Beiträge von tobn

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    Ich habe noch keine Erfahrungen mit der Fair Play Liga, aber in Hamburg wir es ja wohl demnächst dazu kommen.

    Da du ja gleich noch schriebst, dass du der FPL gegenüber skeptisch eingestellt bist, hoffe ich, dass du ihr eine Chance gibst und nicht gleich nach den ersten zwei, drei Spielen schon darauf schließt, dass das ja alles nix ist und du das ja schon immer wusstest. ;)


    Ich sehe die FPL ehrlich gesagt immer noch skeptisch, weil viele der Maßnahmen , die dort umgesetzt werden nur dazu dienen sollen solche Erwachsenen unter Kontrolle zu kriegen , die auf gut Deutsch gesagt nicht ganz sauber ticken,( Zuschauer weiter weg , keine Ergebnisse und Tabellen) .

    Zum Teil, ja, es geht darum, die Erwachsenen ein Stück weit zu entfernen, damit sie nicht zu viel Einfluss auf das Spiel der Kinder nehmen. Ich denke da, dass selbst vernünftige Eltern feststellen werden, dass ein paar Meter Abstand zur Seitenlinie sich deutlich darauf auswirken, wie sehr man sich emotional am Spiel beteiligt. Es ist sowohl für sie als auch die Kinder besser, wenn auch sie nicht direkt am Spielfeldrand stehen.


    Wenn immer es Probleme gab auf oder neben den Feld, waren es Erwachsene die nicht alle Ritter auf der Burg haben und die änderst Du auch nicht durch eine Fair Play Liga.

    Naja, vielleicht doch ein wenig. Dadurch, dass sie den Mindestabstand einhalten müssen, sinkt ihre emotionale Involviertheit ja auch ein bisschen. Außerdem haben sie nicht den Schiedsrichter als Projektionsfigur für ihren ganzen Frust oder welche Gefühle auch immer sie zu ihren Wutausbrüchen treiben. Und außerdem ist nicht der Schiedsrichter die arme Sau, die den Störenfried da draußen in den Griff kriegen und möglicherweise unter der Gefahr, dass sich doch ein paar Vertreter seines Vereins sich mit ihm solidarisieren, des Geländes verweisen muss, sondern das ist Sache aller Erwachsener, also der gesamten Elternschaft sowie der Trainer.


    Tut mir leid für alle Befürworter der FPL aber ich bin der Meinung man kann auch kinderorientiert trainieren und spielen ohne so ein Placebo um den Fußballplatz Drumherum zu bauen.

    Ich denke, dass die FPL durchaus kein Placebo ist, wenn man sie richtig umsetzt. Wenn keiner dahinter steht, ihre Bestimmungen nur der Pflicht halber umgesetzt oder gar unterwandert werden, dann bringt sie nichts, das ist klar. Aber das ist dann auch keine FPL.


    Nochmal: Niemand behauptet, dass die FPL alle Probleme des Kinderfußballs lösen könnte, oder dass Spiele gemäß FPL-Regeln grundsätzlich und vollumfänglich supertoll und fair ablaufen. Es gibt vielmehr viele Leute, die meinen festgestellt zu haben, dass die Erwachsenen letztlich daran schuld sind, dass in den letzten Jahren bereits in den Kinderaltersklassen dramatische Vorkommnisse auftreten, von der Jugend ganz zu schweigen. Ralf Klohr hat über einige Jahre beobachtet, wie sich solche Fälle häufig abspielen und kam dann auf drei Änderungen, die dem entgegenwirken sollten.


    Gäbe es überall vernünftige Trainer und Eltern und allenthalben gute Schiedsrichter, so bräuchte man die FPL nicht. Die Realität ist aber nun einmal anders, und daher ist eine solche Umgebung für die Kinder nicht mehr als ein Luftschloss. Und ich bin davon überzeugt, dass eine einigermaßen anständig durchgeführte FPL langfristig positive Effekte in einem stärkeren Maß als das bei uns noch vor gar nicht allzu langer Zeit übliche System.


    Mein Mittrainer freut sich, dass es in der nächsten Saison keine FPL mehr gibt. Aber er ist halt auch eher ein Typ, der während des Spiels nicht ganz so viel mit dem anderen Trainer kommuniziert, dazu ist er noch recht harmonieliebend und er macht den Mund zu spät auf. DIe FPL fällt leichter, wenn man gut und nicht zu wenig mit dem anderen Trainer kommuniziert, wenn man sichtbar auf seine eigenen Kinder hinsichtlich Fairness einwirkt und auch rechtzeitig die Diskussion mit dem anderen Trainer sucht. Das soll jetzt nicht heißen, dass man mit ihm alles ausdiskutieren soll, nein. Aber wenn man sowieso dicht beieinander steht, wie es zwar sein sollte aber bei uns zu selten ist, dann kann man immer wieder mal überwiegend positive, aber auch mal negative Kommentare fallen lassen, einfach halt in einen angenehmen Dialog treten, und dann, wenn einen etwas wirklich stört, das dann auch ansprechen.


    Fast eine Saison FPL erlebt und ich muss sagen, dass ich froh bin wenn es vorbei ist.
    Das einzige was die Kinder dadurch gelernt haben, ist das System auszunutzen.
    Ich habe vom Elternzone schon einiges von Schubsereien wegen Meinungsverschiedenheiten zu Schwalben in aussichtsreichen Positionen mitansehen müssen. Wiederholend Diskussionen über unbedeutende Situationen wie die Richtung eines Einwurfs...


    Mein Kind spielt in eine starke Gruppe von F1 Mannschaften und ich denke dies hat etwas mit der Sache zu tun.

