Beiträge von tobn

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    Ich traue es ihm nicht zu, weil er total faul ist. Er macht nix für die Schule. Da kann man eigentlich froh sein, das es nur in 2 Fächern krieselt.


    Aber dann hat er doch eigentlich das Zeug dazu. Dann warte doch mal ab, ich hatte nicht nur einen Schulkameraden, der erst im Verlauf von Mittel- oder sogar Oberstufe 'aufgewacht' ist und sich darauf besonnen hat, was er eigentlich kann.


    Mein Problem ist folgendes. Wenn er ein schlechtes 10.Klasse Zeugnis hat (jetzt ist er in der 9. und hatte Abschluß 8 2 mangelhaft) und dann merkt, das er in der 11. überfordert ist, hat er ganz schlechte aussichten auf dem Arbeitsmarkt.


    Falls es in der Zehnten wirklich so schlecht werden könnte, müsste er das Jahr ja aber auch nicht unbedingt zu Ende machen, sondern es freiwillig wiederholen.

    Das ist ein sehr weit gefächertes Thema, Andre. Unser Verein versucht da ja auch mit zu schwimmen, man bekommt auch mit, dass es einige Vereine im Kreis gibt, die von höheren Sphären träumen und irgendwie versuchen, höherklassig zu spielen -- das scheint schon ein Ziel zu sein, das viele Trainer und andere Verantwortliche antreibt. Es ist ja auch grundsätzlich gar nichts dagegen zu sagen, aber ich erlebe hier halt auch, wozu das dann häufig führt, und da schüttele ich im besten Fall mit dem Kopf.

    Gestatte zunächst die Frage, ob die Übungen vielleicht wirklich langweilig sind. Was machst du denn genau?


    Ich vermute aber, dass die Ursache des Problems eher woanders liegt, und eher bei den Fähigkeiten der fraglichen Spieler, ihrer Selbsteinschätzung, dem Selbstbewusstsein und ihrem Stand in der Gruppe zu suchen sind. Um zu einem genaueren Schluss zu kommen, müsste ich sie aber eine Zeit lang recht genau beobachten können, was aber ja leider nicht möglich ist. Meiner Erfahrung nach sind aber die meisten Kinder, die behaupten, etwas sei langweilig, oder die bei einer Aufgabe erkennbar und augenscheinlich absichtlich unter ihren Möglichkeiten bleiben, vor allem verunsichert und trauen sich nicht viel zu. Sie überspielen das dann mit den typischen Äußerungen und machen eher den Kasper als sich wirklich zu bemühen, weil sie sowieso keine Chance sehen, es gut genug bzw. so gut wie die anderen machen zu können. Der sich ansammelnde Frust äußert sich häufig auch in destruktivem Verhalten im Spiel, angefangen bei noch recht harmloser Teilnahmlosigkeit und der Suche nach individuellen Alternativaufgaben (à la "ich bleibe jetzt hier (ganz alleine, Anm. des Verf.) hinten und schütze das Tor!") bis hin zur massiven Störung des Spiels, z.B. durch permanentes Wegtreten des Balles oder regelwidrigem Stören beim Einwurf, oder sogar physischer Abreaktion an Mit- und Gegenspielern. Da du schreibst, dass die Mannschaft eher schwach ist, vermute ich die eigentlichen Ursachen eher in dieser Richtung.


    Wie sieht denn das Gefüge des Teams aus? Erzähle da doch bitte mal etwas mehr. Ich habe den Eindruck, dass Ihr erst einmal viel mehr Kümmerer sein müsst als Fußballtrainer.

    Das sind einfache Aufbauten bei denen der Fokus auf vielen Wiederholungen einzelner Techniken mit Torabschluss liegen. Das ganze ist meist so aufgebaut das die Kinder eine Technik machen - zum Beispiel 5x Ziehen-Vorlegen durch eine Hüttchenreihe dann ein Wende- oder Frontaltrick und eine zweite Hüttchenreihe für eine weitere Technik und abschließend vor dem Abschluss noch einen Frontaltrick.


