Beiträge von tobn

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    Die Schwierigkeiten bei der Umstellung von Halle aufs Feld kennt wohl jeder Trainer. Ich berücksichtige sie auch im Training, das heißt für mich aber noch lange nicht, dass ich nur noch Abschlussspiele auf Rundenspielfeld im 6+1 mit vier Auswechselspielern mache... Ich teile da übrigens durchaus Sir Alex' Beobachtung, nach der Hallensaison stelle ich bei vielen meiner Kids deutliche Verbesserungen in der Technik fest. Gerade die will ich ja auf dem Feld durch Spiele in Kleingruppen, etc. dann auch auf dem Feld weiter fördern. Und wie Sir Alex auch, dass meine Jungs sich eher im 1:1 gegen ihre Gegner durchsetzen können als sich nur auf ihr Tempo zu verlassen. Siege in 'Meisterschaftsspielen' kann ich auch nicht als Erfolgsmaßstab für mich ansehen. Aktuell, d.h. bei mir in der E, ist es ja noch so, dass man viele dieser Spiele gewinnen kann, wenn man vier engagierte Abwehrspieler hat. Da kommt dann kaum ein Angriff durch. Wenn du dann noch mit langen Bällen auf die vorne lauernden Stürmer spielst, triffst du auch irgendwann. Am besten nach einem schnell ausgeführten, langen Abschlag vom Tor. Aber will ich so gewinnen? Will ich meinen Spielern das beibringen? Ich unterstelle dir nicht, dass du das machst. Deine Spieler sind ja vielleicht wirklich zu gut, als dass sie dafür anfällig wären, dass sich solche Verhaltensmuster einschleifen. Bei vielen Mannschaften sehe ich diese Gefahr aber durchaus.


    Im übrigen gibt es auch beim Wechsel vom Feld in die Halle Umstellungsschwierigkeiten. Zu Beginn der letzten Hallensaison sind bei uns fast alle offensiven Pässe im Aus gelandet, weil die Adressaten sie nicht angenommen haben, sondern vorbei ließen und sie erlaufen wollten, der Ball in der Halle aber viel weniger abgebremst wird als draußen. Dann gibt es regelmäßig Ping Pong, weil die Filzbälle in der Halle deutlich mehr dotzen als die Kinder es von draußen gewohnt sind. Und Schwächen in der Ballannahme führen zu häufigen Ballverlusten..


    Aber zurück zum eigentlichen Thema dieses Threads, dem Spiel im Käfig (oder in der Soccer-Hall). Da sehe ich es so wie eismann, als Abwechslung finde ich es durchaus gut. Wenn es genügend deiner Kids Spaß macht. Aber ich würde es nicht regelmäßig machen und auch den Trainingseffekt (verglichen mit dem Spaß-Faktor) kritisch hinterfragen.

    Jüngere Jahrgänge sollen erst mal lernen sich auf dem Feld, auf dem sie auch in Meisterschaftsspielen spielen, zurecht zu finden. Daher bin ich ein absoluter Verfechter dafür, Abschlussspiele immer auf originalgroße Tore und zumindest in der Breite original grosse Spielfeldbreite zu nehmen. Das Stellungsspiel ist erst mal viel wichtiger, als jedes Kurzpassspiel.


    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die von die als jüngeren Jahrgängen bezeichneten die G-E-Jugenden sind. Da zeigt sich mal wieder der Unterschied, der zwischen deinem Team und denen der meisten von uns liegt: du führst eine Selektion durch und hast einen kleinen, hochwertigen Kader. Ich vermute auch mal, verstehe das bitte nicht als Unterstellung, dass du erfolgsorientierter als 'wir' an die Pflichtspiele herangehst. Ich sehe eher die Pflichtspiele als die Gelegenheiten, mal größere Mannschaftszusammenstellungen zu trainieren. Als Abschlussspiele habe ich sie weitestgehend abgeschafft, da gerade die schwächeren Spieler sonst nur zu sehr wenigen Ballkontakten kommen. Bei mir gibt es aber auch eine größere Streuung in der Leistungsfähigkeit der Spieler.


    Dennoch bin ich selbst für deine Situation nicht deiner Meinung. Wir haben gerade unsere Spielpläne für die kommende Saison bekommen, alleine in diesem Kalenderjahr werden wir zwischen dem 20.8. und dem 3.12. vierzehn Feldrundenspiele haben, dazu kommen noch 1-3 Pokalspiele, je nachdem, wie weit wir kommen (wohl eher eines als drei). Unsere Spieler spielen an den Samstagen fast aller Trainings-Wochen im 6+1. Da verwende ich die Zeit im Training lieber für Spiele in Kleingruppen. Da meine Jungs auch mal 'richtig' spielen wollen, streue ich ein solches Spiel schon auch mal ein, aber eher so in jedem vierten oder fünften Training.

    Schaut man sich die durchschnittliche Ballbesitzzeit im Jugendfußball an und nimmt dann noch hinzu, dass es "nur" eine Spielform im Training (vielleicht ein 4vs4 oder 5vs5) ist, wird die 30-Sekunden-Regel aber wohl gänzlich ohne Effekt bleiben. 10 Sekunden ab überqueren der Mittellinie ist eigentlich angemessen, sofern das Spielfeld nicht zu groß ist.


    Ich werde es mal ausprobieren. Bei den 30 Sekunden hatte ich allerdings auch nicht ans Überqueren der Mittellinie, sondern den Ballbesitz gedacht. Bin mal wieder null aufmerksam... :( Ich probiere einfach mal beides aus.