    Denkst du nicht auch, dass es vor allem etwas mit dem in dieser starken Gruppe übertriebenen Ehrgeiz der Verantwortlichen, also insbesondere der Trainer zu tun hat? Ich würde darauf wetten..


    Bei Hallenturnieren mit Schiedsrichtern hat alles bei diesen starken F1 Mannschaften wesentlich besser funktioniert.

    Ich behaupte einfach mal, dass diese Kids von ihren Trainern und wahrscheinlich auch den Eltern bereits dahingehend konditioniert wurden, das Regularium so weit zu dehnen wie es ihnen möglich ist. Das ist ja genau der Punkt, den die FPL entlarven und ausschalten will: dass die Spieler und Trainer meinen, für die Interpretation und Einhaltung der Regeln sei der Schiri zuständig, und solange der nicht pfeift war da auch nichts. Das hat aber eben ja gerade überhaupt nichts mehr mit Fair Play zu tun, oder?


    Im Grunde genommen ist die Idee ja nicht schlecht. Aber ich bin der Meinung, dass so was nur funktionieren kann,wenn die gegenüberstehenden Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau sind.
    ich habe mit der F-Jugend jüngeren Jahrganges (2007) ausschließlich gegen Mannschaften älteren Jahrgangs gespielt, und nur auf die Mütze bekommen.
    Aufgefallen ist mir,dass die älteren Spieler die Unwissenheit und Unsicherheit auszunutzen wussten
    Es wurde ständig weitergespielt wenn der Ball im aus war.Einwurf hat auch der gemacht, der zuerst den Ball in der Hand hatte.
    Nach dem Spiel sind schon Kids gekommen, die mir vorwürfe machten,dass es ohne Schiedsrichter blöd ist.das ganze hat nichts mit Fair Play zu tun.

    Warum hast du nichts gemacht? Hast dich also nicht beim gegnerischen Trainer über das Verhalten seiner Spieler beschwert?


    Nochmal: die FPL ist kein Selbstläufer und es ist falsch, wenn sich die Trainer völlig raus halten. Im Gegenteil, sie bestimmen wie das Spiel läuft. Vorher hatte der Schiedsrichter einen großen Einfluss darauf, der ist weg, also müssen das jetzt Spieler und Trainer alleine geregelt bekommen.


    Ein stark unterschiedliches Niveau der aufeinander treffenden Mannschaften ist meistens für niemanden so richtig gut, aber die FPL kann da genauso funktionieren. Wichtig ist, dass beide Mannschaften und ihre Trainer anständig sind.

    Bareida76, wenn du damit jetzt einigermaßen Ruhe im Karton hast, dann würde ich dir empfehlen, das System wieder etwas aufzuweichen bzw. alle deine Spieler nach und nach rotieren zu lassen. Sonst werden sie am Ende der E-Jugend Spezialisten sein, die kaum eine andere Aufgabe mehr als die bisher gewohnte erfüllen können. Und dann wird es ab der D-Jugend so richtig schwer, weil quasi immer nur die Hälfte der Mannschaft angreift und ebenso auch nur die Hälfte angreift. Das ist dann aber gegen flexiblere Teams, womit ich sowohl die individuellen Fertigkeiten ihrer Spieler als auch ihre Erfahrungen im taktischen Bereich meine, zu wenig, gegen sie ist man dann permanent in Unterzahl und gewinnt keinen Blumentopf mehr.

    Ich oute mich ;) und würde mich freuen, was mit Drop-Out in Zusammenhang mit Fußball gemeint ist. Ich hab den Begriff gerade mal gegoogelt und kann mir grob was darunter vorstellen, aber es ist sicherlich besser, wenn man über etwas diskutiert, wo alle wissen, was damit genau gemeint ist.


    Nach meinem Verständnis bezeichnet der Begriff Drop-Out dass Kinder und/oder Jugendliche mit dem Fußball aufhören. Sie gehen dem (organisierten) Fußball verloren, zumeist unwiderruflich. Damit steht diese Form des Verlassens eines Vereins im Gegensatz zum Vereinswechsel, bei dem das Hobby ja nicht eingestellt wird. Häufig wird auch davon ausgegangen, dass nach der Beendigung des Hobbys Fußball kein alternatives sportliches Hobby aufgegriffen wird, das Kind oder der Jugendliche also seine sportliche Tätigkeit anschließend deutlich einschränkt. In der Regel wird der Begriff auch eher für das Phänomen verwendet, dass es überdurchschnittlich viele solcher Fälle gibt. Dann wird davon gesprochen, dass es z.B. in der C-Jugend zu einem deutlichen Drop-Out kommt. Soll heißen, dass da signifikant mehr Jugendliche die Fußballschuhe an den Nagel hängen als davor und danach.


    Als drop-out-kritisch hat der DFB zu Zeiten, als die Qualifizierungsoffensive gestartet wurde, also Anfang der 2000er, die Jahre ab der C-Jugend eingestuft. 'Man' meint in der Zwischenzeit festgestellt zu haben, dass sich das Drop-Out-Alter seitdem nach unten verlagert -- ich kann dir leider nicht mehr sagen, wo ich das gelesen habe, wer also 'man' in diesem Zusammenhang ist.


    Als Hauptursache für den Drop-Out sieht der DFB, wenn ich mich nicht täusche, hauptsächlich das Problem, dass Training und Spielbetrieb vielerorts nicht altersgerecht sind. An den Beiträgen in seiner noch nicht so alten Zeitschrift zum Kinderfußball, ft Junior, erkennt man aber auch, dass die (zwischen-) menschlichen, sozialen und pädagogischen Themen zunehmend stärker ins Blickfeld rücken.

