Beiträge von tobn

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    Genau, das habe ich viel umständlicher ausgedrückt..


    PFLICHT wäre für mich:
    Papa Müller, du bleibst mal schön daheim vom Ausflug auf die Schwäbische Alb, damit Söhnchen Müller ins Training gehen kann.
    Halte ich - genau wie du - für Blödsinn.


    Darüber herrscht ja allenthalben Einigkeit. Zu dieser Form von Verpflichtung wärst du vermutlich ja auch nur legitimiert, wenn es ein Beschäftigungsverhältnis zwischen Söhnchen Müller und dem Verein gäbe. Lassen wir das also beiseite.


    KONSEQUENZ wäre für mich:
    Wer in den Ferien daheim ist, kommt zum Training. Denn ich stehe als Trainer auch auf dem Platz und habe ehrenamtlich das Training vorbereitet und meine Zeit geopfert. Nichts anderes verlange ich nun vom Spieler auch.


    Zwischen diesen beiden Dingen gibt es durchaus einen Unterschied. Den kann man gerne diskutieren und auch seine eigene Meinung dazu haben. Du hast die deine, ich die meine. Kein Problem.


    Ja. Meine unterscheidet sich auch von deiner und entspricht eher der von Ranwie. Es ist ja so: du hast keine Ferien mehr, seit du aus der Schule raus bist. Deine Spieler schon. Für dich in deiner Funktion als Trainer gibt es keinen Unterschied zwischen beiden Zeiträumen (Schulzeit und Ferienzeit), für sie sehr wohl. Ich halte es für klug, das zu berücksichtigen. Ebenso wie die Tatsache, dass während der Ferien ein signifikant höherer Anteil an Spieler und deren Eltern von dir nicht erwartet, dass du deine Zeit für das Training opferst. Wenn du es dennoch tust, kannst du ihnen das meiner Meinung nach nicht vorhalten, du tust es dann ja auch freiwillig. Meiner Meinung nach sind Ferientage nicht anhand des geografischen Aufenthaltsortes der sie erlebenden Subjekte zu beurteilen. Sorry, letzter Satz nochmal ohne Justus-Jonas-Sprech: ob ein Kind in Antalya ist oder zu Hause spielt für mich keine Rolle, Ferien sind Ferien.


    Nur die Unterstellung (v.a. seitens Andre), die meinerseits vertretene Meinung sei Kifu-feindlich, die kann und will ich nicht stehen lassen.


    Ich überlasse Andre seine Verteidigung gerne selbst. Ich kann aber schon nachvollziehen, dass er befürchtet, hier würde mit aus seiner Sicht überzogenen Forderungen an die Kinder herangetreten. Die Form, in der er dies tat, entspricht auch nicht derjenigen, die ich gewählt hätte. Seinen Grundgedanken kann ich aber durchaus unterstützen.

    Ranwie, du hast es immer noch nicht verstanden. Keiner hat diese Trainings zur PFLICHT erklärt.
    Es geht nur um Leute, die prinzipiell an KEINER Vereinsveranstaltung teilnehmen wollen, weil Ferien sind.
    Das ist ein himmelweiter Unterschied.


    Hmm.. da weiß ich nicht so recht. tobias.Hameln schrieb ja von drei oder vier Spielern/Eltern, die ferienbedingt nicht teilnehmen wollen. Offensichtlich wäre es ihm lieber, das wäre nicht so, d.h. diese drei oder vier Spieler nähmen auch teil. Zum Teil liegt es sicher an der deutlichen Polarisierung, die dieser Thread seitdem genommen hat, aber ich vermute schon, dass er es gerne sähe, wenn nur 'wichtige Gründe', die auch für ihn nachvollziehbar sind, von denen angeführt würden, die abwesend bleiben. Sprich, wenn es keinen Unterschied machen würde, ob seine anberaumten Termine innerhalb oder außerhalb der Ferien liegen. Über den Begriff der Pflicht kann man sich natürlich streiten, aber ich mutmaße mal, dass er reguläres Training während der Schulzeit als Pflichtveranstaltung sieht (tobias.Hameln, sollte ich hier oder in meinen anderen Vermutungen falsch liegen, so zögere bitte nicht, mich zu korrigieren). Dann sehe ich in diesem Fall keinen Unterschied. Wir können gerne über beide Themen diskutieren. Missverständnisse bzw. unterschiedliche Auffassungen über den Umfang des Themas dieses Threads haben aber sicherlich ihren Teil zu seiner Polarisierung beigetragen.


    Beispiel: Am 28.8., zwei Wochen vor Ferienende, soll ich mit meinem Team beim ersten Heimspiel der Herren grillen.
    Für uns ne tolle Sache, weil einiges für die Mannschaftskasse über bleibt.
    Hätten alle deine Einstellung, stünden nur wir vier Trainer da und würden uns dem Buckel krumm schuften - die Spieler und Eltern sind schließlich in den Ferien und wollen sich erholen.
    Kann es das sein?


