Beiträge von tobn

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    OK, @coach1995, dann ist es wohl doch nicht so schlimm, wie es für mich klang. Ich denke, es ist auf jeden Fall schon mal gut, dass du dir darüber Gedanken machst, welche Balance zwischen Druck und Entlastung du schlagen willst. Allerdings denke ich, dass deine Spieler da ganz unterschiedlich reagieren werden. Mein Sohn z.B. reagiert auf Druck ganz schlecht, ihn muss man eher ermutigen, ihm Lösungen aufzeigen und ihm Druck nehmen. Ein Kumpel von ihm, der mit ihm gemeinsam Fußball spielt, ist ganz anders und scheint ein gewisses Maß an Druck zu brauchen, um sein Potenzial zumindest ansatzweise auszuschöpfen.


    Ich befürchte, dass es da keinen Königsweg gibt. Gäbe es ihn, sähe man doch in der Bundesliga auch nicht so viele Trainerwechsel im Abstiegskampf, oder?

    Ich glaube, dass man den DFB missversteht, wenn man meint, dass vor der D jegliche taktischen Inhalte verboten sind, in der D dann ausschließlich die Individualtaktik eine Rolle spielen darf, gefolgt von der Gruppentaktik ab C und Mannschaftstaktik ab B. In einem anderen Thread habe ich kürzlich ja schon meine Meinung kundgetan, dass man schon im 6+1 als Mannschaft spielen muss, das Feldmaße und die Zahl der Spieler sind einfach zu groß als dass da einfach alle sechs Feldspieler herum rennen können, wo sie es gerade wollen. Kann man natürlich machen, aber spätestens in der E geht der süße Bienenschwarm gegen die Gegner, welche die, wie der DFB sie nennt, "Grundzüge der Raumaufteilung" (oder so ähnlich), kennen, gnadenlos unter. Und eben diese Formulierung des DFB zeigt ja schon, dass auch er sich vorstellt, dass es bereits vor der E ein mannschaftliches Zusammenspiel gibt.


    Wir @Sir Alex denke ich auch, dass man auch Kindern und einem Kinderteam schon gewisse taktische Inhalte vermitteln kann. Inwieweit die Kinder diese aufnehmen, verarbeiten und verstehen können, ist sehr unterschiedlich, das sehe ich an den 06ern, die ich gerade habe. Ich kann da aber, so meine ich, z.B. sehr wohl erkennen, dass es nicht sonderlich geschickt ist, wenn ein Kind im Versuch, dem Ballführenden den Ball abzunehmen, in einer Hundekurve diesem hinterherrennt, und ihm vermitteln, dass es doch vorausahnen kann, wo dieser Spieler mit dem Ball hin laufen möchte, nämlich typischerweise in Richtung unseres Tores, und dass es daher geschickter ist, wenn man versucht, ihm den Weg abzuschneiden, als immer nur auf seine momentane Position zuzulaufen. Sie können in der Überzahl auch verstehen, dass es für sie einfacher ist, den Ball anzunehmen und zu verarbeiten, wenn der nächste Gegenspieler weit von ihnen entfernt ist, wenn sie den Ball bekommen. Was sind diese beiden Inhalte anderes als Individualtaktik? Und wenn man noch ein, zwei Spieler hinzu nimmt, also z.B. einen weiteren Verteidiger fragt, wie er denn am besten seinem Mannschaftskameraden helfen kann, der den ballführenden Gegner gerade stellt, oder, im anderen Beispiel, den weiteren potenziellen Passempfänger fragt, wo er sich am geschicktesten positioniert, dann ist man schon in der Gruppentaktik. Und erklärt man schließlich seinem Stürmer, warum er beim eigenen Torwartanstoß am besten möglichst hoch steht, nämlich, um seinen Kollegen dadurch Platz zu schaffen, dass er einen oder sogar zwei Verteidiger bindet, geht das schon in Richtung Mannschaftstaktik. Aber auf einem Niveau, das viele Zehnjährige verstehen können.


    Man wird solche taktischen Inhalte wohl eher nicht gezielt trainieren. Aber ansprechen und sie zumindest in Ansätzen den Kindern vermitteln kann man sie schon.

