Beiträge von tobn

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Der DFB empfiehlt für F-Junioren übrigens Mannschaften mit weniger als sieben Spielern. Das wird zwar nicht in den Leitlinien auf fussball.de deutlich, wohl aber im aktuellen DFB-Buch zum Kinderfußball.[...] aus dem Buch wird deutlich, dass man das 7:7 etwas zähneknirschend mit Rücksicht auf die bestehende Realität toleriert..


    OK, ich bin hier noch etwas schuldig. Auf S. 112 von "Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept 1 -- Bambinis, F- und E-Junioren" steht unter der Überschrift "Wettspiele von F-Junioren":

    Zitat von Schomann, Bode, Vieth: Kinderfußball: Ausbilden mit Konzept 1 -- Bambinis, F- und E-Junioren

    F-Junioren spielen in offiziellen Spielrunden meistens in 7er-Teams. Besser, weil kindgerechter und lernintensiver, sind in dieser Altersstufe aber noch kleinere Team- und Feldgrößen.

    Dies stelle ich mir dann in der Umsetzung, besonders im Vermitteln gegenüber anderen, schwierig vor. Wenn das Spiel auf die Minitore so toll ist, warum dann doch ein paar plötzlich Spielfelder mit normalen Jugendtoren?


    Naja, damit sie halt auch den Torschuss haben. Aber wenn das wirklich zu schwierig wäre, würde ich eher auf die großen Tore verzichten. Allerdings glaube ich andererseits auch nicht, dass 'mein' Modus die Leute überfordern würde, wenn man ihn ihnen denn erklären würde.


    Ich finde aber auch, dass einzelne Entscheidungen, die zunächst und bei einigen Leuten auch dauerhaft unpopulär sind, durchaus dennoch sinnvoll und richtig sein können, und demnach auch durchgesetzt werden sollten. Im KiFu ist ein Beispiel, das nicht auf ungeteilte Gegenliebe stößt, ja die FPL, bei der ich meine, dass wenn Kindertrainer es nicht hinbekommen, mit FPL-Regeln für ein erfreuliches Spiel der Kinder zu sorgen, dann steht es um den Kinderfußball in Deutschland aber ganz schön schlecht. Dann sollten die Kids vielleicht eher Handball spielen. Da wird übrigens in der kompletten F-Jugend das 2x3:3 (zweimal Drei gegen Drei) gespielt, bei dem das Spielfeld an der Mittellinie in zwei Teilfelder aufgeteilt wird, in das jede Mannschaft drei Spieler entsendet, welche die Mittellinie nicht übertreten dürfen. So spielen also in den beiden Hälften jeweils drei Angreifer gegen drei Verteidiger. In der E-Jugend gibt es diese Spielform ebenfalls, sie ist für die Hinrunde verpflichtend, in der Rückrunde wird dann 'offen', also im konventionellen 6+1 gespielt -- dabei wird aber vom Verband die Raumdeckung, insbesondere das aus dem Fernsehen bekannte 6-0, untersagt, da man eine offensive Spielweise und das 1:1 fördern will. Das 2x3:3 ist bei vielen Leuten auch nicht so beliebt, aber ich bin der Meinung, dass es für die Kinder in diesen Altersklassen viel besser ist als das offene Spiel.


    Der DFB empfiehlt für F-Junioren übrigens Mannschaften mit weniger als sieben Spielern. Das wird zwar nicht in den Leitlinien auf fussball.de deutlich, wohl aber im aktuellen DFB-Buch zum Kinderfußball. Es liegt mir gerade nicht vor, daher versuche ich, am Nachmittag den entsprechenden Passus hier nachzureichen. Auch auf fussball.de werden jedoch für diese Altersklasse Spielformen vom 5:5 bis 7:7 empfohlen -- aus dem Buch wird deutlich, dass man das 7:7 etwas zähneknirschend mit Rücksicht auf die bestehende Realität toleriert..


    Witzig fand ich übrigens worauf ich gestoßen bin, als ich die Publikation des Hessischen FV namens "ABC des Fußballspiels -- Ein Lehrwerk für Schule und Verein: 4-8 Jahre" von 2003, das ich mir ziemlich zu Beginn meiner Trainertätigkeit besorgt habe, vor zwei Tagen nach längerer Pause wieder ansah. Da heißt es auf S. 27 im Abschnitt "4.3 Methodik und Organisation -- Reduzierung des Fußballspiels auf seine Spielidee, Reduzierung der Spieleranzahl und des Spielfeldes":

    Zitat

    Ein entscheidender Aspekt, den der Trainer [...] berücksichtigen muss, ist die noch schwach ausgeprägte Kooperationsfähigkeit der kleinen Fußballanfänger. Diesem Problem kann ein Fußballtraining dahingehend begegnen, dass es das Fußballspiel auf seine wesentlichen Elemente, die Spielidee -- Tore schießen und Tore verhindern, angreifen und abwehren -- reduziert und die Anzahl der Spieler ebenso drastisch verringert. Ausgehend vom Spiel 1:1 können die Spielerzahlen nach und nach, in Abhängigkeit von den individuellen Leistungsvoraussetzungen, auf etwa vier Kinder pro Mannschaft gesteigert werden. Dadurch erleichtert man ihnen die Spielübersicht und garantiert einen häufigen Ballkontakt.


    Und in Abschnitt 4.5, "Entwicklungsgemäße Wettkampfformen", steht bereits in dieser Publikation:

    Zitat

    Auch das Spielfeld muss verkleinert werden [...], die Größe der Tore den Kindern angepasst und die Mannschaftsstärke reduziert werden. Das 4:4 sollte sowohl bei den G- als auch bei den F-Junioren gespielt werden. Erst im zweiten F-Junioren-Jahr sollte das 7:7 über das 5:5 vorbereitet und in Freundschaftsspielen erprobt werden. Bei einer größeren Anzahl von Mit- und Gegenspielern können die Kleinen das Spiel aufgrund ihrer Wahrnehmungs- und Orientierungsprobleme gar nicht mehr überschauen. Auch sind die Entfernungen, die sie auf einem großen Spielfeld überwinden müssen, um von dem einen zum anderen Tor zu kommen, viel zu weit. Sie haben also im Spiel kaum Ballkontakte und Torschussmöglichkeiten und müssen daher, ebenso wie der Torwart, der in einem großen Tor fast chancenlos ist, über kurz oder lang die Freude daran verlieren.


