Beiträge von tobn

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    Nachdem wir unser Minifußballturnier gestern durchgeführt haben, möchte ich kurz berichten, wie es lief. Gleich zu Beginn freue ich mich sehr, Euch mitteilen zu können, dass von allen Spielern und Trainern, die sich äußerten, zum Spielmodus und dem Turnierablauf (Schweizer System) positives Feedback kam. Allen Trainern gefiel das Spiel, zwei sagten mir, sie würden jetzt unbedingt versuchen, auch Minitore zu bekommen. Sie führten auch selbst die ganzen Vorteile des Minifußballs auf: viele Ballkontakte, Einbeziehung aller Spieler auf dem Feld, Belohnung der Spielübersicht und Spielverlagerungen. Eine Mannschaftsbetreuerin, deren Team zu den schwächeren Teilnehmern zählte, war geradezu euphorisch, und brachte es auf den Nenner: "die Spieler müssen einfach nachdenken." Der Turniermodus kam auch gut an, da er einerseits die ehrgeizigen, erfolgsorientierten und ja auch tatsächlich eher stärkeren Teams zufrieden stellte, und selbst die schwächsten Teams nicht ohne Punkte blieben.


    Der euphorischen Betreuerin gefiel übrigens auch sehr gut, dass das Coaching deutlich weniger ausgeprägt war als sonst. Ich hatte während der Erklärung und Kurzdemonstration der Spielregeln zu Beginn des Turniers darum gebeten bis gefordert, den Joystick in der Tasche zu lassen, indem ich darauf hinwies, dass es Spielleiter an jedem Feld gibt, die aber nur im Zweifel zu konsultieren sind. Um verständlich zu machen, worum es geht, fragte ich einen Spieler, wie lange er schon Fußball spielt. Antwort: sechs Jahre. Da war es dann leicht für mich, darauf hin zu weisen, dass er ja die Fußballregeln mittlerweile kennt, dass er außerdem schon so viele Fußballspiele hinter sich hat, dass er auch weiß, wie man dieses Spiel spielt. Insgesamt lief es dann mit den Spielleitern dafür, dass den meisten von ihnen die Minifußballregeln zuvor auch unbekannt waren, sehr gut, sie hätten mich das eine oder andere mal noch mehr ansprechen dürfen, um Zweifel zu klären, aber insgesamt lief es sehr gut. Nur mit einem überehrgeizigen Trainer gab es in einem Spiel Probleme, da er sein Team benachteiligt sah, woraufhin ich quasi als Oberaufsicht dazu kam, im restlichen Spielverlauf aber alles unproblematisch war. Am Ende gab es noch kurz Aufregung, weil er der Meinung war, sein Team habe mit 4:3 gewonnen, er wurde dann aber von seinen eigenen Spielern darüber belehrt, dass der Endstand 4:4 lautete. :)


    Der einzige Wehrmutstropfen war das Wetter: es hat fast die ganze Zeit geregnet, zum Glück setzte die richtige Sintflut immerhin erst in den letzten Spielen der letzten Runde ein. Und zwei Senioren unter den Zuschauern war die Spielweise suspekt, ihnen wäre etwas Klassisches lieber gewesen.


    Falls es interessiert, hier die Abschlusstabelle nach fünf Runden, in der Form Platzierung, Team-Name. Punkte und Torverhältnis:
    1. FC Barcelona - 15 - 47:14
    2. AC Mailand - 12 - 33:29
    3. Real Madrid - 10 - 34:14
    4. FC Villareal - 10 - 31:28
    5. FC Valencia - 9 - 32:17
    6. Inter Mailand - 9 - 21:21
    7. Olympique Marseille - 9 - 25:26
    8. Bayer Leverkusen - 8 - 34:23
    9. Manchester United - 7 - 46:31
    10. Borussia Dortmund - 7 - 36:24
    11. Bayern München - 7 - 22:27
    12. SSC Neapel - 6 - 31:30
    13. FC Chelsea - 6 - 28:30
    14. Manchester City - 6 - 25:34
    15. Ajax Amsterdam - 5 - 33:27
    16. Lille OSC - 5 - 26:25
    17. Benfica Lissabon - 4 - 21:36
    18. Olympique Lyon - 3 - 14:53
    19. FC Arsenal - 2 - 14:35
    20. FC Porto - 1 - 18:47

    Ich kann Christof1984 beipflichten, Sechs- bis Siebenjährige sind sicher noch nicht zu alt für Fantasiegeschichten, man muss sich nur die richtigen ausdenken und überzeugend rüber bringen. Wir haben bspw. mal den Klassiker gemacht, dass alle Spieler ihre Bälle von Feld A über eine Lücke nach Feld B bringen müssen, und in der Lücke steht ein Spieler, der versucht, Bälle zu erobern. Die Spieler, deren Bälle erobert wurden, sind im nächsten Durchgang auch Jäger. Das ganze habe ich als Händler- und Piratengechichte verpackt, Idee war nicht von mir, findet sich bestimmt irgendwo. An sich nichts dolles, aber wir haben das Ganze dann so gemacht, dass die Piraten mit einem furteinflößenden Schrei das Spiel eröffnen mussten. Das hat dem Spiel einiges an Würze und Fun-Faktor gegeben. Außerdem mussten auch die zurückhaltenderen Spieler mal aus sich heraus gehen.

