Beiträge von tobn

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    Danke für die Hintergrundinfos, sie sind sehr hilfreich.


    [...] habe ich [...] 30 Spieler [...] von Jahrgang 2007 bis 2003, aus vier Vereinen.
    In der Regel kommen zwischen 12 und 15 zu den Terminen, das ist ja freiwillig und nur zum Spaß.


    OK, verstehe. Wenn es sich mal eingespielt hat und die Regeln klar sind, kann man da wunderbar auf ein bis zwei Feldern funino spielen. Bei 12 Teilnehmern kann man entweder vier Dreiermannschaften bilden, auf zwei Feldern gleichzeitig spielen und auf die Wechsel verzichten, oder aber drei Viererteams bilden und mit Wechseln auf einem Feld ein Turnier im Jeder-gegen-Jeden spielen. Bei mehr als zwölf Spielern würde ich zwei Felder aufbauen und sukzessive die Mannschaften um einen Spieler aufstocken, bis man bei vier Viererteams angelangt ist.


    Letzten Sonntag waren viele bei der Erstkommunion, andere bei einer Geburtstagsfeier, daher waren es 9.


    Aus ihnen hätte ich wahrscheinlich drei (ähnlich starke) Dreierteams gebildet und auf einem Feld Jeder-gegen-Jeden spielen lassen. Bei einem großen Leistungsgefälle hätte ich dann auch mal probiert, ähnlich starken Spielern in den unterschiedlichen Mannschaften die gleiche Zahl zu verpassen, also dem stärksten Spieler die Drei, dem schwächsten die zwei, usw. -- dabei hätte ich übrigens bewusst nicht den Stärksten die eins und den Schwächsten die vier gegeben. So gibt es aber halt in jedem Spiel auch eine Phase, in dem die beiden stärksten Spieler nicht spielen, was es den schwächeren erleichtert, und umgekehrt sind auch mal die schwächsten Spieler nicht da, so dass sie dann die anderen nicht 'ausbremsen'.


    Ursprünglich war der Treff mal für die besonders engagierten Kinder gedacht, denen Training und Punktspiele nicht ausreichen. Dann spielt es auch keine Rolle, ob da ein größerer Altersunterschied besteht.


    Hmm, OK, ja, zumindest ein Stück weit, da gebe ich dir Recht. Ansonsten ist die Altersspanne bei deinem Fußballtreff ja schon recht groß, das erleichtert die Sache natürlich nicht unbedingt.


    Leider sind in der letzten Zeit viele unbegabte Kinder dazu gekommen. Teilweise sind sie nicht mehr in einem Verein. Es gibt aber auch Kinder, die in drei Jahren im Verein nichts gelernt haben.


    Und wie siehst du das? Es entspricht ja eigentlich nicht mehr dem, wie du es mal geplant hattest. So entstehen natürlich aber ganz neue Herausforderungen, denen du dich ja früher oder später wirst stellen müssen. Wie ist dieses übrigens sehr interessante Projekt eigentlich formaljuristisch aufgehängt? Wo findet der Treff statt, d.h. wem gehört das Gelände, und wie sieht es z.B., um mal den größten formaljuristischen Knackpunkt beim Namen zu nennen, mit dem Versicherungsschutz aus?


    Funinio ist eine sehr schnelle Spielform, ohne Kondition geht das nicht. Besonders dickere Kinder kommen da nicht mit.


    Sehr schnell, ja, und aufgrund der geringern Spielerzahl auch sehr intensiv. Es fordert (und fördert) erheblich die Kondition, absolut. Daher darf man die Spiele auch nicht zu lang werden lassen. Wenn man einzelne Spieler hat, die konditionell überfordert sind, kann man entweder nach einer gewissen Maximalspielzeit einen Wechsel befehlen, auch wenn kein Tor gefallen ist, oder man lässt mit zwei Auswechselspielern spielen, also mit Fünfermannschaften -- dann kann es aber gut sein, dass man mit einer Maximalzeit bis zum nächsten Wechsel arbeiten sollte, weil es immer mal wieder Phasen gibt, in denen länger kein Tor fällt, und es für die Kids schon ziemlich doof ist, dann zwei solcher Phasen abwarten zu müssen, bis sie wieder ran dürfen.


    Das Problem ist die Homogenität, wie so oft. Funino soll ja die Spielintelligenz fördern. Das geht aber nur, wenn ein Pass gespielt werden kann und wenn ein Kind überhaupt mitdenken möchte.


    Ja, aber funino kann noch mehr. Es ist für die schwächeren Kinder toll, weil sie aufgrund der kleinen Mannschaften viel öfter den Ball haben und sich beteiligen müssen. Jüngere und schwächere Spieler kommen mit der geringeren Zahl an Spielern auf den Feld viel besser zurecht als im klassischen Kleinfeldspiel. Die Pässe kommen tatsächlich erst später, auch für dribbelgeile G- und F-Junioren ist funino besser als das Spiel in größeren Teams. Zum Erfahren und Erlernen des Passspiels (im Sinne des Zusammenspiels überhaupt, ich rede hier nicht von Tici-Taca oder One-Touch-Zeugs) ist funino dem Spiel in größeren Mannschaften sicher auch überlegen, eben weil es übersichtlicher ist und es bis zu, aber auch maximal zwei Anspielstationen für den Ballführenden gibt. In diesem Zusammenhang ist im funino die Notwendigkeit dafür, sich frei zu laufen und anzubieten auch viel leichter zu vermitteln als in einem größeren Team, das dann ja wahrscheinlich sogar noch tiefengestaffelte Positionen aufweist, die das Spiel (im Zusammenhang mit der Spielintelligenz) weiter verkomplizieren.