    Ich würde evtl. dann eingreifen, wenn sich eine zu fixe Positionszuordnung ergibt ("Kevin spielt immer vorne, Friedrich immer hinten"). Ansonsten lass sie sich doch selbst organisieren, wenn das gut klappt.


    Genau das ist ja der Hintergrund meiner Frage: ab wann schadet die Selbstverwaltung der ganzheitlichen Ausbildung der Spieler?

    Die Zehnsekundenregel werde ich auch mal ausprobieren. Allerdings rechne ich auch damit, dass viele meiner Spieler dann in eine Riesenhektik verfallen werden und das Spiel deutlich leidet. Vielleicht mache ich auch eine 30-Sekundenregel daraus, bei der ich dann die letzten zehn Sekunden laut anzähle.

    Interessant, ich denke, deine Ausführungen werden Andre freuen. ;)


    Ich kann dir leider nicht mit eigenen Ratschlägen dienen, bin aber auch an Antworten interessiert. Wir hatten es damals, wie ich heute meine, zeimlich falsch gemacht: mit letztem Mann gespielt, den Kindern ein 1-2-1-2 vorgegeben, bei vielen Kindern nur wenig rotiert. Es war sowohl für die Kinder als auch für uns Trainer hart und mit viel Joystick-Einsatz, wenn auch immer freundlicher Art, verbunden. Immer wieder schickten wir Spieler auf 'ihre' Seite oder auf ihre Position.


    Erst in der zweiten Hälfte der E2 bin ich aufs 3-3 und die Rotation umgeschwenkt. Das gefällt mir nun viel besser. Aber meine Jungs sind vorbelastet: sie kennen bereits das Positionsspiel. Teilweise ist es jetzt ja sogar so, dass meine Herausforderung eher darin besteht, es ihnen wieder abzugewöhnen, wenn sie es zu konsequent praktizieren und dadurch eben nicht zum Ball verschieben -- das sieht dann so aus: Gegner greift über links an, einer meiner Spieler befindet sich ganz rechts und bleibt dort, läuft bestenfalls mit zurück, rückt aber nicht ein. Wenn er das tut, weil er denkt, dass das so sein solle, dass ich das so wolle, dann ist das schlecht (und mein Fehler). Inzwischen sind meine Jungs aber so weit, dass sie sich auch wieder umstellen können und das auch tun. Darüber bin ich sehr froh.


    Ich denke, in der E ist es schon gut möglich, das 3-3 als System den Spielern zu vermitteln und auch im Spiel eine gewisse Positionstreue anzuregen. Das betrifft dann weniger die Phasen, in denen der Ball rollt, sondern mehr die Situationen des ruhenden Balls. Wenn sie sich dann der Grundformation entsprechend verteilen und alle aktiv mitspielen, dann läuft das Spiel dann auch halbwegs geordnet, wenn der Ball dann ins Spiel kommt.


    Als nicht leicht zu vermitteln empfinde ich, dass man sich als Angreifer bei ruhenden Bällen anbieten muss, dass man sich dabei insbesondere bewegen muss. Oft ist der Torwart 'ne arme Sau, weil alle Anspielstationen gedeckt sind und keinerlei Anstalten machen, daran etwas zu ändern..


    Eine gewisse Konkretisierung dessen, was der DFB meint, wenn er "einfache taktische Tipps, die beim 'Tore schießen - Tore verhindern' helfen!" schreibt, fände ich durchaus interessant. Ebenso eine Antwort auf die Frage, ob sein Rat zur Anwendung des 3-3-Systems dazu führen soll, dass die Trainer ihre Kinder dementsprechend aufstellen (und letztere es nicht frei tun dürfen). Ich bin mir sicher, der DFB rät zum 3-3, weil es ein einfaches System ist, dass Kinder schnell begreifen können, und weil es flach ist und jeder bei jeder Aktion mitspielen kann (und ja auch soll).

    Lubi: Mal zum Spaß könnte man aus meiner Sicht durchaus in den Käfig gehen, aber ich sehe, wie Paul auch die Gefahr, dass das Gebolze und das unkoordinierte Spiel zunimmt, wenn das Aus durch Banden ersetzt wird. Wie Andre, so ich vermute, denke ich, dass beim Futsal absichtlich nicht mit Banden gespielt wird.


    Andre: Ich bin auch Futsal-Fan. Daher gilt bei meinen Spielen auch die Viersekundenregel, die ich wie du praktiziere, d.h. es zählen meine vier Sekunden. Das beschleunigt das Spiel gehörig.

    Ich habe bei meinen Kleingruppenspielen in letzter Zeit Ersatzbälle in den Toren bereitgelegt und die Regel eingeführt, dass derjenige, der den Ball ins Toraus gespielt hat, diesen holen muss, der Rest aber mit der Ersatzball ohne Verzögerung weiterspielt. Ecken gibt es nicht. Und der Spieler, der den Ball geholt hat, muss erst wieder die Mittellinie überqueren, bevor er wieder ein Tor schießen darf. Diese Regel sorgte für recht viel Tempo im Spiel und zu kurzzeitigen Überzahlsituationen, teilweise bis hin zum 3:1, die es durch schnelles Spiel auszunutzen gilt. Evtl. ergänze ich das noch durch Ersatzbälle an den Seitenauslinien..

    Mach doch zwei 9er Kader - wo ist das Problem? Es kann höchstens eines geben, wenn die Mannschaft undiszipliniert ist und mal welche kommen und mal nicht.