    Und dann bedenke man, dass sich die Grundsätze sowohl in den Empfehlungen zum Training wie auch dem Spielbetrieb bei Kindern in den letzten zehn Jahren durchaus noch weiter in dieser Richtung und über den damaligen Standpunkt hinaus weiter entwickelt haben, was man z.B. recht deutlich sieht, wenn man auf fussball.de eine F-Juniorentrainingseinheit aus 2014 mit einer aus den Anfangstagen von Training Online vergleicht -- dabei gab es damals wie heute, das bitte ich zu berücksichtigen, natürlich auch Perlen, aber auch nicht ganz so gelungene Einheiten.


    Ich finde das 3+1:3+1 im Minifußballfeld mit rotierendem Torhüter eine gute Alternative zum 4+1:4+1. Man kann die funino-Regeln weitgehend anwenden und verwendet ein bekanntes Feld mit klaren Zonen. Ich würde weiterhin eindribbeln lassen und ohne Ecke spielen -- das Toraus nach letzter Berührung des Balls durch einen Verteidiger wird im funino behandelt wie ein Seitenaus im Strafraum unter diesem Umstand: das Spiel wird von den Angreifern in drei Metern Entfernung zum Strafraum auf der Seitenauslinie per Eindribbeln fortgesetzt -- ich lasse die Kids i.d.R. und im Sinne von Einfachheit und schneller Spielfortsetzung auf der torfernen Seite der Hütchen, die den Strafraum markieren, eindribbeln.


    Bei der TSG Hoffenheim vereinfachen sie übrigens, soweit ich weiß, das funino-Feld, indem auf die Strafräume verzichtet und stattdessen eine Mittellinie markiert wird. Tore dürfen da ab der Mittellinie erzielt werden. Ich selbst markiere häufig auch eine Mittellinie und erlaube Wechsel nur dort, achte dann, wenn ich es mit stärkeren Mannschaften zu tun habe, auch darauf, dass Einwechselspieler erst aufs Feld laufen, wenn der Auswechselspieler es verlassen hat -- hat eine Mannschaft einen Spieler zu viel auf dem Platz, so gibt das dann ein Gegentor. Da sorgen die Kids dann untereinander schon sehr schnell für eine fabelhafte Wechseldisziplin und die entsprechende Eile dabei. =) Desweiteren nutze ich die Mittellinie gerne, um gemeinsames Angreifen und Verteidigen zu belohnen, indem Tore verdoppelt werden, wenn sich alle Angreifer zum Zeitpunkt der Erzielung in der gegnerischen Hälfte befanden und/oder sich mindestens ein Verteidiger noch in der Hälfte der Angreifer aufhielt -- ein Treffer zählt also einen, zwei oder sogar vier Punkte.


    In einer Trainingseinheit kann ich natürlich verschiedene Variationen einbringen, aber als "Pflichtform" im Spielbetrieb?...Da habe ich so meine Bedenken...


    Ich nicht. Wenn etwas im Training gut funktioniert, dann kann man auch gut den Spielbetrieb so machen. Horst Wein empfiehlt in seinem Buch sowie seinen Videoseminaren übrigens tatsächlich funino als Pflichtspielform.


    Die Regelung ab dem zweiten E-Jugendjahr ist zumindest dann schwierig, wenn gemischte Jahrgänge eine E-Jugend bilden.


    Naja, zu meiner Aufteilung passen die deutschen Altersklassen ja sowieso nicht, ich würde auch die international üblichen U-Einteilungen favorisieren, welche ja stets nur einen Jahrgang umfassen, auch wenn ab U15 häufig zwei Jahrgänge zusammengefasst werden. Da wäre das dann nicht das zweite E-Jugendjahr sondern die U11. In vielen Kreisen ist es in den KiFu-Altersklassen auch heute schon durchaus üblich, im Spielbetrieb nach Jahrgängen und nicht nach Altersklassen zu trennen, also innerhalb einer Altersklasse unterschiedliche Spielklassen für die verschiedenen Jahrgänge vorzusehen. Beim Handball ist es sogar möglich, in der E-Jugend zur Saisonmitte den Spielmodus zu ändern, und das sogar für alle Spieler in zwei aufeinander folgenden Saisons aufs neue, da fällt es mir schwer zu glauben, dass jährliche, graduelle Änderungen, das Fußballvolk wirklich überfordern würden.


    Ich selbst habe im Zuge einer Trainingseinheit im Prinzip auch schon "Minifußball" gespielt, aber wohl nicht mit allen Regeln, sondern dann wohl eher in einer einfachen "Spielform" auf vier Hütchentore. Spielen lassen habe ich es im Grunde genommen in der gleichen Variante. Da ich derzeit keine Mannschaft inne habe, kann ich es auch nicht weiter testen, werde mir aber womöglich mal unsere F-Jugend "leihen" :D


    Urteile dann aber nicht zu schnell, sondern gib dir und den Spielern etwas Zeit, das Spiel kennen zu lernen.


    Wenn in meiner näheren Umgebung mal ein solches Turnier durchgeführt wird, werde ich es mir auf jeden Fall mal anschauen.


    Hmm, viel Erfolg bei der Suche, es würde mich zwar freuen, aber auch wundern, wenn du da schnell fündig würdest.


    Aber genau dieser Torschuss ist es, der den größten Reiz des Fußballspielens ausmacht.


    Ja, aber es gehört ja noch mehr dazu. Und die großen, zentral stehenden Tore sind in vielen Bereichen halt auch hinderlich. Deshalb bin ich persönlich ja auch für eine Sowohl-Als-Auch-Regelung mit Übergewicht im Training bei den Minitoren, was auch eine gewisse Notwendigkeit darstellt, denn ich kann sehr wohl zwölf Minitore aufstellen, sechs Jugendtore hingegen nicht, so viele haben wir gar nicht... Also würde ich z.B. drei funino-Felder aufbauen, eines mit Jugendtoren und zwei mit Minitoren. Und nach einem Drittel der Gesamtspielzeit rotieren die drei Gruppen jeweils ein Feld weiter.


    Wobei ich sagen muss, dass auch das bei uns nun ziemlich schwierig geworden ist, seit wir neue, beschwerte Jugendtore bekommen haben, die sich nicht mehr hochheben, sondern nur noch über am hinteren Verbindungsrohr am Boden angebrachte, starre Räder orthogonal zur Spielrichtung rollen lassen. Der Wendekreis liegt bei ca. drei Kilometern... Wie man die Dinger von den Seitenlinien in die Mitte des Platzes bringen soll, ist mir noch nicht so klar -- evtl. wird dafür noch ein Wagen angeschafft.


    Würde ich den Minifußball als "Pflicht" im KInderbereich spielen lassen, kann ich mir vorstellen, dass dies, bei all den positiven Argumenten, auch ein Stück den Spaß am Fußball nehmen kann. Besonders im E-Jugendalter, wo die Kinder anfangen und ihre Vorbilder wahrnehmen. Wer will da nicht den Ball "in den Winkel schießen"?