    Ähnlich wie siebener würde ich dir dazu raten, in die Offensive zu gehen: Erläutere auf dem Elternabend durchaus, was du wie und warum machst. Erkläre ihnen von dir aus, dass es überhaupt kein Problem ist, wenn sich alle Bambini in unmittelbarer Ballnähe aufhalten, dass das sogar als erster Entwicklungsschritt erwünscht ist. Denn das zeigt ja, dass sie alle gerne den Ball haben wollen. Problematischer sind in diesem Alter eher die Spieler, die sich am Rand der Traube oder gar ganz abseits aufhalten -- sie trauen sich nicht in die Traube hinein oder trauen es sich nicht zu, da den Ball zu bekommen. Oder es interessiert sie nicht. Die Traube bildet sich bei den jüngsten Spielern eigentlich zwangsläufig, denn sie gehorchen noch dem Ball und nicht umgekehrt.


    Nun ist die Traube an sich also kein Problem, wohl aber ihre Größe. Denn je größer die Traube, desto geringer die Chancen der einzelnen Spielern, an den Ball zu kommen, desto schneller ist er wieder weg, desto höher auch die Zahl der getroffenen Knöchel und die abschreckende Wirkung auf eher zurückhaltende Kinder. Daher muss die Prämisse bei den jüngsten Spielern sein, die Mannschaften klein zu halten, maximal 4:4. Und Struktur und Positionen sind noch gar nichts, denn bei so wenigen Spielern muss jeder zu jedem Zeitpunkt mit machen.


    Diese Aussagen erstaunen viele Eltern erst einmal, das liegt aber vor allem daran, dass sie den Kinderfußball eben nicht kennen, dass sie das, was sie bei den Älteren sehen, einfach hinunter übertragen. Aber die allermeisten Eltern sind absolut dazu bereit, einer guten Argumentation zu folgen. Allerdings muss man da permanent dran bleiben, denn sie lassen sich natürlich schon auch vom scheinbar besseren Spiel anderer Mannschaften beeindrucken. Da muss man dann erkennen, woran das liegt und wie man es erklären kann.

    Hört sich vielleicht doof an aber ich bin trotzdem stolz auf die Jungs.
    Auf die erste Halbzeit lässt sich aufbauen.


    Danke auch an tobn für die Tipps und die Aufmunterung in der zweiten Hälfte.


    Gern geschehen, ich helfe gerne, wenn ich kann. Zwar habe ich nur die zweite Halbzeit sehen können, aber auch sie fand ich nicht so schlimm wie man hätte befürchten können. Es war auf jeden Fall zu erkennen, dass die Moral Deiner Spieler stimmt, sie haben schon versucht, sich zu wehren. Aber, wie du sagst, der Gegner war ihnen halt spielerisch überlegen und es hat bei ihnen sicher dann auch an der Kraft gefehlt. Da schaltet man dann einfach eher ab, wenn der Ball nicht mehr in unmittelbarer Nähe ist, so dass es dann so wirkt, als würde der Gegner einen mit drei, vier Mann überrennen. Denn hinzu kommt ja noch die Enttäuschung und die Resignation darüber, dass man immer weiter in Rückstand gerät, da fällt es dann noch schwerer, den zusätzlichen Schritt zu machen. Und umgekehrt läuft der Gegner dann ja, auf der Erfolgswelle reitend, zu Hochform auf, da klappt dann halt auch alles. Das ist ein völlig normaler Spielverlauf, nachdem es erst einmal 0:4 oder 0:5 steht, und über den Endstand sollte man sich da keinen allzu großen Kopf machen. Stattdessen, sollte man, wie ich dir ja schon während des Spiels sagte, auch zunächst weniger darauf achten, wie die Spieler als Mannschaft agieren, sondern sich mehr auf die Aktionen der einzelnen Spieler konzentrieren. Wenn ein Spieler etwas gut macht oder eine richtige Entscheidung trifft, dann sofort loben, auch wenn sie daneben ging. Überhaupt: Mut und Aktivität loben, und bei Passivität und Zurückhaltung zu mehr Engagement und Courage ermuntern -- dabei das weniger vorwurfsvoll fordern als vielmehr positiv zu pushen.


    Dann, wie ebenfalls gesagt, keine konkreten Handlungsanweisungen geben, damit wirst du zum hier im Forum verrufenen Joystick-Trainer, der seinen Spielern sämtliche Entscheidungen abnimmt. Das ist aus mehreren Gründen schädlich: erstens brauchen sie recht lange, um das Kommando umzusetzen, denn sie müssen den Ruf wahrnehmen, verarbeiten und verstehen, und dann die entsprechende Aktion ausführen. Die Reaktionszeit des Menschen liegt bei einer bis zwei Sekunden. Jetzt versetze dich noch dazu in die Lage des Spielers, der sich gerade darauf konzentriert, den Ball anzunehmen und der in diesem Alter vielleicht sogar schon dabei ist zu überlegen, was er dann gleich macht. Und da kommt dein Ruf mittenrein. Er muss unterbrechen, was er gerade gemacht hat, um nachzuvollziehen, was du von ihm willst. Möglicherweise versteht er das Kommando überhaupt nicht, weil er eben noch nicht weiß, was "spiel lang!" heißt. Es dauert also häufig länger, Kommandos umzusetzen als selbstständig eine Aktion durchzuführen.