    Klingt mir nach zu viel Erfolgsdruck aufgrund falsch verstandener Bedeutung der Leistungsklassen im Jugendbereich. Ihr mögt es ja als Ehre empfinden, in der Leistungsstaffel zu spielen, aber eine Mannschaft und ihre Mitglieder sollten doch am besten auf der Stufe spielen, die am besten zu ihnen passt. Wenn entweder Siege oder Niederlagen deutlich im Übergewicht sind, so ist das eigentlich suboptimal. Wenn das Team zu schwach für die Leistungsstaffel ist, dann sollte es absteigen, es bringt den Spielern mehr, mit realistischen Chancen auf den Sieg in eine Partie zu gehen als sich Woche für Woche eine Klatsche abzuholen. Sie und auch Ihr als Trainer könnt eigentlich auch nie irgendetwas Neues ausprobieren, das erst mal nicht so toll läuft, weil es ja noch gefestigt werden muss, weil Ihr Euch überhaupt keine Ausrutscher erlauben könnt.


    Würde ich nicht machen wollen..

    Bei den jungen E-Junioren, die ich zur Zeit trainirere, wurde in der G-Jugend und im ersten F-Jugendjahr, soweit ich weiß, überhaupt nicht rotiert. Stattdessen wurden sie im 2:2:2 aufgestellt. Und sie spielten von Anfang an im 6+1. Techniktraining à la Coerver oder MFS absolute Fehlanzeige -- das kann ihr damaliger Trainer aber auch nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich diese Kids mit der Rotation jetzt leichter täten, wenn sie in ihren ersten drei Fußballerjahren anders geprägt worden wären. Ich müsste es noch mal ausprobieren, aber derzeit bin ich recht optimistisch, dass man, wenn man in der G-Jugend auf das 6+1 verzichten würde und maximal im 4+1, lieber noch nur mit drei Spielern oder im 3+1 spielen würde, und da konsequent rotiert, in der E Spieler hätte, die mit der Positionsrotation an sich überhaupt keine Probleme haben. Sicher hätte auch dann immer noch jeder Spieler seine eigenen Stärken und Schwächen, aber ich denke, dass man kaum defensive oder offensive Totalausfälle hätte..

    @Trainer68, deinen Ausführungen entnehme ich, dass man bei Euch seine Mannschaft für verschieden starke Spielklassen melden kann. Gäbe es bei uns diese Möglichkeit, würde ich aus unserem Gesamtkader zwei (oder vielleicht sogar drei, wobei es da bei uns die IMHO ziemlich kinderunfreundliche Vorgabe gibt, dass man pro 7er-Mannschaft fünfzehn Spieler namentlich melden muss) unterschiedlich starke, in sich aber eher homogenere Teams melden und das eine höher, das andere tiefer melden. Im Training sehe ich ja Woche für Woche, dass die Schwächeren mehr vom Spiel haben, wenn sie nicht permanent von den stärkeren Spielern dominiert werden...

    Ich kann deinen Gedankengang schon nachvollziehen, @Follkao. Wahrscheinlich ist es auch der bessere Weg, bei einer heterogenen Truppe entweder so ein Schema zu fahren, wie es @Andre beschreibt, oder eben, wie du sagst, da selektiv zu rotieren und Spielern die Positionen zu ersparen, auf denen sie überhaupt nicht zurecht kommen. Die Schwierigkeit, die ich damit habe, ist, dass es dann zu Ballungen auf bestimmten Positionen kommt und andere nur von recht wenigen Spielern bekleidet werden. Außerdem leidet die Gleichberechtigung.


    Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Hardcore-Rotation für die Kinder nicht so schwierig ist, wenn sie es von vornherein so kennenlernen, man also in der G-Jugend schon damit anfängt. Lieber noch wäre es mir, wenn man in G- und F-Jugend sowieso nicht mit mehr Spielern als im 4+1 spielt, eher noch 3:3 (funino) oder 3+1:3+1, wo es keine starren Positionen gibt und das Spiel fluide gestaltet werden muss. Dann noch einen halbwegs homogenen Kader, dann denke ich schon, dass die Hardcore-Rotation gut funktionieren kann.


