Beiträge von tobn

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    schöne, substanzvolle Diskussion. Man merkt, dass ihr vom Fach seid :D


    Selber, selber! :D


    Den Grund für die Niederlage kann man bestimmt bei Löw suchen. Ich bin aber der Meinung, die Spieler haben versagt und waren nicht konsequent genug.


    Es gibt im Fußball selten nur einen Grund oder nur einen Schuldigen, es ist ja schließlich auch ein Mannschaftssport. Und ich denke, dass hier auch niemand einzelnen Spielern böse Absichten oder Fahrlässigkeit unterstellt. Ich denke schon, dass alle wollten. Aber der Mensch ist halt ein psychologisch sensibles Wesen, was sich scheinbar selten so deutlich zeigt wie im Leistungssport. Ich meine, allenthalben werden Spieler kritisiert und runter gemacht, dass man meinen könnte, sie könnten überhaupt nicht Fußball spielen. Wer aber im Stadion schon mal gesehen hat, wie genau die Flugbälle beim Aufwärmen kommen, wer sich bewusst macht, dass sogar die B-Elf eines Zweitligisten die Kreisligisten ohne größere Anstrengung deutlich zweistellig schlägt, der weiß, dass die Nationalspieler alle richtig gute Kicker sind, vor allem wenn man selbst spielt. Dennoch müssen sich Alle an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen, und da fällt das Urteil diesmal leider nicht sonderlich euphorisch aus. Bei Spanien übrigens auch nicht.


    Wir lassen uns durch zwei lange Bälle aushebeln (beim 1:0 Pirlo, beim 2:0 Montolivo). In beiden Szenen so gut wie kein Gegnerdruck. Solche Bälle sind einfach zu vermeiden. Man muss nur enger am Mann stehen. Das ist alles.


    Ja, passt auch zu meiner Kritik, der vermissten Einstellung bei vielen Spielern. Die Entstehung des 1:0 habe ich nicht mehr vor Augen, aber da war ja zumindest die Abwehr komplett da: Boateng und Hummels waren links außen in Gleichzahl mit den Angreifern, innen standen Badstuber und, wie ich vermute, Lahm. Das war eigentlich gar nicht so gefährlich, hätte Hummels einfach nur den Weg nach innen zu gestellt und die Flanke verhindert, und wäre Boateng in Normaltempo wieder weiter nach innen gerückt.


    Vor dem 2:0, dabei bleibe ich, stand Podolski einwandfrei geeignet, damit Balotelli nicht so durch kommt, wie er es tat. Aber er pennte. Klar, nach der Ecke kam der ganze Rest der Mannschaft auch träger zurück, als es geboten war. Vielleicht kennt Ihr das auch, dass man manchmal schon zu Beginn einer Aktion das Gefühlt hat, es könnte böse enden. Wahrscheinlich ist es sogar das, was du meinst, dass man merkt, dass die Spieler, zu denen man hält, sich auf einmal weniger intensiv am Spiel beteiligen, einfach passiver sind als sonst bzw. als es einem als halbwegs kundigen Beobachter notwendig erscheint.. Das war kurz vor dem 2:0 gestern auch so..


    Gerade das Pressing war gestern ziemlich lasch und arrogant. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Anweisung von Löw war.


    Ganz sicher nicht. Dass Gomez pressen kann, hat er im zweiten Spiel ja auch gezeigt. Poldi kann auch defensiv engagierter spielen, das hat er auch schon in dieser EM gezeigt. Dabei fand ich ihn zwar immer noch schwächer als die Alternativen auf der Bank, aber sei's drum. Jedenfalls sind sie beide gestern wieder in alte Muster verfallen, so kam mir das vor. Und da behaupte ich aus eigener Erfahrung: darauf muss ich gefasst sein, ich kenne als Trainer meine Papenheimer und weiß, wer normalerweise wie spielt. Und ich weiß auch, dass sich diese Gewohnheiten immer wieder durchsetzen. Vielleicht sogar am ehesten, wenn es gerade nicht so läuft.


    Wir hätten das Spiel auch in dieser Besetzung gewinnen können. Die Niederlage lag nicht am Versagen von Podolski, Gomez, Schweinsteiger und Kroos, sondern an zu vielen Freiheiten für die Italiener.


    Es gehört Offensive wie Defensive dazu. In der, d.h. unseren Defensive hatten die Italiener zu viele Freiheiten, in der Offensive spielten einige unserer Spieler gestern zu schlecht. Und das weiß ich auch als Trainer, es reicht, wenn zwei, drei Spieler ihre Leistung nicht abrufen, um das Spiel der gesamten Mannschaft um eine Stufe nach unten zu ziehen. Gegen schwache Gegner fällt das nicht auf, aber gegen solche auf Augenhöhe gewinnt man auf einmal keinen Blumentopf mehr.


    Trotzdem würde auch Löw wohl einiges anders machen, wenn er die Chance hätte, das Spiel nochmal zu spielen. Das steht außer Frage und zeigt sich auch an den Wechseln zur Halbzeit. Die Hauptgründe für die Niederlage sehe ich aber nicht in der Aufstellung...


    Hätten alle in der Startaufstellung aufgebotenen Spieler ihre Leistung abgerufen, hätte das Spiel gewonnen werden können. Obwohl ich immer noch meine, dass Gomez weniger gut ins Spielsystem passt. Aber: man hatte die Leistungen der Spieler in der Gruppenphase schon gesehen, man hatte die Schwächen einiger Spieler sehr wohl schon fest gestellt. Dass dann gegenüber dem vorherigen Spiel die 'Neuzugänge', die tatsächlich überzeugt hatten, vollständig draußen bleiben und stattdessen die etablierten, aber bislang nicht souveränen Spieler rein kommen, war schon ein Risiko. Ich hätte eher einen Mittelweg gewählt.


    P.S. Mein Sohn war das ganze Spiel übrigens sehr angespannt, hat bei den Toren geweint und während des Spiels mehrfach gerufen "geht doch mal dran".


    Das war bei uns auch so, fast alle anwesenden Kindern äußerten sich so. Bis sie Mitte der zweiten Halbzeit in den Garten gingen, um selbst Fußball zu spielen. :)


    Schon interessant welchen Fussballinstinkt ein Sechjähriger durch SKY-Abo, MSV-Dauerkarte, FIFA 2012 an der X-Box und Bambini-Fussball entwickeln kann ;)


    Sky-Abo: mag sein. Dauerkarte: ganz sicher. FIFA? Ich weiß nicht, zumindest sind FIFA08 und FIFA09 in meinen Augen überhaupt nicht geeignet, um als Vorbilder für das eigene Fußballspiel zu gelten. Da lernt mein Sohn eigentlich hauptsächlich, dass Solodribblings starker Spieler die größten Erfolgsaussichten haben...


    Ein weitere Grund für das regelmäßige Scheitern von Schweinsteiger und Co. in großen Spielen, sehe ich im Fehlen eines echten Anführers und Alphatiers (alà Breitner, Effenberg, Sammer und Matthäus). Dann wäre das lasche Pressing auch nicht passiert, es hätte einen Anpfiff gegeben.


    Das sehe ich nicht so, ich denke, es kommt auf die Spieler an. Ich war schon immer ein Spieler, der immer alles gibt, mein Sohn ist genau so. Wenn mir ein selbst oder von sonstwem ernannter Anführer aber doof kommt und aus meinen Augen unberechtigt zusammen staucht, dann habe ich kein Bock mehr. Es mag aber durchaus Leute geben, die das brauchen und aus sich selbst heraus nicht den entsprechenden Antrieb erzeugen können. Wie ich in einigen anderen Threads schon geschrieben habe, fällt es mir persönlich schwer, das nachzuvollziehen und Verständnis dafür aufzubringen, eben weil es so gar nicht meiner eigenen Natur entspricht. Aber ich bemühe mich darum.