    Neues, anderes Thema. Und ich kenne da auch beide Seiten. Es gibt durchaus Eltern, die lieber den entsprechenden Beitrag zur Mannschaftskasse aus ihrer eigenen Tasche leisten würden, als sich mehrere Stunden an einem Tag, den sie sonst frei oder zur anderen Verfügung hätten, auf den Platz zu stellen. Ich weiß ja nicht, ob und wie viele eigene Kinder du hast, aber wenn man eines oder vielleicht sogar mehrere Kinder im Kindergarten- und/oder Grundschulalter hat und evtl. auch noch berufstätig oder ehrenamtlich tätig ist, so schrumpft die freie Zeit doch unglaublich stark zusammen. In welchem Umfang das der Fall ist, ist für viele Kinderlose, wie ich meine, schwer nachzuvollziehen. Andererseits halte ich die Grilldienste, die es bei uns auch gibt, auch durchaus für sinnvoll, weniger wegen der Mannschaftskasse als wegen des Zusammenhalts im Verein. Dazu gehört dann aus meiner Sicht aber auch, dass man dann mehr als nur die Pflicht zum Grillen an die Kindermannschaft delegiert, das ist aber wieder ein anderes Thema. Aus meiner Sicht handelt der Verein klug, der bei der Verteilung der Termine für die Grilldienste versucht, auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Mannschaften einzugehen und diese nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Und vielleicht auch Alternativen für den einen oder anderen Soziophob anzubieten, dessen Kinder diese Eigenschaft glücklicherweise nicht geerbt haben und die im Verein gut aufgehoben sind.

    Kehren wir doch mal zum Anfang zurück:


    Bisher läufts in meinem neuen Verein eigentlich ganz gut. Wir treffen uns schon seit 4 Wochen auf freiwilliger Basis zum frohen Kicken, was bisher auch gut ankam. Hatte immer so 6 bis 7 Leute, teilweise aus anderen Mannschaften, alles bestens.


    Das klingt doch alles wunderbar, auch alles in Andres Sinn, wenn ich das mal mutmaßen darf.


    Gestern nun der offizielle Trainingsstart. Beteiligung, hmm naja . Wer halt noch im Urlaub ist kann nun mal nicht kommen. Jetzt gibt es aber auch die Leute , so 3 oder 4, die generell alles ablehnen , was in den Ferien stattfindet.


    Und hier haben wir den Knackpunkt. Tobias hätte gerne, dass auch diese "3 oder 4" ins Training kommen. Mein Standpunkt dazu ist der, dass es, wie wir hier ja sehen, zum Thema Ferien unterschiedliche Überzeugungen gibt. Ich kann, wie ich meine, als Trainer nicht behaupten, dass ich abschließend beurteilen kann, ob es für alle meine Spieler besser ist, zum Training zu kommen als dies nicht zu tun, egal, was sie stattdessen machen. An mir selbst, aber auch an meinen eigenen Kindern erlebe ich aber, dass es gut ist, auch mal gar nichts zu machen. Oder etwas ganz anderes als sonst. Und ich befürchte, dass sie später auf diese Freiheit lange werden verzichten müssen. Wenn ich also in den Ferien ein Training anbieten würde, dann nur auf freiwilliger Basis und absolut mit dem Spaß im Vordergrund. Wenn es dann ein paar gäbe, die nicht kommen wollten oder deren Eltern sie dahingehend beeinflussen würden, dann wäre das halt so.
    Wenn ich so viele Kinder hätte, dass ich ohnehin nicht alle zum ersten Spiel mitnehmen kann, würde ich vielleicht dann tatsächlich diejenigen mitnehmen, die ich kürzlich gesehen habe. Im zweiten oder dritten Spiel sähe das dann aber wieder ganz anders aus und am Ende hätte es sich auch wieder ausgeglichen.


    Wahrscheinlich kennen die meisten die Situation, dass es einzelne Kinder gibt, die weniger regelmäßig zum Training kommen. In einem solchen Fall spreche ich die Eltern an, denn hier besteht nach meiner Erfahrung, dass sich diese Kinder von der Gruppe entfremden und außerdem in ihren Fähigkeiten ins Hintertreffen geraten, wodurch sie sich noch schwerer damit tun, in der Gruppe den Anschluss zu finden. Da die Eltern das Beste für ihr Kind wollen sollten, ist es demnach in ihrem Interesse, das Kind regelmäßig ins Training zu schicken.


    Die Teilnahme an zusätzlichen Fun-Kicks in den Ferien ist sicher auch gut für den sozialen Zusammenhalt der Gruppe, das kann ich aber meiner Überzeugung nach nicht verordnen. Ich erreiche viel mehr, wenn ich es so attraktiv mache, dass möglichst viele Spieler kommen wollen.


    Habe nächste Woche ein Mini Trainingslager organisiert, in dem wir auch einige Testspiele gegen andere Teams vorhaben, nur bin ich eben kaum sicher, ob ich genug Spieler zusammen bekomme...


    Ich verstehe, dass du verbittert wärst, wenn deine ganzen Mühen nicht honoriert würden, wie du dir das vorgestellt hast. Tatsächlich muss man sich aber in seinem Eifer und Elan als Trainer auch manchmal fragen, ob nicht ab und an weniger auch mehr sein könnte.


    Wie habt ihr solche Probleme gelöst? Wie soll ich eine Mannschaft aus denen machen, wenn ich gut ein Drittel der Spieler vor dem ersten Spiel gar nicht erst zu Gesicht bekomme?


    Naja, sie haben ja noch eine ganze Weile Zeit, um zu einer Mannschaft zu werden, das muss ja nicht alles vor Beginn der Saison schon abgeschlossen sein. Und selbst wenn, der Team-Spirit will ja auch erhalten bleiben, das ist ja ein nie endender Prozess. Also würde ich zu Gelassenheit raten, das findet sich schon.


    Mit den Eltern reden habe ich schon versucht... Fehlanzeige, null Bock auf Vorbereitung.


