Beiträge von tobn

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    Ich wollte erst einmal nur wissen, ob ich dich richtig verstehe. Ich bin durchaus der gleichen Meinung wie du, dass die Verknüpfung von Sperre und Ausbildungsentschädigung ziemlich fragwürdig ist. Ebenso wie z.B. @Chris und @Don Quijote, @TW-Trainer sowieso, bin ich auch kein Freund der aktuellen Vereinswechselregelungen. So wollte ich meine Posts auch nicht verstanden wissen, sondern eher als Feststellungen darüber, was eben aktueller Stand der Dinge ist und welche Optionen Ihr momentan habt.


    Ich verstehe selbst, wie gesagt, nicht, mit welcher Rechtfertigung Freigabe und Ausbildungsentschädigung beim Vereinswechsel gekoppelt sind. Ich sehe da keinen sachlichen Zusammenhang. Vielmehr ist es ja so, dass mittels der Ausbildungsentschädigung der abgebende Verein finanziell für den Verlust des wechselnden Spielers kompensiert werden soll. Warum das überhaupt in dem Bereich, in dem den Vereinen kein finanzieller Vorteil dadurch entsteht, dass ein Spieler bei ihm spielberechtigt ist, sinnvoll sein soll, erschließt sich mir nicht. In den meisten Fällen wird ein Spieler nur in dem Verein, für den er spielt, Mitglied sein und dort seinen Vereinsbeitrag bezahlen. Aber das kann doch nicht die Motivation sein.


    Nein, ich denke, der Anlass für die Einführung der "Ausbildungsentschädigung" lag eher im Unmut der Amateurvereine, wo letztlich so gut wie alle Fußballprofis ihre Laufbahn bekommen haben, darüber, dass die Profivereine jede Menge Kohle an den Transfers dieser Spieler verdienten, und sie daran nicht teilhatten, obwohl sie doch auch einen Beitrag zu ihrer Ausbildung geleistet hatten. Das kann man auch so sehen, und selbst wenn nicht, dann kann man dennoch eine gewisse Kompensation für sinnvoll halten, um Frieden und Einvernehmlichkeit zwischen beiden Bereichen und damit für beide eine bessere Situation als ohne die Kompensation zu erreichen.


    Dabei verstehe ich aber nicht, dass eine Ausbildungsentschädigung, wenn ich die Freigabe erst einmal zurückstelle, bei jedem Wechsel anfallen soll. Da wäre erst mal zu klären, ob und inwieweit im Jugendbereich Geld mit den Spielern verdient wird. Mag ja sein, dass das z.B. bei den Vereinen mit NLZ so ist, also die Bayern bspw. dazu bereit sind, für einen 15-Jährigen durchaus in die Tasche zu greifen. Aber aktuell gibt es ja bis hinunter in die untersten Ligen die Ausbildungsentschädigung, also auch für den Wechsel innerhalb des Kreises oder dem Bezirk. Und sie fällt auch an, wenn ein Spieler in eine untere Klasse wechselt. Außerdem, und das ist eigentlich auch ziemlich kurios, ist für die Höhe der Ausbildungsentschädigung nicht die Spielklasse des wechselnden Spielers relevant, sondern vielmehr ausschließlich die Spielklasse der ersten Seniorenmannschaft des aufnehmenden Vereins. Es kann ja durchaus sein, dass ein Verein mit seinen Jugendmannschaften in Bezirks- oder Landesligen vertreten ist, seine erste Herren aber 'nur' im Kreis unterwegs ist.


    Die Sperre ist ein ganz eigenes Thema. Für Freunschaftsspiele gibt es ja grundsätzlich keinerlei Sperre, für Pflichtspiele gibt es bei uns vom Verband automatisch und unabänderlich außerhalb der Wechselfrist eine Sperre von drei Monaten -- Ausnahmen gibt es z.B., wenn der wechselnden Spieler lange nicht gespielt hat. Damit möchte man wohl verhindern, dass es während der Saison mehrfaches Vereins-Hopping gibt, also die Vereine sich gegenseitig die Spieler unter der Saison abwerben. Das ist wohl auch sinnvoll und bei allem Ärger, den man über eine solche Sperre als Betroffener empfinden mag, so sind es doch 'nur' drei Monate, die in meinen Augen nicht so dramatisch ins Gewicht fallen. Vielleicht würden auch acht Wochen reichen, das ist für mich hier letztlich ein Detail, das nichts daran ändert, dass ich die Pflichtsperre zur Unterbindung des übermäßigen Abwerbens während der Saison für gerechtfertigt halte.


    Aber was soll die Freigabe durch den abgebenden Verein? Dazu habe ich schon mal vor ein paar Jahren hier im Forum mein Unverständnis dokumentiert.

    @Else Tetzlaff, verstehe ich dich richtig, dass du es bevorzugen würdest, wenn grundsätzlich bei einem Vereinswechsel der aufnehmende Verein eine (gestaffelte) Ausbildungsentschädigung an den abgebenden Verein bezahlen sollte?

    Das mit der aktiven und (aus meiner Sicht) glaubwürdigen Aufklärung machen wir.

    Das wundert mich nicht, Ihr macht ja sowieso schon sehr viel richtig gut. Ohne Mist jetzt.


    Das hilft auch, auch wenn man auch dann nicht vor unangenehmen Überraschungen gefeit ist. Hatten wir beispielsweise gerade mit einem Spieler aus unserem Jahrgang. [...] Dann waren aber im Juni nochmal Termine mit der Verbandsauswahl. Dort ist er dann schön bequatscht worden und stand dann am 24.6. mit seinem Vater auf dem Trainingsplatz und teilte mit, dass er den Verein wechseln wird. Ohne weiteren Dialog. Da fragt man sich dann, was die jahrelange Kommunikation genutzt hat, wenn dann auf einmal spontan so eine Entscheidung getroffen wird.

    Da stimme ich dir vollumfänglich zu, aber man muss halt akzeptieren, dass es auch mal Situationen gibt, in denen es nicht so läuft wie man es sich vorstellt. Man kann und wird weiterhin ab und an enttäuscht werden. Und es wird auch weiterhin Konflikte geben. Aber eben seltener als dort, wo eben nichts geregelt ist bzw. wo keine klare und den Beteiligten bekannte Linie gefahen wird und wo es an der Kommunikation und der gegenseitigen Werschätzung und Anerkennung fehlt. Euer Fall ist dann sicherlich ein besonders bedauerlicher, aber dennoch hoffentlich ein Einzelfall.