    Sollte dann (was passieren wird) mal ein oder zwei Kinder krank sein/keine Zeit haben kann mit Spiel verlegen oder dann - in der Ausnahmesituation - kann man den Kader aus der anderen E ergänzen. Hier reden wir aber von Ausnahmen zur Regel.


    Ich habe mal vier Jahre lang immer mit nem 9er Kader arbeiten müssen. Das geht alles. Ist zwar suboptimal aber es geht.


    In der kommenden Saison machen wir das nun so, wir haben mit einem Achtzehnerkader zwei Teams gemeldet. Allerdings musste dabei getrickst werden, denn wie mich meine Jugendleiterin belehrt hat, muss nach Vorschrift jede gemeldete Mannschaft aus mindestens elf Spielern bestehen. Ich hoffe, die Elternschaft zieht jetzt mit und wir werden tatsächlich nur in Ausnahmesituationen Spieler aus der einen Mannschaft in die andere verschieben müssen. Zumal das aufgrund der bei uns geltenden Regelung, dass von den Spielern, die an einem Spieltag in der ersten Mannschaft gespielt haben, nur einer am Folgespieltag in der zweiten eingesetzt werden darf. Wenn wir also Spieler nicht zum Aussetzen zwingen wollen, können wir aus der zweiten Mannschaft nur einen in der ersten aushelfen lassen..

    Ferner nehme ich auch niemandem ab, der da sagt, dass die Jungs an ihn herantreten, um Themen der Gruppentaktik besprochen und trainiert zu bekommen. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung bei den von mir bedienten Mannschaften nie gesammelt.


    Nein, von dem Wunsch nach Training desselben war auch nie die Rede. Ich meine, dass der eine oder andere, während man sich gemeinsam ein Spiel anschaut, etwas zum taktischen Verhalten der Spieler sagt oder eine Frage dazu stellt. Das sind Ausnahmen, ganz klar. Aber ich hatte zwei Spieler, die in der F schon ein ziemlich gutes Spielverständnis hatten und von sich aus schon gruppentaktisch geschickt vorgingen.


    Eine andere vorstellbare Situation wäre die, dass ein Spieler einem anderen Anweisungen gibt, wie er sich zu verhalten habe. Das kann dann auch den gruppentaktischen Bereich betreffen. Wohl kaum bei Bambini, aber in der F könnte ich mir das schon vorstellen. Da könnte es auch sinnvoll sein, wenn der Trainer eingreift. Und um den Anweisenden nicht abzukanzeln könnte man durchaus kurz auf die Fragestellung eingehen, das Problem dann aber aus der Gruppen- und zur Individualtaktik herüberführen.


    Meine Jungs gehörten immer zu den 6 Leistungsstärksten im Kreis und das habe ich niemals gehört oder gespürt.


    Ich habe mich da wohl nicht klar genug ausgedrückt. Ich meine z.B. die Situation, dass mein Sohn beim Fußballgucken im Stadion plötzlich merkt, dass der RAV mit dem RM die Positionen getauscht hat und ich ihm dann erkläre, wie es dazu kam, und ihm auch zeige, wann die Spieler den Notbehelf auflösen und wieder ihre angestammten Positionen einnehmen. Oder dass ihm selbst auffiel, dass häufig zwei Spieler den Ballführenden attackieren. Nicht, dass er sagte, das sollten wir auch mal im Training machen.


    [...] und ich glaube auf der anderen Seite [...], das es ausreichend viele Trainer gibt, die das vorschieben, um sich mal wieder eine Ausnahme zu gönnen, um letztlich den Erwachsenenfußball überstülpen zu können, ...sich hierfür eine Legitimation ordern...und damit Ausbildung unter diesem Deckmantel verhindern.


    Ja, das kann gut sein und das ist zu verurteilen, keine Frage. Es tut mir leid, wenn ich mich diesbezüglich missverständlich ausgedrückt haben sollte und danke dir für die, wie ich sie empfinde, korrigierenden Ergänzungen. Mir ging es darum, auf die aus meiner Sicht drohenden Gefahren einer zu stark ausgeprägten Laissez-Faire-Haltung hinzuweisen und auf die Möglichkeit der diesbezüglichen Fehlinterpretation des vom DFB propagierten und verwendeten Terminus des freien Spiels hinzuweisen. Ich bin nicht der DFB, insofern kann ich da natürlich falsch liegen und er meint es genau so: 100% Straßenfußball. In einem anderen Thread hast du, Andre, ja auch geschrieben, dass du genau das meinst, es bei Euch beobachtest und es uneingeschränkt gut ist, wenn ich mich recht entsinne. Ich erlebe gut funktionierendes selbstorganisiertes Spiel der Kinder, ich erlebe aber auch, dass die Stärkeren schnell das Kommando übernehmen, sich und ihren Kumpels die Sahneaufgaben zuweisen und die Schwächeren in Abwehr und Tor stellen. Und sie dann anpflaumen, wenn etwas daneben geht. Das ist mir zu sozialdarwinistisch, da gebe ich Regeln vor, die das verhindern.

    menschlich gesehen....ein guter Beitrag. Nun werde ich mich mal wieder unbeliebt machen. Den letzten Teil deines Beitrages möchte ich so nicht stehen lassen.....es geht mir um DEINE Interpretation hinsichtlich der Dfb-Philosophie.


