Beiträge von tobn

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    Ach so, falls es jemanden interessiert: Wir haben das Spiel am letzten Samstag mit 5:2 verloren. In der elften Minute sind wir in Führung gegangen, die erste Halbzeit war auch recht ausgeglichen, beide Mannschaften hatten ein paar gute Spieler, aber auch einige, bei denen die Trainer auf alles gefasst sind. Kurz vor der Halbzeit glichen die Gastgeber aus. In der zweiten Halbzeit gab es dann eine Phase, in der, wie ich erzählte, es bei uns einerseits etwas konfus war, aber halt auch ein gegnerischer Spieler zwanzig Meter mit dem Ball auf halb auf unser Tor zulaufen durfte, einer unserer Spieler immer schön einen Meter neben ihm, und dann auch einfach abziehen durfte, hoch unter die Latte, die unser Torhüter gar nicht erreichen kann. Noch zwei weitere Gegentore, die unsereins als Geschenke an den Gegner bezeichnen würde, die aber halt passieren, wenn die Kids im Bereich vor dem Tor den Überblick verlieren und der Ball mehr oder weniger zufällig durch die Gegend flippert, die verteidigende Mannschaft ihn aber einfach nicht geklärt bekommt. Auf der anderen Seite spielten sich zwei unserer stärkeren Spieler gerne fest, anstatt das zugegebenermaßen unsichere Abspiel auf den einen oder oft sogar die zwei glockenfreien Stürmer zu zeigen. Naja, und dann noch zwei mal das Außennetz, drei mal den Torhüter und einmal den Pfosten getroffen. Kurz vor Schluss noch eines gemacht, wann das Fünfte der Gegner fiel, weiß ich gar nicht mehr.


    EDIT: Absatz eingefügt: Die Truppen waren ähnlich stark, an diesem Tag die Gastgeber wahrscheinlich tatsächlich den Tick besser als wir. Ich glaube aber nicht, dass die Rotation da eine große Rolle spielte, wenn überhaupt. Mit einem stärkeren Spieler mehr hätte das Pendel gut zu unseren Gunsten ausschlagen können, mit einer etwas besseren Chancenverwertung, also etwas mehr Fortune, hätte das aber auch so passieren können. Insgesamt war es kein besonders gutes Spiel, weder von der einen, noch von der anderen Seite.


    Entscheidend dafür, wie "wir" spielen, ist das Personal auf dem Platz. Böte ich die stärksten sieben Spieler auf, dann würden wir im oberen Mittelfeld ganz gut mitspielen können. Nehme ich die sieben schwächsten, dann sind wir ganz unten mit dabei. Mische ich, dann landen wir irgendwo dazwischen.


    Mal sehen, wie das diese Saison noch so läuft. Unsere Gruppe, die bis zum Saisonende so bleibt, ist leider ziemlich stark besetzt. In der nächsten Saison sind unsere Kinder E-Jugendaltjahrgang, da gibt es bei uns im Kreis dann über den Kreisklassen noch die Kreisliga, in der eine der um ein Jahr älteren Mannschaften unseres Vereins spielt, so dass "wir" sie vorausichtlich erben werden. Dann werden wir wohl eine Kreisligamannschaft aus den stärksten Spielern bilden, und daneben eine oder zwei Kreisklassen-Teams. Wenn es insgesamt drei Teams würden, bräuchten wir aber auch noch einen Betreuer für die dritte Mannschaft. Wie dann das Training organisiert würde, weiß ich noch nicht. Zur Zeit trainieren alle zusammen, wobei wir gestern wieder gemerkt haben, dass wir da die Gesamtgruppe unbedingt in kleinere, homogenere Einheiten trennen müssen, weil Blümchenpflücker und Wolkengucker gemeinsam mit ehrgeizigen Kids zumindest bei anspruchsvolleren Dingen nur wenig Spaß macht..


    So, und das war mein 3000er Beitrag. :)

    Sehr interessanter Austausch, den ich gerne verfolge. Habe nur nicht viel dazu beizutragen :)

    Danke dennoch für das Feedback. Vielleicht ergibt es sich ja, dass sich eine Frage auftaucht, zu der du beitragen kannst.


    Für die D-Jugend, also das D9, haben die Kollegen der MFS übrigens ein anderes Rotationsschema vorgesehen. Sie ordnen das Team im 2:4:2 an und bilden vier Pärchen: die beiden Verteidiger, die beiden Stürmer, und im Mittelfeld die linken beiden sowie die rechten beiden Spieler. Die vier Gruppen sind also:

    • LST, RST (linker, rechter Stürmer)
    • LMA, LZM (linker Mittelfeldaußen, linkszentrales Mittelfeld)
    • RMA, RZM (rechter MFA, rechtszentrales MF)
    • LV, RV (linker, rechter Verteidiger)


    Ein Pärchen steht als Wechselspieler bereit. Sie werden z.B. gegen Pärchen 1 ausgetauscht. Beim nächsten Tausch kommt dann Pärchen 2 runter und Pärchen 1 geht wieder drauf, etc.


    Ich bin mir noch nicht so sicher, was ich vom 2:4:2 halte, mir sind da eigentlich auf der Zentrumsbahn viel zu viele Spieler, wohingegen die Flügel ziemlich verwaist sind. Aber sie scheinen das 2:4:2 ja auch mehr für die Rotation aufzubauen und von ihren Spielern schon recht schwierige, weil flexible taktische Vorgänge zu verlangen, z.B. indem der ballferne Mittelfeldaußen die auf die andere Feldseite verschiebende Zweierabwehrkette zu einer Dreierkette ergänzen soll.. Und im Spielaufbau sollen die ZM-Spieler sich wohl selbstständig in der Tiefe staffeln, was ich zumindest für junge D-Junioren noch recht anspruchsvoll halte..


    Hat sich der betriebene Aufwand rückblickend betrachtet gelohnt?

    Ich bin noch nicht zu einem Fazit in der Lage, dazu reicht ein Spiel nicht.


    Ich hätte ohne diese Rotation übrigens, glaube ich, nicht viel weniger Aufwand betreiben müssen. Denn ich hätte ja dann halt "von Hand" dafür sorgen wollen, dass jeder Spieler zumindest mal lang genug spielt, und dadurch wären auch alle Spieler, die gewechselt hätten, auf verschiedene Positionen gekommen, wenn auch vielleicht nur zwei und auch nicht ähnlich lang.


    Die größte Herausforderung bei meinem sowie dem Partner-Team ist die große Heterogenität. So gibt es bei mir fünf Spieler, die schon recht gut sind, kommt einer, der noch nicht so lange spielt, sich aber schon ziemlich gut macht, vor allem ist er einer, der agiert. Dann kommen drei, die besser sein könnten, wenn sie weniger schüchtern oder ängstlich wären, dann zwei eher große Spieler, die eher grobmotorisch veranlagt sind und das leider auch nicht durch Einsatzbereitschaft oder Durchhaltevermögen wettmachen, und dann habe ich noch drei, die ganz hinten dran sind, der eine sehr klein und ein ganz süßer Kerl, würde aber vielleicht besser zu ein oder zwei Jahre jüngeren Kindern passen. Der zweite ist ein recht schwieriger Typ, heller Kopf, aber klassischer Außenseiter und motorisch recht limitiert. Und der dritte ist zwar mit einer Riesenbegeisterung dabei, ist aber in der Entwicklung etwas zurück geblieben, sowohl was die Koordination als auch den kognitiven Bereich anbelangt -- ihm geht immer mal wieder beim Fußball alles zu schnell und dann tritt er einfach nur völlig orientierungslos nach dem Ball.


    Bekomme die mal alle unter einen Hut.


    Oder wäre das Spiel entspannter gelaufen, wenn Du reihum gewechselt hättest und dabei lediglich darauf geachtet hättest, dass jeder mehr als eine oder zwei Positionen spielt?

