Beiträge von tobn

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    siebener, TW-Trainer, Ihr sprecht mir aus der Seele. Wir Trainer sollten die Spieler nehmen, wie sie sind, solange es sich innerhalb des Rahmens bewegt. Auch in der Ausbildung sollten wir zwar einige Spieler auch mal zu ihrem Glück zwingen, z.B. indem man einen Stürmer auch mal in die Abwehr rotiert, jedoch stets begleitet mit großer Anerkennung für ihre Kooperationsbereitschaft und deutlicher Unterstützung. Dadurch kann die Motivation, auch Ungewohntes auszuprobieren, bei den Spielern steigen. Häufig reagieren Kinder und Jugendliche ja auch auf den Vorschlag, auf einer ungewohnten Position zu spielen, deshalb reserviert, weil sie Angst davor haben, Fehler zu machen.


    Als Trainer sollten wir, meiner Meinung nach, versuchen, allen Spielern einen Grundstock an Fähigkeiten zu vermitteln, uns aber dabei auch die Neigungen der Spieler zu Nutze machen und nicht übermäßig versuchen, gegen sie anzukämpfen.

    Ich würde dazu raten, längerfristig vom 2-2-2 abzukehren und auf ein 3-3 zu wechseln, vor allem, weil Ihr selbst ja bereits erkennt, dass die vorderen und hinteren zwei zu sehr auf ihren Positionen kleben. Das gibt zwar erst mal ein gewisses Kuddelmuddel und kann auch gut dazu führen, dass Ihr häufiger mal überspielt werdet, weil die Absicherung in der Tiefe geringer ist, wenn die Mädchen aber kapiert haben, wie sie sich gegenseitig helfen, haben alle mehr vom Spiel als bei einer tiefen Aufstellung.


    Für dieses Turnier würde ich allerdings noch nicht auf ein 3-3 wechseln, damit würdest du deine Spielerinnen überfordern. Einen Tannenbaum könnte ich mir hingegen schon vorstellen, da würde ich die beiden gewohnheitsmäßigen Verteidigerinnen ein Stück weiter nach außen stellen, dazwischen dann die defensiv stärkere Mittelfeldspielerin. Davor dann die andere Mittelfeldspielerin und eine der Stürmerinnen, wobei diesen Spielerinnen erklärt werden muss, dass ihre defensiven Aufgaben ganz wichtig sind. Vorne die andere Stürmerin, die sich weniger um die Defensive kümmern sollte, sondern eher für die Entlastungsangriffe da ist, und als Anspielstation bei Ballgewinn dienen sollte. Dann sollten die beiden Mittelfeldspielerinnen mit nach vorne stoßen, so dass sie zu dritt angreifen können, während die verteidigende Reihe aufrückt, aber weiterhin eher zur Absicherung und Konterbremsung dient.


    So die taktische Marschroute, die ich meinem E1-Team im letzten Oktober gegen ein Team mit gab, gegen das wir zwei Wochen zuvor mit 2:18 verloren hatten. Defensiv haben sie es sehr gut umgesetzt, offensiv weniger. Kritisiert habe ich sie dafür selbstverständlich nicht, sondern stattdessen ihre hohe Einsatzbereitschaft und defensive Stabilität gelobt. Zur Pause stand es dann auch 'nur' 0:3. In der zweiten Halbzeit litt dann die Ordnung, der eine oder andere konditionell (Stichwort dicker Paule) oder vom Selbstbewusstsein her schwächere Spieler kam nicht mehr ganz mit, unser Keeper genehmigte sich noch zwei Aussetzer (ist ein psychisch eher labiler Charakter), und am Ende stand es 1:9. Die Kinder empfanden das gegenüber dem vorherigen Spiel auf jeden Fall als Fortschritt. Einer wollte sogar nur noch im Tannenbaum spielen, wogegen ich aber etwas hatte.