    Das klingt ja, als wäre es hochgradig kompatibel mit der MFS. ;)

    Ja, das ist auch der Unterschied im Bewegungsablauf, den ich erkennen kann. Ich finde nur, dass das kaum der Rede Wert ist... Letztlich ist es ja so, dass man so tut, als würde man den Ball mit der Außenseite des Fußes nach außen am Gegenspieler vorbei nehmen, tut das aber gar nicht, sondern geht am Ball vorbei oder über ihn drüber hinweg, setzt den Fuß auf und nimmt ihn stattdessen mit der Außenseite des anderen Fußes an der entgegengesetzten Seite des Gegenspielers vorbei. Ich finde da die Bewegung über den Ball realistischer als den Schlenker um den Ball herum, aber die Täuschung an sich wirkt auf mich im Endeffekt identisch.


    Mit dem Hinweis auf den englischsprachigen Raum hast du natürlich recht, da heißt die Finte "Scissors". Bei Coerver ist der "Stepover" hingegen das, was bei uns als Rivelino bezeichnet wird. Und das ist letztlich ein von außen nach innen durchgeführter Übersteiger, im Gegensatz dazu wird bei Schere/Übersteiger der Fuß ja von innen nach außen über den Ball geführt. Ach ja, bei Schere/Übersteiger wird dann der Ball mit dem anderen Fuß mitgenommen, während das beim Rivelino mit dem Fuß geschieht, der über den Ball gezogen wurde -- mit dem anderen ginge es auch schlecht, es sei denn, man würde den Ball in Ronaldo-Trick-Manier hinter dem Standbein spielen (wie beim Titiano Tonaldo von der Fußballtricks für Kids vol. 1 des DVDFussballtrainers)..

    Ich habe in den nächsten Wochen im Training immer mal wieder den Rivelino erwähnt und ihn auch mal spontan, als die Gruppe für die von meinem Kollegen aufgebaute Übung zu groß war, noch mal durchgenommen. Eigentlich hatte ich alle paar Wochen eine neue Finte oder einen neuen Trick zeigen und dann ebenfalls mit einem Video unterfüttern. Dazu ist es seitdem aber noch nicht gekommen, weil wir uns in letzter mehr dem Schwerpunkt Passen verschrieben haben. Aber ich würde es gerne wieder aufnehmen, damit es eben keine Eintagsfliege bleibt. Mal sehen, vielleicht nehme ich morgen schon die Schere / den Übersteiger ran. Dazu mal eine Frage in die Runde: gibt es einen Unterschied zwischen den beiden? Mir kommen sie nahezu bis gänzlich identisch vor..

    Es gab von den Eltern kaum Resonanz. Ein Papa fand den Vorschlag toll, den Trick auch. Das war die einzige Rückmeldung außer der zitierten. Im nächsten Training habe ich dann aber die Kinder danach gefragt, ob ihre Eltern ihnen das Video gezeigt hätten und das wurde von den allermeisten bejaht. Insofern sind sie dem Aufruf offenbar durchaus gefolgt. Und in der Folge haben einige Kids auch von Rivelino erzählt, der eine z.B., dass er ihn jetzt auch in der Schule beim Fußballspielen auf dem Pausenhof anwendet, der andere bei Spiel mit Fintenbelohnung (drei Tricks geben ein Tor), usw. Ich bin mit der Maßnahme also durchaus zufrieden.

    Hi Kollegen


    Weil hier so oft von Schwierigkeiten und Problemen die Rede ist, möchte ich doch mal ein erfreuliches Erlebnis mit Euch teilen. Und zwar hatte ich den Eltern unserer F-Funioren vor einer Weil mal einen Link zu einem Video des Rivelino geschickt, den wir da gerade den Kids im Training beigebracht haben, verbunden mit dem Vorschlag, diesen doch auch außerhalb des Trainings mit den Kids zu üben. Daraufhin erhielt ich von der Mama eines eher kleinen und schwächeren, und auch noch eher verspielten Jungen eine E-Mail, auf die ich wie folgt antwortete (alle Namen verändert):



    Kurz darauf haben wir uns dann auch beim Hallentraining mal kurz unterhalten, sie hat sich bedankt und gefragt, was ich denn beruflich mache und ob ich da Kundenkontakt hätte. ;) Ich habe ihr einen Ball genannt und den Laden, wo sie ihn bekommen kann. Außerdem hat sie mit meinem Sohn, im Folgenden Gregor genannt, der als jugendlicher Co-Trainer bei uns hilft, einen Termin ausgemacht, zu dem er sich mit Paul getroffen hat, um auf den Fußballplatz zu gehen und einfach irgendwas mit dem Ball zu machen -- Gregor hat dafür von ihr auch fünf Euro bekommen.