    Deshalb würde ich es im Spielbetrieb ja auch so machen, dass man zwei funino-Felder nebeneinander aufbaut, das eine mit Minitoren, das andere mit Jugendtoren. Und dann spielt man Jeder gegen Jeden auf beiden Feldern. Und ich würde ja auch ab dem zweioten E-Jugendjahr zum 6+1 als Standardspielform im Spielbetrieb wechseln.


    Als ich vor einigen Jahren meine erste E-Jugend übernahm, wollte ich im Training (verschiedene Arten) Minifußball spielen lassen. Doch die Kinder fragten immer wieder nach, wann wir ein "richtiges Spiel" machen können...


    Klar, kenne ich. Ab und an streue ich auch ein größeres Spiel bei unserer F1 ein. Aber halt nur ab und an. Sie kommen trotzdem. Ich erkläre ihnen natürlich auch, warum ich es so mache. Und das Beispiel von vor zwei Wochen fand ich schon ziemlich bestätigend.


    Wir spielen übrigens auch immer mal wieder im 4:4 oder 5:5 auf Einzetore, dann aber in letzter Zeit meistens auf breite Stangentore ohne Torhüter, weil die Jugendtore kaputt waren. Neulich habe ich auch zwei Felder gehabt, da war ein Jugendtor mit einem neutralen Torhüter (Jung-Cotrainer, der die Anweisung hatte, so gut (oder schlecht) wie ein englischer Torwart zu halten -- einer der Jungs hat die auf englische übermittelte Anweisung sogar verstanden und schneller begriffen als der Co =) ) auf der einen Grundlinie, zwei Minitore zwei Meter hinter der anderen. Beim Torerfolg blieb die Mannschaft in Ballbesitz und wechselte die Spielrichtung. Auf die Minitore durfte nur von innerhalb des Feldes geschossen werden, es musste also hinein gepasst werden. Im 3:3 lief das super. Leider waren es so viele Spieler, dass ich für ein Feld vier Mannschaften hatte, da habe ich dann bei jeder Spielunterbrechung nach einer Mindestspielzeit von einer Minute (nach einer Kombination aus Gefühl und Uhr) die Mannschaften wechseln lassen. Es hat also Team A gegen Team B gespielt, ging nach 1:30 Minuten der Ball ins aus, so liefen Teams C und D aufs Feld und machten mindestens eine Minute weiter. Wäre A in Ballbesitz gewesen, so bekam C den Ball, und umgekehrt. Einmal dauerte es zu lang, da befahl ich dem Torwart, den Ball fest zu halten und da wurde dann gewechselt.


    Hat Spaß gemacht und es war viel Tempo drin. Außerdem haben sich zumindest die besseren Spieler auch sichtbar darum bemüht, den Ball im Spiel zu halten. ;)



    Inwieweit dies förderlich für die Kinder ist, fällt mir auch schwer zu beurteilen. Schließlich steht das Tor beim Fußball nunmal in der Mitte.


    Richtig, aber gute Fußballer bauen das Spiel mal über die Mitte, mal über außen, oder in einem Wechsel davon, auf. Kinder aber nicht, sie sehen das Tor, Abspielen ist ja sowieso höchstens Option Nr. 67, also wird das Tor anvisiert und ab gehts! Das ist zumindest das, was ich fast ausschließlich sehe. Beim funino ist das übrigens nicht anders, es zieht sie da halt in die Ecken des Spielfelds. Aber, und das ist ein gewichtiges Aber, das funino belohnt es, wenn man nach einer Alternative sucht, und man kann sie auch finden, es gibt sie auch. Das Spiel auf ein Tor ist hingegen viel eindimensionaler und stupider. Wenn ich mir Kinder ansehe, die unbeeinflusst im 6+1 spielen, so findet praktisch nur in der Mitte etwas statt, so bis zu zehn Meter links und rechts der die Tore verbindenden Mittellinie. Weiter raus laufen die Kinder nur dann, wenn ein Querschläger dort hin fliegt, anschließend geht es wieder direkt auf das zentral postierte Tor zu. Das mag dem "richtigen" Fußball entsprechen, es ist aber auch ziemlich dämlich. Aber andere Handlungsweisen sind für die meisten Kinder keine Alternative, weil sie sich für sie nicht auszahlen. Sie wollen schließlich selbst das Tor schießen, wozu sollen sie sich also da irgendwo am Rand des Spielfelds aufhalten, wo sie sowieso nie den Ball bekommen, sie werden dort ja auch gar nicht wahrgenommen. Es ist ja vielmehr so, dass die anderen Kinder sich dafür bedanken würden, weil so in der Mitte, also auf dem Weg zum Tor, mehr Platz da ist.


    Daher meine ich, dass das zentrale Tor zwar Bestandteil des Fußballs ist, es aber vielfach negativ wirkt, gerade wenn man es mit jungen Spielern zu tun hat. Daher verzichte ich gerne in vielen Spielformen darauf. Aber ich beziehe es auch gerne mal ein, z.B. beim Aufwärmen mit Schnelligkeits- oder Koordinationsaufgaben, an die sich ein Torschuss anschließt, mit Punkt für den Treffer und Extrapunkt für den schnelleren Schützen.


    Beim Minifußball greifen die Kinder also nicht nur "über Außen" an, sondern verteidigen auch nur die "Außen".


    Nein, das kann ich so nicht bestätigen, denn der Angriff wird typischerweise zunächst über die Mitte eingeleitet. Bei den F-Junioren wird ja typischerweise noch sehr ballorientiert verteidigt, d.h. der Normalfall ist da, dass mehrere Verteidiger gleichzeitig den Ballführenden angreifen. Später könnte sich eine Manndeckung entwickeln, oder auch das Phänomen, dass jeweils ein Verteidiger ein Tor bewacht, während der dritte wie ein Libero fungiert. Bis sie so weit sind, sind die Spieler aber schon in der D-Jugend, und wenn man das nicht mag, kann man die Tore entweder ein Stück hinter das Spielfeld stellen, so dass sie nicht mehr zugestellt werden können, oder man verbietet die Anwesenheit von mehr als einem Verteidiger mehr im Strafraum als sich dort Angreifer befinden.


    PS: Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich bin keinesfalls ein Gegner des Minifußballs, aber ich hätte meine "Bedenken" gerne durch weitere Argumente widerlegt bekommen :)


    Gerne, stets zu Diensten. Hast du das Spiel eigentlich selbst schon mal gespielt oder spielen lassen?