    Im allgemeinen Breitensport- und Dorfverein hingegen passt es nicht gut, weil man eben zu viele Kinder mit zu vielen Schwächen im Kader hat. Wenn da mehrere auf für sie suboptimalen Positionen spielen, dann sieht das dann zum Davonlaufen aus und klappt natürlich auch überhaupt nicht. Da muss man dann Abstriche bei der Rotation machen. Wobei ich finde, dass es auch eine Überlegung wert ist, die schwächeren Spieler ggf. in einer unteren Mannschaft gegen schwächere Gegner spielen zu lassen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Ich erhoffe mir bspw. aus den Freundschaftsspielen, die ich ja noch ausmachen möchte, dass die schwächeren und mittelmäßigen Spieler, die an ihnen teilnehmen, dort viel mehr an den Ball kommen und am Spiel teilnehmen können als wenn sie mit den stärkeren Spielern zusammen in einem Team sind. Ich denke, dass sie davon eigentlich mehr profitieren müssten.

    Von mir ein kurzer Zwischenbericht: Leider werde ich dieses Rotationsschema erst mal wieder sein lassen. Nachdem das erste Spiel noch recht ausgeglichen gestaltet werden konnte, haben meine Jungs am vergangenen Samstag gegen einen eigentlich nicht wirklich überragenden, aber dafür ungeheuer effektiven Gegner keine Schnitte gemacht und dann mit 0:7 verloren. Da die Kids und ihre Eltern diese Misserfolge nun auf die für sie alle sehr ungewohnt Rotation schieben, und auch, weil die Spieler sonst langsam anfangen zu glauben, sie hätten mit dem Schema von vornherein keine Chance, und dann tatsächlich in einen Misserfolgsteufelskreis hinein rutschen, mache ich damit erst mal eine Pause, zumal wir übermorgen gegen den (allerdings erst nach zwei Spieltagen) Tabellenersten antreten.


    Das eigentliche Problem bei uns ist nicht die Rotation, es ist der sehr heterogene Kader, in sich dem halt auch drei bis vier Spieler befinden, die gegen die Gegner, auf die wir in den Pflichtspielen treffen, ziemlich überfordert sind, um es mal zu untertreiben. Dann haben wir noch ein Mittelfeld, das aus Spielern besteht, die zur Ergänzung zwar taugen, aber eben die Mannschaft nicht wirklich substanziell mit tragen können. Und das Drittel der stärkeren Spieler kann eben nicht überall sein, und verfällt auch, wenn es dann halt nicht so gut läuft, in Aktionismus und Einzelaktionen. Zwar ist das Rotationssystem speziell bei den stärkeren Spielern weniger beliebt, was nicht verwunderlich ist, denn sie sind ja diejenigen, die zuvor eigentlich immer auf ihren Wunschpositionen gespielt haben, aber sie kommen mit den permanenten Wechseln eigentlich sehr gut zurecht -- die selbsternannten Stürmer wollen halt nur nicht hinten spielen. Es sind tatsächlich die schwächsten und der eine oder andere mittelmäßige Spieler, die verwirrt agieren und häufig recht orientierungslos über den Platz laufen, oder aber gar nicht am Spiel teilnehmen, sondern einen Großteil der Zeit im Zuschauermodus verbringen. Dabei ist es aber egal, ob wir rotieren oder nicht, sie agieren auch dann so, wenn man ihnen eine Position fest zuweist. Von ihnen zwei auf dem Platz und wir gehen gegen auch höchstens durchschnittliche Teams unter.


    Am kommenden Samstag habe ich nun mal keinen der schwächsten Spieler eingeladen und alle verfügbaren der stärksten Spieler. Ich werde die Aufstellung und die Wechsel auch mal auf maximale Effektivität vorsehen, es ist ja nicht so, als könne ich das nicht -- tatsächlich ist es so ja eigentlich viel einfacher. Und dann sehen wir mal, was heraus kommt. Ansonsten ist mein Schluss, dass der Pflichtspielbetrieb für unsere schwächsten Spieler mindestens eine Nummer zu groß ist. Daher möchte ich nun andere schwache Teams suchen und gegen sie Freundschaftsspiele ausmachen, in denen unsere schwächsten Spieler dann ihre Erfahrungen sammeln können, sie aber weniger häufig in den Pflichtspielen einsetzen als ihre Kameraden. Jetzt hoffe ich nur, dass ich genügend Gegner für die Freundschaftsspiele zusammen bekomme.


