Hört sich doch gut an, ich wünsche Euch weiterhin alles Gute.
PS: Da ich in meinem Profil die Hintergrundfarbe des Forums vom ursprünglichen Orange auf Weiß verändert habe, kann ich deine Signatur überhaupt nicht lesen.
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Angesichts der Tatsache, dass Horst Wein lange in Spanien unterwegs war und der Subtext zum Titel seines Buches "Spielintelligenz im Fußball kindgemäß trainieren" lautet: "Übersetzung des offiziellen Textes des spanischen Fußballverbandes", vermute ich, dass die Landschaft in Spanien ähnlich divers und heterogen ist wie hier in Deutschland.
Das haust du hier so trocken raus :).
Tja, manche Dinge sind halt einfach nicht so kompliziert oder schwierig. Vierjährige gehören noch nicht in den Spielbetrieb. Und selbst bei Fünfjährigen würde ich damit noch äußerst sparsam umgehen und sie keinesfalls zu einem Spielbetrieb, wie er bei uns im Kreis üblich ist, anmelden. Da wird bei den Bambini bereits in Ligen gespielt, man hat also alle zwei Wochen oder so ein Spiel gegen einen anderen Verein. Ergebnisse werden gemeldet, eine offizielle Tabelle gibt es aber nicht. Dennoch finde ich das verkehrt. Man kann mit Bambini auch gegen andere Teams spielen, aber das sollte man tatsächlich im Rahmen von Spielefesten machen, wie Karl es erwähnt, bei denen es noch weitere Angebote neben den Fußballspielen gibt, bei denen die Ergebnisse der Fußballspiele unwichtig sind und am Ende alle gewinnen, und bei denen in Mannschaften mit höchstens vier Spielern auf kleinen Feldern gespielt wird.
Aber, wie gesagt: Vierjährige gehören nicht in den Spielbetrieb. Für sie macht man nicht mal Fußballtraining, sondern ein Sportprogramm, das sich am Kinderturnen orientiert. Da dürfen gerne auch verschiedene Bälle immer wieder dabei sein und man darf auch ab und an Fußball spielen. Aber Fußballtraining macht man in diesem Alter noch nicht, das wäre viel zu einseitig und langfrsitig zum Nachteil der Kinder.
Ich mache das ganze noch nicht so lange und ich bin immer davon ausgegangen, dass die Spieler die da sind, auch spielen sollen. Auf die Idee jetzt einfach zu sagen "die spielen noch nicht", wäre ich jetzt nicht gekommen. Vor allem weil viele Eltern mit ihren Vierjährigen schon nach dem zweiten Training fragen, wann sie denn in den Spielbetrieb mit aufgenommen werden.
Macht ja nix, wir haben alle mal angefangen. Wobei es bei mir damals so war, dass es für die jungen Bambini tatsächlich noch keinen Spielbetrieb gab, damals war der noch in Form von Turnieren organisiert und die jungen Bambini -- sie waren damals alle fünf oder sechs Jahre alt -- haben erst zur Rückrunde an ein bis drei Einladungsturnieren teilgenommen, erst in der G1, also dem letzten Jahr der G-Jugend waren sie dann im Regelspielbetrieb. An dem haben damals die 2001er teilgenommen, ab und an habe ich auch mal einen der 02er mit genommen, die schon länger dabei waren, also ca. drei Monate. Als die Zahl der 02er dann so angestiegen war, dass 01er und 02er zusammen auf die dreißig Kinder zugingen, wurden sie getrennt, so dass ich die 01er weiter betreute und ein neuer Trainer die 02er und die paar 03er, die da dann schon dabei waren.
Die Entwicklung, dass auch Vierjährige schon in die Fußballabteilung gehen, kam erst zwei, drei Jahre später. Wobei diese Altersstufe bei uns nicht unter Bambini läuft, sondern getrennt von der G-Jugend als "Fußballmäuse" betreut werden. Das finde ich auch sinnvoll. Noch sinnvoller wäre es, das irgendwie gemeinsam mit der Abteilung Turnen zu machen.. Und wichtig wäre auch, dass klar ist, dass auch Bambini noch kein reines Fußballtraining erhalten sollten -- wenn ich da bei uns aktuell das Training der G1 wird, läuft es mit kalt den Rücken runter...