    Ich sehe es ähnlich wie die meisten hier und würde es mir gut überlegen und ein Modell der Eigenregie damit vergleichen. Schließlich ist der Vermittler ja ein Zwischenhändler und muss auch von irgendwas leben, also entweder von einer einmaligen Provision/Gebühr oder einer Differenz in Leasing-Rate oder Werbungskosten, bei der er z.B. pro Quadratmeter Werbefläche den Betrag X in die Leasing-Rate einfließen lässt, ihn aber X+Y verkauft.


    Seitdem ich die Trainerlizenz erworben habe, flattert mir ca. einmal im Jahr ein Angebot zum Fahrzeug-Leasing eines Partnerunternehmens unseres Landesverbandes ins Haus. Die würde ich mal kontaktieren und um ein Angebot bitten. Da kannst du dann ja sehen, welchen monatlichen Betrag der Verein aufbringen müsste. Vergesst übrigens die evtl. anfallende EInmalzahlung zu Vetragsbeginn nicht, und rechne noch etwas drauf, um eventuelle Schäden bei Rückgabe bezahlen zu können.


    Und bei uns im Ort ist es so, dass die örtlichen Autohäuser eigentlich alle einen oder mehrere der Vereine finanziell unterstützen. Da würde ich bei denen auch mal anfragen, ob sie dem Verein nicht ein Supersonderangebot beim Fahrzeug-Leasing machen könnten.

    Die Vorteile des Minifußballs sind mir sehr wohl bekannt, aber ich habe immer Bedenken, dass ich dadurch die KIds zu weit vom eigentlichen Fußballspiel, das sie aus dem Fernseher kennen, entferne.


    Nun ist es ja so, dass ja praktisch nie im Training 11:11 gespielt wird, was aber das ist, was man im Fernsehen sieht. Und selbst im Spielbetrieb gibt es das 11:11 erst ab der C-Jugend -- meiner Meinung nach ist auch das zwar noch zu früh, aber darum geht es hier nicht.


    Lasse uns also mal schauen, worin die Unterschiede zwischen Minifußball (funino) und dem 'richtigen' Fußballspiel liegen. Das wären:

    • Mannschaftsgröße: Herkömmlich 6+1, im funino drei plus einen Auswechselspieler. Dadurch hat tatsächlich im funino jeder Spieler viel mehr Aktionen als im 6+1:6+1. Wir haben neulich bei uns zum Abschluss mal 6+1:6+1 gespielt, weil wir nicht mehr die Zeit hatten, funino-Felder aufzubauen und vier Mannschaften einzuteilen. Außerdem wünschten sich einige Kinder auch "mal wieder ein richtiges Abschlussspiel". Nee, war das dann, wie siebener so gerne sagt, kagge. Pro Team haben jeweils zwei Spieler ~75% der Zeit den Ball gehabt, die restlichen 25% verteilten sich auf nochmal vier Spieler pro Team, der Rest hat ihn einmal oder gar nicht berührt. Im nächsten Training habe ich, als es dann zum Abschlussspiel kam, das dann auch gesagt, als einer der "Ego-Dribbler" seine Enttäischung zum Ausdruck brachte, woraufhin dann auch gleich ein anderer meinte: "Ja, stimmt, ich habe den Ball nur ein einziges mal gehabt!"
      Ich bin übrigens der Überzeugung, dass beim 6+1 die Zahl der Spieler, die gleichzeitig auf dem Platz sind, für die allermeisten Spieler bis zum Ende der F zu groß ist, sie sind überfordert, die Gesamtsituation ist einfach zu komplex. Ich glaube auch, dass für viele Spieler auch noch im ersten E-Jugendjahr kleinere Teams besser geeignet sind als herkömmliche Kleinfeldmannschaften. Natürlich entwickeln die Kinder sich unterschiedlich schnell und es gibt natürlich auch die eine oder andere deutliche Ausnahme, aber ich meine, dass die 50%-Schwelle erst innerhalb der ersten E-Jugendjahres überschritten wird.
    • Feldgröße: Bei uns wird in der F-Jugend als Platzgröße 40m x 35m vorgeschrieben, das sind also insgesamt 1400 m^2, pro Feldspieler 233 m^2 oder, wenn man den Torwart gleichberechtigt berücksichtigt, 200 m^2. Das funino-Feld ist 20-25m x 27-30m groß, also zwischen 540 m^2 und 750 m^2, für drei Spieler, also zwischen 180 m^2 und 250 m^2 pro Spieler. Man liegt also in einem ähnlichen Bereich. Sowohl beim funino als auch beim 6+1 kann man natürlich die Platzgröße variieren, aber das "Regelfeld" ist, gemessen an den Spielern, recht ähnlich.
    • Tore: Beim 6+1 stehen die Tore in der Mitte der Torauslinie, beim funino hingegen recht nah an den Ecken (bei vorgegebenem Mindestabstand der Tore von 12m und einer Torbreite von ca. 2m bleibt bei der (vorgeschlagenen) Mindestfeldbreite von 20m nur ein Meter auf jeder Seite zwischen Tor und der Ecke. Es gibt beim funino keinen Torwart und Tore dürfen erst im sechs Meter tiefen Strafraum erzielt werden. Ich fange da mal hinten an: der Maximalabstand reduziert die aufs Tor gebolzten Schüsse signifikant, so dass der Ball seltener im Aus landet und es weniger Spielpausen gibt. Die Spieler werden dazu gezwungen, die Breite des Feldes auszunutzen, weil sie nur von einer relativ weit außen liegenden Position ein Tor erzielen können. Gleichzeitig entsteht auf der anderen Seite freier Raum, in den, wenn er erkannt wird, das Spiel verlagert werden kann. Und wenn der Raum vor einem Minitor zu eng wird, dann ist es aussichtslos, ein Tor zu schießen, während man beim Gewühl vor dem "großen" Tor immer noch einfach mal draufhalten kann -- dementsprechend tun sich im Gewühl vor dem großen Tor die Kinder, allen voran der Torwart, durchaus mal weh, speziell wenn die technischen Fähigkeiten noch nicht so ausgeprägt und eher von der Grobmotorik dominiert sind. Bei zentral stehenden Toren läuft das Spiel auch, zumindest sobald die Spieler aus der Phase heraus sind, in der sie ihr Weg mit dem Ball gerne mal ganz woanders hin, Hauptsache weg vom sie verfolgenden Gegenspieler führt, sehr häufig und mit Vorliebe durch die Mitte, da ballt es sich dementsprechend, auch weil man außen den Ball ja sowieso nicht bekommt. Da ist dann auch keiner, also kann man auch nicht dahin abspielen. Für die Entwicklung der Spiel"kultur" sind daher die außen liegenden Tore besser als die zentralen. Was aber durchaus leidet ist der Torschuss, denn der kommt beim funino ja nur als Kurzpass vor. Um dem abzuhelfen, habe ich auch mal jeweils ein funino-Feld genommen und statt der vier Minitore zentral postierte Jugendtore hin gestellt. Es wurde dann nicht nach draußen sondern ins Tor rotiert, und Tore von außerhalb des Strafraums zählten doppelt. Es blieb aber bei drei Feldspielern.
    • Eindribbeln statt Einwurf: finde ich super, da es viel schneller geht und gerade die jüngeren Jahrgang den hüpfenden Ball nur schwer unter Kontrolle bringen können, so dass sich wieder ein Haufen ergibt.
    • Keine Ecken: So wird mit kleinen Mannschaften ja auch sonst oft gespielt. Da Ecken unterhalb der E-Jugend sowieso ziemlich witzlos sind, verzichte ich gerne auf sie. Beim funino bleibt ja die angreifende Mannschaft in Ballbesitz, wenn sie eine Ecke erhielte, das finde ich hingegen passender als die Regel, dass beim Toraus stets der Torwart den Ball bekommt.
    • Strafangriff statt Strafstoß: Passt zum Spiel, kommt nur selten vor. Man könnte stattdessen auch einen Zielstoß ca. acht Meter vor einem unbewachten Minitor ausführen lassen, bei dem die Spieler zwei Meter hinter dem Schützen stehen und bei dessen Ballberührung ins Spiel eingreifen dürfen. Finde ich jetzt nicht so wichtig, da der Strafstoß auch nur selten vorkommt und das Element ist, zu dem ich unsere Spieler nie auffordern muss, den führen sie vor Trainingsbeginn von selbst permanent aus.
    • Rotatotischer Wechsel bei jedem Tor: Finde ich super, sorgt für die nötigen Verschnaufpausen bei dem anstrengenden Spiel und dafür, dass kein Spieler das Spiel permanent dominieren kann.