    Wann und inwieweit ich die Rotation nach MFS-Muster wieder einführe, werde ich mal sehen. Mir gefällt das Prinzip weiterhin recht gut, aber die Spieler müssen es halt auch akzeptieren, damit es funktionieren kann. Und sie müssen trotz Rotation auch noch die Chance haben, mitzuhalten. Das ist halt der Vorteil, den die Kollegen der MFS in München haben: sie können Ihre Mannschaften niedriger melden und dadurch die Schwächung, welche die Rotation eigentlich zwangsläufig mit sich bringt, kompensieren. Diese Möglichkeit gibt es bei uns leider nicht, da wird man in eine Gruppe eingeteilt und fertig, aus, bis zum Ende der Saison. :thumbdown:

    Wie du schon richtig erkannt hast, war die Kritik zur Einteilung in 1. und 2. Wahl beim Recht auf Spielzeiten nicht auf dich gemünzt, sondern auf die Anmerkung von tobn.
    M.E. sollte man keinen Unterschied machen, wer "geholt" und wer "gekommen" ist, sondern zum Saisonstart seinen Kader als eine Mannschaft betrachten, in der jeder Spieler die gleiche Wertschätzung, Achtung und Respekt verdient und das durch Chancengleichheit für Jederman transparent wird.

    Da sind wir in keiner Weise unterschiedlicher Meinung. Ich meine lediglich, dass kein Spieler mehr Recht als irgendein anderer hat, etwas zu fordern. Grundsätzlich sehe ich es auch so, dass alle Spieler gleich behandelt werden sollten, egal ob sie gekommen sind oder geholt wurden. Es ist nur so, dass den Spielern, die geholt wurden, ja wahrscheinlich auch irgendwas darüber erzählt wurde, wie es denn sein wird, wenn sie sich dem Verein anschließen. Bei denen, die von sich aus kommen, könnte es hingegen gut sein, dass diesen nur auf Anfrage Infos dazu gegeben wird, "wie man was so macht und so".


    In meinem Beitrag, den du meinst, hatte ich das Bild von einem Spieler im Kopf, der von sich aus zu einem Verein wechselt, und dann dort jede Menge Forderungen stellt, und zwar solche, die über das hinaus gehen, was andere Spieler fordern, teilweise auch Forderungen, die im Konflikt mit den Interessen der anderen Spieler stehen -- Stichwort Stammplatz. Wurde einer geholt und ihm dabei ein Stammplatz versprochen, so kann er sich zu Recht beschweren, wenn er dann doch auf der Bank sitzt. Um die Frage, ob es deinen oder meinen Vorstellungen entspricht, einzelnen Spielern eine Stammplatzgarantie zu geben, soll es hier mal nicht gehen. Aber demgegenüber hat ein anderer Spieler, dem eben keine Stammplatzgarantie gegeben wurde, ein Argument weniger, um sich zu beschweren. Ich fände ein solches Vorgehen persönlich zwar doof, aber wenn ein Verein für alle erkennbar so verfährt, dass es eben Stammplätze gibt und daneben Ergänzungsspieler, wenn darüber also niemand getäuscht wird, und man sich ihm in Kenntnis dessen anschließt, dann weiß ich halt nicht, ob ich es dann für legitim halte, wenn man sich dann beschwert..


    Persönlich finde ich, im Gegensatz dazu, schon, dass man als Verein dazu verpflichtet ist, jedem Spieler (im Rahmen der Möglichkeiten) die Ausübung seines Hobbys zu ermöglichen. Es ist halt die Frage, wie weit die Möglichkeiten gehen.. Im Fall von @Chris finde ich aber, dass sie ziemlich große Anstrengungen darauf verwenden, auch die schwächeren Spieler zu fördern.


    Ich muss gerade mit meinen 06ern feststellen, dass die Realität nun einmal nicht immer so ist, wie wir sie uns wünschen. Und ich habe den Eindruck, dass es @Chris aktuell ähnlich geht.


    Nicht einig waren wir uns in der Kadergröße (15 statt 18 Spieler). Meine Begründung war, dass das Verhältnis zwischen Training und Spieleinsatz im D-Jugend-Bereich ca. 75 % betragen sollte. Du hattest angemerkt, dass dies im absoluten Vergleich zwischen D 2 und D 3 ja der Fall wäre. Dieses Argument wollte ich deshalb nicht gelten lassen, weil ich bereits bei der Aufnahme in den Kader die Entscheidung treffen kann, ob ich einem Vereinswechsel zustimme.