    Nein, ich glaube nicht, dass es entspannter oder erfolgreicher gewesen wäre. Wir hatten drei der Starken dabei, den ganz Guten, die drei Ängstlichen/Schüchternen, einen der Grobmotoriker und den oben Letztgenannten. Mit einem Starken weniger hatten wir die Woche zuvor an einem Turnier im Nachbarort teilgenommen, und da hatte ich noch "konventionell" gewechselt. Das war sicherlich nicht besser, weder für die Kids noch für mich. An und für sich sah es sogar ähnlich aus, beim letzten Spiel sogar etwas besser, aber das lag, da bin ich mir ziemlich sicher, hauptsächlich daran, dass wir einen stärkeren Spieler mehr dabei hatten als in der Woche zuvor.


    Oder ging es einfach nur darum, ein Problem mathematisch zu lösen und die Lösung in die Praxis umzusetzen?

    Es geht mir darum, diesen Ansatz einmal praktisch auszuprobieren und mit ihm Erfahrungen zu sammeln.

    Du sagst im Eingangsthread dass Trainingsbeteiligung das A und O ist, aber mir kommt es eher so vor als würdest du nach Rechtfertigungsmöglichkeiten suchen um bestmöglich und nicht fairstmöglich aufzustellen.

    Nicht zuletzt aufgrund meiner Erfahrungen mit der Mannschaft, in der mein Sohn bis vor kurzem spielte, und den Äußerungen deren Trainers sowie seinen nur bedingt dazu passenden Handlungen habe auch ich ein klein wenig Schiss gehabt, dass es in diese Richtung geht. Wobei meine Äußerungen sich weniger an @raicoon selbst richten, ich möchte mir ausdrücklich nicht erlauben, über ihn ein Urteil zu fällen. Mir geht es eher darum, darauf hinzuweisen, dass die Handlungsweise vieler Trainer nur teilweise mit ihren selbsterklärten Zielen in Übereinstimmung gebracht werden kann. Es gibt auch häufig Unterschiede in der Wahrnehmung der Authentizität des Trainers durch Spieler und Eltern einerseits und seiner Selbstwahrnehmung andererseits. Das nur so als allgemeinen Hinweis unter Kollegen.


    Wenn dem so ist, muss man das gar nicht kritisieren, ist deine Entscheidung auch wenn ich mich selber damit nicht identifizieren kann.

    Ich fände es allerdings durchaus kritikwürdig, wenn er behaupten würde, es ginge bei der Frage nach der Berücksichtigung zu den Spielen nur oder hauptsächlich um die Beteiligung im Training, und dann bleibt der schwächste Spieler dennoch regelmäßig zu Hause, obwohl er sich am meisten von allen anstrengt.


    dann wäre es mMn besser wenn du dej Kader verkleinerst, dann haben alle Beteiligten mehr von der Zeit

    Das wäre oftmals die bessere Lösung, leider finden sich nur oft nicht die Trainer für die weiteren Mannschaften..

    Ich finde einige Reaktionen hier hoch interessant. Nicht, weil ich mich angegriffen fühle, [...]

    So ist es auch nicht gemeint, zumindest von mir nicht.


    sondern weil ich aktuell vor einem ähnlichen Problem stehe und es so angehen will und daher ganz konkret frage:


    Wie sieht denn für eine C-Jugend eure Alternative aus? Jeder kriegt gleich viele Spielanteile? Immer? Unabhgängig von Leistung UND Trainingsbeteiligung?

    Nein, natürlich nicht. Ich denke schon auch, dass die Trainingsbeteiligung stimmen muss, sowohl was die Anwesenheit anbelangt wie auch die Einsatzbereitschaft und die Disziplin im Training. Die Leistung allerdings, d.h. das Niveau des Spielers sollte aber, so meine Meinung, eine geringere Rolle spielen. Wenn beides zusammen kommt, man es also mit einem guten Spieler zu tun hat, der auch ordentlich trainiert, keine Frage, er ist im Kader. Aber die Diva, die hochtalentiert ist, sich aber für etwas Besseres hält und es nicht für nötig befindet, sich im Training anzustrengen, würde ich dann auch zu Hause lassen, auch wenn ihr Fehlen die Mannschaft im nächsten Spiel erkennbar schwächt. Dafür sollte dann lieber ein Spieler mit kommen dürfen und auch eingesetzt werden, der zwar eine Quote an technischen Fehlern hat, der sich aber dafür tadellos benommen und im Training alles gegeben hat.


    Außer in Ausnahmefällen sollten alle Spieler des Kaders eine garantierte Mindestzahl an Spieleinsätzen haben. Ist das Verhältnis von Kadergröße zu Pflichtspielen ungünstig, also zu hoch, so muss man eine entsprechende Anzahl an Freundschaftsspielen vereinbaren, um diese Mindestzahl erreichen zu können. Man sollte aber natürlich versuchen zu vermeiden, dass die Mannschaftskader zu groß werden.


    Erfahrungsgemäß kann ich berichten, dass Konkurrenz auf gutem Niveau zu besserer Trainingsbeteiligung und -intensität führt, solange gewährleistet ist, dass man sich "Reintrainieren" kann.

    Was meinst du mit "Konkurrenz auf gutem Niveau"? Worauf bezieht sich da das Niveau, auf die Spieler oder auf die Konkurrenz?


    Ich denke schon, dass man gerade im ambitionierteren Truppen, wobei ich hier ausdrücklich die Truppe und nicht die für sie verantwortlichen meine, die Konkurrenz unter den Spielern auch ein Stück weit nutzen kann und darf. Aber in nur wesentlich geringerem Maße als im (ambitionierten) Erwachsenenbereich, weil C-Junioren eben von der Persönlichkeitsentwicklung und ihrer sozialen und mentalen Reife her noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung sind. Man darf auch von keinem Jugendlichen erwarten, dass er sich in die Konkurrenz mit einem in seinen Augen völlig überlegenen Kontrahenten begibt. Wenn das gewährleistet ist, was du sagst, dass man sich über entsprechenden Einsatz im und Beteiligung beim Training in die Aufstellung "hineintrainieren" kann, wenn das für alle sichtbar ist und auch erkennbar ist, dass geringer Einsatz und schlechtes Benehmen, z.B. auch den Mitspielern gegenüber, der unumstrittenen Leistungsträger dazu führen kann, dass sie aussetzen müssen, wenn also für alle Spieler die gleichen Kriterien gelten und auch für alle erkennbar ist, dass sie Anwendung finden, dann habe ich nichts gegen ein solches Konzept. Wie gesagt, solange gewährleistet ist, dass auch die schwächsten Spieler auf ihre Mindesteinsätze kommen.


    Ich habe nur in der Ex-Mannschaft meines Sohnes (und einiger meiner ehemaligen Spieler) erlebt, dass ein solches Vorgehen angekündigt wurde, es aber doch eine erhebliche Zahl an Spielern gab, die eine Einsatzgarantie hatten, und andere, die sich anstrengen konnten, wie sie wollten, und kein einziges mal zum Spiel eingeladen wurden. Dabei durften sich die "Stammspieler" ihren Mitspielern gegenüber so ziemlich alles erlauben, nur wenn es an Respekt gegenüber den Trainern fehlte, wurde da mal eine Spielpause verordnet. Zu Saisonbeginn war angesichts des mit 27 Spielern IMHO deutlich zu großen Kaders angekündigt, es werde Freundschaftsspiele geben, in denen dann die schwächeren Spieler, die in den Punktspielen nicht oder nicht so oft eingesetzt würden, dann spielen würden. Es dauerte dann ewig, bis mal ein Freundschaftsspiel kam, bis dahin waren mindestens sechs Punktspiele bestritten worden, bei denen ca. 18 Spieler eingesetzt worden waren, davon zehn in jedem Spiel und mit einer Präsenzquote auf dem Platz von 80% oder mehr, vier Ergänzungsspielern, die zwar zu 50% der Spiele eingeladen wurden, aber praktisch nie in der Startelf standen und sich mit einer Spielzeit von 40% oder weniger zufrieden geben mussten, und vier weiteren Spielern, die zu jeweils einem Spiel eingeladen worden waren und da dann zwischen fünf Minuten und einer Viertelstunde, zumeist gegen Spielende, mitwirken durften.