    Habe ich etwas vergessen?


    Im G- bzw. F-Jugendbereich ist hier die Wahrnehmung möglicherweise noch nicht ganz so klar, aber im E-Jugendalter kann ich mir schon vorstellen, dass Minifußball für die Kids zu wenig mit dem Sport der Messis, Schweinsteigers und Neuers zu tun tat.


    Ja, das kann sein, weshalb ich im zweiten E-Jahr zum 6+1 übergehen würde. Das würde ich drei Jahre beibehalten, in der C-Jugend dann zum C9 wechseln, und wahrscheinlich im zweiten B-Jugendjahr dann zum 11:11 kommen.


    Weiter stelle ich mir die Frage, ob bei den Minitoren genug Erfolgserlebnisse gelingen?


    Es fallen deutlich mehr Tore als im 6+1, deutlich mehr. Wenn unsere F1 im Abschlussspiel 6+1 spielt, dann kann es gut 0:0 ausgehen, mehr als zwei Tore fallen nur äußerst selten. Spielen wir hingegen funino, so wird es bei den besseren Teams typischerweise zweistellig, bei den schwächeren bewegt man sich zumeist zwischen dem halben und ganzen Dutzend, pro Mannschaft wohlgemerkt. Im funino erleben sie viel mehr Erfolgserlebnisse und der einzelne Spieler ist auch viel wichtiger als im 6+1.


    Sicherlich ist es insgesamt besser, da jedes Kind mehr am Spiel teilnimmt, aber die größten Erfolgserlebnisse sind doch, wenn der Ball im Netz zappelt :)


    Und deshalb sind Minitore mit Netz allgemein motivierender als Hütchen- oder Stangentore. Letztere haben aber auch etwas für sich, kann man sie doch z.B. für die schwächeren Mannschaften breiter machen, um eben für die Erfolgserlebnisse zu sorgen. Das mache ich öfters bei uns, da sind die Tore des schwächsten Feldes drei Meter breit oder vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, wenn es sein muss.


    EDIT: Das ist übrigens noch ein Vorteil: man kann eine heterogene Trainingsgruppe in mehrere Gruppen teilen, in denen dann Kinder, die auf einem ähnlichen Niveau sind, dann unter sich spielen. Das bekommt gerade den schwächeren Spielern deutlich mehr als das Spiel in der großen Gruppe, in dem sie eigentlich immer untergehen. Wenn dann die Mannschaften nicht aufgehen, versehe ich übrigens eher die stärkeren Mannschaften mit jeweils einem Spieler mehr als diejenigen auf dem schwächeren Feld, denn gerade die schwächsten Spieler haben die Ballkontakte ja am meisten nötig.

    Noch zu den Minitoren: Es ist zwar nicht so schön, dass die Popup-Tore so windanfällig sind und bei jeder Berührung verschoben werden, aber dafür kosten sie halt auch nur einen Bruchteil dessen, was man für Alutore bezahlen muss. Bei teamsportbedarf.de kostet ein Zweier-Set Pop-Up-Tore, die mutmaßlich identisch mit denen sind, die ich im vierten Jahren besitze und verwende, EUR 30,-, während das günstigste Alu-Minitor dort EUR 240,- kostet -- das ist wohlgemerkt der Stückpreis. Die Pop-Up-Tore haben dazu noch den Vorteil, dass sie fix ein- und wieder ausgepackt sind, wenig Raum zur Lagerung benötigen und auch gut transportiert werden können. Die Minialutore sind hingegen deutlich sperriger und unhandlicher. Es gibt auch tolle faltbare Alu-Minitore, aber die haben auch einen Stückpreis von über EUR 200,- und stellen somit eine ganz andere Investition dar als ein paar Pop-Up-Tore. Deshalb würde ich mit letzteren beginnen, man kann sie dann ja auch im Training verwenden, und vielleicht nach und nach an Alu-Minitoren nachlegen.

    Erstmal vielen Dank für die tollen und positiven Rückmeldungen, gerade der Erfahrungsbericht von "tobn" hat mir Mut gemacht, das Projekt intensiver anzugehen.


    Das freut mich sehr.


    Die Idee aus dem verlinkten Thread, die Spielerpapas als Spielleiter mit einzubeziehen, finde ich große Klasse und werde ich sehr wahrscheinlich übernehmen :thumbup:


    Wenn du es schaffst, dann lade sie doch alle vorher mal zu einem Termin ein, bei dem du ihnen Minifußball und ggf. spezielle Regeln, die nur im Turnier gelten, erklärst. Wenn du genug Elternteile hast, dann lasse sie dabei auch selbst spielen, und diejenigen, die nicht auf dem Platz sind, machen Spielleiter. Falls es zu wenige sind, sollen sie ihre Kinder mit bringen, die das Spiel ja wahrscheinlich schon aus dem Training kennen -- das finden sie dann umso toller. Für eine solche Aktion brauchst du auch nur ein funino-Feld, der Aufwand hält sich also in Grenzen. Schwieriger dürfte es sein, einen Termin zu finden, deshalb würde ich dieses Vorhaben bereits frühzeitig angehen.