    Vielen Dank erstmal. Und natürlich hast du recht, ich schrieb ja auch, dass die Vorgaben des DFB nicht so konkret sind, so dass wir sie mit praktischem Inhalt füllen müssen.


    Mir ging es auch nicht um Kritik an der DFB-Philosophie, ich finde sie nach wie vor vollkommen richtig -- perfekt ist wohl nichts, daher tue ich mich hier zwar mit dem Begriff 'vollkommen' etwas schwer, aber ich bin auf jeden Fall nach wie vor ihr unbedingter Verfechter.


    Ich könnte Dir nun einige Sätze herauspicken und sie mit meiner Interpretation vergleichen, gegenüberstellen usw.....tue ich im Augenblick nicht.


    Hätte auch gut sein können, dass sie dann aus dem Zusammenhang gerissen gewesen wären und so falsch wirkten. Ich habe ja auf schimanskis Bitte um Hilfe reagiert. Aus dem, was er schrieb, bekam ich den Eindruck, dass er die DFB-seitige Förderung des freien Spiels evtl. zu weit fasst und die Kinder evtl. sich zu sehr selbst überließ. Ich habe seine Truppe nie gesehen, daher kann ich das natürlich nicht beurteilen, ich hoffe, dass schimanski es nicht so aufgefasst hat, habe aber auch nicht den Eindruck. Nachdem ich aber nun auch seit einigen Jahren recht intensiv Kinder beobachte und trainiere, bin ich zu der Meinung gekommen, dass man als Erwachsener durchaus Einfluss auf ansonsten frei spielende Kinder nehmen sollte, allerdings nicht im sportlichen, sondern im sozialen Sinn. Sonst setzt sich der Stärkere durch und oft entwickelt sich eine Art Oligarchie der Starken, worunter die anderen Kinder dann leiden. Ich habe auch beobachtet, dass viele Kinder, wenn man sie völlig unbeeinflusst lässt, eher dazu neigen, sich mehr oder weniger auf die Strategien, die sie als erste entdeckt und für wirkungsvoll befunden haben, zu beschränken und sich nicht unbedingt so gut weiter zu entwickeln. Z.B. könnte einer entdecken, dass, weil er unheimlich schnell ist, es gut klappt, wenn er sich den Ball am Gegenspieler vorbei relativ weit vorlegt und hinterher sprintet, so lässt er den Gegner stehen. Das klappt aber irgendwann nicht mehr oder zumindest nicht mehr so gut. Dribbling und Fintieren hat der Spieler aber bis dahin nicht intensiv genug geübt, das konnten die anderen ja sowieso auch besser, da gibt er sich ungern die Blöße, sich vor ihnen zum Deppen zu machen, wenn er es, wie er erwartet, erfolglos versucht. Und dann kann er es nicht, traut es sich nicht zu, es zu lernen und das war es.


    Darum ging es mir. Die Leitlinie des DFB sollte meiner Meinung nach nicht als Gebot des Laissez-Faire verstanden werden. Ich weiß, dass du sie nicht so meinst. schimanski hat sich noch nicht oft genug geäußert oder ich habe noch nicht genügend Äußerungen von ihm gelesen, als dass ich hätte zum selben oder gar einem Urteil in dieser Hinsicht kommen können.


    Seite 18 [des DFB-Ausbildungskonzepts, Anm. des Verf.] erfasst das, was der Dfb für die Altersgruppe Minis für richtig hält. Das was man dort für richtig hält wird dort -angelehnt an wissenschaftliches Wissen- fundiert und detaliert beschrieben. So entstanden die Altersziele, nämlich an den Möglichkeiten der Altersgruppe bemessen :!:


    Stimmt. Und ich bin in der Tat mit meiner noch-E2, bald-E1 auch ganz schön weit von den Bambini entfernt, es fällt mir tatsächlich nicht mehr leicht, mich an deren genauen Entwicklungsstand zu erinnern. Allerdings habe ich auch nie dazu geraten, sich von den Ausbildungszielen zu entfernen, sondern lediglich, dass es meiner Ansicht nach nicht schadet, wenn man Kindern, die schon weiter sind, auch etwas vermittelt, das die Altersziele vielleicht etwas dehnt. In deutlich begrenzten Maßen, wohlgemerkt, und natürlich nicht so, dass der Rest der Gruppe leidet, die an den Alterszielen orientierte Ausbildung aller Spieler muss nach wie vor absolute Priorität haben.


    Ich dachte da eher an eine Situation, dass, wenn man nach dem Training auseinander geht und ein oder zwei Kinder schon mal selber Pässe üben, man ihnen ja durchaus zeigen kann, wie ein Pass mit der Innenseite so geht. Nur per Demonstration und vielleicht noch zeigen, mit welchem Teil des Fußes man den Ball trifft.


    Ich bin der Meinung, dass Spieler einer F, E oder D oder was weiss ich....nicht leiden, wenn sie einmal auf irgendeinem Themengebiet weiter sind als viele andere. Dann müssen sie damit ebend leben oder gehen.


    Ich danke dir hier ganz ehrlich für deine eindeutige Meinung. Wie man am besten mit Leistungsdiskrepanzen innerhalb eines Teams umgeht ist ja ein immer wiederkehrendes Thema, nicht nur hier im Forum, und, wie ich vermute, ein Quell fortwährender Konflikte zwischen Trainern und Eltern. Nicht zuletzt auch wegen der vermeintlichen Parallelen zum Schulbetrieb, in dem Deutschland ja von vielen Bildungsexperten vorgeworfen wird, zu früh zu trennen, und in dem einige andere Länder offenbar demonstrieren, dass es besser ist, Schüler länger gemeinsam zu unterrichten, habe ich mich in den vergangenen Jahren mehrfach gefragt, wie das denn im Kindermannschaftssport ist.