    Als dann die Freundschaftsspiele kamen, waren die Gegner dann eher Schwergewichte und es spielten doch wieder die üblichen Verdächtigen. Es handelte sich nämlich nicht um die zu Saisonbeginn versprochenen Freundschaftsspiele für die schwächeren Spieler, sondern um Testspiele für die Rückrunde.


    Tja, am Ende der Saison waren noch ca. zehn bis zwölf Spieler regelmäßig im Training, und bis zum Saisonende hatten, wenn ich mich recht erinnere, fünfzehn Spieler die Mannschaft verlassen. Sie hatten entweder die Fußballschuhe an den Nagel gehängt, sich verabschiedet und einen anderen Verein gesucht, oder waren in die nächstjüngere Mannschaft gewechselt.


    Will es aber auch nicht nur schönreden. Führt auch zu absinkender Motivation bei den Spielern, bei denen es sportlich nicht reicht, egal wie sehr sie sich Mühe geben (leistungsorientiert, nicht breitensportlich).

    Ich finde, dass es diesen Spielern gegenüber nicht fair ist, sie im Kader zu behalten. Gibt es eine niedrigere Mannschaft, in der sie ihre Einsätze bekommen können? Dann sollten sie dorthin verlagert werden.


    Ich greife noch mal deinen Vorschlag auf:

    Wenn du mehr als "reine Bespaßung" willst und nicht über 25 weitestgehend gleichwertige Spieler verfügst, würde ich die Mannschaft in drei Gruppen einteilen:
    1) 8 Spieler, die fast immer dabei sind. Die leistungsstärksten und trainingsfleißigsten. Also die, bei denen BEIDE Komponenten stimmen.
    2a) 8 andere Spieler
    2b) 8 andere Spieler
    [Um das Zitat zu kürzen: Dann spielt Gruppe 1 immer, Gruppen 2a und 2b wechseln sich ab]
    Die Gruppen sollten fließend sein. Wer es verdient hat, kann von 2 in 1 kommen und umgekehrt.

    Finde ich in Ordnung, dann kommt ja jeder zu mindestens 50% zum Zuge. Und wenn man es mit dem Fluss der Spieler tatsächlich auch geeignet handhabt, dann sehe ich da auch kein Problem in der Akzeptanz. Allerdings sprichst du hier von weitestgehend gleichwertigen Spielern. Damit verbinde ich die Vorstellung, dass selbst der schwächste Spieler nur so weit hinten dran ist, dass er es innerhalb von sechs bis zwölf Wochen bei entsprechendem Fleiß schaffen kann, der (wenn auch schwächste) Spieler in Gruppe 1 zu werden. In deinem letzten Post sprichst du hingegen von Spielern, die es nie in Gruppe 1 schaffen werden, ganz egal, wie sehr sie sich anstrengen. Das ist etwas anderes.


    Wie stellst du dir vor, diese Gruppen zu bilden bzw. hättest du vor, den Spielern gegenüber das Procedere bekannt zu geben und stets auch jedem (ggf. auf Anfrage) mitzuteilen, in welcher Gruppe und an welcher Position er sich da befindet? Ich denke, für die Spieler wäre dann ja schon das Feedback darüber wichtig, ob man mit ihrem Einsatz zufrieden ist, ob sie gerade aufrücken oder eher abfallen. Und wenn man ihnen mehrmals hintereinander erklärt, man sei mit ihnen zufrieden, dann müssten sie das eigentlich auch daran merken, dass sie häufiger spielen. Wenn das aber nicht passiert oder es damit zu lange dauert, dann dürfte der Spieler enttäuscht und frustriert reagieren, und das Vertrauen dem Trainer gegenüber deutlich leiden. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck habe, dass Jugendliche in diesem Alter sehr genau darauf achten, wie mit ihnen umgegangen wird und dass sie sich sehr stark mit ihren Mannschaftskameraden vergleichen. Wenn man da nicht höllisch aufpasst, kommt da schnell Missgunst und Neid ob der subjektiv empfundenen Unfairness auf.

    Jepp, bin da auch bei Euch, es würde mich nicht wundern, wenn wir in ähnlichen Situationen auch ähnlich handeln würden. Übrigens spreche ich die Eltern von Kids, die eher unregelmäßig ins Training kommen, irgendwann von mir aus an, weil ich der Meinung bin, dass das auf Dauer nichts bringt. Nicht nur, dass die Kinder natürlich weniger lernen als die anderen, die häufiger im Training sind, sondern sie finden auch nie so richtig in die Gruppe hinein.


    Ich habe auch nichts dagegen, Neulinge erst allmählich in den Spielbetrieb einzuführen, sie also im ersten Spiel nicht gleich genauso lange spielen zu lassen wie ihre Kollegen, zumindest dann, wenn man merkt, dass es ihnen reicht und man sonst Gefahr läuft, sie zu überfordern. Aber ich würde sie recht bald zu vollwertigen Mannschaftsmitgliedern machen, die dann natürlich auch genauso lange spielen dürfen wie alle anderen.

    Ich kann deine Gedanken absolut nachvollziehen, @Stone. Es gibt sicher auch Kids, die selbst gar nicht so sehr wollen, sondern eher von den Eltern geschickt werden. Aber das sind, so mein Eindruck, am Ende doch die allerwenigsten, und meistens bleiben sie einem nicht länger erhalten. Wir haben auch eine ganze Reihe von Kids in unserem Kader, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie recht schnell "satt" und mit sich selbst zufrieden sind. Das sind vielleicht diejenigen, mit denen es am schwierigsten sind. Denn die Eigenmotivierten machen sowieso immer schön mit, hängen dem Trainer an den Lippen und versuchen gerne, sich zu verbessern. Bei den "Lustlosen" oder "Raschzufriedenen" hingegen muss man genauer hinsehen. Einige haben scheinbar tatsächlich keine besonders hohen Ambitionen, ihnen reicht es, unter ihresgleichen und am besten mit ihren Freunden zu kicken. Früher wären sie nur zum Bolzplatz gegangen, heute halt ins Training. Manchmal ist es einem vergönnt, ein solches Sparflämmchen zu entzünden, manchmal ergibt sich in späteren Jahren die Gelegenheit dazu, vielleicht auch nicht. Über Gebühr sollte man ihnen nicht Zeit schenken, aber da man nicht weiß, ob sie nicht später vielleicht noch mal kommen, darf man sie, so meine ich, auch nicht links liegen lassen.


    Neben ihnen gibt es aber auch andere, sie scheinen nur lustlos oder sind schnell zufrieden, weil sie von sich nicht mehr erwarten, es hat bisher ja auch keiner getan. Bei ihnen lohnt es sich durchaus, etwas mehr Zeit in sie zu investieren.

    Ja, @TW-Trainer, du hast mit deinem Hinweis darauf, dass man es nicht optimal machen kann, sondern nur so gut, wie es einem eben möglich ist, dass dazu auch immer Fehler gehören und dass das so auch in Ordnung ist, vollkommen Recht. Ich möchte aber dennoch alle Kollegen dazu auffordern, sich selbst, ihre Motive und ihre Methoden auch immer mal wieder kritisch zu hinterfragen, und gerade nicht den Weg des geringsten Widerstands zu gehen oder stets denjenigen Pfad zu nehmen, der am stärksten ausgetreten ist. Ich behaupte meinen Kids gegenüber, dass man andere anschwindeln kann, aber nicht sich selbst. Ich weiß aber, dass ich selbst ihnen gegenüber damit nicht ganz ehrlich bin, denn viele Leute lügen sich selbst an. Das halte ich übrigens für falsch. Man darf, ja, man muss sich sogar verzeihen, wenn man Fehler macht, wenn man es nicht immer schafft, die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Man muss sich auch dessen bewusst sein, dass man als Mensch grundsätzlich fehlbar ist, dass es "perfekt" in den allermeisten Situationen auch nicht gibt. Dennoch versuche ich schon, das, was ich tue, im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten "gut" oder sogar "so gut wie möglich" zu machen.