    Ich merke bei uns, dass gegen Ende der Saison oder nach einer Phase, in der mehrere Wochen hintereinander an jedem Samstag ein Spiel stattgefunden hat, die Akkus irgendwann bei den meisten eher gegen leer tendieren, da tut eine Pause mal ganz gut. Die Pause in den Sommerferien ist vielen sicher dann wieder zu lang, aber dafür gibt es dann ja auch die Fußball- oder andere Sportschulen. Ich vermute, dass 75% meiner Kids sowas in den Sommerferien machen.


    Bei meinen eigenen Kindern sehe ich doch den Unterschied: meinem Sohn fehlt in den Ferien der Fußball nach einer Woche Pause. Meine ebenso sportliche Tochter will die ganzen Ferien über selbstbestimmte Tage haben und keinen organisierten Sport.

    Aber ja, ich würde es so machen und mein Jugendleiter steht da voll dahinter. Für das Kind würde es mir sicher leid tun, aber im Sinne der Mannschaft und des Vereins kann ich so einen Deppen als Vater nicht gebrauchen.


    Das verstehe ich, aber ich bin davon überzeugt, dass es falsch ist, das Kind dafür in Sippenhaft zu nehmen. Ich sollte meine Differenzen mit dem Vater klären, da ich ja hoffentlich eine nachvollziehbare und berechtigte Position vertete, sollten da in letzter Konsequenz dann auch die Vereinsverantwortlichen hinter mir stehen. Ich würde aber arg befürchten, meine Kompetenzen zu überschreiten, wenn ich so handeln würde -- also ein Kind ausschließen, weil ich mit seinem Papa Probleme habe.


    Wäre aber auch nicht das erste mal, dass ein Vater nicht mehr erwünscht wäre, ohne zum endgültigen Ausschluss auch des Kindes zu kommen.


    Ich bin nicht sicher, wie das zu verstehen ist. Meinst du, es gab schon Fälle, in denen du mit dem Papa nicht klar kamst, das für das Kind aber nicht zum endgültigen Ausschluss führte? Wenn ich dich so recht verstehe, dann bin ich ja froh, dass man bei dir als Trainer nicht gleich Angst haben muss, das eigene Kind dürfe nicht spielen, sobald man anderer Meinung ist.. Naja, ganz so dünnhäutig wirst du ja wohl aber auch nicht sein.

    Meine Erfahrung: Wenn in einem konditionell stark geprägten Sport ganz, ganz oben in der Spitze ein Sportler/eine Mannschaft sich so dermaßen deutlich abhebt, dann ist eine neuartige Form von Dopingmitteln/-methoden im Spiel. Man muss wissen, dass im Spitzensport in den Industrienationen bzw. dort wo das Geld sitzt allen die gleichen sportwissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden zur Verfügung stehen und in der Top-Spitze die Sportler ähnlich talentiert sind. Hart trainiert wird auch überall. Solche Leistungsunterschiede sind deshalb mit normalen Aspekten meiner Erfahrung nach nicht zu erklären.


    Nun, warten wir noch ein paar Spieltage ab, in Sachen Statistiken macht der heutigen Fußballberichterstattung ja keiner was vor. Man wird also sehen können, ob die Dortmunder immer so viel und vor allem auch so viel mehr rennen können als ihre Gegner. Der HSV mag da nicht der allergeeignetste Maßstab sein. Aber ich habe nach dem Spiel den Fußballkumpels auch gesagt, dass es mich ja nicht wundern würde, wenn da irgendwann heraus käme, dass beim BVB pharmatechnisch nachgeholfen wird. Es ist schon heftig, was die Jungs alle rennen können. Und wie lange..

    Und noch was zu deinem Kommentar Ranwie, ich weiss nicht, wer bei euch bestimmt, wann das Training wieder los geht, bei uns ist es der Trainer und nur der Trainer. Wenn dann ein Vater meint mich auslachen zu müssen, dann kann er das gerne machen. Spätestens wenn ich ihm den Pass seines Sohnes in die Hand gebe, wird er sicher nicht mehr lachen. Ich bin Trainer und kein Hampelmann, wenn du oder dein Verein das so handhaben, dann ist das natürlich ok.


    Aha, du würdest also das Kind dafür bestrafen, dass sein Vater etwas in deinen Augen unrechtes, unredliches oder irgendwie anders falsches getan hat. Was kann denn das Kind dafür?

    Naja, mit einem Catenaccio oder zwei sehr defensiv und sehr diszipliniert agierenden Viererketten kann man bestimmt Dortmund das Leben ganz schön schwer machen. So ähnlich werden es ja vermutlich auch die weniger ambitionierten Vereine in der Bundesliga probieren: tief stehen und auf Konter lauern. Zwar war der HSV aus meiner Sicht schon besser als in der vergangenen Saison, aber da gab es ja wohl nur einen Spieler, der in seinem Tempo mit den Dortmundern Schritt halten konnte: Töre. Die anderen sind von vornherein zu langsam oder sie haben keine Lust, so nach hinten zu arbeiten, wie es gegen den BVB einfach sein muss. Weder Rincon noch Kacar ist ein richtig guter Sechser, die Viererkette war daher viel zu oft auf sich alleine gestellt.