    Steini: Guter Post, ich sehe das inzwischen genauso und wünsche mir, wir hätten in der G und F mehr rotiert. Leider haben wir damit erst zur Mitte der E2 begonnen, aber jetzt, zum Ende der E, kann ich deutliche Fortschritte in der Flexibilität unserer Spieler sehen. Diese haben sicher nicht nur mit der Rotation zu tun, sie hat aber sicher dazu beigetragen. Auch die Beseitigung der Rolle des Stammtorhüters in zumindest meinem Team (wir hatten zwei 9er-Teams gemeldet, von denen ich eines zu den Spielen begleitete, mein Co das andere) sehe ich als Erfolgsmodell. Wie ich in diesem Forum bereits an anderer Stelle schrieb, war es bei uns so, dass zu Saisonbeginn viele Spieler nicht ins Tor wollten, nicht zuletzt, weil sie in den drei Jahren zuvor nur sehr selten bis teilweise gar nicht im Tor gespielt hatten. Jetzt, gegen Ende der E melden sich auf die Frage, wer ins Tor geht, wieder ähnlich viele Spieler wie zu Bambini-Zeiten, und auch Wechsel auf der Torhüterposition während des Spiels sind i.d.R. kein Problem. Und diese Torhüter werden von unseren Gegnern in den Spielberichten dennoch lobend hervor gehoben. Was will man mehr?

    Ein 3-3 ist je nach Alter der E nicht zu empfehlen, da die Kinder oft nicht begreifen, dass Pässen nachgelaufen werden muss.


    Bietet sich hier nicht eine Möglichkeit, das zu erlernen?


    Ein 2-2-2 habe ich schon probiert, aber wir wurden über die Mitte abgeschossen.


    Ja, ich denke auch, dass zwei Spieler die Breite des Felds nicht abdecken können und sich andererseits drei Pärchen in der Tiefe eher im Weg stehen, s.o.


    2-3-1 mit einem Libero in der Mitte, der sich fallen läßt oder auch mitstürmt ist meiner Meinung nach am besten. Das gilt für eine E mit lauter 2002ern und einem 2003er und kann sich je nach Entwicklungszustand sicherlich ändern.


    Das 2-3-1 ist, ebenso wie ein 1-3-2 für F- und E-Junioren, wie ich meine, das kurzfristig erfolgsversprechendste Modell, d.h. mit ihm wird ein Team eher mehr Siege einfahren als mit einem 3-3, zumindest anfänglich, da passiert es bei einem 3-3 noch schnell, dass beide Reihen überspielt werden oder die äußeren Spieler sich völlig unzuständig fühlen, wenn etwas auf der anderen Seite passiert. Langfristig halte ich das 3-3 aber für besser, zumal es sich in der Offensive ja ohnehin zu einem 1-oder-2-irgendwas entwickeln soll. Wie bereits gesagt, wenn man schon drei Reihen bildet, so weist man letztlich der Sturm- und der Abwehrreihe bereits dedizierte Aufgaben zu. Wenn man sich auf zwei Reihen beschränkt, so ist tatsächlich jeder Spieler gefordert, in Offensive wie Defensive mit zu machen. Darin sehe ich den größten Vorteil des 3-3.


    In der F und E braucht man sich bezüglich der Aufstellung aber noch nicht viele Gedanken machen.


    Stimmt.

    also ich spiele mit meiner Truppe meistens..... 1 - 3 - 2 - 1


    Auch bekannt als Tannenbaum. Dazu aber noch ein paar Fragen:

    • Wie spielstark ist deine Mannschaft?
    • Wie füllt Ihr dieses System mit Leben, d.h. wie agieren die verschiedenen Spieler?
    • Warum verwendet Ihr es, d.h. wo liegen aus deiner Sicht seine Vorteile?
    • Erkennst du in ihm auch Nachteile?


    Genau, deshalb schrieb ich ja auch: "Nicht in einem Spiel, aber im Laufe der Zeit." Ich meinte damit: "Du musst nicht innerhalb eines Spiels Positionsrotation betreiben, solltest das aber über einen längerfristigen Zeitpunkt tun."


    das gleiche galt bei mir für Auswechselungen. 10 Minuten Spielzeit machte für mich keinen Sinn. mindesten 1 Halbzeit sollte im Regelfall jeder durchspielen können genauso wie ich es für richtig ansah, dass Spieler immer wieder mal ganz durchspielen.


    So ähnlich praktiziere ich es auch, wobei ich Spieler habe, die ich auch mal eher auswechsle als andere, weil sie konditionell schwächer sind. Ab und an wechsle ich auch mal situationsbezogen aus, neulich hat z.B. ein Spieler einen anderen deutlich kritisiert, wonach letzterem die Verunsicherung deutlichst anzumerken war. Also habe ich erst ihn raus geholt und abseits des Platzes wieder aufgebaut, dann den anderen und ihm sein wenig hilfreiches Verhalten erläutert.


    Ich hab deshalb immer nur eine begrenzte Anzahl an Spielern (bei E 7 plus 3) zum Spiel mitgenommen. auch bei Turnieren, wo die Einzelspielzeit beim Auswechseln ja noch stärker nach unten gefahren wird.


    Wir haben auch schon immer die Zahl der mitfahrenden Spieler nach der zu erwartenden Gesamtspielzeit gerechnet, denn wenn ein Kind mit kommt, soll es auch ordentlich spielen dürfen.

    crow: Was du schreibst, klingt für eine F-Jugend schon sehr gut. Leider kann ich es nicht selbst sehen, dann könnte ich es selbst auch einschätzen.


    Nur ein paar Anmerkungen:


    (Die Vorgabe, dass wir gemeinsam noch Vorne und nach Hinten spielen versteht sich von selbst.)


    Sehr gut. Aber nein, das versteht sich durchaus nicht von sebst, wie man regelmäßig auf Turnieren und in Spielen sehen kann...


    Um bei Ballverlust die wie so oft nach vorn gebolzten Bälle abzufangen haben wir eine Regel: Einer der beiden Abwehrspieler ist für das Abfangen der gebolzten Bälle verantwortlich der andere darf aktiv mit angreifen. (Eine schnelle Einigung ist durch nur 2 Spieler garantiert.)


