Ich stimme dir zu, dass die Situation in dem Verein nicht optimal ist. Aber wie willst Du es lösen, wenn kein Trainer für die 3. Mannschaft zur Verfügung steht und sich auch keiner findet?
Bei uns stellte sich das Problem zum Ende der letzten Saison folgendermaßen: wir waren zwar zwei Trainer für mittlerweile 24 Kinder und bis zu dem Zeitpunkt nur einer Mannschaft. Aber ich sah mich, als einer dieser Trainer, nicht dazu in der Lage, eine der zwei zu bildenden Mannschaften regelmäßig zu ihren Spielen zu begleiten, da ich an den Wochenenden meine eigenen Kinder zu ihren sportlichen Aktivitäten begleiten möchte und außerdem am Wochenende noch genug anderes zu tun ist, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Da ich selbst kein Kind in dieser Mannschaft habe, ist das auch auf allgemeines Verständnis gestoßen. Andererseits stimmten auch alle Eltern der Meinung von uns Trainern zu, dass es unbedingt erforderlich ist, bei der Zahl an Spielern zwei Mannschaften zu melden, da sonst jedes Kind rechnerisch einen Spielzeitanteil von gerade mal 29% hat -- dabei ist es übrigens unerheblich, wie viele Spieler man pro Spieltag mit nimmt, denn diese Zahl kürzt sich raus, wenn man dann betrachtet, wie lange jedes Kind am Spieltag spielt. Also baten wir die Eltern um ihre Unterstützung und es meldeten sich dann auch drei Papas, die sich bereit erklärten, eine der beiden Mannschaften an den Spieltagen zu betreuen.
Das hat auch sehr gut geklappt, einzig ich störe mich daran, dass mir dieser ja durchaus nicht unbedeutende Teil der Entwicklung meiner Schützlinge eher verborgen bleibt. Ich habe mir zwar ein paar Spiele angesehen, aber dabei bewusst die Rolle des Zuschauers bzw. Ratgebers eingenommen.
Zur kommenden Saison habe ich vor, eine der Mannschaften wieder zu den Spielen zu begleiten. Glücklicherweise haben die Papas, die bisher diesen Dienst verrichtet haben, auch überhaupt nichts dagegen, sonst hätte ich das vertrauensvolle Gespräch unter vier Augen suchen müssen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es da Eltern gibt, auf die ich zurück greifen kann, wenn es mal eng wird. So war das mit meinen 2001ern damals übrigens auch. Deshalb bin ich auch der Meinung, dass viele Eltern durchaus dazu bereit sind, auch tatkräftig im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Man muss sie dazu aber ins Boot holen, ihnen deutlich machen, was man selbst leisten kann, wo es dann aber auch aufhört. Und dann, was man noch für zusätzlich sinnvoll im Sinne der Kinder hält, wofür sich aber aus ihrem Kreis Hilfe finden müsste, damit es stattfinden kann.
Der Trainer könnte am Spieltag natürlich auch mit der 3. Mannschaft mitreisen. dann würden sich wahrscheinlich die anderen Eltern beschweren.
Er könnte seine Aufmerksamkeit aufteilen, also abwechselnd bei der einen und der anderen sein. Das wäre sicher auch nicht optimal, aber es würde das Signal senden, dass er sich genauso um die fünf Spieler der F3 kümmert wie um die F1. Er könnte sich auch mit dem Trainer der 08er zusammen tun, so dass diese sich bei der Betreuung der F3 abwechseln könnten. Da wäre vieles denk- und auch machbar.
Man könnte den Kindern auch sagen, dass man keinen Trainer findet, sie künftig nicht mehr betreuen kann und sie den Verein wechseln müssten, um weiter trainieren und spielen zu können. Das würde dann auch den Wenigsten gefallen ... .
Das wäre aber wenigstens ehrlich. Wie @Spieler-papa in der Zwischenzeit geschrieben hat, sieht der Trainer der F1 für die fünf aussortierten Spieler nach eigener Aussage ja ohnehin keine Zukunft im Verein. Seine Handlungsweise ist dem nur entsprechend, ich hatte es mir ja schon so gedacht -- er wäre beileibe nicht der erste Trainer, bei dem ich das erlebe. Für eine solche Einstellung habe ich überhaupt kein Verständnis. Ich bin auch nicht der Meinung, dass man lieber einen solchen Trainer als gar keinen haben wollen sollte.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich aus den betreffenden Eltern jemand findet, der die F3 auch im Training betreut, bzw. sich die Eltern auf die Suche nach einem Trainer begeben.
Wenn in diesem Verein die von diesem Trainer propagierte Einstellung vorherrscht, würde ich ihn verlassen.