    Du hast also schon damit Recht, dass sich bei sehr heterogenen Teams die schwächeren Kinder im funino schwer tun, das trifft ja aber auf alle anderen Spielformen auch zu. Im 6+61:6+1 fällt das vielleicht etwas weniger auf, weil sie eben weniger auffallen. Wenn man sich dann aber mal die Mühe macht, darauf zu achten, wie viele Ballkontakte sie im gesamten Spiel haben, dann ist das oft erschreckend.. Letztlich nehmen diese Kinder an solchen Spielen eigentlich überhaupt nicht teil, wenn man ehrlich ist..


    Daher dürfen es alle mal ausprobieren und wer ehrgeizig ist und es wirklich will, der kommt dann zu den Funino - Terminen.[/quote]

    (forts.)


    Habe einfach von der verteidigenden Mannschaft auf der Torlinie eindribbeln lassen. Aber diese Regeln sind auf jeden Fall sinnvoller.


    Freut mich, dass du mir zustimmst. =) Tatsächlich ist das funino-Regelwerk so knapp, dass einige Fragen offen bleiben bzw. es sich meiner Meinung nach lohnt, mit weiteren Regeln nachzubessern. Z.B. gibt es keine Aussage dazu, wie das Spiel zu Beginn oder nach einem Tor wieder eröffnet wird. Ich selbst finde, dass der Anstoß i.d.R. sehr lange dauert und im Kinderalter häufig besser für die Verteidiger ist, gerade wenn, wie es ja auch die Regel ist, die Abstände zu gering sind. Daher bringe ich zu Spielbeginn typischerweise den Ball neutral ins Spiel und lasse die Spieler nach einem Gegentor den Ball über ihre Torauslinie ins Spiel bringen, genauso wie nach einem Toraus. Gleichzeitig ergänze ich ganz gerne die Regel, dass die auf dem Platz verbleibenden Angreifer nach einem Tor erst in ihren Strafraum laufen müssen (oder eine seitliche Strafraummarkierung oder eines ihrer Tore berühren oder umlaufen). So können sie nicht einfach vorne stehen bleiben und dem anderen Team gleich wieder den Ball abnehmen. Aber sie dürfen, wenn sie ihre Laufaufgabe schnell erledigt haben, gleich wieder angreifen, die anderen dürfen sich also keine Zeit dabei lassen, das Spiel zu eröffnen, sonst ist ihr vorübergehender Vorteil dahin. Ganz gerne nehme ich noch dazu, dass der Spieler, der das Toraus verschuldet hat, den Ball holen muss, während mit einem Ersatzball bereits weiter gespielt wird, davon schrieb ich ja auch schon weiter oben. Sonst könnten pfiffige Angreifer absichtlich den Ball besonders fest durch die Hütchentore bolzen, weil sie dadurch in aller Ruhe ihre Laufaufgabe erledigen können, da es ja eine ganze Weile dauern wird, bis die andere Mannschaft den Ball wieder geholt hat und weiter spielen kann.

    Vielen Dank für die umfangreichen Hilfen.


    Gern geschehen.


    Natürlich werde ich das wieder probieren. Als Teilnehmer hatten wir ja jetzt 9 aus 25, so das ich mir nächste Woche mal eine andere Truppe zusammen stelle.


    Hmm.. Verstehe ich dich richtig: du hast 25 Kinder und lässt von diesen neun funino spielen? Was machen denn dann die anderen? Und wieso neun und nicht eine glatt durch vier teilbare Zahl. ?(


    Die Überlegung auf zwei Felder mit 8 Toren zu spielen habe ich erst mal verworfen, da mir das zu stressig wird, mache ich evtl. dann, wenn es alle können. Hab ja auch noch keine 8 Tore.


    Naja, man kann sich bei den Toren ja auch mit Hütchen oder Stangen behelfen. Ich habe auch nur vier Minitore (die billige Popup-Variante), da wir aber öfters am Ende drei funino-Felder haben, müssen wir uns auch mit Hütchen und Stangen behelfen. Diese haben auch den Vorteil, dass man für die schwächeren Spieler die Tore etwas breiter machen kann, so dass sie auch oft genug treffen.


    Ich finde es übrigens auch nicht ganz so wichtig, dass das Spiel auf jedem der Felder, auf denen parallel gespielt wird, zu Beginn schon komplett 'korrekt' abläuft -- Hauptsache, die Kids haben viele Aktionen und es läuft einigermaßen flüssig, während ich mich intensiver um das erste Feld kümmere. Und dann wechsle ich meinen Fokus nach ein paar Minuten auf das nächste Feld, wo ich den dortigen Kindern dann die Regeln zu den Punkten erklären kann, wo sie es noch 'falsch' machen. Sie lernen das eigentlich dann recht schnell.


    Abraten würde ich davon, gleichzeitig nebeneinander funino und konventionell zu spielen, das halte ich für recht verwirrend. Und dann ist typischerweise das Ungewohnte weniger beliebt als das Gewohnte..


    Da ich ja beim Treff nur ergänzendes Training mache und der Spaß sowie die Spielpraxis im Vordergrund stehen, werde ich, wenn alle es ausprobiert haben eine zusätzliche Stunde in der Woche Funino spielen und nur die Kinder dazu nehmen, für die es Sinn macht und die es auch wollen.


    Was zeichnet diese Kinder denn, deiner Meinung nach, aus?