    Bei unserem 3-3 greift häufig auch einer der Defensivspieler mit an, das ist durchaus gewollt. Die anderen beiden spielen dann im Idealfall so ähnlich wie die Innenverteidiger von 11er-Teams das machen sollten. Bei uns ist es, wenn nicht unser (mit Abstand) schnellster und bissigster Spieler hinten spielt, leider zu riskant, nur einen Spieler absichern zu lassen, dazu sind zu viele meiner Jungs zu langsam, reaktionsträge und zaghaft. Ich lasse sie machen, aber mir wird immer etwas mulmig, wenn der nächste Mitspieler gar zu weit entfernt steht...


    Das 2-2-2 ist nichts anders als ein 3-3 um 90° gedreht. Durch die Vorgabe möglichst über Außen zu spielen haben wir in unserer Mannschaft nie das Problem mit der Lücke im Mittelfeld gehabt - auch aus praktischer Sicht -.


    Was ich aber nicht so recht verstehe. Ich finde sogar, was du als 2-2-2 bezeichnest, ist in der Praxis dann eher ein 2-4. Wenn deine Spieler sich tatsächlich in zwei senkrechten Dreierreihen formieren, wäre der Spielaufbau über außen eigentlich ja nur noch schlecht möglich, da der Mittelfeldspieler letztlich dem Abwehrspieler im Weg steht, nach vorne kann er selbst wiederum auch nicht laufen, weil da schon der Stürmer steht. Andererseits wäre die Mitte oder die andere Außenbahn gänzlich unbesetzt. Das wird sicher bei Euch nicht so sein, insofern vermute ich, dass das 2-2-2 quasi die Grundaufstellung ist, die Kinder dann aber im Spiel davon massiv abweichen und gerade die Mittelfeld- und Offensivspieler ziemlich liberal spielen, oder?


    Als einen großen Vorteil sehe ich im 2-2-2, dass die Jungs jederzeit wissen wer der offensivere und wer der defensivere Spieler auf der jeweiligen Seite ist.


    Hmm, das ist im 3-3 aber auch nicht anders. Was ist eigentlich bei dir mir den Mittelfeldspielern, wissen sie auch, ob sie defensiv oder offensiv spielen sollen?


    Wichtig zu erwähnen evtl. ist auch, dass wir die Positionen der Spieler im Spiel unabhängig vom Ein-/Auswechseln rotieren ca. alle 10 Min.


    Finde ich gut, wenn tatsächlich auch jeder Spieler auf jeder Position spielt, sogar richtig gut. Nicht in einem Spiel, aber im Laufe der Zeit.


    Allerdings würde ich es eher vorziehen bei der gewohnten Aufstellung zu bleiben, auch wenn ich hier jetzt eines besseren belehrt wurde. :whistling:


    Wie guenter schon sagte, das Schema alleine sagt noch nicht viel aus, es kommt vor allem darauf an, wie es interpretiert wird. Auch ein 3-3 kann schlecht sein, wenn es so gespielt wird, dass die hinteren drei in der eigenen Hälfte in einer Linie stehen bleiben und die vorderen drei das genauso in der anderen Hälfte machen. Meine Erfahrung ist aber, dass eine flachere, breitere Grundaufstellung sowohl das gemeinsame Angreifen und Verteidigen als auch das Spiel über außen eher fördert als eine tiefe Aufstellung.

    Es ist zwar durchaus richtig, das die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses keine Sicherheit bietet, aber: Sobald nur ein einziger Kinderschänder aus dem Sportverein ferngehalten wird, hat sich der Aufwand absolut gelohnt. Die Tatsache, das ein Stück Papier ein solches Vergehen nicht ausschließt, ist für mich schlichtweg kein Argument - schon gar nicht verbunden damit, das sowas Geld koste und Zeitaufwand dazukäme.


    Der Aufwand hätte sich nicht gelohnt, wenn man mit dem Geld, das dafür ausgegeben wird, einen Fall zu verhindern, mehrere verhindern könnte. Welche Einzemaßnahme am effektivsten ist, welches Bündel an Maßnahmen noch sinnvoll ist, wann der Zusatzaufwand gegenüber der Erhöhung des Ertrags unverhältnismäßig hoch wird, das sind Fragen, die nicht von uns Laien beantwortet werden können. Man sollte auch nicht vergessen, dass es um die Eindämmung der Kinderschändung insgesamt gehen muss, der Blick sollte also nicht auf den Sportverein beschränkt bleiben.


    Jeder, der so argumentiert, darf sich vielleicht mal die Frage stellen, wieso er beim Kauf eines neuen Fahrrades Geld für ein vermeintlich "besseres" Schloss ausgibt, wohlwissend, das ein Diebstahl eh nicht ausgeschlossen, allenfalls erschwert werden kann - und trotzdem macht ihr es.


    Jeder, der Analogien zur Argumentation verwendet, sollte prüfen, ob sie treffen. Das bezweifle ich an dieser Stelle. Und übrigens hat mein Fahrrad ein Schloss, das ich bei Aldi gekauft habe, eben weil es mir vor allem darum geht, dass man das Rad nicht einfach so weg tragen kann, sondern zumindest mal einen Bolzenschneider braucht. Einen höheren Aufwand rechtfertigt mein Rad meiner Meinung nach nicht (mehr).

    Mit einer solchen Aufstellung [2-2-2, Anm. des Verf.] fördert man eher das "Stehen bleiben und zugucken".


    Ganz genau, meine Rede.


    Es kann Sinn machen, im 3-3 den mittleren Stürmer etwas weiter vor oder zurückgesetzt spielen zu lassen, aber letztlich sind das nur Nuancen.