    Wenn eine Mannschaft so schnell und dabei so präzise spielen kann, wie Dortmund es gegen den HSV gezeigt hat, dann hat jedes System es damit schwer. Ich vermute, du meinst das 2:0. Nun bin ich auch eher Laie, aber wenn ich mir das in der Sky-Mediathek gerade noch mal ansehe, so finde ich, dass der Abstand zwischen der Hamburger Doppel-Sechs und der Abwehrreihe unmittelbar vor dem Pass in die Tiefe recht groß ist. Der links vom Passgeber (in dessen Laufrichtung) befindliche HSV-Spieler läuft nicht schnell genug zurück, um seinen Kollegen abzusichern, der den Ballführenden stellt. So gelingt der erste Pass durch die Schnittstelle der beiden zentralen Mittelfeldspieler. In diesem Moment hat der BVB-Spieler in Ballbesitz (Götze) fast zehn Meter freien Raum vor sich. Klingt nach Lehrbuchthema: verteidigen zentral vor dem Tor, großer Abstand. Leider schaltet dann aber die Regie auf die Nahaufnahme und man sieht nicht, wie Westermann, das ist ja der IV, auf den Götze zudribbelt, agiert. Er müsste ja herausrücken, um Götze zu stellen. Andererseits müssten seine Nebenleute einrücken, um die Lücke hinter ihm zu schließen. Hätte Diekmeier (das war doch der andere IV) sich von Lewandowski (geringfügig) gelöst, hätte letzterer, falls die AV noch mitgemacht hätten, mit Glück im Abseits gestanden, er hätte vielleicht auch den Pass zu Lewandowski abfangen können. So stand er geringfügig 'falsch' hinter ihm, leicht nach links (aus Sicht des HSV) versetzt wäre, soweit ich weiß, gemäß Lehrbuch besser gewesen, und konnte den Rückpass zu Götze nicht verhindern. Gegen Götze in vollem Lauf muss es dann Westermann mit dem Mithalten einfach sauschwer haben.


    Bei dem Tempo, mit dem der BVB aber auf Angriff umgeschaltet hat, und der Vielzahl der Angreifer hätte IMHO ein Liberosystem aber mächtig alt ausgesehen.. Die hätten bestimmt noch viel höher verloren. Vielleicht hätte es geholfen, noch einen Mann hinter die 4'er-Kette zu stellen, so wie das die Griechen 2004 gemacht haben.

    Soll heißen: Wenn der Trainer in der F und E nicht darauf achtet, dass Kinder Training als etwas Verbindliches ansehen (bzw. dass er die Eltern dazu erzieht, dass sie ihre Kinder entsprechend erziehen), hat der B-Jugend-Trainer keine Chance mehr darauf einzuwirken, und übernimmt einen Larifari-Haufen.


    Hier widerspreche ich dir überhaupt nicht. Darum geht es mir auch gar nicht. Es geht darum, ob es sinnvoll ist, als Trainer im Kinderfußball in den Ferien verbindliche Termine anzusetzen. Andre und ich meinen, dass das nicht sinnvoll ist.

    Meine Meinung: Vorbereitung muss sein, egal wie alt die Spieler sind.


    Hier muss ich aber Andre Recht geben: bisher hat hier noch niemand gesagt, worauf sich eigentlich vorbereitet wird. Auf die nächste Saison, ist klar, aber das reicht als Antwort nicht. Eine Saison ist, streng genommen, nur ein Zeitraum, auf Zeit kann man sich nicht vorbereiten. Wohl aber auf etwas, das in diesem Zeitraum stattfindet. Was also? Wenn das die Pflichtspiele sind, dann lehnen Andre, siebener und übrigens ich auch ab, dass man ähnlich vehement auf die Teilnahme der Spieler drängen kann wie während der Schulzeit. Ich habe meinen Eltern neulich erklärt, dass ich es so sehe, dass Pflichtspiele so heißen, weil man verpflichtet ist, anzutreten und sonst eine Strafe zahlt. Eine höhere Bedeutung als Freundschaftsspiele, etc. haben sie für mich nicht.
    Wenn es bei Euch hinhaut und Ihr in den Ferien Zeit und Muße habt, dann finde ich es klasse, wenn Ihr Euren Spielern ein Training anbietet. Ich würde daraus, wie Andre, wahrscheinlich auch einfach ein Treffen zum Kicken machen, da würde ich auch selbst mitmachen und interessierte Eltern gleich miteinladen, das ist für das soziale Klima noch besser. Da bei uns in der letzten Ferienwoche der Platz aber ohnehin die ganze Woche vom Fußball-Camp besetzt ist, geht das nicht. Und viele meiner Kids besuchen auch dieses oder ein anderes Camp.
    Aber es gibt, man höre und staune, auch noch anderes als Fußball im Leben. Das sollen die Kinder doch auch erleben dürfen, mit G8 und dem ganzen Leistungsdruck, der ihnen heutzutage allenthalben gemacht wird, sei ihnen das doch wenigstens mal in den Ferien gestattet.


    Vorbereitung heißt auch, neue Spieler kennen zu lernen und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, Teil der Mannschaft zu werden.


    Aber wieso braucht man dazu die Zeit außerhalb der Ferien? Bei mir kamen bisher die allermeisten Neuzugänge irgendwann während der Saison zu uns, ich kann mich sogar an gar keinen erinnern, der zum Saisonwechsel zu uns kam...

    Spasstrainings sind schön, bringen aber garnichts, weil die Hälfte der Spieler nicht kommt. Ist halt so, für mich als ehemaligen Fußball verrücktem jugendlichen unverständlich.


    Warum sollen sie nichts bringen? Den Spielern, die an ihnen teilnehmen, bringen sie sehr wohl was. Meinem Sohn bringt auch das Gekicke mit wildfremden Kindern, Jugendlichen und auch dem einen oder anderen Erwachsenen auf dem Bolzplatz des Camping-Platzes im Urlaub was, das kannste aber glauben. :)


    Wer im Urlaub ist, ist natürlich entschuldigt, zumindest im Amateurfussball.