Was in manchen Vereinen ganz Normal ist, scheint bei anderen undenkbar zu sein. Ich habe in meiner U7 von über 30 Kindern 7 Kinder vom Jahrgang 2010 dabei, die auch schon am Spielbetrieb teilnehmen.
Es ist noch nicht zu spät, damit wieder aufzuhören.
Dann meldet man sie eben noch nicht zum Spielbetrieb an. Das hat Zeit.
Du könntest auch gemischte Teams aus Erwachsenen und Kindern bilden.
Damit ist sie ja sogar noch in der ersten Jahreshälfte geboren und dürfte daher keine altersbedingten Nachteile gegenüber den Jungs haben. Ich würde versuchen, sie bei ihrem Jahrgang zu lassen, und auch möglichst wenig Aufhebens um den Geschlechtsunterschied machen.
Wir haben selbst übrigens auch eine Tochter, Jg. 2003. Sie spielt Handball und hat das bis zum Ende der E-Jugend gemeinsam mit gleichaltrigen Jungs gemacht. Dann kam bei uns zum ersten mal seit vielen Jahren wieder eine Mädchenmannschaft zustande, die zu einer Hälfte aus ihrem Jahrgang und zur anderen aus Spielerinnen des Jahrgangs darüber besteht. Tja, und die sind dann gleich Meister der Bezirksoberliga geworden, mit einem SUN-Verhältnis von 18:0:0 und einem Torverhältnis von 516:260 -- beim Zeitplatzierten beläuft es sich auf 346:292. Ich behaupte, dass es in den meisten Fällen und einen geeigneten Trainer vorausgesetzt besser für die Mädels ist, wenn sie lange gemeinsam mit den Jungs trainieren und spielen. Wichtig ist dabei aber natürlich, dass der Trainer keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungs macht und das auch von seinen Spielern verlangt.
Vollkommen richtig, ich würde sie auch nur dann bei den um ein Jahr jüngeren Jungs belassen, wenn sie unter denen ihres Alters nicht zurecht kommt. In welchem Monat hat sie denn Geburtstag?
Ich teile deine Beobachtung, Grätsche. So sichten die Trainer unseres Stützpunktes praktisch überhaupt nicht -- wir sahen damals, als wir eine der drei Mannschaften des Kreises für die Gruppenliga stellten, bei einem einzigen Spiel, das nämlich zwei dieser drei Vereine gegeneinander bestritten, einen Trainer unseres Stützpunktes. Trainer des im Nachbarkreis beheimatetetn Stützpunkts waren hingegen bei fast jedem dritten Spiel einer Mannschaft aus ihrem Kreis gegen unser Team zugegen. Sie sprachen uns auch auf einige Spieler an, um zu fragen, ob sie denn auf dem Stützpunkt seien, und waren darüber erstaunt, dass das nicht der Fall war. Aber sie waren ja offenbar dafür auch nicht gut genug, denn auch nach einem Probetrainingstermin beim Stützpunkt wurde keiner von ihnen dort genommen. Aber letztlich: was solls?
Wir hatten das Thema zum Ende der letzten Saison in der F-Jugend, die ich aktuell mit trainiere. Bei uns im Verein (und auch im Kreis) wird im Kinderbereich von vornherein nach Jahrgang getrennt, im Spielbetrieb wird das erst in der E-Jugend aufgeweicht, im Verein aber nicht. Jedenfalls gab es da auch einen stetigen Zulauf, so dass wir, als es auf das Saisonende zuging, rund zwei Dutzend Kinder im Kader hatten. Ich habe dann deutlich dafür plädiert, in dieser Saison zwei Mannschaften zu melden, diese aber weitgehend gleich stark aufzustellen. Wir haben dann auch beschlossen, den Teams keine Zahlen zu geben, sondern jeder eine der beiden Vereinsfarben zuzuweisen. Das kam auf dem Elternabend dann auch allgemein sehr gut an, auf dem wir auch erklärten, dass wir gerade nicht wollen, dass diese Mannschaften sich als Konkurrenten betrachten, sondern wir uns weiterhin wünschen, dass sich die Kids als eine große Gruppe verstehen. Bei der Zusammenstellung der beiden Mannschaften haben wir dann aber darauf geachtet, dass Freundeskreise, die so auch außerhalb des Fußballs bestehen, gemeinsam in eine Mannschaft kommen. Es wäre sonst für die einzelnen Kids, die von dem Rest ihrer Kumpels getrennt sind, doof, sie würden das als Benachteiligung betrachten oder wären zumindest darüber unglücklich. Am liebsten wäre mir es, wenn man jeden Spieltag komplett durchmischen könnte, das wäre aber, soweit ich weiß, nicht mit unseren Statuten kompatibel -- außerdem wäre es aufwendiger, das zu organisieren und die Eltern hätten damit bestimmt auch Schwierigkeiten, à la "warte mal, wo spielen wir heute und wer ist da noch mit dabei?". Gerade im Zusammenhang mit der Logistik wünschen sich da die Eltern mehrerer Kinder, die ihre Sprösslinge ganz gerne mal bei ihren Freunden bzw. deren Eltern unterbringen, eine größere Plan- und Vorhersagbarkeit.