    Teilerfolge konnte ich auch bereits sammeln, nach einer kleinen Präsentation meinerseits auf unserer letzten Betreuersitzung, wo ich die Vorteile des Minifußballs gegenüber dem 7 vs 7 erläutert habe, wurde entschieden, ein vereinsinternes Minifußball - Turnier im Juni durchzuführen.


    Sehr cool! Das schwebt mir auch vor, Problem sind halt die vielen Tore, die man braucht, und der einfach ungewohnte Spielmodus. Bei uns wird ja bei Bambini schon im 6+1 gespielt...


    Der nächste Schritt wäre dann von mir, evtl im September ein oder zwei "befreundete" Vereine einzuladen, pro Verein ergeben sich ja mind. 2 Teams. Das Ganze wird dann Stück für Stück größer.


    Klingt gut. Man könnte so vielleicht auch nach und nach die Tore anschaffen, also erst einmal vier oder acht für ein oder zwei Felder, und sie mit dem Erlös aus dem Turnier bezahlen. Vielleicht kann man vorher auch ein paar Spenden einsammeln oder einen Sponsor gewinnen, über den man z.B. die Tore besorgt. Bleibt dabei noch etwas übrig, so kann man davon vielleicht die nächsten vier Minitore kaufen, usw.


    Die Idee hinter diesem Turnier ist eigentlich ganz einfach: Ich halte Minifußball für die bessere Spielform gegenüber dem üblichen 7 vs 7! Punkt.


    So ist es.


    Meiner Meinung nach, sollte der Minifußball bis zum Ende der E - Jugend Pflicht(!) sein, sei es als offizieller Spieltag oder ein einmal im Monat durchgeführter Spielenachmittag. Das wäre jetzt aber offtopic.


    Lass Dich umarmen! Wäre es biologisch möglich und ich nicht schon vergeben, ich wollte ein Kind von dir! :D


    Zu den Pop-Up Toren:
    Wie sieht es denn mit der Standfestigkeit aus, wenn ein Ball mit etwas höherer Geschwindigkeit geschossen wird?


    Sie liegt nahe null. Man kann zwar gut erkennen, ob der Ball drin ist oder nicht, aber sie fliegen bei jedem Treffer weg und müssen wieder positioniert werden. Dazu könnte man aber beim Turnier bestimmt Helfer aus dem Kreis der Zuschauer nehmen, die das machen.


    Fliegen die dann ohne Verankerung weg (auf Kunstrasen), oder gibt es speziell hierfür Möglichkeiten, diese zu befestigen?


    Im Training beschwere ich sie mit meiner Sporttasche sowie den Rucksäcken der Spieler, oder ich bitte einen meiner jugendlichen Co-Trainer darum, sich in ihre Nähe zu stellen und sie dann wieder zu positionieren -- ich stelle mich dann selbst eher auf die andere Seite des Feldes und übernehme das dann dort. Da wir zum Ende des Trainings fast immer auf drei oder vier Feldern parallel spielen lassen, müssen wir Trainer ohnehin gucken, dass wir uns weiträumig verteilen.


    Ich möchte schon länger schauen, ob ich irgendwoher Stoffschläuche besorgen kann, die mit Quarzsand oder ähnlichem gefüllt sind, um damit die Tore zu beschweren, so dass sie weniger windanfällig sind. Ich habe dabei aber nicht das Ziel, dass sie bei einem direkten Schuss stehen bleiben, da sollen sie ruhig den Ball nur wenig abbremsen müssen, sonst gehen sie, da bin ich mir sicher, zu schnell kaputt oder verformen sich dauerhaft.


    Noch ein Tipp: hinter jede Grundlinie einen Ersatzball legen. Geht der Ball ins Toraus, so muss der Spieler, der den Ball als letzter berührt hat, ihn holen und dort hin legen, bevor er wieder am Spiel teilnehmen kann. Währenddessen wird das Spiel mit dem Ersatzball fortgesetzt. Wurde ein Tor erzielt, so gilt das nicht, dann rennen die Spieler der Mannschaft, die das Tor erzielt hat, ja zu ihrem Strafraum zurück und die Mannschaft, die das Tor kassiert hat, setzt das Spiel fort. Einer von ihnen muss den Ball holen. Ob sie dann zu zweit das Spiel mit dem Ersatzball eröffnen, während ihr Partner den Ball holt, oder ob sie auf ihn warten und dann zu dritt angreifen, ist ihnen überlassen. Oder dir als Trainer.

    Don Quijote ist mir zuvor gekommen, vielen Dank. Ja, das war damals eine ziemlich gelungene Sache, bis auf das Wetter -- im Verlauf des Turniers hat es immer mal wieder ziemlich geregnet. Hauptschwierigkeit war es, wie man im verlinkten Thread nachlesen kann, eine entsprechende Zahl an Minitoren zu beschaffen. Denn aufgrund der kleinen Mannschaftsgrößen haben wir auch vier Feldern parallel gespielt, wofür man dann ja sechzehn Minitore braucht. Tja, und unser Verein hatte damals genau gar keines.. Wir haben sie uns zum Teil zusammen leihen können -- der Transport von nicht faltbaren Minitoren ist da durchaus auch eine eigene Herausforderung, und ein paar haben wir selber aus Holz zusammen gezimmert, was sich aber leider als teurer als zunächst vermutet heraus stellte, und außerdem sind Holztore halt weder haltbar noch sonderlich stabil, und in der einfachen Konstruktion auch sehr sperrig, so dass diese dann bedauerlicherweise nur ein recht kurzes Leben auf dem Sportplatz fristeten, bis sie vermutlich verfeuert wurden.


    Ich würde heute versuchen, nach und nach einen gewissen Bestand an vergleichsweise günstigen und aufgrund ihrer Elastizität auch recht haltbaren Popup-Toren aufzubauen (Hauptproblem ist ihre Windanfälligkeit, wenn man sie, wie bei uns auf Kunstrasen, nicht verankern kann), und diese mit Alu-Minitoren ergänzen, und ggf. noch ein paar Freizeittore aus den Gärten von ein paar Eltern einsetzen. Letztere gehen halt ziemlich schnell kaputt, da kann es sein, dass sie das Turnier nicht überstehen.