    <Klugscheißer>Na klar, Profis haben ja per Definition nur außerhalb der Trainingszeit Urlaub...</Klugscheißer>


    ... ich schmeisse Spieler auch ganz raus, wenn die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig lässt. So musste der Erste sich bereits in der Vorbereitungsphase vor den Ferien nach einem neuen Verein umsehen. C Jugend. Bei der E gebe ich sicher etwas mehr Spielraum, aber auch da würde ich nicht davor zurück schrecken.


    Nun, aus dem Verein schmeißen kann ich sie nicht. Aber bei mir ist auch klar, dass mangelhafte Trainingsbeteiligung zu geringerer Berücksichtigung im Spielbetrieb führt. Dazu gehört aber auch die Fairness, dass man (im Kinderbereich) die Eltern rechtzeitig warnt, wenn die Zufriedenheit mit der Trainingsbeteiligung einzelner Spieler sinkt.


    Das eigentliche Problem ist aber die völlig bescheuerte Planung des Saisonstarts. Wie kann man, wie im Beispiel weiter oben beschrieben, einen Tag nach Ferienende bereits das erste Pflichtspiel haben?


    Da gebe ich dir hingegen Recht. Für Andre und mich, die wir den Pflichtspielen keine besondere Bedeutung zumessen, ist das kein Problem. Wenn man allerdings, wie z.B. bei uns im Kreis, am Ende der Saison auch in der E-Jugend schon ein Meisterschaftsturnier austrägt, dann ist das ziemlich Banane. Wobei ich das mit der Meisterschaft Banane finde, nicht die Saisonplanung. Also noch sinnfreier empfinde ich die Einteilung der Teams in Kreisliga und Kreisklassen in der E1 bei uns, da wird nämlich saisonweise auf- und abgestiegen, d.h. ist die Vorgängermannschaft stark, so findet man sich in der Kreisliga wieder, war sie schwach, so ist man in der Kreisklasse. Mit der Stärke der Mannschaft, die dann tatsächlich da spielt, hat das nichts zu tun.


    Wir beginnen ca 3 Wochen vor Ferienende mit der Vorbereitung, C Jugend, 3 mal die Woche. Feste Termine. Wem das nicht gefällt, der muss sich halt Gedanken darüber machen, ob ein Mannschaftssport das richtige für ihn ist.


    In einer leistungsorientierten C-Jugend ist das auch OK. Wobei ich nicht sehe, dass das Kriterium 'Mannschaftssport' diesen Automatismus generell rechtfertigt. Bei leistungsorientierten Mannschaften muss sich der Einzelne der Leistungsorientierung der Mannschaft unterordnen, ja. Aber Mannschaftssport ist ja nicht zwingend leistungsorientiert, im Breitensport kann der Kameradschaftsgedanke viel weniger Konsequenzen haben. Der Thread begann übrigens mit einer E-Jugend, wenn ich mich nicht irre.


    Im Breitensport, in dem wir tätig sind, ist doch die Nummer 1 aller Ziele, dass ich Spieler auch sozial weiterbringe, oder? Dass ich Ihnen bewusst mache, dass es höhere Ziele gibt als die eigenen individuellen. Dass das wesentliche am Mannschaftssport ist, zugunsten der Mannschaft auch mal zurückzustecken.


    Natürlich, aber wie führt das dazu, dass auch in den Ferien trainiert werden muss?


    Andre, willst du mir wirklich sagen, dass Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, etc. da nicht gefordert werden dürfen, auch nicht in einer E?


    Ich will Andre nicht verteidigen, das kann er, wie man oben erkennen kann, sehr gut selbst, aber wie kommst du auf diese Ideen, da hast du wohl noch nicht genügend Posts von Andre gelesen.. :)


    Darf ne E wirklich nicht zweieinhalb Wochen vor dem ersten Spiel mal anfangen zu trainieren, auch wenn es in den Ferien liegt?


    Sie darf, aber der Trainer sollte daraus keine Pflichtveranstaltung machen, sondern eine freiwillige. Man kann sich natürlich aber auch selbst Probleme machen -- so sehe ich dieses Thema zumindest, wenn man in einem Breitensportverein ist. Und ich sehe es auch so, dass im KiFu (also bis inkl. E-Jugend) der Leistungsgedanke und seine ganzen Folgen nichts verloren haben, also weitet sich diese Meinung auf alle Vereine aus.


    Darf ich von dir als Elternteil wirklich nicht verlangen, dass dein Sohn zum Training kommt, wenn er da ist? Was signalisierst du ihm dadurch, dass du ihn nicht hinschickst?


    Ferien gibt es doch aus dem Grund, den Kindern Erholung zu bieten, siehe hierzu z.B. die Definition auf https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Ferien. Da ist es doch nachvollziehbar, dass viele Eltern sie auch als Zeitraum der Erholung von außerschulischen Verpflichtungen, von denen viele Kinder heutzutage ja jede Menge haben, sehen. Wenn man nun in den Ferien Trainingsstunden zur Pflicht erklärt, beschwört man damit doch vorhersehbar Konflikte herauf. Daher sollte man dafür gute Argumente haben. Der Mannschaftssport alleine genügt in meinen Augen dafür nicht.

    Um nochmal zum Futsal zurückzukommen. Kennt jemand ne günstige Seite, für diese Art von Bällen?