    Zweitens lernen die Spieler viel weniger, wenn ihnen alle Entscheidungen abgenommen werden. Trial and Error ist eine ganz wichtige Lernmethode, wir müssen die Kinder sie anwenden lassen. Sie haben viel weniger Erfahrung als wir, außerdem haben sie noch ein viel geringeres Lösungsrepertoire. Und Fußball ist halt auch kein ganz so einfaches Spiel, da gibt es unzählige verschiedene Situationen, je nachdem, wo man sich auf dem Platz befindet, was der Ball macht, wo und wie Gegen- und Mitspieler gerade agieren. Hinzu kommt die deutlich geringere Übersicht, die man als Spieler auf dem Platz hat, dazu noch in der geringeren Höhe der Kinder und mit ihrem noch eingeschränkten Blickfeld sowie dem altersgemäßen Tunnelblick. Berücksichtigt man all das, so versteht man viele "Fehlentscheidungen" der Akteure und ist dazu in der Lage, sie zu verzeihen und daraus abzuleiten, was man vielleicht mal (altersgerecht) trainieren sollte.


    Drittens macht es einfach viel weniger Spaß, wenn man ständig nur machen soll, was der Trainer einem zuruft. Und man kann dabei als Spieler auch fast nur verlieren: macht man es nicht, so ist der Trainer sauer, weil man sich seinen Befehlen widersetzt hat, stärker noch, wenn das dann zum Ballverlust oder anderem Misserfolg der Aktion führt. Macht man es doch so, dann kann es sein, dass es doch nicht klappt, z.B. weil man das Kommando zu spät oder falsch verstanden hat, oder man mit der geforderten Aktion überfordert ist. Selbst wenn der Trainer dann nicht meckert, so wird die Aktion mental als Misserfolg verbucht. Hatte der Spieler selbst etwas anderes vor, dann evtl. sogar in doppelter Hinsicht. Denn erstens war seine Entscheidung ja offenbar falsch, da der Trainer, und diesen betrachten Spieler dieser Altersklasse ja häufig als allwissend, es ja anders sah, und zweitens hat es nicht geklappt.


    Ansonsten gelten die Tipps, die ich dir am Samstag gegeben habe, weiterhin:

    • Viele Übungen und Spielformen durchführen, in denen die Spieler viele Ballkontakte haben, also z.B.:

      • Coerver-Ball-Mastery
      • Coerver-Skill-Drills
      • 1:1- und 2:2-Spielformen -- auch hier gibt es bei Coerver sehr gute Beispiele
      • 1:1 und 2:2 in Ligaform, also auf mehreren Feldern mit Auf- und Abstieg


    • funino/Minifußball als Standardspielform statt Spielen 4:4 bis 7:7
    • Mit Ersatzbällen spielen und ein Zeitlimit bei Einwürfen, Freistößen und Torwartabschlag einführen -- dabei laut zählen. Damit man genug Ersatzbälle hat, sollte der Spieler, der den Ball zuletzt berührt hat, ihn wieder holen, während das Spiel ohne ihn bereits weiter läuft -- so beeilen sie sich und der Rest hat keinen Leerlauf.
    • Spielformen und Übungen verwenden, welche sie auch geistig fordern:

      • Spiel auf wechselnde Tore -- z.B. nach jedem Tor oder nach Ansage des Trainers
      • Spiel auf vier Tore
      • Spiel auf einem quadratischen Feld mit vier Minitoren, bei dem die jede Mannschaft auf ein gegenüberstehendes Torpaar spielt


    • Spiel mit Provokationsregeln, die das gemeinsame Handeln fördern, z.B.:

      • Tore zählen doppelt, wenn alle Angreifer in gegnerischer Hälfte, nochmal doppelt, wenn mindestens ein Verteidiger sich noch in der Hälfte der Angreiger befindet.
      • Jeder im Team muss den Ball gehabt haben, bevor ein Tor erzielt werden darf -- dann aber den Raum groß genug machen und die Teams klein halten, denn es ist demotivierend, wenn sie nie aufs Tor schießen dürfen.


    • Schnelligkeits- und Koordinationsübungen

    Natürlich kriegt der mit, das ich das Verhalten seiner Trainer bzgl. Einsatzzeiten total bescheuert finde. Auch hat er schon mitbekommen, wie ich lautstark mit einem Trainer darüber diskutiert habe (ich bleibe dabei schon immer sachlich).


    Es ist gut, dass du sachlich bleibst, aber es würde mich nicht wundern, wenn dein Sohn das nicht so gut einschätzen kann -- ich würde das zumindest vielen der Jungs im Jahrgang unseres Sohnes (2001) nicht zutrauen.. Aber abgesehen davon, muss ich sagen, dass je mehr du erzählst, für umso aussichtsloser schätze ich Eure Situation ein.


    Die Vorschläge von Steini sind wirklich gut, sind aber vielleicht die Mühe nur wert, wenn noch Hoffnung auf Einsicht und Besserung besteht. Diese habe ich in Eurem Fall, ehrlich gesagt, nicht. Ich würde daher eher den Wechsel zum zwanzig Autominuten entfernten Verein ins Auge fassen. Zwanzig Minuten sind wahrlich nicht die Welt, das finde ich auch, aber sicherlich wäre es da sinnvoll, eine Fahrgemeinsschaft zu bilden. Also würde ich andere unzufriedene Eltern ansprechen und sie fragen, ob sie sich auch einen Vereinswechsel vorstellen können, man selbst erwäge das, habe aber halt das Problem mit der Fahrzeit, wenn man sich das aufteilen könnte, dann könnte es erträglich werden und die Kids könnten wieder mit Spaß kicken.