    Ich versuche ab und an mal, meinen Jungs zu vermitteln, dass in der hinteren Reihe der Spieler, auf dessen Seite sich der Ball befindet, typischerweise gut in die Unterstützung des Angriffs einschalten kann, entweder als Anspielstation für einen Rückpass, oder um eine Überzahl herzustellen. Die beiden anderen Defensivspieler sollten dann, so der Wunsch, sich entsprechend verschieben. Gelegentlich klappt das sogar.

    für mich war es einfach wichtig, dass Kinder erkennen, dass es sinnvoll ist, sich an gewisse Vorgaben zu halten. welche, das ist für mich vorerst unwichtig.


    Darf ich dich bitten, diese Vorgaben zu konkretisieren, gerne auch beispielhaft? Sonst besteht hier, wie ich meine, die Gefahr, dass wir Unterschiedliches meinen. Und die Leser möglicherweise noch etwas ganz anderes.


    langsames Hinführen dazu, war meine Devise
    deshalb hab ich auch im Laufe einer Saison verschiedene Systemaufstellungen geändert.


    Hier frage ich mich mittlerweile, ob es im G- bis E-Bereich, d.h. dort, wo im 6+1 gespielt wird, das Beibehalten des 3-3 über die gesamte Dauer nicht besser wäre, verbunden mit vielen 1:1-Inhalten z.B. à la Coerver, und recht viel Horst Wein, wenn es um die individual- und gruppentaktischen Fragen geht. Wie ich schrieb, war ich ja über zwei andere Systeme gewandert, um beim 3-3 zu landen. Schimanski, meine ich, berichtete ja auch schon von den Schwierigkeiten beim Übergang vom freien in das Positionsspiel, meine Erfahrung ist dann auch die, dass viele Kinder, wenn der Trainer ihnen etwas von einem System und Positionen erzählt, das schnell übertreiben und sich von selbst auf Positionen und Spezialaufgaben fixieren. Da nehmen die Spieler, die sich als Stürmer fühlen, dann das System als Rechtfertigung, sich aus der ungeliebten Defensivarbeit heraus zu halten. Und die lauffaulen Verteidiger (gemeint sind nur diese Exemplare) bleiben schon mal gerne an der eigenen Strafraumgrenze stehen. Hätte ich noch mal eine G, würde ich gerne versuchen, möglichst alle Spieler zu Mittelfeldspielern auszubilden. Zu reinen Verteidigern und Stürmern kann ein Teil davon später noch gemacht werden. Natürlich wird es unter diesen Spielern solche geben, die offensiv stärker sind und auch welche, die ihre Stärken in der Defensive haben, bevor jetzt einer meint, ich würde irgendwas in diesen Bereichen vernachlässigen wollen.


    erst ab D bzw C, je nach Entwicklung der Mannschaft, ging ich zu einem festeren Sysem über. und das richtete ich immer nach der Mannschaft aus.


    Das passt eigentlich ziemlich gut zu meiner Denke, da ich unterhalb der D das 3-3, wenn man so will, quasi als Nicht-System sehe. Es ist quasi die Weiterentwicklung bzw. die Ordnung des freien Spiels in eine eher flache und breite Aufstellung, in der jeder Spieler flexibel und vielfältig agieren kann und sollte.

    Maxiano: Ich würde dir auch das 3-3 empfehlen. Und wenn du EUR 20,- verschmerzen kannst, dann kaufe dir das Buch "Fußball kindgemäß trainieren" von Horst Wein und spiele viel Minifußball mit deinen Kids.


    Zurück zur Frage der Grundordnung: wir hatten in der F auch mal ein 3-1-2/1-2-1-2/1-3-2 gespielt. Von den Ergebnissen her wunderbar, aber es führte in Kombination mit nur schwacher Rotation dazu, dass sich Spezialisten für die offensiven und die Position des letzten Mannes bildeten. Wir wollten damals den Kindern entgegen kommen und sie hauptsächlich nach ihren Neigungen einsetzen, im nachhinein halte ich das für einen Fehler. Daran änderte sich auch erst mal nicht viel, als wir in der F1 auf ein 2-3-1/2-1-2-1/2-1-3 wechselten, da ging es mir zwar schon darum, den 'letzten Mann' in seiner Spezialisierung aufzulösen, aber die Tiefenstaffelung betonte immer noch die Verschiedenheit der Aufgaben der Mannschaftstseile. Erst zur Rückrunde der E2 wechselte ich dann zum 3-3 und musste und muss weiterhin große Anstrengungen aufbringen, den Kindern zu vermitteln, dass alle Spieler sowohl für die Offensive wie auch die Defensive zuständig sind. Allerdings ist mein Kader seit der F in seiner Zusammensetzung auch eher schwächer geworden, mit der damaligen F-Truppe wäre das nicht so mühsam.


    Ich empfehle dir auch unbedingt, die Ergebnisse den Ausbildungszielen unterzuordnen. Dein oberstes Ziel muss die Ausbildung deiner Spieler sein, wenn dadurch mal ein Spiel verloren geht, darf das kein Problem sein. Vermeide von vornherein, dich zur Geisel der Tabelle zu machen, vermittle das der Elternschaft und erkläre ihnen, warum sie bitte schön auch nicht nach der Tabelle gucken sollen und wie sie ihre Kinder am besten unterstützen.

    für mich ist das jetzt ein deutlicher Widerspruch zu vielen Beiträgen hier, die ausführlich über Spielsysteme, Aufstellung und vor allem Aufgabenstellungen der einzelnen Spieler bis ins letzte Detail diskutieren.