    Und nun erreichte mich am Samstag folgende Nachricht per WhatsApp:



    Das sind doch die Mitteilungen, für die man sich die ganze Mühe macht, oder?

    Ich habe es damals so praktiziert und würde es auch wieder so machen, dass ich nicht mehr als drei Auswechselspieler zu einem Spiel nehme. Beim 6+1 würde ich also maximal zehn Spieler aufbieten. Sonst ist die Nettospielzeit zu niedrig. Wir haben in der E-Jugend sogar i.d.R. nur neun Spieler aufgeboten, das erste Jahr freiwillig, da hatten wir mir einem 16er-Kader nur eine Mannschaft gemeldet, im zweiten Jahr gezwungenermaßen, da wir mit einer um zwei Spieler höheren Kaderstärke zwei Teams gemeldet hatten. Bietet man weniger Spieler auf als man im Kader hat, so muss man bei den Einsätzen unbedingt rotieren, und ich würde auch unbedingt die Mannschaftszusammenstellung immer wieder variieren, also praktisch in jedem Spiel eine andere Mannschsftszusammenstellung wählen, damit sich keine Mannschaften innerhalb des Teams bilden.


    Ihr seid mit sechzehn Spielern schon knapp an der Grenze, bei der man zwei Mannschaften melden könnte. Das führt dann dazu, dass die Spielzeit pro Spieler ziemlich niedrig ist, da Ihr ja nur eine Mannschaft habt. Ich würde daher empfehlen, noch jede Menge Freundschaftsspiele auszumachen, am besten eines zu jedem Heimspieltermin, wenn da die andere Platzhälfte frei sein sollte. Dann tragt Ihr an diesem Tag mit zwei Mannschaften gleichzeitig nebeneinander ein Pflicht- sowie ein Freundschaftsspiel aus. Dabei würde ich unbedingt darauf achten, dass die Einsätze in beiden Spieltypen ebenfalls gleichmäßig verteilt sind, ein Pflichtspiel sollte meiner Meinung nach in keiner Weise in dieser Situation eine höhere Bedeutung haben als ein Freundschaftsspiel. Es ist auch ganz wichtig, das den Eltern zu verklickern. Und um es zu unterstreichen, sollte man sich auch darin abwechseln, wer vom Trainerteam welches Spiel betreut.

    Gleich zu Beginn: 13 Kinder halt ich noch nicht für einen sonderlich großen Kader, das ist für F- und E-Junioren, die 6+1 spielen, ziemlich nahe dem Optimum. Für eine D-Jugend und dem D9 ist das schon das Minimum, und wenn man mal ganz weit in die Zukunft blickt, so bekommst du damit mit ziemlicher Sicherheit keine elf Mann in der C-Jugend auf den Platz. Insofern solltest du meiner Meinung nach nicht bestrebt sein, den Kader zu verkleinern oder zu beschränken, sondern eher darum, ihn noch zu vergrößern. Das setzt aber natürlich voraus, dass du entsprechend Unterstützung erhältst und das Training nicht alleine bestreiten musst.


    Wie meine Vorredner schon sagten ist ein heterogener Kader im Breitensport völlig normal. Man muss da den Spagat schaffen, möglichst alle Spieler gleichermaßen zu fordern und zu fördern, und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sie sich als ein Team verstehen. Gerade der letzte Punkt, die Integration aller Spieler ins Team, die Verhinderung der Grüppchenbildung, die Förderung der gegenseitigen Unterstützung aller Spieler untereinander und die Prävention gegenüber Arroganz, Überheblichkeit und Gehässigkeit auf der einen, Frustration und Minderwertigkeitsgefühlen auf der anderen Seite, wird von vielen Kindertrainern in seiner Bedeutung unterschätzt und ihm zu wenig Aufmerksamkeit und Energie geschenkt. Bei aller verständlicher Begeisterung darüber, wie toll die besten Spieler eines Kaders die Sache schon machen, darf man als Trainer die übrigen Spieler nicht aus den Augen verlieren, sonst bekommt man sie über kurz oder lang nicht mehr zu Gesicht..