Ich würde mich in G- und F-Jugend auf keinerlei Diskussionen bezüglich Einteilung von Mannschaften nach Leistung einlassen und das absolut sein lassen. Grundsätzlich würde ich da auch nach Jahrgang einteilen und innerhalb des Jahrgangs, wenn der Kader für eine Mannschaft zu groß wird, mehrere ähnlich starke Mannschaften bilden. Es ist absolut sinnvoll, dass es unterhalb der E-Jugend keine Tabellen gibt, da geht es wirklich nur darum, dass die Kids bei jedem Spiel Spaß haben, ohne dass die vorherigen oder die zukünftigen Partien eine Rolle spielen.
Ich würde frühestens im zweiten E-Jahr nach Leistung trennen, denn das ist das erste Jahr, in dem es bei uns mit der Kreisliga und den darunter angesiedelten Kreisklassen verschiedene Spielklassen gibt. Aber auch dann würde ich noch versuchen, die Mannschaften gemeinsam zu trainieren, für einen gewissen Austausch (im Rahmen der Möglichkeiten) zwischen den Mannschaften zu sorgen, und auch die Trainer sich in der Betreuung der verschiedenen Teams am Spieltag abwechseln zu lassen. Und ich würde, wie ich in verschiedenen Threads schon betont habe, darauf achten, dass die unterklassigen Mannschaften mindestens genauso viel Beachtung und Förderung erhalten wie die jeweils erste Mannschaft einer Altersklasse. Letztere sollen nicht weniger Möglichkeiten haben, aber halt auch nicht mehr.
Ja, AKjfv, das ist ja auch die Richtung, in die meine Argumentation geht. Die meisten Vereine und Verantwortliche sind damit überfordert, so dass das Vorhaben dann unweigerlich irgendwann vor die Wand fährt. Was nicht heißt, dass es nicht zu schaffen wäre. Aber man muss sich halt dessen bewusst sein, dass es nicht einfach und richtig viel Arbeit ist, und zwar nicht nur am Anfang, sondern permanent, denn ein solch zwangsläufig recht großer und heterogener Laden ist sicher schwerer zusammen zu halten als ein kleiner Dorfverein. Da braucht man deutlich mehr Kommunikation und muss mehr gemeinsame Aktionen starten, um die gemeinsame Identität aufrecht zu erhalten. Und man muss ständig darauf aufpassen, dass sich da nicht Teile verselbstständigen und anfangen, ein Eigenleben zu führen.
Und ich behaupte, dass sich darüber die wenigsten Verantwortlichen Gedanken machen, wenn sie jeweils ihre sechs besten F-Junioren sowie die des Nachbarvereins sehen und dann anfangen, davon zu träumen, wie sie mit diesen Spielern den Bezirk aufmischen können...
Ich würde mit Bambini auch kein Kopfballtraining machen. Es kommt auch darauf an, von welchen Bambini man spricht, die Tochter von betreuer72 ist mittlerweile so lange Bambina, dass sie das nicht mehr lange sein kann... Luftballons würde ich auch vorziehen, keine Frage. Aber wenn man es mit Kindern zu tun hat, die aktuell noch Bambini sind, in einem halben Jahr aber nicht mehr, dann sehe ich kein Problem damit, mit ihnen auch mal eine Runde Naka-Naka zu spielen.