    Ich denke andererseits, guenter, dass du dir viele taktische Gedanken gar nicht mehr machst, weil dir die damit im Zusammenhang stehenden Fragen aufgrund deiner langjährigen Erfahrung gar nicht mehr kommen. Aber nur die wenigsten Trainer können auf deinen Erfahrungsschatz zurück greifen, wollen aber veständlicherweise nicht so lange warten. Ich halte mannschaftstaktische Fragen für durchaus angebracht, und zwar auch im Bereich des Kinderfußballs, in dem der Anteil der nicht gerade Höchstqualifizierten ja durchaus nennenswert ist. Natürlich geht es nicht darum, die Kinder in ein taktisches System zu pressen, ebensowenig sollten einzelne Spielzüge einstudiert werden. Aber wenn ein Trainer die Funktion der taktischen Systeme versteht, kann er daraus ableiten, worauf es in der Ausbildung ankommt und warum. Und für bestimmte, sich häufig wiederholende Situationen, wie z.B. den Anstoß oder den Abstoß, kann er gemeinsam mit den Kindern sinnvolles Verhalten der ganzen Mannschaft erarbeiten. Überlässt man sie dabei nämlich sich selbst, so wette ich, dass in fast allen Fällen der Anstoß von zwei Stürmern durchgeführt wird, wodurch ein Flügel unbesetzt ist, und der andere Flügelstürmer viel zu weit innen steht. Abstöße dürften so gut wie immer heraus gebolzt werden, aus der Abwehrreihe würde sich nie einer anbieten. Zum normalen Verhalten von durchschnittlichen Spielern im Spiel habe ich in einem anderen Thread schon geschrieben, Kurzfassung: fast jeder macht hauptsächlich sein Ding, Gegner, die im Team agieren, walzen einen platt.


    ich bin auch dafür im untersten Jugendbereich irgendeine (welche, das war für mich egal) Grundformation vorzugeben, in deren die Spieler aber einen grösstmöglichen Freiraum zur persönlichen Entwicklung haben.


    Kein Widerspruch. Aber man kann schon verschiedene Systeme danach unterscheiden, welches Spiel und welche Verhaltensweisen sie fördern und welche sie wiederum hemmen. So halte ich bspw. ein 2-2-2 im Siebenerfußball für ausbildungstechnisch fragwürdig, weil es die Spezialisierung von Abwehr- und Sturmreihe fördert. Außerdem fördert es das Spiel durch die Mitte und hemmt wiederum das Spiel über die Flügel. Ich finde hingegen, dass sowohl das Spiel über die Flügel (nicht nur, aber halt auch) sowie das gemeinsame Verteidigen und das gemeinsame Angreifen wichtige Ausbildungsziele sind, so dass mir die Grundordnung im 3-3 viel sympathischer ist. Durch die geringere Spezialsierung fällt außerdem die Rotation viel leichter. Wenn man aufs Ergebnis aus ist, bietet ein 2-3-1 größere Erfolgsaussichten, ich würde es einem 2-2-2 auchauf jeden Fall vorziehen, aber aus Ausbildungssicht halte ich es einem 3-3 immer noch für unterlegen.

    Platz 5, Respekt! Super Leistung, kann man nur den Hut ziehen. Bitte doch den Trainer beim nächsten Mal um ein Autogramm für mich, ich erstarre vor Bewunderung, das wird in die Annalen eingehen.


    Genau meine Meinung. :thumbup:


    Das habe ich meinen Spielern nach dem Spiel übrigens auch gesagt, dass mir völlig egal ist, dass wir verloren haben, wie hingegen weniger Habe mit ihnen darüber gesprochen, was in der zweiten Halbzeit weniger gut lief, was besser gewesen wäre, aber auch darüber, was die gegnerische Mannschaft gemacht hat, wozu sie der Trainer instruiert hat, warum ich das blöd finde. Auch, dass ich weiß, dass ihnen lange hohe Bälle noch Schwierigkeiten bereiten, dass das ganz normal ist und sich noch ändern wird. Und dass daher eine solche Taktik später (hoffentlich) nicht mehr aufgehen wird.

    Wer mit den D-Junioren bereits ein Spielsystem einstudieren will der sollte sich vorher gerade in der Defensive einige Fragen stellen. Normalerweise beginnen wir in der Ausbildung vom einfachen, zum schweren und dann zum Komplexen. Zudem vom Bekannten zum Unbekannten. Die Frage ist nun, ist dies im modernen Verteidigen möglich?


    Eben genau das frage ich mich ja, wie komme ich von einem E-Jugend-Team, in dem bisher recht viel rotiert wird, in dem das defensive 1:1 i.d.R. gemeinsam mit den offensiven 1:1 trainiert wird, über das D9 zum, wenn ich es mal so nennen darf, C11 oder, später noch, A11? Und welche taktischen Systeme unterstützen dabei, welche stellen eher Umwege dar? Was sind andererseits notwendige und/oder sinnvolle Zwischenschritte, um die Spieler bestmöglich zu fördern, ohne sie zu überfordern? Wobei mir bei all diesen Überlegungen klar ist, dass die Spieler mit ihren Fähigkeiten immer den Rahmen vorgeben.


    Wie ich es hier aus den Beiträgen rausgelesen habe, liegt der taktische Schwerpunkt in der Defensivarbeit, was ich für völlig falsch halte. Mir als Trainer kann es doch egal sein, wieviele Tore ich hinten reinbekomme, solange ich vorne immer eins mehr erziele, passt das doch. Soviel zumindestens im Bezug auf die Statistik. Ich selber halte es für wichtiger Offensivspieler auszubilden, da hier der wirkliche Spaß am Fußball bei den Kindern hochkommt und ich die Kinder so langfristig im Fußball behalte. Alle Kinder wollen gerne den Gegner austricksen und viele Tore schießen. Steht ein Kind nur in der Abwehr und kann nur als Gegenpart zum Angreifer agieren, ist das Risiko höher das dieser sich später vom Fußball abkapselt.