    Gehen können sie in die nächst höhere oder auch ältere Mannschaft oder zum anderen Verein oder gar zum Dfb.-Stützpunkt.


    Ja, der Meinung bin ich mittlerweile auch. Es gibt aber durchaus Situationen, in denen man das den Kindern im Wissen um die dortigen Zustände nicht wünscht. Aber letztlich hast du Recht, man sollte als Trainer seine Linie haben. Und deutlich bessere Spieler sind in einer stärkeren Mannschaft wohl auch besser aufgehoben.


    Nur weil einer, zwei oder wegen meiner drei Spieler etwas weiter sind, muß der Rest nicht leiden. Leiden darunter, dass Trainer nun meint, endlich loslegen zu können. DAS wäre der falsche Ansatz und nichts anderes als ...sich mal wieder die Trainerwelt rund zu diskutieren.


    Da bin ich wieder ganz deiner Meinung, wollte meine Äußerungen auch nicht als diesbezüglichen Freibrief verstanden wissen und sehe in der Tat auch die Gefahr der großen Versuchung in dieser Hinsicht bei vielen Trainern (und vor allem Eltern). Die große Gefahr ist mir bei der von unserem Kreis befohlenen Zusammenkunft aller Kindertrainer und Jugendleiter vor zweieinhalb Jahren bewusst geworden, obwohl ich sie damals noch nicht erkannt habe. Meine Kids kamen gerade in die F1, auf der Veranstaltung ging es in der freien Diskussion fast nur um die E-Jugend, da wurde deutlich, dass es für die meisten schon so richtig losgeht mit Punkten und Wertungen und Schedsrichtern und Fehlentscheidungen und was ist wenn und so weiter und so fort. Damals hatte ich zwar schon das DFB-Buch zum KiFu gelesen, das lag damals aber schon über ein Jahr zurück und die sich z.B. in dieser Veranstaltung zeigenden Realitäten überdeckten seine Inhalte leider etwas. Letztlich bin ich auch durch dieses Forum wieder dahin zurück gekommen, wo ich schon mal war. Und das halte ich auch und vielleicht gerade vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen mit einem gewissen und, zu meiner Verteidigung, ziemlich gemäßigten Flirt mit der Dunklen Seite, heute mehr als je zuvor für richtig.


    Ich behaupte, dass derjenige der das Ausbildungskonzept von A bis Z beherzigt....überhaupt kein Problem bekommt, was die Ausbildung seiner ihm anvertrauten Spielermasse angeht. Im Gegenteil, denn man erhielte freche, flinke, lächelnde Terrier...dessen Wissensdurst nicht dadurch befriedigt werden muß, das man abweicht ...und das ist mein HInweis/Tipp an tobn.....das man meint ihnen die Altersziele der Älteren näher zu bringen, ...ist überflüssig, vertane Zeit, unnötig und für manch anderen eine Ausrede. Besser, kindgerechter usw. ist, ..... innerhalb der Altersziele die Übungen zu verstärken...zu intensivieren. Darin liegt die Kunst und das wird schnell nicht angedacht...bzw. nicht akzeptiert und nicht getan...und das ist schade und letztlich kontraproduktiv.


    Ich kann dir nicht widersprechen und hoffe es auch. Hätte ich nochmal eine G-Jugend, ich würde unbedingt nach der DFB-Philosophie vorgehen wollen und hoffen, dass sich das einstellt, was du beschreibst. Ich habe in der Vergangenheit auch nicht wirklich konträr zu ihr trainiert, meine Fehler lagen vor allem darin, dass ich zu kurzfristig trainiert habe, dem Passspiel in der F zu viel Wert beigemessen habe und demgegenüber das Dribbling und Fintieren zu stark vernachlässigt habe. Und wir haben aus meiner Sicht einige Spieler zu oft auf ihren Sahnepositionen eingesetzt. In der E mache ich bisher gute Erfahrungen mit deutlicherer Schwerpunktsetzung, verstärkt koordinativen Inhalten und den Spielen in kleinen Gruppen.


    Wann geht's weiter? Gleich geht's weiter -- mein Posting ist mal wieder zu lang für eine Nachricht...

    Ich finde den Beitrag von tobn auch sehr treffend. Er hat die Sache wirklich sehr gut analysiert. Ich finde auch die Vorschläge von ihm auch bereichernd und werde mir davon etwas annehmen bzw. habe ich heute schon gemacht.


    Ich habe durchaus auch erwartet, dass du einen guten Teil davon schon selbst umsetzt. Freut mich, wenn ich helfen konnte.


    Wir hatten heute ein Spiel. Tja, und so ein Spiel kann einiges ändern. Ich habe die Sache wohl auch etwas zu überspitzt und pessimisitsch dargestellt, um die Sache anschaulicher zu machen und Reaktionen zu bekommen. [...]


    Toll, ich wünsche dir, dass das nicht nur ein Strohfeuer war. Deshalb darfst du jetzt den Elternabend nicht vernachlässigen. Aber dessen bist du dir ja bestimmt bewusst.