    Ich kann aus eigener Erfahrung nur vom Trainer C-Breitenfußball berichten. Von den 24 Trainern, die mit mir gemeinsam den Kurs begannen (zur Auftaktveranstaltung waren noch 40 gekommen), haben alle bis auf zwei mündliche Prüfung und Lehrprobe im ersten Anlauf bestanden. Die beiden, die durchgefallen waren, haben dann die Prüfung in einem anderen Kreis wiederholt und kamen dort dann auch durch. Ich gehe also davon aus, dass es durchaus möglich ist, beim Trainer C-Leistungsfußball durchzufallen, gehe aber davon aus, dass man, wenn man ordentlich mit macht und engagiert zu Werke geht, auch durchkommen müsste.

    Interessant wäre hier der Abgleich mit dem Qualifizierungsstufen des DFB, welche man unter http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=507545 in der Ausbildungspyramide sehen kann. Ich habe in Hessen dezentral den Trainer C-Breitenfußball gemacht. Dazu gehörten die drei Module:

    • Basiswissen
    • Profil Kinder
    • Profil Jugend


    Nach dem Abschluss der Unterrichtseinheiten zu den Profilen Kinder und Jugend erhielten wir bereits Zertifikate zum Teamleiter Kinder bzw. Teamleiter Jugend. Es gab keine Prüfung, alleine die Teilnahme reichte aus. Bereits zuvor hatten wir ein Teilnahmezertifikat für das Modul Basiswissen erhalten. Nach der mündlichen Prüfung und der Lehrprobe bekamen wir dann das Zertifikat zum Trainer C-Breitenfußball.


    Eventuell ist der Teamleiter, den man bei Euch im Kreisfachverband macht, eines dieser Module..


    Soweit ich weiß, ist es hier in Hessen möglich, den Trainer C-Leistungsfußball zu machen, ohne vorher bereits an einer Qualifikationsmaßnahme teilgenommen zu haben. Das findet zentral in Grünberg statt und dauert drei Wochen. Einige Teilnehmer meines Lehrgangs zum Trainer C-Breitenfußball wollten sich weiter qualifizieren und noch den Trainer C-Leitungsfußball machen, sie sprachen davon, dass einem dann die erste Woche erlassen wird und man erst zur zweiten Woche einsteigt.

    Kommt ganz auf deine Spieler an. Vermutlich würde ich eher ein 3-2 spielen lassen, d.h. für eine solide Abwehr sorgen, in der Defensive entspräche das quasi drei Verteidigern und zwei Sechsern. Bei Ballbesitz sollten dann die Sechser schnell auf Angriff umschalten und sich situationsabhängig einer der Verteidiger mit einschalten, die anderen beiden aufrücken, aber eher als Anspielstationen für Rückpässe und Schüsse aus der zweiten Reihe zur Verfügung stehen.

    Viele Fans der Eintracht (Frankfurt) werfen den Verantwortlichen vor, dass sie Marco Marin "fort gejagt" haben, weil er für zu klein gehalten wurde -- wenn ich mich recht entsinne, war das in der B-Jugend. Vor Fehleinschätzungen ist in der Tat niemand gefeit, speziell, wenn man einen Kader von bereits hoher Leistungshomogenität vorfindet.


    Die "Öffentlichkeit" ist aber auch recht launisch und lässt sich schnell blenden. Das hat jetzt nicht mehr so viel mit dem Thema Nachwuchs zu tun, aber vor anderthalb Jahren verließ Cenk Tosun die Eintracht, weil er keine Einsätze bekam, nachdem er praktisch deren gesamte Jugenden durchlaufen hatte, in RIchtung Türkei. Als er dort dann zum Shooting Star wurde, war das hiesige Geschrei groß. Mittlerweile ist es deutlich ruhiger um ihn geworden, ich wage zu behaupten, dass er in der türkischen Liga auch nicht mehr der Überflieger von vor einem Jahr mehr ist, und dass diese Liga tatsächlich auch schwächer als die Bundesliga einzuschätzen. Insofern haben da die Verantwortlichen wohl doch keinen Fehler gemacht.. Das aber nur als Anekdote am Rande, die verdeutlichen soll, dass es unheimlich schwer ist, die Arbeit und Entscheidungen anderer zu beurteilen, weil einem oftmals die nötigen Hintergrundinformationen fehlen.