    Aber geht es einem Spieler, der in die Mannschaft von @Chris gewechselt ist, nicht vielleicht trotz einer Einsatzquote von z.B. nur 50% besser als in seinem alten Verein, wenn er dabei auf anderthalb oder doppelt so viele Spielminuten kommt? Du gehst davon aus, dass er in seinem alten Team Leistungsträger war. Waren das denn alle von den fraglichen Spielern? Ich habe es ja schon erwähnt, aus der alten Mannschaft meines Sohnes sind gerade sechs Spieler mit ihm zusammen zu einem anderen Verein gewechselt. Davon hat die Hälfte regelmäßig gespielt, gehörte also zum "Stamm". Herausragender Leistungsträger war keiner von ihnen, ich behaupte sogar, dass es davon kaum einen in der alten Mannschaft gab.. Tatsächlich blühen zwei dieser Spieler im neuen Verein deutlich auf, zwei bis drei weitere zeigen auch, obwohl sie, im Gegensatz zu den eben erwähnten Spielern, trotz des Potenzials für die erste Mannschaft (meiner Meinung nach zumindest) "nur" in die zweite einsortiert wurden, jetzt viel mehr von dem, was sie können, und selbst die ein bis zwei anderen Spieler, die in der zweiten Mannschaft gut aufgehoben sind, spielen im neuen Verein mit viel mehr Freude und durch das Gefühl, Teil der Mannschaft zu sein, induzierte Leidenschaft als zuvor.

    Ich bin in der Tendenz ja durchaus bei Euch, aber die Situation ist im Handball ja doch ein wenig anders. Da hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, den Spieler erst mal für nur zwei Minuten auf die Bank zu schicken und seine Mannschaft so lange in Unterzahl spielen zu lassen. Er kann ihn auch disqualifizieren, ihm also die rote Karte zeigen, damit muss er auf die Tribüne, seine Mannschaft darf aber nach zwei Minuten wieder auf Vollzähligkeit ergänzen.


    Im Fußball hingegen bleibt die Mannschaft eines Rotsünders bis zum Spielende in Unterzahl. Daher ist eine gelbe und erst recht eine rote Karte im Fußball IMHO eine schwerere Strafe als sie es im Handball sind. Ich könnte mir vorstellen, dass im begrenzten Strafkatalog, der den Schiedsrichtern im Fußball zur Verfügung steht, auch ein Grund dafür liegt, dass sie sich deutlich seltener aus ihm bedienen als es ihre Kollegen beim Handball tun.


    Man könnte dies also als Plädoyer für die Einführung der Zeitstrafe im Fußball verstehen.

    Selbstverständlich möchte jeder Spieler gerne so oft wie möglich spielen -- das wünschen wir uns zumindest und davon sollten wir auch ausgehen. Aber wenn jemand von sich aus kommt, dann kann er sich nicht gleich über die Gegebenheiten beschweren, es sei denn, ihm wurden falsche Tatsachen vorgespielt und falsche Versprechungen gemacht.


    Ich finde den Kader ja auch zu groß, aber ich finde, dass @Chris und seine Kollegen durch die vielen Spiele dennoch sehr viel dafür tun, auch den schwächeren Spielern gerecht zu werden. Und ich denke schon, dass man auch das Argument gelten lassen sollte, dass sie eine höhere absolute Spielzeit erhalten als die allermeisten ihrer Altersgenossen. Es ist halt auch so, dass eine Person, oder auch eine Gruppe von Personen, in diesem Fall meine ich damit @Chris und seine Kollegen, eben nur eine bestimmte Leistung bringen können. Sie können z.B. nicht mehr als eine Mannschaft betreuen oder eine bestimmte Zahl an Spielen und Turnieren besuchen. Er hat ja auch schon geschrieben, dass er von sich aus die schwächeren Spieler nicht gerne in die D3 abgäbe, weil er befürchtet, dass es ihnen insgesamt dort schlechter ergeht. Ich denke übrigens, seine Mannschaft ist die D2, und neben bzw. über diesen Teams gibt es noch die D1, die wahrscheinlich überwiegend bis exklusiv aus dem Altjahrgang bestehen dürfte. Seine Spieler waren in der letzten Saison ja noch E-Junioren (U11).