    Die Hinweise auf die aktuelle ft Junior sind schon sehr gut. Es ist durchaus sinnvoll, eine heterogene Gruppe im Training zu trennen und jeder Teilgruppe Aufgaben zu stellen, die ihrem Niveau entsprechen. Dabei würde ich aber versuchen, letztlich die gleiche Übung oder Spielform zu nehmen und sie nur im Schwierigkeitsgrad abzuwandeln. Das ist im Aufbau und in der Planung einfacher, außerdem haben die Kinder nicht das Gefühl, etwas anderes zu machen, was sonst schnell zu Neid oder Überheblichkeit führen kann. Ich würde auch versuchen, die Gruppe immer mal wieder gemeinsam etwas machen zu lassen oder auch völlig gemischte Gruppen zu bilden, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu fördern bzw. nicht außen vor zu lassen. Das kann man z.B. sehr gut im Aufwärmteil machen, wenn man ja häufiger mal nicht so viele reine Fußballelemente drin hat: beim Leibchenfangen spielt z.B. die Ballfertigkeit keine Rolle, ebenso wenig wie bei einer Sprint- oder Koordinationsstaffel, dem Fun-Jogging von Dirk Coerverfan oder Naka Naka aus der Sammlung von Matze Nowak.

    Ja, bei den zehn bis zwanzig Stunden ist das Training und das Spiel mit drin, außerdem ist es brutto gerechnet, also mit An- und Abfahrt und Vor- wie Nachbereitungszeit, wodurch ein 90-minütiges Training z.B. deutlich länger dauert: eine halbe Stunde Planung, dann eine Viertelstunde Fahrzeit, eine halbe Stunde eher am Platz sein zum Aufbauen, etc., dann neunzig Minuten Training, eine halbe Stunde für Aufräumen und Nachbereitung, und dann noch eine Viertelstunde Heimfahrt, das macht zusammen (30+15+30+90+30+15) min = 210 min, also dreeinhalb Stunden. Wenn es um ein Spiel geht, ist man i.d.R. ja eine Stunde vorher auf dem Platz, dann dauert das Spiel bis zum Ende der E-Jugend noch ca. eine Stunde, noch eine halbe Stunde für die Nachbesprechung und das Umziehen, und an jedem zweiten Spieltag hat man (zum Auswärtsspiel) eine etwas längere Anreise.


    Dazu kommt dann noch die ganze übrige Planung, angefangen natürlich mit der längerfristigen Trainingsplanung. Aber auch Spieleinsätze, Turniertermine, etc. Und dann das, womit kaum einer rechnet: man macht sich ja auch Gedanken darüber, wie es mit dem Team und den einzelnen Spielern weiter gehen soll, ob man allen geeignet gerecht wird oder ob man etwas ändern sollte. Man liest Bücher, holt sich hier im Forum Anregungen, schaut mal eine DVD und besucht vielleicht sogar mal eine Fortbildung. Je nach Engagement kommt da noch eine ganz unterschiedliche Menge an Zeit zusammen. Hat man ein Trainerteam, bei dem man nicht einfach nur Hütchenaufsteller als Kollegen hat, sondern solche, die man aktiv mit einbeziehen möchte, dann muss man sich noch regelmäßig mit ihnen austauschen -- solche Gespräche dauern gerne eine Stunde oder mehr, denn man plaudert ja mindestens die halbe Zeit über die Spieler und anderes Zeugs und eben nicht darüber, was und wie man genauer trainieren möchte -- das ist übrigens auch absolut OK, weil genauso notwendig. Ab und an hat man dann noch anlassbezogene Gespräche mit einzelnen Spielern und Eltern zu führen. Und außerdem möchte ja noch mindestens ein Elternabend pro Saison vorbereitet und durchgeführt werden. Wenn nur einer, dann muss es daneben noch ein oder zwei längere Informationsbriefe geben, an denen man auch gerne mal zwei Abende sitzen kann.


    Und richtig viel wird es, zum Glück aber nur für einen beschränkten Zeitraum, wenn man mal ein eigenes Turnier ausrichtet. Oder wenn man sich selbst darum kümmert, dass neue Trikots, Anzüge oder Bälle bestellt werden.


    Von der Organisation der Bewirtung, etc. habe ich noch gar nichts geschrieben, das würde ich auch unbedingt die Eltern in Eigenregie übernehmen lassen. Aber die übrigen, o.g. Aufgaben sind nahezu allesamt Sache der Trainer..