    Entscheidend ist dabei dann immer auch das Elternhaus. In dem Fall meinte der Vater, sein Sohn müsste das entscheiden. Was ich im C-Jugendalter, alleine, immer noch schwierig finde.

    Das ist richtig, aber die C-Jugend ist in der Tat schon etwas schwieriger als die vorherigen Jahre, zumindest bei vielen. Aber wie auch immer, wir Trainer haben im Normalfall weder das Recht, den Eltern rein zu reden, noch sollten wir uns das anmaßen. Das heißt nicht, dass man nicht seine Meinung sagen darf, wenn man gefragt wird, oder ggf. auch Rat anbieten darf, wenn man meint, einen geben zu können. Es gibt aber jedenfalls durchaus angenehmere Aufgaben als diejenigen, Elternteil eines C-Junioren zu sein, zumindest zeitweise...


    So ist uns dann jetzt ein paar Tage vor Ende der Wechselfrist der aktuell stärkste Spieler abhanden gekommen. Die Herausforderung, die wir mit der neuen Spielklasse angenommen haben, unter anderem um Spieler wie ihn zu halten bzw. auch um ihnen zu ermöglichen, noch ein Jahr im Heimatort zu spielen, wird damit ziemlich schwierig, eine Entscheidung wäre möglicherweise anders gefallen, wenn wir das gewusst hätten.

    OK, aber an einem Spieler kann das Vorhaben doch nicht hängen, oder? Was hättet Ihr gemacht, wenn er sich verletzt hätte oder kurzfristig weg gezogen wäre? Dass man einzelne Spieler verliert, damit muss man immer rechnen. Zwei kann auch sein. Bei vier oder mehr hat man entweder großes Pech oder macht doch einiges nicht so gut, wie man meint, oder was meinst du?


    Das Problem des Hechts im Karpfenteich gibt es sicher so ziemlich überall. Die Frage ist dabei, wie ein solcher Verein aufgestellt ist. Bei uns gibt es in direkter Nähe keinen Verein, der durchgängig gut aufgestellt ist. Nur Pseudohechte.

    Hmm, nun, das ist recht schwer zu überblicken, weil es ja so viele Vereine und so viele Mannschaften und Altersklassen gibt. Es gibt bei uns im Kreis schon einen Hecht, der ab der D-Jugend einen Großteil der besten Spieler abfischt, da werden auch die Ausbildungsentschädigungen gezahlt. Nur spielt dort in den Leistungsmannschaften halt kaum ein Spieler, der vor der D-Jugend schon bei diesem Verein war. Im Hintergrund gibt es da wohl einen Geldgeber, der vielen, aber nicht mir bekannt ist, seine Identität interessiert mich auch nicht wirklich. Naja, ab der D-Jugend ist dieser Verein dann auch überkreislich präsent, wie hoch sie in den einzelnen Altersklassen spielen, weiß ich nicht, aber das sind vom Personal her schon ziemlich gute Mannschaften, dort konzentrieren sich oft halt ca. 33-50% der stärksten Spieler des Kreises. Klingt so ein bisschen wie der Verein, über den du schreibst. Dann gibt es noch ein paar Vereine, die eine ähnliche Spielklasse erreichen, aber nicht so zuverlässig, d.h. da gibt es auch mal einen Abstieg -- aber auch da gibt es einen Kreis an üblichen Verdächtigen. Und zu diesen zählen auch die zwei Vereine, von denen ich für einen aktiv bin, die eine Kooperation ab der D-Jugend haben. Für einige ist da besagter Verein ihr Intimfeind, die große Konkurrenz im Kreis. Mit welchen Bandagen da gekämpft wird, weiß ich nicht, ich bin ja kein Jugendleiter.


    Wie gut tatsächlich in all diesen Vereinen gearbeitet wird, ist aber höchst unterschiedlich, und zwar durchaus auch innerhalb des einzelnen Vereins. Da gibt es einige tolle Mannschaften und Trainer, aber eben auch das genaue Gegenteil. Noch habe ich keinen Verein gefunden, der, wie du es treffend nennst, durchgängig gut aufgestellt ist.


    Führt dazu, dass der Verein halt jeden einigermaßen begabten Kicker in der Stadt versucht abzuwerben. Das betraf bei uns meines Wissens 6 Spieler im B-Jugendalter. Da treten wir dann auch mit allen möglichen Mitteln entgegen. Sprich: keine Erlaubnis für Probetraining, keine Freigabe bei Wechsel. Letztlich ist dann jetzt ein Spieler gegangen. Und wir können eine vernünftige B-Jugend stellen, mit Spielern, die wir seit Jahren ausgebildet haben. Der Punkt ist für mich nicht, dass einzelne Spieler wechseln, zu richtig guten Vereinen, das sollen sie. Aber wenn ich als Verein etwas von unten aufbauen will, dann kann ich auch nicht ohne weiteres zulassen, dass andere Vereine bei einem schmarotzen, wenn sie selbst keine vernünftige Arbeit leisten. Dafür sind sicher gute Arbeit und gute Kommunikation die wichtigsten Voraussetzungen, aber mein Eindruck in unserem Umfeld ist, dass es auch Not tut, entsprechend den Regularien sich gegen Vereine zur Wehr zu setzen, die ihren eigenen Erfolg auf Basis der Arbeit anderer erreichen wollen.

    Das verstehe ich und in solchen Fällen kann man der Ausbildungsentschädigung vielleicht sogar einen Sinn abgewinnen. Vielleicht kann man aber andererseits auch das System der vererbten Ligazugehörigkeit in Frage stellen, denn es ist doch die Verbandsliga, mit der sie Eure und andere Spieler in Eurem Raum ködern, oder? Langfristig kann die Lösung natürlich auch darin liegen, dass man selbst zuverlässig in jeder Altersklasse ziemlich weit oben spielt, und zwar mit überwiegend eigenen Kräften, so wie Ihr das eben versucht. Da ist es natürlich sehr ärgerlich, wenn dieses Projekt zu scheitern oder einen deutlichen Dämpfer zu erhalten droht. Aber wenn einzelne nicht mehr Teil des Vorhabens sein wollen, kann man sie wohl nur schwerlich dazu zwingen und sollte das auch nicht versuchen. Nicht, dass ich Euch das unterstelle.