    Ich kann diesen Gedankengang durchaus nachvollziehen, hier im Forum gab es ja auch schon öfters das Thema, was man machen soll, wenn man an seine Kapazitätsgrenzen gerät. Weg schicken oder aufnehmen? Das ist nicht so einfach, wenn man sich dann mancherorts anguckt, welche Alternativen die Kinder haben, die man nicht mehr aufnimmt. Es mag sich vielleicht vermessen anhören, aber manchmal weiß man, dass sie es andernorts deutlich schlechter hätten, und beweist Mitgefühl, wenn man sie davor bewahren möchte. Aber man kann andererseits auch nicht zu viele Kinder oder Jugendliche zu sich in die Mannschaft holen, sonst sinkt der Nutzwert bald zu sehr und das Gebilde knirscht sich irgendwann in den Stillstand. Hätte man genügend gute Trainer, dann gäbe es das Problem nicht, dann würde man einfach eine weitere Mannschaft aufmachen. Aber genau in dem Punkt ist doch der Bedarf viel größer als das Angebot..


    Mein Sohn und seine Kumpels, die ihre bisherige Heimat zum Saisonwechsel nach zum Teil neun Jahren verlassen haben, sind im neuen Verein mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Dort hat es einen solchen Ansturm gegeben, dass die Zahl der C-Jugendmannschaften von vormals zwei auf drei erhöht wurde, und diese Kader von ca. 24 Spielern haben. Das sind auch zu viele Spieler, aber ich finde es beachtlich, dass sie es dort geschafft haben, innerhalb weniger Wochen ein Trainergespann für eine dritte C-Jugend zu verpflichten, und auch für akzeptable Trainingszeiten für die bisher nicht vorhandene Mannschaft zu sorgen. Vier mal achtzehn Spieler wären sicherlich von der Kadergröße her besser als drei mal 24, aber was will man machen, wenn man die Meldung abgeben muss und eben weder Trainer noch Trainingszeiten für die vierte Mannschaft hat?

    Es ist ja schon auch richtig, @Chris, dass man nie alle zu 100% glücklich machen kann. Diesen Satz habe ich wohl von so gut wie jedem Trainer gehört, mit dem ich ins Gespräch kam, und er stimmt ja auch. Aber ich habe halt auch genügend bzw. mir zu viele Trainer kennen gelernt, die das als Ausrede für ihr kritikwürdiges Vorgehen verwendet haben. Von dieser Unterstellung, da bin ich mir sicher, kann ich Euch beruhigt ausnehmen. Und natürlich wird es bei Euch auch Spieler und Eltern geben, die auch mal etwas unzufrieden, enttäuscht oder frustriert sind. Da muss man dann halt schauen, ob sich die Vorstellungen über die Ziele genügend in Deckungsgleichheit bringen lassen. Gerade in leistungsorientierteren Mannschaften gibt es ja durchaus einige Eltern, die sich noch höhere Weihen für ihr Kind vorstellen. Da stößt man oft auf wenig Verständnis, wenn ihre Kinder mal nicht spielen sollen.


    Interessant fand ich übrigens, das vergaß ich im letzten Beitrag, deine Beobachtung, dass die Spieler aus der zweiten und dritten Reihe besser spielen, wenn die Stärkeren mit dabei sind. Diese Beobachtung habe ich auch gemacht. Bzw. dass die Struktur oft zu fehlen scheint, wenn nur die Spieler aus der zweiten und dritten Reihe auf dem Platz sind. Mit meinen 01ern hatte ich das damals auch so beobachtet. Ich fragte mich damals schon, woran das liegen mag, kam aber nur zu Vermutungen, auch deshalb, weil sich die Zeit ja nun einmal nicht zurück drehen lässt und man ja nicht mehr erreichen kann, dass sie in G- und F-Jugend öfters mehr auf sich gestellt gewesen wären.