    Noch ein kurzer Nachsatz, dieser wieder zum Thema: Als ich vor zwei Jahren auf unserem DFB-Stützpunkt übrigens mal beim D-Jugendtraining zugeschaut habe, fand ich nicht, dass die großen Spieler zahlenmäßig überwogen, ich habe sogar geglaubt, eher das Gegenteil fest zu stellen. Allerdings hatte ich damals keine großartige Vergleichsmöglichkeiten.

    Acht Spieler sind kleiner als 1,83.


    Es müssen ja auch einige kleiner als der Mittelwert sein, denn der liegt ja bekanntlich in der Mitte der Größe aller Probanden. Acht sind also kleiner, elf sind größer. Vier treffen genau den Mittelwert.


    Fünf davon sind Spanier. Man könnte dann auch daraus lesen, dass man bei unterdurchscnittlicher Körpergröße in Spanien die größten Chancen auf Förderung hat.


    Man könnte auch daraus lesen, dass die Spanier im Schnitt kleiner sind als z.B. die Deutschen. Damit liegt man, so mutmaße ich mal, wahrscheinlich sogar richtig. Für belastbare Aussagen bräuchte man hingegen wahrscheinlich aber eine viel größere Zahl an Probanden..

    Nun, die Gedanken mache ich mir z.Zt., da einige meiner stärksten Techniker in unsere D2 gehen, während robustere Spieler mit weniger Technik in die D1 gehen.


    Wer entscheidet denn, wohin die Spieler gehen? Aus der Ferne ist es natürlich nicht möglich, die Einteilung zu beurteilen. Wenn es sich aber bei allen dieser Spieler um ehemalige E-Junioren handelt, dann würde ich mir mehr Sorgen um die längerfristige Entwicklung der robusten Spieler machen, die in die D1 gehen, als um die Techniker, welche in die D2 wechseln. Letzterer wird eher seine Erfolgserlebnisse haben als erstere, denke ich, und unter stärkeren, teilweise ein Jahr älteren Spielern in der D1 hätte ich so meine Zweifel, ob die Robusten dazu kommen, ihre technischen Defizite aufzuholen...


    Alles unter der Prämisse, dass es bei Euch ist wie bei uns, und die D1 und D2 in unterschiedlichen Staffeln/Ligen spielen würden, die D1 in der schwereren, mit mehr Altjahrgängen besetzten Staffel und die D2 in einer schwächeren Staffel, in der die Jungjahrgänge die Mehrheit stellen.

    Wenn man sich die guten Spieler anschaut sind auffällig viele kleine Spieler dabei. Die Frage ist doch warum konten sich die Messies, Lahms, Maradonas, Häßlers, Littbarskis, dieser Welt so durchsetzen. Ich denke das sie gerade aufgrund ihrer Größe in Positionen gedrückt wurden wo sie sich frei entfalten konnten.


    Nun mache aber doch andererseits mal weiter mit der Liste. Und setze dann dagegen die Liste an Spielern mit Normalmaß, welche Spitzenstatus erreicht haben. Letztere dürfte ungleich länger sein. Wirklich herausragend sind sicherlich Maradona und Messi, aber es gibt auch größere herausragende Fußballer, man nehme nur Ronaldo (CR7), Ronaldinho, Zidane, Xavi, Özil, etc. pp.


    Sicher haben große Spieler den kleineren gegenüber Nachteile auf engstem Raum. Geht man aber vom Durchschnitt aus, so haben die 'Normalgroßen' gegenüber den kleineren Spielern Vorteile in der Durchsetzungsfähigkeit -- mehr Masse -- und in der Endgeschwindigkeit. In meinem Team (aktuell Übergang E- zur D-Jugend) allerdings sind die größeren Spieler im Schnitt unbeweglicher und koordinativ schwächer als die kleineren. Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, muss ich sagen, dass ich von mir behaupte, dass ich die technisch starken Spieler den in dieser Hinsicht schwächeren gegenüber bevorzugt in die künftige erste Mannschaft eingeordnet habe. Daneben habe ich vor allem auf die Motivation der Spieler geachtet. Ich mutmaße also, dass ich als Stützpunktsichter in dem einen oder anderen Fall vielleicht anders entschieden hätte..