    Mache dir um die gegnerischen Stürmer nicht so große Sorgen. Wenn die Gegner nur mit langen Bällen auf den oder die im Abseits Tore schießen kann, so ist das nicht so wild. Natürlich sind Gegentore ärgerlich, aber in der D-Jugend kommt die Abseitsregel und dann sehen ebendiese Stürmer auf einmal furchtbar alt aus. Aber ich hatte damals mit meiner E-Jugend dieses Problem durchaus auch, und ganz ignorieren kann man es auch nicht, weil die eigenen Spieler sich sonst der Situation mehr oder weniger hilflos ausgesetzt fühlen. Was also tun? Nun, bei uns war es damals so, dass viele Mannschaften einen Spieler hatten, der vorne stehen blieb. Da habe ich dann meiner hinteren Dreierreihe gesagt, dass einer von ihnen hinter ihm bleiben muss. Er soll ihn nicht in eine Manndeckung nehmen, aber er muss ihn, während er selbst das Spiel beobachtet, permanent im Blick haben können und muss, wenn er angespielt wird, ihn schnell erreichen können, um ihn zu stellen und zu bremsen. Von den beiden anderen Spielern der hinteren Reihe sollte dann einer auch eher defensiv denken und nicht so doll mit nach vorne stoßen, damit der arme Spieler, der den gegnerischen Stürmer im Auge behalten muss, bei einem gegnerischen Konter nicht immer in einer 1:2- oder 1:3-Unterzahl ist. Außerdem, und das finde ich bei dieser Art der recht starken Instruktion dann doch sehr wichtig, habe ich ihnen aber auch gesagt, dass ich nicht will, dass diese Aufgaben immer und über das ganze Spiel hinweg derselbe Spieler übernehmen soll. Sonst wird nämlich ganz schnell der Schwächste für die unbeliebte Bewacheraufgabe ausgeguckt, und der hat dann, wenn es dann doch schief geht, was ja wegen der beschriebenen Kontergefahr ja schnell gehen kann, ja sonst permanent die A****karte gezogen..


    Klar muss sein, dass diese Bewachertaktik ein aufgezwungenes Übel ist. Und dass eigentlich nie der letzte Mann vor dem Gegentor an ihm die Schuld trägt, weil es meistens vorher genügend Gelegenheiten gibt, es zu verhindern, wenn denn jeder sich daran beteiligt.

    Ich möchte noch kurz eine Ergänzung anbringen:



    Rückfrage: Kann es schlimmer werden?


    Ich glaube nicht. Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl.


    Ich würde die gemeinsame Aussprache durchführen. Für explizite Teambuildingmaßnahmen ist es, denke ich, für diese Saison, wenn man nur das Saisonende im Blick hat, tatsächlich zu spät. Soll die Mannschaft aber weiter bestehen, dann würde ich die aktuelle Saison abhaken und aus dem Fokus verbannen und sofort bzw. baldmöglichst alles dafür tun, den Schalter wieder auf Anfang zu stellen. Dann tretet Ihr irgendwie zu den verbleibenden Spielen an, sie sind im Prinzip völlig unwichtig, es geht vielmehr um die Zukunft und darum, aus diesem Sauhaufen eine Mannschaft zu machen. Wobei dafür der Sauhaufen selbst ebenso verantwortlich ist wie die Vereinsverantwortlichen (inkl. Trainer).

    Die erste und die zweite Mannschaft trainieren ja zusammen. Jeweils der Haupttrainer der 1. und 2. Mannschaft machen ja zusammen die Spielereinteilung für die Rundenspiele. Die sind beide gleich drauf. Die Besten sollen spielen. Um zu gewinnen.


    Nächste Saison sieht ganz genauso aus. Die selben Trainer trainieren dieselben Jungs zusammen. Nur die Hälfte ist dann halt schon C-Jugend. Wir haben auch schon gesagt, das wir unzufrieden sind, mit den Spieleinsätzen. Das interessiert doch keinen. Unser Sohn gehört nicht zu ihren Spitzenspielern. Und bei denen wär's ihnen wahrscheinlich auch wurscht, solange sie noch genug andere gute Spieler haben.


    Wenn es so ist, wie du schreibst, hätte ich keine Hoffnung, dass Euer Sohn in der nächsten Saison eine Besserung seiner Situation erwarten kann. Und dann würde ich mich eher für ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende entscheiden. Aber ich bin weit weg und vielleicht sogar ein bisschen von den hier auch nicht gerade erfreulichen Ereignissen beeinflusst. Müsst Ihr wissen.


    Kann man bei Euch noch andere Sportarten betreiben?

    Beim Schweizer System spielt typischerweise nicht jeder gegen jeden. Ziel dieser Turnierform ist es ja gerade, eine ganz gute Rangordnung zu erhalten, wenn man zu viele Turnierteilnehmer hat, als dass jeder gegen jeden spielen könnte. Das Verfahren ist im Schach wohl auch üblich.


    Tatsächlich ist dafür die Unterstützung durch den Computer oder eine App nahezu notwendig, weil man nach jeder Runde eine neue Tabelle erstellen muss, in der dann ja wieder Erst- gegen Zweiplatzierten, Dritt- gegen Viertplatzierten, usw. antritt. Wobei ja keine Paarung zwei mal vorkommen darf, das verkompliziert die Sache. Der Algorithmus ist nicht so schwer, seine Druchführung ist halt nur für uns Menschen ziemlich mühsam, der Rechner dafür wunderbar geeignet ist.


    Wenn nur die Spieler der zweiten Mannschaft spielen würden, würden sie wahrscheinlich verlieren.


    OK, vielen Dank für deine Ehrlichkeit. Das ist auch keine Schande, und nur, wenn man die Dinge unverklärt sieht, kommt man zu einer richtigen Einschätzung.


    Aber immerhin hätten diese Spieler dann die Chance sich weiterzuentwickeln. Welche spielerische Leistung erwartet man von Kindern, die selten spielen dürfen? Wie soll so eine Mannschaft dann auch mithalten können?


    Mich musst du nicht überzeugen, du rennst bei mir offene Türen ein. Ich habe ja geschildert, wie sich diese Geschichte im Jahrgang meines Sohnes entwickelt hat und derzeit noch weiter entwickelt. Schön ist das nicht.