    Du musst letztlich selbst beurteilen, was da zu erwarten ist. Sicher könnte es Unmut bei den anderen Spielern geben, aber darauf hast du als Trainer auch keinen kleinen Einfluss. Ich habe bei meinen Mannschaften bisher immer unmissverständlich klar gemacht, dass ich es nicht toleriere, wenn Spieler auf dem Platz angemault oder ausgeschlossen werden, oder wenn schlecht über einzelne Spieler geredet wird. Ich konnte ihnen, glaube ich, bisher auch immer recht gut verdeutlichen, dass keiner gerne Fehler macht oder absichtlich schlecht spielt, und dass man bei jedem Spieler Kritikpunkte im Spiel findet. Dass andererseits die Leistung eines Spielers garantiert nicht besser, sehr wohl aber schlechter wird, wenn man ihn behandelt wie oben beschrieben. Und so konnte ich auch die schwächsten Spieler einsetzen. Ich habe dabei aber auch darauf geachtet, sie zunächst mal dort einzusetzen, wo die Gefahr, dass sie überfordert werden, etwas geringer ist, und wo ihre Fehler auch nicht gleich zur Katastrophe führen.

    Erstaunlich, dass Ihr bei so einer Kaderstärke überhaupt so hoch spielt, wobei es ja auch ein wenig zu hoch zu sein scheint.. Wie du sagst, siebzehn Spieler sind noch keinesfalls zu viel für eine C-Jugendmannschaft.


    Wenn die aktuelle Spielklasse für dein Team sowieso schon eine harte Nuss ist und dann noch dieser schwächere Spieler dabei ist, dann würde ich dir empfehlen, daneben noch einige Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus niedrigeren Spielklassen auszumachen. Da gewinnt deine Truppe eher auch mal und du kannst den Neuling auch bringen.

    Ich bin erst in der achten Spielminute angelangt, denn gestern habe ich das Spiel nicht angesehen. Damit habe ich den Vorteil, nach Belieben hin- und herspringen zu können. =) Aber ich kann halt noch nicht sagen, wie die drei von dir genannten Spieler über die restliche Spielzeit aussehen werden. Mir fiel eben aber schon auf, dass in den paar Minuten nach dem Gegentor die Bayern doch etwas verunsichert und eher vorsichtig spielten, z.B. als Bernat nach dem schönen Pass die Außenbahn entlang den Angriff nicht durchzieht, sondern wieder zurück passt und Porto sich wieder gut sortieren kann -- allerdings sieht man da ja nicht, wie der Rest des Spielfelds aussah, Bernat können da auch gut die Abnehmer gefehlt haben, weshalb er dann hätte abbrechen müssen. Und die Bayern kamen nicht in ihr Gegenpressing rein, sie konnten Porto in deren Hälfte nicht unter Druck setzen. Und Boateng, Dante und Neuer probieren es mit langen Bällen. Mal gucken, wie sich das weiter entwickelt.


    Zu deinem Thema: da stimme ich dir schon zu, ich habe ja auch geschrieben, dass Neuer, so wie ich es sehe, schon am Boden lag und Martinez dann bewusst den Kontakt gesucht hat, wie für einen Stürmer ja aber auch typisch.. Ja, ich finde auch, dass das kein Foul war und es daher hätte gar keine Strafe geben sollen. Aber ich befürchte, dass ich an der Stelle des Schiedsrichters genauso bzw. noch härter entschieden hätte, weil ich in Normalgeschwindigkeit die Situation falsch gesehen hätte. Man sieht Neuer auf Jackson zuspringen, der legt den Ball vorbei und macht in seiner Bewegung den Schritt nach vorne, es kommt zum Kontakt und der Angreifer fliegt. Und zwar alles ungefähr viermal so schnell wie es sich hier liest. Ich halte den Elfer für eine Fehlentscheidung, aber für eine entschuldbare. Beim Foul an Alonso durch Martinez unmittelbar davor gab es aus meiner Sicht auch eine Fehlentscheidung.


    Ich denke, es ist halt auch so, dass du sehr genau auf die Aktionen der Torhüter schaust und dir viele Situationen unweigerlich aus dem Blickwinkel des Torwarts siehst. Das dürfte bei den wenigsten Zuschauern, inklusive den Schiedsrichtern, so sein. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sie sich genauer mit den Belangen der Torhüter beschäftigen würden, ich kann mir das gut vorstellen. Aber durch diese Unterschiede im Fokus kann es halt auch zu verschiedenen Meinungen kommen.