    Kinder, die noch keinen Ball annehmen können oder nicht laufen wollen, können dann im Anschluss bolzen wie bisher.


    Hmm... Aber ist es denn nicht so, dass beides unbedingt zum Fußball gehört, dass das Grundfähigkeiten sind, die beherrscht bzw. akzeptiert werden müssen? Kommt funino, welches ja gerade dazu zwingt, den Ball aus kürzerer Entfernung kontrolliert zu spielen, den Kindern, die beim konventionellen Spiel nur bolzen, insoweit entgegen, als es sie dazu zwingt, 'besser' zu agieren? Oder lasse und erst man einen Schritt zurück gehen und die Frage stellen, warum diese Kinder noch keinen Ball annehmen können, wieso sie nicht laufen wollen und weshalb sie bolzen. Meinen Beobachtungen nach treffen diese Eigenschaften vor allem bei Kindern zusammen, die noch sehr neu dabei sind, und bei solchen, die innerhalb der Gruppe eher zu den schwächeren zählen. Bei den begabteren Neulingen gibt sich das recht schnell, problematisch sind die schwächeren Kinder. Diese legen das beschriebene Verhalten nie ab, weil sie anders in einer (zu) großen Mannschaft, in der fast alle Spieler deutlich besser sind als sie, nicht zurecht kommen:

    • Schwache Ballannahme: Sie haben nie die Zeit und den Raum, den sie zur Ballannahme brauchen.
    • Lauffaulheit: Das Spiel geht ihnen zu schnell und es ist sowieso ständig ein besserer Spieler, häufig sogar eine ganze Gruppe aus ihnen, am Ball. Außerdem werden sie sowieso nie angespielt. Wozu sollen sie da also laufen?
    • Bolzen: Wenn sie denn tatsächlich mal an den Ball kommen, so haben sie keine Chance, ihn gegen die stärkeren Spieler zu behaupten. Also tun sie das, was sie in der kurzen Zeit können: sie treten fest dagegen, und freuen sich insgeheim darüber, dass sie überhaupt mal am Ball waren.


    Die Ursachen der Probleme liegen hier doch in den zu großen Mannschaften, in denen der einzelne schwächere Spieler untergeht, und dem zu großen Leistungsgefälle innerhalb der Gruppe. funino bietet hier eine Abhilfe, indem es in sehr kleinen Mannschaften gespielt wird, nämlich mit nur drei Spielern pro Team. Dann sollte man noch Teams mit ähnlich starken Spielern gegeneinander antreten lassen, und am besten auch innerhalb der Teams dafür sorgen, dass die Leitungsschere nicht zu groß ist. Das Standardfeld sollte groß genug sein, um den schwächeren Spielern, sofern sie unter sich spielen, genug Zeit und Raum zu geben, den Ball einigermaßen zu kontrollieren, und selbst wenn nicht, dann können sie Spielern, die ähnlich gut wie sie selbst sind, den Ball ja durchaus auch wieder abnehmen. Und beim funino wird das unkontrollierte Herumgeschieße des Balls nicht belohnt -- wenn man noch zwei bis drei Ersatzbälle bereit hält und den Spieler, der den Ball ins Aus geschossen hat, erst wieder mit spielen lässt, wenn er den Ball zurück gebracht hat, während die anderen mit einem Ersatzball bereits weiter machen, dann kommen die meisten Kinder diesbezüglich aus eigenem Interesse recht bald zur Vernunft -- und die anderen Spieler müssen außerdem nie lange auf einen Ball warten, sondern können gleich weiter machen.


    Für Reihenfolge beim Einwechseln werde ich mir noch was einfallen lassen. Ich denke jeder merkt sich den vor sich und schickt ihn bei der Einwechslung raus. Ich selber möchte mir die gesamte Reihenfolge nicht merken.


    Das kann auch klappen, wobei die spielenden Kids gerne vergessen, dass sie raus müssen, dafür müssen stattdessen die wartenden Ersatzspieler sorgen. Und diese haben es oft nicht so leicht, sich bemerkbar zu machen. Seine Zahl kann sich hingegen eigentlich jedes Kind merken, und deshalb rufe ich dann einfach bei jedem Tor laut rein: "DIE EINS/ZWEI/DREI/VIER RAUS!" Wenn ich da mal den Faden verliere, was übrigens regelmäßig vorkommt, frage ich die Ersatzspieler nach ihrer Zahl, so bin ich dann wieder schnell im Bilde. Und nach einer kurzen Zeit übernehmen viele Kids gerne auch selbst diese Aufgabe.


    Um die Wechseldisziplin zu steigern habe ich auch schon bei den besseren Spielern die Regel ausgegeben, dass der Ersatzspieler auch wirklich erst dann das Feld betreten darf, wenn sein Vorgänger den Platz verlassen hat, und dass eine Verletzung dieser Regel direkt zu einem Tor für den Gegner führt. Nach den ersten zwei so erlittenen Gegentoren lief der Wechsel bei beiden Teams sehr diszipliniert und vor allem auch zügig, wohingegen sich sonst häufig gerade die Spieler, die das Feld verlassen müssen, dabei sehr viel Zeit lassen...


    Die Regel mit dem Toraus und dem Seitenaus im Schußraum war mir gar nicht bekannt. Steht so gar nicht in dem Buch.