    Edit: Als Ergänzung zu Punkt 3 von tobn: Ich eier nicht rum. Ich lobe das Zusammenspiel und freue mich über Pässe. Ich streube mich nur dagegen, dass Pässe von außen auferzwungen und die Kinder fremdgesteuert werden. Ich bin in dem, was ich von den Kindern verlange und was ich erwarte, sehr zielgerichtet.
    Ich habe schon eine Vorstellung davon, wie die Jungs spielen sollen. Leider haben die Eltern da andere Vorstellungen und messen die Kinder am Ergebnis bzw. die einen an Pässen, die anderen an Toren. Da gilt es auf dem Elternabend einen gemeinsamen Nenner zu finden.


    Da bin ich auch voll bei dir. Und das mit dem Herumeiern war ja auch nicht vorwurfsvoll gemeint, ich habe da vielleicht sogar beim Lesen deiner Äußerungen eher ein bisschen von mir selbst auf dich geschlossen. Deine Aussagen waren halt nicht in allen Teilen deckungsgleich. Nun machst du deutlich, dass du in diesem Punkt einen klaren Standpunkt vertrittst. Genau den gilt es nun den Eltern deiner Spieler zu vermitteln.

    Deine Sammelantwort bringt mich zu folgenden Schlüssen:
    1. Dir ist leider zu spät bewusst geworden, was sich da zusammenbraut. Jetzt ist da schon was an Suppe zum Auslöffeln da..
    2. Du scheinst nicht so richtig zu wissen, wohin du willst, außer, dass Friede, Freude, Eierkuchen herrsche
    3. Du bist dir nicht sicher, wo die Ursachen liegen: im sportlichen oder im zwischenmenschlichen Bereich
    4. Du nimmst die DFB-Philosophie sehr wörtlich


    Verstehe das jetzt bitte nicht als Vorwurf oder gar Ansammlung von Vorwürfen, so ist es nicht gemeint.


    Zu den einzelnen Punkten:


    1. Suppe-Auslöffeln


    Ich weiß nicht, ob du Neuling im Trainer-Job bist. Ich war es, als ich mit 'meinem' Team begann und ich würde heute einiges anders machen, wäre ich nochmal in derselben Situation. Dazu gehört ganz eindeutig, dass man seine Philosophie klar schriftlich formuliert und sie den Eltern sowohl in dieser Form über- als auch in einem Elternabend verbal vermittelt. So schaffst du eine gemeinsame Ausgangsbasis und machst deutlich, was deine Ziele sind (eben z.B. nicht die Ergebnisse sondern die Spielerlebnisse aller Spieler) und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, also z.B. dass keine Anweisungen reingerufen werden, dass nur gelobt werden darf und aber z.B. auch, dass es keine Belohnungen für Tore geben darf. Als sich das bei uns mal andeutete, habe ich klar gesagt, dass ich Kinder, bei denen ich davon erfahre, nicht aufstellen werde.


    Auch im regulären Trainings- und Spielebetrieb ist es wichtig, ein Auge auf seine Spieler zu haben, damit man frühzeitig erkennt, wie sie sich fühlen. Kinder haben zarte Seelen, du bist als Kinder-Trainer oft pädagogisch gefragter als sportlich. Und es ist auch wichtig, dass du immer mal wieder mit den Eltern sprichst, einfach so, am Spielfeldrand während des Spiels oder danach, da kannst du dann sagen, das war jetzt aber gut, guck mal. Und wenn sie mal kritisch sind, dann kannst du sagen, macht nix, liegt erstens am Alter und zweitens hat er es probiert, ist doch fein. Und zu Vorkommnissen, die tatsächlich kritikwürdig sind, kannst du ankündigen, dass du das im Training ansprechen wirst.


    Aber nun mache mal den Elternabend, sei dir aber klar, worin du die Gründe siehst, zeige den Eltern auf, wie du es dir vorstellst und wie der Weg dahin sein soll. Und falls Streit aufkommen sollte, agiere als Mediator und Schlichter, schlage dich keinesfalls auf eine Seite, sondern betone, dass dein Ziel ist, dass alle möglichst zufrieden sind.



    2. Du scheinst nicht so richtig zu wissen, wohin du willst, außer, dass Friede, Freude, Eierkuchen herrsche


    Du hältst die DFB-Philosophie hoch, super. Leider ist sie aber halt in großen Teilen recht abstrakt, es liegt an uns Trainern, sie zu konkretisieren. D.h. du musst dein Ziel bzw. deine Ziele klar formulieren und daraus konkrete Maßnahmen, Trainingsinhalte, Bewertungsmaßstäbe, etc. ableiten. Ein Ziel könnte z.B. sein, dass die Kinder ungestört spielen sollen. Zu den sich daraus ergebenden Maßnahmen könnte zählen, dass du und die Eltern die FairPlay-Regeln einhalten. Ein weiteres Ziel könnte es sein, jedes Kind entsprechend seiner Möglichkeiten bestmöglich zu fördern. Konsequenz daraus könnte sein, im Training auch mal Gruppen nach Leistungsstand zu bilden und geringfügig unterschiedlich zu trainieren. Team-Spirit könnte ein weiteres Ziel sein. Dazu könnten gemeinsame Unternehmungen helfen, Kooperationsspiele im Training, Mannschaftsrituale. Transparenz könnte auch ein Ziel sein. Gute Organisation, eine gute Informationspolitik, bekannte, nachvollziehbare und umgesetzte Regeln sowie allgemein hohe Kommunikationsbereitschaft gehören da rein.


    Du verstehst, wo ich hin will?