    Wer spricht denn hier von der Ausbildung von Positionsidioten und reinen Defensivspielern? Tatsächlich gehört beides zum Fußball, gute offensive Fähigkeiten, aber auch eine solide Defensive. Dabei ist die Defensivtaktik, wie ich finde, aber weniger komplex und weist eine viel höhere Gleichförmigkeit aus. Und man braucht für sie weniger technische Fähigkeiten als Schnelligkeit und Antizipation. Daher passt es aus meiner Sicht schon ins Bild, dass man in der D-Jugend mit Individual-, und später auch Gruppentaktik (wobei die Gruppe ja erst einmal aus nur zwei Spielern besteht) beginnt. Wenn ich es mir recht überlege, ist es in der Offensive aber auch ähnlich, da wird das Passspiel wichtiger, der Doppelpass wird zum Thema, sowie das Hinterlaufen. Das sind ja auch schon Gruppenaktionen.


    Daher würde ich speziel in allen Jugendbereichen viele technikversierte Dinge machen, wie zum Beispiel die Ballbeherrschung und Finten + Tricks schulen und ausbilden bzw. verfeinern. Mit der Individualtaktik würde ich in der E-Jugend (a) beginnen und dann ab der D-Jugend (a) in die Gruppentaktik gehen. Mit der C- und B-Jugend kommt dann schwerpunktmäßig in der Taktik die Mannschaftstaktik hinzu.


    Eben. Es geht hier doch genau um D-Junioren. Ich bin exakt deiner Meinung, in der E-Jugend kann man die defensive Individualtaktik thematisieren, wobei ich meine, dass durch Spiele in kleinen Mannschaften viele freie 1:1-Situationen den Kindern den reichsten Erfahrungsschatz geben. Die elementarste defensive Gruppentaktik, das Absichern des angreifenden Verteidigers, kann man mit E-Junioren auch erarbeiten, ebenso wie E-Junioren offensiv mit gezielten Pässen und Freilaufaktionen agieren können, ein nicht unerheblicher Teil von ihnen zumindest und grundsätzlich. In der D verfestigt sich das dann, die taktischen Gruppen werden allmählich größer.


    In der jetzigen E-Jugend spielen wir 3-3 + 1. Ab der D-Jugend sehe ich meine jetzige Vorstellung im 4-4 + 1. Es heißt also für alle und für jeden mit am Angriff teilzuhaben aber auch mit nach hinten zu arbeiten.


    Wir spielen auch gerade 3-3 (plus Torspieler). Ich fragte mich eben auch, ob der Wechsel zum 4-4 meinen Spielern leichter fällt, oder der zum 3-2-3. Und dann auch, was ich mir, wenn ich eine optimale Entwicklung fest stellen dürfte, für das letzte D-Jugendhalbjahr wünsche, was also das Etappenziel am Ende der D-Jugend darstellt bzw. am ehesten verkörpert. In der Defensive entspricht das 4-4 da durchaus meinen momentanen Vorstellungen, eben aus den Gründen, die du nennst: alle Spieler sollen sich an der Defensivarbeit beteiligen, und zwar an der tatsächlichen Defensivarbeit, einen auf das Zuspiel nach der Balleroberung seiner Mannschaft lauernden, einsamen Stürmer möchte ich eigentlich (zumindest noch) nicht haben. Aber das 4-4 dürfte tatsächlich im Angriff zu flach sein, um einerseits Druck auf den Gegner aufbauen zu können, Räume für die Offensivaktionen zu schaffen, und gleichzeitig gegen Konter bei Ballverlust absichern zu können. Daher muss man in der Offensive ein anderes System wählen, wie z.B. ein 2-3-3 oder 3-2-3. Klar ist aber auch, dass das nur theoretische und ideale Wunschvorstellungen sind, die man seiner Mannschaft nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten abverlangen darf. Auch halte ich es in der D nach wie vor für wichtig, dass alle Spieler auf den offensiven wie den defensiven Positionen Erfahrung sammeln. Ich bin gespannt, wie sich das mit dem unerbittlichen Spielbetrieb vereinbaren lässt.


    Methodisch würde ich dann in der C-Jugend ins 4-4-2 + 1 gehen und dann nach und nach andere taktische Systeme ausprobieren.


    Das 4-4-2 mit flachem Mittelfeld scheint durchaus auch das in der Ausbildung beliebteste erste 11er-System zu sein. Ich finde das 4-2-3-1 eigentlich auch nicht viel komplizierter, aber das ist für mich ja noch etwas weiter weg.


    Nochmal einen grundlegenden Satz zum Thema: "Man muss sich nach den Spielern richten die man hat!" Wir sind alle Trainer, einer mit mehr Erfahrung, einer mit weniger Erfahrung, dafür aber vielleicht mit mehr Fachwissen. Was hindert uns daran, die Kinder und Jugendlichen so auszubilden wie wir sie haben wollen? Fehlt uns in der B-Jugend ein offensiver Mittelfeldspieler, dann bilde ich ihn danach aus!


    Das klingt bei dir so einfach... Letztlich wünsche ich mir, fast nur Allrounder auszubilden, d.h. Spieler, die überall spielen können. Zumindest halbwegs ordentlich. Aber verschiedene Spieler haben verschiedene Begabungen und sind daher auch in unterschiedlichem Maß für bestimmte Positionen geeignet. Wobei das im Breitensport und gerade in der Jugend für mich noch keine Rolle spielt, da überwiegt bei mir absolut das Interesse an der Universalität der Ausbildung. Das ändert aber nichts daran, dass am Ende nicht Spieler heraus kommen, die alles gleich gut können, es wird weiterhin die kleinen Wuseligen und die großen Kopfballungeheuer sowie die ganzen Schattierungen und Rekombinationen dazwischen geben. Die zunehmende Herausbildung von Wunschpositionen wird es aber sicher auch immer mehr geben..