    Ansonsten kann ich den Turniermodus des Schweizer Systems nur empfehlen, das hat bei uns wunderbar geklappt. Wir hatten den Teams Namen der Champions-League-Teilnehmer gegeben, wobei alle Teams eines Vereins aus einem Land stammten -- die Minifußballteams eines Vereins hießen bspw. FC Barcelona, Real Madrid und FC Sevilla, die eines anderen FC Chelsea, Arsenal und ManU. Nach jeder Runde, die bei uns aus insgesamt zehn Partien und somit drei hintereinander stattfindenden Spielen auf den vier Plätzen bestand, gab es eine neue Auswertung und die Ansage der nächsten vier Spiele. Gegen Ende des ersten Spiels wurden dann die nächsten vier Spiele angesagt, und dann die letzten zwei (der Runde). Wer vorher wissen wollte, wann er spielte, konnte das bei der Turnierleitung erfragen. Wir hatten noch eine Magnettafel vorbereitet, auf der wir die Paarungen hätten anbringen können, entschieden uns aber dagegen, weil sich das als zu viel Arbeit heraus stellte und die Interessierten trotzdem bei der Turnierleitung fragten.


    Ein kleineres Problem stellte der ungewohnte Spielmodus für einige der Spielleiter dar, das waren Papas meiner Spieler, die ich den einzelnen Feldern zugeteilt hatte, um dort im Zweifelsfall als objektiver Entscheider und Aufpasser zu fungieren. Eigentlich wollte ich, dass nach FPL-Regeln gespielt wird, der Spielleiter also nur eingreift, wenn es grobe Verstöße oder Uneinigkeit gibt. Ein paar von ihnen agierten aber dann doch zu sehr nach Schiedsrichtermanier, worüber sich ein paar meiner Spieler bei mir beschwerten, zumal der betreffende Spielleiter eine Regel, die meine Jungs ja schon aus dem Training kannten, falsch verstanden hatte. Sie waren ja aber nicht benachteiligt worden, ich habe das dann auch geklärt, und es war auch alles in Ordnung. Ich selbst bin von Platz zu Platz gewandert, um zu sehen, ob und wie es funktioniert, und um bei den glücklicherweise nur wenigen Spielen, bei denen etwas mehr Anspannung drin war, für Autorität zu sorgen.


    Die Regel, um die es ging, war übrigens die, dass die auf dem Platz verbleibenden Spieler der Mannschaft, die ein Tor erzielt hat, sogleich wieder in ihren Strafraum laufen müssen, bevor sie sich wieder am Spiel beteiligen dürfen. Sie müssen dabei aber nicht warten, bis der Ball wieder im Spiel ist. Damit wollte ich die schnelle Spielfortsetzung nach einem Gegentor fördern, was im allgemeinen mit dieser Regel auch ganz gut gelingt. Der fragliche Spielleiter hatte sie so interpretiert, dass alle Verteidiger sich in ihrem Strafraum befinden müssen, wenn der Ball von den Angreifern nach einem Gegentor wieder ins Spiel gebracht wird, was dann ja leider genau für das Gegenteil sorgt, nämlich eine Zwangspause im Spiel, deren Dauer die Mannschaft bestimmt, die gerade ein Tor geschossen hat.


    Eine weitere mögliche Schwierigkeit ist die Überwachung der rotatorischen Wechsel. Eine Mannschaft nahm es mit der Rotation nicht so eng, da wurde zwar schön nach jedem Tor gewechselt, aber nicht immer in derselben Reihenfolge. Bei dem oft sehr schnellen Spiel ist das für einen Spielleiter, der keinen der Spieler kennt, nur sehr schwer zu erkennen. Eine Erleichterung brächten z.B. Leibchen mit aufgeprägten Nummern, wie man sie z.B. bei Teamsportbedarf recht günstig erwerben kann.

    Zum Listenpreis würde ich überhaupt keinen Ball kaufen, denn man muss, zumindest hier in der Gegend, nicht lange suchen, um mindestens 20% Rabatt für Vereine zu erhalten, was bei dem Tango Pasadena immerhin EUR 8,- wären. Als Spielball würde ich persönlich eher zu solchen tendieren, die dem Standard International Matchball Standard bzw. FIFA-inspected entsprechen. Da sollte die Qualität dann, denke ich, stimmen. Wenn man möchte, kann man noch weiter gehen und auf das FIFA-Approved-Logo setzen, mir wäre das aber bei aktuellen Bällen zu teuer. Es gibt aber immer mal wieder solche Bälle, gerade aus der Vorsaison, als Sonderangebote zu erheblich reduziertem Preis, da habe ich schon mal für EUR 60,-, die bei einer Sammelbestellung übrig waren, den Champions-League-Ball der Vorsaison gekauft. Hätten wir nicht sowieso zu der Bestellung einen 30-Euro-Ball dazu geschenkt bekommen, hätte ich stattdessen aber eher zwei 30-Euro-Spielbälle genommen.


    Ich denke, ab einem gewissen Preis (und damit Qualitätsstufe) sind die Unterschiede in der Qualität nicht mehr so riesig, da spielt dann der Geschmack eine größer werdende Rolle. Der Tango Pasadena trägt das FIFA-Approved-Logo und sollte daher über alle Zweifel erhaben sein.

    Nur kurz, tibo, aber es kommt schon sehr auf das Alter an. guenter sagte etwas von Elfjährigen, und da bleibe ich bei meiner Meinung. Ansonsten tendiere ich dazu, die von Sir Alex geäußerte Meinung zu unterstützen: es ist durchaus sinnvoll, die Spieler einzubeziehen, das können mit zunehmendem Alter generell auch mehr Themen sein, aber einige Bereiche und Fragen müssen dem Trainer vorbehalten bleiben. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass es im vorliegenden Fall so klingt, als wären Kinder von einem Trainer, der seine Entscheidung bereut hat, dann instrumentalisiert worden. Er hätte ja zurück kehren können, wenn das dem Wunsch der Mehrheit entsprochen hätte, aber er hätte die Kinder nicht direkt vor diese Wahl stellen dürfen. Das ist und bleibt unredlich (zumindest in meinen Augen).

    Ich finde es immer lustig, wenn zur Begründung der Leigitimität eines Strafstoßes verlautet wird: "Der Kontakt war da!" Da gibt es immer mal wieder angebliche Kontakte, die man nicht nur mit der Superzeitlupe, sondern dann auch noch mit der optischen Lupe suchen muss. Aber dann wird triumphierend festgestellt, es habe ja einen Kontakt gegeben, also ist der Strafstoß gerechtfertigt.


    Warum, das frage ich, kann man nicht einfach zugeben, dass es jede Menge knifflige und dementsprechend auch nicht wenige falsche Strafstoßentscheidungen gibt? Zumal ja auch die Grenze zwischen erlaubtem Körpereinsatz und zu viel dessen ganz so scharf auch nicht ist...