    Ja und auch ein bisschen nein. Da steht:

    • Es gibt kein Abseits, keine Ecke und keinen Elfmeter -- kein Abseits ist klar, statt Elfmeter gibt es den Strafangriff, bleibt die Ecke. Diese wird nicht weiter behandelt, ich habe sie dann als Freistoß vom der Ecke nächsten zulässigen Punkt interpretiert.
    • Einen Freistoß gibt es nur im Mittelfeld in in der eigenen Schusszone. Der Ball wird mit einem Pass oder einer Ballführung ins Spiel gebracht. Der Freistoß wird immer mindestens 3 m von der gegnerischen Schusszone entfernt ausgeführt und sämtliche Gegenspieler müssen mindestens 3 m vom Schützen entfernt sein. -- Da ich die Ecke als Variante des Freistoßes interpretierte, ist der Ort der Ausführung klar: auf der Seitenauslinie, drei Meter von der gegnerischen Schusszone entfernt. Weil dieser Ort aber selten markiert ist, vereinfache ich das oft und gebe nur vor, dass der Ball vor der Schusszone ins Spiel gebracht werden muss. So ist eine direkte Torerzielung aus der Ecke (d.h. ohne vorheriges Dribbeln in die Schusszone) übrigens ausgeschlossen.
    • Bei einem Seitenaus oder Toraus wird der Ball mit einem Pass oder mit einer Ballführung ins Spiel zurückgebracht. Dabei müssen sämtliche Gegenspieler mindestens 3 m vom Schützen entfernt sein. -- Und hier hat mich der Gedanke geleitet, dass nach einem Seitenaus im gegnerischen Strafraum man ja nicht näher am gegnerischen Tor sein darf als nach einem durch die Verteidiger verursachten Toraus. Also ist ein Seitenaus im Strafraum (der Schusszone) letztlich genauso zu behandeln wie eine Ecke.


    Du hast Recht, diese Regeln stehen so explizit nicht da, aber es gibt halt die Lücke zur Frage der Ecke, die ich dann entsprechend so gefüllt habe, wie es mir am sinnvollsten erschien, und dann habe ich die Frage des Seitenaus entsprechend und in diesem Sinne genauer formuliert.


    (Fortsetzung folgt)

    Lasse den Kids (und dir) ein bisschen Zeit, um funino richtig kennen zu lernen. Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoll, die veränderten Regeln schrittweise einzuführen. Ich habe das allerdings bisher nie gemacht, bei mir gab es eigentlich immer gleich das volle Programm. Allerdings habe ich vor den Spielen nur die Grundregeln erklärt, also dass:

    • man 3:3 spielt
    • jede Mannschaft zwei Minitore angreift
    • Tore erst im Strafraum erzielt werden dürfen
    • bei jedem Tor in fester Rotation gewechselt wird


    Die übrigen Regeln habe ich dann erklärt, wenn sie benötigt wurden. Also beim ersten Seitenaus, dass eingedribbelt wird. Beim ersten Seitenaus im gegnerischen Strafraum, dass dann das Eindribbeln auf der strafraumabgewandten Seite des Strafraumhütchens erfolgt. Wenn die erste Ecke fällig wäre, dass das genauso läuft, wie beim Seitenaus im Strafraum. Beim Toraus nach letzter Ballberürung der Angreifer, dass dann von den Verteidigern eingedribbelt wird und alle Gegenspieler aus dem Strafraum raus müssen, bis der Ball im Spiel ist. Und dann noch der Strafangriff, es dauert nach meiner Erfahrung aber ziemlich lange, bis man zu dem kommt.


    Das rotatorische Wechseln bereitet funino-Neulingen und jüngeren Spielern sowie solchen, die im Kopf noch nicht ganz so weit sind, häufig gewisse Schwierigkeiten. Außerdem dauert es nicht selten recht lange, bis eine Kindermannschaft selbstständig eine Reihenfolge innerhalb ihres Teams fest gelegt hat. Da ist es oft hilfreich, wenn das einfach der Trainer macht. Und es ist auch oft hilfreich, wenn er am Rand steht, und dann bei jedem Tor ruft: "Nr. 2 jetzt raus", usw. Vor allem die schlaueren Kids begreifen das dann eigentlich recht flott, so dass man ihnen dann diese Aufgabe auch übertragen kann, um sich einem anderen Spielfeld zuzuwenden.


    Gehe mal davon aus, dass deine Spieler nach vier Trainingseinheiten, in denen sie funino gespielt haben, die Regeln gut beherrschen und das Spiel eigentlich auch selbstständig regeln könnten.

    Ich stimme dir zu, Schimanski. Du gibst mir wahrscheinlich aber darin recht, dass wir Trainer unsere Schützlinge durchaus dazu animieren sollten, sich auf dem Platz auch anzustrengen und alles zu geben, oder? Nicht, indem ich die Bedeutung eines Spiels künstlich beschwöre, das wird meiner Meinung nach unweigerlich zum Bumerang, da die Niederlage in einem bedeutenden Spiel ja schnell als Versagen empfunden wird, mit all den negativen Folgen, die das nach sich zieht. Ich versuche vielmehr den Spielern klar zu machen, dass sie das meiste erreichen können und im Fußball die größe Chance auf einen Sieg haben, wenn sie sich richtig anstrengen, wenn sie alles geben. Wenn es, obwohl sie sich selbst (und nicht mir oder irgendjemand anderem) ehrlich sagen können, dass sie alles versucht und alles gegeben haben, trotzdem nicht reichen sollte, dann haben sie keinen Grund dazu, sich zu ärgern.