    Übrigens, weil du das Verhalten der Stars ansprichst: Viele Trainer befürchten ja, dass ihre Spieler keine Motivation aufbauen und undiszipliniert werden, wenn sowieso alle gleich oder ähnlich oft in Spielen dran kommen. Ich sehe da zwar auch die Gefahr, aber keine Notwendigkeit dafür, dass das eintrtitt. Meiner Meinung nach hängt das immer noch vom Trainer ab, wirkliche Autorität lässt sich nur sehr bedingt mit Strafen aufbauen und aufrecht erhalten. Ich habe auch überhaupt nichts dagegen, dass Trainingsbeteiligung und -eifer bei der Einteilung zu Spielen Berücksichtigung finden. Aber dass die Guten nur deshalb immer spielen, weil sie besser als die anderen sind, und auch dann aufgestellt werden (gerade in "wichtigen" Spielen), wenn sie im Training nicht so dolle mit gemacht haben, und dann schwächere Spieler, die sich den Hintern aufgerissen haben, gleichzeitig zugucken müssen, halte ich für sehr ungünstig. Leider habe ich es aber schon erlebt..

    @Spoiler 92, mein Beitrag war zwar durch deinen ausgelöst, richtete sich aber eher an die Allgemeinheit, wo ja gerne aus den stärksten Spielern ein Stamm gebildet wird, um den herum dann mal mehr, mal weniger weitere Spieler zum Einsatz kommen (dürfen). Ich wollte klar machen, was dann unweigerlich passiert, weil ich den Eindruck habe, dass viele Trainer sich selbst ein Stück weit in die Tasche lügen, weil sie ja doch eigentlich allen Spielern oder, noch besser, der "ganzen Mannschaft" gerecht werden wollen, sich aber doch dem Diktat des sportlichen Erfolgs ergeben und dadurch eben nicht alle ihre Spieler gleichermaßen fördern und fordern. Ich meine, das sagen zu dürfen, weil ich mich selbst in dieser Situation befunden habe, den ganzen Kram selbst durchlaufen und durchlebt habe, und bei den Kollegen in meinem Umfeld doch sehe, dass es bei den allermeisten von ihnen doch ganz genauso ist..


    Du hast schon Recht, dass die stärkeren Spieler und vor allem ihre Eltern unruhig werden, wenn die sportlichen Erfolge ausbleiben, zu denen eine Mannschaft, die nur aus ihnen bzw. ihren Kindern bestünde, in der Lage wäre. Wie sagen es die Kollegen der MFS so schön? Ich unternehme mal den Versuch, es in meinen Worten wiederzugeben: "Nichts ist einfacher, als in der F-Jugend Erfolge zu feiern: man nimmt sich einfach die stärksten Kinder, meistens sind das gleichzeitig die ältesten und größten, und blozt mit ihnen Kondition und Torschusstraining. Sie spielen, der Rest schaut zu. So kann man einen Großteil der Spiele in der F-Jugend, teilweise auch noch E-Jugend gewinnen." Aber in der E-Jugend schon wird diese Truppe von solchen überholt werden, bei denen die richtigen Schwerpunkte gesetzt wurden, in der D-Jugend wird es dann für die höheren Spielklassen wohl nicht mehr reichen.


    Es gibt kleinere Vereine, die froh sind, wenn sie pro Altersklasse oder pro Jahrgang eine Mannschaft zusammen bekommen, diese wird i.d.R. unterdurchschnittlich bis durchschnittlich sein. Hat man aufgrund des Einzugsgebiets mehr Kinder, so stellt sich die Frage nach der Einteilung. Das Problem bei der Einteilung nach Leistung oder der Bildung eines Stammes ist, dass man die Kinder bewertet und dann, je nach Bewertung, trennt. Das ist, so meine Meinung, für die sozialen Elemente, die nicht nur im Vereins- und Mannschaftssport, sondern im ganzen Leben, eine wichtige Rolle spielen, Gift. Die Kinder erfahren von vornherein, dass sie unterschiedlich gut sind, dass man manche von ihnen braucht, während man auf andere verzichten kann, einige sogar lieber nicht dabei hat. Wozu das langfristig führt, darf sich jeder selbst ausmalen. Zu meinen Prinzipien passt es jedenfalls nicht. Deshalb würde ich fast im gesamten Kinderbereich dem Streben nach Ergebnissen so ziemlich abschwören, zumindest überall, wo es in einem Konflikt mit sozialen Werten steht.

    Die Bildung eines Stammes hat grundsätzlich zwei Probleme, wenn man ja zum Stamm sagt, dann muss man sich für eines von ihnen entscheiden:

    • Ist der Stamm recht groß (umfasst also >50% der Zahl der gleichzeitig auf dem Platz befindlichen Spieler), so kommen die übrigen Spieler den Stammspielern gegenüber nur selten zum Einsatz. Es wird schwierig, den Anspruch der gleichberechtigten Förderung aller Spieler aufrecht zu erhalten.
    • Ist der Stamm klein, so sind seine Mitglieder umso exponierter, das sind eindeutig die Stars des Kaders. Viel Spaß dabei, sie wieder einzufangen und dem Rest der Truppe nicht das Gefühl zu geben, sie seien mehr oder weniger nur Wasserträger für diese paar Stars.


    Ich weiß nicht, ich kann mich mit der Idee der Stammtruppe plus wechselnden Satellitenspielern einfach nicht so richtig anfreunden. Man mag den Eindruck haben, dass es Leute, also auch Kinder, gibt, die sich gerne unterordnen, aber ich behaupte, dass jeder Mensch gerne etwas zählt, es genießt, wenn er eine Rolle spielt. Die reinen Mitläufer belegen meiner Meinung nach nicht ihre Traumrolle, sie haben vielmehr das Gefühl gehabt, gegen diejenigen, denen sie nacheifern, nicht bestehen zu können und haben sich daher mit der Nische deren Windschattens arrangiert, um dort das scheinbar Beste aus ihrer Situation zu machen. Die Bildung von Stamm und wechselnden Ergänzungsspielern zementiert dieses Gebilde dann von Trainerseite her. Ich hätte vom Gewissen her damit gewisse Probleme..

    Ich weiß nicht, ob ich die Lösung von @Chris als optimal bezeichnen würde. Sie kann funktionieren, keine Frage, aber nur dann, wenn allenthalben Respekt herrscht und ein Konsens darüber besteht, dass die Spieler der ersten Gruppe es definitiv verdient haben, immer spielen zu können. Es müsste umgekehrt klar sein, dass, aber auch wann ein Spieler aus dieser Gruppe in eine der anderen rutscht und wann das Gegenteil der Fall ist. Ansonsten fühlen sich, wie ja schon als Gefahr erwähnt wurde, die Spieler der ersten Gruppe als "besser" als die anderen, und die anderen Spieler empfinden sie als privilegiert, und das kann rasch in das Empfinden der Ungerechtigkeit umschlagen. Man kann es so machen, keine Frage, aber ganz wichtig dabei ist die Kommunikation, das Aufstellen und die Veröffentlichung der Regeln, die Anwendung finden, und dann auch, dass man sich als Trainer unbedingt an diese Regeln hält, auch wenn es mal schwer fallen sollte, bei einem "wichtigen" Spiel auf drei Top-Spieler verzichten zu müssen, weil sie (z.B. wegen einer Klassenfahrt) nicht im Training waren, und der Versuchung zu widerstehen, es zu verlegen. In solchen Momenten zeigt sich, so meine Meinung, dann der wahre Charakter der Verantwortlichen.