    Es gab mal einen Thread, in dem welche erwähnt wurden. Probiere doch mal die Suchfunktion. Ich fragte mich damals, wie gut die Dinger sind..


    Und irgendjemand hatte was von Größenunterschieden der Bälle in den jeweiligen Altersklassen erzählt.
    Kann mir jemand mitteilen welche Größe ich für ne E-Junioren bräuchte?


    Beim Futsal Größe 4, mit dieser Größe spielen aber auch Erwachsene. Für den Kinderbereich, also auch für eine E, sollten es aber Light-Bälle sein. Auf dem Feld spielen wir in Hessen ab der E-Jugend mit Light-Bällen der Größe 5. Hort Wein empfiehlt in seinem von Andre genannten Buch für diesem Altersbereich aber noch 4'er-Bälle (oder sogar 3'er).

    Ist für den Verein auch ne finanzielle Frage.
    Wir bekommen als Abteilung 25 € pro Kind. Wieso sollte ich davon 10 € wieder als Geschenk ausschütten?


    Die Ü-Eier würde ich, glaube ich, privat bezahlen.

    Vllt. ist ein einfaches Überraschungsei schon ausreichend.


    Das finde ich auf jeden Fall. Es geht doch mehr um die Aufmerksamkeit, denke ich. Das Geschenk zur Bindung an den Verein gibt es ja typischerweise dann zu Weihnachten.

    Bei uns im Kreis soll D9 erst 2012/2013 eingeführt werden, auf regionaler Ebene bereits 2011/2012. LV: Hessen. Allerdings soll es weiterhin die Möglichkeit zum D7 geben, wie da die Bedingungen im Detail sind, weiß ich aber nicht.

    Echt? Wo soll dass den stehen?


    So, unsere Jugendleiterin hat mir gestern gesagt, Mannschaftsmeldungen im DFBNet mit weniger als elf Spielern würden vom Kreis abgelehnt. Sie meinte, das könnte eine kreisspezifische Regelung sein, um die Zahl der im Verlauf der Runde zurückgezogenen Mannschaften zu verringern. Tatsächlich kostet es den Verein wohl auch EUR 150, eine gemeldete Mannschaft zurück zu ziehen, das finde ich durchaus happig..

    Die Frage bezieht sich auf die Positionstreue im Spielverlauf, aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist bei dir eher die "Grundformation" gemeint, die bei ruhenden Bällen immer wieder eingenommen wird. Und im Spielverlauf nimmst du in Kauf, dass die Positionen nicht gehalten werden (die 2 Blocks verschieben sich nicht in Blöcken, sondern jeder individuell, so dass es während des laufenden Spiels evtl. nicht erkennbar ist, dass es 2 3er Reihen gibt, und auch nicht unbedingt erkennbar ist, welcher Spieler auf welcher Position ist).


    Genau. Sie sind IMHO eher noch damit überfordert bzw. es entspricht nicht ihrer Neigung, sich im Verbund (im engeren Sinne) zu bewegen. "Wenn wir den Ball haben, greifen alle mit an, wenn der Gegner den Ball hat, verteidigen alle, d.h. alle laufen mit zurück", so lautet ungefähr die Anweisung. Und sie wissen, das die Spieler der hinteren Reihe häufiger hinter den Spielern der vorderen Reihe spielen, das ergibt sich ja aber auch meistens von selbst. Je länger das Spiel nicht unterbrochen ist, umso geringer wird die Ähnlichkeit mit der Grundformation, das stimmt. Meinen E-Junioren habe ich aber auch gesagt, dass es schon so ist, dass die hintere Reihe schon defensiv eine Verantwortung hat, die vordere Reihe soll auf jeden Fall mithelfen, aber die hintere Reihe muss den Gegner ja erst mal bremsen und der vorderen Reihe die Chance geben, wieder hinter den Ball zu kommen. Ob das F'linge so verstehen, weiß ich nicht.. F1er vielleicht schon.


    Eine 3-3 Grundformation mit der nötigen "Abweichtoleranz" im laufenden Spiel ist meiner Meinung nach auch in einer F-Jugend umsetzbar, wobei ich dabei auch keinen großen Unterschied zu meiner aktuellen Vorgehensweise sehe. Denn sobald der Ball rollt, verschiebt sich jeder wieder individuell, die Formation ist "futsch" und das Team bzw. jeder Einzelne organisiert sich wieder selbst (Oder unterschätze ich die Kleinen an der Stelle!?).


    Siehe oben, ich habe schon gesagt, dass es wahrscheinlicher ist, dass Spieler der vorderen Reihe Tore schießen und, dass die hintere Reihe mehr Verantwortung hat, wenn es ums initiale Verteidigen geht. Das ist für junge F'linge aber vermutlich zu schwierig.


    Es gibt aber auch noch die von Andre auch mal explizit formulierte Regel, dass nur der Ballnächste den ballführenden Gegner direkt angreift. Und ich habe die Regel, dass keiner seinem Mitspieler den Ball abnehmen darf. Ich rege auch an, dass sie ihre Mitspieler nicht behindern sollen, d.h. sie sollen ihnen nicht im Weg stehen bleiben.


    Der einzige Unterschied ist, dass sie bei ruhenden Bällen auf Ihre Ausgangsposition zurückkehren. Ist das Ausbildungsziel dabei, den Kindern das grundsätzliche Verständnis dafür zu geben, dass es im Fussball Positionen gibt? Oder wo seht ihr den Vorteil bei dieser Vorgehensweise.


    Gute Frage, darüber müsste ich erst mal nachdenken.