Allerdings ist es schon so, dass beim Trainer der Töchter von betreuer72 Luft nach oben vorhanden ist, den Schluss legen eine Vielzahl ihrer Fragen und Äußerungen zumindest nahe. Ich frage mich nicht zum ersten mal, warum sie ihm nach wie vor die Treue halten..
Karl, ich stimme dir zu und kann deine Beobachtungen teilen. DIe Gründung der Kooperation bei uns liegt vor meiner Zeit, daher kann ich darüber ein Stück weit nur spekulieren -- es würde mich aber auch nicht wundern, wenn man zu den damaligen Gedanken auch unterschiedliche Aussagen hört, je nachdem, welchen der damals Beteiligten man fragt. Eine weitere Rolle dürfte spielen, wonach man fragt...
Ich war, wie gesagt, nicht selbst dabei. Es hat sicherlich ein paar Leute gestört, dass gerade die guten Spieler so ungefähr zur C-Jugend die beiden Vereine verlassen, und außerdem hatte man zwei Jahrgänge, die bei dem einen respektive dem anderen personell sehr schwach besetzt waren. Man hatte wohl auch über ein paar Jahre hinweg Schwierigkeiten damit, jeweils eine eigene A-Jugend melden zu können. Naja, und so beschloss man, sich zusammen zu tun. Seitdem läuft die D-Jugend unter der Fahne von Verein A, C und B dann bei Verein B, A-Jugend wieder bei Verein A. Viel mehr wurde aber offenbar nicht geregelt, die Jugendleitungen befinden sich zwar immer wieder im Austausch, aber so richtig planvoll ist da nichts. Man setzt sich halt jedes Jahr zwischen April und Juni zusammen und bespricht die kommende Saison. Zwischen 1.7. und Mitte März wird dann aber mehr oder weniger 'nur' verwaltet, da herrscht das Tagesgeschäft vor, und halt die unzähligen verschiedenen Themen, die so aufkommen. Wobei ich behaupte, dass es davon viel weniger unangenehme gäbe, wenn man die ganze Aufgabe planvoller anginge. Das ist sicher keine leichte Aufgabe und auch nicht von heute auf morgen gemacht, aber das aktuelle Vorgehen führt meiner Meinung nach dazu, dass deutlich zu viele Späne beim Hobeln fallen...
Wie gesagt, ich finde den potenziellen Gedanken hinter der Kooperation mehrere Vereine, also die Verbreiterung der Basis und die Schaffung der Möglichkeit dafür, dass die Kinder und Jugendliche eher in Mannschaften trainieren und Spielklassen spielen können, die ihren Fähigkeiten entsprechen, gar nicht schlecht, ja, ich bin sogar dafür, dass man das so macht. Aber man darf es halt nicht versauen. Und dazu gehört eben, dass man nicht nur auf die "Leistungsspieler" schaut. Aber das wird typischerweise halt gemacht. Gehe doch mal auf irgendeine Versammlung von Trainern und/oder anderen Vereinsverantwortlichen, worüber wird da geredet? Doch nicht etwa über die B3 oder D4. Nein, da geht es um die D-Junioren-Gruppenligamannschaft oder die C-Jugend, die gerade die Quali für die Landesliga geschafft hat. Sollen sie sich auch ruhig darüber unterhalten, kein Problem. Aber die meisten Vereine bedienen halt großteils das ganz normale Durchschnittspublikum, und wenn sie sich unüberlegt auf die besonders starken Spieler konzentrieren, dann untergraben sie damit möglicherweise, wenn sie nicht aufpassen, ihr Fundament, ihre Basis. Und blöderweise gibt es in jedem Kreis genügend Vereine, die gerne nach höheren Weihen streben möchten, mit denen befinden sie sich also in jedem Fall um die ganz guten Spieler in einer ziemlich harten Konkurrenz. Es ist also riskant, sich darauf zu verlassen, die Leistungsspieler halten bzw. bei sich konzentrieren zu können. Denn diese lassen sich auch leicht von den Versprechungen anderer Vereine verführen.