    Welche denn konkret ?

    Ich bin kein Jugendleiter, so dass ich da keine konkreten Erfahrungen habe, aber in der Finanz-, Beitrags- und Gebührenordnung ist im Bereich der Passbearbeitung mindestens mal der Antrag auf Vereinswechsel mit einer Gebühr belegt, bei uns in Hessen für Junioren € 10. Möglicherweise kommt noch mehr dazu. Natürlich ist es aber auch so, dass die Vereinswechsel für die Jugendleiter recht aufwendig sind. Und wie @fak ausführt, hängt ja auch noch mehr an den Vereinswechseln, nämlich die Planung der Folgesaison.


    Für Kündigung im Arbeitsverhältnis gibt es gesetzlich festgelegte Formvorschriften. Der Vergleich hinkt aber sowas von gewaltig.

    Gar nicht so sehr, denn auch das Verfahren des Vereinswechsels ist geregelt, in der Jugendordnung nämlich. Und da ist an keiner Stelle die Rede von irgendwelchen Zusagen an Spieler durch Vereinsverantwortliche, zumindest nicht hier in Hessen, d.h. sowas ist nicht vorgesehen und wird nicht berücksichtigt. Das Beispiel von @Nela finde ich auch nicht ganz zutreffend, weil der Trainer dem Spieler ja nicht gleichgestellt ist wie ein Kollege. Aber andererseits hat er in seiner Eigenschaft als Trainer keinerlei administrative Funktion im Verein. Ihr könntet Eure Kündigung bei ihm abgeben, damit er sie weiter leitet, aber er kann sie nicht selbst annehmen und "bewilligen".


    Ich gehe auch davon aus, dass Eure Vereinssatzung das Thema der Kündigung enthält, das muss sie eigentlich. Da ist dann auch festgelegt, wie sie abläuft. Und typischerweise wird die Schriftform verlangt.


    Ich gebe gerne zu, dass in Eurem Fall der Trainer etwas ungeschickt agiert hat, als er Euch die Zusage gab, dass das alles kein Problem würde. Ich gehe dabei davon aus, dass er selbst dieser Meinung war und dass er auch Recht gehabt hätte, wenn der andere Verein kooperiert hätte. Hat er aber nicht, und die Reaktion Eures bisherigen Vereins kann man, zumindest vom Grundsatz her, verstehen, auch wenn Ihr in diesem Fall bedauerlicherweise darunter leidet..


    Der Verein muß sich natürlich auch Willenserklärungen von seinen Trainern zurechnen lassen. Dies gilt für mündliche wie schriftliche Willenerklärungen.

    Das wage ich, ehrlich gesagt, zu bezweifeln. Bzw. gilt das nur für die Bereiche, für die der Vereinsvertreter zuständig ist. Auf die Aussage eines Monteurs über den Preis eines Heizkörpers wirst du dich auch nicht berufen können, wenn du das Angebot (mit einem höheren Preis) in den Händen hältst.


    Es ist bedauerlich, dass Ihr damals, als Ihr Eure Wechselabsichten dem Trainer mitgeteilt habt, nicht wusstet, wie der formelle Prozess läuft. Es wäre in meinen Augen auch wünschenswert gewesen, wenn Ihr darauf hingewiesen worden wärt und wenn der Trainer Euch gesagt hätte, dass er nur beschränkten Einfluss darauf hat, ob dein Sohn die Freigabe erhält. Wahrscheinlich ging er aber auch davon aus, dass es kein Problem gibt, es kann ja auch sein, dass Euer Verein grundsätzlich gerne Spielern beim Wechsel die Freigabe erteilt. Aber halt von dem aufnehmenden Verein erwartet, dass er es ebenso handhabt. Es kann gut sein, dass der Trainer bisher nur solche unproblematischen Fälle erlebt hat und Euer Fall insofern auch für ihn ein Novum ist.


    Trotz allem gelten für Euch die Regularien, so doof sie ganz oder teilweise auch sein mögen. Hattet Ihr die Jugendordnung schon mal gelesen?


    Ob in der Satzung was anderes steht, ist unerheblich. Die hat nur Innenwirkung.

    Naja, wenn du die Satzung nicht betrachten möchtest, dann bleibt ja nur noch die Jugendordnung. Und da spielt erst einmal nur das Datum der Abmeldung eine Rolle. Eine der Ankündigung der Abmeldung ist dort nicht als Teil des Vorgangs vorgesehen. Insofern wüsste ich nicht, wie Ihr Euch da auf die Aussage des Trainers berufen wollt.


    Die Schriftform kann nur dann von Belang sein, wenn es um die Beweisführung im Prozeß geht. Da aber Zeugen da sind wäre eine Beweisführung ohne Probleme möglich.

    Nun, mündliche Aussagen haben in vielen Fällen ebenso Gewicht wie schriftliche, soweit ich weiß gibt es da allerdings halt häufig Unterschiede in der Beweislast. Hättet Ihr etwas Schriftliches, so müsste der Verein der Schiedsinstanz, so schätze ich, beweisen, dass das nicht gilt. Beruft Ihr Euch hingegen auf eine mündliche Aussage, so müsste diese vermutlich, wenn die Gegenseite behauptet, sie nicht zu kennen, zumindest durch einen Zeugen bestätigt werden. Aber selbst wenn der Trainer bestätigt, die Aussage Euch gegenüber gemacht zu haben, so würdet Ihr vermutlich trotzdem dumm aus der Wäsche gucken und keine Grundlage für Eure Beschwerde haben, wenn er mit dieser Aussage seine Kompetenz überschritten hat.


    Ganz nebenbei würde ich Euch übrigens raten, Euch nicht in eine Rage gegenüber dem bisherigen Verein zu steigern. Habt Ihr schon mal das direkte Gespräch mit der Jugendleitung gesucht und gefragt, wie man da die Kuh vom Eis kriegen kann? Auf böses Blut und zerrissene Tischtücher sind nur wenige Leute aus..


    Der Verein muß sich unter Umständen auch Unterschriften von "Hinz und Kunz" zurechnen lassen.