    Guter Beitrag, Don Quijote!


    Das 0:1 resultierte aus einer Ansammlung individueller Fehler: Özil greift Pirlo nicht an, Hummels und Boateng lassen Cassano flanken, Neuer macht keine Anstalten die Flanke erreichen zu wollen und Badstuber geht ebensowenig in das Kopfballduell.


    Stimmt. Ich gebe immer noch Hummels die Hauptschuld, sein Eifer wirkt sich aber entlastend aus. Boateng hat ihm da auch zu wenig geholfen.


    Was mir aber generell auffiel: Die deutsche Mannschaft presste nicht aggressiv genug, sie waren jeweils zu weit weg vom Gegner. [...] Dazu passt, dass auch bei eigenem Ballbesitz fast nie schnell gespielt wurde. Kroos und Schweinsteiger verschleppten jeweils das Tempo als würde Deutschland 3:0 führen. Özil, Khedira und in Halbzeit 2 Reus mühten sich, das auszugleichen, rannten sich aber jeweils schnell fest.


    Genau so sah ich das auch. Da hat die Einstellung gefehlt.


    Von den vielen Ecken und Flanken (oft aus dem Halbfeld) kam gefühlt eine halbe bei den deutschen Stürmern an. Die Italiener konnten per Kopf beruhigt in die Mitte klaren, da in solchen Situationen kein Deutscher auf den zweiten Ball lauerte.


    Stimmt, das war auch frustrierend, dass da einige Bälle unkontrolliert in vielversprechende Bereiche fielen, wo sich dann aber weit und breit keiner in weiß befand...


    Nachdem Italien die Angriffswelle zu Beginn der zweiten HZ ohne Gegentor abgewehrt hatte, war das Spiel entschieden. Offenbar sahen das auch die deutschen Spieler so, denn von einem Aufbäumen war nichts zu sehen.


    Erinnere ich mich recht: zunächst gewannen die Italiener für fünf Minuten oder so wieder die Oberhand bzw. waren länger mal in Ballbesitz, und dann fing die bundesdeutsche Langholzperiode an, oder?


    Mein Eindruck ist, dass die deutsche Mannschaft die italiener nicht ernst genug genommen hat. Da ist das Starkreden vor dem Spiel ("Wir sind reif für den Titel") eventuell sogar kontraproduktiv. Ich bin gespannt, wie es jetzt weiter geht mit der deutschen Elf. Deutschland hat bei der EM insgesamt nicht schlecht gespielt, aber gemessen an den eigenen Ansprüchen war das zu wenig.


    Ja, das sehe ich auch so, in beiden Punkten. Ich denke aber schon auch, dass die Bayern-Spieler durch ihre gefühlten Misserfolge -- an den eigenen Ansprüchen gemessen waren es sie ja auch, obwohl es nur wenige andere Vereine gibt, die liebend gerne mit den Bayern getauscht hätten -- in Gänze gehemmter gespielt haben als ihre Mannschaftskollegen oder auch noch 2010. Schade.

    unabhängig von den fehlern, die immer passieren können und der gnadenlosen effektivität der italiener, die ja nicht viel mehr chancen hatten, fiel mir auf, dass die deutsche mannschaft von anfang an zu zaghaft gespielt hat. insbesondere in der vorwärtsbewegung wurde zu häufig quer und sogar nach hinten gespielt, eine spielweise, die es 2011 nicht gegeben hat. es dauerte viel zu lange, bis sie umschalten konnten und eine schnelle kombination habe ich nur drei vier mal gesehen. zu wenig. da sieht man aber auch, wie wichtig spieler wie schweinsteiger sind, aber nur in guter form. gleiches gilt für müller. podolski hat mir seid der WM schon nicht mehr gefallen, gilt aber wohl als unantastbar. und schon ist sand im getriebe.


    Genau. Leider ist Kroos auch eher ein Aufbau- als ein Umschaltspieler, Poldi in letzterer Hinsicht Reus und Schürrle deutlich unterlegen. Tja, falsche Richtung, würde ich sagen.


    özil ist nicht divenhaft, er hat diese spielweise.


    Doch, ist er, von seinem Habitus her ist er divenhaft. Verstehe mich aber nicht falsch, das darf er gerne sein, ich finde sein Spiel klasse. Ich mag es zwar nicht, wenn er immer wieder die Arme in die Luft wirft, ständig zum Schiri blickt und sich auch eher mal zu Boden sinken lässt als noch das letzte Quäntchen aus sich raus zu holen. Aber dafür ist er einfach genial, ist vollkommen OK.


    er braucht laufende stürmer vor oder neben sich und einen abräumer hinter sich. den abräumer hat er, nur die mitspieler wurden nicht entsprechend gebracht oder eingesetzt. er ist genial, vlt. der beste deutsche spieler. ...


    Ganz genau. Mit Spielern wie Klose, Reus, Schürrle, Khedira, Schweinsteiger und Müller kann er wunderbar zusammen spielen, wobei dazu die Euro-Form der beiden letztgenannten diesmal dazu nicht reichte.


    ...und was bitteschön sollten die ganzen flanken in der zweiten halbzeit? sorry, das war echt arm und sicher nicht so gewollt. wenn ein spieler wir reus kommt, dann braucht der den ball in den fuss, aber so?


    Stimmt. Aber mehr fiel vielen unserer Jungs ab Minute 75 scheinbar nicht mehr ein.


    nene, schon schade, aber die italiener wollten gestern einfach viel mehr, waren mutig und selbstbewusst bis zum schluss. sieht man auch daran, wie die tore gefallen sind. der schuss von balotelli hätte zur eckfahne gehen können, tat er aber nicht, weil es ihm egal war. der schuss von lahm oder özil waren vorsichtig geschoben, nicht vollspann. das war der wahre unterschied: das herz, die lust, die freude! all das hat den deutschen gefehlt...


    Genau. Obwohl ich sagen muss, dass die deutsche Mannschaft ja durchaus auch gute Torchancen hatte, bis sie gegen Ende ganz auf machte sogar deutlich mehr als die Italiener. Sie haben das Ding halt nicht rein gemacht, da hat dann oft der letzte Mut gefehlt.


    Reus Freistoß hätte aber ruhig rein gehen dürfen. :)

    Ich finde es immer wieder amüsant, dass viele ihre Vereinsbrille nicht absetzen können, TW-Traner du auch.


    Nun ja, mag sein, dass TW-Trainer seine Kritik zu sehr auf die Bayern-Akteure konzentriert, aber ich finde schon, dass zu erkennen war, dass die meisten von ihnen unter ihren Möglichkeiten blieben. Schweinsteiger hat das selbst erkannt, Müller hat gekämpft, hatte aber kaum effektive Szenen, Lahm spielte solide, aber auch nicht auf seinem Top-Niveau. Badstuber fand ich gut, Boateng mit Licht und Schatten. Neuer fand ich persönlich durchweg großartig. Und Gomez? Naja, es war halt der Gomez wie man ihn kennt. Ich mag diesen Stürmertyp nicht, egal, ob er Gekas oder Gomez heißt. Und ich meine auch, dass ein Klose besser zum Spiel von Özil, Müller, Özil, Schweinsteiger und Khedira, um nur die typischen Startelfspieler zu nennen, passt, von Reus, Schürrle und Götze ganz zu schweigen.