    3. Du bist dir nicht sicher, wo die Ursachen liegen: im sportlichen oder im zwischenmenschlichen Bereich


    Tja, du eierst halt etwas herum, einserseits liege das Problem auf dem Platz, weil einige Spieler nicht abgeben, weiter unter schreibst du aber, dass sie meistens gar nicht abspielen sollten und es auch gar nicht können. Und dass du ihnen das Passspiel nicht vermitteln willst, weil es dem freien Spiel widerspreche. An anderer Stelle berichtest du von Belohnungen für Tore für einzelne Spieler, dass es einzelne gibt, die 'richtig' Fußball spielen wollen und denen das verwehrt wird, sowie von Eltern, die bestimmtes Verhalten verlangen, egal ob Alleingang oder Pass. Und die fehlenden Pässe erkennst du einerseits als Problem, willst sie aber andererseits nicht fördern..


    Ich habe den Eindruck, die Probleme entstanden dadurch, dass die Eltern deiner Spieler nicht um deine bzw. die DFB-Philosophie wissen. Sie stören sich am egoistischen Spiel einiger Spieler und sehen ihre Kinder benachteiligt. Bei diesem Thema reagieren viele Eltern äußerst empfindlich, aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich da nur zu größter Sensibilität raten. Sie wollen, dass gepasst wird, wie bei den Großen, das Passspiel ist ja schließlich die Seele des Fußballs, gerade der modernen Ausprägung. Das haben sie den Kindern auch schon vermittelt, die interessierten Kids wissen das aber auch aus den Kommentaren von Bela Rethy und Konsorten.


    An dieser Stelle komme ich zu Punkt 4:



    4. Du nimmst die DFB-Philosophie sehr wörtlich


    Ich bin mir nicht sicher, ob deine Interpretation der DFB-Philosophie nicht zu radikal ist. Ja, der DFB fördert das freie Spiel, aber er sieht es im Gegensatz zum Trainings- und Spielbetrieb, in dem Kinder wie kleine Erwachsene behandelt werden. Ich halte es nicht für sinnvoll, die Lütten einfach nur sich selbst zu überlassen, das führt schnell zu darwinistischen Erscheinungen. Du bist als Trainer meiner Meinung und Überzeugung nach schon gefragt als derjenige, der die Losung ausgibt, der dafür sorgt, dass die Gruppe funktioniert, und der die Kinder sowohl sportlich als auch menschlich fördert. Dazu gehört aus meiner Sicht unbedingt, dass man den Kindern, gerade im Wissen um ihren Egozentrismus und Egoismus, nahe bringt, sich in andere hinein zu versetzen, sie verstehen zu lassen, wie sich der andere fühlt, wenn ihm vom eigenen Mannschaftskameraden der Ball abgenommen wird. Und das als Einwurf: mir ist egal, wie es der jeweilige Spieler konkret macht, man nimmt dem Mannschaftskameraden den Ball nicht ab, punkt, fertig, aus. Man geht ihm vielmehr aus dem Weg, wenn man ihm in selbigem steht. Auch als Bambino.


    Auch denke ich, dass die Trainingsinhalte des DFB nicht unumstößlich sind. Wenn du bei deinen Bambini ein paar dabei hast, die schon passen könnten, dann darfst du ihnen das ruhig auch mal beibringen. Keinen Schwerpunkt daraus machen, aber sie halt auch nicht mit ihrem Wunsch, das zu lernen, völlig im Regen stehen lassen.


    Ich habe in meiner Gerade-noch-E2 auch ein paar Kinder, die durchaus schon gruppentaktisch denken können und entsprechende Überlegungen anstellen. Das ist laut DFB erst Thema der D, aber wenn diese (wenigen) Jungs schon so weit sind, dann halte ich es sogar für geboten, ihnen Antworten auf ihre Fragen zu geben und ihr Interesse nicht zu ersticken.


    Auch die DFB-Philosophie gibt aus meiner Sicht 'nur' einen Rahmen vor. Diesen zu füllen und konkret auszugestalten ist deine Aufgabe. Dabei muss auch auf individuelle Eigenschaften, Anforderungen und Eigenheiten deiner Mannschaft eingegangen werden.



    Abschließend wünsche ich dir viel Erfolg. Werde dir klar darüber, was deine Ziele sind und was das für dich, deine Kids und ihre Eltern bedeutet. Kommuniziere das, erkläre es allen Beteiligten, habe ein achtsames Auge und offene Ohren, und bleibe flexibel.

    Diese Kinder und deren Eltern werden immer gefrusteter, da Kinder ja praktisch überall an Toren gemessen werden und sich auch untereinander gerne daran messen.


    Hier kannst du aber eingreifen. Natürlich sind Tore wichtig, nichts übertrifft im Fußballspiel das Gefühl des selbsterzielten Tores. Das musst du bei den Gewohnheitstorschützen daher aber auch nicht so sehr loben. Natürlich ist es immer gut, wenn ein Tor geschossen wird, das sollte man auch nicht ins Gegenteil verkehren. Aber alle anderen guten Aktionen solltest du genauso intensiv unterstützen.

    Das merkt man mittlerweile auch beim Training. Die Kinder beschimpfen sich schon gegenseitig ("Gib doch mal ab").