    Da der Verein über seinen Trainer einen Irttum erregt hat und der u.a. zu einer Vermögenverfügung geführt hat, müsste man mal prüfen ob hier uU sogar der Straftatbestand des Betrugs verwirklicht ist. (Natürlich liegt hier kein öffentliches Interresse der Verfolgung vor, aber der Vollständigkeit halber sei das mal erwähnt.)

    Auch wenn du es so siehst, muss das noch lange nicht ein Gericht auch so sehen. Ich würde dir empfehlen, erst einmal wieder ein bisschen zur Ruhe zu kommen, und das Gespräch mit der Jugendleitung des bisherigen Vereins zu suchen. Gleichzeitig könnt Ihr ja auch mit der Jugendleitung des aufnehmenden Vereins sprechen, auch wenn es da wichtiger ist, dass die beiden Jugendleitungen sich direkt austauschen und gemeinsam eine Lösung im Sinne aller Spieler finden. Das letzte Wort ist da mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gesprochen. Eventuell wird da auch von einer oder beiden Seiten taktiert, so wie das in vielen Verhandlungen ja (leider) üblich ist. Ich verstehe, dass das für Euch als Betroffene, über die entschieden und, zumindest in einem gewissen Sinne, verfügt wird, äußerst unbefriedigend ist. Aber Ihr tut Euch unter Umständen keinen Gefallen, wenn Ihr jetzt überall Zeter und Mordio schreit.


    Wenn Ihr aber wollt, so kannst du natürlich mit dem Fall zu einem Anwalt gehen und ihn nach seiner Meinung fragen. Es würde mich aber, ehrlich gesagt, wundern, wenn Ihr da einen findet, der Euch nennenswerte Chancen einräumt.


    Ich weise an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass ich kein Jurist bin und in keiner Weise dazu befähigt noch befugt bin, an dieser oder anderer Stelle juristisch beratend tätig sein zu können. Sämtliche in diesem und anderen Beiträgen getroffenen Aussagen stellen ausschließlich meine persönliche Meinung respektive Einschätzung als juristischer Laie dar.

    @fak, deinen Einwand kann ich nachvollziehen. Allerdings würde ich schon hoffen, dass Vereinswechsel nicht ganz so leichtfertig vollzogen werden wie du es beschreibst, wenn man eine gute Arbeit macht. Das sicher auch vom Umfeld ab, so gibt es ja wahrscheinlich in vielen Kreisen den sprichwörtlichen Hecht im Karpfenteich oder sogar mehrere davon, die aktiv und mit ganz oder teilweise falschen Versprechungen abwerben. Ich würde aber meinen, dass man diesem Problem als Verein auch aktiv begegnen kann. Dazu müsste man vor allem die Eltern der Spieler aktiv aufklären, aber glaubwürdig und objektiv, und ganz sicher nicht mit FUD (Fear, Uncertainty and Doubt). Außerdem ist den meisten Leuten doch auch gar nicht klar, wie aufwendig die Organisation im Verein ist und wofür alles und wieviel an Kreis und Verband gezahlt werden muss. Ich würde mir schon ein so vertrauensvolles Klima in den Mannschaften wünschen, dass man mit Spielern und Eltern vereinbaren kann, dass sie etwaige Wechselabsichten bereits frühzeitig vermelden -- dazu gehört natürlich auch die Gewähr, dass ihnen dadurch keine Nachteile entstehen und man nicht über Gebühr versuchen wird, sie von diesem Gedanken abzubringen. Dann könnte man eben frühzeitig planen. Man könnte darüber wahrscheinlich sogar eine Vereinbarung abschließen: wenn ein Spieler die Wechselabsicht vor einem bestimmten Stichtag, z.B. dem 1.3. oder 1.4., bekannt gibt, so erklärt der Verein, dass er die Freigabe erteilen wird. Gleichzeitig kündigt der Verein an, die Freigabe im Regelfall zu verweigern, wenn die Abmeldung ohne vorherige Ankündigung erst nach z.B: dem 30.4. oder 31.5. erfolgt.


    Es wäre natürlich zwingend notwendig, eine solche Vereinbarung aktiv zu kommunizieren und nicht nur einfach als Teil der Satzung oder so unterzubringen. Aber meinst du nicht, dass das funktionieren könnte?


    Es könnte natürlich sein, dass es dann zu vielen Sicherheitsankündigungen kommt, die nicht ernst gemeint sind. Wenn dem so wäre, müsste man das vielleicht etwas sanktionieren, denn das würde ja dazu führen, dass man weniger Mannschaften einplant und diese, wenn die Ankündigungen großteils nicht wahr gemacht werden, dann zu groß werden.

    @Else Tetzlaff, diese Vereinswechselgeschichte im Jugendbereich gibt immer wieder Anlass zum Ärger. Tatsächlich sieht z.B. bei uns in Hessen die Regelung, wenn man sie paragraphentreu umsetzt, vor, dass ab der D-Jugend der abgebende Verein die Möglichkeit hat, die Freigabe des Spielers zu verweigern. Findet der Wechsel innerhalb der Wechselfrist, also im Juni, statt, so kann der aufnehmende Verein die Freigabe durch Zahlung einer Ausbildungsentschädigung ersetzen bzw. erzwingen. Wird die Ausbildungsentschädigung nicht gezahlt und die Verweigerung der Freigabe aufrecht erhalten, so dauert die Wartefrist für Pflichtspiele in diesem Fall (Wechsel innerhalb Wechselfrist) bis zum 31.10., also sechs bis acht Wochen der neuen Saison. Wird die Ausbildungsentschädigung gezahlt oder die Freigabe erteilt, so kann der Spieler ab 1.8. bzw., wenn die Freigabe erst später erteilt wird, ab dem Eingang der Freigabe bei der Verbandsgeschäftsstelle an Pflichtspielen teilnehmen.


    Findet der Wechsel außerhalb der Wechselfrist statt, so kann der Spieler bei erteilter Freigabe ab dem 1.8. an Pflichtspielen teilnehmen. Wird die Freigabe verweigert, so endet die Wartefrist für Pflichtspiele sechs Monate nach dem letzten Spiel für den alten Verein -- das schließt meiner Einschätzung nach übrigens Freundschaftsspiele ein.


    In jedem Fall darf der Spieler übrigens unmittelbar nach dem Wechsel für den neuen Verein an Freundschaftsspielen teilnehmen.