    Mir sind die BL-Vereine egal und ich kann das ziemlich neutral betrachten. Aber die Niederlage auf die Bayern-Spieler zu reduzieren, halte ich für viel zu einfach. Kein Wort von Hummels Patzer, kein Wort von Özils Fernbleiben von Pirlo und das Balotelli nicht lupft, na ja. Ob dieser Schuss haltbar war, wage ich zu bezweifeln, denn er knallt aus 16 Metern voll in den Winkel.


    Ich denke auch, dass Neuer keine Schuld an dem Tor trifft. Hummels Patzer war ein solcher, ein dicker Bock, der einem solch guten Innenverteidiger eigentlich auch nicht passieren darf. Aber es war auch genau das, ein Patzer, er ging engagiert gegen Cassano zu Werke, dass beim Hobeln auch mal ein Span daneben geht, ist halt so. Fehlendes Engagement, das kann ich nicht ab, und da kann ich keinem in der Hintermannschaft, außer ab und an Boateng, einen Vorwurf machen. Özil hatte ja wohl die Lizenz dazu, sich aus der Defensivarbeit so ziemlich raus zu halten. Wenn er offensiv entsprechend wirbelt, soll mir das auch recht sein, und so fand ich sein Spiel gestern auch durchaus in Ordnung. Wobei mir auffiel, wie groß seine Vorliebe für das Zusammenspiel mit Khedira war, zumindest in der ersten Halbzeit. Das kam mir fast schon so vor, als hätte er den anderen Offensivakteuren gestern eher weniger zugetraut.


    Wenn du in den ersten 15 Minuten beider Halbzeiten bei der Überlegenheit nicht die Tore machst und dann durch katastrophale Abwehrfehler zwei Gegentore kassierst, kann man das Spiel nicht gewinnen. Gomez hatte zum Torerfolg die ersten 15 Minuten der ersten und Klose die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit Zeit.


    Aber Klose hat immerhin weiter unheimlich aktiv daran mitgewirkt, dass seine Mitspieler zu Torchancen kommen. Gomez hingegen, da gab es eine Szene, fährt sich durchs Haar und verpasst ca. eine halbe Sekunde später den Klassepass (von Özil, meine ich) in die Gasse zu ihm, obwohl das genau die Dinger sind, die er ja eigentlich haben will.


    Der Kommentator hatte sich gestern nach dem 0:2 auch gleich auf Gomez eingeschossen. Der hatte an den Toren weniger Schuld, aber es ist so schön einfach, weil Volkesmeinung.


    An den Gegentoren hatte Gomez überhaupt keine Schuld. Aber es war klar, dass es für Deutschland unheimlich schwer würde, wenn es nicht selbst in Führung geht. Und dann erwarte ich von der Offensive einfach mehr. Dann will ich rochierende Stürmer, direkte Diagnoalpässe, Schaffen von Überzahl und, mit alldem zusammen hängend, viel Bewegung sehen. Habe ich auch gegen Griechenland. Gestern aber nicht, zumindest nicht zu Beginn. Da war das Motto scheinbar wieder eher: abtasten, ins Spiel finden, erst mal die Lage peilen.


    Klose hätte diese Tore wohl auch nicht verhindert. Ich hätte auch lieber Klose gesehen, aber man kann die Gründe der Niederlage nicht in der Startaufstellung oder bei Neuer suchen.


    Bei Neuer sicher nicht. Aber in der Startaufstellung schon, denn Klose und Reus spielen einfach variabler als Gomez und Podolski und hätten so die italienische Hintermannschaft viel besser in Unruhe versetzen können. Ist doch so, Gomez befindet sich nahezu immer auf Höhe der Innenverteidiger, und Podolski ist grundsätzlich links zu finden, und ist nur mit links gefährlich -- der eine Treffer mit rechts zählt nicht, da möchte ich seinen rechten Fuß mit dem blinden Huhn gleich setzen, das auch mal ein Korn findet.


    Es ist wirklich nur Fußball und wenn es gut gelaufen wäre, hätte es nach 15 Minuten schon 2:0 gestanden, dann hätte Löw wieder alles richtig gemacht.


    Leider, ja. So wie Gomez nach seinen zwei Treffern in den Himmel gelobt wurde. Versteht mich nicht falsch, er ist ein guter Fußballer. Aber er ist auch recht eindimensional und passt nicht gut in das offensive Kombinationsspiel, von dem ich dachte, dass Löw es verfolgt, das Spiel, das z.B. auch der BVB und Gladbach in der vergangenen Saison zeigten.


    sie doch mal das Positive: Kein anderer EM Teilnehmer hat seinen Reservisten soviele Einsaztzeiten ermöglicht. spätestens nach dem Griechenlandspiel drängte sich mir aber die Frage auf: wer soll eigendlich Stammspieler oder Reservist sein. Zum Glück liegen zwischen Dorf- und Nati-Trainer Welten, sodass ich diese Frage nicht beantworten musste.
    es würde mich nicht überraschen, wenn Löw diese Frage nach dem gestrigen Spiel für sich auch anders beantwortet. ob man richtig gepokert hat, weiss man erst, wenn die Karten offen auf dem Tisch liegen.


    Da hast du vollkommen Recht, es war für Löw sicher nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Ich hätte allerdings Podolski auf jeden Fall draußen gelassen, dafür war Reus einfach zu gut und Podolski in der Vorrunde zu durchschnittlich. Gomez, na ja, von mir aus, vielleicht wäre ihm ja noch mal so ein Ding wie gegen Dänemark gelungen. Warum er aber Kroos für Müller/Schürrle rein nahm, verstehe ich aber nicht. Dazu hätte er Schweinsteiger raus nehmen müssen, oder Kroos als Zehner spielen lassen und Özil nach rechts. Aber so hat das irgendwie nicht gepasst und war für die Durchschlagskraft in der Offensive mal eher weniger...


    Aber klar, hinterher ist man immer schlauer, ging mir auch schon oft genug so und wird es bestimmt auch weiterhin. Und ich bin mir auch sicher, dass er (Löw) sich im Verlauf der ersten Halbzeit seiner Fehler bewusst wurde. Ich behaupte auch, dass er mehr gewechselt hätte, wenn ihn das Kontingent nicht beschränkt hätte.

    So war es dann auch nicht verwunderlich, das nicht wie mit der A-Elf das deutsche Team sein Spiel aufzuzog, sondern die tapferen Bayern es den Italienern bereits beim Spielaufbau leicht machten und so ein einziger Balla-Balotelli ausreichte, um die Deutschen wieder nach Hause zu schicken!


    Dem im Übrigen gegen die Engländer, die sich selbst deutlich schwächer einschätzen als die deutsche Mannschaft, kein einziger Treffer gelang. Körperlich ist er stark, das wusste man vorher, da braucht man aber 'nur' einen entsprechend schnellen und bissigen Verteidiger, um ihn aufzuhalten.


    [Neuer]
    Beim 2. Tor stand er lediglich 1 - 2 Schritte zu tief stand, um evl. beim gut plazierten Schuß eine Chance haben zu können, denn ein bekloppter Ballotelli lupft nicht, er läßt es krachen!