    Es gibt aber schon Unterschiede zwischen Kindern, manche sind von sich aus unheimlich engagiert und andere sind bereits mit deutlich weniger zufrieden und streichen erheblich schneller die Segel. Man hat da als Trainer (und Elternteil) sicher einen Einfluss, aber zu einem nicht unerheblichen Teil ist das, glaube ich, auch entweder genetisch vorgegeben oder dadurch begrenzt, was das Kind zu Hause erfährt, wie es erzogen und aufgebracht wird. Die berühmte Ausnahmen gibt es sicherlich, aber häufig wird ein Kind aus einer "gemütlichen" Familie schon ziemlich früh in diese Richtung konditioniert, da kann ein Trainer leider dann nicht mehr viel helfen.

    Das ging mir damals genauso. Und dann habe ich im Intersport-Flyer die günstigeren Modelle, die wahrscheinlich mit denen von teamsportbedarf.de identisch sind, gesehen, und habe mir einfach mal vier gekauft. Und bisher taugen sie für das, wozu ich sie verwende, wunderbar. Die Coerver-Spielformen von den MYM-DVDs kann ich damit jedenfalls wunderbar durchführen. Wenn der Wind nicht zu stark weht. Auf Rasen ließen sie sich einigermaßen verankern, das habe ich schon ausprobiert, und kämen die Dinger öfter auf Rasen zum Einsatz, so würde ich mir einfach ein paar Alunägel zur Zeltbefestigung bei Globetrotter besorgen, dann noch ein bisschen Gummiband oder -streifen, und sie damit im Rasen befestigen.


    Als Verein würde ich wahrscheinlich aber auf die Fun-To-Play-Dinger sparen, und ggf. mit den billigeren Toren die Zeit überbrücken.

    Was ich mich bei den von soccerbook genannten etwa fragen würde, ist, ob die nur auf dem Rasen, dann mit Verankerung, vernünftig zu nutzen sind, oder gehen die auch ohne? Ich würde mir nämlich vorstellen, dass die zu leicht sind und dann ständig verschoben werden, wenn sie nicht verankert sind.


    Darauf bin ich dem Thread zum Minifußballturnier schon eingegangen, wiederhole mich aber selbstverständlich gerne. Ich verankere sie praktisch nie, das geht auf unserem Kunstrasen auch nicht ohne weiteres, man müsste sie dazu beschweren. Ich habe zwar schon ewig vor, mir ein paar Stoffschläuche zu besorgen und sie z.B. mit Quarzsand zu befüllen, um sie dann auf den hinteren Torbogen zu legen, aber das wäre hauptsächlich gegen die recht hohe Windanfälligkeit gedacht und würde nicht verhindern, dass die Tore verschoben werden, wenn der Ball sie trifft. Da muss man sie tatsächlich mehr oder weniger permanent wieder richten, wobei man das evtl. auch in die Spiel- oder Übungsform integrieren könnte, da könnte z.B. die pausierende Mannschaft für das Richten der Tore zuständig sein, oder der Spieler, der gerade seinen Durchlauf durch hat und nun auf einen neuen Ball wartet..


    Ansonsten sind die Dinger halt auch für die Freizeit nicht schlecht, da man sie sehr gut überall hin mitnehmen kann. Für den ernsthaften Trainingsbetrieb sind sie aber nicht geeignet, sondern halt eher eine sehr mobile und kostengünstige Notlösung.

    Ja, die Fun-To-Play-Tore sind tatsächlich großartig, aber eben halt auch ziemlich kostspielig. Daher habe ich mir auch (selbst bezahlt) fürs Training solche Tore, wie soccerbook sie erwähnt, besorgt, vor ein paar Jahren gab es die hier mal bei Intersport für EUR 15,- pro Stück. Man bekommt sie auch bei teamsportbedarf.de für weniger als bei Amazon. Lieber vier von denen als nur ein Fun-To-Play (und dann hat man immer noch 'ne Menge über). Aber wenn man sie sich leisten kann, sind die FTPs schon was feines..

    Ich finde den Ansatz auch eher besser als schlechter. Obwohl es sicherlich anstrengender wäre als zwei halb so große Gruppen, trainieren wir unsere gut zwei Dutzend F1-Junioren auch in einer großen Gruppe, die wir, so ähnlich wie es fak beschreibt, während des Trainings aufteilen. Ich sehe, nicht zuletzt auch bei uns im Verein, eher die umgekehrte Gefahr, dass sich nämlich unter dem Dach des Vereins lauter kleinere Einheiten, nämlich die Mannschaften, bilden, die zwar in sich gut funktionieren, aber vor allem sich selbst sehen. Da gibt es dann zwar meistens eine friedliche Koexistenz, es ist aber durchaus nicht ungewöhnlich, dass eine Mannschaft auch mal gegen eine andere opponiert...

    Ich würde diejenigen nominieren, die psychisch am robustesten sind, die also keine Probleme haben, sich in einer ungewohnten Umgebung zurecht zu finden, die sich auch nicht so schnell ins Bockshorn jagen lassen und eine Niederlage auch nicht so schwer nähmen. Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, auch mal einen mir etwas zu großkotzigen Spieler, wenn ich ihn denn hätte, dort spielen zu lassen, um einen kleinen Realitäts-Check zu vermitteln. Wobei letzteres keinesfalls in irgendeiner Weise hämisch (oder etwas in der Art) sein dürfte.


    Aber letztendlich: Probiere es doch einfach mal aus, und lasse nach und nach jeden deiner Spieler, dem du es zutraust, dort mal zum Einsatz kommen. Wenn man das richtig angeht, dann wird da sicherlich auch keiner ein Trauma davon tragen..