    Nur: Mich musst du nicht überzeugen, sondern Eure Verantwortlichen. Funktioniert das und kommen sie Euch entgegen, dann ist alles i.O. Dann würde ich übrigens auch erwarten, dass sie für den Rest der Saison bereits so verfahren, um Euch gegenüber zu demonstrieren, dass sie wirklich dazu gewillt sind, anders zu agieren. Akzeptieren sie die Forderung nicht, so müsst Ihr überlegen, welche Konsequenzen Ihr daraus zieht. Unser Sohn wird jedenfalls zur nächsten Saison für einen anderen Verein auflaufen..


    Ich habe nicht so ganz begriffen, wie Eure kommende Saison aussehen wird. Danach würde ich aber ganz gezielt fragen. Ich persönlich würde auch nicht damit hinter dem Berg halten, dass Euch die aktuelle Situation nicht gefällt und Ihr Euch überlegt, wie die Zukunft Eures Sohnes aussehen soll.

    Nachdem ich nun den gesamten Thread durch gelesen habe, möchte ich mal auf dein Eingangsbeitrag eingehen.


    wir haben seit Herbst zwei D-Jugenden, die gemeinsam trainieren. Es gibt 4 Trainer, wobei einer der Hauptkoordinator ist und die 1. Mannschaft bei Spielen coacht, ein zweiter ist für die 2. Mannschaft hauptverantwortlich.


    Und es gibt zwei jugendliche Co-Trainer, die sich zurück halten, demnach also zwei die Richtung bestimmende Trainer, davon einer mutmaßlich deutlich stärker als der andere.


    Zu Beginn gab es 38 Kinder.


    Das würde, eine hohe Disziplin und Einsatzbereitschaft der Spieler vorausgesetzt, rein rechnerisch für drei D-Jugendmannschaften reichen. Für zwei D9-Teams ist der Gesamtkader eher groß. Meiner Meinung nach beträgt die optimale Kadergröße für D9-Mannschaften fünfzehn Spieler. 38 könnte man auf eine 12er und zwei 13er-Mannschaften aufteilen, da hätte man an jedem Spieltag vier respektive fünf Spieler mehr als minimal auf dem Platz benötigt.


    Dabei wurden 13 für die erste Mannschaft auserkoren. 5 Kinder der 2. Mannschaft schmissen daraufhin gleich das Handtuch und hörten mit Fußball ganz auf. Es folgen ziemlich schnell 3 weitere Kinder, die in der 2. Mannschaft auch kein Land mehr sahen. 3 Weitere hörten jetzt im Frühjahr auf.


    Es blieben also 25 für die zweite, deren Kader zunächst auf siebzehn und inzwischen auf vierzehn Spieler geschrumpft ist. Es würde im Prinzip also seit Saisonbeginn fast eine ganze Mannschaft entsorgt. Saubere Leistung.


    Die erste Mannschaft hat ständig Turniere, Vorbereitungsspiele, etc. Die zweite so gut wie gar nichts.


    Das ist aber hauptsächlich Sache des Trainers, der die zweite Mannschaft betreut. Evtl. wäre es da sinnvoll, wenn ihm Eltern anbieten, Turniere und Freundschaftsspiele auszumachen, vielleicht sogar die Mannschaft bei diesen Terminen zu betreuen.


    Jetzt spielen auch noch bei den ganz normalen Rundenspielen der 2. Mannschaft viele Kinder der ersten Mannschaft mit.


    Das ist für mich hingegen ein No-Go. Wenn dafür Spieler der zweiten Mannschaft, die gerne spielen würden, nicht spielen können, ist das nicht hinzunehmen. Dafür muss es schon sehr gute Gründe geben, die ich bei Euch aber nicht erkennen kann.


    Es ist nicht ungewöhnlich, dass Trainer es gerne haben, wenn ihre Mannschaften gewinnen. Wie sieht es denn aus, was würde denn deiner Meinung nach passieren, wenn die zweite Mannschaft für sich spielen würde, also ohne Verstärkung aus der ersten? Würden sie dann nur verlieren? Mit einer solchen Situation tun sich viele Trainer schwer, sie ist auch nicht einfach, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Viele Trainer haben dann auch Angst, dass ihnen die stärkeren Spieler verloren gehen, weil sie unzufrieden werden könnten. Und die schwächeren Spieler haben sich ja ohnehin das falsche Hobby ausgesucht. Vielleicht denkt der eine oder andere sogar in Richtung C-Jugend, wo er die erste Mannschaft und die stärkeren Spieler der zweiten braucht, um aus ihnen dann eine C-Jugendmannschaft bilden zu können. Die übrigen Spieler könnten dann hinten runter fallen. Das sind jetzt alles Mutmaßungen, ich halte sie jedoch für alles andere als ausgeschlossen. Ich würde Euch empfehlen, ganz genau zu prüfen, was Ihr für den wahrscheinlichsten weiteren Verlauf haltet.


    Immerhin ist das Training wohl gut. Wenn es für Euch nicht mit so langen Fahrzeiten verbunden wäre, würde ich Euch aber dazu raten, Euch mit dem Gedanken des Vereinswechsels zu befassen. Bei uns in der Gegend ist die Vereinsdichte glücklicherweise hoch genug, dass das gut möglich ist.

    Leute, solche Dinge, wie sie Stonehenge hier schildert, gibt es leider wirklich. Ich befürchte sogar, dass sowas öfter passiert, als wir es hier wahr haben wollen. Leider haben viele der Spieler, die ich von der G- bis zum Ende der E-Jugend, teilweise dann noch bis zum Ende des ersten D-Jugendjahrs ähnliche Erfahrungen gemacht, sie stehen jetzt kurz vor dem Ende ihres ersten Jahres in der C-Jugend.