Mir schwebt eher das Gegenmodell vor: Sorge stets dafür, dass sich die Kinder und Jugendliche bei dir im Verein wohl fühlen, dann werden sie dir und ihm auch am ehesten treu bleiben. Und so sollte man auch die Drop-Out-Quote niedrig halten können und dafür sorgen, dass man die größte Chance darauf hat, bis in die A-Jugend hinauf genügend Spieler zu haben. Es kann dann durchaus sein, dass es zweckdienlich ist, sich mit anderen Vereinen zusammen zu tun, entweder, um für die besten Spieler eine JFV zu gründen oder auch mittels JSGs adäquate Möglichkeiten für die übrigen Spieler zu schaffen. Aber das muss halt planvoll stattfinden, es wird nämlich alles komplizierter, weil von jedem Verein Köche an dem Brei mit kochen. Und der Grad der Verkomplizierung steigt nicht etwa linear mit der Zahl der Köche an, sondern eher so fakultätsmäßig.. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Nachtrag: Ich bin mir sicher, dass ich gemeinsam mit einigen aus diesem Forum eine ganz supertolle Zusammenarbeit hin bekäme. Ich weiß aber auch, dass jede Menge Leute in Amt und Würden sind, mit denen ein solches Projekt zum Scheitern verurteilt ist.
Also, Lederbälle sind das wahrscheinlich nicht, denn heutzutage bestehen praktisch alle Fußbälle aus Kunststoff. Was das Kopfballtraining bei Bambini anbelangt, so ist das vermutlich verfrüht. Ob es allerdings problematisch ist, hängt davon ab, wie es abläuft. Wenn nur Super-Light-Bälle verwendet werden und wenn der Ball aus zwei bis drei Metern locker per Unterarmwurf zugeworfen wird, so dürfte das kein Problem sein. Aber schwerer sollten die Bälle nicht sein und die Wucht auch nicht heftiger.
Genau, Manndecker, ich behaupte, dass da bei uns (noch sage ich uns, mal sehen, wie lange da die erste Person plural noch zutrifft) eben bei der Gründung der Kooperation nicht weit genug gedacht wurde. Leider, und das ist der Grund für meine Zweifel am "uns", scheint man keine Möglichkeit zu sehen, an den Zuständen etwas zu ändern, und wird wohl weiterhin versuchen, sich nur mit Symptomen zu befassen als die Ursache anzugehen. Und da die Symptome so vielfältig sind, kommen auch immer nur die dringendsten dran, und dann leider halt unter entsprechenden Verlusten.
Für mich wäre die Frage interessant, wie ein LZ denn überhaupt entsteht. Wer sind denn die Initiatoren? Wer steckt dahinter?
Das ist doch aber bekannt, oder? Soweit ich weiß, sind Vereine der ersten bis dritten Liga von der DFL dazu verpflichtet, NLZ zu betreiben und diese regelmäßig zertifizieren zu lassen. Die Initiative dazu ging damals vom DFB aus, als es auf die WM 2006 zuging und war eine Folge des Schocks des Verbands über die nach 1996 äußerst unzufriedenstellenden Leistungen der Nationalmannschaft. Damals wurde erkannt, dass andere Länder, damals maßgeblich Frankreich, eine Jugendförderung etabliert hatten und mit den daraus hervor gehenden Mannschaften die DFB-Auswahl buchstäblich und immer wieder alt aussehen ließen.
Nun ist aber "Nachwuchsleistungszentrum" ein generischer Begriff, den die DFL nicht für sich beanspruchen kann, weshalb es, so zumindest mein Stand, grundsätzlich jedem Verein möglich wäre, ein solches zu gründen. Das hat dann mit den DFL-NLZen aber nichts zu tun.
Wieso gibt es soviele Fördermöglichkeiten (Stützpunkt/DFB....Kreisauswahl/Kreis....Jugendfördervereine/DFB.....LZ`s/?).
Nun, die DFB-Stützpunkte hat der DFB eingerichtet, um die Möglichkeit zu haben, talentierte Spieler, die, aus welchen Gründen auch immer, den Weg zum NLZ nicht finden, dennoch finden zu können. Mit den Stützpunkten geht der DFB in die Fläche, er deckt mit ihnen letztlich das gesamte Bundesgebiet ab, während sich die NLZ ja nur dort befinden, wo es Bundesligisten gibt. Es geht da aber mehr darum, ganz seltene Perlen zu finden. Wenn diese gefunden werden, dürfte ihr Weg recht schnell vom Stützpunkt weg und ins NLZ gehen. Ich vermute, dass praktisch alle Spieler, die bis zum Ende der C-Jugend am DFB-Stützpunkt trainieren, nicht den Weg in die höchsten Spielklassen finden werden. Sie sind gut, ja, aber es gibt halt sowohl an ihrem Stützpunkt selbst als auch an den 365 anderen mehrere Tausend Spieler ihres Jahrgangs, die ebenso gut sind.
