Wie du schon richtig erkannt hast, war die Kritik zur Einteilung in 1. und 2. Wahl beim Recht auf Spielzeiten nicht auf dich gemünzt, sondern auf die Anmerkung von tobn.
M.E. sollte man keinen Unterschied machen, wer "geholt" und wer "gekommen" ist, sondern zum Saisonstart seinen Kader als eine Mannschaft betrachten, in der jeder Spieler die gleiche Wertschätzung, Achtung und Respekt verdient und das durch Chancengleichheit für Jederman transparent wird.
Da sind wir in keiner Weise unterschiedlicher Meinung. Ich meine lediglich, dass kein Spieler mehr Recht als irgendein anderer hat, etwas zu fordern. Grundsätzlich sehe ich es auch so, dass alle Spieler gleich behandelt werden sollten, egal ob sie gekommen sind oder geholt wurden. Es ist nur so, dass den Spielern, die geholt wurden, ja wahrscheinlich auch irgendwas darüber erzählt wurde, wie es denn sein wird, wenn sie sich dem Verein anschließen. Bei denen, die von sich aus kommen, könnte es hingegen gut sein, dass diesen nur auf Anfrage Infos dazu gegeben wird, "wie man was so macht und so".
In meinem Beitrag, den du meinst, hatte ich das Bild von einem Spieler im Kopf, der von sich aus zu einem Verein wechselt, und dann dort jede Menge Forderungen stellt, und zwar solche, die über das hinaus gehen, was andere Spieler fordern, teilweise auch Forderungen, die im Konflikt mit den Interessen der anderen Spieler stehen -- Stichwort Stammplatz. Wurde einer geholt und ihm dabei ein Stammplatz versprochen, so kann er sich zu Recht beschweren, wenn er dann doch auf der Bank sitzt. Um die Frage, ob es deinen oder meinen Vorstellungen entspricht, einzelnen Spielern eine Stammplatzgarantie zu geben, soll es hier mal nicht gehen. Aber demgegenüber hat ein anderer Spieler, dem eben keine Stammplatzgarantie gegeben wurde, ein Argument weniger, um sich zu beschweren. Ich fände ein solches Vorgehen persönlich zwar doof, aber wenn ein Verein für alle erkennbar so verfährt, dass es eben Stammplätze gibt und daneben Ergänzungsspieler, wenn darüber also niemand getäuscht wird, und man sich ihm in Kenntnis dessen anschließt, dann weiß ich halt nicht, ob ich es dann für legitim halte, wenn man sich dann beschwert..
Persönlich finde ich, im Gegensatz dazu, schon, dass man als Verein dazu verpflichtet ist, jedem Spieler (im Rahmen der Möglichkeiten) die Ausübung seines Hobbys zu ermöglichen. Es ist halt die Frage, wie weit die Möglichkeiten gehen.. Im Fall von @Chris finde ich aber, dass sie ziemlich große Anstrengungen darauf verwenden, auch die schwächeren Spieler zu fördern.
Ich muss gerade mit meinen 06ern feststellen, dass die Realität nun einmal nicht immer so ist, wie wir sie uns wünschen. Und ich habe den Eindruck, dass es @Chris aktuell ähnlich geht.
Nicht einig waren wir uns in der Kadergröße (15 statt 18 Spieler). Meine Begründung war, dass das Verhältnis zwischen Training und Spieleinsatz im D-Jugend-Bereich ca. 75 % betragen sollte. Du hattest angemerkt, dass dies im absoluten Vergleich zwischen D 2 und D 3 ja der Fall wäre. Dieses Argument wollte ich deshalb nicht gelten lassen, weil ich bereits bei der Aufnahme in den Kader die Entscheidung treffen kann, ob ich einem Vereinswechsel zustimme.
Aber geht es einem Spieler, der in die Mannschaft von @Chris gewechselt ist, nicht vielleicht trotz einer Einsatzquote von z.B. nur 50% besser als in seinem alten Verein, wenn er dabei auf anderthalb oder doppelt so viele Spielminuten kommt? Du gehst davon aus, dass er in seinem alten Team Leistungsträger war. Waren das denn alle von den fraglichen Spielern? Ich habe es ja schon erwähnt, aus der alten Mannschaft meines Sohnes sind gerade sechs Spieler mit ihm zusammen zu einem anderen Verein gewechselt. Davon hat die Hälfte regelmäßig gespielt, gehörte also zum "Stamm". Herausragender Leistungsträger war keiner von ihnen, ich behaupte sogar, dass es davon kaum einen in der alten Mannschaft gab.. Tatsächlich blühen zwei dieser Spieler im neuen Verein deutlich auf, zwei bis drei weitere zeigen auch, obwohl sie, im Gegensatz zu den eben erwähnten Spielern, trotz des Potenzials für die erste Mannschaft (meiner Meinung nach zumindest) "nur" in die zweite einsortiert wurden, jetzt viel mehr von dem, was sie können, und selbst die ein bis zwei anderen Spieler, die in der zweiten Mannschaft gut aufgehoben sind, spielen im neuen Verein mit viel mehr Freude und durch das Gefühl, Teil der Mannschaft zu sein, induzierte Leidenschaft als zuvor.