    Danke für den Erfahrungsbericht.

    Gerne. Nachdem ich so penetrant war, ist es aber ja wohl auch angebracht, dass ich Euch entsprechend auf dem Laufenden halte.


    Dass mit nachlassender Kondition die Rotation "konfuser" wird, kann ich nachvollziehen. Zudem müssen sich die Kids wohl auch erstmal dran gewöhnen. Aber wenn sie diese Herausforderung meistern, werden sie in Punkto Vielseitigkeit enorm profitieren :thumbup: .

    Ja, das ist die Hoffnung. Ich muss sagen, dass ich hinsichtlich der Flexibilität durchaus mit meinen 2001ern gute Erfahrungen mit der Rotation gemacht habe, auch wenn ich sie damals weniger drastisch vollzog. Meine Spieler wurden ja, als es in die D-Jugend ging, mit denen eines Nachbarvereins zusammengelegt, drei weitere von einem anderen Verein, der keine Mannschaft in dieser Altersklasse zusammen bekamen (und von denen einer, bevor er umgezogen war, mehrere Jahre bei mir im Team gewesen war), kamen noch dazu. Meine Spieler waren es gewohnt gewesen, auf verschiedenen Positionen zu spielen, wohingegen die Spieler der anderen Vereine nahezu allesamt Spezialisten waren. Das Team des Nachbarvereins hatte in der Vorsaison viel erfolgreicher gespielt als wir, sie hatten auch doppelt so viele überdurchschnittlich talentierte Spieler. Aber es hatte dort halt klare Rollen gegeben, hier die Angreifer, da die Abwehrspieler. Dementsprechend konnten beide Fraktionen auch nur das, was sie in den vergangenen vier bis sechs Jahren praktiziert hatten, und das andere eben so gut wie gar nicht. In ihrem Metier waren sie schon ziemlich gut, wobei man dazu sagen muss, dass fast alle mittelmäßigen und sämtliche schwächeren Spieler dort in F- und E-Jugend aufhörten -- dort haben also neben den gepuderten Stars nur die Schmerzbefreiten durchgehalten. Alleine hätten sie mit ihren neun Spielern gar keine eigene D9-Mannschaft hin bekommen, obwohl sie mal deutlich mehr als zwanzig Kinder hatten.. Aber ich schweife ab.


    Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass es für dieses Team, selbst wenn ihre Mannschaftsstärke gereicht hätte, in den kommenden Jahren immer schwieriger geworden wäre, den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen, da man dann Abwehrspieler braucht, die den Spielaufbau bestreiten können, die den Ball nicht einfach nur klären und den Angriff unterbinden, sondern den Ball erobern und den Gegenangriff sofort einleiten, und dabei erkennen, wo der Gegner gerade am verwundbarsten ist. Die Offensivkräfte müssen sich hingegen auch an der Defensive beteliligen, denn spielstarke Mannschaften greifen mit so vielen Spielern an, dass die Defensivabteilung alleine in Unterzahl geraten muss und dann mal um mal ausgespielt, wenn nicht sogar vorgeführt wird. Wenn angehende Jugendliche es aber noch nie erlebt haben, dass sie auch mal das machen müssen, was sie weniger gerne machen, was sie auch noch nie gemacht haben und was sie daher auch noch nicht gut können, dann leisten sie einem Trainer, der mit solchen Forderungen an sie heran tritt, natürlich deutlichen Widerstand. Auch deshalb ist es ja so wichtig, von vornherein der Spezialisierung abzuschwören, so verführerisch sie auch sein mag. Aber in diesem Punkt ist auch bei vielen Trainern und Eltern noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten...


    Wobei ich selbst bei meiner damaligen F versucht habe, die Positionen mind. über die HZ nicht zu wechseln, weil ich den Eindruck katte, dass die Jungs sonst nicht klar kommen. Aber vielleicht war ich auch einfach nicht geduldig genug.

    Naja, deine Beobachtung ist ja schon richtig. Man muss das aber, so meine Überzeugung, sehr genau und auch sehr differenziert betrachten, womit ich im Kern meine, dass man jeden Spieler für sich betrachten muss und den Blick von der Mannschaft als Ganzes weg nehmen muss. Die Sache mit den Positionen ist ja ohnehin eine sehr diffizile. Von meiner Überzeugung bin ich gegen das 6+1 in der F-Jugend, da ich der Meinung bin, dass es für sie in diesem Alter zu viele Spieler sind. Beim 6+1 hat man so viele Spieler, dass man eigentlich nicht umhin kommt, sie auf Positionen zu verteilen. Aber die allermeisten F-Junioren sind geistig noch überhaupt nicht auf das gemeinsame Spiel in dieser Form gepolt, ihnen fehlt auch völlig der Überblick und der Sinn für die sinnvolle Zusammenarbeit in einer solchen, für sie recht großen Gruppe. Fußball ist aberanderrseits ein Mannschaftssport und besteht nicht nur aus dem 1 gegen 1. Ich würde, wenn es nach mir ginge, wahrscheinlich die nächste G- und/oder F-Jugendmannschaft, die ich hätte, nicht zum 6+1-Spielbetrieb anmelden, sondern stattdessen hauptsächlich funino mit ihnen spielen. Meiner Vorstellung nach würden sie im Verlauf der F-Jugend dadurch die Prinzipien des gemeinsamen Spiels in einer für sie überschaubaren Spielform erlernen. Außerdem zwingt diese Spielform buchstäblich dazu, permanent sowohl anzugreifen als auch zu verteidigen, Teams mit Spezialisten haben es hingegen, wenn die Generalisten sich nicht ungeschickt anstellen, zunehmend schwerer.


    Ich finde, dass das 6+1 und damit auch die deutlichere Aufgabenverteilung auf dem Spielfeld, erst im E-Jugendalter kommen sollte, vielleicht sogar erst im zweiten Jahr. Die stärkeren Spieler bzw. diejenigen, die kognitv und geistig fitter sind, kriegen es auch schon früher hin, keine Frage, aber gut die Hälfte unseres aktuellen 06er-Kaders (also aktuell junge E-Junioren) hat mit dem Konzept der Positionen an sich noch deutliche Schwierigkeiten..


    Daher sind Deine Erfahrungen für mich interessant. Berichte mal, wie es Euch weiterhin so ergeht!

    Gerne. Und danke.

    Ich möchte Euch mal kurz berichten, wie es mit der Rotation am vergangenen Samstag geklappt hat. Vor dem Spiel sagten mir die Jungs in der Kabine, denn sie wussten ja schon, was ich vorhatte, es sei doch ganz schön kompliziert und warum wir denn nicht im Kreis rotierten. Darauf antwortete ich, dass wir ja fast im Kreis rotieren, dass wir das ja aber nicht ganz machen können, weil sich sonst fünf Spieler um den ZM herum drehen und er immer dort bleibt. Also, habe ich ihnen gesagt, haben wir quasi einen angeschnittenen Kuchen. Wir wechseln bei RA ein, weil das die Position ist, die der "Bank" am nächsten ist, und von da aus geht es halt erst mal in die Mitte und von dort aus nach hinten rechts, von wo aus es dann kreisförmig im Uhrzeigersinn weitergeht. Das haben sie auch gut kapiert, ich habe dann die Anfangspositionen zugeteilt und ein paar Kontrollfragen gestellt, die auch alle bis auf einen auf Anhieb richtig beantworteten. Zu schwer ist es also für die meisten der Kids nicht.