    Die Ausbildungsentschädigung kann übrigens bei uns in Hessen selbst in den unteren Spielklassen durchaus mal auf ein paar hundert Euro kommen, wenn nämlich ein Spieler schon länger im abgebenden Verein ist. Viele Kids fangen ja in der G-Jugend an, wechselt dann so einer z.B. in der C-Jugend, zu einem Zeitpunkt also, in dem er zehn angefangene Spieljahre beim alten Verein war, zu einem Verein dessen 1. Mannschaft (Senioren) in der Kreisoberliga unterwegs ist, so beträgt die Ausbildungsentschädigung € 150 + 10 * € 50 = € 650.


    Bei uns im Kreis ist es wohl auch in der Vergangenheit eher üblich gewesen, dass Freigaben erteilt wurden und auf die Ausbildungsentschädigung verzichtet wurde. Seitdem ein paar Vereine und/oder Jugendleiter sich da aber anders verhalten, handhabt es unser Verein so, dass weiterhin generell Freigaben erteilt werden, mit dem aufnehmenden Verein aber vereinbart wird, dass eine Rückkehr des Spielers zu gleichen Bedingungen erfolgt, also mit Freigabe (und ohne Ausbildungsentschädigung). Im Zusammenhang mit der (mittlerweile ehemaligen) Mannschaft meines Sohnes gab es in der D-Jugend ein paar Spieler, die kommen wollten und deren Vereine dafür Geld sehen wollten, einer auch noch eine Vereinbarung über die Beteiligung an weiteren "Transfererlösen". Unser Verein bzw. die beiden Vereine, welche die Mannschaft gemeinsam stellten, waren eigentlich nicht dazu bereit, etwas zu zahlen oder eine solche Vereinbarung zu unterschreiben. Aber die Eltern der wechselwilligen Spieler hängen ihnen natürlich im Nacken, weil sie nicht dazu bereit sind, die Sperre zu akzeptieren. Schließlich ist ihr Kind ja so gut und soll ja nicht benachteiligt werden.


    Dieser ganze Wechselkram im Jugendbereich ist in den unteren Spielklassen ein ziemliches Ärgernis. Dabei wäre es wahrscheinlich nicht mal so schlimm, wenn die Beträge deutlich geringer wären, was den Anreiz für die abgebenden Vereine, sie einzufordern, ja auch verringern würde. U.a. in Niedersachsen zählen bei der Berechnung der Ausbildungsentschädigung wohl auch nur die Jahre ab E- oder D-Jugend, dann kämen im obigen Beispiel, das übrigens auf meinen Sohn zutrifft, 'nur' € 350 oder € 250 zusammen, was sich vielleicht ja aufnehmender Verein und die Eltern aufteilen könnten.


    Ich verstehe Eure Position, aber ich verstehe ebenfalls die Position Eures bisherigen Vereines angesichts des Gebahrens des anderen Vereins. Und ich würde es da auch so halten wie @Chris, so leid mir das für Euch auch täte. Natürlich würde ich die Freigabe für deinen Sohn auch sofort erteilen, wenn der andere Verein das im umgekehrten Fall auch macht.

    Hmm, ich habe gestern erst Catch-Up spielen können und diesen Thread komplett gelesen. Du, @soccerbook bist in keiner ganz einfachen Situation, aber in einer, in der sich sicherlich Jahr für Jahr ganz viele Trainer finden, wobei sich, glaube ich, die meisten dann deutlich weniger Gedanken machen werden als du. Wir kennen und ja persönlich von der Trainertech, daher weiß ich deine Äußerungen ja als valide einzuschätzen. Und jetzt mal nur für die gerade vorliegende Situation bin ich bei @guenter: ich denke, die 06er sind bei dir weiterhin am besten aufgehoben und man täte denen, die zu dem 05er-Trainer wechseln müssten, wahrscheinlich keinen Gefallen. Insgesamt klingt es leider nicht so, als ginge es bei Euch besonders planvoll und 'gut' zu, sondern man scheint, wie es aber ja durchaus auch bei der Mehrheit der Vereine der Fall sein dürfte, stets die gerade anstehenden Fragen in Adhoc-Manier zu lösen, so wie es halt den aktuellen Erfordernissen und Vorstellungen entspricht. Man könnte dazu auch sagen, dass man sich halt so durchwurstelt. Auf Dauer ist sowas für Leute wie dich und mich unbefriedigend, weil wir zu erkennen glauben, dass da jede Menge Potenzial verloren geht und es anders halt viel besser laufen könnte, man dann auf jeden Fall mehr Spieler haben könnte und in der Folge vermutlich sogar auch sportlich erfolgreicher wäre -- einfach deshalb, weil man, wenn man mehr Spieler hat, da auch mehr gute Spieler dabei sind. Das hängt aber auch vom Einzugsgebiet und der örtlichen Konkurrenzsituation ab und ist jetzt nicht das hier unmittelbar anstehende Thema.


    Normalerweise werden bei Euch ja die Jahrgänge zusammen gefasst, einfach aus dem Grund, dass Ihr nur so eine Mannschaft pro Altersklasse melden könnt. Bei den 05ern und 06ern ist das ausnahmsweise nicht nötig. Eigentlich teile ich die Ansicht von z.B. @Follkao, dass es nicht unbedingt schlecht ist, wenn man Jahrgänge mischt -- solange man das richtig macht. Aber in Eurem Fall sehe ich halt nicht, dass das richtig gemacht wird, sondern dass eher das Gegenteil der Fall ist. Es klingt bei dir auch raus, dass die Eltern deiner Kids sie lieber beisammen und bei dir behalten würden. Darüber würde ich mir an deiner Stelle noch mal Gewissheit verschaffen. Und dann wäre es wahrscheinlich am sinnvollsten, wenn du mal das Vieraugengespräch mit der Jugendleitung suchst und das Thema recht offen ansprichst. Du solltest dabei aufpassen, dass du den Trainer der 05er nicht schlecht machst, sondern eher betonst, dass die 06er bei dir bleiben wollen, du die Gefahr siehst, dass einige abspringen könnten, wenn sie auseinander gerissen werden, dass der Schein, dass sie so gut seien, ohnehin wegen der niedrigen Spielklasse trügt, usw. Wenn du etwas zu dem Trainer der 05er sagen musst, dann kannst du das ein bisschen diplomatisch machen, indem du einerseits die Eltern vorschiebst und sagst, dass sie bisher mit dir halt bisher zufrieden sind und sich nicht sicher sind, was sie vom Trainer der 05er zu erwarten hätten. Und dass du das natürlich auch nicht einschätzen kannst, weil du ihn ja nicht so intensiv beobachtest, es kommt einem aus einem gewissen Abstand halt nur so vor, dass es bei den 05ern nicht so gut lief wie bei den 06ern, so dass du die Bedenken schon nachvollziehen kannst. Das mag jetzt dem einen oder anderen vorkommen, als würde man um den heißen Brei herum reden, das ist es aber mitnichten. Man kann dann nämlich schon auf den Punkt kommen und zu den einzelnen Punkten, die JL und Traner der 05er vorgebracht haben, seinen Standpunkt äußern, um am Ende zu seinem eigenen Fazit und dem Gegenvorschlag zu kommen.