    Naja, guenter, ergeben sich nicht doch gewisse Unterschiede in der Realität? Eine JSG ist ja mal schnell zusammen gezimmert, oft aus der Not geboren, für eine oder wenige Altersklassen abgeschlossen, und oft auch nicht von langem Bestand. Ein JFV hingegen ist ja ein echter eigener Verein, da muss schon ein deutlich höherer Aufwand getrieben werden, um ihn zu gründen, so dass da auch von einer stärkeren Bekenntnis der den JFV gründenden Vereine ausgehen kann, sowie von einer längerfristigen Zielsetzung als einer JSG, bei der es ja typischerweise nur um die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs für Vereine geht, die alleine keine Mannschaft in ausreichender Stärke zusammen bekommen.


    Der JFV ist hingegen, so mein Stand, dafür gedacht, dass sich mehrere Vereine zusammen tun können und für ihre besten Spieler eine gemeinsame Mannschaft und ein gemeinsames Training organisieren können, und so diese Spieler nicht verlieren. Die Alternative wäre ja die, dass einer dieser Vereine alle diese Spieler abwirbt und zum Hecht im Karpfenteich wird. Hmm... das hingegen kommt mir aus meiner Umgebung irgendwie bekannt vor...

    Ich verstehe deinen Standpunkt schon, guenter. Ich stimme dir auch darin zu, dass den problematischen Spielern, Eltern und/oder Trainern zumindest kurzfristig am besten mit kompetenten und mit natürlicher Autorität ausgestatteten Schiedsrichtern begegnet werden kann. Womit ich meine, dass diese problematischen Subjekte am raschesten von solchen Schiedsrichtern "erzogen" werden könnten: sie müssten sich anpassen oder würden, weil sie sich dazu nicht in der Lage sehen, entweder freiwillig oder auch gezwungenermaßen den Fußball verlassen. Damit wäre allen geholfen und man könnte in Ruhe weiter machen.


    Nur: Solche Schiedsrichter gibt es kaum. Unter den gemeldeten Schiedsrichtern gibt es zwar einige, die ganz gut sind, aber der Anteil derjenigen, die mit den Problemfällen geeignet, also im obigen Sinne zurecht kämen und erzieherisch wirken könnten und das auch tun würden, ist, so mein Dafürhalten, doch recht beschränkt. Außerdem bitte ich dich um einen kleinen Realitäts-Check: bei uns gibt es viel zu wenige gemeldete Schiedsrichter, um alle Spiele von ihnen leiten lassen zu können. Deshalb pfeift bis zum Ende der E-Jugend ein Vertreter der Heimmannschaft. Da ist dein Erziehungswunsch nur in den allerseltensten Fällen gegeben. Ich halte sogar für einigermaßen wahrscheinlich, dass eine problematische Heimmannschaft auch einen eher problematischen Schiedsrichter stellt. Das entspricht zumindest meinen Erfahrungen...


    Womit ich sagen will: Sicher hätte niemand, auch Ralf, nichts gegen tolle Schiedsrichter in allen Spielen, welche die auztretenden Probleme souverän regeln könnten. Aber das ist eine Wunschvorstellung, deren Verwirklichungswahrscheinlichkeit ich in dem Bereich, den ich bisher habe kennen lernen können, für praktisch null halte. Demnach stellt sie meiner Meinung nach keine realistische Alternative dar. Andererseits sind die meisten Trainer und Eltern doch ganz vernünftig. Warum sie also nicht ins Boot holen und ihnen die Verantwortung für das Spiel der jüngsten Spieler, bei denen es doch tatsächlich um am allerwenigsten gehen sollte, übertragen?

    Sonst gibt es halt für "Hobbytrainer" oft mal die 200 € Ehrenamtspauschale im Monat [...]


    Nur der Vollständigkeit halber: hier ist die Rede von der Übungsleiterpauschale in Höhe von € 2.400,- (pro Jahr). Es gibt auch die Ehrenamtspauschale, sie ist mit € 720,- aber deutlich niedriger.

    Naja, drin bleiben und das üble Spiel mit zu spielen heißt doch aber auch, dass man dazu beiträgt, dass der Mist weiter geht, oder? Man muss es ja nicht unbedingt bei dem Rückzug belassen. Wenn man entsprechend motiviert ist, könnte man auch einen offenen Brief schreiben und/oder öffentlich bekundet eine alternative Spielrunde unter Gleichgesinnten eröffnen.


    Ich sehe übrigens die Parallele zum Rückzug von uzun, mit dem ich auch nach dessen Abmeldung übrigens noch den, wenn auch sehr sporadischen Kontakt halte, nicht...


    Nachtrag: Aber wie dem auch sei, ich glaube nicht, dass ich es lange ertragen könnte, unter den Umständen, wie du sie hier wiederholt schilderst und an denen ich nicht zweifle, zu arbeiten. Ich würde da vermutlich enttäuscht das Weite suchen.

    Hier noch ein Nachtrag, siebener. Ich würde bei Euch versuchen, das Problem bei den für den Spielbetrieb zuständigen Personen zu adressieren. Ich würde darauf drängen, dass das Problem ernsthaft angegangen wird, und verlangen, dass sie mir entsprechende Maßnahmen zusichern, und dass das Problem beim Treffen mit den Jugendleitern angesprochen wird und Beschlüsse dazu gefasst werden. Ansonsten würde ich meine Teams nicht mehr melden. Ggf. würde ich dann in der nächsten Saison bei bekanntermaßen gesitteten Vereinen um Freundschaftsspiele anfragen, vielleicht sogar versuchen, eine eigene Spielrunde ins Leben zu rufen.

    siebener, bei Euren Verhältnissen würde ich keine Kindermannschaft zum Spielbetrieb anmelden. So einen Sch**ß, wie Ihr ihn erlebt, muss ich mir nicht geben, und dem muss ich auch die von mir betreuten Kinder nicht aussetzen.