    Wobei unsere Beobachtungen im zweiten E-Jugendjahr damals durchaus verschieden waren. So hatten wir zwei Spieler, die bis ins erste E-Jugendjahr eher Mitläufer waren als Gestalter. Zwischen erstem und zweiten E-Jugendjahr verließen uns dann fünf Leistungsträger, davon drei umzugsbedingt, und wir trennten den Kader in zwei Teams. Nun gehörten sie an jedem Spieltag zum Aufgebot (wie alle anderen Spieler übrigens auch) und hatten in ihrer Mannschaft nur einen Spieler dabei, der erkennbar stärker war als sie. Diese zwei Spieler entwickelten sich in dieser Saison tatsächlich zu ganz wichtigen Stützen des Teams, zwar weiterhin auf einem etwas niedrigeren Niveau als es die verschwundenen Leistungsträger gehabt hätten, aber ich bin mir sicher, dass ihnen deren Abwesenheit insgesamt gut getan hat. Als mein Fazit könnte ich formulieren, dass es da wohl keine allgemeingültige Antwort und auch keinen Königsweg gibt.


    Und so lavieren wir alle Tag für Tag weiter.. Aber es macht ja trotz aller Schwierigkeiten immer noch Spaß.

    Ich schließe mich @Don Quijote an. @Chris, das klingt insgesamt sehr gut. Besonders zuversichtlich stimmen mich erstens, wie @Don Quijote auch, die große Zahl an Spielen -- das könnte ich im Lebtag nicht leisten, die dafür sorgen, dass auch die am wenigsten berücksichtigten Spieler mutmaßlich mehr Einsatzzeiten bekommen als die allermeisten ihrer Altersgenossen in anderen Verinen. Und zweitens die gute Stimmung der Jungs untereinander, das ist meiner Meinung nach, wie hier vielleicht schon deutlich wurde, ein Pfund, dessen Gewicht man gar nicht hoch genug einschätzen kann.


    Sehr gut finde ich auch, dass Ihr Euch zum Ziel macht, die Spieler, die noch eher hinten dran sind, an die anderen heran zu führen. Dass das nicht binnen Wochen, sondern frühestens nach einem halben Jahr erreicht werden könnte, halte ich übrigens für realistisch, in deinem vorherigen Posting klang es für mich nur so, als wäre der Abstand der schwächeren Spieler geringer.


    Noch ein großer Pluspunkt: Eure Kommunikationsbereitschaft. Dabei möchte ich besonders hervorheben, dass Ihr zu Beginn von Euch aus den Spielern Infos geben wollt und nicht von ihnen erwartet, dass sie kommen sollen, wenn sie ein Problem haben. Das wäre aus meiner Sicht ein Fehler, denn außer in dem meiner Meinung nach unrealistischem Fall, dass zwischen Trainer und allen Spielern ein absolut überragend großartiges Vertrauensverhältnis besteht, wenden sich nur ganz wenige Kinder in diesem Alter von sich aus an den Trainer, wenn sie etwas auf dem Herzen haben.


    Gerade das, was du zum Schluss als Eure Ziele formulierst, finde ich richtig gut. Sicher werdet Ihr auch nichts dagegen haben, wenn Ihr sportlich erfolgreich seid, aber mit Euren Spielern wird das, wenn der Zusammenhalt stimmt, ganz sicher auch der Fall sein. Wichtig dabei ist es dann, nicht abzuheben und in diesem Bereich verbissen immer weiter und weiter zu wollen und dabei seine Ideale über Bord zu werfen, sondern weiterhin danach zu schauen, was für die Spieler am besten ist. Da bin ich bei Euch aber sehr zuversichtlich.

    @raicoon, bei dir klingt die Situation, wie ich finde, gefährlich.Wenn die Stimmung innerhalb der Mannschaft schlecht ist und sie eigentlich kein Team ist, sondern eine Ansammlung von Grüppchen, dann gärt das gerne vor sich hin, die Fronten zwischen den Gruppen verhärten zunehmend, und dann passiert es ganz schnell, dass immer wieder kleinere "Ungerechtigkeiten" oder "Gemeinheiten" empfunden werden, welche die Gräben weiter vertiefen. Der sportliche Erfolg leidet darunter natürlich auch zunehmend. Und als Trainer steht man im besten Fall zwischen den Gräben und versucht verzweifelt bis frustriert, die Gräben irgendwie zuzuschütten, im weniger guten, aber wohl leider häufiger anzutreffendem Fall ist der Trainer einer Gruppe näher, vielleicht ist das im konkreten Fall ja auch richtig, was dann aber dazu führt, dass er von der anderen Gruppe für parteiisch gehalten wird.


