich mich. Sie ärgern mich trotzdem immer wieder.


    Ich finde es beachtlich, dass 12 Jährige Spieler so eine Situation einschätzen können und mit "verbotenen" Mitteln das Spiel unterbrechen.


    Ich nicht, das ist doch schon bei noch viel kleineren Kindern völlig normal, dass sie sich durchzusetzen versuchen, und zwar mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Erst durch die Erziehung lernen sie doch, was erlaubt ist und was nicht. Insofern finde ich, dass die größte Unterscheidung diejenige ist, dass dein Spieler ganz genau weiß, dass er einen Regelbruch begeht, während das einem Siebenjährigen, der das nach macht, was er auf der PS4 und im Fernsehen sieht, eben nicht unbedingt bewusst ist.


    Ergo, er hat das Foul gezogen, damit eine Torchance verhindert wird. Wären wir wieder beim Gewinndenken der Spieler.


    "gezogen", das empfinde ich übrigens auch in diesem Zusammenhang als eine verharmlosende Formulierung. Er hat ein Foul begangen, und zwar ganz bewusst. Um zu gewinnen, natürlich, das ist völlig OK, aber eben mit unfairen Mitteln, und das finde ich wiederum nicht OK.