Ich finde einige Reaktionen hier hoch interessant. Nicht, weil ich mich angegriffen fühle, [...]
So ist es auch nicht gemeint, zumindest von mir nicht.
sondern weil ich aktuell vor einem ähnlichen Problem stehe und es so angehen will und daher ganz konkret frage:
Wie sieht denn für eine C-Jugend eure Alternative aus? Jeder kriegt gleich viele Spielanteile? Immer? Unabhgängig von Leistung UND Trainingsbeteiligung?
Nein, natürlich nicht. Ich denke schon auch, dass die Trainingsbeteiligung stimmen muss, sowohl was die Anwesenheit anbelangt wie auch die Einsatzbereitschaft und die Disziplin im Training. Die Leistung allerdings, d.h. das Niveau des Spielers sollte aber, so meine Meinung, eine geringere Rolle spielen. Wenn beides zusammen kommt, man es also mit einem guten Spieler zu tun hat, der auch ordentlich trainiert, keine Frage, er ist im Kader. Aber die Diva, die hochtalentiert ist, sich aber für etwas Besseres hält und es nicht für nötig befindet, sich im Training anzustrengen, würde ich dann auch zu Hause lassen, auch wenn ihr Fehlen die Mannschaft im nächsten Spiel erkennbar schwächt. Dafür sollte dann lieber ein Spieler mit kommen dürfen und auch eingesetzt werden, der zwar eine Quote an technischen Fehlern hat, der sich aber dafür tadellos benommen und im Training alles gegeben hat.
Außer in Ausnahmefällen sollten alle Spieler des Kaders eine garantierte Mindestzahl an Spieleinsätzen haben. Ist das Verhältnis von Kadergröße zu Pflichtspielen ungünstig, also zu hoch, so muss man eine entsprechende Anzahl an Freundschaftsspielen vereinbaren, um diese Mindestzahl erreichen zu können. Man sollte aber natürlich versuchen zu vermeiden, dass die Mannschaftskader zu groß werden.
Erfahrungsgemäß kann ich berichten, dass Konkurrenz auf gutem Niveau zu besserer Trainingsbeteiligung und -intensität führt, solange gewährleistet ist, dass man sich "Reintrainieren" kann.
Was meinst du mit "Konkurrenz auf gutem Niveau"? Worauf bezieht sich da das Niveau, auf die Spieler oder auf die Konkurrenz?
Ich denke schon, dass man gerade im ambitionierteren Truppen, wobei ich hier ausdrücklich die Truppe und nicht die für sie verantwortlichen meine, die Konkurrenz unter den Spielern auch ein Stück weit nutzen kann und darf. Aber in nur wesentlich geringerem Maße als im (ambitionierten) Erwachsenenbereich, weil C-Junioren eben von der Persönlichkeitsentwicklung und ihrer sozialen und mentalen Reife her noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung sind. Man darf auch von keinem Jugendlichen erwarten, dass er sich in die Konkurrenz mit einem in seinen Augen völlig überlegenen Kontrahenten begibt. Wenn das gewährleistet ist, was du sagst, dass man sich über entsprechenden Einsatz im und Beteiligung beim Training in die Aufstellung "hineintrainieren" kann, wenn das für alle sichtbar ist und auch erkennbar ist, dass geringer Einsatz und schlechtes Benehmen, z.B. auch den Mitspielern gegenüber, der unumstrittenen Leistungsträger dazu führen kann, dass sie aussetzen müssen, wenn also für alle Spieler die gleichen Kriterien gelten und auch für alle erkennbar ist, dass sie Anwendung finden, dann habe ich nichts gegen ein solches Konzept. Wie gesagt, solange gewährleistet ist, dass auch die schwächsten Spieler auf ihre Mindesteinsätze kommen.
Ich habe nur in der Ex-Mannschaft meines Sohnes (und einiger meiner ehemaligen Spieler) erlebt, dass ein solches Vorgehen angekündigt wurde, es aber doch eine erhebliche Zahl an Spielern gab, die eine Einsatzgarantie hatten, und andere, die sich anstrengen konnten, wie sie wollten, und kein einziges mal zum Spiel eingeladen wurden. Dabei durften sich die "Stammspieler" ihren Mitspielern gegenüber so ziemlich alles erlauben, nur wenn es an Respekt gegenüber den Trainern fehlte, wurde da mal eine Spielpause verordnet. Zu Saisonbeginn war angesichts des mit 27 Spielern IMHO deutlich zu großen Kaders angekündigt, es werde Freundschaftsspiele geben, in denen dann die schwächeren Spieler, die in den Punktspielen nicht oder nicht so oft eingesetzt würden, dann spielen würden. Es dauerte dann ewig, bis mal ein Freundschaftsspiel kam, bis dahin waren mindestens sechs Punktspiele bestritten worden, bei denen ca. 18 Spieler eingesetzt worden waren, davon zehn in jedem Spiel und mit einer Präsenzquote auf dem Platz von 80% oder mehr, vier Ergänzungsspielern, die zwar zu 50% der Spiele eingeladen wurden, aber praktisch nie in der Startelf standen und sich mit einer Spielzeit von 40% oder weniger zufrieden geben mussten, und vier weiteren Spielern, die zu jeweils einem Spiel eingeladen worden waren und da dann zwischen fünf Minuten und einer Viertelstunde, zumeist gegen Spielende, mitwirken durften.