    Bei uns ist das ähnlich wie bei Don Quijote, zwischen unseren Kreisen liegt ja aber auch nur ein anderer, insofern ist das nicht verwunderlich. Bei uns gibt es auch im Juni immer einen Sichtungstermin, zu dem die Vereine die Spieler bringen, die sie für geeignet halten. Ich werde das 'Vergnügen' in einem Monat erstmalig haben. In den Gesprächen zur Planung der neuen Saison mit den Jugendleiterinnen unseres sowie des Nachbarvereins, mit dem wir von D- bis A-Jugend kooperieren, kam aber auch ganz deutlich heraus, dass der Stützpunkt für sie eher Nebensache ist, vielleicht sogar ein wenig lästig. Die eigenen Hessenliga-Ambitionen sind da deutlich präsenter.


    Bei uns ist allerdings der Verein, auf dessen Gelände das Stützpunkttraining stattfindet, weniger das Risiko in Bezug auf abgefischte Spieler. Das sind eher die größeren Vereine im Rhein-Main-Gebiet, also JFC Frankfurt, die Eintracht oder Wehen Wiesbaden. Vor zwei Jahren habe ich mal einem Stützpunkttraining beigewohnt, da erklärte uns das der Trainer, der selbst Eintracht-Hintergrund hat, das, es wurde aber auch an den Trainingsklamotten der Spieler deutlich.


    Zum ursprünglichen Thema des Threads: letzten Samstag haben wir eine äußerst unangenehme Erfahrung mit einer Mannschaft gemacht, die, wie ich meine, so richtig ätzend gespielt hat. Gegenüber dem Hinspiel war eine neue Spielerin dabei, mit der die Regularien ausgereizt wurden, d.h. sie ist Anfang 2000 geboren, die körperlich auch noch einen ziemlich akzelerierten Eindruck macht. Technisch war sie nicht so sehr beschlagen. Ansonsten waren die gegnerischen Spieler technisch durchschnittlich, so ähnlich wie meine Spieler. Aber wo wir, zumindest in der ersten Halbzeit, den Weg zum Tor mit 1:1-Aktionen und Flachpässen suchten, gab es bei ihnen fast nur Distanzschüsse, wenn auch keine schlechten, und vor allem Eckstöße. Gleich bei der ersten Ecke sagte mir der Trainer, der sich schon im Hinspiel wie Rumpelstilzchen aufgeführt hatte und sich in der Zwischenzeit nicht verändert hatte, grinsend, so hätten sie den Gegner der vergangenen Woche, eine spielerisch wirklich starke Truppe, zur Verzweiflung getrieben und fast besiegt. Naja, jedenfalls wurde das genannte Mädel, das alle anderen Spieler um mindestens einen Kopf überragte, immer eingewechselt, wenn es eine Ecke gab.. Zwischendrin kam übrigens ein Papa von zwei Kindergartenkindern, der zufällig zugegen war und mit seinen Kids auf ein freies Tor spielte, zu mir rüber und äußerte seine Anerkennung dafür, dass ich meine Spieler nicht so anschreie wie mein Kollege, das sei ja fürchterlich..


    Mit etwas Glück, aber auch den besser vorgetragenen Angriffen, führten wir in der Pause mit 2:0, die Gäste hatten drei mal Alu getroffen, wir zwei mal. Leider kam unser Team mal wieder ziemlich verschlafen aus der Pause, außerdem war unser stärkster Spieler und ungemein stabilisierendes Element draußen. Wie schon in der ersten Halbzeit schlugen die Gäste nur lange Bälle nach vorne. Tja, und dann stellte sich unsere Abwehr dann zwei mal ähnlich ungeschickt an wie die der Bayern im DFB-Pokalfinale, so dass es dann 2:2 stand. Mein Team besteht ja von jeher leider eher aus Individualisten, so zerfiel sie dann leider zunehmend, in der Offensive gab es nur noch (natürlich) erfolglose Einzelaktionen, in der Hintermannschaft fingen die Spieler an, sich gegenseitig und vor allem die vorderen Spieler anzumeckern. Folgerichtig fiel dann auch das 2:3. Zu der Taktik der langen Bälle kam jetzt das vom Trainer explizit geforderte Zeitspiel dazu: Torhüter spielt nach außen zum direkt neben dem Strafraum stehenden Abwehrspieler, der den Ball einfach nur stoppt, während der Torhüter zu ihm gelaufen kommt, um sich gerade noch innerhalb des Strafraums zu postieren, wo beide dann warten, bis sie angegriffen werden, der Torhüter sich den Ball zuspielen lässt, ihn in die Hände nimmt, und dann natürlich nach vorne pölt. Am liebsten hätte ich direkt da das Spiel abgebrochen, mir ist fast übel geworden vor Abscheu ob dieser Spielweise. Naja, wir sind noch einige Minuten angerannt, kämpferisch hat es bei uns gestimmt, wenn auch meine Spieler eher verzweifelt als konstruktiv agierten und sie, wie unser Torhüter ihnen später auch sagte, nur noch ziemlich sinnfrei bolzten. Direkt nach dem Schlusspfiff rief der gegnerische Trainer dann noch seinen Spielern zu, jetzt sei Platz fünf sicher. Aha, darum ging es also, naja, kein Wunder...