    Am Ende der E-Jugend wurde unsere Mannschaft, die damals aus siebzehn Spielern bestand, davon bis auf drei 2002er alle 2001er, mit derjenigen des Nachbarvereins zusammen gelegt. Dort waren die stärkeren Spieler schon immer bevorzugt worden, dann hatte es wohl auch noch Schwierigkeiten mit Trainern gegeben, jedenfalls waren von ehemals über zwanzig Spielern (zu F-Jugendzeiten) noch neun übrig. Drei weitere Spieler kamen von einem weiteren Nachbarverein, weil dort keine D-Jugendmannschaft für sie zustande kam. Unsere 02er wurden in Mannschaften ihres Jahrgangs umgesiedelt, somit verblieben noch 26 Spieler. Wir haben dann eine Sichtung durchgeführt und nach Absprache mit der Jugendleitung, die noch ein paar 2000er unterbringen musste, sechzehn Spieler in die stärkere und zehn in die schwächere eingeteilt. Ich habe noch ein Jahr lang die stärkere Mannschaft mit trainiert, nach ca. zwei Monaten des zweiten D-Jahrs lief dann das Fass über und ich trat aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen mit dem anderen Trainer, der die Mannschaft seitdem mit zunächst einem, jetzt zwei Hütchenaufsteller-Co-Trainern betreut, zurück.


    Aber noch zurück zum ersten D-Jugendjahr: Von den zehn 01er Spielern, die in die zweite Mannschaft kamen -- tatsächlich war es die vierte, denn es gab auch zwei D-Jugendmannschaften des älteren Jahrgangs, trat einer gar nicht an, weil er die Sportart wechselte, dafür kam ein anderer neu hinzu. Der Trainer, den diese Mannschaft bekam, war aber der Trainer der den Rest der Mannschaft stellenden 2000er, diese Spieler waren quasi die Resterampe dieses Jahrgangs, darunter auch einige sozial nicht unproblematische Persönlichkeiten. Der Trainer war wohl, man kann es nicht anders sagen, sportlich völlig inkompetent, in Sachen Organisation ein Totalausfall und auch sozial eine Null. Er stellte zu Spielen fast nur seine alten Spieler auf, die 01er kamen nur zu Alibieinsätzen. Bei den Spielen hagelte es von der Seitenlinie Häme und unsachliche, destruktive Kritik. Noch während der Saison hörten fünf der 01er auf. Die erste Mannschaft hatte hingegen keinen Abgang zu verzeichnen.


    Im nächsten Jahr kamen sieben Neuzugänge in die erste Mannschaft, davon sechs von anderen Vereinen. Dementsprechend mussten ein paar Spieler in die zweite weichen. Dennoch bestand der Kader der ersten dann aus siebzehn Spielern, die zweite hatte nach meiner Rechnung nur elf, es kann aber sein, dass meine Liste da unvollständig ist. Es wurden aber auch regelmäßig zwei Spieler der ersten Mannschaft zum Spieleinsatz bei der zweiten abgestellt, das war eigentlich ganz OK. Der ungeeignete Trainer wurde auch ausgetauscht, so dass das entstehende Team wohl erträglich, aber immer noch nicht sonderlich gut war. Dennoch blieben so alle Spieler bis auf einen erhalten. Gleichzeitig verließ ein Spieler am Saisonende enttäuscht auch die erste Mannschaft.


    Zum Saisonbeginn 14/15 bestand der Kader der 01er nun aus 27 Spielern (inklusive zweier 00er-Mädels, die bisher auch schon dabei waren) -- es waren wieder drei Spieler von außerhalb hinzu gekommen, einer wurde an eine andere C-Jugend abgegeben. Fürs Großfeld in der C-Jugend waren das den Jugendleitungen zu wenige für zwei Mannschaften, also wurde beschlossen, dass alle gemeinsam trainieren mögen, geleitet von dem Zweiergespann der ersten und einem der zwei Trainer der bisherigen zweiten Mannschaft. Aufgrund der deutlichen Spreizung der Spielstärke und der Größe des Kaders wurde verlautbart, dass die Einsätze in den Punktspielen nicht gleich verteilt würden, es würden aber Freundschaftsspiele ausgemacht, damit auch die schwächeren Spieler auf ihre Spielzeit kämen. Die meisten besseren Spieler der zweiten hofften auch, im Pflichtspielbetrieb eingesetzt zu werden, hatten sie doch in der esten D-Jugendsaison überwiegend noch zur ersten gehört und wurden jetzt doch mehr Spieler gebraucht. Außerdem sollte gemeinsam trainiert werden.


    Naja, das Ding ging jedenfalls gründlich in die Hose. Der eindeutig die Richtung vorgebende Trainer interessierte sich null für die schwächeren Spieler. Die stärksten neun (über den Daumen gepeilt) hatten einen Stammplatz, die restlichen vier bis sechs Plätze gingen an Spieler aus dem Mittelfeld, wobei diese dann auch damit rechnen mussten, trotz eines Spielstands von 9:0 nur die letzten zehn bis fünfzehn Minuten zu spielen. Einige "Superstars" wurden deutlich bevorzugt, das Klima in der Mannschaft verschlechterte sich, sie zerfiel zunehmend in Grüppchen. Auf dem Platz konnte man diese Grüppchen teilweise auch erkennen... Beim Trainer verstärkte sich zunehmend die Eigenschaft, die Spieler nur hinsichtlich ihres aktuellen Wertes für den Mannschaftserfolg zu sehen. Verletzte oder länger erkrankte Spieler, oder solche, die aufgrund von schulischen oder familiären Problemen -- bei einem war z.B. der brudergleiche (und nach dem Tod seiner Mutter im selben Haushalt lebende) Cousin gestorben -- oder einfach, weil sie unsicher waren, schwächer spielten, wurden nach zehn Minuten wieder ausgewechselt und für das nächste Spiel nichr mehr aufgestellt. Freundschaftsspiele gab es zwar, aber nur für die Stammmannschaft. Die schwächeren Spieler wurden in der gesamten Hinrunde kein einziges mal eingesetzt.