    Ich hoffe, ich habe das mit der Einteilung einigermaßen erklären können :S


    Ja, jetzt habe ich es kapiert, danke.


    Den zweiten Teil von Dir mit erster Mannschaft als zweiter melden kenne ich von Turnieren :thumbdown: Unverbesserliche sterben leider nie aus.


    Sieht so aus. Vielleicht hat der Kreis bei uns die Gruppeneinteilung vor diesem Hintergrund geändert... Eine Quali-Runde wäre mir dennoch lieber.

    Wenn es nach meiner Einstellung gehen würde, hätte ich letztes Jahr folgendermaßen eingeteilt: Vier meiner Jungs in die E1, vier von denen zu mir in die E2. Die Quali wäre in den jeweiligen Mannschaften anders verlaufen, nämlich leistungshomogen für die Frühjahrssaison !


    Das verstehe ich nicht, kannst du bitte erläutern, was du insbesondere mit dem zweiten Satz meinst?


    Kinder sind nun mal unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Warum sollte man dem nicht Rechnung tragen, wenn man die Chance dazu hat. Ich habe dies nicht, würde es aber aufgrund meiner Erfahrungen im Sinne der Kinder sofort tun!! Dabei prallen auch die Argumente gegen eine Leistungseinteilung nicht an mir ab. Haben wir auch in einem anderen Thread schon mal diskutiert.


    Wogegen bist du hier genau? Dass der Spielbetrieb häufig unflexibel und nicht kindgerecht ist? Kann ich nur bestätigen. Bei uns im Kreis gibt es nicht mal eine Quali, da werden alle Mannschaften scheinbar ziemlich wahllos in die Gruppen gewürfelt -- einzige Maßgabe scheint da zu sein, dass in jeder Gruppe nur eine Mannschaft eines Vereins sein darf. Aber was die Spielstärke anbelangt ist es kunterbunt. Und dazu gibt es diese Festspielregeln... Natürlich gibt es das Problem, dass flexiblere Regeln auch ausgenutzt würden... Ich kenne auch Teams, die in der Vergangenheit, als erste Mannschaften eher zusammen in eine Gruppe kamen und zweite ebenfalls, die zweite deutlich stärker als die erste gemacht haben, damit sie auf jeden Fall in die Kreismeisterschaft kommen... :(


    Was mich brennend interessiert, wie vermittelst du den Kindern ihre Position, ohne sie zu überfordern? Übt ihr das auch im Training? Wenn ja wie?


    Meine sind vorbelastet, wir haben sie früher, wie gesagt, in dieser Hinsicht zu sehr getriezt. Vielleicht dabei auch mal überfordert, kann gut sein.


    Aber gestatte die Rückfrage: was meinst du, wenn du davon sprichst, ihnen "ihre Position zu vermitteln"? Es gibt da nichts Positionsspezifisches, sie sollen alle angreifen und alle verteidigen, die einen befinden sich aber halt meistens ein Stück weiter vorne als die anderen (oder auch umgekehrt, die einen ein Stück weiter hinten als die anderen). Jeder soll mutig zum Ball gehen, keiner darf seinem Mitspieler den Ball streitig machen oder ihn gar dem anderen abnehmen.


    Bei uns findet keine Übung des Positionsspiels im Training statt. Das wäre ja auch schon Gruppen- und/oder Mannschaftstaktik, beides gehört ja nicht in den KiFu. Das höchste der Gefühle in dieser Hinsicht wäre, dass ich sie ein Spiel im 6+1 durchführen lassen würde.


    Bevor sie sich überfordert fühlen, weil sie noch gar nicht wissen, wo sie sich hinstellen sollen, wenn du sagst: "Max, Paul, Leon, ihr seid die vorderen drei, Kevin, Sebastian und Mehmed, ihr die hinteren, los gehts!", köntest du das ja im Training vielleicht mal machen, ich weiß nicht, ob Andre da schon befürchtet, dass man damit viel kaputt macht -- falls doch, dann muss er mir erklären, warum der DFB im KiFu zum 3-3-System rät, anstatt jegliche Systeme abzulehnen. Ich versuche noch, die Forderung nach dem freien Spiel sowie die Empfehlung des 3-3 unter einen Hut zu bringen. Naja, jedenfalls könntest du ihnen ja zeigen, wo sie in den typischen Situationen ungefähr stehen sollten, d.h. beim gegnerischen Torwartabschlag die hintere Reihe ca. auf Höhe der Mittellinie und relativ kompakt, die vordere Reihe ein Stück davor und etwas breiter. Hat der eigene Torwart den Ball, so ist es schon etwas komplizierter... obwohl: bei uns durfte der Torwart in der F grundsätzlich den Ball aus der Hand abschlagen, da ist es ja wieder einfacher: die hinteren drei befinden sich zwischen Strafraumgrenze und Mittellinie, die vorderen drei auf der Mittellinie. Wo der Ball einschlägt ist ja bei F-Torhütern noch recht schwer vorauszusehen..


    Hmm, ist es nicht eigentlich so, daß man nur rotieren kann, wenn es zumindest ein rudimentäres Spielsystem gibt? Wenn ich die Kinder komplett frei spielen lasse, dann kann ich doch gar nicht rotieren. Oder?


    Das kommt mir auch so vor. Ich wünschte Andre mal eine G, damit er tatsächlich mal ausprobieren kann, was er propagiert, um zu sehen, wie das dann klappt. Irgendwann hätte ich wohl auch gerne wieder eine G, um das auch mal wieder ausprobieren zu können.