    Kann schon sein, aber wer weiß, wie Balotelli dann den Ball getroffen hätte, vielleicht wäre er auch ins lange Eck gegangen... Ist schon richtig, dass kein Spieler, auch nicht der Torhüter sich darauf verlassen darf, dass seine Mitspieler keine Fehler machen, aber wenn man sich die Situation, die zum Gegentor führte anguckt, sieht man doch, wie Balotelli genau im Sichtfeld von dem noch näher am Tor stehenden Podolski in die Tiefe startet, dieser aber überhaupt nicht reagiert. So kenne ich das von den schwächeren meiner E-Junioren, aber bei einem Nationalspieler?!!?! Und wenn ein Stürmer frei und mit Tempo zentral auf das Tor zukommt, muss der Torhüter schon verdammt viel Glück haben, damit das Ding nicht drin ist.


    Schlimmer fand ich sein Verhalten beim 1. Tor, wo er, wie im Bayern-Team wie auch in der EM leider zu häufig auf der Torlinie verharrte, statt sich zwischen Torlinie und 5-er zu positionieren, um Schüsse wie auch Flanke effektiv verteidigen zu können.


    Nun, da bist du deutlich kompetenter als ich, aber ich hätte gedacht, dass er eher das kurze Eck hätte zumachen müssen bzw. den direkten Torschuss, auch wenn der aus sehr spitzem Winkel erfolgt wäre, hätte entschärfen müssen, da im Fünfer ja mit Badstuber und einem weiteren Verteidiger, wahrscheinlich Lahm, Gegenspieler für die bzw. den einzigen dort befindlichen Angreifer vorhanden waren. Ich bin auch immer noch dieser Meinung, schließlich war Cassano durch gebrochen und hatte den freien Weg zum Tor, zumindest über die nächsten fünf Meter, da hätte er gut noch mal in den Sechzehner ziehen können, um dann mit rechts abzuziehen. Gut, vielleicht sollte ein Spitzenkeeper erkennen, dass er das nicht macht, sondern die Flanke spielt, um das zu beurteilen fehlt mir deine Kompetenz.


    Klar gab es jeweils dicke Patzer seiner Vorderleute! Darüber muß man nicht diskutieren, weil damit ein Keeper rechnen muß!


    Schon, aber ein Keeper kann nicht alle Patzer seiner Vorderleute ausbügeln. Wenn dem so wäre, bräuchte man ja bald gar keine Abwehr mehr.. Und, wie gesagt, ich darf einen Gegenspieler einfach nicht zentral aufs Tor stürmen lassen, ohne mit aller Macht zu versuchen, ihn noch einzuholen und (mit fairen Mitteln) am Abschluss zu hindern. Lahm probierte das, ihre königliche Hoheit Prinz Poldi wird in seinem viel zu spät angesetzten TRAB sogar noch von dem außer Form befindlichen Schweinsteiger überholt!


    Wenn ich Manuell`s Berater wäre, dann würde ich ihm unter der Vorraussetzung, das sich am Trainerstab der Bayern nichts ändert, den Wechsel in einen anderen europäischen Spitzenclub anraten, wo er wieder der "Alte" sein darf, der mit Mut zum Risiko den gesamten Strafraum verteidigt und wieder durch zielgenaue Würfe seine Vorderleute in opitmale Angriffspositionen bringt!


    Wäre vielleicht besser, ja. Genügend Interessenten dürfte es ja geben.


    Aber, es ist nicht die EM der Torwart-Philosophien, sondern die des Fussballs, die der Deutschland durch Überheblichkeit im Halbfinale ausgeschieden ist.


    Vollkommen richtig. Mir tut es um die Spieler leid, die wirklich gerackert haben, also Khedira, Klose, Reus, Hummels, Schürrle, Badstuber und Neuer. Özil war mir persönlich zu divenhaft, hat seine Sache aber insgesamt ordentlich gemacht, auch Schweinsteiger, Müller und Lahm haben sich sichtbar angestrengt, auch wenn sie hinter ihren Möglichkeiten blieben. Gomez hat ein gutes und drei schlechte Spiele gezeigt, Podolski war durchgängig unterdurchschnittlich. Boateng hatte zwei richtig gute Spiele, in denen er zeigte, was er wirklich drauf hat, gegen Griechenland war er schwach, im Halbfinale verbessert, aber noch viel zu bequem.


    Die Portugiesen haben in ihrem Halbfinale gezeigt, was Einsatzbereitschaft ist. Diese vermisste ich bei dem deutschen Team im gestrigen Spiel leider über weite Strecken...


    Leider war das Taktik-Augenmerk zu sehr darauf gerichtet, gegen stark defensiv agierende Teams ein Tor zu erzielen.


    Naja, so kam es ja aber auch. Die Bemühungen der Italiener, das Aufbauspiel der deutschen Mannschaft zu stören, wurden ja souverän zunichte gemacht, das sah ja richtig gut aus. Und die Gegentore fielen dann ja auch aus Kontern. Mit denen musste man rechnen, gegen Portugal und Dänemark zeigte die deutsche Hintermannschaft ja auch, dass sie damit umgehen kann. Was war das dann gestern?


    Es wurde (wie sich bereits im Griechenlandspiel andeutete) zu wenig darauf geachtet, das die Offensivabteilung sofort bei gegnerischem Ballbesitz den Gegner beim Spielaufbau erfolgreich stört.


    Richtig, aber das ist auch nicht das Spiel von Gomez und Podolski, Özil wohl auch weniger. Und Angriffspressing kann ich nur im gesamten Mannschaftsverbund spielen, ansonsten ist das nur sinnlose Energieverschwendung.. Und wenn die taktische Marschroute kein kräftezehrendes Offensivpressing vorsieht, sondern 'nur' ein Mittelfeldpressing, soll mir das auch recht sein, solange man sich nicht in Rückstand befindet. Insofern mache ich diesbezüglich Jogi keinen Vorwurf. Nach dem Rückstand hätte aber, so meine ich, der Wechsel zum Offensivpressing erfolgen müssen. Dass das funktionieren kann, haben ja auch andere Teams gegen die Italiener schon gezeigt, auch am Spielende war das dann ja deutlich. Aber das mit Gomez, Poldi, Kroos und Özil hin zu kriegen? Schwere Aufgabe...


    Dann kann die deutsche A-Elf, aber die B-Elf leider nicht. Einen Gomez, Podolski, Kroos und Müller, sowie schwächelnden Schweinsteiger und gelegentlichen Patzern heimgesuchten Badstuber und Boateng verkraftet auch ein deutsches A-Team nicht! Bender, Reus, Schürrle, ja selbst ein 34-jähriger Klose hätten jeden Gegner vor schwere Aufgaben stellen können. Wenn Jurgi spätestens nach dem 1 : 0 gleich reagiert hätte und die "Umgebetteten" zur Fortsetzung ihrer Fussballträume auf die Reservebank zurück beordert, dann hätte noch Aussicht auf Erfolg bestanden. Sicher, das wäre die Höchststrafe für diese Spieler gewesen. Wer aber zu spät reagiert, den bestraft ein Ballotelli!


    Vollkommen richtig, das sehe ich ganz genauso.


    Bitte, diese Analyse nicht zu ernst nehmen. Denn es geht nur um Fussball, um sonst nichts!


    Korrekt. Es ist und bleibt nur ein Spiel.