Als dann die Freundschaftsspiele kamen, waren die Gegner dann eher Schwergewichte und es spielten doch wieder die üblichen Verdächtigen. Es handelte sich nämlich nicht um die zu Saisonbeginn versprochenen Freundschaftsspiele für die schwächeren Spieler, sondern um Testspiele für die Rückrunde.
Tja, am Ende der Saison waren noch ca. zehn bis zwölf Spieler regelmäßig im Training, und bis zum Saisonende hatten, wenn ich mich recht erinnere, fünfzehn Spieler die Mannschaft verlassen. Sie hatten entweder die Fußballschuhe an den Nagel gehängt, sich verabschiedet und einen anderen Verein gesucht, oder waren in die nächstjüngere Mannschaft gewechselt.
Will es aber auch nicht nur schönreden. Führt auch zu absinkender Motivation bei den Spielern, bei denen es sportlich nicht reicht, egal wie sehr sie sich Mühe geben (leistungsorientiert, nicht breitensportlich).
Ich finde, dass es diesen Spielern gegenüber nicht fair ist, sie im Kader zu behalten. Gibt es eine niedrigere Mannschaft, in der sie ihre Einsätze bekommen können? Dann sollten sie dorthin verlagert werden.
Ich greife noch mal deinen Vorschlag auf:
Wenn du mehr als "reine Bespaßung" willst und nicht über 25 weitestgehend gleichwertige Spieler verfügst, würde ich die Mannschaft in drei Gruppen einteilen:
1) 8 Spieler, die fast immer dabei sind. Die leistungsstärksten und trainingsfleißigsten. Also die, bei denen BEIDE Komponenten stimmen.
2a) 8 andere Spieler
2b) 8 andere Spieler
[Um das Zitat zu kürzen: Dann spielt Gruppe 1 immer, Gruppen 2a und 2b wechseln sich ab]
Die Gruppen sollten fließend sein. Wer es verdient hat, kann von 2 in 1 kommen und umgekehrt.
Finde ich in Ordnung, dann kommt ja jeder zu mindestens 50% zum Zuge. Und wenn man es mit dem Fluss der Spieler tatsächlich auch geeignet handhabt, dann sehe ich da auch kein Problem in der Akzeptanz. Allerdings sprichst du hier von weitestgehend gleichwertigen Spielern. Damit verbinde ich die Vorstellung, dass selbst der schwächste Spieler nur so weit hinten dran ist, dass er es innerhalb von sechs bis zwölf Wochen bei entsprechendem Fleiß schaffen kann, der (wenn auch schwächste) Spieler in Gruppe 1 zu werden. In deinem letzten Post sprichst du hingegen von Spielern, die es nie in Gruppe 1 schaffen werden, ganz egal, wie sehr sie sich anstrengen. Das ist etwas anderes.
Wie stellst du dir vor, diese Gruppen zu bilden bzw. hättest du vor, den Spielern gegenüber das Procedere bekannt zu geben und stets auch jedem (ggf. auf Anfrage) mitzuteilen, in welcher Gruppe und an welcher Position er sich da befindet? Ich denke, für die Spieler wäre dann ja schon das Feedback darüber wichtig, ob man mit ihrem Einsatz zufrieden ist, ob sie gerade aufrücken oder eher abfallen. Und wenn man ihnen mehrmals hintereinander erklärt, man sei mit ihnen zufrieden, dann müssten sie das eigentlich auch daran merken, dass sie häufiger spielen. Wenn das aber nicht passiert oder es damit zu lange dauert, dann dürfte der Spieler enttäuscht und frustriert reagieren, und das Vertrauen dem Trainer gegenüber deutlich leiden. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck habe, dass Jugendliche in diesem Alter sehr genau darauf achten, wie mit ihnen umgegangen wird und dass sie sich sehr stark mit ihren Mannschaftskameraden vergleichen. Wenn man da nicht höllisch aufpasst, kommt da schnell Missgunst und Neid ob der subjektiv empfundenen Unfairness auf.