    Interessant ist übrigens tatsächlich, was mit den wenigen 03ern und 04ern passieren soll.. Das sind doch in der kommenden Saison die D-Jugendjahrgänge. Aber mit drei Spielern ist da ja überhaupt nichts zu machen.. Den 03er könnte man vielleicht ja noch in die C-Jugend hoch ziehen, aber die 04er? Mit den zwei 04ern und der jetzigen E1 eine D-Jugend zu melden ist wahrscheinlich aber sportlicher Selbstmord, und wenn es da (also mit den 05ern) bisher sowieso schon nicht so gut lief, weil sie mehr verloren als gewonnen haben, dann kann man da offenbar mit so einer Situation nicht besonders gut umgehen, weshalb eine Wiederhgolung vermutlich nicht empfehlenswert wäre. Bliebe noch die Option, sie mit den 05ern zusammen trainieren zu lassen und eine recht hohe Zahl an Freundschaftsspielen zu vereinbaren, in denen sie auf jeden Fall dabei sind -- das könnte ja durchaus gegen andere 05er-Teams sein, bei Freundschaftsspielen kann man ja mit dem anderen Trainer vereinbaren, dass man zwei 04er einsetzt, die sonst leider keine Möglichkeit zum Spielen haben.


    Oder man schaut sich in der Umgebung nach einem Verein um, in dem die beiden 04er für ein Jahr per Zweitspielrecht unterkommen können.

    Wie läuft das in der E Jugend [im Main-Taunus-Kreis]?
    Wir haben aktuell 4 E Mannschaften 2 älter Jahrgang, 2 jüngere Jahrgang. Die E1 spielt jetzt kommende Saison Kreisliga, der Rest Kreisklasse.
    Der 2. ältere Jahrgang ist jetzt als E2/1 gemeldet, die jungen als E2/2 und E2/3.
    Das heißt da wird nicht mehr nach Jahrgängen getrennt und mir kann es als jüngerer Jahrgang passieren auf den älteren zu treffen in der Runde ?

    Also: im MTK ist es so, dass in der E-Jugend erstmals die Trennung der Jahrgägnge aufgehoben ist, man also insbesondere einzelne Altjahrgangsspieler in Mannschaften einsetzen kann, die sonst nur aus Jungjahrgängen bestehen -- umgekehrt ging das ja auch schon vorher.


    Nagle mich nicht darauf fest, aber ich habe die Regelungen bisher so verstanden:

    • Meldet ein Verein nur eine E-Jugendmannschaft, so muss diese als E1 gemeldet werden. Sie wird in der E1-Runde, also E1-Kreisliga oder einer der E1-Kreisklassen typischerweise auf Mannschaften treffen, die ganz oder überwiegend aus Altjahrgangsspielern bestehen.
    • Hat ein Verein mindestens eine Mannschaft in der E1-Runde gemeldet, so kann er weitere Mannschaften in der E2-Runde, wo es nur Kreisklassen auf einer einzigen Ebene gibt, melden. Die E2-Runde ist zwar vornehmlich für Jungjahrgangsmannschaften gedacht, nicht wenige Vereine melden ihre schwächeren Altjahrgangsspieler aber auch in der E2-KK


    Ihr könnt demnach durchaus auf Altjahrgangsspieler treffen, darüber würde ich mir aber nicht allzu große Sorgen machen.

    So weit ich informiert bin, außer natürlich die glanzvollen Bayern und der kleine FC Porto, würde jeder Fussballverein negative Zahlen ohne Finanzspritzen schreiben. Ganz zu schweigen davon, dass die öffentliche Hand für Sicherheit und Infrastruktur aufkommen muss ( Auch beim FCB).
    Wo ist da eine Wertschöpfung?

    Jetzt hör aber mal lieber auf. Wenn du hier mit Begriffen aus der BWL und VWL kommst, dann bitte ich dich um eine fundiertere Meinungsäußerung. So, wie du sie hier anbringst, hat das allerhöchstens Stammtischniveau. Und darauf möchte ich nicht weiter eingehen, das ist mir, tut mir leid, die Mühe nicht wert.


    Weiter noch...die Sponsoren können ihre Sponsorengelder von der Steuer absetzen, die VIP-Logen werden als Geschäftsausgaben deglariert und unsere Polizisten müssen sich um halbstarke Schwachköpfe kümmern...

    Aber ich kann doch nicht widerstehen... Also:

    • Absetzbarkeit von Sponsorengeldern: Belege das doch mal bitte. Sicherlich kann das örtliche Autohaus die Unterstützung von lokalen e.V. steuerlich absetzen, das ist auch gut so. Können aber z.B. Allianz, Telekom und Audi das Sponsoring des FC Bayern tatsächlich absetzen? Dafür sähe ich gerne mal Belege. Soweit ich weiß, sind vielmehr Allianz und Audi Aktionäre, für sie gelten die selben Regelungen wie auch für andere Anleger. Und die Telekom schließt einen Vertrag über Werbeflächen ab, das dürfte im Großen und Ganzen ziemlich dem ähneln, wenn die Telekom sich Fernsehwerbeslots kauft oder Plakatwerbung mietet.
    • VIP-Logen sind Geschäftsausgaben: Aber sicher sind sie das. Was sollen sie denn sonst sein? Weißt du, was die Dinger kosten und wozu sie verwendet werden? Das ist reine Repräsentation. Aber das ist für große Unternehmen durchaus wichtig, und zwar im Rahmen ihres wirtschaftlichen Handelns.
    • unsere Polizisten müssen sich um halbstarke Schwachköpfe kümmern: Ja, das müssen sie, und zwar beim Fußballspiel und dem Rock-Festivak genauso wie bei der Dorfkirmes und dem Kurzfilmfest. Glaubst du denn, die halbstarken Schwachköpfe entstehen durch die Bundesligafußballspiele?!