    Notwendigkeit? Nö, sehe ich auch nicht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass manchmal der Biss in den Trainingsspielen nachlässt.


    Ich auch. Deshalb schrieb ich ja von dem zusätzlichen Reiz.


    Liegt vielleicht auch daran, dass eine Mannschaft einfach schon zu lange in der Konstellation zusammenspielt.


    Das denke ich auch. Deshalb sind Spiele gegen andere Teams ja auch so wichtig. Aber nicht wegen irgendeiner Tabelle oder Meisterschaft oder so.. Nö, das hast du auch nicht gesagt, das werfe ich jetzt einfach mal so ungefragt in die Runde. Bitte nicht darauf eingehen. ;)


    Ich habe mir das übrigens vom Bolzplatz abgeschaut. Da ist bei unseren Kindern das Arschschießen gang und gäbe. Anders als der schwedische TW lassen sie die Hose aber an...


    Hmm, ich mag es persönlich aber nicht besonders. Sich drüber freuen, dass sich ein anderer weh tut und einem anderen bewusst und gezielt Schmerzen zufügen, das entspricht nicht meinen Idealen, im Gegenteil...

    Zum Glück habe ich das Bild des Kicker-Tabellenrechners, wie ich ihn ein paar Tage vor Beginn der EM ausfüllte, bereits vor zehn Tagen entsorgt. Bei mir traf damals im Finale Deutschland auf Kroatien...


    Aber gutes Spiel der Spanier gestern, da haben sie viel vom dem abgerufen, was sie können. Waren die Italiener schwächer als gegen Deutschland? Vielleicht ein bisschen, wobei ich geneigt bin, zu glauben, dass die Spanier sie einfach besser im Griff hatten und konsequenter gespielt haben. Dann erging es den Italienern wie den Deutschen noch ein Spiel zuvor: sie gerieten in Rückstand. Und die Spanier waren dann nicht so überheblich, die Aufmerksamkeit schleifen zu lassen, wie es mich bei der deutschen Mannschaft nicht gewundert hätte. Spätestens als die Italiener dann nur noch zu zehnt war, war der Drops gelutscht.


    Gratulation an Spanien, die sich zum Finale noch mal deutlich steigerten und eine blitzsaubere Vorstellung zeigten. Versteht das bitte nicht als unqualifizierten Seitenhieb, aber in den letzten Tagen habe ich mehrfach gefragt, wie förderlich der Leitspruch "mir san mir!" wirklich ist... Liegt in der damit einhergehenden Selbstfixierung auch ein Grund dafür, dass die Nationalmannschaft die eigenen Ansprüchen nicht hat erfüllen können? Waren die drei gefühlten Niederlagen der Bayern doch eine zu schwere Hypothek für Joachim Löw? Ein wenig kommt es mir so vor..


    Auch interessant, was Oli Kahn gestern zu sagen hatte. Obwohl ich seine Aussagen nicht immer schätze, denke ich schon, dass er damit recht hat, dass das diesjährige deutsche Team im Turnier selbst insgesamt zu wenig investiert hat, zu wenig gekämpft, gerackert, gearbeitet. Wie seht Ihr das?