    Schade, dass drei individuelle Fehler und viele ausgelassene Chancen zum Ausscheiden der deutschen Elf im Halbfinale führten. So einen Fehler wie vor der Flanke zum ersten Gegentor unterläuft Hummels wohl höchstens einmal in einem halben Jahr, so ähnlich scheint das Mehmet Scholl nach dem Spiel ja auch gesagt zu haben -- ich war da gerade draußen, selber mit den Kindern kicken. Warum vor dem zweiten Gegentor Podolski, der ja offensichtlich zusammen mit Lahm die Sicherung an der Mittillinie beim Eckball bildete, beim Pass in die Tiefe stehen bleibt, obwohl er doch Balotelli starten sehen muss, bleibt wohl sein Geheimnis. Da erkennt man, dass Lahm halt Abwehrspieler ist, er orientiert sich sofort nach hinten, hat aber Balotelli hinter sich.. Naja, und zu guter letzt fragten sich sicherlich noch einige neben mir nach spätestens 25 Minuten, was Poldi und Gomez da überhaupt auf dem Platz verloren hatten.. Das sah in der Offensive leider wieder genau so schleppend und statisch aus wie gegen Dänemark. Dazu noch Toni Kroos, bei dem ich mich nicht daran erinnern kann, jemals gesehen zu haben, dass er das Spiel mal schnell macht, vielmehr scheint mir das Gegenteil viel häufiger der Fall zu sein..


    An ihm lag es ganz sicher nicht, aber einige Entscheidungen von Monsieur Lannoy fand ich dann schon recht amüsant. Genau wie Steffen Simon verstehe ich überhaupt nicht, wie man eine Situation mit Vorteil Deutschland weiter laufen lassen kann, um anschließend einen Freistoß für Italien zu geben. Vielleicht war er da Opfer eines Sekundenschlafs, dann sollte er sich mal mit Poldi (s.o.) darüber unterhalten.

    Genau dieses Buch habe ich mir auch ausgeliehen :) ist wirklich ein guter Einstieg, jedochauch nicht in allen Belangen auf dem neuesten Stand.


    Für eine Lehrprobe sollte es reichen. :) Auf viele Details und einzelne Ausprägungen kann das Buch auch nicht eingehen, das würde seinen Rahmen sprengen. Aber es gibt in alle Bereiche des ballorientierten Defensivspiels eine gute und umfassende Einführung, auf der aufbauend dann der geeignete Trainer seine eigenen Weiterentwicklungen vornehmen kann.


    Da ich mich entschlossen habe ein 442 Angriffspressing zu demonstrieren, muss die pressende Mannschaft die Aufbauende dazu verleiten durchs Zentrum zu spielen (durch ein gezieltes Anlaufen), ...


    Hmm, in dem Buch lenken sie aber beim Angriffspressing den Ball nach außen, d.h. zum Außenverteidiger, um dann diesen gemeinsam anzugreifen. Es sei denn, du meinst mit "spielen durchs Zentrum" den initialen Pass des Torhüters zum Innenverteidiger.


    ...im letzten Abschnitt lässt es sich evtl noch intensivieren indem man der aufbauenden Mannschaft 2 Tore außenauf der Grundlinie aufstellt und somit sie dazu anregt mehr über aussen zu spielen...dadurchwäre die pressende Mannschaft noch mehr gefordert durch gezieltes und klugen Anlaufen den Pass ins Zentrum zu erzwingen. Was meint ihr dazu?


    Das mit den Toren außen für die aufbauende Mannschaft würde ich nicht machen, denn sie soll ja eigentlich das Standardziel des Fußballs verfolgen, sprich mit dem Ball das zentral auf der gegnerischen Grundlinie stehende Tor zu treffen. Das geht aus einer zentralen Position viel besser als aus spitzem Winkel von außen, also sollte eigentlich eine Mannschaft darum bemüht sein, den Ball zentral in Tornähe zu bringen. Über außen spielt man ja auch vor allem deshalb, weil es in der Mitte eng ist und von Gegenspielern nur so wimmelt, die dazu noch von allen Seiten kommen können. Wäre dem nicht so, so würde man doch den direkten Weg zum Tor wählen.


    Nein, es ist unbedingt Aufgabe der verteidigenden Mannschaft und gerade Ausbildungsziel, den im Spielaufbau befindlichen Gegner zu lenken. Dieser sollte seinen ureigenen Zielen nachgehen. Die Angreifer sind in deiner Lehrprobe ausbildungsmäßig nicht wichtig, du solltest ihnen nicht das Spiel über die Flügel beibringen, das ist Thema einer anderen Lehrprobe, du riskierst damit das Urteil: Thema verfehlt.


    Was du schon machen kannst, um die Motivation für die verteidigende Mannschaft zu erhöhen, ist, ihr eine Konterlinie oder Kontertore zu bieten, über die sie nach Balleroberung ihrerseits Tore erzielen kann.


    Ich würde dir empfehlen, das gesamte fünfte Kapitel des o.g. Buchs durch zu lesen, und daraus eine geeignete Übungs- und Spielform zu entnehmen. Fürs Aufwärmen würden sich vielleicht Schattenläufe oder Reaktionsspiele anbieten.


    ich ergänze:
    das Wissen über Kinderfussball von Trainern und Eltern
    wäre beides flächendeckent vorhanden brauchten wir uns über Systemänderungen doch gar nicht zu unterhalten.


    Ich denke aber, die FPL gibt einen Anstoß für viele, nicht zuletzt auch die Verantwortlichen im Kreis, sich mehr oder wieder mit dem Kinderfußball zu beschäftigen. Ich kann nur schildern, wie es bei uns im Kreis ist. Da wurden Tabellen im G- und F-Bereich abgeschafft, aber der Grund wird niemandem genannt, es wird nur denjenigen, die Ergebnisse abfragen, um eigene Tabellen zu führen mit Strafen gedroht. Überhaupt werden nur Anweisungen ohne Nennung von Gründen gegeben, auf (ziemlich unerwünschte) Nachfrage wird dann häufig auf Weisungen des Landesverbands verwiesen. Ab der E2 gibt es Tabellen und den Kreispokal. Ab der E1 dann einen zweigeteilten Spielbetrieb mit vererbtem Auf- und Abstieg und einer Kreisliga und mehreren Kreisklassen. Den Pokal natürlich auch. Ab F gibt es eine Hallenrunde mit typischerweise vier Turnieren mit sehr unterschiedlicher Zahl an Teilnehmern, die acht bis zehn Teams mit den meisten Punkten aus diesen Turnieren (Sieger bekommt 15, Zweiter 12, dann geht es in Zweierschritten runter) spielen dann in einem Turnier mit zwei Gruppen und anschließenden Spielen um die Plätze den Hallenkreismeister aus. Ab der F!


    Die Verantwortlichen haben, so mein Eindruck, entweder die Altersklassen ab C aufwärts im Blick, oder ihre eigenständig verfolgten Interessen, also z.B. die Stützpunktspieler, die Kreisauswahl oder die Kreismädchenauswahl. Der restliche Spielbetrieb wird eher verwaltet als voran getrieben.


    ob die FPL diese ändert, da hab ich meine Bedenken.


    Sie hat das Zeug dazu, ein wertvoller Beitrag zu sein. Wenn die Verantwortlichen in unserem Kreis allerdings so verfahren wie bisher, würde es mich nicht wundern, wenn sie genauso häufig ignoriert wird wie die anderen Regelungen, deren Sinn viele Erwachsene doof finden, z.B. also die kurzen Ecken, Verbot des Abstoßes und/oder Abschlags über die Mittellinie. Wobei man auch sagen muss, dass dadurch, dass diese Regelungen nicht begründet werden, man über ihren Sinn nur mutmaßen kann. Das wird aber dadurch erschwert, dass sie dann oft wieder eingeschränkt werden. Z.B. ist der Abstoß über die Mittellinie verboten, der Abschlag aus der Hand im Spiel aber nicht. In der E2 nahezu sinnlos, da der Abstoß nach Toraus vom Boden erfolgt, aber nur die wenigsten Torhüter den ruhenden Ball über die Mittellinie bekommen. Den Abschlag aus der Hand aber sehr wohl.
    In der F ist es dann kurios, denn da darf der Torhüter den Ball auch nach Toraus von der Hand abschlagen. Da darf der Ball dann aber eigentlich nicht über die Mittellinie gehen, nimmt er ihn im Spiel auf und schlägt ihn ab, dann darf er es. Aus meiner Sicht völlig Banane. An anderer Stelle wurde ja auch schon berichtet, dass diese Regelung auch häufig dazu führt, dass der Abstoß zu einem Abwehrspieler erfolgt, der den Ball einfach nur wieder zum Torhüter prallen lässt, so dass er ihn in die Hand nimmt..