    Auf der anderen Seite ist kein Geld für Lehrer, Schulgebäude und Hallenbäder da...Hallo, gehts noch?

    Nun, Lehrer, Schulgebäude und Hallenbäder werden von der öffentlichen Hand, wenn auch von unterschiedlichen Organen bezahlt: Lehrer und Schulgebäude vom Land, Hallenbäder von den Kommunen. Diese benötigen dazu Steuereinnahmen in entsprechender Höhe. Im Bereich der Kommunen ist das beste Mittel dazu die Gewerbesteuer, deshalb geht es Kommunen, in denen das Gewerbe brummt, auch richtig gut, wohingegen es eher strukturschwachen Gemeinden oder solchen, in denen hauptsächlich gewohnt, aber weniger gearbeitet wird, deutlich schwerer haben. Erkläre mir doch aber bitte mal, was das mit dem Geld im Spitzensport zu tun hat.


    Die Wertschöpfung findet im Bereich Marketing, Stadioneinnahmen etc. statt.
    Was das aber mit dem Abgang einer Ikone zu tun hat.

    Korrekt, und ich verstehe es auch nicht..


    Das es weit wichtigere Probleme gibt in unserer Gesellschaft hat hier keiner bezweifelt, sie haben aber eben auch keinen Bezug zum Thema, sind daher in einem Forum für Fußballtrainer eher fehl am Platz.

    Genau. Die aufgestellten Zusammenhänge sind schon ziemlich abenteuerlich..

    Hmm, mein Onkel müsste damals trainiert worden sein, aber ich weiß nicht, ob ich ihn rechtzeitig befragt bekomme... Ansonsten habe ich im Netz einen Audio-Schnipsel gefunden:


    Aus Dieter : Fußballtraining in den fünfziger Jahren:

    Zitat

    Zu meiner Zeit, das war in den frühen FÜnfzigerjahren, da wurde drei mal in der Woche trainiert -- zunächst als Beginn fünf Runden um den Platz laufen, mit oder ohne Ball, anschließend Spiele 2:2, 3:3, und dann am Schluss ein Mannschaftsspiel. Gymnastische Übungen fanden nicht statt und die körperliche Pflege, also durch Massage und vor allen Dingen Unterwassermassage, waren begrenzt. Mein Verein, das war der FK Primasens, damals Oberliga Südwest-Spitzenmannschaft, zusammen mit Kaiserslautern und Neunkirchen und FC Saarbrücken, zusammen mit TuS Neundorf und Worms, das waren die großen Mannschaften im Südwesten Deutschlands, die hatten schon ein gehobeneres Trainingsprogramm, hatten auch gute Trainer, aber Trainer, die völlig andere taktische Vorstellungen haben und auch Ausbildungsvorstellungen als das heute der Fall ist, also damals gab es die Regel: während des Spiels darf man nichts trinken.

    Warum werden Fußballspieler so dermassen glorifiziert?

    Naja, man muss nicht besonders lange in der Psychologie nach den Gründen dafür suchen. Für den Einstieg ist vielleicht der Wikipedia-Artikel über Stars und den Starkult geeignet.


    Das sind absolut priviligierte Menschen die eine Menge Kohle verdienen und eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung vorweisen mit der es mein Hamster im Hamsterrad locker aufnehmen kann.

    Privilegiert sind sie, keine Frage, und viel Geld verdienen sie auch, Marktwirtschaft in Reinkultur halt: Angebot und Nachfrage. Was allerdings die volkswirtschaftliche Wertschöpfung anbelangt, so irrst du dich, glaube ich, in deiner Einschätzung gewaltig. Nicht nur die Arbeitgeber der Fußballspieler, sondern auch die ganze Sportartikelindustrie erwirtschaftet nicht zuletzt durch die Stars eine ganze Menge. Dazu kommt noch der ganze Merchandising-Bereich sowie Lizenzprodukte. Das ist schon etwas anderes als bei deinem Hamster. Vor fünfzig Jahren mag deine These noch gestimmt haben, da waren die Spieler aber auch noch nicht privilegiert und verdienten auch noch nicht jede Menge Kohle. Aber heute sieht es doch in beiderlei Hinsicht ziemlich anders aus.


    Da gibts Menschen die ihr komplett erspartes in ein altes Schiff stecken, unbezahlten Urlaub auf unbestimmte Zeit nehmen und viele viele Menschen im Mittelmeer retten. Von denen erscheint vielleicht mal ein Bericht auf Arte.

    Warum führst du das als Gegenbeispiel an, ist es doch eher schwierig, hier eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung zu erkennen? Sicher ist diese Person ein Vorbild an sozialem Einsatz. Es gibt übrigens auch genügend Beispiele dafür, wie wohlhabende Personen ihr Geld für gemeinnützige Zwecke verwenden.


    Lange werden wir uns solch ein hochbezahltes System ohne Wertschöpfung nicht mehr leisten können. Bzw. sollten mal die ganzen Sponsoren lieber ihr Geld in Arbeitslöhne oder soziale Projekte stecken, bevor der deutsche Michel rafft was los ist.

    Wieso müssen wir, also die "deutschen Michel", und dieses hochbezahlte System überhaupt leisten? Es wird doch weitestgehend privat finanziert. Was deine Forderung an die Sponsoren anbelangt, so handeln diese ja rein marktwirtschaftlich. Ihnen geht es doch darum, ihre Marke bekannter zu machen und mit entsprechenden Gefühlen und Gedanken zu verknüpfen. Schließlich sind sie nahezu ausschließlich ihren Aktionären verpflichtet. Gut ist in diesem Zusammenhang in allererster Linie, was den Aktienkurs beflügelt. Das kann übrigens durchaus auch mal soziales Engagement sein. Suche doch mal auf Google nach "<Sponsorname> soziales Engagement" und du wirst so einiges finden.