    Natürlich möchte ich es auch nicht sehen, dass da Eltern einfach mal so auf den Platz laufen. Aber das kommt ja auch wirklich nur selten vor, gänzlich ausschließen kann man es wiederum nicht, und wenn es denn dann doch mal passiert, dann sollte man richtig damit umgehen. Wenn niemandem bei so einer Aktion etwas passiert, außer dass ein zeterndes Elternteil mal kurz über den Platz rennt und dann vom eigenen Trainer, ggf. zusammen mit einem oder zwei Helfern, dann relativ rasch vom Platz entfernt und außerhalb Hörweite gebracht wird, würde ich mich eher darum bemühen, aus dieser Mücke, oder meinetwegen dann auch Maus, keinen Elefanten zu machen, und das Ding in Ruhe weiter laufen zu lassen. Draußen werden sich dann übrigens hoffentlich die Helfer um den Ausgerasteten kümmern und dafür sorgen, dass nichts mehr passiert. Und der Trainer muss das dann später natürlich aufarbeiten und dafür sorgen, dass sowas nicht wieder passiert. Wenn es also um einen Einzelfall geht, dann würde ich von einer Strafe absehen, damit erzeugt man doch nur noch mehr böses Blut.


    Anders sieht es aus, wenn die Stimmung von vornherein sehr hitzig ist, die Luft also schon mächtig knistert, und dann irgendeine Aktion den Funken bietet, der das Fass zum Explodieren bringt. Solche Vorkommnisse gehören von den Verantwortlichen aufgearbeitet und eine Strategie entwickelt, um dem Problem zu begegnen.

    War das denn tatsächlich ein Platzsturm? Ich habe es schon ein paar mal erlebt, dass ein aufgebrachtes Elternteil auf den Platz gestürmt ist, um seinem Kind zu Hilfe zu eilen. Von denen, die daran Anstoß nehmen, kann sowas natürlich schnell als "Platzsturm" bezeichnet und sich großartig darüber echauffiert werden, dabei ist nichts schlimmeres passiert, als dass mit jemandem der Beschützerinstinkt durch gegangen ist. In einer solchen Situation ist dann der Trainer dieses Kindes gefragt, um Elternteil und Kind rasch wieder vom Platz zu holen und möglichst deeskalierend und beruhigend einzuwirken. Ein guter Schiedsrichter und ein ebenfalls guter gegnerischer Trainer versuchen ebenfalls, dann beschwichtigend und beruhigend auf die übrigen Zuschauer und/oder Spieler einzuwirken. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, die Partie kurzzeitig zu unterbrechen und erst dann wieder anzupfeifen, wenn die Gemüter sich wieder entsprechend abgekühlt haben.


    Dazu bedarf es aber halt mindestens mal besonnener Trainer und souveräner Schiedsrichter. Wenn diese Parteien hingegen bei der Eskalation mit machen, dann lässt sich die Situation nur noch schwer in den Griff bekommen...


    Ich kann mit aber schon vorstellen, wie bei den Spielen, um die es hier geht, die Atomsphäre war, und zwar vermutlich gleich von Anfang an. Sowas macht keinen Spaß, ich selbst würde bei zum Glück wenigen, aber halt doch manchen Gegnern gleich wieder abreisen... Oder sie, wenn sie bei uns zu Gast sind, nach Hause schicken...

    Väter sind ja auch nicht per se schlechte Trainer. Was halt vielerorts fehlt ist, dass Neutrainer geeignet eingeführt werden, dass ihnen zu Beginn ihrer Trainertätigkeit Hilfestellung gegeben wird. Nicht selten erhält der Neutrainer ja nicht viel mehr als die Schlüssel in die Hand gedrückt, eine Info über die Trainingszeiten und das dfb.net-Login für die elektronischen Spielberichte. Um alles andere muss er sich dann selbst kümmern. Dabei kommt dann natürlich auch alles Mögliche heraus...

    Ich vermute, dass Trainerin70 folgendes meint, wenn sie von Variante 1 schreibt:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Ich frage mich noch ein wenig, wie ich mir Variante 2 vorzustellen habe.

    Ich kann Euch beruhigen, ich habe mit dem Gleichgewicht selbst glücklicherweise keine Probleme. Ich bin aber halt etwas empfindlich, so dass mir schnell übel wird, wenn da die verschiedenen Sensoreindrücke im Hirn sich widersprechen. Also z.B. beim Autofahren auf der Rückbank oder auch beim Skifahren bei schlechter Sicht. Oder, wie ich nun feststellen durfte, eben bei Purzelbäumen.

    Und ich dachte wir wären mit unseren Exceltabellen mit prozentualer Trainingsbeteiligung, Spielzeiten im Verhältnis zur möglichen Einsatzzeit usw. schon hart :D .


    Es geht hier wohlgemerkt um die Startelf, der ich persönlich gar nicht so viel Bedeutung zumesse wie die meisten Eltern und Spieler. Als ich zuletzt alleine eine Mannschaft zu Spielen aufstellte, das war vor ein paar Jahren in der E-Jugend, da galt die Regel, dass die Kinder, die unter der Woche ein Training verpasst hatten, nicht in der Start-Sieben stehen. Sie wussten aber, dass sie nach ca. zehn Minuten rein kommen, ich habe damals die Feldspieler alle gleichmäßig rotiert, mit Ausnahme der Spieler, die eine Halbzeit im Tor spielten: sie spielten die andere Halbzeit auf dem Feld durch, quasi als Belohnung (und, damit sie sich auch viel bewegen). So ähnlich würde ich das heute auch noch machen, auch in höheren Jugenden. Denn so fühlte sich tatsächlich jeder Spieler gerecht behandelt und es gab im Team keinerlei Beschwerden oder Klagen bezüglich der Spielzeit.


    EDIT: Man muss es sicher nicht so machen, ich habe damals aber gute Erfahrungen damit gemacht. Wir hatten aber halt auch nie mehr als zwei Ersatzspieler dabei, weil wir Ecke auf Kante genäht zwei Mannschaften gemeldet hatten. Jeder wurde gebraucht, das hat vermutlich auch positiv auf die Moral gewirkt. Ich musste aber auch nie großartig sanktionieren oder belohnen, außer immer mal wieder mit Worten, das hat auch so gut geklappt. Und ich habe bessere Erfahrungen damit gemacht, mit Spielern z.B. nach dem Training oder auf der Fahrt zum Spiel direkt zu sprechen und sich nach ihren Befindlichkeiten zu erkundigen, als sonderlich viel mit Strafen oder Belohnungen zu arbeiten. Das ginge zwar auch, aber ich finde, dass die Kommunikation mit den einzelnen Spielern wichtiger ist. Und jede Maßnahme sollte von einem erklärenden Gepräch begleitet sein, schließlich möchte man ja, dass der Spieler das Ziel der Maßnahme versteht und nachvollziehen kann.