    Ich weiß nicht, guenter... Zunächst einmal erinnert mich das Beispiel des Polizisten, der im Fernsehen die zunehmende Respektlosigkeit beklagt doch sehr an die Klagen der Älteren über die "Jugend von heute", die es schon immer gab. Es gibt da ein treffendes Zitat eines alten Griechen, wenn ich mich nicht täusche. Eine solche Aussage eines einzelnen Amtsträgers, der dazu noch, darauf deutet seine Berufswahl zumindest ein Stück weit hin, recht autoritätsorientiert sein könnte und gerne Autorität besitzen möchte, wirkt auf mich nur wenig überzeugend. Zumal man, wenn man will, für jeden Mist, den man behaupten möchte, jemanden finden wird, der ihn (auch und vielleicht sogar besonders vor der Kamera) propagiert.


    Sicher ist die FPL nicht die endgültige Lösung für alle Probleme im Kinder- und Jugendfußball. Das war auch nie ihr Anspruch. Es ist doch vielmehr so, dass sie entstanden ist, weil Ralf meinte, eine Zunahme an Berichten über Übergriffe auf oder Anfeindungen gegenüber Schiedsrichtern fest zu stellen, sowie eine Ausweitung des Problems auf jüngere Jahrgänge. Und er kam, neben zwei anderen, auf die Idee, den Kulminationspunkt der Spannungen, den Blitzableiter Schiedsrichter einfach zu entfernen. Ich finde das genial, denn so kann keiner der Verantwortlichen die Schuld an den Schiedsrichter übergeben, sondern muss selbst dafür sorgen, dass es klappt. Und der Schiedsrichter als "Isolierung" zwischen den Trainern fällt auch weg, so dass sie direkt miteinander kommunizieren und interagieren müssen und nicht mehr nur in der dritten Person über den jeweils anderen reden können.


    Mein Mit-Trainer unserer F1 (also des älteren F-Jahrgangs) meinte neulich bei einem Spiel, er sei schon froh, wenn nächstes Jahr die FPL-Zeit vorbei sei -- dazu muss man vielleicht aber auch sagen, dass sie für diese Mannschaft halt auch erst zu Beginn der jetzigen Saison eingeführt wurde. Ich finde eigentlich, dass sie ziemlich gut klappt -- sicher gibt es immer mal wieder Situationen, mit denen nicht alle Kinder einverstanden sind, aber im Großen und Ganzen läuft es ziemlich gut und meiner Meinung nach insgesamt nicht schlechter als das Spiel mit Schiri. Ein problematisches Spiel habe ich aber auch noch nicht erlebt. Und ein wenig mehr Umsetzung der weiteren FPL-Regeln würde ich mir schon wünschen -- so ist es z.B. nicht ungewöhnlich, wenn die Trainer auf verschiedenen Spielfeldseiten stehen, obwohl sie doch eigentlich gemeinsam das Spiel leiten sollen. Es herrscht scheinbar vielfach der Irrglaube vor, FPL heiße, dass auf die Kids hinsichtlich der Regelbefolgung gar kein Einfluss mehr genommen werden solle.


    Aber zurück zu meinem Partner: Ich sagte dann direkt, dass ich der Meinung bin, dass es ein ganz schönes Armutszeugnis für Trainer und Eltern sei, wenn man es nicht hin bekomme, dafür zu sorgen, dass ein F-Jugendspiel gesittet und anständig abläuft bzw. dafür einen Schiri brauche. Natürlich gibt es Trainer, die Idioten sind. Er nannte den Fall eines Trainers, der sich mit Anweisungen alles andere als zurück gehalten hat und wohl auch in seiner Meinung ob der Regelhaftigkeit des Geschehens auf dem Platz sehr subjektiv war. Meine Frage, ob er denn aber den Trainer mal darauf angesprochen habe, musste er aber verneinen. Und tatsächlich neigt er auch, wie wahrscheinlich nicht wenige, dazu, es erst einmal runter zu schlucken, wenn ihn etwas stört, wo es dann aber gärt und arbeitet und irgendwann dann aus ihm heraus bricht, dann aber halt gleich ziemlich vorwurfsvoll. Das ist halt keine besonders geschickte Strategie. Hinzu kommt, dass ihm tatsächlich die Ergebnisse seiner Teams recht wichtig sind, er fiebert da, so meine Meinung, schon zu viel mit, und ist daher auch bei der Beurteilung des Spielgeschehens nicht unvoreingenommen -- er verteidigt z.B. grundsätzlich erst einmal seine Spieler und zeigt ihnen gegenüber mehr Verständnis als fremden. Und vor dem Spiel begrüßt er zwar den gegnerischen Trainer und weist ihm die Kabine zu, mehr aber auch nicht.