    Schöner Beitrag, @Strznievski, das kann ich so unterschreiben. Bei den 06ern, die ich seit nun anderthalb Jahren mittrainiere, gibt es auch ein bis zwei Spieler, die früher ausschließlich defensiv eingesetzt wurden. Mein vor meinem Eintritt alleine agierender Trainerkollege hat im 2:2:2 spielen lassen und da gab es einige Kinder, die nur hinten oder vorne zum Einsatz kamen. Die zwei reinen Verteidiger, die ich meine, haben ihre defensive Aufgabe auch wirklich gut erledigt, der eine, weil er ein gutes Auge für das Spiel und eine gute Antizipation hatte und sich daher zu weit vorgelegten Bälle der Gegner oder Querschläger holen konnte. Und der andere hat es halt auf Terrier-Manier gemacht, er ging stets furcht- und kompromisslos in den Zweikampf. Aber auch nur im Mittelfeld wussten sie nicht, was sie machen sollten.


    Ich verbuche es nun als Erfolg, dass diese beiden Spieler inzwischen auch gerne offensivere Aufgaben bekleiden -- beim Terrier ging das sehr schnell, bei seinem Kollegen hat es etwas länger gedauert, aber letztens bei einem Freundschaftsspiel bat er mich darum, auch im Angriff eingesetzt zu werden. Und er fühlt sich da mittlerweile sichtbar genauso wohl wie weiter hinten.

    So sehr kurios finde ich das nicht. Sie finden darin eine Aufgabe, die sie gut oder zumindest besser bewältigen können als die andere. Oft handelt es sich dabei ja auch noch um Kinder, die bereits deutlich mannschaftsdienlicher denken als die meisten ihrer Mitspieler, denn sie haben eher den Erfolg der Mannschaft als ihren eigenen Glanz im Sinn. Auch wenn ich selbst aus meiner Kindheit noch weiß, dass man durchaus auf spektakuläre oder wichtige Abwehraktionen stolz sein kann.


    Blöd daran ist jedoch, dass diese Kids selbst nicht an ihren offensiven Qualitäten arbeiten und somit darin auch nicht besser werden. Gleichzeitig lernen ihre Mitspieler, dass sie sich auf sie verlassen können, und vernachlässigen ihrerseits die Defensive. Langfristig ist das dann zum Nachteil beider Spielertypen. Und auch aus diesem Grund finde ich, dass man im G- und F-Bereich mit sehr kleinen Teams spielen sollte, in denen keine Spezialisierung möglich ist.

    @FBPapa07: Was du da beobachtet hast ist Blödsinn. "Been there, done that", und es war nicht gut. Wenn man Bambinis und jungen F-Junioren, die keinen Überblick über das Spielfeld haben, Positionen zuweist, dann führt das langfristig in eine Sackgasse. Denn sie sind noch überhaupt nicht in der Lage dazu, zu bewerten, wann es sinnvoll ist, die Position zu halten und wann nicht. Sie werden so in aller Regel starr an ihren Positionen kleben und ein gehöriges Maß an Eigeninitiative verlieren.


    @Follkao hat vollkommen Recht:

    Die [G-Junioren, Anm. des Verf.] nehmen solche Dinge von sich aus nicht wahr. Man kann es denen vermitteln, das ist gar keine Frage: Der Verteidiger darf nicht über die Mittellinie, der Außenspieler bleibt an der Außenlinie, der Zentrumsspieler in der Mitte und der Stürmer vorne. Wahrscheinlich wird man damit sogar in der G-Jugend viele Spiele gewinnen.

    Genau: jegliche Eigeninitiative abtöten, feste Positionszuweisung. Ja, so kann man Spiele gewinnen, aber nur so richtig, wenn die eigenen Spieler den Ball auch druckvoll einander zupassen können. Denn wenn man, gerade in der Offensive, feste Positionen zuweist, die entsprechend weit aufgefächert sind, so wird der Passempfänger im typischen G-Jugend- und Jungem-F-Jugendspiel sich recht weit weg von der "Abwehrtraube" der verteidigenden Mannschaft befinden. Er muss sicherlich den Ball schnell genug verarbeiten können, da ja aber weit und breit kein Gegenspieler vorhanden ist, ist selbst das nicht ganz so schwer. Anschließend muss er 'nur noch' ein bisschen aufs Tor zulaufen und dann satt abschließen.


    Das Blöde ist: Sowas sieht für unkundige Zuschauer auch noch gut aus, so richtig herausgespielt und so. Es ist aber eigentlich Mist. Denn diese Spieler lernen praktisch überhaupt nicht, wie sie den Ball auch unter Druck behaupten, das offensive 1:1 wird völlig ausgespart, weil der Pass ja stets die bessere Option ist. In der E- und D-Jugend ist dann der Glanz verflogen, gegen defensivstärkere und ballsichere Mannschaften sehen die ehemaligen G-Junioren-Champions dann nicht mehr viel Land..


    Irgendwann kommt dann jedoch ein Trainer und möchte Spielintelligenz vermitteln. Der muss dann erst die Schrauben lösen, mitt denen die Spieler auf "ihren" Positionen befestigt sind.

    Und das ist fürwahr nicht einfach, noch weniger, wenn, was ja im Sinne des Erfolges auch häufig passiert, Kinder stets auf einer Position eingesetzt werden. Überzeuge sie mal davon, dass sie auch mal woanders spielen oder zumindest aushelfen müssen, wenn es gegen Teams geht, die in fast kompletter Stärke angreifen und es tatsächlich verstehen, eine Überzahl zu nutzen..


    Es braucht dann oft etwas, um sie zu Lösungen zu lenken, gerade NICHT die Position zu halten. Schließlich haben sie über Jahre gehört "halte Deine Position".

    Amen.

    Tja, in diese Bredouille hat sich Euer Kreisverband selbst gebracht, indem er nicht auf die Wettervorhersage reagiert hat. Ich habe das letzte Wochenende betreffend ausschließlich von Absagen gehört, da wundert es mich schon sehr, dass Euer Kreisverband davon überhaupt nichts mit bekommen hat. Übrigens: Hatten die Trainer beider Mannschaften vorab den Kontakt zum Kreisverband gesucht und um gemeinsam unter Hinweis auf die zu erwartenden, speziell in diesem Alter zweifellos gesundheitsgefährdenden Bedingungen eine Verlegung des Spiels vorgeschlagen?