    Mit Schiri und Gegner hatte ich abgesprochen, dass wir nicht fliegend, wie es bei uns durchaus üblich ist, wechseln möchten, sondern während einer Spielunterbrechung -- der Schiri war auch gerne dazu bereit, das Spiel dann anzuhalten, dem Gegner hatte ich zugesichert, dass wir uns darum bemühen, die Wechsel kurz zu halten, und dass wenn durch die Totalrotation allzuviel Zeit drauf ginge, ich darauf wieder verzichten würde.


    Tatsächlich waren die Wechsel von der Dauer, die sie gebraucht haben, überhaupt kein Problem. Und auch mit der Rotation kamen die Kids ziemlich gut klar: in der ersten Halbzeit sah es richtig gut aus, in der zweiten wurde es dann teilweise etwas konfuser. Ich vermute die Ursache dafür hauptsächlich darin, dass einige der Kids da schon etwas kaputt waren und dadurch die Konzentration bzw. Konzentrationsfähigkeit litt. Ich möchte auch noch prüfen, ob die Konstellation auf dem Platz ggf. etwas ungünstig war, denn wir hatten da schon eine Phase, in der es defensiv ziemlich wüst zuging.. Allerdings bin ich mir bei einigen meiner Spieler sicher, dass die Kondition eher das Problem war, nicht zuletzt auch, weil wir IMnsHO auf einem viel zu großen Feld spielen (müssen). Landesverband und DFB empfehlen beide für die E-Jugend eine Feldgröße von ca. 55 m x 35 m, wir spielen auf dem Kleinfeld, also fast dem halben Großfeld, nämlich über dessen komplette Breite, das ergibt ca. 68 m Länge, und vom Fünfer bis kurz vor die Mittellinie, also ca. 45 m Breite: dreizehn Meter oder fast ein Viertel zu lang, zehn Meter oder fast 30% zu breit. In puncto Fläche ist es fast 60% größer als das von DFB und HFV empfohlene Spielfeld: 3.060 m² vs. 1.925 m². Es entspricht sogar fast dem D9-Feld, welches ja 70 m x 50 m messen soll, also eine Fläche von 3.500 m². Nur hat man da neun Spieler, also ca. 389 m² pro Spieler. Auf unserem Feld muss ein Spieler, der ja dazu noch zwei Jahre jünger ist, 437 m² beackern (bei DFB-Empfehlung: 275 m²). Da greift man sich doch an den Kopf.. Aber bei uns im Kreis wird das D9 ja auch über die komplette Breite gespielt, also auf einem Rechteck, das mit 72 m x 68 m fast schon ein Quadrat ist, und mit 4.896 m² auch 40% zu groß... :thumbdown:


    Naja, ich mache gerade die Aufstellung für kommenden Samstag, mal sehen, wie es da läuft.

    Oh Mann, das sind ja mal wieder schön viele Stichwörter, die da gemeinsam fallen. Man muss sich mal reinziehen: ein elfjähriges Kind kann sage und schreibe zehn Tage lang nicht ins Fußballtraining, weil er krank ist, und er bekommt "panische Angst", dass "seine Position und sein Stammplatz in Gefahr oder schon weg" sein könnten... Zuvor wird noch erklärt, was er besonders gut macht, wie gut er ist und wie viel besser er sogar sein könnte.


    Ich kann dazu nur sagen: STOPP!!! Auch wenn es schwer fällt. Kommt lieber mal runter, sonst hat der Bub mit dreizehn schon seinen ersten Burnout, und mit fünfzehn schmeißt er ganz hin.


    Nichts dagegen, dass er auch zu Hause etwas tut, aber passt auf, dass er und Ihr es nicht mit den Ansprüchen übertreibt, nicht zuletzt auch denen an den eigenen Erfolg. Es gibt da so viele Unwägbarkeiten und so viele externe Faktoren, die da eine Rolle spielen, dass man schnell Gefahr läuft, arg frustriert zu werden, wenn es nicht so klappt, wie man es sich wünscht und vielleicht meint, bei anderen zu sehen...

    Du sagst es, @Follkao. Ich finde, dass es wünschenswert wäre, wenn man zu solchen Partien von vornherein eine Alternative finden könnte. Der überlegenen Mannschaft bringen sie nichts, für die unterlegene geht es nur darum, das Spiel irgendwie durchzustehen und, wie du sagst, nicht vollkommen die Lust am doch eigentlich so tollen Fußballspiel zu verlieren, und das weiß man häufig doch bereits schon lange vor dem Anpfiff der Partie. Aber sie muss stattfinden, sonst setzt es Strafen. Ich frage mich, was das eigentlich soll. Und wir reden hier wohlgemerkt von den Kinderaltersklassen, in denen es tatsächlich noch um die Goldene Ananas geht, in denen es eigentlich keinen Meister geben sollte, wo nicht ab- und aufgestiegen werden kann.

    Schön, @Zodiak, dass es mit dieser Truppe so gut läuft. Wenn dieses Spiel in seiner Deutlichkeit eher eine Ausnahme war, dann ist Eure Einteilung ja nicht völlig verkehrt und Eure Kids werden ab und an immerhin mal etwas gefordert. Passt auf, dass Ihr sie und die Eltern auf dem Boden haltet, bei solchen Überfliegertruppen hält die Arroganz leider recht schnell Einzug.


    Man muss nur irgendwann anfangen die Kinder technisch auszubilden, man wird auf Dauer erhebliche Verbesserungen sehen. Die Technik ist die Grundlage des gesamten Spiels.
    Ich wette, nach 4 Wochen Training dieser Art würden sich deine 05er deutlich steigern.

    Sie würden sich sicherlich steigern, aber in den meisten "Dorftruppen" hat man doch eine erhebliche Streubreite, sowohl was die körperlichen, also fein- und grobmotorischen, sowie die konditionellen Voraussetzungen anbelangt, als auch im kognitiven Bereich, außerdem bezüglich der Leidenschaft, dem Willen, dem Ehrgeiz, der Begeisterung an der Bewegung (vs. dem inneren Schweinehund, sobald es ein bisschen anstrengend wird). Und dann fangen die Kids auch noch zu ganz verschiedenen Zeitpunkten mit dem Fußballspiel an. Die Truppe, die ich aktuell trainiere, besteht jetzt, Anfang des ersten E-Jugendjahres, aus ca. 30 Kindern. Vor anderthalb Jahren stieg ich da mit ein, da waren sie innerhalb eines halben Jahres von ca. zwölf auf dann sechzehn oder so angewachsen. Tja, und nun haben wir ein gutes Dutzend Kinder, das erst im vergangenen Jahr mit Fußball angefangen (oder wieder angefangen) hat. Da gibt es unter allen Kids in allen von mir genannten Bereichen immense Unterschiede. Mit ein paar Wochen Techniktraining hat man die leider nicht nivelliert..


    Ich stimme dir darin zu, wie wichtig das Techniktraining ist, aber wir haben z.B. halt auch ein halbes Dutzend Kinder dabei, die absolute Grobmotoriker sind. Sie kriegen zwar die technischen Aufgaben auch hin, zumindest einigermaßen, müssen sich dazu aber unheimlich konzentrieren -- dementsprechend anstrengend und mühsam ist es für sie dann auch. Im Ergebnis ähnlich, wenn auch mit anderem Hintergrund, ist es mit drei, vier anderen: sie sind geistig noch jünger oder vielleicht auch nur verträumter als die meisten anderen, daher können sie sich nicht so lange konzentrieren wie die anderen, die Ausführung leidet also ab einem bestimmten Punkt merklich, oder sie ist äußerst unterschiedlich.. Nähme ich nur unsere stärksten ca. acht bis zwölf Spieler, es sähe recht ähnlich aus wie bei Euch -- ich müsste nur den einen oder anderen, der zu schnell mit sich selbst zufrieden ist, immer mal wieder an die saubere Ausführung erinnern.