    Meiner Meinung nach war das Tackling von Jackson Martinez gegen Xabi Alonso ein Foul, wäre das abgepfiffen worden, so wäre Neuers Aktion dann völlig irrelevant geworden. Da der Schiri das aber anders sah, wurde Neuer vor eine ungeheuer schwere Aufgabe gestellt, sah er sich doch einem aus zentraler Position an der Strafraumgrenze auf ihn zu dribbelnden Angreifer bei großer Distanz gegenüber. Er musste also schnell dem Angreifer entgegen laufen und hat dann die Grätsche ausgepackt, wohl in der Hoffnung, dass der Ball an seinem Bein hängen bleiben wird, wenn der Angreifer versucht, ihn an ihm vorbei zu legen. Das ist riskant, das weißt du ebenso wie ich, und Manuel Neuer sowieso, denn natürlich ist die Gefahr groß, dass man in den Mann hinein springt und eben dessen Fuß oder Bein vor dem Ball erwischt. Ich meine, in der Zeitlupe erkennen zu können, dass Neuer aber vor Jackson Martinez landet und dieser erst einfädelt bzw. den Fuß an Neuer hängen lässt, als dieser bereits vor ihm liegt, er bleibt praktisch beim Drüberspringen an ihm hängen, ich behaupte auch, dass er das ganz bewusst macht. Ebenso wie Robben bei der letzten WM übrigens, da empfand ich die Situation übrigens als noch mehr nach Schwalbe riechend als hier. Hier war die Situation, so mein Dafürhalten, aber für den Schiri nicht leicht zu erkennen, in Normalgeschwindigkeit und beim ersten Durchlauf hätte ich auch auf Strafstoß entschieden, und sogar auf den Platzverweis für Neuer. Und als Trainer hätte ich mich über die vorangegangenen Fehler von Dante, der den Pass zum zwar eigentlich zunächst tief genug stehenden Alsonso spielt, aber Jackson Martinez hatte ja schon Tempo auf Alonso aufgenommen, als Dante den Pass spielte -- Alonso musste fast schon in Bedrängnis geraten -- das war eine astreine Pressingfalle, auf die die Bayernspieler reingefallen sind. Und Alsonso hat das auch zu spät erkannt, sonst hätte er dem Ball entgegenlaufen oder ihn direkt zurück zu Dante prallen lassen können, oder ihn zu Neuer spielen. Wenn man sich die Situation beim Rückpass von Bernat zu Dante anschaut, so kann man das Pressing von Porto gut erkennen. Wahrscheinlich wäre der Flugball zum scheinbar freien Götze am Ende des Mittelkreises für Dante die bessere Option als der Rückpass auf Alonso gewesen, hätte er damit doch fünf oder sechs Portugiesen überspielt bei gleichzeitig noch guter Absicherung durch die Anwesenheit von beiden Innenverteidigern, dem Sechser und einem Achter hinter dem Ball.

    Ich denke, der Optimalfall hängt davon ab, unter welchem Gegnerdruck der "Wandspieler" steht. Ist er relativ eng markiert, so ist der Pass zum gegnerfernen Fuß sinnvoller, häufig wird er dann ja auch mit Rücken oder der Schulter zum Tor agieren. Hat er hingegen genügend freien Raum vor sich, so dürfte es sinnvoller sein, den Ball in den vorderen Fuß oder sogar ein bisschen in seinen Lauf zu spielen. Dann gibt es für den Passempfänger ja auch zwei Optionen der Spielfortsetzung: er kann den Doppelpass spielen, es kann aber gut sein, dass es besser ist, selbst aufs Tor zu gehen, solange er den Platz dazu hat. Der Passgeber sprintet dabei in den meisten Fällen dennoch sinnvollerweise an seinem Gegenspieler vorbei in die Tiefe, um sich anzubieten.

    Ich kann meinen unmittelbaren Vorrednern nur beipflichten. Bei zweimaligem Training plus einem Spiel in der Woche bin ich eigentlich stets zwischen zehn und zwanzig Stunden beschäftigt gewesen.

    Hallo tobn, Du hast eigentlich in allen Punkten recht.