Und so sieht es mit den Kreisauswahlen ja auch aus. SIe gab es schon vor der Reform des Jugendfördersystems, und sie bleiben im Bereich der E-Jugend auch bestehen. Bei uns werden sämtliche Kreisauswahlspieler zur Sichtung für den Stützpunkt eingeladen, es gibt da im Prinzip also schon eine gewisse Entsprechung, wobei grundsätzlich jeder Verein alle Spieler, die er für geeignet hält, zur Stützpunktsichtung schicken kann. Bei der Kreiswauswahl scheint mir der Gedanke des Messens mit anderen Kreisen noch mehr im Vordergrund zu stehen als die Förderung der Spieler durch Zusatztraining, wie es auf dem Stützpunkt ja eher der Fall ist bzw. sein sollte.
Jugendfördervereine sind schließlich Gebilde, die mehrere Vereine gemeinsam ins Leben rufen können, um ihre gemeinsamen talentierteren Spieler zusammen trainieren und spielen lassen zu können, naturgemäß dann in einer höheren Spielklasse als sie die einzelnen Mannschaften der an der JFV partizipierenden Vereine erreichen (und halten) könnten. Das soll diesen Spielern die Möglichkeit geben, höherklassig zu spielen, ohne ihren Heimatverein verlassen zu müssen. Spieler einer JFV können durchaus am DFB-Stützpunkt sein, das dürfte sogar nicht mal selten durchaus so sein sollen. Ein NLZ ist ein JFV aber nicht, und ich gehe davon aus, dass der DFB es auch bevorzugen würde, wenn ein Spieler, der das Zeug dazu hat, eine JFV verlässt, wenn er sich einem NLZ anschließen kann.
Was deine übrigen Fragen anbelangt fand ich das Interview mit Frank Wormuth, das ich oben genannt habe, recht interessant, wenn auch leider natürlich viel zu kurz.
Sir Alex, ich glaube gerne, dass "es" bei Euch im NLZ ganz gut läuft, dann hat, glaube ich, auch TW-Trainer kein so großes Problem mit dem System. Es gibt sicher noch genügend Themen, über die man sich Gedanken machen kann und auch sollte, aber die unerfreulichen und für eine zu große Zahl an Kindern und Jugendlichen schädlichen Auswüchse des Leistungsdenkens dürfte es bei den Kids, die direkt mit dir zu tun haben, nicht geben. Ich verstehe auch, dass du Anstoß an der groben Verallgemeinerung von TW-Trainer nimmst, aber reine Hirngespinste sind seine Beobachtungen ja wiederum auch nicht. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Thread von ElPannaking zum Interview mit Frank Wormuth verweisen, in dem Dirk Coerverfan einige interessante und kritische Fragen stellt. Auch im Interview selbst kann man dann nachlesen, dass der Chef-Ausbilder der deutschen Fußballtrainer sich des hohen Leistungsdrucks, der im Jugendfußball, und da dürfte seine Aufmerksamkeit den NLZ und DFB-Stützpunkten gelten, sehr wohl bewusst ist und ihn als eher schädlich einstuft. Ich zitiere aus dem Interview:
Zitat von http://www.spielsatzundtor.de/2015/04/16/unsere-trainerausbildung-ist-auf-einem-sehr-hohen-niveau/SSUT: Sie haben sich auch einmal kritisch zum Leistungsdruck, der bereits im Jugendfußball anfängt, geäußert und auch da ein Umdenken gefordert. Wie genau müsste dieses Umdenken aussehen?