    Ich sehe eigentlich auch keine Notwendigkeit, die Sieger noch darüber hinaus zu belohnen, dass sie gewonnen haben. Vielmehr habe ich mich immer darum bemüht, von Training zu Training die Mannschaften so zusammen zu stellen, dass alle Spieler mal Sieger, mal Verlierer waren. Wenn du aber vereinzelt mal einen zusätzliche Reiz setzen möchtest, könnte sowas wie Abbau durch die Verlierer oder Huckepacktragen über ein paar Meter schon motivierend wirken. Dazu müsstest du es aber vor dem Spiel ankündigen und dich ernsthaft darum bemühen, möglichst gleich starke Mannschaften zusammen zu stellen. Sonst würde ich befürchten, dass der Schuss bei einigen, sensibleren Kindern nach hinten los geht. Die Maßnahme spielt dabei sicherlich weniger die Rolle, sie stellt nur die Manifestation des Ergebnisses dar. Deshalb würde ich da versuche, eher kleinere Brötchen zu backen und etwas zu wählen, wozu die Verlierer keine allzu große Überwindung brauchen.

    guenter, es mag sein, dass viele Leute denken, etwas sei so viel wert, wie es kostet, etwas, das umsonst zu haben sei, sei somit nichts wert, und etwas, das EUR 3000,- kostet, sei deutlich mehr wert als etwas, für das EUR 80,- verlangt werden. Aber das ist doch Unfug. Publilius Syrus hielt schon ~50 v. Chr. fest: "Jedes Ding ist wert, was der Käufer dafür zahlen will." Gerade die Anbieter von hochpreisigen Waren suggerieren zwar gerne einen linearen Zusammenhang zwischen Preis und Wert. Dass aber oberhalb der Kostendeckung Preise jedoch vollkommen willkürlich fest gelegt werden, sollte, wie ich finde, jedem bewusst sein. Soll heißen, ich halte es für wünschenswert, dass dies jedem bewusst ist.

    zum Beispiel im Workshop Anfang 2011. Hier wurden die Erfahrungen der letzten Jahre aufgearbeitet.
    Wurde hier ausführlich drüber berichtet.


    Zu dem Beitrag bzw. Thread, den du meinst, hast du nicht zufällig einen Link? Ich werde mich gleich auf die Suche begeben, aber vielleicht möchtest du ja etwaiger Verwirrung vorbeugen.


    ...


    So, bin von der Suche zurück. Meinst du die folgenden Beitraege bzw. Threads?

    Fortsetzung:


    Bei uns gibts auch immer mal wieder Erwachsene die "übers Ziel" hinaus schiessen, wo der Ehrgeiz oder die Emutionen mit Ihnen durch gehen. Aber so lange darüber gesprochen wird und dann Einsicht entsteht ist alles ok.


    Aber es wird problematisch, wo diese Stimmen zur Mehrheit werden, wo auch die Vereinsleitung so tickt.


    Also dass die FPL nicht notwendig ist, können die Erwachsen nur verhindern in dem sie wie selbstverständlich Fairness vorleben. Meine Bitte wäre nur, nehmt uns (Kindern und Erwachsenen) nicht die Emutionen und Leidenschaft, im Spiel und Training.


    Nein, wieso denn? Ich kann doch weiterhin voller Emotion mit fiebern, jubeln, wenn der Ball im Tor zappeln, vor Verzweiflung vergehen, wenn die achte Großchance in Folge ungenutzt bleibt. Aber ich sollte das auf kindgerechte Art tun.


    Ganz nebenbei: Wenn ich im Waldstadion (Commerzbank-Arena) als Zuschauer in Block 31G sitze, hört mich auch keiner der Spieler auf dem Platz. Naja, sie hören mich vielleicht als Teil des gesamten Publikums, aber sie verstehen mich ganz sicher nicht. Egal, wo ich da sitze oder stehe. Wenn die Zuschauer im Kinderfußball den FPL-Abstand zum Spielfeld halten, sind sie immer noch viel näher am Geschehen dran als im Stadion.

    da man uns nächste Saison für Zeitvertretungen im Bereich F-Jugend auch die FPL aufs Auge drück, schaue ich mich hier um nach Meinungen anderer Trainerkollegen die damit Erfahrung haben.