    Naja, das sind halt so meine bisherigen Erfahrungen, die ich dir nicht vorenthalten wollte. Du kannst ja mal schauen, welche du machst und ob du mit meinen Tipps etwas anfangen kannst. Auf jeden Fall würde ich dir empfehlen, bezüglich funino beharrlich zu bleiben, denn auch bei Kindern ist es so, wie bei den Landwirten: was sie nicht kennen, das mundet ihnen zunächst oft nur eingeschränkt.. ;)


    Und dann finde ich auch, dass man funino durchaus auch durch eigene Regeln abwandeln und/oder ergänzen sollte, wenn man feststellt, dass einem da etwas fehlt oder dass irgendwas noch besser laufen könnte.


    Ich musste mir sowieso was einfallen lassen, daher dachte ich zwei Felder mit verschiedenen Niveaus sind hilfreich. Aber wie geschrieben bin ich ja erst seit letzter Woche auf Funino.


    Da bin ich, wie hoffentlich deutlich wurde, auch bei dir. Obwohl die Kids (oder vielmehr einige, das sind dann vermutlich eher die vorlauten) immer wieder danach fragen, ob sie zum Abschluss ein "großes Spiel" machen können, gehen wir nur selten auf diesen Wunsch ein, und wenn, dann liegt das meistens daran, dass uns die Zeit dafür fehlt, drei oder vier kleinere Felder aufzubauen -- berufsbedingt dauert unser Training aktuell nur 75 Minuten und wir hatten gestern z.B. 27 Kinder im Training. Aber i.d.R. trennen wir die Kinder in möglichst leistungshomogene Untergruppen auf, aus denen wir dann die Mannschaften für die Abschlussspiele bilden. Denn, wie du auch feststellst, dominieren die stärkeren Spieler in bunt durchmischten Mannschaften zu sehr und die schwächeren kommen überhaupt nicht zum Zug. Das bringt dann weder den einen noch den anderen so richtig viel.


    Ich habe etwas Angst das mir die guten Spieler abspringen, weil die schlechteren das Spiel ziemlich vermasseln. Ich weiss das es hier im Forum oft um die Benachteiligung der schwächeren Spieler geht. Finde ich auch im Grunde gut. Ich finde aber auch das man den ehrgeizigen und guten Kindern auch eine Möglichkeit geben muß mal richtig Fußball zu spielen.


    Wenn ich jetzt mal den ersten Satz dieses Abschnitts außen vor lasse, finde ich das, was du sagst, vollkommen OK. Ich finde, dass jedes Kind gleichermaßen zu seinem Recht kommen sollte, egal ob mehr oder weniger talentiert. Ich bin dann durchaus bei dir, wenn du meinst, dass es den stärkeren Spielern mehr Spaß macht, wenn sie untereinander spielen können. Das trifft auf die schwächeren ja im Übrigen ebenso zu. Insofern halte ich es sogar für sinnvoll, wenn man bei so einer Zusatzgeschichte auf Privatinitiative, wie sie dein Fußballtreff ja darstellt, leistungshomogene Gruppen bildet -- das würde aber auch heißen, dass Du ggf. zwei Termine anbieten müsstest, oder aber einige Kinder ausladen. Im Verein sehe ich die Sache übrigens etwas anders -- vielleicht schreibe ich dazu mal einen Beitrag für Uwe.


    Der erste Satz des zitierten Abschnitts lässt mich unweigerlich etwas zusammen zucken. Ich kann die Empfindung durchaus nachvollziehen, muss aber davor warnen, sich von ihr leiten zu lassen. Nicht nur bei der bisherigen Mannschaft meines Sohnes sowie der Vorgängermannschaft eines Teils von ihr hat auch diese Absicht dazu geführt, dass bereits gut zwei Dutzend Kinder zu überwiegenden Teil ganz mit dem Fußball aufgehört, zum kleineren Teil den Verein gewechselt haben. Ich weiß nicht, wie alt dein Sohn ist, ich erlebe aber hier, dass viele Eltern von talentierten F- und E-Junioren sehr darauf bedacht sind, dass ihre Kinder nur ja möglichst optimal gefördert werden sollen, vielfach wird der Wunsch geäußert, dass sie unter vermeintlichen Ihresgleichen trainieren und spielen sollten, wobei die Überzeugung vorherrscht, dass sie nur unter solchen Bedingungen ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Gänzlich von der Hand zu weisen ist das nicht, aber nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen ist da viel weniger dran als diese Eltern meinen. Und umgekehrt muss man schwer darauf acht geben, dass diese Spieler nicht arrogant und überheblich werden. Mir persönlich wird da im Kinderbereich viel zu sehr der Egoismus und der persönliche konkurrenzorientierte Leistungsgedanken à la Casting-Show befördert. Langfristig verursacht das, so meine Meinung, mehr Schaden als dass es Nutzen bringt, und zwar auch für die stärkeren Kinder. Für die anderen ist es sowieso von Anfang an doof..