F.W.: Ich habe da aus eigener Erfahrung gesprochen, weil ich mitbekomme, welchen Druck meine beiden Söhne bereits im Jugendfußball erleben. Die Schule nimmt immer mehr Zeit weg, die Freizeit wird geringer und die Lust am Sport – egal, ob Fußball, Handball oder was auch immer – nimmt ab. Das ist eine gefährliche Entwicklung, an der aber auch wir Trainer nicht ganz unschuldig sind. Wir haben viele hauptamtliche Jugendtrainer in den Nachwuchsleistungszentren, die den ganzen Tag nichts anderes machen als Fußball. Und auch die bekommen Leistungsdruck von Verbänden oder Vereinen, die neben einer guten fußballerischen Ausbildung natürlich auch Titel im Jugendbereich einfordern. Diesen Druck geben viele Trainer an die Jugendlichen weiter. Letztlich wird an diesen jungen Spielern dann von allen Seiten gezogen: von Seiten der Trainer, von Seiten der Lehrer und leider auch von Seiten der Eltern. Das ist ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Wir müssen es schaffen, das Tempo zu drosseln, dabei aber unsere hohe Qualität im Jugendfußball nicht zu verlieren.
Es bleibt also festzustellen, dass das deutsche Fördersystem beileibe noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. In deinem NLZ und einigen anderen läuft es gut. Ich selbst habe aber auch einige NLZ-Mannschaften und -Trainer erlebt, bei denen es mir sehr schwer fällt, diese Lorbeeren zu übertragen. TW-Trainer mag es mit der Vehemenz der Warnungen bisweilen etwas übertreiben oder eine gar zu grobe Keule schwingen, aber mahnende Zeigefinger finde ich ob der ansonsten und im Mainstream viel deutlicher vernehmbaren Lobhudelei gegenüber dem deutschen Fördersystemen und den NLZ und Stützpunkten durchaus nützlich.
Letztlich hängt das von den Verbänden ab. Bei uns in Hessen braucht man eine B-Lizenz für alle Stufen ab der künftigen Verbandsliga -- sie wird nächste Saison zwischen der Hessenliga und den Gruppenligen, welche vermutlich Euren Bezirksligen entsprechen, eingefügt. Unterhalb davon, und da gibt es hier Gruppenliga, Kreisliga (A) und Kreisklassen, braucht man überhaupt keine Lizenz. Es gibt also keine Spielklasse, für die eine C-Lizenz benötigt wird. Und oberhalb Bezirks- oder Gruppenliga, ich vermute, dass das bundesweit so ist, braucht man einen Trainer mit B-Lizenz, um eine Mannschaft zum Spielbetrieb anmelden zu können.
Wenn es bei Euch von C- bis A-Jugend schon gut läuft, dann spricht aus meiner Sicht grundsätzlich erst einmal nichts dagegen, das Vorgehen auf die D-Jugend auszudehnen. Allerdings kann ich nicht ganz in das Horn meiner Vorredner stoßen, die ein solches Vorgehen für, übertrieben gesagt, supergroßartig halten. Ich erlebe seit ein paar Jahren, wie ein solches Konstrukt für viele Kinder und Jugendliche zur Beendigung ihrer sportlichen Laufbahn führen kann, soll heißen, dass von zwölf Spielern aus meiner damaligen E-Jugend, die den Schritt in ein solches Konstrukt gemacht haben, zum Ende dieser Saison, das ist für sie die Mitte der C-Jugend, nur noch zwei oder vielleicht drei weiterhin in diesem Verein Fußball spielen werden. Einer der zwölf ist umgezogen und kann daher unberücksichtigt bleiben, aber sämtliche anderen haben entweder mit dem Fußball aufgehört (überwiegend) oder den Verein gewechselt, oder das steht bevor. Das liegt, so sehe ich es zumindest, maßgeblich daran, dass man sich nicht genügend Gedanken darüber gemacht hat, wie eigentlich das gesamte Vorgehen im Jugendbereich aussehen soll -- was man weiß ist, dass es pro Jahrgang jeweils eine Perspektiv- oder Leistungsmannschaft geben soll, die recht hoch spielen soll, damit die talentierten Spieler des Ortes die ansässigen Vereine nicht verlassen müssen. Das Problem ist nur, dass man dann noch nie wirklich weiter gedacht hat, und so die Leistungsmannschaften zwar noch, je nach Trainer, mal mehr, mal weniger gut funktionieren, das mit den übrigen "Mannschaften" aber ziemlich Glückssache ist. Für die Leistungsteams finden sich halt noch recht leicht Trainer, während das für die anderen Mannschaften deutlich schwieriger ist. Dementsprechend läuft es da oft auch nicht so gut, wodurch die Spieler die Lust verlieren, die sportlichen Erfolge sind zusätzlich seltener, die vermeintliche Unzuverlässigkeit nimmt zu, naja, und dann hat man schnell ein massives Drop-Out-Problem, wodurch dann wiederum Jahr um Jahr aufs neue Gruppen von Spielern der Nichtleistungsmannschaften in Adhoc-Manier zusammen gewürfelt werden, während die Leistungsmannschaften, solange niemand unzufrieden ist, überwiegend zusammen bleiben. Das mildert das Problem im Unterbau aber natürlich nicht ab, sondern verstärkt es eher. So wird Unzufriedenheit geschürt, eine Gruppe fühlt sich (nicht ganz zu Unrecht, meiner Meinung nach) benachteiligt, die andere blickt auf sie herab, und es entsteht ein Klima der Missgunst und des Gegeneinander.