    Schade, dass du die Einführung der FPL als auferzwungen ansiehst. Tatsächlich sind ja sämtliche Regelungen des Spielbetriebs von den Verantwortlichen vorgeschrieben und man muss sich ihnen als Vereinstrainer fügen. Insofern hoffe ich, dass du die FPL-Einführung nicht als größere oder schlimmere Bevormundung empfindest als sämtliche andere Regeln, wie z.B. der Feldgrößen, der Ballgrößen und -gewichte, der Strafakataloge. Diese werden allenthalben und größtenteils unkritisch hin genommen. Vielleicht liegt das zum Teil daran, dass die meisten, die als Erwachsene im Vereinsfußball aktiv sind, als Kinder und Jugendliche, also Unmündige, in dessen Welt traten, und "es schon immer so war." Darüber wird dann nicht mehr reflektiert und daher auch nicht kritisiert.


    Ich bin zwar inzwischen seit sechs Jahren Trainer, war aber selbst vorher nie im Vereinsfußball aktiv, ich kannte das vorher überhaupt nicht. Mir sagten die Begriffe Kreisliga, Kreisklasse, Berzirksliga, Oberliga, weiß der Teufel was noch alles überhaupt nichts. Erst nach zwei Jahren Trainertätigkeit erfuhr ich überhaupt erst davon, dass es Geldstrafen für die Vereine gibt. Seit sechs Jahren lerne ich nun das deutsche System Fußball immer besser kennen. Dabei stoße ich auf viele Dinge, die ich in Ordnung finde, viele, die ich für verbesserungswürdig halte, und auch einiges, das ich grundweg ablehne. Ich empfinde aber die FPL nicht als Bedrohung, sondern eher als Chance für eine Verbesserung. Aber man kann nicht von ihr erwarten, dass sie funktioniert, wenn man sie nicht einfach nur vorschreibt, ohne den Betroffenen zu erklären, worum es bei der FPL geht, welche Ziele sie verfolgt, warum diese hehre Ziele sind und sich ihre Verfolgung lohnt, und wie die Maßnahmen der FPL zur Erreichung dieser Ziele dienen. Aber auch, dass sie alleine nicht reichen, sondern das aktive und im Sinne des Kindeswohles Füllen dieser Regeln und des Spielbetriebs mit kindergerechtem Verhalten dazu gehört, dass es ohne das nicht geht.


    Desto mehr Beiträge ich lese dest nachdenklicher wird man. Selbst in den Beiträgen gibt es manche Unfairness, ob nun für oder gegen die FPL argumentiert wird. Mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt das wir nicht über Vor-und Nachteile reden sollten, sondern warum es soweit gekommen ist.


    Sicher sollte man auch Ursachenforschung betreiben, keine Frage, das ist ganz sicher wichtig, um vermeiden zu können, dass es bleibt, wie es ist, oder es, sollte es sich zwischenzeitlich bessern, dass es wieder so weit kommen kann. Jedoch sind eine Anzahl an Ursachen doch mitterweile zweifelsfrei erkannt:

    • Übermäßiger Ehrgeiz von Erwachsenen, seien dies Trainer oder Eltern
    • Häufig zu geringe Entfernung von Eltern (und anderen Zuschauern) vom Spielfeldrand
    • Lautstarkes Coaching nahezu jeder Bewegung von Kindern auf dem Platz
    • Sofortige, deutliche Rückmeldung über vermeintliche Fehler der Spieler
    • Deutliche, teils unangebrachte Kritik am Schiedsrichter
    • Versuche der Einflussnahme auf den Schiedsrichter
    • Behandlung der anderen Mannschaft und ihres Anhangs als Gegner


    usw.. Ein paar dieser negativen Faktoren schaltet die FPL aus oder mindert sie zumindest. Noch wirksamer sind ihre Maßnahmen, wenn die Antwort auf die Frage gesucht, wird warum denn die Zuschauer einen Mindestabstand zum Spielfeld einhalten sollen, warum denn beide Trainer gemeinsam auf einer Seite stehen und sich nicht die gesamte Außenlinie entlang bewegen sollen. Und, zu guter letzt, warum es keinen Schiedsrichter gibt und sich stattdessen Spieler und Trainer einigen sollen.


    Die Kinder für sich, brauchen keine FPL! Leider haben es die beteiligten Erwachsenen (Trainer, Eltern...) so lange getrieben, dass nun eine Lösung gesucht und gefunden wurde ( FPL) um die Kinder zu schützen.