    Verstehe das bitte nicht als Vorwurf an dich, ich finde deine Initiative wunderbar. Aber neben dem Wunsch nach individueller sportlicher Verbesserung und dem ureigenen Spaß am Spiel sollten meiner Meinung nach die sozialen und ideellen Werte des Mannschaftssports eine ebenso große Bedeutung genießen.


    In der Mannschaft meines Sohnes können nur 4 von 16 was. Da wird weder beim Training noch beim Punktspiel auf ihre Bedürfnisse eingegangen, auch wenn das wohl die Ausnahme ist.


    Punktspiel ist noch so ein Begriff, bei dem ich zusammen zucke, wenn ich ihn im Zusammenhang mit dem Kinderfußball höre (oder lese). Ich bezeichne die Dinger als Pflichtspiele, die so heißen, weil man eben dazu verpflichtet ist anzutreten. Die Punkte sind mir im Kinderbereich schnurz.


    Ich finde es aber durchaus nicht verkehrt, wenn man zusätzlich zum Training noch weitere Angebote macht, die dann gezielter auf die Bedürfnisse der verschiedenen Spielergruppen eingehen. Man muss als Verein halt nur aufpassen, dass sowas das Sozialgefüge nicht zu sehr stört.


    Beim Funino fällt das wirklich sehr auf.


    Stimmt. Wenn die Zusammensetzung oder die zahlenmäßige Stärke der Gruppe es einem nicht ermöglicht, die schwächeren Spielern von den stärkeren zu trennen, so muss man, wenn man will, dass auch die Schwächeren am Spiel teilnehmen, mit Zusatzregeln arbeiten. Ich habe in der Vergangenheit z.B. verlangt, dass erst dann ein Tor erzielt werden darf, wenn zuvor jeder Spieler der Mannschaft am Ball war. Man kann auch mit Wertungen hantieren, so wird z.B. beim Kinderhandball im 2x3:3 am Ende des Spiels die Zahl der geworfenen Tore mit der Zahl der Torschützen multipliziert. So gewinnt dann eine Mannschaft, bei der drei Spieler jeweils ein Tor geworfen haben, z.B. gegen eine, bei der zwei Spieler jeweils zwei Tore erzielt haben, denn 3x3=9 > 2x4=8. Da die Multipliziererei am Ende für die Kids eher abstrakt und während des Spiels nur wenig greifbar ist, habe ich schon überlegt, dass man auch so verfahren könnte, dass das erste Tor eines Spielers vier Punkte wert sein könnte, das zweite zwei, und alle folgenden noch einen. So wäre das erste Tor des schwächsten Spielers genauso attraktiv wie vier des stärksten.


    Um solche Regeln einzuführen, habe ich übrigens recht gute Erfahrungen damit gemacht, auch mal selbst mit zu spielen. Man ist dann mittendrin und kann die Kinder schneller und oft auch besser erreichen als wenn man am Rand steht. Es ist auch leichter, das Spiel mal schnell zu unterbrechen, um kurz etwas zu erklären.


    Dann mache ich mal einen Termin und versuche es nur mit den guten, dann einen mit den weniger guten. Und evtl. können wir dann mal auf zwei Plätzen gleichzeitig spielen.


    Klingt nach einem sinnvollen Vorgehen. :thumbup:


    Aber ehrlich gesagt bin ich so schon ziemlich fertig nach den 2 Stunden, da muss ich nicht noch mehr Stress haben.
    Hatte ich erwähnt das ich dass alleine mache? :wacko:


    Jaja, willkommen im Klub. :P


    Gut bewährt hat sich das Buchungssystem auf der Homepage für besondere Anlässe, da begrenze ich die Anzahl der Tickets, und wer zuerst bucht, der ist dabei. Da gibt es kein Gemecker.


    Ich pflichte Karl gerne bei, dein Projekt macht auf mich einen sehr guten Eindruck! :thumbup: Ich hoffe auch, dass du meine Äußerungen bisher nicht als Kritik verstanden hast.