    Ich bin abgeschweift. Ich halte die FPL für sinnvoll, wie Uwe schon sagte, muss sie aber geeignet eingeführt werden. Leider bin ich diesbezüglich in unserem Kreis etwas skeptisch.. Viele Teams halte ich übrigens für fortschrittlicher als die Verantwortlichen im Kreis.. Vereine möchte ich hier lieber nicht sagen, da ich zwischen einzelnen Teams von Vereinen sehr große Unterschiede fest stelle. Ausdrücklich auch bei 'meinem' Verein..


    zur Zeit wird der Schiri als Schwerpunkt hier diskutiert. Gerade in der G-Jugen finde ich das fast für überflüssig. das ist doch wohl nicht das Entscheidende bei der FPL.


    Es ist ein maßgeblicher Bestandteil, doch. Kinder, Trainer und Eltern sollen selbst Verantwortung übernehmen und sie nicht an den Schiri delegieren. Gerade dort, wo alle neu einsteigen, ist das am sinnvollsten. Die Verantwortlichen in den Vereinen und den Kreisen sollten natürlich aber auch entsprechend unterstützend wirken, d.h. mindestens mal den Neutrainern und Eltern Infos über altersgerechten Kinderfußball sowie das förderliche Verhalten zu geben.


    wie hat es denn ausgesehen, bei mir und auch bei vielen meiner Trainerkollegen? G- und F hab ich selbst viel gepfiffen. was heisst gepfiffen? Fast immer ohne Pfeiffe das Spiel begleitet. was gibt es bei einer G eigendlich zu pfeiffen? doch wohl so gut wie gar nicht.


    Da sehe ich aber oft ganz was anderes. Meistens pfeifen Spielerväter, diese orientieren sich meistens erst einmal an der Bundesliga, sind durchaus öfters nicht wirklich unparteiisch, müssen das Ganze halt auch erst mal kennen lernen. Öfters passiert es dann, dass drei von vier Spielern in Ballnähe aufhören zu spielen, weil sie den Ball im Aus sahen, der Ballführende macht aber weiter, Schiri sieht kein Aus und pfeift nicht, Tor fällt, zehn Kinder heulen oder sind sprachlos. Alle sind auf den Schiri sauer... Klar, alles kein Weltuntergang, kriegt man hin, aber nach dem ersten solchen Erlebnis wird den meisten Kindern doch systematisch anerzogen, dass einzig der Schiri der Herr auf dem Platz ist und dass erst dann ein Regelverstoß vorliegt, wenn er und nicht etwa die Spieler das so sieht. Leider sehe ich bei einigen E-Junioren Teams durchaus Spieler, die grundsätzlich zum Schiri blicken und den Arm in der für sie günstigen Richtung heben, wenn er Ball ins Aus geht. Meine Spieler tun glücklicherweise eher das Gegenteil und weisen den Schiri auf eine Fehleinschätzung hin, obwohl sie für sie ungünstig ist. Zumindest beim Ausball.


    Statddessn: Schuhe binden, Kind geholfen aufzustehen, beim Blümchenpflücken aufgefordert zum Mitspielen, erklärt wann und wie Anstoss gemacht wird,
    dem Tormann erklärt dass und wann er den Ball in die Hand holen darf usw. usw. auusserdem kenn ich es so, dass man fast immer an der Aussenlinie stand und nicht als Erwachsener zwischen den Kindern.
    G-Jugend brauch in dem Sinne keinen Schiri, sondern eine Begleitperson.


    Vollkommen richtig, aber das können die Trainer besser als ein Papa-Schiri, der häufig ja noch nie beim Training dabei ist, sondern nur zu den Spielen kommt. Letztlich war es ja bei dir offenbar meistens so, da der Trainer auch den Schiri gegeben hat. Bei uns ist das die absolute Ausnahme, die meisten Trainer müssen noch Auswechslungen vornehmen, die Wechselspieler beaufsichtigen. Und einige rufen auch nicht wenige Anweisungen aufs Spielfeld.


    Und es gibt oft auch Eltern, die übereifrig und bolzplatzkrähenartig aufs Feld brüllen und sich durchaus auch mal über den Schiri und seine Entscheidungen aufregen..


    ob es ohne diese Begleitperson besser ist, kann ich nicht beurteilen, weil noch nicht erlebt.


    Es gibt ja Begleitpersonen, nämlich die Trainer.


    für mich gibt es 2 bedeutendere Faktoren der FPL: Verhalten der Trainner draussen und Elternschaft.


    Genau. Im G- und F-Bereich werden ja aber die Trainer zum Schiri bzw. zur Begleitperson, ich nannte das bei unserem letzten Turnier dann den Spielleiter. Am wichtigsten ist dabei sicher der Trainer, weil er neben der Spielleiterrolle auch als Multiplikator in Richtung Elternschaft sorgt und sowohl als Vorbild als auch als konkrete Führungsperson dient.


    ob dies durch die FPL geändert wird, da habe ich halt meine Zweifel. das hat doch wohl nichts mit einen "gegen die FPL zu tun" !


    Sie muss dazu geeignet eingeführt werden, dann hat sie das Zeug dazu. Auf ersteren Umstand hat Uwe schon mehrfach hingewiesen.


    die meisten Trainer, die meisten Eltern steigen doch im G-Jugendalter in den Fussball ein. die Leitgedanken des Kinderfussballes sind ihnen bei aller Begeisterung doch fremd. auch Trainer, die dann C-Breitensport machen, sind anfangs ziemlich unwissend. aus meiner Sicht muss hier angesetzt werden. ohne das wird auch die FPL nichts ändern. beides zusammen wäre der richtige Schritt.


    günter, genau dat isses! Beides zusammen!


    Deinen übrigen Wünschen schließe ich mich vorbehaltlos an. Dazu noch halte ich die FPL, am besten noch mit einer einzigen kreisweiten Liga nach Schweizer System, für absolut wünschenswert.

    Dass die Spanier in der zweiten Hälfte der Verlängerung stärker aufkamen, wie deutlich zu sehen war, lag aus meiner Sicht weniger an Umstellungen als daran, wie du, günter, schon mutmaßt, dass die Portugiesen einfach stehend K.O. waren, nachdem sie praktisch das gesamte Spiel über ein unheimlich aggressives Angriffspressing gegen die Spanier gespielt hatten, eine Taktik, die ich vor dem Spiel für glatten Selbstmord gehalten hätte. Ich fand es beeindruckend, mit welchem Einsatz die portugiesischen Spieler selbst in der Verlängerung noch nach hinten rannten, wenn die Spanier zu einem Konter ansetzten. Am Ende entschieden dann eine Kombination aus Glück und den auf spanischer Seite vielleicht ein Quäntchen mehr Selbstvertrauen.