    Ich bin noch zumindest leicht skeptisch, ob gar keine Systemvorgabe bis zum Ende der E die optimale Lösung darstellt. Ich kann mir das in einer sehr leistungshomogenen Truppe, wo jeder in der Lage ist, gleichermaßen zu seinem Recht zu kommen, vielleicht noch vorstellen. In vielen typischen Breitensport- und Dorfvereinen klappt das, wie ich befürchte, nicht so gut. Da würde ich eher ein sinnvolles System, d.h. das 3-3, vorgeben und rotieren.


    Daran anknüpfend noch ein Gedanke. Wenn ich das 3-3, welches vom Dfb ja vorgeschlagen wird als Grundlage nehme, dann teilt man so Positionen nach dem Muster "hinten rechts", "vorne links", "hinten mitte" ein, also zwei Dreierketten oder? Ich finde das sehr interessant, habe bisher mit 2 Systemen (2-3-1 und 3-1-2 mit 2 sehr offensiven Außenverteidigern) gespielt, was aber teilweise die Folge hatte, daß je nach Spielverlauf vorne oder hinten mindestens ein Kind stehen geblieben ist und das gefällt mir nicht.


    Meine Rede. Wir hatten auch mit drei bis vier Reihen gespielt, d.h. mal mit unterschiedlich interpretiertem 1-2-1-2, später mit 2-1-2-1 od. 2-3-1. Da blieben dann immer Kinder vorne und hinten stehen, vorne meistens einer und hinten zwischen einem und drei, nämlich genau die vordere und die hintere Reihe. Außerdem waren das ja meistens die selben Kinder, nämlich die gewohnheitsmäßigen Stürmer und Abwehrspieler. Dreck, pfui deibel!


    Deshalb habe ich in der letzten Rückrunde aufs 3-3 umgestellt, wie du sagst, mit vorne und hinten, links, mitte, rechts. Ich habe meinen Spielern auch gesagt, dass es keine Stürmer und keine Abwehrspieler mehr gibt, es gibt nur noch defensive und offensive Mittelfeldspieler. Und jeder spielt gleich oft in der vorderen wie in der hinteren Reihe. Gefällt mir inzwischen viel besser. Sie sollen sich bei ruhendem Ball (d.h. vor allem beim Abschlag des Torwarts, bei Freistößen häufig auch, bei Einwürfen nur, wenn die Zeit dafür da ist) in diese Formation stellen, dabei aber nicht die Gegenspieler decken. Wenn der Ball im Spiel ist, greife ich nicht ein.


    Ich hatte seinerzeit bei den ersten Spielen als ich das erste System "eingeführt" das Gefühl, daß die Kinder etwas Struktur auf dem Feld brauchen. Inzwischen bin ich mir da aber nicht mehr so sicher.


    Bei uns war es so, dass wir das Positionsspiel ziemlich deutlich vermitteln wollten, d.h. wir haben es als Defizit angesehen, dass Spieler X überall auf dem Platz zu finden war, obwohl er vorne rechts spielen sollte. Und das hat er entsprechend oft zu hören bekommen. Heute würde ich, wie gesagt, dazu anhalten, sich in den Spielpausen wieder in ihre Formation zu begeben, und vielleicht am Anfang sogar dafür sorge, dass die Zeit dafür auch da ist.


    Das 3-3 mit entsprechender Rotation und in Kombination mit den von Andre (und anderen) genannten Provokationsregeln im Abschlusspiel/Trainingsspiel wie die doppelt zählenden Tore wenn alle in der Hälfte des Gegners sind und der Freistoss wenn einer stehen bleibt will ich ab September ausprobieren, wenn es bei uns wieder losgeht nach der Sommerpause. Das mit den Provokationsregeln find ich richtig klasse, auf die Idee bin ich leider selbst noch nicht gekommen! :thumbup:


    Ich habe, wie gesagt, mit dem 3-3 bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Es sind viel mehr alle Spieler ins Spielgeschehen einbezogen als bei den tieferen Systemen. Und dein Torspieler muss mitmachen, indem er die Steilpässe abfängt. Da das 3-3 ziemlich flach ist, müssen deine Spieler auch recht viel laufen, d.h. du solltest dich nicht wundern, wenn ihnen in der zweiten Hälfte die Puste ausgeht und sie dann auch mal überrannt werden. Wenn sie bis dahin aber mehr gelaufen sind als die gegnerischen Spieler und es dir bis dahin gut gefallen hat, solltest du das aus meiner Sicht nicht als Problem sehen.


    Ich habe übrigens in einer nicht besonders leistungshomogenen E2-Mannschaft (d.h. jüngerer E-Jg) eine schlechte Erfahrung damit gemacht, als ich sie habe die zwei Dreierreiehen selbst bilden lassen, da kamen zwei ganz unterschiedlich starke Reihen heraus, so dass wir in der einen Halbzeit eine Bombendefensive und in der zweiten einen guten Sturm hatten. Leider auch zu Beginn einen nicht sonderlich tollen Sturm und dann eine recht schwache Abwehr. Ergebnis: 1:8 verloren. Wobei ich es auch falsch angestellt habe, ich habe die Kinder nämlich nicht die Reihen als solche bilden lassen, sondern gefragt, wer wann vorne und wann hinten spielen will. Da muss dann jeder sich selbst sehen. Im nächsten Spiel habe ich jedenfalls die Reihen eingeteilt und habe dabei auch dafür gesorgt, dass keine völlig abfällt. Und ich habe den stärksten Spieler jeweils in die Mitte gestellt. Das lief dann ziemlich gut.