    Ich denke, der Kinderspielbetrieb, und besonders derjenige mit FPL, klappt am besten, wenn man als Trainer aktiv auf die andere Partei zugeht und sich um ein freundschaftliches und kameradschaftliches Verhältnis bemüht. Man sollte, so finde ich, sich unbedingt während des Spiels in die Nähe des anderen Trainers begeben und ab und an das lockere Gespräch suchen -- dazu gibt es während eines Spieles genügend Anlässe. Tiefschürfend ist das sicher nicht, und es soll auch keine längeren und intensive Diskussionen geben, sondern einfach nur immer mal wieder ein paar nette Worte. Z.B. Anerkennung über eine gute Torwartleistung, einen besonders geschickten oder schnellen Spieler, die Bemerkung, dass man die Luft anhält, wenn zwei Kinder gleichzeitig mit hohem Bein zu einem aufgedotzten Ball gehen. Oder auch mal, dass das tatsächlich ein Foul des eigenen Spielers war, sie ja aber jetzt wieder in Ballbesitz seien und man daher nicht mehr einschreiten wolle, es beim nächsten mal aber machen werde. Ich habe am letzten Samstag auch meine Meinung mitgeteilt, dass das 6+1 eigentlich die falsche Spielform für dieses Alter sei und ich ein 3:3 auf Minitore favorisiere, was beim gegnerischen Trainer auf reges Interesse gestoßen ist: er hat gemeint, wir sollten sie doch bitte einladen, falls wir das mal machen würden. Und zwischendrin gab es mal eine Situation, in der seine Spieler meinten, der Ball sei im Seitenaus, unsere aber weiter spielten und dann auch ein Tor erzielten. Ganz so eindeutig fand ich die Situation nicht, sprang der Ball doch noch deutlich im Feld ab und wurde von einem unserer Spieler in der Luft wieder in Richtung des Feldes befördert -- ich stand ziemlich dicht dabei und konnte nicht sagen, ob er vollumfänglich die Auslinie überquert hatte.. Naja, es gab auch nicht viele Proteste und dann gab es auch gleich die Halbzeit, aber an deren Ende bin ich zu dem Trainer gegangen und habe ihn noch mal auf die Situation angesprochen und gesagt, er möge seinen Spielern doch sagen, dass sie, wenn sie eine Meinung haben, sie deutlich artikulieren sollten, denn wir haben halt drei, vier Kids, die sich sonst durchaus ihr Recht nehmen. Er stimmte mir darin zu und sagte, dass das bei ihnen natürlich genauso sei. Und damit war alles gut.

    Ich habe noch mal, weil es mich selbst interessiert hat, die durchschnittlichen Tordifferenzen der Runden und ihre Standardabweichung ausrechnen lassen. Dabei kommt heraus:

    • Runde 1: TDmittel = 7,2; StdAbw = 6,07, Tore: 118
    • Runde 2: TDmittel = 4,6; StdAbw = 2,95; Tore: 102
    • Runde 3: TDmittel = 4,6; StdAbw = 4,40; Tore: 130
    • Runde 4: TDmittel = 3,1; StdAbw = 2,88; Tore: 117
    • Runde 5: TDmittel = 2,8; StdAbw = 3,08; Tore: 104


    Ich könnte mir ja einbilden, dass man erkennt, wie das Schweizer System dafür sorgt, dass die mittleren Tordifferenzen von Runde zu Runde sinken. Und es gab in keiner Runde unter 100 erzielte Tore (bei zehn Spielen à acht Minuten (glaube ich) pro Runde). In der ein halbes Jahr zuvor gespielten Hallenrunde mit Teams im 4+1, Zehnminutenspielen und dem Filzball waren hingegen die deutlich häufigsten Ergebnisse 0:1, 1:0 oder 1:1.

    Guter Beitrag, MightyReds. Man könnte auch solch ein Modell ausprobieren, auch wenn es mir selbst noch besser gefällt, funino einmal auf Minitore und einmal auf Jugendtore zu spielen. Vierzehn Spieler gleichzeitig auf dem Platz sind meiner Meinung nach in der F-Jugend einfach noch zu viele -- bei den Mannschaftsstärken in den Altersstufen sind wir ja aber einer Meinung.


    Die deutlich höhere Zahl an Toren kann ich bestätigen, ich hatte es ja auch schon behauptet. Hier sind die Ergebnisse unseres damaligen Minifußballturniers. Da nach Schweizer Turnierform gespielt wurde, gab es in der ersten Runde noch drei sehr deutliche Partien, in den folgenden Runden wurde das besser. Verzeiht bitte die Punkte, die Forumssoftware fasst leider mehrere Leerzeichen zusammen:


    Runde 1 | Runde 2 | Runde 3 | Runde 4 | Runde 5
    . .6:5 .| . 4:2 . | . 5:5 . | . 2:12 .| . 4:4
    . .3:3 .| . 3:8 . | . 3:10 .| . 3:8 . | . 3:8
    . .0:12 | . 5:7 . | . 4:12 .| . 2:6 . | . 1:9
    . .0:14 | .12:3 . |. 15:2 . |. 10:8 . | . 4:3
    . .9:6 .| . 4:4 . | . 6:3 . | . 6:6 . | . 8:2
    . .2:6 .| . 3:6 . | . 4:5 . | . 6:6 . | . 6:7
    . .0:7 .| . 2:7 . | . 6:6 . | . 5:3 . | . 4:3
    . .3:22 | . 1:7 . | . 8:11 .| . 9:6 . | . 7:7
    . .4:9 .| . 4:9 . | . 2:11 .| . 3:6 . | . 5:5
    . .7:0 .|. 10:1 . | . 5:7 . | . 4:6 . | . 4:10


    In diesem Turnier haben übrigens E-Jugendaltjahrgänge gegeneinander gespielt. Von den zwanzig Mannschaften aus den Kadern von sieben Vereinen kannten fünf die Spielform vor dem Turnier, alle anderen kamen da zum ersten mal mit ihr in Kontakt.