    Wenn die Situation passt, dann halte das Spiel doch mal genau da an und thematsiere die Situation. Beziehe dabei unbedingt den vermeintlichen Sünder ein und schaue mal, ob er darauf kommt, dass es sinnvoll gewesen wäre, abzuspielen. Andererseits haben wir es hier mit Bambini zu tun, da kann man noch nicht zu viel in Sachen Spielverständnis erwarten. Es würde mich auch nicht wundern, wenn hinter den Forderungen der Kinder zumindest teilweise die Eltern stehen, die der Meinung sind, ihr Kind würde den Ball nicht oft genug bekommen und die anderen seien zu egoistisch. Das ist dann ein gewisser Drahtseilakt..


    Wenn du es richtig verpackst, könntest du ja demonstrieren, dass beim Fußball zwei Teams gegeneinander spielen und dass einer alleine gegen ein Team nicht gewinnt. Da musst du aber höllisch aufpassen, dass der Alleinspielende sich nicht ausgezählt fühlt.


    Die "guten" Kinder stellen das Mitspielen ein, weil die physisch stärkeren oft vieles alleine machen und ihnen sogar mal den Ball abnehmen.


    Das geht aber nun mal gar nicht. Ich habe das, als es nicht von selbst aufhörte, streng und sofort sanktioniert: der Gegner hat den Ball bekommen. Hätte das nicht gereicht, so hätte ich auch noch ein Gegentor gegeben oder den Schuldigen kurz (d.h. unter eine Minute) Pause machen lassen.


    Mittlerweile haben die Eltern der physisch starken Kinder wohl von dem Unmut wohl auch Wind bekommen und sagen ihren Kindern, dass sie mehr abgeben sollen. Damit verlieren diese aber ihren Zug zum Tor und ihre Unbefangenheit. Also sind im Moment fast alle gefrustet.


    Mach dir da jetzt keinen zu großen Kopf, ich finde, es klingt doch ziemlich gut. Da ja inzwischen ohnehin allen das Thema bewusst ist, kannst du es ja innerhalb der Mannschaft ruhig auch ansprechen. Achte darauf, dass du alle auf das gemeinsame Ziel einschwörst, damit sie sich als Team verstehen. Rege bei den Gewohnheitstorschützen an, dass sie, wenn sie ein oder zwei Tore geschossen haben, versuchen können, den anderen dabei zu helfen, auch Tore zu schießen.


    Trotzalledem bleibt natürlich das Problem, wenn man das freie Spiel fordert und fördert, dass sich das erstmal nicht ändern wird. Grobe Versuche, die Kinder (ungezwungen) in ein System zu stecken, und Stürmer und Abwehrspieler rouchieren zu lassen, enden darin, dass die Kinder auf ihren Positionen verharren und die Stürmer das Verteidigen einstellen und die Abwehrspieler nicht mit am Angrifssspiel teilnehmen.


    Hmm, vielleicht sind deine Gruppen zu groß? Mit kleinen Gruppen, die ähnlich stark besetzt sind, sollte eher diejenige erfolgreicher sein, in der alle Spieler bei allen Aktionen mitmachen. So würden hoffentlich die berufenen Stürmer auch lernen, Defensivarbeit zu verrichten, und die Zurückhaltenderen hätten auch Gelegenheit zu einem offensiven Alleingang.


    Andererseits schreibst du, dass du in kleinen Mannschaften spielen lässt...


    Ich vertrete aber wohl wie die meisten hier den Standpunkt, dass die Mannschaft kollektiv angreift und verteidigt und sich ballorientiert verschiebt. Das machen die Bambinis ja instinktiv schon so. In einem System hören sie damit aber auf. Das kann also (derzeit) keine Lösung sein.


    Deine Eindrücke bestärken ja die Einschätzung, dass bei den Bambini ein Spielsystem noch zu früh kommt und die Kinder eher hemmt. Mein Eindruck ist auch der, dass Kinder häufig meinen, Abwehrspieler seien nur zur Abwehr da und Stürmer nur zum Toreschießen, in der Steigerung dürfen dann nur Stürmer Tore schießen. Das ist natürlich alles Käse. Dass sie sich, wie du schreibst, instinktiv verschieben, ist ja auch ermutigend.


    Eigentlich musst du 'nur' vermitteln, dass sie als Team spielen sollen, dass Tore, die andere schießen, für die Mannschaft genau so viel zählen wie die eigenen. Fördern könntest du das, indem Tor nicht gleich Tor ist. Entweder, jeder darf erst wieder ein Tor erzielen, wenn alle anderen gleich viele Tore haben. Mir ist das aber oft zu drastisch, deswegen habe ich die Regel aus dem Handball erwähnt. Oder das erste Tor eines jeden Spielers zählt acht Punkte, das zweite nur noch vier, dann zwei, und anschließend nur noch eins.

    Mache beispielsweise ein Abschlussspiel, bei dem jeder nur ein Tor schießen darf, sein persönliches ....... und du wirst Zusammenspiel sehen wie bei keiner 1. Herren. Wer gewinnen will, braucht also verschiedene Torschützen (und Verteidiger), das regeln die Kleinen dann mal eben flott selbst auf dem Platz ...... oder verlieren. :D


    Ich habe mal eine Regel aus dem Kinderhandball, den meine Tochter spielt, übernommen: am Ende werden die Tore mit der Anzahl der Torschützen multipliziert, d.h. wenn ein Team insgesamt drei Tore geschossen hat, die sich auf fünf Schützen verteilen, so haben sie fünfzehn Punkte. Damit gewinnen sie gegen das Team, in dem zwei Spieler zusammen sechs Tore geschossen haben.


    Da freuen sich dann auch gleich die Grundschullehrer über die Übungen im 1x1. :)