    Technik-, Koordinations- und Schnelligkeitstraining sind ganz wichtig, absolut. Aber davon profitieren diejenigen Kids, die solche Inhalte gerne annehmen, halt auch mehr als diejenigen, die es nur ungern machen, weil es ihnen schwer fällt und es ihnen eine Last ist..

    Das gibt es in Hessen auch. Dort heißt es Quali zur Gruppenliga.

    Allerdings gibt es das auch nur in einigen Teilen Hessens. Bei uns gibt es das nicht, da steigt der Kreisligameister in die Gruppenliga (Wiesbaden) auf. Von der steigen die zwei oder drei Letztplatzierten in ihre jeweiligen Kreisligen ab. Mag sein, dass das in anderen Kreisen der Region Wiesbaden anders geregelt ist. bei uns gibt es aber bis hinunter zu den E-Junioren vererbte Spielklassenzugehörigkeiten und keine Änderungen der einzelnen Gruppen während der Saison. Auch die Gruppenliga WI wurde damals 13/14, als mein Sohn in ihr spielte, gnadenlos bis zum Ende durchgezogen, so dass am Ende die ersten vier Mannschaften Tordifferenzen von +78, +48, +68 und +54 hatten, die vier Letztplatzierten demgegenüber -16, -34 (das beides ging ja noch), -77 (das ist schon happig) und -248 (ohne Worte, das sind -9,6 im Schnitt pro Spiel, das Torverhältnis lag am Ende bei 9:257).


    Zumindest in der Frühjahrsrunde gibt es dann nur noch selten zweistellige Ergebnisse.

    Bei uns leider nicht..

    Was haltet ihr davon?

    Es kommt darauf an, wie sie es machen. Grundsätzlich ist es gut, wenn sie sie dazu anregen, auch ihren schwächeren Fuß zu benutzen.


    Ist ja nicht schlecht, wenn man auch beidfüßig schießen kann

    Nein, es nicht nur nicht schlecht, es ist großartig. Demgegenüber ist es nicht so toll, wenn man mit nur einem der beiden Füße schießt, denn darauf stellen sich die guten Verteidiger, wenn man älter wird, schnell ein. Sie drängen einen dann stets auf den schwachen Fuß, weil sie wissen, dass dann kein Torschuss oder nur ein kümmerliches Ding zu erwarten ist. Außerdem ist ja zumeist der Dribbelfuß gleichzeitig der starke Fuß, indem ich als Verteidiger einen Angreifer so lenke, dass er nicht mit dem starken Fuß schießen kann, dribbelt er gleichzeitig mit dem gegnernahen Fuß, was es mir wiederum leichter macht, ihm den Ball abzunehmen.


    Außerdem: Ein beidfüßiger Spieler kann grundsätzlich mit jedem Schritt schießen, das Einbein nur bei jedem zweiten.


    aber wenn man doch einen guten rechten Fuß hat - ist das nicht eher kontraproduktiv mit 7 Jahren ?

    Im Gegenteil. Mit der Beidfüßigkeit beginnt man am besten so früh wie möglich. Wenn Kinder erst mal Vorlieben ausgebildet haben, fällt es ihnen viel schwerer, gegen diese zu arbeiten als vorher. Und keine Sorge: ihr rechter Fuß wird stark bleiben und darunter, dass sie öfters den linken nimmt, nicht leiden.

    Wie es zu dem Spiel kommt? Meine F-Jugend Jahrgang 2008 spielt als junger F-Jahrgang schon als F1 gegen ein Jahr ältere und hat auch im letzten Jahr gegen Teams des Jahrgangs 2006 gespielt – hierbei handelte es sich um ein normales Ligaspiel.

    Ist dann diese Truppe, gegen die Ihr so hoch gewonnen habt, ungewöhnlich schwach, oder seid Ihr gegen nahezu alle anderen Teams in Eurer Gruppe absolut überlegen?


    Gruppenstärken gibt es leider nur im Raum München (zu dem wir nicht gehören mit dem Team). Das heißt wir melden eh schon ein Jahr älter als die Jungs sind.

    Wenn Ihr damit überwiegend interessante Spiele habt, dann ist ja alles OK. Wenn also diese spezielle Begegnung eine Ausnahme darstellt, die sich erstens nie ganz wird vermeiden lassen und die zweitens vielleicht auch mal, je nach Rahmenbedingungen, der Verein mit der heillos unterlegenen Mannschaft verursacht hat -- sowas habe ich hier, erlebt, als das Team meines Sohnes Gruppenliga gespielt hat und da mindestens ein Verein dabei war, der die Ligazugehörigkeit hätte abtreten sollen.


    Wie ich schon in meiner Antwort an @Grätsche schrieb: Es sollte das Ziel der für den Spielbetrieb Verantwortlichen sein, für ausgeglichene Gruppen zu sorgen, auch im Kinderbereich. Möglichkeiten dazu gibt es viele. Das heißt aber andererseits nicht, dass ich als Trainer die moralische Verantwortung für alle Kinder abgebe. Und ich finde, dass man als Erwachsener für alle anwesenden Kinder mitverantwortlich ist, nicht nur für die eigenen. Wie weit dieses Verantwortungsgefühl geht, das ist ganz sicher unterschiedlich, und ich bin sicherlich nicht befugt, mich hier als einzige moralische Instanz aufzuspielen. Ich will nur sagen: ich finde dein Vorgehen gegenüber dem unterlegenen Team möglicherweise -- ich war ja nicht da -- zu hart. Du siehst das anders -- alles in Ordnung.


    Warum ich den Gegner nicht schone?

    Ich verlange von dir in keiner Weise, den Gegner zu schonen. Ich hätte nur vielleicht gefunden, dass das Spiel für die Füße ist und keinem der Beteiligten wirklich etwas bringt, und man es von daher lieber abbricht und gemeinsam ein Eis isst oder so.


    Es bringt in der Regel schon etwas – den die beiden zusätzlichen Hindernisse [...]

    Siehst du, du bezeichnest sie nicht einmal als Spieler, sondern nur als Hindernisse. Ich sage es doch, du könntest genauso gut Stangen aufstellen.


    Wie schon gesagt, meine Spieler trainieren die ganze Woche und wollen spielen – wieso sollte ich das Spiel abbrechen? Das würde die Entwicklung meiner Spieler maßgeblich beeinträchtigen da sie das gelernte nicht in einem Wettspiel einsetzen können.

    In einem Spiel dieser Art können sie so spielen, wie sie es vor drei Jahren schon gemacht haben, und trotzdem gewinnen. Wo soll da denn die Förderung ihrer Entwiclung sein?


    Wir können leider keine andere Liga melden und versuchen die Herausforderung mit Spielen gegen die Förderkader der umliegenden Profivereine, sowie gegen starke 2007er Mannschaften aus dem Kreis München anzunehmen. Oftmals sind die Ergebnisse wesentlich ausgeglichener.

    Wenn die Ergebnisse bei Euch im Kreis alle so deutlich zu Euren Gunsten ausfallen, würde ich die Mannschaft wahrscheinlich gar nicht zum Kreisspielbetrieb melden.


    Das letzte was ich also tun werde ist aufgrund von fehlender Dichte/Leistungsstärke in unserem Kreis und die dämlichen Statuten des BFV bzgl. Wechsel des Spielkreises (was nur als Verein, nicht als Mannschaft möglich ist) meine Jungs um Spielzeit zu bringen.

    Seid Ihr denn so eine einzelne Leuchtturmmannschaft oder sind die nachfolgenden Teams ähnlich stark? Dann könnte der Wechsel des Spielkreises für den Verein vielleicht ja doch eine Option sein.