    TW-Trainer: Ja, so sehe ich es auch, was die deutsche Mannschaft anbelangt. Wobei mir persönlich im Moment Poldi in seinem Repertoire zu eingeschränkt ist, um ihn mir in der Startaufstellung zu wünschen. Gomez und Müller dürfen da von mir aus rein. Was die Leistungen Iker Cassillas anbelangt, so kannst du sie sicher deutlich kompetenter einschätzen als ich, mir scheint es aber so, als hätten drei der vier Halbfinalisten absolute Weltklassetorhüter. Ich finde das heutige Spiel schwer zu prognostizieren. Einerseits sind die Spanier vorne wie hinten schwächer als sonst und die Portugiesen reiten auf einer Erfolgswelle. Andererseits haben sie sicher einen Heidenrespekt vor den Spaniern, der sie etwas bremsen dürfte, während die Iberer (bester Sportreportersprech) so erfahren und abgebrüht sind, dass sie ihr Programm relativ unbeeindruckt herunter spulen dürften..

    genau das meine ich doch! Aber warum denn erst in der E-Jugend damit anfangen?! Ob das Kind jetzt Spielleiter oder Moderator heißt, ob das jetzt von einem Daddy oder einem 12jähigen gemacht wird - all das ist doch letztlich nebensächlich, wobei ich letztere Variante auch im Sinne des Schiri-Nachwuchses deutlich besser finden würde...


    Ich bin zwar nicht der Angesprochene, wage aber eine Mutmaßung: damit sich Kinder, Eltern und Trainer in G- und F-Jugend daran gewöhnen, dass maßgeblich sie dafür verantwortlich sind, dass das Spiel im Rahmen der Regeln und fair abläuft. Und die E ist für Jungschiris noch wunderbar, diesbezüglich spreche ich aus eigener Erfahrung: Einer der C-Jugendspieler unseres Vereins interessiert sich für die Schirilaufbahn und fragte bei uns, ob er eines unserer Spiele pfeifen dürfte -- das Angebot nahm ich natürlich gerne an. Und es gab dabei auch wirklich überhaupt kein Problem, da unsere Spieler und Eltern sich (auch ohne sie) schon FPL-konform verhalten und die meisten unserer Gegner, auf jeden Fall die an dem fraglichen Spieltag, auch vorbildlich sind.


    OT: Außerdem, der Herbert... den musste ich schon sturz besoffen ins Hotel fahren als er seinerzeit bei uns im Ort ein Senioren-Hallen-Turnier als Gast-Schiri pfiff - aber Respekt, am nächsten Morgen war er wieder top-fit ;)


    Naja, betrunken war ich auch schon ein paar mal. Solange das selten bleibt, man dabei friedlich und sich seines Zustands bewusst ist, würde ich es niemandem vorhalten. Ich muss dazu sagen, dass ich es das letzte mal eher aus sozialer Verpflichtung als aus eigenem Antrieb war. Die Nebenwirkungen des Alkohol turnen mich ziemlich ab, weshalb ich eigentlich nie mehr als ein paar Bier trinke.. Und die natürlich nicht am Sportplatz bei den Kindern.

    Mich irritiert nur, dass diejenigen, die hier irgendeine Konzeption als da Non Plus Ultra
    ansehen, zu den berechtigten Fragen keine Stellung beziehen. Sowas gibt mir immer zu Denken.


    sei es ein Dirk Coerverfan, sei es ein Ralf Kohr


    Hier unterscheidet sich offenbar unsere Wahrnehmung. Ich kann weder bei Dirk noch bei Ralf erkennen, dass sie ihre Vorstellungen als das Nonplusultra ansehen. Ralf sieht vielmehr die FPL als wichtigen Schritt in die richtige Richtung, denke ich, und Dirk kennt die Coerver-Methode und steht wohl auch hinter ihr. Für den Grad seiner Involviertheit in die 'Coerver-Firma', wenn ich sie mal so nennen darf, finde ich seine Beiträge sogar ausgesprochen ausgewogen.

    Im DFB-Lehrbuch "Fußball von morgen 4: Modernes Verteidigen" gehen sie ab S. 144 auf das Thema Pressing ein. Sie unterscheiden dabei zwischen Abwehr-, Mittelfeld- und Angriffspressing/Forechecking. Für die drei Pressingvarianten geben sie dann mannschaftstaktische Verhaltensweisen und Laufwege für eine im flachen 4-4-2 spielende Mannschaft an. Im weiteren Verlauf wird dann im Angriffspressing das gegnerische Spiel nach außen gelenkt und dort vom gesamten Mannschaftsverbund angegriffen. Beim Mittelfeld- und Abwehrpressing wird hingegen im Zentrum attackiert.

    Nicht alle sind gerustscht. von einem Nati-Spieler darf man wohl erwarten, dass er sich auf entsprechende Platzverhältnisse einstellen kann.
    jeder Kreisklassenspieler muss da ja wohl von Sonntag auf Sonntag auch.


    Und da klappt das natürlich immer einwandfrei, nicht wahr? :P

    TW-Trainer


    Ich gehe mir dir einig, das der "griechische Beton" auch in den ersten 30 Minuten ziemlich flüssig war!


    Das hatte mich tatsächlich gewundert, erwartete man doch, dass die Griechen unmittelbar vor dem eigenen 16er den Beton anrühren würden, was dann ja auch so kam. Aber dieser war dann doch zu weich und löchrig für viel mehr Angriffe der deutschen Mannschaft als erwartet.. Die Chancenverwertung war aber ziemlich schwach..


    Nützt uns beiden aber nix, wenn das die Spieler unserer Nationalmannschaft anders sehen und ein uns andere mal den Ball wieder zurück spielen oder aber nicht, wie vom Trainer gefordert mit Tempo über außen in den torgefährlichen Raum eindringen. Mich hat dieser Übergang von nach dem Abseitstor in den Standfussball fast den letzten Nerv geraubt! Taktik hin - Taktik her!


    OK, nach den ersten zwanzig Minuten war die Anfangseuphorie etwas verpufft, vielleicht hatten die Griechen auch etwas ins Spiel gefunden, jedenfalls sah das dann tatsächlich, wenn ich mich recht erinnere teilweise ziemlich nach Handball aus. Teilweise grenzte es ja sogar an eine Farce, ich meine, da gab es eine kurze Phase, in der fünf im die Spielfeldbreite überspannenden Halbbogen angeordnete deutsche Spieler sich den Ball zuschoben, ohne dass sich außer dem Ball auch nur irgend etwas bewegte. Naja, später zeigte sich dann ja, dass die Griechen sich weniger auf das deutsche Spiel eingestellt hatten als vielmehr das deutsche Team eine Auszeit genommen hatte..


    Die beiden Tore der Griechen sind für mich auch Zeichen dafür, das man statt im gesamten Team das Tempo über 90 Minuten hoch zu halten, sich dem Spiel der Griechen teilweise angepaßt hat. Jurgi hat mit Sicherheit keinen langweiligen Spielabend erlebt, denn zur Halbzeitpause gab es keinen Grund, sich mehr als nur über das 1:0 zu freuen!


    Ja, da pflichte ich dir bei. Dem Ausgleich haftete nach meinem Empfinden sogar der unangenehme Beigeschmack eine gewissen Überheblichkeit bei. Der Pass in die Tiefe ist nicht ganz zu verhindern, Lahm mache ich dann keinen Vorwurf, er ist mit Vollgas hinterher, konnte zwar die Flanke nicht mehr verhindern, hätte aber den Weg des griechischen Stürmers in die Mitte blockiert. In der Mitte hätten zwei Mann gegen Samaras reichen müssen.


    Zum ersten griechische Tor: für mich sah es so aus, als das der Torschütze zunächst Boateng kurz am Tricot hielt, Schwung nahm und an unserem Verteidiger vorbei in freie Schußposition kam.