Man kann es also machen, keine Frage, ich finde das Grundansinnen sogar gut. Man muss aber aufpassen, dass man es richtig macht, oder zumindest gut genug. Leider wird zu oft der Fokus auf die Höherklassigkeit gelegt und dabei dann der Rest mehr oder weniger vergessen, in der irrigen Annahme, es werde schon alles einfach so weiter laufen, bisher hat ja auch alles irgendwie geklappt. Das ist sehr gefährlich, man kann sich dabei den eigenen Verein so richtig schön kaputt machen. Einige Vereine, wie z.B. derjenige von fak, kriegen das hin, viele aber auch nicht. Da gibt es dann ein Strohfeuer von tollen Ergebnissen und großem Zulauf, denn tolle Platzierungen ziehen ja auch an. Aber wenn man keine Strukturen und (gelebte) Konzepte etabliert hat, die für Nachhaltigkeit sorgen, dann verliert man in den Kinder- und jungen Jugendaltersklassen so viele Spieler, dass man, wenn man aufs Großfeld kommt, auf erhebliche Zugänge von außen angewiesen ist, um eine konkurrenzfähige Mannschaft bilden zu können.
Ich wäre vorsichtig mit Sachen, die so wirken, als hätten sie irgendeine Eigenschaft. Was ist z.B. "professioneller" daran, wenn sich eine Mannschaft vor dem Training gemeinsam umzieht? Und was bedeutet "professionell" in dem Zusammenhang überhaupt? An und für sich sagt dieses Adjektiv nur aus, dass etwas berufsmäßig getan wird. Damit wird assoziiert, dass die Tätigkeit gut und fachmännisch ausgeübt wird. Ich kenne aber nur einen Berufsstand, bei dem das Umziehen eine bedeutende Rolle spielt, und das sind Models. Aber nicht Fußballer. Lange Rede, kurzer Sinn: was soll der Ort oder der Zeitpunkt des Umziehens mit den Fähigkeiten als Fußballer zu tun haben?
Und lass dich nicht von Gehabe oder großem Drumherum beeindrucken. Das ist alles völlig unwichtig, wichtig ist auf dem Platz, wie der Fußballer zu sagen pflegt. Und im übertragenen Sinn gilt das auch fürs Training.
Zum Duschen kann ich mich siebeners Rat anschließen. Mein Sohn ist jetzt am Ende des ersten C-Jugendjahrs angekommen, er muss sich seit knapp drei Jahren nach Training und Spiel gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden duschen. Ein Problem ist das eigentlich nicht, auch wenn es da wohl schon auch mal Geärger und Hänseleien einigen Spielern gegenüber gab. Deshalb würde ich das Duschen nicht generell ablehnen, aber sowas sollte nicht passieren, da muss ein Trainer wachsam sein und so einen Kram im Keim ersticken, was dieser leider nicht getan hat...
Jedenfalls war mein Sohn mit zwei seiner Mannschaftskameraden letzte Woche bei einem anderen Verein zum Probetraining und war da sehr erstaunt darüber, dass die gleichaltrigen dortigen Spieler nach dem Training nicht duschen mussten. Überhaupt war er darüber erstaunt, dass drei Spieler, die zu spät kamen, gar keinen Einlauf erhielten und Strafrunden laufen mussten, dass der Trainer nie (unangenehm) laut wurde und Strafen verteilt hat und dass trotzdem jeder gut mit und keine Faxen gemacht hat. Und diese Truppe spielt einen durchaus ansehnlichen Ball.
Merke: Für Disziplin braucht es keinen Drill Sergeant. Und für gutes Benehmen schon mal gar nicht.