    @tobn
    Ich möchte gern in deinem Statement auf 2 Dinge eingehen:

    Als Torwartlaie fühle ich mich geehrt. :)


    1. In welcher Reihenfolge sollte der TW hohe, lange Bälle abwehren
    Je nach Schußdistanz bewegt sich ein Keeper entweder in der vorwärts orientierten Rückwärtsbewegung (kürzere und mittlere Distanz) ober mit Laufrichtung zum Tor (längere Distanz) in Richtung der Torlinie.[...]

    Ich hätte mir vorstellen können, das ter Stegen beim Pass auf Florenzi hätte anfangen können, nach hinten zu gehen, weil der Ball zwar noch weit weg ist, aber auf ihn zukommt und nicht mehr von seiner Mannschaft kontrolliert wird. Ob das der Torwartlehre entspricht, weiß ich aber nicht, ist so das, was ich für sinnvoll hielte und wie ich selbst wahrscheinlich agieren würde -- ich, der ich noch nie einen Hechtsprung hingelegt habe, wenn ich Tor gespielt habe, wohlgemerkt..


    Um eine gute Abwehrchance zu erhalten, sollten die Keeper sich unmittelbar nach der Antizipation eines langen, hohen Balls in Richtung Tor bewegen. Weil (wie hier) beim seitlichen Schuß die Torfläche schmal, aber die Tortiefe sehr groß ist, wäre die weitere Beobachtung fatal, weil er dann vermutlich zu spät käme. Deshalb sollte er sich zunächst auf Zielposition begeben, weil es sich hierbei um eine Zielverteidigung und nicht um eine Raumverteidigung handelt.

    Verstehe ich dich richtig: Du kategorisierst Florenzis Schuss als "seitlich" und sagst, deshalb hätte ter Stegen umdrehen sollen und mit dem Gesicht zum Tor dorthin rennen sollen, um sich dann umzudrehen und den einfliegenden Ball abzuwehren? Er müsste im Vorwärtssprint schneller als beim Rückwärtslauf sein, es kann daher schon sein, dass die Gesamtdauer aus Umdrehen, Zurückrennen und wieder Umdrehen geringer ist als die, die er braucht, um die selbe Stelle im Rückwärtslauf, bei dem er den Ball in den Augen behält, zu erreichen. Ob das hier aber auch gereicht hätte?


    2. Situation richtig erkennen
    Das hast du komplett richtig beschrieben. Allerdings sollte man Bedenken, dass der Keeper nicht die Sicht der Fernsehkamera hat und wesentlich weniger Zeit zur Analyse und Reaktion hat. Jedoch ergibt sich hier durch die Positionen der Mitspieler und der Gegner ein zweiter Grund, warum Ter Stegen besser beraten gewesen wäre, weiter hinten zu bleiben.

    Richtig. Ich denke aber, wie du ja wohl auch, dass es eine ziemlich großartige Leistung von ihm gewesen wäre, die Situation so zu erkennen. Ich denke zwar schon, dass man das trainieren könnte, so hätte er ja z.B. in dem Moment, als der Ball von Roma abgefangen wurde und der Ball zu Florenzi gespielt wurde, die Änderung der Spielsituation bemerken können und sich dadurch sofort neu orientieren können. Er hat als Torhüter dazu die beste Position aller Spieler auf dem Platz, ein kurzes Wenden des Blicks um nur 30° nach rechts hätte ja schon gereicht. Ich vermute aber, dass er auf diese Situation überhaupt nicht vorbereitet war bzw. überhaupt nicht mit ihr rechnete.


    Mich würde allerdings noch interessieren, ob der Distanzschuß deiner Meinung nach trainierbar ist oder tatsächlich ein Sonntagsschuß war?

    Ich denke schon, dass auch solche Schüsse trainierbar sind. Ob es sinnvoll ist, darauf viel Zeit zu verwenden, ist die andere Frage, denn die Situation muss dazu ja geeignet sein, sprich der Torhüter muss weit vor seinem Kasten stehen und die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuss rein geht, muss höher sein als die Wahrscheinlichkeit, dass man mit der Alternative des schnellen Konters das Tor erzielt. Letztere dürfte in den meisten Fällen höher sein. Bei Florenzi hingegen nicht, weil kein Mitspieler in der Mitte oder auf der anderen Spielfeldseite mit rannte. Er hätte, wenn er nicht geschossen hätte, angesichts der gegnerischen Überzahl den Angriff abbrechen und hinten herum wieder aufbauen müssen. Davon, dass das passiert, gingen bei Barca ja auch offensichtlich alle aus, leider inklusive des Torhüters.


    Denn im Gegensatz zum Distanzschuß aus zentraler Position, ist ja hier die Tortiefe deutlich größer!

    Bei der Entfernung bezweifle ich das etwas. Florenzi ist beid er Schussabgabe nahezu auf der Seitenauslinie und ca. zehn Meter hinter der Mittellinie, der Mittelkreis dient da als Orientierung. Wenn das Feld dort die Normmaße von 105 m x 68 m hat, dann sind es 42,5 m geradeaus zur Torausline und 34 m nach innen zur Tormitte. Das Tor selbst hat ja eine Breite von 7,32 m, zum kurzen Pfosten sind es also 30,34 m, zum langen 37,66 m. Das ergibt gemäß Arkustangens einen Winkel von zwischen 35,5° und 41,5°. Ich würde meinen, dass ein Schuss frühestens bei Überschreiten von 45° als seitlich zu werten ist.


    Ich frage deshalb, weil ich nur einen Tag später 2 Tore des selben Spielers gesehen habe, wo die seitliche Position gleich war. Allerdings war die Distanz etwas kürzer. Bei beiden Toren stand der Keeper deutlich vor dem 16-er, als würde er eine Flanke erwarten.

    Hmm, naja, diese Situationen kenne ich nicht. Hätte es da Abnehmer für eine Flanke gegeben?


    Insgesamt ist es, denke ich, nicht einfach, individuelle Situationen zu generalisieren. Sie müssen ja auch schon oft genug vorkommen können, damit es sinnvoll ist, den Spieler gezielt darauf vorzubereiten. Ob das hier der Fall ist?

    Ich habe das nicht gesagt, aber ich sehe tatsächlich die "Schuld" an solchen bedauerlichen Situationen nicht beim einzelnen Trainer, wenn, wie bei Euch, @Grätsche, und auch bei uns keine unterschiedlich starken Spielklassen vorhanden sind, oder dieser nichts dafür kann, dass seine Truppe auf einen viel zu schwachen Gegner trifft. Meinem Empfinden nach sollten sich die Kreise allerdings darum bemühen, dass es dieses Problem nicht gibt oder es zumindest abgemildert wird. Dazu kann ich bspw. bei uns keine Anzeichen erkennen, aber das nur am Rande. Der mir persönlich bekannte und von mir als Freund empfundene @Zodiak ist ja im Bayrischen FV unterwegs, wie auch die Kollegen der MFS, bei denen er ja übrigens auch als Trainer aktiv ist -- was ich, nebenbei bemerkt, ziemlich cool finde. Sie sprechen nun davon, dass sie ihre Mannschaften unterschiedlich stark melden können, das scheint also im BFV oder zumindest in einigen Kreisen dort möglich zu sein. Wenn es diese Möglichkeit gibt, würde ich sie auch nutzen. Bei uns gibt es sie aber, wie gesagt, leider nicht. Im Nachbarkreis gibt es vor der Runde eine Qualipase, in anderen Landesverbänden wird zur Rückrunde anhand der Ergebnisse der Hinrunde neu zusammen gestellt. Bei uns im Kreis alles Fehlanzeige... :thumbdown:


    Was das Verständnis für seine Position, die Sache mit Draufhintrainieren, Eltern, Großeletern, usw. anbelangt, das kann ich nicht so richtig aufbringen. Denn auch seine Kids spielen ja phasenweise wöchentlich und insgesamt sicherlich mehr als zwei Dutzend mal im Jahr Fußball. Da kann ein Spiel, und noch dazu eines, das so einseitig ist, nicht so eine riesige Bedeutung haben.