    Ich habe mir die Szene noch mal unter http://tv.dfb.de/index.php?view=4739 angeschaut. In der Totalen (mehr gibt es nicht) sieht man, dass Samaras Boateng an der Strafraumgrenze tatsächlich am Trikot zieht und danach in seinem Rücken Gas gibt. Aber warum ist Boateng an dieser Stelle überhaupt vor ihm? Er überholt ihn zuvor und verliert ihn dann aus dem Blick, das ist für mich ein Fehler. Er hätte vielmehr hinter bzw. neben Samaras bleiben müssen. Nach dem Trikotziehen kann ich jedenfalls nicht erkennen, dass Boateng überhaupt noch mal versucht, Tempo aufzunehmen, für mich sieht es so aus, als habe seine Aufmerksamkeit nur noch dem Ball gegolten. Was für Hummels richtig war, aber nicht für Boateng.


    Nun möchte ich das aber nicht als Schelte verstanden haben, ich gestehe jedem Spieler auch mal schwache Phasen oder Aussetzer zu. Das Gegentor hätte aber verhindert werden können, wenn entweder Lahm früher mehr Fahrt aufgenommen hätte, was aber schwierig war, da er nicht gleichzeitig Ball und gegnerischer Außenstürmer im Blick haben konnte, oder durch aufmerksameres Verhalten von Boateng im Strafraum. Letzteres wäre sicher möglich gewesen, so schnell ist Samaras ja nicht.. Gerade nach den zwei ersten, von Boateng sehr stark geführten Partien, tat es mir für ihn Leid, dass sich bei ihm wieder ein gewisser Schlendrian, den man von ihm ja leider kennt, einschlich.


    Gegen die Italiener wird das schon ne ganz andere Hausnummer werden! Davon darf man nach den bisherigen Spielen ausgehen. Sie haben gezeigt, das sie nicht nur im Defensivverbund gut stehen und mit Buffon ein altes Schlitzohr im Tor haben, sondern schnell umschalten, mit Pirlo über einen genialen Passgeber verfügen und in der Spitze schnell genug ist, um unsere Innenverteidigung und Keeper ins Schwitzen zu bringen.


    Absolut. Da wird es wieder einer ähnlich aufmerksamen Arbeit des gesamten Abwehrverbundes, zu dem ich ganz klar auch die Sechser und ebenfalls die offensiven Außen zähle, bedürfen, wie schon gegen Portugal und die Niederlande. Wobei sich dann ja letztere als schwächer als erwartet zeigten, bei denen nur wenig zusammen lief, während ein Erfolg der Portugiesen gerade gegen Ende des Spiels ja schon mehr als deutlich in der Luft lag..


    Es wird darauf ankommen, welches Team in den wenigen, entscheidenden Situationen weniger Fehler macht, denn über ausreichend Stärken verfügen beide Teams.


    Ich bin gespannt: die Italiener hatten es bisher nur im ersten Spiel mit einem technisch starken Gegner zu tun, und die Schwierigkeiten der Spanier mit der offensiven Durchschlagskraft haben wir hier ja schon diskutiert. Ich hoffe schon, dass die deutsche Offensivabteilung sie vor größere Probleme stellen kann. Diesbezüglich hoffe ich persönlich, dass Podolski draußen bleibt und Reus spielt, mir ist als Unruheherd Klose auch lieber als Gomez, obwohl letzterer sich ja die scharfe Kritik zu seinem ersten Spiel offenbar zu Herzen nahm und in der Folge deutlich mehr arbeitete -- in seiner Natur liegt es aber wohl dennoch weniger.. Schürrle war nicht ganz so effektiv und umtriebig wie Reus, Müller hingegen in den ersten Spielen sehr bemüht, aber mit zu vielen Fehlern. Vielleicht hat ihm die Pause aber gut getan. Man wird sehen, hoffen wir, dass Jogis derzeit so vehement beschworenes goldenes Händchen seinen Glanz nicht verliert.

    Hat es nicht teilweise ungeheuer viel geregnet? Bei Deutschland-Griechenland sprachen sie doch im TV davon, dass es am Tag viel geregnet habe. Das sah man dem Platz ja auch an. Selbst die längsten Stollen bringen nichts, wenn der Boden völlig aufgeweicht ist...

    Naja, es ist ja schon so, dass die Spanier den Ball oft so lange zirkulieren lassen, bis sich eine günstige Gelegenheit für einen Vertikalpass vors Tor bietet. Bei Barca spielen sie ja ganz gerne Doppelpässe oder andere diagonale Passstafetten mit dem mit Tempo durch die Abwehrreihen hindurch fliegenden Messi. Nur fehlt den Spaniern bei dieser EM halt der Stürmer dafür. Interessant finde ich, dass sie es nun aber doch schaffen, über die ihnen überlassenen Flügel ihre Tore zu erzielen. Wobei man zugeben muss, dass ihnen das gegen die Franzosen erst nach einem Missgeschick des französischen RV gelang.

    Bernd Stöber, Koordinator der EM-Analyse des DFB, drückt es unter http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=0&tx_dfbnews_pi1[showUid]=141&tx_dfbnews_pi4[cat]=22 gut aus: "Fußball ist ein erfolgsorientierter Sport. Das heißt, alles, was ich auf dem Spielfeld mache, soll am Ende zum Torerfolg führen oder den Torerfolg verhindern. Bei den Spaniern habe ich das Gefühl, dass das lange Ballhalten und Passspielen zum Selbstzweck wird. Es ist wichtig, eine gesunde Balance zu finden: Einerseits Ballbesitz haben, andererseits mit dam Ballbesitz zielorientiert zu spielen."

    Ich muss auch sagen, dass mich das ewige Ballhin- und -hergeschiebe der Spanier nicht gerade fesselt, obwohl man da ja immer wieder durchaus ihr Können sehen kann. Aber es passiert halt durchaus lange nicht sonderlich viel. Wobei ich es schon interessant fand, zu sehen, wie die Italiener und die Kroaten sie vor ernst zu nehmende Schwierigkeiten gestellt haben. Dagegen waren die Franzosen gestern dann ja wieder ein leichterer Gegner. Ich bin gespannt, inwieweit die Portugiesen in der Lage sein werden, dem Beispiel von Italien und Kroatien zu folgen und ihrerseits in der Offensive erfolgreicher zu sein.


    TW-Trainers Urteil über das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Griechen kann ich mich aber nicht anschließen. Ich fand vielmehr, dass gerade zu Beginn des Spiels deutlich mehr Bewegung im Spiel war, als dies noch in den Gruppenspielen der Fall gewesen war. Ich war eher überrascht darüber, wie dünnflüssig der griechische Beton war. Man erkannte auch schnell, dass der Boden unheimlich weich war und allen Spielern Probleme bereitete. Das erste Gegentor schreibe ich nicht irgendwelchen Versäumnissen des Taktikstabes zu, sondern ob ihrer Überlegenheit nachlässig werdenden Spielern. Warum Boateng Samaras nicht bis zu Ende folgte, sondern im Fünfer auslief, ist mir ein Rätsel, war doch Hummels noch da, um die Flanke in den Rücken abzufangen. Und der Handelfer war halb ein Geschenk, halb Nachlässigkeit des in den zwei ersten so hoch gelobten Rechtsverteidigers. Er muss sich gegen Italien sicher wieder in seiner Konzentration steigern.


    Ich bin gespannt, wo sich Reus, Klose und Schürrle am Donnerstag wieder finden, auf der Bank oder auf dem Feld...