    Genau.


    Und trotzdem denke ich, dass es so ist wie immer, wegen einer Minderheit die sich nicht an Regel halten kann oder will, müssen alle anderen ein System annehmen was auch von fair eingestellten Erwachsenen nicht unbedingt gemocht wird. Weil, nicht jeder der die FPL nicht befürwortet ist unfair eingestellt!!!


    Hmm, aber was magst du denn nicht an der FPL? Und tatsächlich ist es doch so, dass die die Linie ständig auf und abschreitenden Brüllaffentrainer, die Zuschauer, die die ganze Zeit über aufs Spielfeld blöken, die nicht unparteiischen Heimschiedsrichter -- im Gegensatz zu den Kreisen einiger anderer Forumsteilnehmer stellt bei uns von G bis E der Heimverein den Schiedsrichter -- sämtlich gegen keine einzige Regel verstoßen. Sie sind die unangenehme Minderheit, aber sie machen sich zumeist keines Vergehens schuldig. D.h. man kann sich innerhalb der Regeln bewegen und trotzdem eine Schande für den Kinderfußball sein und ihm großen Schaden anrichten. Dagegen sollte etwas unternommen werden, die FPL tut es.


    Meiner Meinung nach sollte das Übel von den Vereinen angenommen und geregelt werden.
    - der Verein kennt (oder sollte) die Einstellung seines Jugendleiters kennen und sollte dementsprechend besetzen
    - weiter kennt der Jugendleiter seine Trainer und sollte sich mit Ihnen immerwieder austauschen ( unter anderen auch das Thema Fairness)
    - Vorteil wäre eine Verpflichtung zum Grundlehrgang Teamleiter Kinderfußball
    - Trainer sollten auf Elternversammlungen grundsätzlich über das Thema Fairness reden und sagen wir sie das handhaben wollen und was Sie von den Eltern erwarten.
    - Grundsätzlich bei Heimspielen einige Dinge zum fairplay regeln. (Elternzone, Berüßung des Gegners, gemeinsame Tranerzone wenn gewünscht!...)


    Würden alle Vereine die Prinzipien des kindgerechten Kinderfußballs kennen und beherzigen, ginge das vielleicht. Ich kenne indes keinen Verein, in dem sich die Jugendleitung wirklich so darum kümmert, wie du es beschreibst. Ich kenne einige Vereine, in denen halt so vor sich hin gewurstelt und hauptsächlich verwaltet wird, und alles so läuft, wie es schon immer gelaufen ist. Dann kenne ich noch ein paar, die unheimlich ehrgeizig sind und wo bereits spätestens ab F-Jugend nur der an Ergebnissen fest gemachte Erfolg zählt. Einen Verein, in dem alle deiner Wünsche umgesetzt werden, kenne ich hingegen nicht.


    Außerdem wirst du fest stellen, dass die Öffentlichkeit den Erfolg eines Vereins hauptsächlich an dessen Ergebnissen fest macht. Wenn es um Vereinsjubiläen geht, wird stets auf die Meisterschaften und die Spielklassen wert gelegt. Irgendwo wird zwar auch beiläufig erwähnt, wie viele Mitglieder und Mannschaften man hat, wichtig sind aber vor allem die erzielten Titel und Platzierungen. Vereine, die auch schon im Kinderfußball diese Ziele verfolgen, werden hervor gehoben, bewundert und/oder beneidet, zumindest von der unkritischen Mehrheit. Von Kindergarten- und Grundschulkindern wird erwartet, dass sie die Disziplin und das Engagement von Profisportlern aufbringen. Sie sollen bereits in diesem Alter die Ellenbogen ausfahren, zusehen, dass sie auf keinen Fall zu kurz kommen. im Zweifel ihren Vorteil suchen, Leistung bringen, oder gar "abrufen". Natürlich alles im Rahmen der Regeln, aber diese stören dabei auch nicht wirklich...