    Du musst die Grüppchenbildung nicht als dein Problem sehen, als nicht in deinen Bereich fallend. Verursacht hast du es ja ganz sicher nicht, wenn du diese Truppe neu hast. Aber du wirst mit den Auswirkungen konfrontiert werden und musst daher mit ihnen umgehen. Wenn es dann nicht gut läuft, dann spielt das "Team" über die Saison immer schlechter, weil die Konflikte mit auf den Platz gebracht werden und da keiner mehr für den anderen läuft oder sich nur die Gruppenmitglieder untereinander den Ball zuspielen. Die ganze Chose wird von Vorwürfen der Gruppen gegeneinander begleitet, die immer deutlicher und krasser werden. Und am Ende der Saison stehst du dann vor einem Scherbenhaufen, der mal eine Mannschaft sein sollte.


    Mag sein, dass ich den Teufel an die Wand male, aber ich kann nur dazu raten, die sozialen Themen im Mannschaftssport auf keinen Fall zu vernachlässigen. Wenn es dauerhaft in einem "Team" gärt, dann fliegt da irgendwann der Deckel ab und die widerliche Brühe bespritzt die ganze Umgebung.

    Ich kenne dein Schema, @Andre, habe ich auch schon mal ausprobiert. Funktioniert auch ganz gut, aber da ist man halt dann auch in der Planung damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass man in einer Dreierreihe immer einen starken Spieler hat, der dann in der Mitte spielt, oder zwei, die ganz OK sind. Ich glaube übrigens auch hier nicht, dass diese Form der Wechsel bei unserem Spiel einen großen Unterschied ausgemacht hätten. Wie gesagt, das Schema habe ich auch schon mal ausprobiert.


    Was den Wechsel des Torwarts anbelangt, habe ich bisher das Gefühl, dass auch die meisten unserer Kids, da nicht so gerne das ganze Spiel über bleiben müssen. Sie wollen auch mal aufs Feld. Und diejenigen, die nicht ganz so gerne ins Tor gehen, machen das eher mit, wenn es eben nur für eine Halbzeit ist. Also wechsle ich zur Halbzeit in der Regel auch im Tor, und alle sinds zufrieden.


    Übrigens darf ich zwar bis zu vier Auswechselspieler mit nehmen und auch beliebig ein- und auswechseln. Aber ich verzichte darauf bewusst, damit die Spieler, die dabei sind, entsprechend weniger Zeit auf der Bank verbringen müssen. Bei deinem Schema spielt jeder zwei Drittel des Spiels und setzt ein Drittel aus, den Torwart mal ausgenommen. Bei mir spielen die Feldspieler 3/4 der Spielzeit, die Torhüter sind 7/8 der Zeit auf dem Platz.


    EDIT: Dein Schema funktioniert übrigens ja auch nur mit genau zehn Spielern so, wie es soll. Ich hatte es damals Ende des ersten E-Jugendjahrs ausprobiert. In der Saison darauf kam es dann für mich aber nicht mehr in Frage, weil wir zwei Teams mit jeweils neun Spielern hatten. Ich hatte also zwischen keinem und höchstens zwei Auswechselspielern. Da könnte man zwar einen oder zwei Spieler von der Rotation ausnehmen, aber gerade in letzterem Fall hat es dann nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der ursprünglichen Idee.

    Nein, bei uns gibt es die FPL in G- und F-Jugend, da wurde sie vor einem Jahr hessenweit eingeführt, und gleichzeitig die Spielfeldgrößen vom HFV vorgegeben. In der E-Jugend läuft es bei uns im Kreis so, wie es schon immer war. Und zwar, wenn man mich fragt, nicht sonderlich gut.

    Ich habe übrigens die Tabelle, in die ich die Spieler eintrage, und die mir dann ausspuckt, wer wann wo spielt, noch um eine "grafische" Ansicht der Mannschaftsaufstellung in allen Achteln erweitert. So kann ich besser sehen, wer in welcher Phase des Spiels wo spielt, und z.B. riskante Ansammlungen schwächerer Spieler erkennen. Wenn beide Verteidiger und der zentrale Spieler zu den schwächeren zählen, dann beschwört man damit eine Katastrophe herauf, das versucht man lieber zu vermeiden. Sonst fliegen in der Phase unserem Keeper die Dinger nur so um die Ohren und er kommt überhaupt nicht zum Luftholen..