    Bei diesem und anderen Fragen zum Übergang in die nächste Altersklasse frage ich mich immer wieder, warum da so häufig ein Umbruch erwartet wird, insbesondere im Kinderfußball, wo ja typischerweise in Jahrgangsmannschaften gespielt wird. Ihr werdet doch im nächsten Jahr auf Mannschaften aus dem selben Topf landen, aus dem sie sich zur Zeit rekrutieren, die Spieler der anderen Vereine, gegen die Ihr bereits spielt, werden doch genauso älter wie Eure. Wo soll also der große Umbruch her kommen? Kinder entwickeln sich kontinuierlich, wenn auch schubweise und sprunghaft, sie halten sich darin aber jedenfalls nicht an irgendwelche Rahmenkalender des Spielbetriebs. Genau so, wie sie jetzt ganz anders spielen als noch vor knapp zwei Jahren, als sie in die G2 kamen, werden sie am Ende der F anders spielen als jetzt. Aber an deren Anfang wird das noch nahezu genauso aussehen wie jetzt gerade.


    Ändern sich denn die Rahmenbedingungen, also bspw. Spielmodus (z.B. einzelne Spiele statt Turniere), Feldgröße, einzelne Regeln? Diese solltest du ihnen vermutlich vermitteln, bevor Ihr das erste mal gegen einen anderen Verein spielt. Aber ansonsten sollte auch dein Training sich allmählich wandeln und ohnehin stets mehr an den Fähigkeiten der Gruppe orientiert sein als an von Dritten propagierten Alterszielen. Was nicht heißen soll, dass z.B. die Altersziele des DFB keine gute Orientierung bieten, insbesondere sollte man seine Ziele kritisch überprüfen, wenn man sie überschreitet.

    tobn, woher kennst Du meine Mannschaft 8o ?!?


    Geteiltes Leid ist halbes Leid, was? ;)


    Aber noch mal kurz dazu: ich halte es für absolut richtig, diesen Kindern erst einmal dazu zu raten, kompakter zu stehen, damit sie so tatsächlich auch gemeinsam verteidigen können, als sie einfach machen und sich selbst zu überlassen. Das habe ich schon ausprobiert, es funktioniert nicht. Statt etwas zu lernen, machen sich die Spieler gegenseitig für die Gegentore verantwortlich, verfallen immer mehr in Einzelaktionen, die samt und sonders scheitern, und das Mannschaftsgefüge bricht völlig auseinander.

    Kinder lernen am besten im Spiel, durch Fehler die ihnen unter Umständen sogar Tore bzw. das Spiel kosten.. sowas merken sie sich viel schneller und eindringlicher als das Üben im Training…


    Das Spiel ist auf jeden fall lehrreicher als Übungen es sind, vor allem bei Kindern. Aber ich kenne einige Kinder, die ihre Fehler überhaupt nicht erkennen. Und falsche Schlüsse halte ich sogar für noch viel häufiger. Das ist an sich auch nicht verkehrt, Trial-and-Error ist eine durchaus legitime Methode. Aber viele der eher schwächeren Spieler erkennen doch gerade nicht, dass ihre Beteiligung hilfreich ist, zumindest nicht von selbst. Lässt man da einfach laufen, so ziehen sie sich doch stattdessen immer mehr zurück, anstatt das sinnvolle Gegenteil zu tun. Und gerade den schwächeren Spielern muss man als Trainer, so meine Erfahrung, auch eher mal mit konkreten Tipps unter die Arme greifen.


    Grundtacktische Anweisungen lernen und den Rest selber herausfinden lassen.. Wir Trainer sollten sich mehr auf Ballkoordination, richtiges Passen und annehmen, Schußtechniken, Zweikampf 1:1 1:2 1:3 etc. im Training konzentrieren als ihnen Freistoßtricks, Eckbälle, etc. beizubringen…


    Das sehe ich ganz genau so, muss aber sagen, nachdem ich sowohl eine talentierte als auch eine weniger talentierte Mannschaft trainiert habe (bzw. es noch tue), dass bei den schwächeren Spielern deutlich mehr Hilfestellung nötig ist als bei den stärkeren. Und zwar in allen Bereichen.

    Beruhigt Euch doch ein kleines bisschen und lasst die gegenseitigen Vorwürfe raus, dann wird alles wieder gleich viel entspannter. anakiny, ich wage mal die Behauptung, dass deine Kinder halt einfach eher überdurchschnittlich gut sind, während Ranwies Truppe, wie z.B. auch meine, eher den Durchschnitt darstellen. Da gibt es dann bei fast allen Spielern Defizite in fast allen Bereichen gegenüber den starken Spielern. Und da passiert häufig tatsächlich das, was Ranwie beschreibt, ein Spieler geht vorne auf völlig falsche Weise drauf, wird ausge- oder überspielt, bis die drei offensiven Spieler mit bekommen haben, was überhaupt passiert ist, steht die Abwehrreihe alleine gegen drei, vier Gegenspieler da. Dem Treiben guckt dann die Offensivreihe oft auch noch zwar interessiert, aber immer schön aus der Ferne, zu. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, pennt der ballferne Spieler der Abwehrreihe oder fühlt sich nicht zuständig und guckt ebenfalls zu. Einer der beiden anderen steht natürlich falsch und geht voll drauf, wird umspielt, dann kommt der Pass zu einem der zwei oder freien Angreifer, das Schlucken deines Torhüters auf der Linie ist deutlich zu hören, aber er muss nicht lange leiden, denn der Ball schlägt unmittelbar darauf neben ihm ein. Und so fängt sich dein Team Gegentor um Gegentor. Tut mir leid, aber da bin ich absolut bei Ranwie, da musst du deinen Kids auch mit etwas expliziteren Hinweisen helfen, wenn sie heillos überfordert sind, nehmen sie überhaupt nichts aus dem Spiel mit, außer, dass sie offensichtlich überhaupt nicht Fußball spielen können. Was ja wiederum auch nicht stimmt.