    Trotzdem stehe ich dazu, dass Fußball ein Wettkampfsport ist. Selbst die Kleinsten wissen das es nen Gewinner im Spiel gibt, meine Aufgabe sehe ich dann darin zu vermitteln, dass es "keine" Verlierer gibt. So lange ich den Kindern vermitteln kann, dass Niederlagen zum Sport dazu gehören finde ich das vollkommen in Ordnug. Auch diese Seite gehört zum Sport dazu und die Kinder können nur gewinnen wenn man Ihnen das auch vernünftig und fair vermittelt.


    Natürlich gibt es in 80% der Spiele einen Sieger und einen Verlierer, und so richtig befriedigend sind die restlichen 20%, die gemäß der Statistik unentscheiden ausgehen, auch nicht. Das ist auch in Ordnung, soll so sein. Aber das Ergebnis eines Fußballspiels sollte auch nur genau so wichtig sein wie das Ergebnis einer Partie "Mensch Ärgere Dich Nicht". Sicher steckt die emotionale Komponente ja schon in dem Namen dieses Brettspiels, aber es zeigt doch deutlich, dass es wichtig ist, auch mit Niederlagen umgehen zu können. Tatsächlich fahren doch viele Trainer und Eltern von Fußball spielenden Kindern die Strategie, dass es wichtig sei, die Zahl der Niederlagen zu minimieren, um die Zahl der unangenehmen Erfahrungen möglichst gering zu halten. Aber das ist doch Quatsch. Beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gewinnt nur einer der vier Spieler, macht es deshalb den anderen dreien keinen Spaß? Spielen sie es nie wieder, weil sie mal in einer Partie überhaupt keine Figur ins Ziel brachten? Vermitteln wir nicht unseren Kindern, dass das Spiel selbst, die Erlebnisse während des Spiels, die Freude und den Reiz ausmachen? Ist es nicht Paradebeispiel für verfehlte Erziehung, dass man ein Kind dauernd gewinnen lässt, ihm alles recht macht, usw.? Hat aber nicht das Hochhalten von Siegen im Kinderfußball auch etwas davon?


    Fortsetzung folgt.

    Ich denke, der Vorschlag von Don Quijote ist ganz gut. Lasse dir und ihnen vor allem viel Zeit und erinnere sie, wenn die beiden Reihen beginnen, zu sehr getrennt zu spielen, daran, dass sie gemeinsam verteidigen und gemeinsam angreifen sollen. Mit der Zeit sollte das ganz gut klappen.


    Spezielle Übungen zum 3-3 würde ich auch nicht machen. Ich würde in der F viel Minifußball (à la Horst Wein) spielen lassen, und Übungen zum schnellen Umschalten zwischen Angriff und Abwehr (und umgekehrt) durchführen. Da gibt es auch einige schöne Coerver-Übungen. Und die Spieler dann im 'großen' Spiel, wo das Umschalten häufig weniger gut klappt als in den Klein-Teams, daran erinnern und vielleicht sogar explizit auf den Zusammenhang hinweisen. Den Transfer schaffen manche Kinder nämlich von selber nicht, so zumindest mein Eindruck.


    Und natürlich alle Ratschläge immer kindgerecht und positiv formulieren und vermitteln.

    Der Analyse von Peter Ahrens (http://www.spiegel.de/sport/fu…gen-italien-a-841620.html) kann ich mich übrigens weitgehend anschließen, mit folgenden Unterschieden:

    • Ich fand, dass Reus und Klose die Offensive deutlich belebten und einige richtig gute Chancen erspielten.
    • Ich fand die Italiener nicht besser als die Deutschen, sondern insgesamt schon eher etwas schwächer. Aber sie nutzten ihre Chancen, spielten ihren Stiefel sauber runter und waren voll da. Das gelang ihren Gegnern leider nur zum Teil.

    Noch zu Balotelli: er hat gestern sicher einen Sahnetag erwischt, in den Spielen zuvor sah er tatsächlich deutlich harmloser aus. Vielleicht wurde er daher auch von unseren Spielern in seiner Gefährlichkeit unterschätzt..