    Bereits zu Beginn der Saison hat eines der Mädchen aufgehört. Nach ca. zwei Monaten erklärte der Trainer im Training, dass wenn ein bestimmter, nicht anwesender Spieler, noch einmal unentschuldigt fehlen würde, er ihn aus dem Verein werfen werde. Das erzählten ihm seine Klassenkameraden natürlich, so dass er von sich aus nicht mehr kam. Der o.g. Spieler mit dem Todesfall in der Familie verabschiedete sich nach der Hinrunde, nachdem er eine Spielzeit von vielleicht einer Viertelstunde gehabt hatte -- er hatte im ersten D-Jugendjahr noch zur ersten gehört und war einer der drei Spieler, die ich am Ende der E zur Stützpunktsichtung mit genommen hätte; Aktuell steht er kurz vor der Aufnahme in die C1 eines Vereins, der in der kommenden Saison Gruppenliga spielen wird. Das andere Mädchen sowie einer der schwächeren Spieler kamen ebenfalls so um die Jahreswende nicht mehr ins Training. Nachdem nun die Planungen für die nächste Saison begonnen haben, haben noch vier Spieler beschlossen, den Verein zu verlassen. Bei zwei weiteren ist das ebenfalls wahrscheinlich. Und drei Spieler haben erklärt, zwar nicht den Verein, wohl aber diese Mannschaft verlassen zu wollen.


    Wenn ich mich nicht verrechnet habe, so sind damit von den 27 Spielern, mit denen diese Mannschaft in die Saison startete, noch vierzehn sicher übrig, davon zehn, die in der ersten Mannschaft bleiben möchten. Es könnten noch bis zu drei hinzu kommen, die sich noch nicht entschieden haben.


    Das möge Euren Trainern, Stonehendge, als abschreckendes Beispiel dienen.


    Nachtrag: Vielleicht interessiert dich auch das, was ich hier geschrieben habe.

    Die genannte Übung würde funktionieren. Ich würde dir aber eine Spielform von Horst Wein empfehlen. Da hier Tore erzielt werden können und es einen Wettkampf gibt, dazu noch eine Angriffsspielrichtung, wirkt es motivierender und ist spielnäher. Es ist das 2:1+1 auf zwei breite Dribbeltore:

    • Errichte ein ca. 20 m langes und 12 m breites Feld.
    • Beide Angreifer fangen auf einer der 12-m-Linien an, sie haben einen Ball.
    • Ein Verteidiger hält sich in der Mitte des Feldes auf und darf sich frei in diesem bewegen.
    • Der zweite Verteidiger darf sich nur auf der anderen 12-m-Linie aufhalten.
    • Die Angreifer müssen nun ein Tor auf der gegenüber liegenden Torlinie erzielen, indem einer von ihnen mit dem Ball am Fuß darüber dribbelt.
    • Ein Angriff ist auch dann beendet, wenn der Ball das Feld verlässt.
    • Nach jedem Angriff ändern sie die Angriffsrichtung, dazu geht dann der Verteidiger, der sich im Feld aufhielt, auf die andere 12-m-Linie, der "Torhüter" ins Feld.
    • Die zwei Angreifer führen zehn Angriffe durch, also fünf in jede Richtung, und zählen ihre Erfolge.
    • Dann werden die Rollen getauscht.


    Diese Spielform ist recht vielfältig: so stellt sie die einfachste Überzahlsituation im Spiel dar, aber auch recht spielnahe Weise. Man kann sie verwenden, um den Angreifern das intelligente Angriffsverhalten beizubringen:

    • So lange der Ballführende nicht angegriffen wird, dribbelt er auf das Tor zu -- weitere Verfeinerung: wohin dribbelt er sinnvollerweise, und zwar in Abhängigkeit nach seiner Anfangsposition, derjenigen seines Mitspielers und seines Dribbelfußes?
    • Wenn der Verteidiger ihn angreift, spielt er ab. Dabei ist aber das Timing wichtig: erfolgt der Pass zu früh, so kommt der Mitspieler unter Druck, zu spät und der Gegner hat ihn, oder der Angreifer muss sich gar zum Abschirmen des Balls abwenden oder verliert den Ball.
    • Ganz doof ist es, das 1:1 zu suchen, denn man ist ja bereits in Überzahl und muss diese nicht herstellen. Ausnahme ist evtl. das 1:1 gegen den "Torhüter".
    • Wie bietet sich der Angreifer ohne Ball am besten an? Wichtig hierbei: Großen Abstand zum Verteidiger suchen und aus dem Deckungsschatten raus. Am besten, wenn möglich, in der Tiefe anbieten, dabei aber die beiden genannten Punkte beachten.

    Da bin ich voll bei dir. Da Fußball aber eine Kontaktsportart ist, wird das rechte Maß an Körperlichkeit stets auch Gegenstand der Interpretation von Beteiligten und Beobachtern sein. Generell kann man jedoch, denke ich, sagen, dass im Schnitt diejenigen, die das Unheil kommen sehen, sich weniger stark verletzen als diejenigen, die unvorbereitet getroffen werden. Und die, von denen die Aktion ausgeht, leiden typischerweise auch weniger als die Opfer der Fouls. Gegenbeispiele findet man zwar schnell, aber statistisch dürfte das so sein, meine ich. Nur so als Beobachtung.